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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   inz- - irchelrieme    


inz- s.a. enz-

MWB 2 1965,55;

inzic stM. ‘Vergehen, dessen man bezichtigt wird’ (vgl. inziht 2): wir [...] veriehen offenlichen an disem brief [...], daz der edel man Friderich [...], sich des intziges, des in die burger gemainlichen ze Friburg gezigen und geschuldiget habent, [...] offenlichen mit dem aide zuͦ den heiligen entschuldigt hat, also daz wir [...] in des selben intziges luterlichen, gaͤntzlichen vnd gar vnschuldig halten UrkFreiburgGr 13,217 (a. 1338)

MWB 2 1965,56; Bearbeiterin: Baumgarte

în ziehen stV. zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,740. 746. 749. 751. 1 intr. ‘Einzug halten’
2 tr.
2.1 ‘etw. (hin-)einziehen’
2.1.1 ‘etw. in sich, den eigenen Körper hineinziehen’
2.1.2 ‘etw. in etw. Drittes hineinziehen’
2.2 ‘sich in etw. hineinbegeben’
2.3 ‘etw./sich (von etw./jmdm.) zurückziehen, sich (gegen Äußeres in sich selbst) verschließen’
2.3.1 ‘etw./sich (von etw.) zurückziehen, abwenden’
2.3.2 ‘etw. (von jmdm. [verbergend]) zurückziehen’ (mit Akk.d.S. und Dat.d.P.)
2.3.3 ‘etw./sich zusammenziehen’
2.4 ‘den Pfeil auf der Sehne des Bogens zu sich heranziehen, den Bogen spannen’ (sowohl vom Bogen wie vom Pfeil)
2.5 ‘etw. zu sich heranziehen’
2.6 ‘(Abgaben) einnehmen, einziehen’
2.7 ‘einebnen’
   1 intr. ‘Einzug halten’ Symon uf die hohe inzoch / mit lobe mit zwigen palmen / mit zimbiln mit clingen galmen Macc 6322. – übertr.: hie zvhet ein ander rede in Herb 17134; die neigunge der sinnelicher krefte und ir bildunge, die in noch [d.i. nach ] inziehen [die ihnen nachfolgend Einzug halten] Tauler 10,21; Seuse 288,13; subst.: der ander grat das ist ein armuͤte des geistes und ein sunderlich in ziehen gotz in einer qwelender beroͮbunge des geistes Tauler 160,2    2 tr.    2.1 ‘etw. (hin-)einziehen’    2.1.1 ‘etw. in sich, den eigenen Körper hineinziehen’ der same gestozen und mit der nasen in gezogen vertribet daz nisen Macer 95,6. 43,10; wie leicht man in [die Schnecke] anrüert, sô zeucht er diu hörner ein und smucket sich selber zesamen BdN 303,4    2.1.2 ‘etw. in etw. Drittes hineinziehen’ si gebuten ir ruoderæren, / daz si bereite wæren, / und zugen si selbe ir anker în Tr 2307; [sie] sahen ein schiff; sie zohen ir pferd inn Lanc 210,14. – übertr.: das nu die sinnelicheit schin inziehe in die vernunft und die vernunft in den geist, so wurde [...] ein luter einvaltikeit do dis lieht alleine inlúhtet Tauler 21,17    2.2 ‘sich in etw. hineinbegeben’ nu hæte der herzoge / ein guot castêl in sîner pflege, / daz lac den vînden ûf ir wege; / aldâ gezôch sich Tristan în / und sîn geselle Kâedîn / mit mæzlîcher ritterschaft Tr 18769. – übertr.: der grave vnd der vrye, / der chünig mit dem herzogen, / die heten sich ingezogen / gämelich in dise chlag Krone 1865; alsô tuont die volkumen menschen, die sich zemâl eingezogen habent in die götleichen lieb, die ahtent aller auzern lieb niht, diu in diser werlt ist BdN 297,17    2.3 ‘etw./sich (von etw./jmdm.) zurückziehen, sich (gegen Äußeres in sich selbst) verschließen’    2.3.1 ‘etw./sich (von etw.) zurückziehen, abwenden’ der kürbiz praitt sein pluomen [...] in der vinster, und sô der tag kümt, sô zeuht er sein pluomen wider zesamen [...]. wie verzer wir unser pluomen und unser kraft in der vinster mit pôshait und an dem lieht guoter werk zieh wir uns ein BdN 393,27. 8,23. – Part.Prät. ‘(von der äußeren Welt) in sich selbst zurückgezogen’ und wisse, daz kein vorworren hercze in manigerley kose gotes suzse stimme nuͦmer gehoret, ez si dan genzlich ingezogen und stille von aller unnuͦczer rede BdVollk 20,11; do sazz er eins males in gezogen und verdaht, und in der stilli sins gemuͤtes begegnet ime ein vernúnftiges bilde Seuse 352,11. 144,12; der meister was sô sêre îngezogen, daz er des vîendes weder ensach noch enhôrte Eckh 4:416,88; zü dem andern male sol si [die Seele] ingezogen sin von vergen̄klichen dingen vnd wandelhaften dingen ebd. 3:432,18. 3:227,4. 1:120,6; Tauler 102,3    2.3.2 ‘etw. (von jmdm. [verbergend]) zurückziehen’ (mit Akk.d.S. und Dat.d.P.): sine gotheit zoch her in [Christus den Juden] wol in, / wen her liez sie sin gewaldic sin, / daz her sich nicht enwerte HeslApk 9509    2.3.3 ‘etw./sich zusammenziehen’ ez sol ouch ir deheine keinen barchenrock, underrock oder oberrock zuͦ den siten brisen oder durch engenisse mit snuͤren inziehen oder ir lip oder ir bruͤste mit engenisse intwingen oder binden SpeyrerP 59. – hierher ‘sich zusammenziehen, zusammenrollen’ oder ‘sich (verbergend) zurückziehen’ (vgl. 2.2): wenn si [Akk., die Meerfraße] dann die herren jagent und si dar umb verderben wellent, sô ziehent si sich ein und ezzent von in selber ain stuck BdN 232,21    2.4 ‘den Pfeil auf der Sehne des Bogens zu sich heranziehen, den Bogen spannen’ (sowohl vom Bogen wie vom Pfeil): in dem zeichen daz man nennet / den schutzen, der synen bogen / hat gar herte ingezogen Hiob 3174. 8206; swer hat armbrust oder bogen, / die suͤln wesen in gezogen Rennew 10464; Wh 18,19; ClosChr 83,4. Claudius fürt den horen pogen [Hornbogen] / mit eingezogen stralen HvNstAp 17710. 18458; er schôz in [den Löwen] mit dem bogen. / eine scharfe strâle hete er in gezogen NibA 879,2; übertr.: ingezogener strale [Pfeile] spart / din tumheit nicht Frl 4:16,5    2.5 ‘etw. zu sich heranziehen’ diu junge süeze künigîn / alsô zôch si gedanken în / ûz maneges herzen arken, / als der agestein Tr 8108. 8090    2.6 ‘(Abgaben) einnehmen, einziehen’ da sol im ein vogt beholfen sîn, soͤlich buͦßen înzeziehent 2DWB 7:1157,69 (a. 1351)    2.7 ‘einebnen’ dâ diu mûr was gestanden, / daz was ein ûf geworfen rein [Wall] , / dâ giengen grôz unde klein / mit ir geziuge [Werkzeug] hin / und zugen den buhel [die Bodenerhebung, Aufschüttung] in, / daz er ebenslehte wart, / alsô daz in diu vart / hin zuo behende was Ottok 48964

MWB 2 1966,1; Bearbeiterin: Baumgarte

inziht stF. 1 ‘Anklage, Anschuldigung, Vorwurf’ (vgl. inzihtige )
2 ‘Vergehen, dessen jmd. beschuldigt/ angeklagt wird’ (vgl. inzic )
   1 ‘Anklage, Anschuldigung, Vorwurf’ (vgl. inzihtige ): von der inzicht. waer iemant in einer inzicht, die er gerichten wil, oder waz im an den leip gieng oder an sein er, den sol der richter darumb gerichten lan, als der schrannen recht ist StRMünch 327,27 u.ö.; UrkCorp (WMU) 1100A,16 u.ö.; SchöffIglau 177; d^$’wijle ich es aber bin angeseit / von der frauwen, die hie kleit [d.i. klaget ] , / vnd sie des einen gewiszen kempfen hat, / so wil ich mich der missedat / bereden, als ein ritter sal. / [...], / e ich also blibe / von ir in der inziht Krone 19171. 27942; daz ich mich dirre inziht / unschulde mit der wârheit KvFuss 570 u.ö.; do [im Tempel] magstu dich vil wol pewaren / vor anfechten und vor inzicht HvNstAp 2798; war vmb zeichest du mich. so einer falschen inzicht GestRom 41; in incihti WessobrGlB I 144,13; Tr 15381; JvFrst 6575    2 ‘Vergehen, dessen jmd. beschuldigt/ angeklagt wird’ (vgl. inzic ): wil aber er durh sin selbes ere erziugen selb dritte daz er der inziht unschuldic si, daz sol man wol von im nemen StRAugsb 81,2; unde sol bereden zen heiligen mit sinen zwain vingern daz er der in ziht unschuldic si ebd. 80,27

MWB 2 1967,31; Bearbeiterin: Baumgarte

inzihtige stF. ‘(falsche) Anschuldigung, Bezichtigung’ ích hábe gisúndôt in nîde,[...], in árgwânide, in íncihtigi, [...], in áller wíderwârti mînes nâhisten und in állen úbeltâten BambGlB 144,13 (vgl. WessobrGlB I 144,13 inziht 1)

MWB 2 1967,55; Bearbeiterin: Baumgarte

în zogen swV. ‘sich hinein begeben, Einzug halten’ dâmit diu gemeine / zogt in mit ir rotten Ottok 65797; Amor, der voget, / komt ingezoget Frl 8:15,19; du hast nu spate daz [Herz] behut, / wan sie [die Geliebte] ist so creftig ingezoget, / si hat gehuset und wil sin ein erbevoget [Schutzherr] / nach minem [der Minne] mute in diner brust ebd. 14:31,7

MWB 2 1967,60; Bearbeiterin: Baumgarte

înzuc stM. ‘Rückzug ins Innere, in sich selbst’ (vgl. în ziehen 2.3.1): der slâf ist niht anders wan ain einzug der sêle auf sich selber BdN 8,18 u.ö.; wære der mensche alsô in einem înzucke, als sant Paulus was, und weste einen siechen menschen, der eines suppelîns von im bedörfte, ich ahtete verre bezzer, daz dû liezest von minne von dem und dientest dem dürftigen in mêrer minne Eckh 5: 221,5

MWB 2 1968,4; Bearbeiterin: Baumgarte

înzügic Adj. ‘hereinziehend’ sitig und ruͦwig in den sinnen, nút hin und her woldenieren [umher ziehen] – wan daz ist gar inzúgig der bilden –, so wurdi den inren sinnen ein muͤssiges spacieren Seuse 166,24

MWB 2 1968,13; Bearbeiterin: Baumgarte

în zünden (?) swV. ‘etw. entzünden’ von disen geisten wart entzunt [La. einzunt ] / din lip, din herze Frl 1:6,18

MWB 2 1968,18; Bearbeiterin: Baumgarte

în zwicken (?) swV. ‘jmdn. gefangen nehmen’ (?, Glr.z.St.; oder Syntagma in zwicken ‘in Fesseln’, vgl. zwicke stF.): manigen man werven sach [man sah viele hin und her gehen (vgl. Glr.z.St.)] / ungevangen ûf dem wal hie, / hiet er gewest, wie ez ergie, / der ez nimmer het getân: / manigen hôhen man / sach man in zwicken Ottok 17167

MWB 2 1968,21; Bearbeiterin: Baumgarte

îper stF. (?) ‘Ulme’ → Îper

MWB 2 1968,28;

Îper Subst. ‘Ypern’, durch ihre hochwertigen Stoffe bekannte Stadt in Flandern: dô gap man im kleider an, / von Îper daz beste, / daz ieman dâ weste EnikWchr 22473; Iper und Arraz / schrîten flæminge [als Schlachtruf] Wh 437,14; ŷper unde Gent Ottok 63783. – als Bestandteil eines Wortspiels mit dem homophonen îper ‘Ulme’ (vgl. Marzell 4, Sp. 905f.) und dem homophonen Gegenpaar, der Stadt ‘Huy’ (Hoye) und ‘Heu’ (höue, Dat.): ich wânde ein wîb von Iper haben funden, / dô ich êrst ersach die minnenklichen –, / nu swachet sî an êren zallen stunden, / daz ich sî ze Hoye wil gelîchen SM: UvB 4: 2,1

MWB 2 1968,29; Bearbeiterin: Baumgarte

îpersch Adj. ‘aus Ypern stammend’ daz ist ginthisch [aus Gent] gewant unde ypirsch unde broslisch [aus Brüssel] gewant StRFreiberg 252,4; swelch man hât ein stükke scharlachnes [Tuch] , der scol iz verschozzen [versteuern] vor sechs mark; ein geverwet tûch vor vier mark; ein iunk [neues] ypersch, ein pöpersh [aus Poperinge] , ein nebelsh [wohl aus Nivelles (Belgien)] , ein trîresh tûch vor zwû mark UrkZeitz 20 (a. 1322)

MWB 2 1968,42; Bearbeiterin: Baumgarte

ipnapp swF. eine giftige Schlangenart (vgl. MlatWB 4,1183 s.v. hypnalis): von der ipnappen. ipnapis haizt ain ipnapp. daz ist ain slang, diu zeuht ir art von der slangen, diu aspis haizt [...]. diu ipnapp hât die art, daz si die läut peizt und hekt und dar nâch werdent die läut slâfend und sterbent mit dem slâf BdN 272,2. 272,5

MWB 2 1968,51; Bearbeiterin: Baumgarte

ipocrisis Subst. ‘Heuchelei’ (vgl. MlatWB 4,1185 s.v. hypocrisis): sus sprach er [Christus] sine iungern ane: / ‘gewarnet vor dem hefel [Sauerteig] stant, / den pharisey ab yn gelant, / daz ist ypocrisis genant [Lc 12,1] EvStPaul 8182

MWB 2 1968,58; Bearbeiterin: Baumgarte

ipocrite swM. ‘Heuchler’ (vgl. MlatWB 4,1185 s.v. hypocrita): so sullet ir nicht trurek syn alse dy ypocriten, wen sy offenbaren er antliczce uf daz daz sy vastende schynen vor den luten [vgl. Mt 6,16] EvBerl 18,24 u.ö.; ein volc ist in der kristenheit, dem Got noch swinder vluochet: / ipocritê, / der büezen - schœne pharisêi! - nimmer Got geruochet. / sô wê in, wê, / sie tragen alle in irme herzen bitter gallen / und in ir munde honichseim Rumelant (R) 4:12,6; PrHess 22,25. 53,274

MWB 2 1968,63; Bearbeiterin: Baumgarte

ipomites stM. (?) ein Fabeltier: alsus sagt die krônike mir, / ipomites sî ein übel tier, / vür alle tier ungehûr, / grœzer vil dann kein ûr, / hinden ros, vorn ein ber: / der liute tôt ist sîn ger. / ez schiuhet vels noch den ronen, / ez kan ouch in dem wazzer wonen, / wenn ez sîn art des twinget / daz ez von walde ringet, / dar inne ez craft enphâhet UvEtzAlex 25560; ipomites und starke würme / kâmen gegen in ze stürme ebd. 21513 u.ö.

MWB 2 1969,9; Bearbeiterin: Baumgarte

iquedir Indef.-Pron., Pron.-Adj. iegewëder

MWB 2 1969,18;

ir Pers.-Pron. 3. Sg. Mask. ër

MWB 2 1969,19;

1ir Pers.-Pron. 2. Pl. ‘ihr’ (zum Sg. s. ; vgl. auch das dualisch-pluralische Pron. 2ëʒ ) 1 Deklination und Form (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 18, 20-22, 27f., 33-36 u. WMU 2,945)
1.1 Nom.
1.2 Gen.
1.3 Dat. (Überschneidung mit Formen des Akk. iuch )
1.4 Akk. (Überschneidung mit Formen des Akk. iu )
1.5 Klitisierung (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § E 21)
2 als Anrede einer Gruppe
3 als Anrede einer Einzelperson (ehrerbietend-höflich, aber auch distanziert; zur Sache Ehrismann, Ehre und Mut, S. 55-60 mit weiterer Lit.; vgl. auch duzen und irzen )
4 in reflexiver Funktion
4.1 Akk.
4.2 Dat.
5 zum relativischen Anschluss ‘(ihr,) die ihr’ (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 115)
6 in Verbindung mit sëlp
   1 Deklination und Form (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 18, 20-22, 27f., 33-36 u. WMU 2,945)    1.1 Nom.: ir Herb 218; iͤr Konr 1,20; ie JenMartyr 37; er Rol 1475; her Roth 1979    1.2 Gen. (Überschneidung mit dem unflekt. Poss.-Pron. iuwer ): iuwer KLD: Kzl 1: 6,14; iwer Parz 239,29; vver Roth 190; ower Brun 499; eur Konr 22,36; uwerer Apostelgesch 2,38; uwirre EvBerl 28,3    1.3 Dat. (Überschneidung mit Formen des Akk. iuch): iu Eckh 5: 431,1; vͥ Litan 727; u Rol 837; û PrMd (J) 350,2; iuwe Gen 1945; îuv JPhys 2,34; eu BdN 491,22; iuch KLD: GvN 48: 4,2; evch ReinFu K,1418; vch Herb 2372; uͮch Lanc 78,26; huch Roth 1017; ouch EvBerl 142,11    1.4 Akk. (Überschneidung mit Formen des Akk. iu): iuch AvaJG 32,2; iͤvch Konr 5,40; uͤch WüP 106,5; evh VMos 7,14; iuh Eilh R,3455; íuuih Will 85,3; iuwech JPhys 16,16; uch Lanc 4,7; ûh PrMd (J) 350,2; ug MarldA 31; ouch EvBerl 69,15; iv Spec 6,16; u GrRud βb 14; v Herb 2704    1.5 Klitisierung (vgl. 2 5Mhd. Gr. § E 21): ruocht irs daz i’uch küssen sol Parz 83,15; als ichz iu ’nbiute ebd. 208,29; als iz [ ir ez ] da vor hat gehort Herb 2786; von derr [ der ir ] hat vernvmen ebd. 13118; nu suldi [sollt ihr] hoiri Mühlh 114,14; guot man, wane gânder [ gand ir ] ? Priesterl 82; herre, sælic sîter [ sît ir (: ritter) ] ! Helbl 8,342; wes vrâget ir? iust [ iu ist ] doch wol kunt, / waz ich hie wirbe Tr 6256; uindet in dort, da ivn [ iu in ] niemen genemen mac Spec 141,6; wer gap iun [ iu den ] ritter wunden? Parz 138,30; ich gan ius wol Eracl 593; sage mir dâ mite durch waz got iuwez verbute Gen 326; wie mîn herze hin ziu stât Tr 14772; wir sprahen hin zuch beiden samt, / zuch herren Litan 958    2 als Anrede einer Gruppe: diz mugit ir wol hôren VAlex 11; der fride si mit úch! Lucid 101,23; ewever [euer] werde menege / di erden sult ir besitzen VMos 7,10; WüP 106,5. – in Verb. mit explizierender Nominalphrase: iuch zierent, / ir jungen, niht âne vlîz! SM: WvT 3: 1,12; wol ir mine uil liebin Rol 87; des biten wir sundere / vͥch heiligen marterere Litan 691; vch romere ich genade mane Athis Ac 44; jir herren, da waren die barvuͦzen vnd die bredier in ein gewonheit komen UrkCorp (WMU) 902,39; PrBerthKl 4,22; Eckh 5: 115,17    3 als Anrede einer Einzelperson (ehrerbietend-höflich, aber auch distanziert; zur Sache Ehrismann, Ehre und Mut, S. 55-60 mit weiterer Lit.; vgl. auch duzen und irzen ): wir sulen uch [ herre ] alle sin under dan Roth 143; durch daz nenne ich iuch vriunt min, wande ich iu chunt sol sin AvaLJ 124,3; hort ir diz, her Ercules? Herb 264; MF:Mor 34: 2; Iw 125; ReinFu K,142    4 in reflexiver Funktion    4.1 Akk.: fröit iuch, kint, der lieben zît / und der wunneklichen mære! SM: JvW 3: 1,7; ir gehabet iuch hiute ubile, iz nezâme nieht adale Gen 1940; nu nesumet iuch langer nieht! AvaLJ 68,1; zwâr, ir solt iuch baz bedenchen SM: WvH 2: 1,5; UrkCorp (WMU) 938,19; JPhys 2,33    4.2 Dat.: vürhtet iu nimê Tr 10588; erfurhtet iu niht! KvFuss 1363; lât iu lingen KLD: UvW 29:2,5; lat iu balde zouwe Reiher 118    5 zum relativischen Anschluss ‘(ihr,) die ihr’ (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 115): wol iu iemmir liebiu chint, ir mit mir hie bint SüklMill 32,1; nû gêt zvͦ ir iuncvroͮwen, ir dâ nie mit girde gekusten TrudHL 11,5. 11,6; swie ir denne vunden werdet, ir ivch ervallet, ir ivch ertreinchet, swie getanes todes ir sterbet, so gnest ir an der sêle Spec 2,10. – konditional (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 168): ir v̂f stêt, ir iv nider leget, so sult ir den heiligen gloͮben sprechen Spec 2,7    6 in Verbindung mit sëlp: wie sît ir selbe genant? Iw 5495; nv bewainet ivch selben vnde ander svndære Spec 37,12; habt iwer selbes bezzer war UvZLanz 575; swenne v selber ist liebe, / so sendet boten vnde brefe Herb 1205; wann mir nymans als wol gerichten mag als irselbe Lanc 392,35. 468,18 u.ö.; MemMori 79; Tr 18400

MWB 2 1969,20; Bearbeiter: Richter

2ir Poss.-Pron. (3. Pers. Sg. Fem. und 3. Pers. Pl.) Zu Flexions- und Schreibformen s. WMU 2,945f. und 946f.; zur Entwicklung des Poss.-Pron. aus dem Gen. der jeweiligen Pers.-Pron., hier → sie/siu, und der allmählichen Differenzierung durch das Aufkommen flektierter Formen vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 256-266. ‘ihr’, zur Angabe der Zugehörigkeit zur 3. Pers. Sg. Fem. oder 3. Pers. Pl. (s.a. sîn ) 1 attr.
1.1 mit vorangest. Art.
1.2 mit al, dehein/ kein
1.3 mit sëlp
1.4 mit koreferentem Dat. (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 92 Anm.; Behaghel, Dt. Syntax 1,634-639), evtl. vereinzelt auch Gen. mit pleonastischem Poss.-Pron. (Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. z.St. 87,7)
2 subst.
   1 attr.: ir schœne, ir güete, ir gebâre / hânt mich ze tôde verwundet SM: HvT 1: 3,1; iz waren iriu tougen rain vor gotes ougen AvaJo 1,7; du bis muoder ires heren MarldA 99; diu wirtîn zir gaste sprach, / daz ir liep wær sîn komn Parz 24,14; si blibe innerhalb irs huses oder iͤrr hofereite WüP 44,4; Roth 145; RvEWh 8136. von ir(en) wege(n) ‘von ihrer Seite, ihrerseits’ wer ouch, dat si oue jman van jren wegen dat virbrechen, dat hie beschriuen is UrkCorp (WMU) 196,25; wand ez dîe ebtischin von iren wege vnd irs clohsters wege vnde her Philips an vns hant verlân ebd. N109A,21; von ir wêgen ebd. 2671,39. 2746,19    1.1 mit vorangest. Art.: si wantin, daz iz wari / der ir heilæri ÄJud 22; owi des ir uil schonin libes Roth 1214; div perhtel sunne / uertribe daz genibele / uz dem ir gesidele Wernh D 3848; SEzzo 51; SuTheol 276; VMos 78,5; Rol 876. 1031; eins tags sah sie uß zu eynen fenster und sah eynen yren mag Lanc 22,19; die jungfrau furt sie zu einer ir niffteln huß ebd. 589,33    1.2 mit al, dehein/ kein: do wart becheret sant Elena mit alle iͤr svne, mit allen iͤr tohter Konr 5,59; si smekket ein unbegrifliche suͤssekeit, die ir alle irú lider durgat Mechth 2: 19,56; Lanc 20,34 u.ö.; dú einikeit, dú da wesen ist des ersten ursprunges, dú ist daz selb wesen ire aller drier personen Seuse 185,22; Rol 1218; VMos 48,18; MF:Reinm 34a: 5,4; die zouberêre mochtin sie nicht irweckin mit deheinin irin liestin PrMd (J) 351,12; auch ist gesetzt [...] daz der hie gesezzen fleischlehter keiner under in [denjenigen von außerhalb] ste noch sie hindern an keime iͤrm kauffe WüP 85,5; nichein uri herri Mühlh 132,15    1.3 mit sëlp: dîe der mit íro selbes blûote hímilrîche árnôto Will 52,28; wand ich noch einer salben hân / die dâ Feimorgân / machte mit ir selber hant Iw 3425; vnser herre, der lie si an ir selb brode erchennen, das sich nieman an sin selbes tugent darf lazzen Konr 19,21; Wahrh 175; KLD:UvL 26: 1,4    1.4 mit koreferentem Dat. (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 92 Anm.; Behaghel, Dt. Syntax 1,634-639), evtl. vereinzelt auch Gen. mit pleonastischem Poss.-Pron. (Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. z.St. 87,7): da ergienc der orse schelmetac, / dar nâch den gîren ir bejac Parz 387,26; er [Keie] was ir fuore ein strenger hagel, / noch scherpfer dan der bîn ir zagel ebd. 297,12; ich klage ûf der minneklichen / ir wolstênden rôten munt SM: Tr 1: 3,4; so sal men einir kuninginne / ir botin minnin Roth 2036; des werdent schœner [Laa. schonre, schonen ] vrouwen ir ougen rôt, ir herze kalt, / swan si ir werden lieben man dâ weiz in mortlîcher nôt RvZw 106,5    2 subst.: nû uarent si mit gewalte / hinne heim an daz ire [zu ihrem Eigen = in ihr eigenes Land] Exod 3003; di sibenden [die siebte Art tugendhafter Leute] uben tugent umme got lûterlîchen alleine, und des iren dinne [ihren eigenen Vorteil darin] nicht ensuchen HvFritzlHl 114,14; Constantînus spricht, sei daz ain fraw sitz ob des holzes [Amomum, ein Ingwergewächs] dunst, diu werd gesunt, ob ir wê sei an der iren [wohl euphem. für die Genitalien] , und daz pringt auch der frawen ir gewonhait [Menstruation] BdN 357,8. 117,13; Er 2856

MWB 2 1970,35; Bearbeiter: Richter

ir- s.a. er-, ur-

MWB 2 1971,43;

irch stMN. entlehnt aus lat. (h)ircus ‘Ziegenbock, Bock’ (vgl. EWA 5,152-154); auch erch Renner 16570. 1 ‘Bock’
2 ‘weiß gegerbtes Leder’
   1 ‘Bock’ wir hân noch viere [vier als Ersatz für die verstorbenen Pflugtiere] , [...] / ein moin [Hengst, Wallach? vgl. Anm.z.St.] , ein irch, ein hirz, ein rint – alsus die viere sint genamt. / der hæte wir ze einer phlüege genuoc, wan daz uns irch an lanken ist verlamet WernhSpr (Z) 10,11    2 ‘weiß gegerbtes Leder’ herr, seht ir die wîten hüet / mit irhen underzogen? Helbl 3,369; temper daz [Pulver] mit dem wîzen des eies unde strîchz an ein irich unde lege iz alsô uber daz wange an die âdere Barth 139,19; swelch schuoler lernet über twerch, / dem füeget vil baz daz er wîze erch / mit hundes miste könde beizen Renner 16570; eruum: irh Gl 3:626,30 (BStK926); pellis fracta: irih ebd. 3:662,27 (BStK287); weitere Glossenbelege aus mhd. Zeit s. AWB 4,1706

MWB 2 1971,44; Bearbeiter: Richter

irchær stM. irhære

MWB 2 1971,62;

irchelrieme swM. ‘Lederriemen aus → irch die hohen wirde niemen mit senfte mac erwerben. / man sol den erhel riemen sniden dem, der swache wil verderben JTit 2691,2

MWB 2 1971,63; Bearbeiter: Richter