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ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kolbe - collâcio    


kolbe swM. kulbe Tauler 431,7; Dalimil (B) 60,53; kalbe GTroj 1528. 1 ‘Keule, Knüppel, Streitkolben’
1.1 allg.
1.2 als (unritterliche) Waffe der Riesen und Wilden
1.3 Stock, Stab eines Hirten
1.4 als Attribut eines Narren (zur Sache vgl. LexMA 6,1023-1026)
2 ‘Stange, Stiel (eines Gerätes)’
3 ‘Stachel’ (?)
   1 ‘Keule, Knüppel, Streitkolben’    1.1 allg.: do slvͦch sant Sebastian den tiͤufel mit einem pliͤgenen cholben Konr 6,49; (als Folterwerkzeug:) do hiez er in mit pligienen cholben vaste ane slahen ebd. 13,19a; mit scharfen swerten was ez [das Rad] gar / und mit kolben wol beslagen Wig 6784; daz werte manic werder man / mit kolben und mit swerten Mai 121,25; Cain einen kolben gevie / und sluoc den bruoder an den nac EnikWchr 1346; bischolf Arnolt / mit sînem kolben Ottok 30015. 33492; wer nu heldes namen hatt / und den weyben dienen will, / der kem alldar, er vint ir vil / freuden der sein hertze gert. / er pringe kolben oder schwert HvNstAp 17070; der wirt lief sâ zehant / hinder die tür an eine want; / einen kolben het er gevangen Niemand 211; wan alle die toͤde der bluͦt stúrzungen, die kloppele, die kulben [Kolbenschläge] , die wunden, die vientliche antlitze der boͤsen lúte: dis alles ging ir [der Märtyrerin Cordula] durch ir herze und durch ir fantasien Tauler 431,7. – in Rechtstexten; als Gegenstand von Strafvorschriften: obe ieman swert, mezzer adir kolbin zuhit UrkFrankf 1,422 (a. 1303); geschehe aber, daz von ieman kolben oder stangen oder ungefuͤge schit, oder ander wofen in vintlicher wise erhaben oder erzogen wuͤrden WüP 41,7; ditz selbe ist ouch von mortkûlen odir kolben, di messîn, kupfrîn, îsrîn oder stêhlîn zanggen haben StRZwick 206; als Waffe im gerichtl. Zweikampf: wirt ir [Klägerin] aver ein kamph ertailt, sô sol man den nôtnufter [Vergewaltiger] ein [in] di erd begraben untz an den nabel [...]. und sol man im einen kamphcholben ein deu hant geben und sol einen rinch stræn um in mit strô ein der weit, daz er sei mit dem cholben erlangen mug RbRupr 138. – Sprichw.: man sol toren mit kolben lusen [lausen] RittermdN 202 (vgl. TPMA 8,392)    1.2 als (unritterliche) Waffe der Riesen und Wilden: mit îsenînen kolven / grôzen, die si [Riesen im Gefolge des Eneas] trûgen, / des hers si vil erslûgen En 7136; wâfens wâren si blôz. / waz ir wer wære? / zwêne kolben swære, / grôze unde lange: / den wâren die stange / mit îsen beslagen Er 5387. 5522; er truoc einn kolben alsô grôz Iw 469. 6683. 6726; GTroj 12141. 12463; des künec Gorhandes her / mit stehlînen kolben streit / ze vuoz Wh 35,21. 395,24. 396,13. 397,2. – der Bauern: sin [des Bauern] kolbe was vreislich ReinFu K,467; einen kolbn er [ ein starker gebûr ] in der hende truoc, / des kiule grœzer denne ein kruoc Parz 570,5; einer [der dörpel ] [...], / der treit einen kolben grôz, / der wil uns reigen bî der linden leiden SM:Go 3: 1,10. – der Zwerge: einen kolben er gevienc, / der im an dem arme hienc Wig 6669; Karriôz ouch vaste / mit sînem kolben ûf in sluoc ebd. 6681; im Vergleich: den wilden getwergen / furen si vil nach geliche [...]. / si furten cholben unde swert Dietr 6490. – der Gestalten der griech. Mythologie: dâ leite ich sînen [des Herkules] kolben / und alle sîne strâlen în KvWTroj 38716; mitt ainem kolben, den es trüg, / uff den erwelten es [Minotaurus] do schlüg GTroj 22051    1.3 Stock, Stab eines Hirten: sie trugen kolben v̄ bogen Wernh D 4046. A 3527; ouch truoc er bî den stunden / einen kolben in der hant KvWTroj 1661; der fürst [Paris als Hirte] luff den berren an / mitt ainem kolben fraisan GTroj 1530; ich verliche im den kalben [(humor. Ausdruck:) versetze ihm eins mit der Hirtenkeule (vgl. Glossar z.St.)] ebd. 1528    1.4 als Attribut eines Narren (zur Sache vgl. LexMA 6,1023-1026): ich bin under den wîsen / wol eines tôren genôz: / dâ wider bin ab ich ze grôz / zeinem fürsten sinnes [an Verstand] under in / die sô gar sint âne sin / daz man in tobender tôrheit giht, / wan ich trage doch tôren kolben niht ZwBüchl 230; sîn kugele [Kappe, Kapuze] was gevullet / mit zwein kæsen herte, / ein kolbe was sîn geverte UvTürhTr 2512; HvFreibTr 5142. 5159; einen kolben swære als ein blî, / den nemet zuo eime leitestabe HBirne 154. 182. – Sprichw. (vgl. TPMA 8,367-379): den [= tôren ] dunchet nihtes guot, / wan daz er mit sinem cholben tuot Trost 53; dis bîschaft sî geseit / dem tôren, der sîn kolben treit, / der im ist lieber denn ein rîch Boner 1,25    2 ‘Stange, Stiel (eines Gerätes)’ dy hack eine kulbin vbir sich richt, / [so auch jener,] wer sich vor sinen viendin czu gerichte gibt Dalimil (B) 60,53;    3 ‘Stachel’ (?): ire [der Schlangen] zegele [...] / hadden manegen colben [...]; / die warin crump alse engele sint TundN 458

MWB 3,2 420,7; Bearbeiter: Tao

kolbegêr stM. gêr, dessen Stange ein dickes Ende hat?: Olyuer der wygant, / der droich da in syner hant / eynen groessen kolue geyr, / dar mede verwan he meynch seyr [verwundet er viele] Karlmeinet 403,51

MWB 3,2 421,34; Bearbeiter: Tao

kolbelîn stN. Dimin. zu kolbe 1: der suochet ein schirmswertelîn, / einen buckeler und ein kölbelîn Renner 16759. – übertr., von keulenförmigem Blütenstempel: alsô diu lilje bringet diu goltvarwen kölbelîn von ir obersten mittel, alse hât uns diu reine maget brâht dich, hêrre Jêsû Kriste, wârer got, gekleidet mit der menscheite DvAOff 33

MWB 3,2 421,39; Bearbeiter: Tao

kolbenrîs stN. Zweig, den ein Narr als seine Ausstattung mit sich führt (vgl. → kolbe 1.4): heiz in komen in tôren wîs: / zehanden tragen ein kolbenrîs UvTürhTr 2480

MWB 3,2 421,46; Bearbeiter: Tao

kolbenslac stM. ‘Schlag mit der Keule’ des süll wir beid strît wegen / mit swerten und mit kolbenslegen EnikWchr 9530; EnikFb 2871. 3464; der den Merenbergære / tôte mit dem kolbenslag Ottok 11969; alsô was im daz houbet sîn / betœret von den kolbenslegen EnikFb 3477; [...] ein siechiu hübscherinne / ein buochsagær trunken, / ein valsch ros erhunken, / für kolbensleg ein strôhuot, / daz allez ist für niht guot Helbl 2,1449. ~ geben, wegen: mit gantzer krafft er es wag, / und gab im ainen kolben slag HvNstAp 7642; da [als] im der Wulgar / den ungefugen kolben schlag / hinten auff das haupt wag ebd. 7719

MWB 3,2 421,50; Bearbeiter: Tao

kolbenstreich stM. wie → kolbenslac : dâ wider bedürfe wir der gedult schiltes, ûf den wir enphâhen diu schôzbölzelîn scharpfer worte und etwenne ouch einen kolbenstreich müelîcher site und leider werke DvASchr 315,36

MWB 3,2 421,63; Bearbeiter: Tao

kolblat stN. ‘Kohlblatt’, in mediz. Anwendung: dit is ok eyn vorsucht arczedye: nym eynen vrosch, [...] nym de leueren vz, wint se in eyn kol blat, bornne se in eyme nuwen scheruene to puluere, gef se eme to drynkende myt warmen wyne OvBaierl 87,19; vnde lege eme eyn wycz kolblat ouer de wunden ebd. 149,8; so nym kolblatere, pech vnde galgan vnde gummi edere iclikes dre lot [...] ebd. 159,9

MWB 3,2 422,4; Bearbeiter: Tao

kolbrunst stF. ‘Kohlenmeiler’? dô wart dem kunic sô zorn, / daz von im gie ein tunst / als ûz einer kolbrunst Ottok 14912 (vgl. ebd. 36046 kolgruobe )

MWB 3,2 422,13; Bearbeiter: Tao

kolc stM. vgl. mnd. kolk, kulk "eine mit Waßer gefüllte Vertiefung, bes. ein durch die Gewalt des Waßers eingerißenes Erdloch; dann auch das strudelnde Waßer" (Schiller/  Lübben 2,518f.). 1 ‘Wasserloch, Teich’ (?)
2 ‘Sumpf, Pfuhl’ , bildl. (vgl. PreussWB (F) 1,403)
3 ‘Trug, Falschheit’ (? vgl. mot 2.5 )
   1 ‘Wasserloch, Teich’ (?): in der [ welt ] sullen vechten zwei volke / also vische tun an eime kolke Brun 11091    2 ‘Sumpf, Pfuhl’, bildl. (vgl. PreussWB (F) 1,403): des tûvils sun her Swantopolc / sich abir in der sundin kolc / tîfir und tîfir warf NvJer 6244; ân andir gemeine volc, / des vil dâ slant des tôdis kolc ebd. 21441. dirre Swantopolc, / allir erge ein tîfir kolc NvJer 6994; nû was der unvlâte kolc, / der unreine Swantopolc, / îtil allis gûtis ebd. 8744    3 ‘Trug, Falschheit’ (? vgl. mot 2.5): daz ir vehtet an allen kolc / steteclichen vor [für] unser volc Macc 6859; hierher auch Daniel 6409 (vgl. Anm.z.St.)?

MWB 3,2 422,17; Bearbeiter: Tao

kôle stF. quâle

MWB 3,2 422,34;

kôlegruobe F. ‘Grube der Qual, des Leidens’ [Gebet an Gott:] irbarme dih ubir dine hant getat, / wande [...] din gute [...] machit di arme sele fri / uz dirre colegrubin Litan 191

MWB 3,2 422,35; Bearbeiter: Tao

kôle-, kœlkrût stN. wie kôl : drîer kôlekrûte [dreimal täglich Kohl] / wirt im noch vil selten buoz: / dâ von strûbet im der nac Neidh WL 22:6,5; von dem kölkraut. caulis haizt kölkraut. daz hât ainen langen rôten stengel und hât grôzeu praiteu pleter, diu werdent rôt, wenn si der frost durchgêt BdN 394,2; setzet man ain haseln zuo dem weinreben, diu derrt im sein wurzeln und verderbt den weinreben, und daz tuot auch kolkraut ebd. 354,5

MWB 3,2 422,39; Bearbeiter: Tao

kolemeise stF. ‘Kohlmeise’ vnd wer eyne kolemeyse fienge mit lymen, ader mit slagegarn, der sal vnserme herrn geben eine falbe henne mit sieben hünkeln WeistGr 1,535 (a. 1324)

MWB 3,2 422,48; Bearbeiter: Tao

kolenmâz stN.? oder ist -mâze F. anzusetzen? ‘Hohlmaß für Kohle’ von den kolenmazen, da man kolen mete miszet, gebit man deme vicztum iodes jares vir schillinge WeistErf 139 (1. Hälfte 14. Jh.)

MWB 3,2 422,52; Bearbeiter: Tao

koler stM. ‘Köhler, Kohlenbrenner’ (s. a. → kolner ): alle koler, swie si genant sint, suln secke haben zu irn koln [...] und suln ie zwene seck koln geben umb 7 haller und niht hoher NüP 126; die coler sol man setzen von der stat uber anderthalb meile, unde inwendic anderthalber meile sol man niht colen brennen bei der stat umbe und umbe ebd. 174; die minnære, / dien ir frowe nicht gan ir ougen blike: / die sint wol koler genôz, / wan die ruowe sint lære, / und die müezzen haken unde riuten SM:Had 17: 1,5. – als Bestandteil von Personennamen s. WMU 2,1019:

MWB 3,2 422,57; Bearbeiter: Tao

colera F. aus griech.-lat. cholera; Akk.Sg. auch in lat. Flexion: coleram (z.B. SalArz 16,25. 29,47. 53,22; HvHürnh 39,11; BdN 88,17. 341,9 ). ‘Galle’ (Körpersaft; vgl. ausführlich → 1galle und 2DWB 2,1128): da [in der Leber] werdent die uier vuchte [...] : blut, colera, flecma vnde melancolia SalArz 1,54. 3,46 (mit längeren Ausführungen zu verschiedenen Arten von ~ ); di nature heiset sust: di erste heiset colera, di ist heis unde trocken; di ander heiset sangwis [...] Macer Prosavorr. 22; di wermute furbet di coleram oben vnde niden uz dem magen SalArz 83,44; der pforr ist haiz und trucken [...] und pringt auch die pœsen fäuht in dem leib, diu colera haizt BdN 415,34; aber wem träumt von fewer und von plitzen und von kriegen, der hât vil materi in im, diu dâ haizt diu rôt colera ebd. 53,11; und wem träumt, daz er vil swarzer ding sehe oder prauner ding oder der im vil fürht und vil derschricket in dem slâf, der hât vil in im der materi, diu dâ haizt diu swarz colera oder melancolia ebd. 53,18; di rote colera machet den menschin tzornic SalArz 5,36; ich [ der aventiure hauptman ] bin haiz und fuͤhte, / an miner menschait alsus / bin ich der art sangwineus; / colera regiert auch mich, / diu ist haiz und trucken [...] / an mir regniert auch flema [...] WhvÖst 3311. – im Zusammenhang mit den Jahreszeiten: da [im Juni] hebit sich der rotin colera merunge vnde werit biz in den manen [...] september SalArz 5,4; HvHürnh 38,7; der herbst ist ain kalte zeite unnd trukenn, in dem sich erhebtt die schwartz colera unnd ist nutz ze essenn haiß unnd naß speise ebd. 39,7. 39,11. – als Ursache bestimmter Krankheiten: daz hilft in für die darmgiht und wider den siehtum, der von der fäuhten colera kümt BdN 446,21; so daz houbit we tut uon der colera di da rot ist SalArz 30,17; jst iz [die Augenentzündung] uon der rotin colera ebd. 35,30; vil dicke wirt diu lungel wund von der colera Barth 152,7; causon ist di brennende sucht vnde wirt, so sich di colera erzundet in den adern, di da nahen bi dem herzen sint SalArz 68,31; sô vertreibt si [Birne] des leibes hinlauf [Durchfall] , der dâ kümt von colera in dem leib, daz ist ain pitter peizent fäuhten in dem leib und ist gel und grüen BdN 340,27. 345,29. 358,12

MWB 3,2 423,5; Bearbeiter: Tao

colerisch Adj. ‘mit der gelben Galle in Beziehung stehend’, daz colerische zeichen, Sternzeichen, dem die gelbe Galle zugeordnet ist: unnd ist die sunne in dem colerischen zaichenn, so sol man scharppf machenn die ertznei. wann sunne und man sind in dem colerischen zaichen, wirt dann ertznei genomen, die kümt ze nütz HvHürnh 58,11

MWB 3,2 423,50; Bearbeiter: Tao

kolerlêhen stN. "vermutlich nach Leiherecht zum Zwecke des Kohlebrennens ausgegebenes Waldland" (DRW 7,1169): Lauatte hat 1 lehen pei Valmulare, daz ist 1 cholerlehen UrbSonnenb 111

MWB 3,2 423,57; Bearbeiter: Tao

kœlgarte swM. ‘Kohlgarten’ item 1 koͤlgarten, lit vor dem nidern tor UrbHabsb 2,1:546,2

MWB 3,2 423,61; Bearbeiter: Tao

kôlgras stN. 1 ‘Kohl’
2 ‘Koriander’
   1 ‘Kohl’ caulis: choli, colgras SummHeinr 2:223,230; weitere mhd. Belege AWB 5,302    2 ‘Koriander’ colandrum: kolgras SummHeinr 1:201,401. 2:55,420. 2:212,119; weitere mhd. Belege AWB 5,302

MWB 3,2 423,63; Bearbeiter: Tao

kolgruobe stswF. Grube zur Holzverkohlung; hier nur in Vergleichen: der tunst ouz ir [der Kämpfer] libe rouch / in aller der gebære, / sam ouf dem wale wære / tousent chol gruͦb erzundet an Dietr 8852; sîn ors daz sach man temphen / alsam die kolgruoben Reinfr 8671; dô der abt daz vernam, / daz er niht von sinnen kam, / daz was ein wunder grôz: / der krucken er manigen stôz / tete mit der nasen, / [...] ûz der platten im brach / und ûz dem hirne ouch / ein tamph und ein rouch / als ûz einer kolgruoben Ottok 36046

MWB 3,2 424,4; Bearbeiter: Tao

kôlhenger stM. Bedeutung und Etymologie unklar; „in Speyer und Heidelberg vorkommende Bez. e. wohlhabenden, zunftgebundenen Bürgers, der vermutl. Feldfrüchte anbaut” s. DRW 7,1169 (mit zwei mhd. Belegen): wir die dritzehen gezunfte zu Spire, [...] die kolhenger, gertner unde ackerlute UrkSpeyer 297,1 (a. 1327); [Zunftsiegel mit d. Aufschrift:] der kolhenger. Spir DRW 7,1169 (Siegelsammlung; a. 1327)

MWB 3,2 424,15; Bearbeiter: Tao

kolhopfe swM. Ansatz unsicher; kol- wohl kontrahiert aus kogel (eine Nebenform von → gugele F. ‘Kapuze’), -hopfe zu hebe swMF. ‘Hefe’ (vgl. Kluge, S. 377) oder zu 1hupfen swV. (vgl. DWB 4,1,6,1050 )? – ein Gebäck, ‘Gugelhupf’? er machet einen kolhopfen [vgl. Anm.z.St.] KgvOdenw (S) 2,68

MWB 3,2 424,24; Bearbeiter: Tao

koliander, koriander stM. aus lat. coliandrum, coriandrum (vgl. auch SalArz 55,12. 76,21 u.ö.; BdN 227,3. 395,8; coriandron [: linpollon ] VMos 78,29 ); durch Vermischung mit holunter auch holinder; entstellt choller und krollo, krolle (swM.); zur Formenvielfalt s. Marzell 1,1160. – ‘Koriander’ coliandrum: kolinder, holinder, krollo [La. krolle ] SummHeinr 1:192,280; coriandrum: kolinder, krollo ebd. 2:51,331; collindir ebd. 2:224,234; choller Gl 3:679,23; coriander ebd. 3:539,3; weitere Glossenbelege des 12. bis 14. Jh.s s. AWB 5,312 (s.v. koriander) und 457 (s.v. kullanter, kolinder, koller); der coriander mit getrockentem winber [...] gestosen Macer 30,3; swer den coriander liset dez morgens ebd. 30,11; col, ruͦte, coliander, girstinmel ebd. 50,2; corianders same ebd. 30,4 u.ö.; corianderz saf ebd. 30,8

MWB 3,2 424,31; Bearbeiter: Tao

collâcio, collâcie F. aus lat. collatio; oft lat. flekt.; Akk. Sg. auch collacione StatDtOrd 43,29; collazien HvFritzlHl . 1 ‘abendliche Lesung’ aus Cassians ‘Collationes Patrum’ oder anderen erbaulichen Schriften
2 ‘abendliches Lehrgespräch, predigtartiger Vortrag’
   1 ‘abendliche Lesung’ aus Cassians ‘Collationes Patrum’ oder anderen erbaulichen Schriften: jst ez abir ein vast tag, som [= so man ] denne vespir gesingit vnde ein chleinnv stunde hin chvnt, so svns gan ze collatione BrEng 42; den brûderen, die ambeht hânt, ist erloubet, daz sî underwîlen von gotes dieneste unde von collatione sîn [fernbleiben] , sô sî die nôtdurfte ir ambehte dar kumen niht enlêzet StatDtOrd 35,14. – ‘abendlicher Umtrunk (während der Fastenzeit)’ (mit oder ohne Lesung; s.a. → âbenttrinken stN.): von der collacione StatDtOrd 27,34; alle tage, sô man vastet, sô sulen die brûdere collacione halden ebd. 43,29; an dem tage, sô collacio ze halden ist, sô sulen die brûdere nâch vespere vor complête zu trinkene zu collacien kumen unde sulen dâ [...] nemen daz trinken, daz man in dâ schenket ebd. 44,1; sint man in anderen geistlichen lebenen [Orden] , sô man nahtes zu collatione trinket, die lectien hat, die sî alle swîgende hôrent, so manen wir des die brûdere, daz sî zu collatio ir swîgen halden ebd. 44,7; die brûdere in den hûseren sulen âne sunderlichen urlop niht trinken ûzwendic des ezzenes, ez ensî denne wazzer oder zuhant nâch nône oder zu collatione oder mit gesten ebd. 57,12; so er denn ze collacion oder ob tische also turstige den win von im saste [von sich wegschob] Seuse 47,21    2 ‘abendliches Lehrgespräch, predigtartiger Vortrag’ daz sint die rede, die [...] der prior von Erfurt, bruoder Eckhart predigerordens mit solchen kindern hâte, diu in dirre rede vrâgeten vil dinges, dô sie sâzen in collationibus mit einander Eckh 5: 185,6 (vgl. Anm.z. St. und Largier, Eckh. 2,793); dis ist ein collacie [vgl. Erl. dazu S. 307 u. 379] meister Ekarts PrWack 59,91 (= Eckh 3:69,2App ); lob und ere und dank si dem an dirre collacione der vol ist guͤti und wissenhait und aller suͤssekait PrGeorg 56,26; hie wollen wir dise collazien lâzen HvFritzlHl 17,19. 26,38. 44,39. – Lit.: LexMA 3,33 und 2,1550f.; Y. Koda, Mystische Lebenslehre, in: E. C. Lutz, Mitttelalterliche Lit., Freiburg (Schweiz) 1997, S. 242-249

MWB 3,2 424,48; Bearbeiter: Tao