i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
iemer, immer
Adv.
auch imer, inmer und ummer.
1 temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 47ff.; Burger, Zeit, S. 299ff.); häufig mit verstärkendem mêr(e) (spätmhd. wohl bereits univerbiert; vgl. FWB 8,42f.) 1.1 Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhaltes/ einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(für) immer, die ganze Zeit; jedesmal’
1.1.1 i. d. R. mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang erstreckt sich in der Regel auch in die Zukunft) 1.1.2 seltener mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln) 1.2 einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (meist in Fragesätzen, negierten Haupt- oder Nebensätzen sowie in Nebensätzen, deren übergeordneter Satz eine Negation oder einen mit einer verneinenden Vorstellung verbundenen Ausdruck aufweist) ‘je, jemals’
1.2.1 mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken) 1.2.2 mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln) 1.3 im abh. Nebensatz mit Konjunktiv auch neg. ‘nie, niemals’
2 modal, verstärkend oder verallgemeinernd (nicht immer deutlich von 1 zu trennen) ‘überhaupt, auch nur’
1
temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 47ff.; Burger, Zeit, S. 299ff.); häufig mit verstärkendem mêr(e) (spätmhd. wohl bereits univerbiert; vgl. FWB 8,42f.)
1.1
Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhaltes/ einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(für) immer, die ganze Zeit; jedesmal’
1.1.1
i. d. R. mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang erstreckt sich in der Regel auch in die Zukunft):
so vert er in die hella; / da muoz er iemer inne wesen MemMori
73;
wie cumet daz der himel iemer loufet? Lucid
11,5;
wil diu sældenrîche, / daz ich iemer mich gelîche / zuo dien, die ungelüke hânt SM: Had
26: 2,2;
daz disev rede [...] also stet sei vnd immer vestichait hab UrkCorp (WMU)
1618,6;
het ichs niht immer schande, ir soldet vliesen daz leben NibB
2312,4;
ich sal iͤmer zuͦ dinen vuͤzen ligen, / niͤmer ^$’n sal min herz geswigen MarlbRh
41,7;
sô [...] loket [
er
] sein undertânen ümmer in daz êwig leben BdN
214,22;
Parz
254,24;
Iw
6912;
Mechth
7: 48,90;
MarldA
324.
–
daz ich mit bedachtem mvͤte min hoͤf [...] han geben ze Wihenberc vf vnserre vrowen sante Marien alter [...] ewecliche ze habenne vnd ze niezenne vmmer vnd vmmer UrkCorp (WMU)
2129,6.
–
ane liep sô manic leit / wer möhte daz erlîden iemer mê! Walth
90,16;
lob unde ere / nu unde iemir mere / sage wir dir, heilige Crist Rol
776;
Er
5392;
Eckh
5: 246,1;
Eilh
St,7178.
– subst.:
sa wil ich ummer sin mit dir / in ummer werndes ummer: / von dir gescheide ich nummer Elis
5327;
din ewic immer Frl
7:1,1;
JTit
1,3.
– für die Verbindung mit ie, welches in Bezug auf Vergangenes gebraucht wird, vgl.
ie
1.1.1
– mit Konj. swenne
‘jedesmal wenn’
immer swenn si kumt, ir mûl dort stêt, / dâ der brunne ûzem velse gêt Parz
442,19.
391,1.
–
iemer tac
‘fortwährend, immerfort’
swer sich dur sînen herren sûmet iemer tag, / daz er sîn selbes ding niht schaffet, obe er mag, / der effet sich KLD: Schulm
4:8;
JMeissn
A1:12,18.
–
iemer wërnde
‘fort-, immerwährend, ewig’ (spätmhd. wohl bereits als Part.-Adj. univerbiert, vgl. FWB 8,44f.):
Krist / [...] / der dir mit endelôser zît / ein iemer werndez leben gît RvEBarl
12110;
so wurt ein solich unlidelich ewig iemerwerende unfride, von dem alle menschen erbiben súllent Tauler
392,9;
daz [von Gott Gegebene] mag wol komen / ze trôste der sêle und vristen vor dien iemer wernden grôzen starken leiden SM: JvR
1: 9,6;
Elis
5327;
Frl
5,52,19
1.1.2
seltener mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln):
du hast mich iemir gwunnen Rol
2538.
3650;
dâ wart sumelîcher wunt, / daz er ûf die erden saz / unde strîtes immer vergâz LivlChr
6212;
daz diz zergänclîche guot / iemer wer, des doch niht ist RvEBarl
355;
Tr
6529;
Lanc
563,20;
swâ der pflaster deheinez lac, / dâ was immer süezer smac Wh
451,24;
die sint imer sît gewesen / durch ir willen âne man UvZLanz
9155.
7092;
iemer hôrt ich gerne sîniu maere MF: Reinm
55: 2,11;
Ägidius
721;
Rol
7945.
–
si minten alle gotliche lere / unt lobeten in imir mere / daz er diu wunder zu in hete getan Rol
356;
der künic und diu künigîn / besâzen dâ ir eigen lant, / dâ man sît immer mêre vant / vreude nâch des herzen gir Wig
11608;
UvLFrd
30,17;
KvHeimHinv
1051;
Frl
5:104,7
1.2
einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (meist in Fragesätzen, negierten Haupt- oder Nebensätzen sowie in Nebensätzen, deren übergeordneter Satz eine Negation oder einen mit einer verneinenden Vorstellung verbundenen Ausdruck aufweist) ‘je, jemals’
1.2.1
mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken):
si negerent durh den durst iemer metes noch wines Himmelr
9,15;
ez ist ungelouplîch, / [...], / daz immer mensche erstê / dar an der tôt sîn reht begê KvHeimUrst
953;
owê, daz iemer wîb ir êr engentzet / dur valscher minne girde SM: Tu
1: 2,5;
Hetele der enruochte, ob si immer ûf daz mer / mit ir kriuze kœmen Kudr
844,1;
dû enwirbest niemer daz, / daz dû iemer werdest âne haz Tr
8410;
um si begunde sorgen wîb unde man, / ob si immer komen solden heim wider in daz lant NibB
67,3;
Lanc
385,26;
Priesterl
520.
– wohl hierher (anders BMZ 2,1:149b,49ff. sowie Komm. z. St.):
solt iemer man beliben sîn / durch liebe oder durch der minne rât, / sô waere ich noch alumbe den Rîn MF: Hausen
7:1,2.
–
he hatte keine trachtunge me daz he Doringenlant ummer mer solde gesee Köditz
56,25;
‘ouwê’, sprach er, ‘sun mîn. / sol ich dich immer mêr gesehen? Wh
421,3;
MF:Mor
30: 1,2;
Parz
536,5;
Volmar
1001
1.2.2
mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln):
wie mohte mich sin hulde / iemer sanfter ane chomen? StrKD
59,127;
din vil reinu scam / irscrach von deme mære, / wie magit ane man / iemir chint gibare MarseqM
27;
got müeze si vellen / die dem immer swert gegeben / der daz rîterlîche leben / niht behalten künne Wig
2340;
iz was von im ungehôret, / daz er sich iemer hête gekêret / an sô getâne trugehait Kchr
8221;
der selbe gotis bote, der was der mildeste man, der immir mochte werdin PrMd (J)
341,24;
Tr
10982;
Georg
1313.
–
ez was diu leste gâbe, die sît immer mêr / gebôt deheinem degene von Bechelâren Rüedegêr NibB
2197,3;
swer deheinen eit zebrach, / swâ man den immer mê gesach, / der was ungenæme, / den liuten widerzæme Wig
2149
1.3
im abh. Nebensatz mit Konjunktiv auch neg. ‘nie, niemals’
der künic hiez die sîne gar, / [...], / daz sie sîn huoten ûf dem wege, / daz er iemer gesæhe / dekeine sache smæhe / und niemer vür in kæme, / swaz wære widerzæme RvEBarl
1155;
bisnîdet iweriv oͮgin uon unsalichlichem gesûni, [...], iwer hente uon ubeln griffen, daz der ubele tôt imer chomen mêgi zvͦ unser sêle Spec
17,16;
si wânden, soltens einen tac / von einander sîn gewesen, / daz si iemer möhten genesen GFrau
100;
Parz
810,16;
Tr
7354.
–
waenent ir, ob ir mich toetet, / daz ich iuch iemer mêr beschouwe? MF: Mor
34: 6;
herre, blende ir herze sin, / daz sie niht sehn, daz ich an in / mîne erbärmede iht begê / und daz ich sie iemer mê / an mich lâze wider komen RvEBarl
2810;
NibB
669,4;
in Sperrstellung:
dô wânde ich sie ze gote alsô bestaeten, / daz si iemer vuoz ûz sîme dienste mêr getraeten MF: Reinm
31: 1,6
2
modal, verstärkend oder verallgemeinernd (nicht immer deutlich von 1 zu trennen) ‘überhaupt, auch nur’
wie mohte die selbe wile iemer heiliger werden, wen an der selben wile brach vnser herre die helle vnde nam dar uz alle sine holden Lucid
82,8;
daz ichz immer einen tac / sol gevristen, deist ein klage, diu mir ie bî dem herzen lac Walth
114,15;
hettich nu sigen in gvt / des dir immir wurde not Roth
2814;
VAlex
380;
Tr
12742.
– am Satzanfang, das zuvor Gesagte fortführend oder zusammenfassend ‘so, also’
iemer dar nach als wir hie rich sint an heiligen tugenden, also sint únser dienstman edele Mechth
4: 14,47
MWB 2 1847,43; Bearbeiter: Luxner
iemeren
swV.
hier immern.
‘immer währen, ewig andauern’
‘ir glichet den lebenden steinen / die dar in [im Tempel Gottes] sin gezimmert.’ / daz spricht: daz immer immert / und des nimmer mac zu gen [vergehen] , / die sule die dar inne sten [vgl. I Pt 2,4f.]
HeslApk
6278.
– Part.Prät.: ‘für die Ewigkeit gemacht, ewig’
ez muoz sich alles enden, / ân die gotes trinitât, / diu ist geimmert sô daz sie niht endes hât Loheng
985
MWB 2 1849,60; Bearbeiter: Luxner
iemerêwic
Adj.
‘ewig, immerwährend’
daz er [Gott] uns geruoch ze geben / mit freuden daz êwic leben, / und uns got durch sînen tôt / die immerêwigen nôt / von sînen gnâden wende Helbl
3,258;
wer dan diz brot yszet eben, / dem wirt ein vmmerewig leben EvStPaul
12041
MWB 2 1850,5; Bearbeiter: Luxner
iemerêwiclich
Adj. , -lîchen
Adv.
‘ewig, immerwährend’
die stymme min gehorent ie / die minen schaf [...], vnd ich yn geben / ein vmmerewicliches leben EvStPaul
12851;
daz ir in sime namen hant / ein leben, daz kein ende enhat / vnd vmmerewiclichen stat ebd.
14617.
1577
MWB 2 1850,11; Bearbeiter: Luxner
iemerkæse
stM.
ein von der →
iemerkuo
stammender und als Abgabe verwendeter Käse:
item habemus unum sweichlehen ibidem, in quo servantur nobis VI immerchvͤwe per hyemen et estatem, et de qualibet vacca dantur L immerchæse UrbNAlteich
169;
predicta vidua et filius eius teneat hereditatem H. quondam mariti eius et serviat de ipsa ecclesie L caseos qui dicuntur ymmerches DRW
6,202
(NotizBlÖst.; a. 1264)
MWB 2 1850,17; Bearbeiter: Luxner
iemerkuo
stF.
eine im Zusammenhang mit Abgaben vom Hofbesitzer oder Pächter stetig zu erhaltende und nach ihrem Tod zu ersetzende Kuh (auch auf das Recht ihrer ständigen Nutzung bezogen; vgl. Schmeller, BWB 1,76; s. auch
iemerrint
):
in Rucozing habemus XI uaccas. qui dicuntur immerkve. de qualibet illarum dantur quinquaginta casei UrkNAltaich
1,45
(a. 1253);
item habemus unum sweichlehen ibidem, in quo servantur nobis VI immerchvͤwe per hyemen et estatem, et de qualibet vacca dantur L immerchæse UrbNAlteich
169
u. ö.;
DRW
6,202
(NotizBlÖst.; a. 1270)
MWB 2 1850,26; Bearbeiter: Luxner
iemerlëben
stN.
‘ewiges Leben’
wont dir solhiu vuore bî / sô wirt an lobe ein iemerleben / dînem namn und dir gegeben RvEAlex
1823.
– überw. christl.-relig.:
got hât iu beide sêle und lîp gegeben. / gebt ime des lîbes tôt, daz wirt deme lîbe ein iemer leben MF: Joh
13:1,10;
swer hince helle varn muz, / der lidet mangen swachen gruz. / [...] / sin tot hat ein immer leben, / sin leben ist ein immer tot StrKD
150,74;
man hette in zv lone / von rechte gegeben / immer riche vnde immer leben Herb
10752;
Erz III
6,364;
HvNstGZ
7363;
Philipp
346
MWB 2 1850,39; Bearbeiter: Luxner
iemermêre
Adv.
→
iemer
1
MWB 2 1850,50;
iemernôt
stF.
‘immerwährende Not, Bedrängnis’
dâ über hât er gefluochet / ir sêle zeiner immernôt / in den ewigen tôt Helbl
1,1158;
lit er mit dem willen tot, / so ist sin leben ein immer not StrKD
133,46
u. ö.;
LvRegSyon
343
MWB 2 1850,51; Bearbeiter: Luxner
iemerrehtwërc
stN.
‘stetiges richtiges Tun’
gilá mir, du uile gnâdige gót, dáz ích [...] uóne dír enphâhe [...] die tiurun státmuoti iemerréhtwérchis BambGlB
148,16
MWB 2 1850,56; Bearbeiter: Luxner
iemerrîche
stN.
‘immerwährendes Reich, Himmelreich’
man hette in zv lone / von rechte gegeben / immer riche vnde immer leben Herb
10752
MWB 2 1850,60; Bearbeiter: Luxner
iemerrint
stN.
ein im Zusammenhang mit Abgaben vom Hofbesitzer oder Pächter stetig zu erhaltendes und nach seinem Tod zu ersetzendes Rind (auch auf das Recht seiner ständigen Nutzung bezogen; vgl. Schmeller, BWB 1,76; s. auch
iemerkuo
):
Chvnrad zwai immer rinder UrbBayS
4,220(App.)
(Anf. 14. Jh.)
MWB 2 1850,63; Bearbeiter: Luxner
iemertôt
stM.
den Sünder betreffendes ‘immerwährendes Sterben’ (wohl auch bezogen auf den sog. "Zweiten Tod"; vgl. Apc 21,8 und LThK 10,70-72; s.a.
iemerval
):
sus merent si selbe ir immer not; / daz ist da von ein immer tot. / si sterbent immer unt immer / und vol sterbent doch nimmer StrKD
14,140.
150,75;
owe den vngetoͮften, / die ir leben so verkoͮften, / daz hie valt ein immertot TürlArabel
*A 181,3
MWB 2 1851,6; Bearbeiter: Luxner
iemerval
stM.
den Sünder betreffendes ‘immerwährendes Sterben’ (wohl auch bezogen auf den sog. "Zweiten Tod"; vgl. Apc 21,8 und LThK 10,70-72; s.a.
iemertôt
):
dv bekenne, boͤser geist! / sit daz dv dich ze valle weist, / so gip die ere dem hoͤhesten got, / von dez worten vnd gebot / ein iemerval in vellet, / swer sich dir gesellet TürlArabel
*A 276,5
MWB 2 1851,15; Bearbeiter: Luxner
iemerwërnde
Part.-Adj.
→
iemer
1.1.1
MWB 2 1851,23;
iemerwiric
Adj.
‘immerwährend’
in dem ewigen lebenne wirt offen [...], selig leben eweklich vnd vber in die iemer wirigen ewikeit [
et ultra, in perpetuas æternitates
]
RvBib
185,4
MWB 2 1851,24; Bearbeiter: Luxner
iemerwiricheit
stF.
‘ewige Existenz’
dar vmbe muͦs vnser geist gemessen werden mit eim mitteline messe [Maß] , daz heisset einon ein engelsches mes vnd ein iemer wirkett [Hs.: iemer wirkeit
] vnd ist ein gemeinsamvng vnd vs flus der ewikeit RvBib
14,13
MWB 2 1851,28; Bearbeiter: Luxner
iemitten
Adv.
auch -mittunt, -mittent; -mittes (
Krone
17885
); -mittens (
Elis
9578
); -mittuntan (
PrGeorg (Sch)
16,212
); ietmitten (
GTroj
7599
).
‘mitten in dieser Zeit, währenddessen, inzwischen’ (vgl.
enmitten
):
gît sich ein vrowe zuo eigen diu vrî ist, unde treit sie iemitten kint: sint diu kint vrî oder eigen? SchwSp (W)
57,1.
266,3;
er ubersah jhen wiesen alle [er überblickte das gesamte Feld] da der strit off solt syn und iemittend was Lanc
264,36;
dâvon dô sie geluogt darin, / viel sie zehant unmehtic hin / und sprach iemitten alsus: / terribilis est locus / iste et cetera LvRegSyon
3526;
Tr
11686;
PrWack
1,117;
UrkCorp (WMU)
1510,26.
– vor Konjunktion:
von wunder er [Oringles] dar kam, / [...] / iemitten unde si [Enite] daz swert / gegen ir brüsten wert / sich ze tœten hete gesat Er
6146;
iemittunt sô die hende in den touf daz kint stôzent, sô sol ez diu wort sprechen PrBerth
1:127,13;
nû gienc er [...] / vür sant Francisken gaden, / iemitten dô er bette drinne LvRegFr
2088;
GTroj
6513;
Rennew
22735
MWB 2 1851,34; Bearbeiter: Richter
iemittuntan
Adv.
→
iemitten
MWB 2 1851,55;
îen
stM.
auch iena.
ein kostbarer Stein aus den Augen der Hyäne:
von dem ien. iena ist gar ain edel stain. den nimt man auz aines tiers augen, daz haizt auch iena BdN
450,26
MWB 2 1851,56; Bearbeiter: Richter
iêna
F.
‘Hyäne’
eîn tîer heizzit ígena un íst uuílon uuíb uuîlon mân [mal weiblich, mal männlich]
ÄPhys
6,1;
sus chût der uorsage Esayas. diu holi des tîeres hîne. daz ist min erbe JPhys
6,4
u.ö.;
MillPhys
48,1
u.ö.;
von dem grabtier. iena mag ze däutsch ain grabtier haizen, wan [...] daz tier wont in tôter läut greber BdN
142,10
u.ö.
MWB 2 1851,60; Bearbeiter: Richter
iener, ienen
Adv.
häufig auch i(e)nder, i(e)ndert;
selten ienert (
KvHelmsd
3134;
StRNördl
21,32
), ienden (
StrKD
38,75
), iena, iene u.ä. (
GTroj
49;
Tauler
289,6;
WernhMl
9697;
Eckh
3:281,16;
BrEng
67;
Seuse
5,14
u.ö.).
zum Ausdruck von Unbestimmtheit, Allgemeinheit (s.a.
iergen
, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. vgl. Paul, Dt. Gr. III § 131)
1 lokal 1.1
‘irgendwo’
1.2 im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘nirgendwo, nirgends’
2 direktional ‘irgendwohin’
3 temporal (?) ‘irgendwann’
4 modal 4.1
‘irgendwie, in irgendeiner Weise’
4.2 im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘in keiner Weise’
4.3
‘irgend, überhaupt’
1
lokal
1.1
‘irgendwo’
sâhet ir iener den mîn sêle minnet TrudHL
38,6;
Spec
64,4;
ez wâren ouch die hœhsten, die man dâ inder vant NibB
573,2;
swer einen herzklichen frúnt iene uf siner strasse hat Seuse
113,9;
er was virborgen da / vil baz denne indert anders wa Vät
28540;
UvZLanz
2682;
RvEBarl
246;
sein [
des himels wirt
] ist tousent stunt me / dan inder geschriben stæ Wernh
A 3386;
LBarl
3016
1.2
im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘nirgendwo, nirgends’
sînes bruoder [Esau] gewâte, daz si [Rebekka] gehalten hâte, / daz heiz si in [Jakob] ane lecken unde heiz in sich allen dechen, / daz er iener bar [unbedeckt] wâre Gen
1138;
nû ist si sô wol gestalt / und hât einen sô schœnen lîp / daz wæn [
wæn ich
‘meine ich’
] iender lebe ein wîp / in allem disem rîche / diu sich ir gelîche Wig
3766;
RvEBarl
11975
2
direktional ‘irgendwohin’
och belaib Maria da zehus / das si vil selten kam dar us / iender ze andren lúten WernhMl
1213;
wa sú nu fuͦrent iendert hin ebd.
3663.
12918;
swan si [Flagellanten] kômen inder nâhen, / daz si eine kirchen sâhen, / sô sluogen si sich selbe an / mit geiseln Ottok
9444;
HvBurg
2478
3
temporal (?) ‘irgendwann’
ê daz ez inder wurde tac, / dô was der herzog ûf Ottok
29213.
29195
4
modal
4.1
‘irgendwie, in irgendeiner Weise’
daz ist unmügelich / daz iuwer kumber müge sîn / des endes iender sam der mîn Iw
4034;
hân ich iender missetân / gein den guoten, dest mir leit KLD: UvL
54: 3,5;
si im der lip inder heiz. so mache im ein clister SalArz
74,3;
swaz er iender het von eigenschefte an lv́ten oder an gvͦte UrkCorp (WMU)
N157,12;
er [Gott] moͤcht dem sünder nit wirß gethuͦn weder mit helle noch iener mit [noch mit irgend etwas] , denn er im damit thuͦt, das er im deß gestattet oder über jn verhenget, dz er sündig ist, vnd das er sich nit über jn erbarmmet Eckh
3:278,10;
Parz
523,3;
StRAugsb
217,17.
– mit nachgestelltem ane (vgl. AWB 1,396) ‘irgendworan’
ir kunst die hât gelêret / mich dihten sô vil als ich kan. / dâ von, væle ich ienâ an, / diu schulde ist ir und ist niht mîn Reinfr
12808
4.2
im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘in keiner Weise’
Gâwân bat des nemen war, / daz diu zimierde wol gevar / iender wurde verrucket / oder iht dervon gezucket, / kursît helm oder schilt Parz
757,17
4.3
‘irgend, überhaupt’
ob in sînen soumschrîn / lige inder werdez krâmgewant Parz
360,15;
allez daz ich indert hân, / daz müez dir wesen undertân EnikWchr
3005.
15137;
daz weter wart als ungemach / daz ez den walt nider brach. / was iender boum dâ sô grôz / daz er bestuont, der wart blôz / und loubes alsô lære / als er verbrennet wære Iw
659;
hât er iender keinen man, / dem er wol guotes gan Volmar
981.
–
Lit.: E. Wilken: Mhd. iener, niener, niuwan, niuwene und niene, in: Germ. 19 (1874), S. 346-348.
MWB 2 1852,3; Bearbeiter: Richter
ienoch
Adv.
auch ie nog (
MarldA
60
).
1
‘immer noch, heute noch’
2
‘noch, bis jetzt, bisher’
3
‘auch noch, außerdem (noch), darüber hinaus (noch)’
1
‘immer noch, heute noch’
nu uuíl ih ûf stên. unte uuil ín sûochan áfter déro burg. in gázzon. unte in strâzzon. îe noh. ne hábon íh sîn nîet v́undan Will
48,4;
si gingen von deme turne [Babel] / mit micheleme zorne / zvo unde sibenzec zungen gab er in do / inoh stat dev werlt so VMos
15,23;
diu liebe hât ir varnde guot / geteilet sô, daz ich den schaden hân. / [...] / und ist ienoch von mir vil unverlân MF: Reinm
6a: 3,5;
Rol
352
u. ö.;
ZwBüchl
53.
–
‘noch einmal’
wir horen an dem buͦche sagen: / Turpin der degen / inoch uf huber [das Schwert] Almicem Rol
6642;
do erhalte sich der biscof: / uf spranger inoch / zehelve sime gesellen ebd.
6670
2
‘noch, bis jetzt, bisher’
ie noch ist Tristan umbereit / ze sîner swertleite Tr
4824.
6974;
Darius, vil lieber hêre, / du hâst sô wol dîn êre / ienoh unze here brâht SAlex
2453;
uil manigen eskinen scaft / gefrumten si uffe di cristen. / ínoch wolte si got gefristen Rol
4112.
4679
u. ö.
3
‘auch noch, außerdem (noch), darüber hinaus (noch)’
únte lâz ôuh dînen nîth uáran. dérder ê in gégen mích sélbon. únte îenoch contra ęcclesiam de gentibus congregatam also hérte únte álso úngenâdeglîch íst Will
137,11;
ie noch möht unser messinc / ze rôtem golde werden Tr
6316;
ínoch hiz er im fur tragen / di tuweren mantel harmin Rol
2500.
8678
u. ö.
MWB 2 1853,4; Bearbeiter: Luxner
ientie
Adv.
→
ie
MWB 2 1853,32;
ier
Pers.-Pron. 3. Sg. Mask.
→
ër
MWB 2 1853,33; |