kürbiʒwurz
stF.
‘Rainfarn’ (vgl. Marzell 4,581ff., s.a. AWB 5,540):
tanacetum: curbuzwurz Gl
4:361,17;
tanaceta: chirpizvvrz ebd.
3:512,48
MWB 3,2 767,61; Bearbeiterin: Herbers
kürbler
stM.
‘Korbmacher’, als Bestandteil eines Personennamens:
ein gvͦt [...], das koͮft er von Heinin dem
kv́rbler UrkCorp (WMU)
N675,37
MWB 3,2 768,1; Bearbeiterin: Herbers
kürbuoch
stN.
‘Sammlung städtischen Rechts’ (s.a. DRW 8,146):
it. des fatersdages du die burgermeister ende die wercmeister ende Sanders der
schriver losen dat korbuch zuͦ des bruwers huis StRechAachen
411,11
MWB 3,2 768,4; Bearbeiterin: Herbers
kurc
Adj. , kurze
Adv.?
Etymol. unklar (Grimm, Dt. Gr. 2,275), zu kiesen swV., kür
stF.? (Lexer 1,1792).
‘auserwählt, ausgezeichnet; sichtbar, deutlich’, Adj. (attr., präd.):
sîn [Gawans] herze was ze velde ein
burc, / gein scharpfen strîten wol sô kurc, / in strîts gedrenge man in sach
Parz
339,6;
[
Gyburc
] diu mit toufe kurc / was manigen ougen
worden / durh kristenlîchen orden Wh
9,14.
66,14.
228,19;
so was min swester Kyburg / an wibes shoͤne ie so kurg /
daz kein shoͤne fuͤr sie mizzet Rennew
24258;
Albreht der furste kurc Ottok
30633.
6753.
1834;
ich [Maria] bin erkennig, nennig, kurc
Frl
1:10,1;
die burc. / diu was durch und durch kurc, / gezieret wünnenclîche
/ und aller habe rîche UvZLanz
5524;
dar inne [in der Burg] stund ein sule
kurk: / die waz so gar durch finet, / durch glentzet und durch schinet
Minneb
146;
der tugende kurk Hiob
15525;
Albreht, ein lustic kumpân, / dâ was
[...], / zu tisch wîse, zu strîte kurc
Kreuzf
974;
TürlArabel
*A 199,22;
sin list, durchliljet kurc Frl
8:26,7
(oder als Adv. aufzufassen? s. FrlWB, S. 201)
– Adv. kurze (?):
[Klage Kurnevals um den Tod von Tristan und Isolde:] sich,
werlt, diz ist dîn lôn, / den dû zu jungest gibest in, / die dir zu dienest iren
sin, / lîp und herze neigen: / den kanstu kurze [La.
kvrke
] erzeigen / die valschen in der letzten stunt
HvFreibTr
6624
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 3,2 768,9; Bearbeiterin: Herbers
kurdewân
stNM.
aus afrz. cordouan;
große Formenvielfalt, auch korrûn und churrun mit
Assimilation von rd zu rr und Endung -ûn (s. Suolahti
1,139), kuderwan, korduwân, kurdual,
karallander.
‘Ziegenleder aus Cordoba’
aluta: kurdual, curdual VocOpt
21.023;
daz gerieme daz was corduwân En
5770;
churrun daz rote [vgl. de pellibus arietum
rubricatis Ex 36,19]
VMos
81,8;
swenne ich fuoz unde bein / hân gezieret mit den zwein / hosen und schuohen
von korrûn [: zûn
]
Helmbr
321;
korduwân ist das / leder, das gemachet ist / von geisvellen
Ammenh
11778;
dy schaidt, und do das swert in laidt, / die ist von karallander
EckenlE7
82,8;
kuderwan NüP
92;
vnd ensvlnt kein kurdewan, das gegerwet ist, anderwarbe in machen
UrkCorp (WMU)
N159,25.
548ABC,13,12,37;
WolfdD (H)
1390,3;
Lanc
465,24
MWB 3,2 768,37; Bearbeiterin: Herbers
kurdewænære
stM.
aus afrz. cordouanier (Suolahti 1,139); auch corde-
UrkKölnSchr .
‘Hersteller von Korduanleder; Schuhmacher’
ein kurdiwæner wæhen schuoch / nâch lobelichen sachen / mac
niemer wol gemachen KvWTroj
114;
dis sint aber die antwerck: rintsuter und kurdewener StRStrassb
91,3;
daz die kvrdewenre meistere vn̄ kurdewenre vn̄ die ledergerwere
mittenander mit liebe lebent UrkCorp (WMU)
N159,24;
ir hûz in kurdewenre gassen ebd.
N202,13.
– als Berufsbezeichnung oder Bestandteil eines Personennamens:
Scheller der kurdewenr UrkCorp (WMU)
1126AB,31;
Iohannes cordewenre et uxor eius UrkKölnSchr
1,353
(12. Jh.).
1,246
(12. Jh.)
u.ö.
MWB 3,2 768,54; Bearbeiterin: Herbers
kurdewænæremeister
stM.
‘Korduangerbermeister’
daz die kvrdewenre meistere vn̄ kurdewenre vn̄ die ledergerwere
mittenander mit liebe lebent UrkCorp (WMU)
N159,23
MWB 3,2 769,4; Bearbeiterin: Herbers
kurdewângaʒʒe
swF.
‘Korduangasse’
in der alten kurdewongasse UrkStraßb
7:152,23
(a. 1347)
MWB 3,2 769,8; Bearbeiterin: Herbers
kurdewânhût
stF.
‘Ziegenfell aus Cordoba’
de pelle hircina scilicet korduanhut UrkNiederrh
3,261
(a. 1338)
MWB 3,2 769,10; Bearbeiterin: Herbers
kurdewænîn
Adj.
‘aus Ziegenleder ( →
kurdewân) hergestellt’
die schuͦhe kurdewan [: ane
] , die
hosen pfellorin WolfdD
1390,3
MWB 3,2 769,13; Bearbeiterin: Herbers
kurdewænisch
Adj.
‘aus Ziegenleder ( →
kurdewân) hergestellt’
cordewonische schue WeistGr
1,675
(o. Dat.)
MWB 3,2 769,16; Bearbeiterin: Herbers
kurdual
stNM.
→
kurdewân
MWB 3,2 769,19;
kure
stF.
→
kür
MWB 3,2 769,20;
kure
swM.
‘(amtlich bestellter) Prüfer’
ez suln auch die kuren zu stechen oder zu schnyden swaz bozzet haller für sie
kumet StRRotenb
500;
swer [...] sich der kurn wert der bezzert zehen
schillings haller dem rihter ebd.
500
u.ö.
MWB 3,2 769,21; Bearbeiterin: Herbers
kûre
stF.
aus lat. cura (s. Suolahti 1,139) oder zu →
kür
3
‘Art und Weise, Beschaffenheit’?
‘Pflege’
dar nâch sô kêrt er unde gie / für den alter alzehant / und leite
sînen prîsant / dar ûf den göten z’êren, / daz si geruochten mêren / sîn heil mit
hôher kûre [: figûre
]
KvWTroj
9641;
an im [Junos Apfel] lac hôher künste
flîz / von meisterlicher kûre [: mixtûre
]
ebd.
1401
MWB 3,2 769,26; Bearbeiterin: Herbers
küren
swV.
‘etw./jmdn. aussuchen, (aus)wählen’
do wart maler vil besant, / die im do bilde entwurfen für, / ob er
iender keines kuͤr / daz sinem bilde wær gelich WhvÖst
736;
Gedeon was wol gekort, / daz er solde gesigen vort HistAE
1439;
die meister sprechent, weder bezzer sî: kraft der kriuter oder kraft der worte
oder kraft der steine? man sol sich dar umbe berâten, welhez man kür Eckh
1:306,1
MWB 3,2 769,34; Bearbeiterin: Herbers
kûren
swV.
‘kauern, hocken’
er sprach: ‘lazet jene truren / die uf der werlde kuren /
und niht sich rihten in den himel. [...]’
Vät
7424
MWB 3,2 769,43; Bearbeiterin: Herbers
kurgeselleschaft
stF.
‘Wahlkollegium der Kurfürsten’
der bâbst [...] / wart der
kurgeselleschaft / sô swære an der botschaft, / daz si erschrâken darab. / und doch
wurfen si die hab / durch die vorhte niht hin Ottok
12475
MWB 3,2 769,46; Bearbeiterin: Herbers
kurhërre
swM.
‘Kurfürst, Wahlmann’
niemen weste, wanne / sich die kurherren sider / wolden samnen
hin wider Ottok
12229;
dô begund der bâbest râten / den kurherren gemein ebd.
12087.
12721
u.ö.;
von Almanien dî kurhêrn / [...] weltin
an daz rîche / von Lutzilburc grêven Heinrîche NvJer
25384
MWB 3,2 769,51; Bearbeiterin: Herbers
curîe
stF.
aus afrz. cuiriée (Tobler/ Lommatzsch 2,1137).
‘das Füttern der Jagdhunde mit Teilen der Eingeweide des erlegten Tieres’ (s.
2Okken, Tr. 182f. und Dalby, Mediaeval Hunt 128f.):
als hât diu jegerîe / den selben namen curîe / von
cuire [Haut (eines erlegten Tieres)] vunden unde genomen
Tr
3026;
sus begunde er sînem hêrren sagen / von ende sîniu mære, / wie
vollekomen er wære / an höfscher jegerîe / und wie er die curîe / den hunden vür leite
ebd.
3316.
2962
u.ö.
–
Lit.: Herbert Kolb, Ars venandi im ‘Tristan’, in: Fs. Kurt Ruh zum
65. Geburtstag. Hg. von Dietrich Huschenbett u.a., Tübingen
1979, S. 189-192
MWB 3,2 769,58; Bearbeiterin: Herbers
kürlich
Adj. , kürlîche(n)
Adv.
auch kor-
MarcoPolo .
1
‘ausgewählt, ausgezeichnet, erlesen’
1.1 Adj. (häufig bei Konrad von Würzburg) 1.2 Adv. 2
‘sichtbar, deutlich’ , Adj. (s.a.
kurc
) 3 (durch Schiedsrichter) ‘entschieden’ , Adv.
1
‘ausgewählt, ausgezeichnet, erlesen’
1.1
Adj. (häufig bei Konrad von Würzburg):
ein wîp / diu alsô kürlîchen lîp / hete Wh
257,24.
11,28;
GTroj
2456;
PleierMel
7499;
ez wart in Engellanden / sô kürlich ritter nie geborn
KvWTurn
89;
der künic [...] fuorte den
kürlichen helt / mit im von dannen KvWSchwanr
372;
KvWTroj
10170;
vil manec kürlich degen KvWTurn
266;
sô lûter nie kein feine [Fee] / noch kürlicher
wart gesehen KvWPart
12507;
KvWTroj
2143.
–
ouch was ez [Pferd]
kürlîcher kust [Beschaffenheit]
Tr
6673;
sin [des kastilischen
Pferdes] gebaine wandels bar, / kurlich, hoche und frech, /
an der farwe als ain bech GTroj
3985.
9231;
ouch vuort’ er an sîner hant / geslozzen in zwei wint bant /
zwêne winde kürlîch DietrGlesse
145.
–
der kunig hot do eyn pallas wol groz, das ist bedact mir korlichim
golde allinthalbin MarcoPolo
50,12;
ein swert kurlîch DietrGlesse
655;
KvWPart
5802;
si zogten ûf den sâmen / in zwein kürlichen parten
KvWTurn
717;
sô kürlich werc enwürde nie / geworht ûf al der erden
hie KvWTroj
17623.
–
din kurlich riten JTit
5390,2
1.2
Adv.:
vil minneclîche scheiden sach man an der stunt / die
snellen Burgonden von Rüedegêres man [La. die sah man
chvrlichen stan
]
NibB
1293,3;
des helmes tach kurlich gemaitt / was ain tier
[= tiure
] gefintt [=
gefînet
] rubin GTroj
1022.
–
‘wohlüberlegt’
inde cureliche sprehe ich, dat si [die
Tugend] is ein meister aller guder ge denke inde worde,
inde werke Lilie
2,17;
doch wil ich [...] / kurzliche
[La. kurliche
] ruren
[erwähnen] ir [der
Wunderzeichen] ein deil Elis
10476
2
‘sichtbar, deutlich’, Adj. (s.a. →
kurc
):
ist, das mir der Nêkir kurlichen schâden tuͦt an den wisun, so sol man
mir an dem zînse liben [nachlassen]
UrkBebenh
17,220
(a. 1312)
3
(durch Schiedsrichter) ‘entschieden’, Adv.:
die bruodere süllen enheinen kriec han; werdent sy aber kriegende von dem rate
des tüfels, so soll der krieg kurlich enden SchweizId
2,448
(GFD 4; a. 1314-1321)
MWB 3,2 770,7; Bearbeiterin: Herbers
kürlop
stN.
‘hohes, vorzügliches Lob’
für daz er swert begunde tragen, / daz nie kein kindischer man /
kürlobes mê gewan UvZLanz
6904
MWB 3,2 770,48; Bearbeiterin: Herbers
kurmiete
stF.
rhein.-westfäl. Rechtsausdruck (s. DWB 11,2813); zur Sache s. LexMA 1,2071f. und
2HRG 1,554 s.v. Besthaupt; s.a. MlatWb 2,2138 s.v.
curmeda.
Abgabe an die Herrschaft, in der Regel das beste Stück Vieh:
corimedem id est vorehure [Vormiete]
UrkKölnSchr
2,1:27
(12. Jh.);
si qua in taxatis bonis nomine corimedis UrkNiederrh
1,328
(a. 1178).
1,118
(a. 1051).
2,475
(a. 1285);
UrbPrüm
34,3;
weitere Belege s. DRW 8,170ff. s.v. Kurmede
MWB 3,2 770,51; Bearbeiterin: Herbers
kurnagel
stM.
als Bestandteil eines Personennamens, evtl. für einen Nagelschmied? (s.
Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez. S. 300):
her Gotzo kurnagel UrkCorp
N451,27.
N444,37
MWB 3,2 770,61; Bearbeiterin: Herbers
kürne
stF.
auch qui-.
‘Mühle, Mühlstein’
mola: chvrni Gl
3:629,33;
mola a rotunditate, ut mala kurn / kuerna SummHeinr
1:368,373;
scussorium: quirn ebd.
2:480,365.
–
‘Handmühle, Ziehmühle’
dâ laid er arbait genuoc: / den wit
[Brennholz] er dâ vaile truoc, /
[...] die kurne zôh er tägelîche Kchr
1759.
3849;
in der selbin tage zil / fuͦrten si
in [Sampson] gein Gaza / und twungin in das er alda /
muͤste [...] eine kúrne tribin / und in maln
gar ir chorn RvEWchr
21097;
Vät
20843.
– sprichw.:
dennoch [La. dar nâch sô
] melt [
→
maln stV.] mîn kürne [darauf habe ich es
abgesehen]
Neidh (HW)
18,9
MWB 3,2 771,1; Bearbeiterin: Herbers |