în graben
stV.
‘(in etw.) hineingraben’
hinder des stadels tür / gruop er ein tiefez luoc în EnikWchr
21369.
21440.
– spez. ‘eingravieren, einmeißeln’
und an dem end der red von den stainen setzt daz puoch der gar alten maister sin von den stainen, dâ tier eingegraben sint oder dar auf erhaben sint mangerlai form BdN
430,36
MWB 2 1898,13; Bearbeiterin: Baumgarte
ingrüene
Adj.
‘intensiv grün, leuchtend grün’ (zu
grüene
mit intensivierendem in-, vgl.
1in-):
der selbe pfelle er wære / ingrüener danne ein meiesch gras Tr
2549.
16975.
17387;
mit dem ingrüenen lindenblate ebd.
4914;
ingrüene sam der louch, / dem ab geschrôten ist der kil KvWPart
12436
MWB 2 1898,20; Bearbeiterin: Baumgarte
ingrunt
stM.
in myst. Texten.
‘innerster, tiefster Grund’ (zum intensivierenden in- vgl.
1in-):
etwen so er als gar úberwunden waz, so sprach er gar von ingrunde: owe, ewiges guͦt, diner verborgen gerihten! Seuse
48,7.
217,15;
aber wesen unde nâtûre ist ein lieht in liehtes eigenschaft. des liehtes ist daz wesen ein ingrunt und ein intiefi Eckh (Pf)
669,33
MWB 2 1898,26; Bearbeiterin: Baumgarte
ingruntlîche
Adv.
‘in/ aus tiefster Seele, zutiefst’
er erschrei inrlich und ersúfzet ingruntlich in im selb und sprach: ‘owe got, wa waz ich, wa bin ich nu?’ Seuse
11,7;
owe, strenge richter, wie ist min herz so ingruntlich erschroken! ebd.
239,23;
daz es mir nit als ingrúntlich ze herzen gat ze allen ziten ebd.
257,11
u.ö.
MWB 2 1898,34; Bearbeiterin: Baumgarte
in guot
→
guot
stN. 1.2.2
MWB 2 1898,41;
în gürten
swV.
‘etw. hineinschnüren’
[Vivianz wurde das Banner durch den Leib gestoßen] sô daz imz geweide / ûz der tjost übern satel hienc. / der helt die banier dô gevienc / und gurtez geweide wider în Wh
25,27
MWB 2 1898,42; Bearbeiterin: Baumgarte
înguʒ
stM.
1
‘Eingießung, Eingebung’ (vgl.
îngieʒunge
,
îngoʒʒenheit
) 2 Flüssiges, das jmdm. eingegeben wird (metonymisch zu 1 ) 3 in der Astrologie wohl ‘Vorwärtsbewegung’ der Planeten (vgl. FrlWB 172)
1
‘Eingießung, Eingebung’ (vgl.
îngieʒunge
,
îngoʒʒenheit
):
gratie infusio. / daz sprichet in der diutsch alsô: / der genâden inguz LvRegSyon
3774;
alsô kumet si [die Seele] zuo irm zil; daz ist der îngus des heiligen geistes ZweiWege
245
2
Flüssiges, das jmdm. eingegeben wird (metonymisch zu 1):
ir [der Kichererbse] einguz ist guot für des zantflaisches smerzen BdN
389,18.
389,33
3
in der Astrologie wohl ‘Vorwärtsbewegung’ der Planeten (vgl. FrlWB 172):
in irem lauff die sieben planeten, / ir einguß und ir aufzug FrlSuppl
11:201,58;
wie gestecket in die firme / sint die sterne, [...], / die sich werren mit der irre, / inguz, wandel, nehe, virre Frl
1:17,25
MWB 2 1898,47; Bearbeiterin: Baumgarte
în haben
swV.
→
inne haben
MWB 2 1898,61;
inhaber
stM.
→
innehabære
MWB 2 1898,62;
în haften (?)
swV.
‘anhaften’ (oder in hier Verneinungspartikel? vgl.
Eckh
1:120,8
):
daz man kein ende habe, keinen ort und nirgin si ingeslozzin und nirgin inhafte Parad
47,29
MWB 2 1898,63; Bearbeiter: Hansen
inhaftic
Adj.
hier inhaeftich.
‘habhaft, innehabend’; in der Wendung
~ wërden mit Gen. ‘etw. erhalten’
vnd die punde [...]sullen als lang weren, vntz vnser iglicher seines tails inhaeftich wirt vnd im ein geantwurtet [überantwortet] wirt RegisterLudw
313a
(a. 1331)
MWB 2 1899,3; Bearbeiter: Hansen
în halten
stV.
in der Wendung (sich) hart ~
‘in (einen Kampf) heftig hineingehen, sich mit Kraft hineinbegeben’
der herre menlichen streit / vnde hilt sich in hart, / vnz im ein rum wart / hin zv den schiffen. / da weren sie besliffen, / wen daz er alleine / sie troste alle gemeine Herb
11841;
die herren hilden in hart / vnde ir geferten. / den wiben [Amazonen] sie sich werten ebd.
14750
MWB 2 1899,9; Bearbeiter: Hansen
în hangen
swV.
in oder an etw. hängen, ‘inne- bzw. einwohnen, anhaften’ (vgl. lat. inhaerere; bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,320. 322):
– Part.-Adj.:
die drie personen inhangende in einikeit dez wesens ist selikeit Seuse
186,27;
die bewegunge dez menschlichen gemüetes, daz da inhanget dem bösen [
motus animi humani inhaerentis malo
]
ThvASu
180,26;
die inhangende habung ebd.
226,4
u.ö.
– subst. (vgl.
înhangunge
):
er [Gott] ist ein înhangen in sîn selbes lûter weselicheit, dâ niht zuohangendes enist Eckh
1:56,5;
die krefte, die under gote swebent, die hânt ein înhangen in gote ebd.
1:56,9;
Eckh (Pf)
416,33
MWB 2 1899,17; Bearbeiter: Hansen
înhangunge
stF.
‘Inne- bzw. Einwohnung, Anhaftung’ (bildl. in myst. Texten, vgl.
în hangen
):
nâch înhangunge der persônen in daz wesen, dâ ist werk únd wesen ein Eckh
3:133,1;
ez ist zesagen, daz in der wirkünge der erbesünde zwei ding zebetrahten sint. daz erste daz ist sin inhangunge zuo dem gegenwurfe [
primo quidem, inhaerentiam eius ad subiectum
]
ThvASu
188,6
MWB 2 1899,30; Bearbeiter: Hansen
inhant
Adv.
‘öfter, wiederholt, immer wieder’
dô quam ouch zûgejagit sân / ein michil her Littouwin, / dî [...] an dî brûdre trâten / inhant mit strîtis schricke [
et ipsos sepius hostiliter invaserunt (S. 184)]
NvJer
24974;
doch inhant eine cleine schar / ûf dem velde her und dar / irschein ebd.
14409;
ir [der Litauer] kunic daz vil harte / bevestent mit gebote, / daz inhant ein rote / mit irre wer darûffe [auf der Burg] lît / ûf eine vorbenante zît ebd.
23181.
3676
u.ö.;
he ging nicht vel muzig noch phewin [bildl. ‘wie ein Pfau’
] , sundern io ein hant [l. ie inhant; übers. saepius, vgl. Anm.z.St.] zoch her in daz Ostirlant Köditz
35,23
MWB 2 1899,38; Bearbeiter: Hansen
inhant
stF.
die hohle Hand (vgl.
inhende
):
vola: inhant VocOpt
1.171
MWB 2 1899,51; Bearbeiter: Hansen
inhart (?)
Adj.
→
herte
Adj.
MWB 2 1899,53;
în heften
swV.
‘etw. heftend befestigen, einheften’
diu vrouwe truoc ein vürspan / [...]; / dâ mit hafte si ir buosem în [damit befestigte sie das Brustteil ihrer Kleidung, verschloss sie ihr Kleid]
Wig
10566
MWB 2 1899,54; Bearbeiter: Hansen
inheimisch
Adj., Adv.
1 Adj. 1.1
‘am Ort anwesend’
1.2
‘im Ort oder Land beheimatet’ (im Ggs. zu gast ) 2 Adv. ‘zuhause’
1
Adj.
1.1
‘am Ort anwesend’
is abir die wirt [der Herr des Hauses, in dem ein Geschädigter einen Dieb stellt] dinne nicht [nicht zuhause] , so sal he [der Geschädigte] sien also langi beiti [...], biz daz he din cumit, ab he inheimis is. inweri abir die wirt nicht inheimis, so sal he di nachiburi bite, [...] daz su umi den man bistetigin [festhalten] also langi, biz daz he nach mi richteri gige Mühlh
122,15.
134,22
1.2
‘im Ort oder Land beheimatet’ (im Ggs. zu gast):
– in der Wendung jmdn.
~ machen (mit refl. Dat.) ‘jmdn. bei sich aufnehmen, einbürgern’
aldâ nâhen bi der stat [Troppau] / gar rîchlich in [den Thüringer Ludwig von Medlitz] behûset hât / der vierde kunic Watzelabe, / [...]; / er machte inheimisch im den gast Kreuzf
5569
2
Adv. ‘zuhause’
die sich zu gote zihen, / tantzen, ballen entvlihen / [...], / in heimisch schemic wesen, / [...] / Jhesum den edlen jungen / lockent mit iren zungen, / [...] des kunges brut / werden sie, die so leben Daniel
2043
MWB 2 1899,59; Bearbeiter: Hansen
inhein
Pron., Pron.-Adj.
→
nehein
MWB 2 1900,16;
în heiʒen
swV.
‘etw. heizen’
vmb aller heiligen tag sol man der korschuler stuben einhaicczen
2DWB
7:731,4
(samml. pädagog. schr.; a. 1343)
MWB 2 1900,17; Bearbeiter: Hansen
inhelde (?)
Adv.
wohl ‘den Berg herab, abwärts’ (zu
halde
swstF.; oder l. enhelde
‘am Hang’ ?):
daz alliz daz gvͦt, daz inrunt den vier crivcin vnd von der obenendi der berge bi dir stat dis inhelde zitale lit [...], dc daz in dem selbin rehte stande alse Costinzer eigin an erbinne UrkCorp (WMU)
1453A,16
MWB 2 1900,20; Bearbeiter: Hansen
inhende
stN.
ahd. inhenti (vgl. AWB 4,1602).
die hohle Hand (vgl.
inhant
):
vola: inhende Gl
3:354,1
(BStK927);
ir: inhende SummHeinr
2:335,109.1
MWB 2 1900,27; Bearbeiter: Hansen
înhër
Adv.
‘herein’ (s.a. →
hërîn
):
knappen er do komen sach / zu dem palaß in her HvNstAp
12268;
ginch vil drat in diu stat und fuͤr inher die arm, die amuͤgeln, die blinten, die haltzzen uz den wegen und auz den strazzen PrOberalt
122,32
MWB 2 1900,30; Bearbeiter: Hansen
inhitze
Adj.
‘inbrünstig, leidenschaftlich’ (vgl.
inhitzic
):
gottes licham wirdeclich enphangen machet inhitze zuo der minne Eckh (B)
117,17
MWB 2 1900,35; Bearbeiter: Hansen |