îsenblæjære (?)
stM.
→
îsenbleger
MWB 3,1 5,63;
îsenblëch
stN.
‘(Rüstungsstück aus) Eisenblech’
würde er mir gezeiget [...], / ich slüege in durch
diu îsenblech Neidh
WL 14:6d,7
MWB 3,1 6,1; Bearbeiter: Richter
îsenblëchel
stN.
‘kleines Eisenblech’
der stain der ist sam diu klainen eisenplechel. der hilft
den frawen, daz si swanger werdent BdN
455,8
MWB 3,1 6,4; Bearbeiter: Richter
îsenbleger (?)
stM.
‘Eisenschmelzer’ oder ‘Eisenschläger’ (hier als Bestandteil eines
Personennamens). Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 280f. erwägt, das Zweitglied
entweder zu lesen als Ableitung zu blæjen (vgl. AWB 1,1167f. für den
Zusammenhang mit Metallverarbeitung) oder als Verschreibung von
-sleger:
Heinrich der jsenbleger UrkCorp (WMU)
118,2
MWB 3,1 6,7; Bearbeiter: Richter
îsenbû
stMN.
‘Eisenwerkzeug’
von dim jsinbvwe vnde dis chlostirs dinge [
de ferramentis vel rebus monasterii (Überschrift)]
BrEng
32
MWB 3,1 6,15; Bearbeiter: Richter
îsendach
stN.
eiserne Rüstung (Ringpanzerdecke?) eines Elefanten:
der helfant truͦg ein ysen dach; / so michelz auge nie
gesach. / ez was an koste vil tuͤre Rennew
8133
MWB 3,1 6,18; Bearbeiter: Richter
îsendecke
stF.
Ringpanzer für Pferde (vgl. Schultz, Höf. Leben 2,100f.):
das roß was im so lieb das ers mit zwein par coperturen det
verdecken; oben der ysendecke det ers verdecken mit einer coopturen von
cordoane [Corduanleder]
Lanc
465,23
MWB 3,1 6,22; Bearbeiter: Richter
îsendrât
stM.
auch -trât.
‘Eisendraht’
sie naten im den halßberg zu under den beinen mit starcken
ysendreten Lanc
629,2;
sô er alsô vaste flôch [vor den quälenden Gedanken an die
Geliebte] / daz man in sach erkalten, / ûf der stat sô snalten
[schnellten zurück] / die sinne sam ein îsentrât, /
under den daz herze hât / sich hin geleit mit twange Reinfr
4973
MWB 3,1 6,27; Bearbeiter: Richter
îsenërz
stN.
‘Lagerstätte von Eisenerz’
ein gvͦt ze Veldern, eine albe ze Langekk vnd ein eysen ærtz in der Tvͤnt, dev
er von minem herren ertzbisscholf Chunraten vnd sinem gotshous von Salzburch ze
lehen hat gehabt UrkCorp (WMU)
2446,4;
wir verlihent vnd hand verlihen ze lehen hern Vͦlrich Planten
[...] daz ysen aͤrtz in Vallder vnd dar zvͦ wasser vnd
holtz von dem joh Juͥfell hinwert gein Zarnetz UrkGraub
5:425,22
(a. 1347)
MWB 3,1 6,35; Bearbeiter: Richter
îsengelte
swF.
‘eiserne Fußfessel’ (zu
îsenhalte
?):
trica: isingelta SummHeinr
2:516,01.10;
vgl.
trica: isinhalt Gl
3:359,67
(BStK927)
MWB 3,1 6,44; Bearbeiter: Richter
îsengewant
stN.
‘eiserne Rüstung’
dô wâpente er sich verholne / unde truoc verstolne / under der wât sîn
îsengewant Er
3066;
gît man mir mîn schœnez swert, / ein ors und mîn îsengwant, /
sô wil ich rîten zehant / zer âventiure Wig
6014.
2971;
HandfWien
96;
MF:Kürenb
2:10,1;
StrKD
4,109.
– oft in Verbindung mit anderen Rüstungsteilen:
si wâren auch wol bereit / mit harnasch und mit îsengwant
EnikWchr
10619;
si schuln ouch halsberg und îsengwant / tragen
EnikFb
653;
RvEAlex
2463;
dô begunder vaste houwen; / beidiu schilt und îsengwant /
sluoc er im allez von der hant Wig
3068;
helm, schilt und îsengwant ebd.
5496
u.ö.;
ez ensol auch nieman furbaz auf unser tæidinch fuͤrn armbrost, sper, pantzier,
pechelhauben, verborgen hantschuch, verborgen huͤt noch dehein eisengwant
UrkWittelsb
1,382
(a. 1285)
MWB 3,1 6,47; Bearbeiter: Richter
îsengewæte
stN.
‘eisernes Werkzeug, Gerät’
sî ieman wîser dann ich bin, / der rât mir,
[...] / wie ich gesnîd einen stein / ân meizel und ân
îsengewât, / wan ez mir got geboten hât EnikWchr
12141
MWB 3,1 7,1; Bearbeiter: Richter
îsengrâ
Adj.
‘eisengrau, grau wie Eisen’
diu heide was von bluomen gar / rôt, wîz, weitvar, / brûn,
grüene unde gel, / swarz, mervar, wolkenhel, / tusenvêch, trûbeblâ, / stahelbleich,
îsengrâ, / purpurbrûn, sîdeval UvZLanz
4754;
so die dunre strale danne cumet uf die erde, so wirt si rehte
isen gra Lucid
55,19
MWB 3,1 7,5; Bearbeiter: Richter
îsengrabære
stM.
‘Eisengräber, Münzgraveur’
[wir] haben in darzu [zu dem Münzrecht,
Frankfurter Pfennige zu schlagen] gesetzet unser schriber, unsern
versuͦcher und unsern eysengraber UrkFrankf
2,527
(a. 1340)
MWB 3,1 7,12; Bearbeiter: Richter
îsengruobe
stswF.
Grube, Bergwerk zur Gewinnung von Eisen(-erz):
ferrifodina: isengruͤbe VocOpt
9.012;
item ze den isengruͦben 5 manhoͮwat [ein
Flächenmaß] vinearum under des von Ringshein reban ob dem wege
UrbTennenb
209
MWB 3,1 7,17; Bearbeiter: Richter
îsenhâke
swstM.
‘Eisenhaken’, nur als Bestandteil eines Personennamens (vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 289):
Uͦlireich Eisenhage UrkCorp
2556,34
MWB 3,1 7,22; Bearbeiter: Richter
îsenhalt
stSubst.
‘(verschließbare) eiserne Kiste, Schatulle’
mîn geselle Wolvesdrüzzel / ûf tuot er âne slüzzel / alliu sloz und îsenhalt.
/ in einem jâr hân ich gezalt / hundert îsenhalt grôz, / daz ie daz sloz dannen
schôz, / als er von verren gie dar zuo Helmbr
1205 u. 1207
MWB 3,1 7,26; Bearbeiter: Richter
îsenhalte
swF.
(st.
SpdtL (E)
Ldr 271
);
auch
isanhilta SummHeinr
2:40,170.
‘eiserne Fußfessel, Beinschelle’
ich kêre durch dîn liebe dar / und hilfe dir ûf den stein / und behefte dir
dîniu bein / mit der îsenhalten Greg
3009;
er entslôz die îsenhalten ebd.
3653
u.ö.;
dô twanger [Rennewart] die von
Nubîant, / daz si sluzzen ûf diu bant [die Fesseln der
Gefangenen] , / armîsen, îsenhalten Wh
415,23;
wil er in inspannen mit einer eysenhalt. daz mag er tuͦn SpdtL
(E)
Ldr 271;
pedica: ein isenhalte VocOpt
30.017;
trica: isinhalt Gl
3:359,67
(BStK927).
–
aber alle ander minnerin [außer der
wîsheit
] hein suͤssú wort und bitern lon, ire herzen sint dez todes
seginan [Netze] , ire hend sint isenhalten, ire red
gesuͤstú gift, ire kurzwile erenrob Seuse
14,1
MWB 3,1 7,32; Bearbeiter: Richter
îsenhamer
stM.
‘Eisenhammer’
man hôrte ir slege getemere, / als dô die îsenhemere / vallen
uf die anebôz Kreuzf
4376
MWB 3,1 7,47; Bearbeiter: Richter
îsenhart
Subst.
ein Pflanzenname, ‘Eisenkraut’ (Verbena officinalis, vgl. Marzell
4,1045-1051, s.a.
îsernhart
):
de verbena: isenhart Gl
3:594,35
(BStK784);
s. AWB 4,1738 für weitere Belege des 13./14. Jh.s
MWB 3,1 7,50; Bearbeiter: Richter
îsenherte
Adj.
‘hart wie Eisen’
er fert so gar in reicher wer, / in stahel, eisenherte Virg
(St)
82,8
MWB 3,1 7,55; Bearbeiter: Richter
îsenhose
swF.
‘Beinrüstung’ (s.a.
îserhose
):
her wâfende sich sâ zehant, / sînen helm her ûf bant, / sîn îsenhosen leit her
an En
11929;
Wig
6136.
10888;
vier fürsten in do / schüchten in die yssen hossen
GTroj
5393;
sîn îsenhosen umb diu bein. / die sint ze grôz noch ze klein
WälGa
3847;
zwͦ isin hosin truͦger an, / von der swere ih iuh niht kan /
noh von ir wite gesagin RvEWchr
24039;
Wh
416,24;
UvLFrd
88,16.
– bildl.:
dû wirdest gote ein kemphe wert. / reht geloube sî dîn swert,
/ der süezen êwangeljen sage / sî dîn vride alle tage / und dîne vesten îsenhosen
RvEBarl
6687
MWB 3,1 7,57; Bearbeiter: Richter
îsenhouwære
stM.
hier -er.
‘Arbeiter im Eisenbergwerk’
wer aber, daz die vorgenanten eisenhawer an den worichen
[sic] dhain chnieg [l.
chrieg?] hieten vmb daz lon UrkEnns
6,561
(a. 1346);
der obgenanten eysenhawer ebd.
6,562
(a. 1346)
MWB 3,1 8,5; Bearbeiter: Richter
îsenhüetære
stM.
hier -er.
Verwahrer der Münzeisen/ Prägestempel:
es sol auch (e)isenhueter seine eisen allenthalben verantburden, das damit
ichte werd gesaczt an des muͤnsmaister willen und wissen
UrkÖsterrErbl
179,14
(a. 1339).
– als Bestandteil von Personennamen:
Conr(at) und Heinr(ich) di eisenhuter NüP
192
MWB 3,1 8,11; Bearbeiter: Richter
îsenhuot
stM.
‘Kopfbedeckung aus Eisenblech, Helm’
dar zuo hât er ein îsenhuot, / der ist von stahel alsô guot,
/ daz ûf ertrîch dhein man / sô vestes huotes nie gewan EnikWchr
9697.
9841;
ein swert und ein îsenhuot, / zwuo hosen lieht îsenîn, / die legt er an den
lîp sîn Wigam (B)
535;
[er] slug den sariant mit so großer krafft uff den ysenhut
das er im heubt und huͦt spielt biß uff die schultern Lanc
621,13;
StRPrag
29;
Neidh
WL 33:5b,2.
– bildl. als Schutz vor Lüge:
funde ich veile ein îsenhuot, / der für lüge wære guot, / und einen schilt für
schelten, / den wolte ich tiure gelten Freid
170,14;
Renner
7255
MWB 3,1 8,18; Bearbeiter: Richter |