i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
iêna
F.
‘Hyäne’
eîn tîer heizzit ígena un íst uuílon uuíb uuîlon mân [mal weiblich, mal männlich]
ÄPhys
6,1;
sus chût der uorsage Esayas. diu holi des tîeres hîne. daz ist min erbe JPhys
6,4
u.ö.;
MillPhys
48,1
u.ö.;
von dem grabtier. iena mag ze däutsch ain grabtier haizen, wan [...] daz tier wont in tôter läut greber BdN
142,10
u.ö.
MWB 2 1851,60; Bearbeiter: Richter
iener, ienen
Adv.
häufig auch i(e)nder, i(e)ndert;
selten ienert (
KvHelmsd
3134;
StRNördl
21,32
), ienden (
StrKD
38,75
), iena, iene u.ä. (
GTroj
49;
Tauler
289,6;
WernhMl
9697;
Eckh
3:281,16;
BrEng
67;
Seuse
5,14
u.ö.).
zum Ausdruck von Unbestimmtheit, Allgemeinheit (s.a.
iergen
, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. vgl. Paul, Dt. Gr. III § 131)
1 lokal 1.1
‘irgendwo’
1.2 im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘nirgendwo, nirgends’
2 direktional ‘irgendwohin’
3 temporal (?) ‘irgendwann’
4 modal 4.1
‘irgendwie, in irgendeiner Weise’
4.2 im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘in keiner Weise’
4.3
‘irgend, überhaupt’
1
lokal
1.1
‘irgendwo’
sâhet ir iener den mîn sêle minnet TrudHL
38,6;
Spec
64,4;
ez wâren ouch die hœhsten, die man dâ inder vant NibB
573,2;
swer einen herzklichen frúnt iene uf siner strasse hat Seuse
113,9;
er was virborgen da / vil baz denne indert anders wa Vät
28540;
UvZLanz
2682;
RvEBarl
246;
sein [
des himels wirt
] ist tousent stunt me / dan inder geschriben stæ Wernh
A 3386;
LBarl
3016
1.2
im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘nirgendwo, nirgends’
sînes bruoder [Esau] gewâte, daz si [Rebekka] gehalten hâte, / daz heiz si in [Jakob] ane lecken unde heiz in sich allen dechen, / daz er iener bar [unbedeckt] wâre Gen
1138;
nû ist si sô wol gestalt / und hât einen sô schœnen lîp / daz wæn [
wæn ich
‘meine ich’
] iender lebe ein wîp / in allem disem rîche / diu sich ir gelîche Wig
3766;
RvEBarl
11975
2
direktional ‘irgendwohin’
och belaib Maria da zehus / das si vil selten kam dar us / iender ze andren lúten WernhMl
1213;
wa sú nu fuͦrent iendert hin ebd.
3663.
12918;
swan si [Flagellanten] kômen inder nâhen, / daz si eine kirchen sâhen, / sô sluogen si sich selbe an / mit geiseln Ottok
9444;
HvBurg
2478
3
temporal (?) ‘irgendwann’
ê daz ez inder wurde tac, / dô was der herzog ûf Ottok
29213.
29195
4
modal
4.1
‘irgendwie, in irgendeiner Weise’
daz ist unmügelich / daz iuwer kumber müge sîn / des endes iender sam der mîn Iw
4034;
hân ich iender missetân / gein den guoten, dest mir leit KLD: UvL
54: 3,5;
si im der lip inder heiz. so mache im ein clister SalArz
74,3;
swaz er iender het von eigenschefte an lv́ten oder an gvͦte UrkCorp (WMU)
N157,12;
er [Gott] moͤcht dem sünder nit wirß gethuͦn weder mit helle noch iener mit [noch mit irgend etwas] , denn er im damit thuͦt, das er im deß gestattet oder über jn verhenget, dz er sündig ist, vnd das er sich nit über jn erbarmmet Eckh
3:278,10;
Parz
523,3;
StRAugsb
217,17.
– mit nachgestelltem ane (vgl. AWB 1,396) ‘irgendworan’
ir kunst die hât gelêret / mich dihten sô vil als ich kan. / dâ von, væle ich ienâ an, / diu schulde ist ir und ist niht mîn Reinfr
12808
4.2
im abhängigen Nebensatz auch negiert ‘in keiner Weise’
Gâwân bat des nemen war, / daz diu zimierde wol gevar / iender wurde verrucket / oder iht dervon gezucket, / kursît helm oder schilt Parz
757,17
4.3
‘irgend, überhaupt’
ob in sînen soumschrîn / lige inder werdez krâmgewant Parz
360,15;
allez daz ich indert hân, / daz müez dir wesen undertân EnikWchr
3005.
15137;
daz weter wart als ungemach / daz ez den walt nider brach. / was iender boum dâ sô grôz / daz er bestuont, der wart blôz / und loubes alsô lære / als er verbrennet wære Iw
659;
hât er iender keinen man, / dem er wol guotes gan Volmar
981.
–
Lit.: E. Wilken: Mhd. iener, niener, niuwan, niuwene und niene, in: Germ. 19 (1874), S. 346-348.
MWB 2 1852,3; Bearbeiter: Richter
ienoch
Adv.
auch ie nog (
MarldA
60
).
1
‘immer noch, heute noch’
2
‘noch, bis jetzt, bisher’
3
‘auch noch, außerdem (noch), darüber hinaus (noch)’
1
‘immer noch, heute noch’
nu uuíl ih ûf stên. unte uuil ín sûochan áfter déro burg. in gázzon. unte in strâzzon. îe noh. ne hábon íh sîn nîet v́undan Will
48,4;
si gingen von deme turne [Babel] / mit micheleme zorne / zvo unde sibenzec zungen gab er in do / inoh stat dev werlt so VMos
15,23;
diu liebe hât ir varnde guot / geteilet sô, daz ich den schaden hân. / [...] / und ist ienoch von mir vil unverlân MF: Reinm
6a: 3,5;
Rol
352
u. ö.;
ZwBüchl
53.
–
‘noch einmal’
wir horen an dem buͦche sagen: / Turpin der degen / inoch uf huber [das Schwert] Almicem Rol
6642;
do erhalte sich der biscof: / uf spranger inoch / zehelve sime gesellen ebd.
6670
2
‘noch, bis jetzt, bisher’
ie noch ist Tristan umbereit / ze sîner swertleite Tr
4824.
6974;
Darius, vil lieber hêre, / du hâst sô wol dîn êre / ienoh unze here brâht SAlex
2453;
uil manigen eskinen scaft / gefrumten si uffe di cristen. / ínoch wolte si got gefristen Rol
4112.
4679
u. ö.
3
‘auch noch, außerdem (noch), darüber hinaus (noch)’
únte lâz ôuh dînen nîth uáran. dérder ê in gégen mích sélbon. únte îenoch contra ęcclesiam de gentibus congregatam also hérte únte álso úngenâdeglîch íst Will
137,11;
ie noch möht unser messinc / ze rôtem golde werden Tr
6316;
ínoch hiz er im fur tragen / di tuweren mantel harmin Rol
2500.
8678
u. ö.
MWB 2 1853,4; Bearbeiter: Luxner
ientie
Adv.
→
ie
MWB 2 1853,32;
ier
Pers.-Pron. 3. Sg. Mask.
→
ër
MWB 2 1853,33;
ier
Prät.
→
ern
V.
MWB 2 1853,34;
ierdisch
Adj.
→
irdisch
MWB 2 1853,35;
ieren
Adv.
→
iergen
MWB 2 1853,36;
iergen
Adv.
auch i(e)rgen(t), iere(n); ierichgen (
UrkCorp (WMU)
83,28
), irigin (
PrLpz
292,13
).
zum Ausdruck von Unbestimmtheit, Allgemeinheit (s.a.
iener
, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. vgl. Paul, Dt. Gr. III § 131)
1 lokal ‘irgendwo’
2 direktional ‘irgendwohin’
3 temporal ‘irgendwann’ (oder zu
4.2
?) 4 modal 4.1
‘irgendwie’
4.2
‘irgend, überhaupt’
1
lokal ‘irgendwo’
sâhet ír îergen mînen uuíne? Will
48,6;
der beste win, als man wil, / der in dem lande irgent ist, / der wehset da zu aller frist HvNstGZ
1871;
der zweier [
wîp und pfaffen
] zuht ist grœzer dâ [in Rom] , / dan ich iergen wizze anderswâ Freid
154,1;
PrMd (J)
345,19;
Eckh
2:179,6
2
direktional ‘irgendwohin’
so sie aber iergen varent, so fuͦrent si daz obiz mit in Lucid
24,9;
ir solt sie uß uwerm huß thun tragen irgent an ein unwerde stat Lanc
541,7.
564,23;
StatDtOrd
107,6;
MarcoPolo
17,30
3
temporal ‘irgendwann’ (oder zu
4.2
?):
sô ez iergen nâhet dem tage, / sô getar ich niendert vrâgen: ist ez tac? MF: Reinm
6b: 4,1
4
modal
4.1
‘irgendwie’
wir sollen alle dru unser heubte by einander halten und gebarn als wir yrgent umb ruͮnen Lanc
296,28;
han ich uch irgent erzúrnt, das sagent mir! ebd.
485,4;
und sol ouch vil eben warnemen an ime selber ob er iergent an einigen dingen klebe Tauler
25,3;
Ägidius
1671.
– mit nachgestelltem ane
‘irgendworan’
dat wir [...] alle diese vuͦrworde ce einicher zijt iergen ane verbrechgin UrkCorp (WMU)
76,22;
dat wir inde si diese vuͦrworde [...] halden truͦweliche jnde insuͦlen vͦns des niet volgen noch bestain dat wir si iergen ane brechgen UrkCorp
76,9
4.2
‘irgend, überhaupt’
waz immer irgen gutes geschicht, / daz kumpt von gote Brun
6501;
ob irgent ein ritter daruber [über die Brücke] fure Lanc
220,31;
sahent ir unser gesellen iergent keynen? ebd.
425,10.
299,31;
diz selbe [Bescheidenheit bezüglich der Kleidung] si ouch larte / waz iergen zu ir karte / der werltlichen frouwen Elis
2022;
NvJer
1078;
UrkCorp (WMU)
2564,27
MWB 2 1853,37; Bearbeiter: Richter
iersch
Adj.
→
irdisch
MWB 2 1854,11;
iertes
Adv.
→
irres
MWB 2 1854,12;
ierwolieren
swV.
Bedeutung unklar, wohl ‘losstürmen’ als Ableitung zu →
iruele
(vgl. Rosenqvist 1,120f. und Anm. zu Ottok 5625):
an die füeterær [die, die das Tierfutter herbeischaffen] man sach / ierwoliern die Valben Ottok
6794
MWB 2 1854,13; Bearbeiter: Richter
iesâ
Adv., Konj.
auch iesô ( Elis ,
Seuse
71,22,
Virg
481,4
), isâ (
UvZLanz
6485
), iesân (
LBarl
8921
).
1 Adv. ‘sofort, sogleich’
2 Konj. ‘sobald’
1
Adv. ‘sofort, sogleich’
etlich mensch mohte gotes lichnamen also wirdichlichen enphahen, daz er die sele iesa mit im in daz himelrich fvͤrt PrBerthKl
6,117;
stirbet der selbe man der ez [Lehen] von dem herren hat ane lehenserben, so ist dem herren daz gut iesa ledik StRAugsb
157,36;
dar zuo swuor er ir einen eit, / daz er isâ wider kæme UvZLanz
6485;
der kunic dankete in ieso Elis
413;
SchwSp
222b;
RvEAlex
17724;
AvaLJ
44,1.
– mit zehant:
‘wie wol mir denne geschæhe,’ / gedaht er iesa zehant StrKD
70,9;
dâvon sîn siechtuom verswant / und wart gesunt iesâ zehant LvRegFr
4741.
–
iezuo gegenübergestellt:
si triben die tobenden ünde / wîlent ûf und wîlent nider, / iezuo dar und iesâ wider Tr
2432.
– gelegentlich wohl auch als abgeschwächtes Füllwort:
sô kumt er gegangen tougenlîche / unde rüert daz tor so lîse iesâ [: dâ
]
SM: Had
51: 1,8;
swaz von der werlte landen / was guoter ritterschefte iesâ, / die quâmen zuo einander dâ KvWTurn
1011;
Virg
481,4
2
Konj. ‘sobald’
und iesâ dô diz was getân, / daz diz ir aller wille wart, / dô wart ir kumberlîchiu vart / gesenftet an der stunde Tr
2458.
9306;
ieso er zuͦ im selber kom, do huͦb er uf heiserlich ze schriene Seuse
71,22.
–
wan iesâ sô der sûre hagen / in alsô süezem grunde / gewurzet zeiner stunde Tr
17886
MWB 2 1854,18; Bearbeiter: Luxner
ieslich, islich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
auch mit angehängtem -t (
ysliht EvStPaul
576
).
Zum Verhältnis zu iege(s)lich und iete(s)lich siehe Fobbe, Indefpron., S. 180-182 u. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 335.
‘jegliche(r/ s), jede(r/ s)’ (s.a.
iegelich
und
ieteslich
)
1 pron. 1.1 allg. 1.2 mit vorangest. ein 1.3 mit besunder/ sunder/ sunderlich die distributive Sicht verstärkend 1.4 selten im Pl. 1.5 mit partit. Gen. 2 attr. 2.1 allg. 2.2 mit vorangest. ein 2.3 mit besunder die distributive Sicht verstärkend
1
pron.
1.1
allg.:
ieslîchen nâch den vriunden hôrte man dô klagen NibB
2134,2;
nim neilekin. vnde muschaten. cinemin. mastic. islichs achte scrupulos SalArz
42,46.
2,21;
Parz
120,28;
EvStPaul
9022;
LvRegFr
2003
1.2
mit vorangest. ein:
vor unsers herren geburt do mocht man nicht wizzen, welhen willen, welhi girde ein islicher zu siner chunfte het PrOberalt
23,21.
63,18;
upeklichen redet ein ieslicher ze næstem sinem PsM
11,3
1.3
mit besunder/ sunder/ sunderlich die distributive Sicht verstärkend:
ieslîcher reit besunder / aleine suochen ritterschaft HvFreibTr
2044;
Wig
8543;
ieslîcher im sunder neic Parz
7,15;
die hende er sunderlichen yn / yslicheme vf zu stunt geleide / vnd heilte sie von allem leide EvStPaul
6396;
yslicher hat sunder craft / vnd sunderlichen eigentschaft ebd.
5448;
LvRegFr
1327
1.4
selten im Pl.:
als man iuch gestern sitzen sach, / ieslîche haben die selben want Wh
311,13
1.5
mit partit. Gen.:
die boten schieden dannen, / ir ieslîcher fuor unde vant / die herren, ze den er was gesant Eracl
1813;
inre tagen zwelven, der tage al ieslîch, / sah man bî dem degene die maget lobelîch NibB
305,1;
der selben mägde ieslîch / truoc ein kerzen, diu vaste bran Wig
7298;
PrOberalt
46,29;
Ottok
9915
2
attr.
2.1
allg.:
eine kunst si dô gewan, / daz si ieslîchem tôtem man / hiez helm ze houbte binden Wh
111,18;
Parz
173,22;
des hâr was swarz alsam ein kol, / ieslîch loc bewunden wol / mit sîden und mit golde Wig
2228;
bilsen bleter gestossen unde mit polenta [Getreidebrei] gekneten ist guͦt vor iesliche swulst, als ein plaster druf geleit Macer
57,4;
SalArz
6,22;
StrAmis
235;
BdN
346,3
2.2
mit vorangest. ein:
güetlîch sol ein ieslîch wîp / gerne tuon: deswâr daz wîbet wol KLD: UvL
51: 2,1;
ein ieslîch armer rîter Wh
72,4;
ein ieslîcher man NibB
338,2;
ein ieslich man PsM
63,10;
ein ieslich bischolf unde ein ieslich briestir Spec
84,1;
KvWHvK
744;
BdN
33,12
2.3
mit besunder die distributive Sicht verstärkend:
schaw, wie iesleich gesläht der visch sein besunder lant hât und sein gegent BdN
244,8;
über ieslich sache besunder Ottok
26794
MWB 2 1854,47; Bearbeiter: Richter
iesô
Adv.
→
iesâ
MWB 2 1855,32;
ieswër (?)
Indef.-Pron.
‘wer auch immer; jede(r), der/ die’ (s.a.
iegewër
):
iswer [von den Verdammten] den andirin [bei den in den Himmel Aufgenommenen] do erkennit, der reckit ime di hende / unde sprichit: ‘ hilf mir, frunt herre!’ do wirt manic bedilære JGerichtH
9,4
MWB 2 1855,33; Bearbeiter: Richter
ietelich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ieteslich
MWB 2 1855,39;
ietemêr
Adv., Konj
→
ihtmêr
MWB 2 1855,40;
ieteslich, ietelich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
auch it(es/ s)lich, yetschlich (
Lanc
165,11
).
‘jegliche(r/ s), jede(r/ s)’ (s.a.
iegelich
und
ieslich
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 330, 334, 337-339, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282)
1 pron. 1.1 allg. 1.2 mit vorangest. ein 1.3 mit partit. Gen. 1.4 mit besunder die distributive Sicht verstärkend 1.5 einem Subjekt im Pl. nachgestellt 2 attr.
1
pron.:
1.1
allg.:
sô kêr^$’ ietslîcher, swar er gerne var NibB
931,2;
nu la mich verstan, / wie ietsliches si getan StrKD
6,178
u.ö.;
LvRegFr
1870;
er sach dort zwo figuren, / [...] / als ain klaines rosselein / wol gemachet und fein / yetliches hette vier pain HvNstAp
8273
1.2
mit vorangest. ein:
eim itlich wirt lon gegeben / noch [nach] verschulde maze eben VisioPhil
643.
429.
647
1.3
mit partit. Gen.:
der vrouwen ietslîche die fuort^$’ ein bischof NibB
658,2
u.ö.;
si wârn einander alsô holt, / daz sich ir iteslîch umbe solt / vürs andern willen hæte geben LvRegFr
1626.
1922;
ouch der bischofe ietslîcher dar / zwelfe sanden ûz ir schar Kreuzf
6123;
ir itsliche SalArz
5,46;
StrKD
6,179
1.4
mit besunder die distributive Sicht verstärkend:
ir ietslîch besunder NibB
743,2
1.5
einem Subjekt im Pl. nachgestellt:
hie schreibent die drey grafen yetlicher seinen brieff HvNstAp
1997/a
2
attr.:
yetschlichs grab was mit eim steyn bedackt Lanc
165,11;
gegen yetlicher zynnen da kein heubt off stack stunt auch ein grab ebd.
165,14;
auff yetlichem sawmer [Saumtier] ain twergk HvNstAp
7200;
KvMSph
43,23;
NibB
1124,3.
– mit vorangest. ein:
ein ietslich sinnick man StrKD
3,I 201;
Kreuzf
2434;
SalArz
34,16.
34,20.
– nach best. Artikel:
der itsliche mensche besveret di sele. ander burden besverent den lip SalArz
34,19.
– mit besunder die distributive Sicht verstärkend:
ietslich her besunder dô / sîne werc het Kreuzf
2853;
HvNstAp
1088
MWB 2 1855,41; Bearbeiter: Richter
ietmitten
Adv.
→
iemitten
MWB 2 1856,12;
ietswëder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ietwëder
MWB 2 1856,13;
ietwëder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
auch it-, et- (
SalArz
81,57
), ietwer (
PrOberalt
79,3
), ytwiedder u.ä. (
Lanc
11,17
u.ö.), ietsweder
Parz
517,22(La.)
), ietwederer (
Tr
2636
u.ö.;
Lanc
355,34
).
1
‘jede(r/ s) von beiden, beide’ (s.a.
iegewëder
u.
iewëder
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282) 1.1 pron. 1.2 attr. 2
‘keines von beiden’
3
‘jede(r/ s) von mehreren’
1
‘jede(r/ s) von beiden, beide’ (s.a.
iegewëder
u.
iewëder
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344, zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. § P 282)
1.1
pron.:
ietweder dô des andern mit nîde hüeten began NibB
182,4;
vnde salbe ez im mit uioln ole. vnde mit honige. nim itweders gelich SalArz
81,15;
wie vil ietweder wære / der gevangen unde der erslagen Ottok
58756;
PrOberalt
45,13;
Iw
6944.
– mit partit. Gen.:
mache ein puluer uon mernuscheln. uon hirzes horn. der itweders nim sechs dragmas SalArz
64,46;
der rihter sol zwêne boten senden ze ir ietwederm die dâ vehten sullen SSpAug
175,6;
ir ietweders ellen NibB
187,2;
Herb
645;
Tr
9474;
KvMSph
12,25
1.2
attr.:
dâ vant er drî strâzen: / die zwô begund er lâzen / ze ietwederre sîten, / die miteln begund er rîten UvZLanz
1375;
im [Malcreatiure] stuont ouch ietweder [La. îetsweder
] zan / als einem eber wilde Parz
517,22;
an ietwederm beine / zwêne schuohe von borten guot Wig
10534;
Himmelr
5,16;
Iw
1710.
– attr. oder pron. mit nachgestelltem Gen.:
an der selben menig zaiget er [Christus] ietweder sein natur, die menschlich und auch diu goͤtlich PrOberalt
135,23.
142,38
2
‘keines von beiden’
bezzer sî toben danne winnen [rasen] . / unt ist doch îtwederz guot Priesterl
177;
der mir mit zwäin dingen ubel tuot, / die besme [Rute] ich lîchter vertrûge / denne der mich mit chnuteln sluoge, / unt tuot mir doch ir îtwederz wol ebd.
181
3
‘jede(r/ s) von mehreren’
ez liefen kreiierende hie / behender garzûne gnuoc, / der ietweder truoc / driu sper ode zwei Iw
7108;
sîn vater [...], / sîn muoter und die schœne Isôt; / ietwederz im die wirde erbôt HvFreibTr
478;
ob ietweder [von den drei Fürsten] hernâ / des kunigs tôt klagte? Ottok
95313.
44628;
Sigeher
14,8;
Tr
2208;
RvBib
61,17
MWB 2 1856,14; Bearbeiter: Richter
ietwëderent
Adv., Präp. (?)
‘auf beiden Seiten’ (s.a.
iewëderent
):
sin arme waren also in den banden ietwedrent an der kelen ufwert gespennet Seuse
40,8;
die [
spizzigen stefte an der Geißel] waren scharpf als ein grifel, und giengen die zwen spiz ietwedrent fúr den riemen ebd.
43,7.
– hier Präp. (?):
ze Rosserugge ein juchart matten ietwerunt der werde halbú UrkCorp
3047,24
MWB 2 1856,54; Bearbeiter: Richter
ietwëderenthalp
Adv.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’, i.w.S. ‘überall’ (s.a.
iewëderenthalp
):
und [er] gie do ietwedrenthalb umb und umb vor den heiligen [in der Kapelle] und nam xxx disciplinen [d.h. er geißelte sich selbst]
Seuse
42,21
MWB 2 1856,62; Bearbeiter: Richter
ietwëderhalp
Adv., Präp.
auch ietwedert-,
auch -halbe, -halben(t), -halber.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
iewëderhalp
)
1 Adv. 2 Präp. 2.1 meist mit Gen. 2.2 vereinzelt mit Dat.
1
Adv.:
der turney was zesamen gar / komen. iedwederhalp zwô schar / wâren und deheine mêr UvLFrd
313,22;
sô im [...] diu ôren chalt sint unde sich verwerfent itwederthalbent, an swelhem siechen dû disiu zeichen sihst, zwâre der ist veige [muss sterben]
Barth
135,8;
uns schribet der wise Salomon, / daz ir brust ietwedir halber / si gestalt also rebuckes kalber Brun
3578;
UrkCorp (WMU)
N571,25;
Lanc
627,33;
WhvÖst
2308.
–
‘überall’
swenne ietwederhalben / in dem lande [Ungarn] werdent kuniglîn, / sô wirt allerêrste schîn, / waz dû hâst verlorn Ottok
40542
2
Präp.
2.1
meist mit Gen.:
ietwederhalp sîn wart ein man / erhangen durch gerihte KvHeimUrst
754;
ietwederhalben des [Koradin von Jerusalem] do rait / mit manigem punder hert / zwair kuͤnge gevert WhvÖst
7926;
wande dv eigen ietwederthalb der marcsteine, di sint der vorgenanten clohstere UrkCorp (WMU)
N195,24;
RvEAlex
5453;
Ottok
6918
2.2
vereinzelt mit Dat.:
ietwederhalbe dem strich dri / wizze swannen swebten WhvÖst
312
MWB 2 1857,3; Bearbeiter: Richter |