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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   iêna - ietwëderhalp    


iêna F. ‘Hyäne’ eîn tîer heizzit ígena un íst uuílon uuíb uuîlon mân [mal weiblich, mal männlich] ÄPhys 6,1; sus chût der uorsage Esayas. diu holi des tîeres hîne. daz ist min erbe JPhys 6,4 u.ö.; MillPhys 48,1 u.ö.; von dem grabtier. iena mag ze däutsch ain grabtier haizen, wan [...] daz tier wont in tôter läut greber BdN 142,10 u.ö.

MWB 2 1851,60; Bearbeiter: Richter

iener, ienen Adv. häufig auch i(e)nder, i(e)ndert; selten ienert ( KvHelmsd 3134; StRNördl 21,32 ), ienden ( StrKD 38,75 ), iena, iene u.ä. ( GTroj 49; Tauler 289,6; WernhMl 9697; Eckh 3:281,16; BrEng 67; Seuse 5,14 u.ö.). zum Ausdruck von Unbestimmtheit, Allgemeinheit (s.a. iergen , zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. vgl. Paul, Dt. Gr. III § 131) 1 lokal
1.1 ‘irgendwo’
1.2 im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘nirgendwo, nirgends’
2 direktional ‘irgendwohin’
3 temporal (?) ‘irgendwann’
4 modal
4.1 ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’
4.2 im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘in keiner Weise’
4.3 ‘irgend, überhaupt’
   1 lokal    1.1 ‘irgendwo’ sâhet ir iener den mîn sêle minnet TrudHL 38,6; Spec 64,4; ez wâren ouch die hœhsten, die man dâ inder vant NibB 573,2; swer einen herzklichen frúnt iene uf siner strasse hat Seuse 113,9; er was virborgen da / vil baz denne indert anders wa Vät 28540; UvZLanz 2682; RvEBarl 246; sein [ des himels wirt ] ist tousent stunt me / dan inder geschriben stæ Wernh A 3386; LBarl 3016    1.2 im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘nirgendwo, nirgends’ sînes bruoder [Esau] gewâte, daz si [Rebekka] gehalten hâte, / daz heiz si in [Jakob] ane lecken unde heiz in sich allen dechen, / daz er iener bar [unbedeckt] wâre Gen 1138; nû ist si sô wol gestalt / und hât einen sô schœnen lîp / daz wæn [ wæn ich ‘meine ich’ ] iender lebe ein wîp / in allem disem rîche / diu sich ir gelîche Wig 3766; RvEBarl 11975    2 direktional ‘irgendwohin’ och belaib Maria da zehus / das si vil selten kam dar us / iender ze andren lúten WernhMl 1213; wa sú nu fuͦrent iendert hin ebd. 3663. 12918; swan si [Flagellanten] kômen inder nâhen, / daz si eine kirchen sâhen, / sô sluogen si sich selbe an / mit geiseln Ottok 9444; HvBurg 2478    3 temporal (?) ‘irgendwann’ ê daz ez inder wurde tac, / dô was der herzog ûf Ottok 29213. 29195    4 modal    4.1 ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’ daz ist unmügelich / daz iuwer kumber müge sîn / des endes iender sam der mîn Iw 4034; hân ich iender missetân / gein den guoten, dest mir leit KLD: UvL 54: 3,5; si im der lip inder heiz. so mache im ein clister SalArz 74,3; swaz er iender het von eigenschefte an lv́ten oder an gvͦte UrkCorp (WMU) N157,12; er [Gott] moͤcht dem sünder nit wirß gethuͦn weder mit helle noch iener mit [noch mit irgend etwas] , denn er im damit thuͦt, das er im deß gestattet oder über jn verhenget, dz er sündig ist, vnd das er sich nit über jn erbarmmet Eckh 3:278,10; Parz 523,3; StRAugsb 217,17. – mit nachgestelltem ane (vgl. AWB 1,396) ‘irgendworan’ ir kunst die hât gelêret / mich dihten sô vil als ich kan. / dâ von, væle ich ienâ an, / diu schulde ist ir und ist niht mîn Reinfr 12808    4.2 im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘in keiner Weise’ Gâwân bat des nemen war, / daz diu zimierde wol gevar / iender wurde verrucket / oder iht dervon gezucket, / kursît helm oder schilt Parz 757,17    4.3 ‘irgend, überhaupt’ ob in sînen soumschrîn / lige inder werdez krâmgewant Parz 360,15; allez daz ich indert hân, / daz müez dir wesen undertân EnikWchr 3005. 15137; daz weter wart als ungemach / daz ez den walt nider brach. / was iender boum dâ sô grôz / daz er bestuont, der wart blôz / und loubes alsô lære / als er verbrennet wære Iw 659; hât er iender keinen man, / dem er wol guotes gan Volmar 981. Lit.: E. Wilken: Mhd. iener, niener, niuwan, niuwene und niene, in: Germ. 19 (1874), S. 346-348.

MWB 2 1852,3; Bearbeiter: Richter

ienoch Adv. auch ie nog ( MarldA 60 ). 1 ‘immer noch, heute noch’
2 ‘noch, bis jetzt, bisher’
3 ‘auch noch, außerdem (noch), darüber hinaus (noch)’
   1 ‘immer noch, heute noch’ nu uuíl ih ûf stên. unte uuil ín sûochan áfter déro burg. in gázzon. unte in strâzzon. îe noh. ne hábon íh sîn nîet v́undan Will 48,4; si gingen von deme turne [Babel] / mit micheleme zorne / zvo unde sibenzec zungen gab er in do / inoh stat dev werlt so VMos 15,23; diu liebe hât ir varnde guot / geteilet sô, daz ich den schaden hân. / [...] / und ist ienoch von mir vil unverlân MF: Reinm 6a: 3,5; Rol 352 u. ö.; ZwBüchl 53. – ‘noch einmal’ wir horen an dem buͦche sagen: / Turpin der degen / inoch uf huber [das Schwert] Almicem Rol 6642; do erhalte sich der biscof: / uf spranger inoch / zehelve sime gesellen ebd. 6670    2 ‘noch, bis jetzt, bisher’ ie noch ist Tristan umbereit / ze sîner swertleite Tr 4824. 6974; Darius, vil lieber hêre, / du hâst sô wol dîn êre / ienoh unze here brâht SAlex 2453; uil manigen eskinen scaft / gefrumten si uffe di cristen. / ínoch wolte si got gefristen Rol 4112. 4679 u. ö.    3 ‘auch noch, außerdem (noch), darüber hinaus (noch)’ únte lâz ôuh dînen nîth uáran. dérder ê in gégen mích sélbon. únte îenoch contra ęcclesiam de gentibus congregatam also hérte únte álso úngenâdeglîch íst Will 137,11; ie noch möht unser messinc / ze rôtem golde werden Tr 6316; ínoch hiz er im fur tragen / di tuweren mantel harmin Rol 2500. 8678 u. ö.

MWB 2 1853,4; Bearbeiter: Luxner

ientie Adv. ie

MWB 2 1853,32;

ier Pers.-Pron. 3. Sg. Mask. ër

MWB 2 1853,33;

ier Prät. ern V.

MWB 2 1853,34;

ierdisch Adj. irdisch

MWB 2 1853,35;

ieren Adv. iergen

MWB 2 1853,36;

iergen Adv. auch i(e)rgen(t), iere(n); ierichgen ( UrkCorp (WMU) 83,28 ), irigin ( PrLpz 292,13 ). zum Ausdruck von Unbestimmtheit, Allgemeinheit (s.a. iener , zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. vgl. Paul, Dt. Gr. III § 131) 1 lokal ‘irgendwo’
2 direktional ‘irgendwohin’
3 temporal ‘irgendwann’ (oder zu 4.2 ?)
4 modal
4.1 ‘irgendwie’
4.2 ‘irgend, überhaupt’
   1 lokal ‘irgendwo’ sâhet ír îergen mînen uuíne? Will 48,6; der beste win, als man wil, / der in dem lande irgent ist, / der wehset da zu aller frist HvNstGZ 1871; der zweier [ wîp und pfaffen ] zuht ist grœzer dâ [in Rom] , / dan ich iergen wizze anderswâ Freid 154,1; PrMd (J) 345,19; Eckh 2:179,6    2 direktional ‘irgendwohin’ so sie aber iergen varent, so fuͦrent si daz obiz mit in Lucid 24,9; ir solt sie uß uwerm huß thun tragen irgent an ein unwerde stat Lanc 541,7. 564,23; StatDtOrd 107,6; MarcoPolo 17,30    3 temporal ‘irgendwann’ (oder zu 4.2 ?): sô ez iergen nâhet dem tage, / sô getar ich niendert vrâgen: ist ez tac? MF: Reinm 6b: 4,1    4 modal    4.1 ‘irgendwie’ wir sollen alle dru unser heubte by einander halten und gebarn als wir yrgent umb ruͮnen Lanc 296,28; han ich uch irgent erzúrnt, das sagent mir! ebd. 485,4; und sol ouch vil eben warnemen an ime selber ob er iergent an einigen dingen klebe Tauler 25,3; Ägidius 1671. – mit nachgestelltem ane ‘irgendworan’ dat wir [...] alle diese vuͦrworde ce einicher zijt iergen ane verbrechgin UrkCorp (WMU) 76,22; dat wir inde si diese vuͦrworde [...] halden truͦweliche jnde insuͦlen vͦns des niet volgen noch bestain dat wir si iergen ane brechgen UrkCorp 76,9    4.2 ‘irgend, überhaupt’ waz immer irgen gutes geschicht, / daz kumpt von gote Brun 6501; ob irgent ein ritter daruber [über die Brücke] fure Lanc 220,31; sahent ir unser gesellen iergent keynen? ebd. 425,10. 299,31; diz selbe [Bescheidenheit bezüglich der Kleidung] si ouch larte / waz iergen zu ir karte / der werltlichen frouwen Elis 2022; NvJer 1078; UrkCorp (WMU) 2564,27

MWB 2 1853,37; Bearbeiter: Richter

iersch Adj. irdisch

MWB 2 1854,11;

iertes Adv. irres

MWB 2 1854,12;

ierwolieren swV. Bedeutung unklar, wohl ‘losstürmen’ als Ableitung zu → iruele (vgl. Rosenqvist 1,120f. und Anm. zu Ottok 5625): an die füeterær [die, die das Tierfutter herbeischaffen] man sach / ierwoliern die Valben Ottok 6794

MWB 2 1854,13; Bearbeiter: Richter

iesâ Adv., Konj. auch iesô ( Elis , Seuse 71,22, Virg 481,4 ), isâ ( UvZLanz 6485 ), iesân ( LBarl 8921 ). 1 Adv. ‘sofort, sogleich’
2 Konj. ‘sobald’
   1 Adv. ‘sofort, sogleich’ etlich mensch mohte gotes lichnamen also wirdichlichen enphahen, daz er die sele iesa mit im in daz himelrich fvͤrt PrBerthKl 6,117; stirbet der selbe man der ez [Lehen] von dem herren hat ane lehenserben, so ist dem herren daz gut iesa ledik StRAugsb 157,36; dar zuo swuor er ir einen eit, / daz er isâ wider kæme UvZLanz 6485; der kunic dankete in ieso Elis 413; SchwSp 222b; RvEAlex 17724; AvaLJ 44,1. – mit zehant: ‘wie wol mir denne geschæhe,’ / gedaht er iesa zehant StrKD 70,9; dâvon sîn siechtuom verswant / und wart gesunt iesâ zehant LvRegFr 4741. iezuo gegenübergestellt: si triben die tobenden ünde / wîlent ûf und wîlent nider, / iezuo dar und iesâ wider Tr 2432. – gelegentlich wohl auch als abgeschwächtes Füllwort: sô kumt er gegangen tougenlîche / unde rüert daz tor so lîse iesâ [: ] SM: Had 51: 1,8; swaz von der werlte landen / was guoter ritterschefte iesâ, / die quâmen zuo einander dâ KvWTurn 1011; Virg 481,4    2 Konj. ‘sobald’ und iesâ dô diz was getân, / daz diz ir aller wille wart, / dô wart ir kumberlîchiu vart / gesenftet an der stunde Tr 2458. 9306; ieso er zuͦ im selber kom, do huͦb er uf heiserlich ze schriene Seuse 71,22. wan iesâ sô der sûre hagen / in alsô süezem grunde / gewurzet zeiner stunde Tr 17886

MWB 2 1854,18; Bearbeiter: Luxner

ieslich, islich Indef.-Pron., Pron.-Adj. auch mit angehängtem -t ( ysliht EvStPaul 576 ). Zum Verhältnis zu iege(s)lich und iete(s)lich siehe Fobbe, Indefpron., S. 180-182 u. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 335. ‘jegliche(r/  s), jede(r/  s)’ (s.a. iegelich und ieteslich ) 1 pron.
1.1 allg.
1.2 mit vorangest. ein
1.3 mit besunder/ sunder/ sunderlich die distributive Sicht verstärkend
1.4 selten im Pl.
1.5 mit partit. Gen.
2 attr.
2.1 allg.
2.2 mit vorangest. ein
2.3 mit besunder die distributive Sicht verstärkend
   1 pron.    1.1 allg.: ieslîchen nâch den vriunden hôrte man dô klagen NibB 2134,2; nim neilekin. vnde muschaten. cinemin. mastic. islichs achte scrupulos SalArz 42,46. 2,21; Parz 120,28; EvStPaul 9022; LvRegFr 2003    1.2 mit vorangest. ein: vor unsers herren geburt do mocht man nicht wizzen, welhen willen, welhi girde ein islicher zu siner chunfte het PrOberalt 23,21. 63,18; upeklichen redet ein ieslicher ze næstem sinem PsM 11,3    1.3 mit besunder/ sunder/ sunderlich die distributive Sicht verstärkend: ieslîcher reit besunder / aleine suochen ritterschaft HvFreibTr 2044; Wig 8543; ieslîcher im sunder neic Parz 7,15; die hende er sunderlichen yn / yslicheme vf zu stunt geleide / vnd heilte sie von allem leide EvStPaul 6396; yslicher hat sunder craft / vnd sunderlichen eigentschaft ebd. 5448; LvRegFr 1327    1.4 selten im Pl.: als man iuch gestern sitzen sach, / ieslîche haben die selben want Wh 311,13    1.5 mit partit. Gen.: die boten schieden dannen, / ir ieslîcher fuor unde vant / die herren, ze den er was gesant Eracl 1813; inre tagen zwelven, der tage al ieslîch, / sah man bî dem degene die maget lobelîch NibB 305,1; der selben mägde ieslîch / truoc ein kerzen, diu vaste bran Wig 7298; PrOberalt 46,29; Ottok 9915    2 attr.    2.1 allg.: eine kunst si dô gewan, / daz si ieslîchem tôtem man / hiez helm ze houbte binden Wh 111,18; Parz 173,22; des hâr was swarz alsam ein kol, / ieslîch loc bewunden wol / mit sîden und mit golde Wig 2228; bilsen bleter gestossen unde mit polenta [Getreidebrei] gekneten ist guͦt vor iesliche swulst, als ein plaster druf geleit Macer 57,4; SalArz 6,22; StrAmis 235; BdN 346,3    2.2 mit vorangest. ein: güetlîch sol ein ieslîch wîp / gerne tuon: deswâr daz wîbet wol KLD: UvL 51: 2,1; ein ieslîch armer rîter Wh 72,4; ein ieslîcher man NibB 338,2; ein ieslich man PsM 63,10; ein ieslich bischolf unde ein ieslich briestir Spec 84,1; KvWHvK 744; BdN 33,12    2.3 mit besunder die distributive Sicht verstärkend: schaw, wie iesleich gesläht der visch sein besunder lant hât und sein gegent BdN 244,8; über ieslich sache besunder Ottok 26794

MWB 2 1854,47; Bearbeiter: Richter

iesô Adv. iesâ

MWB 2 1855,32;

ieswër (?) Indef.-Pron. ‘wer auch immer; jede(r), der/  die’ (s.a. iegewër ): iswer [von den Verdammten] den andirin [bei den in den Himmel Aufgenommenen] do erkennit, der reckit ime di hende / unde sprichit: ‘ hilf mir, frunt herre!’ do wirt manic bedilære JGerichtH 9,4

MWB 2 1855,33; Bearbeiter: Richter

ietelich Indef.-Pron., Pron.-Adj. ieteslich

MWB 2 1855,39;

ietemêr Adv., Konj ihtmêr

MWB 2 1855,40;

ieteslich, ietelich Indef.-Pron., Pron.-Adj. auch it(es/  s)lich, yetschlich ( Lanc 165,11 ). ‘jegliche(r/  s), jede(r/  s)’ (s.a. iegelich und ieslich , vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 330, 334, 337-339, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282) 1 pron.
1.1 allg.
1.2 mit vorangest. ein
1.3 mit partit. Gen.
1.4 mit besunder die distributive Sicht verstärkend
1.5 einem Subjekt im Pl. nachgestellt
2 attr.
   1 pron.:    1.1 allg.: sô kêr^$’ ietslîcher, swar er gerne var NibB 931,2; nu la mich verstan, / wie ietsliches si getan StrKD 6,178 u.ö.; LvRegFr 1870; er sach dort zwo figuren, / [...] / als ain klaines rosselein / wol gemachet und fein / yetliches hette vier pain HvNstAp 8273    1.2 mit vorangest. ein: eim itlich wirt lon gegeben / noch [nach] verschulde maze eben VisioPhil 643. 429. 647    1.3 mit partit. Gen.: der vrouwen ietslîche die fuort^$’ ein bischof NibB 658,2 u.ö.; si wârn einander alsô holt, / daz sich ir iteslîch umbe solt / vürs andern willen hæte geben LvRegFr 1626. 1922; ouch der bischofe ietslîcher dar / zwelfe sanden ûz ir schar Kreuzf 6123; ir itsliche SalArz 5,46; StrKD 6,179    1.4 mit besunder die distributive Sicht verstärkend: ir ietslîch besunder NibB 743,2    1.5 einem Subjekt im Pl. nachgestellt: hie schreibent die drey grafen yetlicher seinen brieff HvNstAp 1997/a    2 attr.: yetschlichs grab was mit eim steyn bedackt Lanc 165,11; gegen yetlicher zynnen da kein heubt off stack stunt auch ein grab ebd. 165,14; auff yetlichem sawmer [Saumtier] ain twergk HvNstAp 7200; KvMSph 43,23; NibB 1124,3. – mit vorangest. ein: ein ietslich sinnick man StrKD 3,I 201; Kreuzf 2434; SalArz 34,16. 34,20. – nach best. Artikel: der itsliche mensche besveret di sele. ander burden besverent den lip SalArz 34,19. – mit besunder die distributive Sicht verstärkend: ietslich her besunder dô / sîne werc het Kreuzf 2853; HvNstAp 1088

MWB 2 1855,41; Bearbeiter: Richter

ietmitten Adv. iemitten

MWB 2 1856,12;

ietswëder Indef.-Pron., Pron.-Adj. ietwëder

MWB 2 1856,13;

ietwëder Indef.-Pron., Pron.-Adj. auch it-, et- ( SalArz 81,57 ), ietwer ( PrOberalt 79,3 ), ytwiedder u.ä. ( Lanc 11,17 u.ö.), ietsweder Parz 517,22(La.) ), ietwederer ( Tr 2636 u.ö.; Lanc 355,34 ). 1 ‘jede(r/  s) von beiden, beide’ (s.a. iegewëder u. iewëder , vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282)
1.1 pron.
1.2 attr.
2 ‘keines von beiden’
3 ‘jede(r/  s) von mehreren’
   1 ‘jede(r/  s) von beiden, beide’ (s.a. iegewëder u. iewëder , vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282)    1.1 pron.: ietweder dô des andern mit nîde hüeten began NibB 182,4; vnde salbe ez im mit uioln ole. vnde mit honige. nim itweders gelich SalArz 81,15; wie vil ietweder wære / der gevangen unde der erslagen Ottok 58756; PrOberalt 45,13; Iw 6944. – mit partit. Gen.: mache ein puluer uon mernuscheln. uon hirzes horn. der itweders nim sechs dragmas SalArz 64,46; der rihter sol zwêne boten senden ze ir ietwederm die dâ vehten sullen SSpAug 175,6; ir ietweders ellen NibB 187,2; Herb 645; Tr 9474; KvMSph 12,25    1.2 attr.: dâ vant er drî strâzen: / die zwô begund er lâzen / ze ietwederre sîten, / die miteln begund er rîten UvZLanz 1375; im [Malcreatiure] stuont ouch ietweder [La. îetsweder ] zan / als einem eber wilde Parz 517,22; an ietwederm beine / zwêne schuohe von borten guot Wig 10534; Himmelr 5,16; Iw 1710. – attr. oder pron. mit nachgestelltem Gen.: an der selben menig zaiget er [Christus] ietweder sein natur, die menschlich und auch diu goͤtlich PrOberalt 135,23. 142,38    2 ‘keines von beiden’ bezzer sî toben danne winnen [rasen] . / unt ist doch îtwederz guot Priesterl 177; der mir mit zwäin dingen ubel tuot, / die besme [Rute] ich lîchter vertrûge / denne der mich mit chnuteln sluoge, / unt tuot mir doch ir îtwederz wol ebd. 181    3 ‘jede(r/  s) von mehreren’ ez liefen kreiierende hie / behender garzûne gnuoc, / der ietweder truoc / driu sper ode zwei Iw 7108; sîn vater [...], / sîn muoter und die schœne Isôt; / ietwederz im die wirde erbôt HvFreibTr 478; ob ietweder [von den drei Fürsten] hernâ / des kunigs tôt klagte? Ottok 95313. 44628; Sigeher 14,8; Tr 2208; RvBib 61,17

MWB 2 1856,14; Bearbeiter: Richter

ietwëderent Adv., Präp. (?) ‘auf beiden Seiten’ (s.a. iewëderent ): sin arme waren also in den banden ietwedrent an der kelen ufwert gespennet Seuse 40,8; die [ spizzigen stefte an der Geißel] waren scharpf als ein grifel, und giengen die zwen spiz ietwedrent fúr den riemen ebd. 43,7. – hier Präp. (?): ze Rosserugge ein juchart matten ietwerunt der werde halbú UrkCorp 3047,24

MWB 2 1856,54; Bearbeiter: Richter

ietwëderenthalp Adv. ‘auf beiden Seiten, beiderseits’, i.w.S. ‘überall’ (s.a. iewëderenthalp ): und [er] gie do ietwedrenthalb umb und umb vor den heiligen [in der Kapelle] und nam xxx disciplinen [d.h. er geißelte sich selbst] Seuse 42,21

MWB 2 1856,62; Bearbeiter: Richter

ietwëderhalp Adv., Präp. auch ietwedert-, auch -halbe, -halben(t), -halber. ‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a. iewëderhalp ) 1 Adv.
2 Präp.
2.1 meist mit Gen.
2.2 vereinzelt mit Dat.
   1 Adv.: der turney was zesamen gar / komen. iedwederhalp zwô schar / wâren und deheine mêr UvLFrd 313,22; sô im [...] diu ôren chalt sint unde sich verwerfent itwederthalbent, an swelhem siechen dû disiu zeichen sihst, zwâre der ist veige [muss sterben] Barth 135,8; uns schribet der wise Salomon, / daz ir brust ietwedir halber / si gestalt also rebuckes kalber Brun 3578; UrkCorp (WMU) N571,25; Lanc 627,33; WhvÖst 2308. – ‘überall’ swenne ietwederhalben / in dem lande [Ungarn] werdent kuniglîn, / sô wirt allerêrste schîn, / waz dû hâst verlorn Ottok 40542    2 Präp.    2.1 meist mit Gen.: ietwederhalp sîn wart ein man / erhangen durch gerihte KvHeimUrst 754; ietwederhalben des [Koradin von Jerusalem] do rait / mit manigem punder hert / zwair kuͤnge gevert WhvÖst 7926; wande dv eigen ietwederthalb der marcsteine, di sint der vorgenanten clohstere UrkCorp (WMU) N195,24; RvEAlex 5453; Ottok 6918    2.2 vereinzelt mit Dat.: ietwederhalbe dem strich dri / wizze swannen swebten WhvÖst 312

MWB 2 1857,3; Bearbeiter: Richter