katzenkint
stN.
‘Katzenjunges, junge Katze’ im Sprichwort (vgl. TPMA 6,449):
katzen kint gelernet wol mûsen Renner
13325;
kchaczn chind lernt wol maüsenn Freid (Sch)
96
MWB 3,1 175,14; Bearbeiter: Luxner
katzenkrût
stN.
‘Katzenminze’ (vgl. Marzell 3,309-313):
nepta: katzencraut Gl
3:562,28
(BStK285)
MWB 3,1 175,18; Bearbeiter: Luxner
katzenmist
stMN.
‘Katzenkot’
wor daz mol in den ougen nym
ruiz [Ruß] unde katzen mist unde salcz unde menge daz
mit czegener milch [Ziegenmilch] unde truckene is denne
unde rip daz czu puluer unde blos dem pherde in daz ouge Albrant
3,56
MWB 3,1 175,20; Bearbeiter: Luxner
katzenôr
stN.
‘Katzenohr’, hier als Bestandteil eines Personennamens:
her Gvnther katzenôr, ein burger von Strazburg UrkCorp (WMU)
N130,9
MWB 3,1 175,26; Bearbeiter: Luxner
katzenouge
swN.
‘Auge einer Katze’
lieber meister, ez sol an mîr / ein katzen ouge werden. / ichn
weiz niht uf der erden, / daz baz gesehe, dan si tut [dem König soll ein
fehlendes Auge mit dem Auge einer Katze ersetzt werden]
StrKD
2,27
u. ö.
MWB 3,1 175,29; Bearbeiter: Luxner
katzenritter
stM.
jmd., der zur Schau mit Tieren kämpft (vgl. DWB 5,299):
spil laͤut vnd loͤtern [Gaukler] vnd katzen ritter,
vnd ander puͦben, die guͦt mit unzuͤchten vnd mit suͤnden gewinnent
RechtssA
V27,51
MWB 3,1 175,34; Bearbeiter: Luxner
katzen|smër
stN.
‘Katzenfett’
nim chazensmer unde eines dahses smer unde bernsmer unde einer
alten geize smer Barth
143,11;
man sal nemen katzen smer vnde aloe glich uil
SalArz
116,13
MWB 3,1 175,39; Bearbeiter: Luxner
katzenspil
stN.
‘Spiel für Katzen’
[
dër wërlt
] lon ist ein katzen spil: / si zeiget vnd zucket / geliche als der
den halm rucket / durch schimpf den ivngen katzen vor TürlArabel
*R 67,12
MWB 3,1 175,43; Bearbeiter: Luxner
katzensprunc
stM.
‘Sprung einer Katze’, hier übertr. auf Menschen, die sich aus dem Fenster
retten, ‘waghalsiger, riskanter Sprung’
da wart gedain sulch katzen sprunck / van luden beide alt ind junck / zo den
vinsteren us HagenChr (G)
3129
MWB 3,1 175,47; Bearbeiter: Luxner
katzenvaʒ
stN.
‘Napf, Schale für eine Katze’
gip dir selber ûf dîn katzenvaz oder dînen kinden oder dîner katzen!
[seinen Handwerkern und Dienstleuten hingegen soll man das Essen in
grôzen schüzzeln geben]
PrBerth
1:91,6
MWB 3,1 175,53; Bearbeiter: Luxner
katzenvënsterlîn
stN.
‘Katzentür’
disiu kemenâte / ist niht volkumen, friunde mîn: / dort sölte ein katzen
vensterlîn / unden sîn an jener tür! Renner
4172
MWB 3,1 175,58; Bearbeiter: Luxner
katzenwurz (?)
stF.
wohl Bez. für den Scharfen Mauerpfeffer, eine Pflanze (mhd. Glossenbeleg; vgl. AWB
5,59 sowie Marzell 4,200-215; bes. 202 u. 214)
MWB 3,1 175,62; Bearbeiter: Luxner
katzenzagel
stM.
Bez. für unterschiedliche Pflanzen:
– Acker-Schachtelhalm (vgl. Marzell 2,233-259; bes. 247):
italica, centeramia: kazzvnzagel SummHeinr
1:195,307.
2:52,351;
arcontilla: katzenzagil Gl
3:535,11
(BStK947).
3:535,11
(BStK808).
– als Unkraut (lt. Gl. Bez. für Achillea Millefolium, die Schafgarbe; vgl.
Marzell 1,82-93; bes. 85):
den kacenzagil, daz vncrvt, / wil ich beduden alle fart PrHess
4,580
u. ö.
MWB 3,1 176,1; Bearbeiter: Luxner
katzstreichen
swV.
‘jmdn. (mit Berührungen) umgarnen, verführen’
sie schinent an den
gelezen [Verhalten] / der wibe, die des warten / daz
sie den mannen zarten / und sie die man katzstreichen / mit suzen worten weichen, /
biz sie mit in gestellen / alles daz sie wellen HeslApk
14113
MWB 3,1 176,10; Bearbeiter: Luxner
kauerære (?)
stM.
von lat. chaurarius (vgl. MlatWB 2,530)?
wohl ‘Fassbinder, Böttcher’ (vgl. DRW 7,566), hier nur als Bestandteil
eines Personennamens:
Chunradus chauer habet unam curtem que pertinet ad suum chaurgeriht
DRW
7,566
(NotizBlÖst.; a. 1257)
MWB 3,1 176,16; Bearbeiter: Luxner
kauergerihte
stN.
‘Dienstlehen eines →
kauerære
’ (vgl. DRW 7,566f.):
Heinricus Gallus habet I chaurgeriht, cuius sunt III prata, an der Vischerwis
UrbNAlteich
351;
DRW
7,566
(NotizBlÖst.; a. 1257)
MWB 3,1 176,22; Bearbeiter: Luxner
kauerlêhen
stN.
‘Dienstlehen eines →
kauerære’ (vgl. DRW 7,567):
Sighardus habet I chaurlehen, ad quod pertinet I iuger agri ultra pontem
UrbNAlteich
351;
Chvnradus habet I chaurlehen, ad quod pertinet curtis I in Awͤ et in
Helngersperge ebd.
351.
361
MWB 3,1 176,27; Bearbeiter: Luxner
kauwerzîn
stM.
→
kâwërzîn
MWB 3,1 176,33;
kaval
Subst.
vgl. afrz. cheval, queval; prov. cavalo; ital.
cavallo; s. Rosenqvist 1,129.
‘Pferd, Ross’
gar muot ez aber hern Gawon / und Ydiers und hern Ywon / und den Galeis
Parzifal, / daz erstochen waz sin kaval ParzRapp
103,23
MWB 3,1 176,34; Bearbeiter: Luxner
kavalerîe
stF.
vgl. afrz. chevalerie; s. Suolahti 1,121.
‘Ritterlichkeit’
engegen quam gerant / Grinet der ander wîgant, / ein helt von
Normandîe, / von des kavalerîe / gezieret was Frankrîche HvFreibJoh
270
MWB 3,1 176,39; Bearbeiter: Luxner
kâwerzîn, kauwerzîn
stM.
von afrz. caorsin bzw. mlat. cavercinus (vgl. Tobler/
Lommatzsch 2,35 und Du Cange 2,237c s.v. cavercini sowie 2,109 s.v.
caorcini); auch cow-, gau(w)- und verkürzt
karzîn.
ein ausländischer, christl. Geldverleiher und -wechsler oder Wucherer,
‘Kawer(t)sche, Kawerze’ (zur Sache vgl. DRW 7,679f., 2HRG
2,1694f. sowie LexMA 5,1090f.):
nim / die tûsent florîn / und füer dem cowerzîn, / dem ich
dâ gelten sol Ottok
34695;
das enhein cauwerschin, jude noch iudenne als ieman, die pfennige umbe gesuͦch
lihent, enhein kilchenschaz von niemanne verpfenden sol StRZürich (B)
198,27
u. ö.;
git [Habgier] machet also pitter /
die vrien und die ritter / [...]. / git ritent und lofent /
tuͦt, koufen und verkoufent / und uͤbent pfaffen, ritter vil / koflút, kawerschine
spil SHort
4990;
ein jude und ouch ein kârzîn, / die tuont dir lîhte mêr ze guot
Fressant
480;
darnah ist reht, daz man weder ze smitte, múle, ze sneideren, ze bade, ze
karzin, noh ze juden sol kaine pfant verbieten umb kainerlai gelt
StRNördl
6,21;
Erlös
6942;
UrkFreiburg
2:249,3
(a. 1297);
WeistGr
2,7
(a. 1321);
UrkCorp (WMU)
1953,5
MWB 3,1 176,44; Bearbeiter: Luxner
kebe (?)
swM.
→
kempfe
unter 2.3.1
MWB 3,1 177,4;
kebesbruoder
stM.
außerehelich gezeugter (Halb-) Bruder:
mit dem chebesbruoder er spilite Gen
898;
ein ritter hiez Pyctagoras, / der ouch sîn kebesbruoder
schein KvWTroj
29983.
35859;
die kebes bruder quamen dar / mit einer grozzen schar
Herb
10553
u. ö.
MWB 3,1 177,5; Bearbeiter: Luxner
kebese, kebes
stswF.
meist negativ konnotierte Bez. für eine (auch unfreie) Frau in einem
außerehelichen Liebesverhältnis ‘Geliebte, Konkubine, Nebenfrau’ (s. a.
kebeswîp
):
concubina: kêbes, kebswip SummHeinr
2:241,01.25;
ie möhte mannes kebse werden immer küniges wîp?
NibB
839,4;
ir [Kriemhild] jâhet mîn
[Brünhild] ze kebesen ebd.
846,3;
ob er mich ze kebese wolte hân – / ze konen wær ich im ze
smæhe Kchr
12130.
14115;
ist si kebs, si mac einen êman nemen SSpAug
141,20;
Kudr
1030,4;
Krone
11357;
Häslein
369
MWB 3,1 177,11; Bearbeiter: Luxner
kebeselinc
stM.
‘uneheliches Kind’
hêrre, dû solt ez haizen widertuon / an sînem kebeselinge. /
er nesol dîne hulde niemer gewinnen Kchr
13913.
7647.
– hierher oder als Bez. für jmdn., der in einem Konkubinat lebt (vgl. MlatWb
2,1216 s. v. 2. concubinatus; anders AWB 5,63):
pelicatus concubinatus: kebesoter, kebeselinc SummHeinr
2:410,268
MWB 3,1 177,22; Bearbeiter: Luxner |