k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
contrâte
stF.
aus ital. contrata (Suolahti 1,127).
‘Gegend’
du gist aller contrate mit tschoie ein hochgemüete
Tannh
3,61
MWB 3,2 464,62; Bearbeiter: Plate
convënt
stM.
aus mlat. conventus
‘Versammlung’, hier ‘Kloster, Stift’ (MlatWB 2,1823 unter
I.B.3.b.#g+b#g-).
‘Konvent, Kloster, Stift (als Gemeinschaft, Körperschaft oder Gebäude)’
1 die Gemeinschaft (synonym gemeine, samenunge ) 2 als Körperschaft 3 das Gebäude
1
die Gemeinschaft (synonym gemeine, samenunge):
wir, der conuent des gotteshûs von Beinwil UrkCorp (WMU)
876,40;
jch Wernher, apt ze Reichenpach, vnd alle die samnvͤnge vnd die gemein
des conventes ze Reichenpach ebd.
1755,3;
tvͦt ain swestir ain dinc, [...] dauon diu
samenunge betruͤbit mac werdin, [...] daz sie sich
daran bezzir und der conuent mit uride belibe PrGeorg (Sch)
17,323;
daz er kom in den kor gende an sant Agnesen tag, do der
convent hat enbissen ze mitem tag Seuse
10,12.
– im Deutschen Orden die Kommende:
in allen hûseren, dâ convent von brûderen ist, daz sint
zwelf brûdere unde ein commendûr zu der gezal der iungeren unseres hêrren jhêsu
christi StatDtOrd
41,18,
im Unterschied zu kleineren Gemeinschaften:
in den hûseren, dâ niht conventes ist ebd.
37,9
(=
in den cleinen hûseren ebd.
41,30).
– bezogen auf die Gemeinschaft der Jünger mit Jesus:
drizehen [Brüder] nach dem
heligen convent únsers herren Mechth
4: 27,71,
vgl. oben
StatDtOrd
41,18
2
als Körperschaft:
unde dâ von hât man des site, ez sîn frouwenklôster oder mannesklôster swâ
convente sint PrBerth
1:43,4;
item daz nieman in vnser statt sin hus noch hofstat ze deheinem convent noch
samnung geben noch ordnen sol StRBern
1/2:113,22
3
das Gebäude:
swanne die brûdere niht sament ezzen in deme convente,
swelich brûder dâ zu bûze sitzen sal, der ezze in deme gecelde des meisteres
[...] unde halde dâ die gewonliche bûze, alse ob er
seze in dem convente StatDtOrd
118,8;
sie aß im convent und schlieff mit der samenung
Lanc
112,20;
do er in einem froͤmden convent vil ellendeklich ze
bet gelag Seuse
69,4.
87,18
MWB 3,2 465,1; Bearbeiter: Plate
convëntbruoder
stM.
‘Klosterbruder, Konventuale’
meinem svn hern Albern dem Svnnberger [...], der doselb
[in der Benediktinerabtei St. Lambert in Altenburg]
conuentpruder ist, vnd auch do got dienen schol vnz an sein end mit rechter gestleicher
gehorsam UrkAltenb
114
(a. 1306);
nvͦ sage ich dir von den conuente bruͤdern. daz hobeth von dem
conuent daz ist bruͦder Herstvͦl SelbhReg
436,24
MWB 3,2 465,39; Bearbeiter: Plate
convënthërre
swM.
‘Konventsherr, Konventuale’
an die hant hern Chuͤnr. Doͤrflingers, der conventherre ist des
vorgenanden gotshuses ze Schafhusen UrkZürich
11,245
(a. 1330)
MWB 3,2 465,48; Bearbeiter: Plate
convëntkopf
stM.
‘Becher, wie er im Kloster üblich ist’
daz kruͤgli waz [...] enklein
groͤsser den en conventkopf Seuse
49,7
MWB 3,2 465,52; Bearbeiter: Plate
convëntswester
stF.
‘Klosterschwester, Konventualin’
die wile Jvte, vnser convent swester, lebet UrkCorp (WMU)
1773,44;
swester Mijen Gnuͥrserren, siner swester, duͥ convente swester ist
an Oͤtenbach UrkZürich
11,41
(a. 1326)
MWB 3,2 465,55; Bearbeiter: Plate
convëntvrouwe
swF.
‘Konventsdame, Konventualin’
jr tohter Jvten, div vnser conventvrowe ist UrkCorp (WMU)
1773,36
MWB 3,2 465,60; Bearbeiter: Plate
converse
swM.
‘Laienbruder, Konverse’
brvͦder Johans, des gotzhvs convers vn̄ schaffener von Klingendal
UrkCorp (WMU)
2026,3.
590,29;
UrkZürich
11,99
(a. 1328);
die munche sich versunnen des, / daz dem edeln herren gut / nicht
vugete ein sulche demut, / daz er [nur] ein convers were
Pass I/II (HSW)
14609;
einew kom her zu uns, die hiezze Reichilt von Gemmershaim, mit irm elichen wirt,
der wart ein convers EbnerChrist
10,10;
do hate ein leybruͦder, der waz ein suter, vil
úbermuͤtklich mit im geredet [...] do ze abent
wart und der selb bruͦder in dem siechhus ass, do gie der diener fúr daz
siechhus stan warten, wenn der convers her us giengi Seuse
86,12;
[...] der muniche und der converse und ouch der novicien sele
[...]
HlReg
90,9.
27,29;
BuchdRügen
557;
Dalimil
97,29.
97,34.
MWB 3,2 465,63; Bearbeiter: Plate
konvrouwe
swF.
‘Ehefrau’ (vgl. →
kone
swF.):
jch Popp von Liebenberch vnd min chon frowe Offmey UrkCorp (WMU)
2329,2;
ich mit sambt meiner chonnfrowen Mechthilden UrkKlostern
1,87
(a. 1303);
UrkEnns
5,606
(a. 1306);
seyt ich hab verloren / mein schone frauwen [l.
chonfrauwen Hs. A] wol geporen /
[...] leichte wurd ich da erslagen, / so kumpt mein sele
doch zu ir: / wie mocht paß geschehen mir HvNstAp
3075
MWB 3,2 466,16; Bearbeiter: Plate
konwîp
stN.
→
konewîp
MWB 3,2 466,25;
kopf, koph
stM.
ahd. und bis in die 2. H. des 12. Jh.s nur in der Bedeutung ‘Trinkgefäß’;
der einzige Beleg des AWB in der Bedeutung ‘Kopf’ stammt aus einer
Glossarüberlieferung des 13. Jh.s (BStK 287 = Innsbruck 711, Bl. 25a) und ist dort
nachträglich übergeschrieben. – Zur Wortgeschichte vgl. Augst, Haupt und Kopf, auf
umfassender Beleggrundlage.
1
‘Becher, Kelch, Pokal’ , meist ein halbkugelförmiges Trinkgefäß, das im
Unterschied zu
napf
und
schal
( 2
‘Hirnschale (vgl. → hirnkopf), Schädel, Kopf’ von Menschen und
Tieren, als expressiv-affektives Kraftwort seit Anf. 13. Jh. vereinzelt statt
houbet
(Erstbeleg Roth Hs. H, nicht bei den
Autoren der mhd. Klassik), häufiger seit 2. H. 13. Jh. (aber noch nicht im
UrkCorp ), wobei jedoch houbet das Normalwort für
‘Kopf’ bleibt. dürfte bereits vor Beginn der Überlieferung als
Gefäßmetapher aus 1 entstanden sein, sichere Belege für Lebendigkeit des
metaphor. Bezugs fehlen (Augst, Haupt und Kopf, S. 172-177). wird vor allem in
drastischer Schilderung von Gewalt gegen den Kopf gebraucht, außerdem in
Beschreibungen von negativ (als hässlich, greulich, gefährlich oder auch niedrig,
verwerflich usw.) gesehenen Personen, noch selten als Normalwort ohne erkennbaren
Nebensinn 2.1 als Gegenstand von Gewalteinwirkung, besonders im Kampf 2.2 in Personenbeschreibungen 2.3 für den Tierkopf, als Normalwort 2.4 Wendungen
1
‘Becher, Kelch, Pokal’, meist ein halbkugelförmiges Trinkgefäß, das im
Unterschied zu →
napf
und →
schal
(
ich hiez in schenken über al, / in kopfe, in napfe, in silberschal
UvLFrd
188,22 )
Deckel und Fuß hat (Augst, Haupt und Kopf, S. 186f.; Schultz, Höf. Leben 1,
376f.; Weinhold, Dt. Frauen 1, 104f.); literar. meist als höfischer
Luxusgegenstand:
–
[allegorisch:] noh ne wizze wir des wir hernah werden fro
/ der choph ist nu bedecchet / daz trinken wole smekket VMos
83,15;
silberîne napphe, guldîne chopphe, / vile guot gewâte
Gen
1004;
GenM
43,14;
welt ir nu wizzen waz erbegut ist:
[...] daz sint kophe, naephe unde schuzzel
[...]
StRAugsb
151,4;
scuzzelen unt näpfe, / die wol gestainten kopfe
Kchr
13012.
14235;
Rol
2494;
LobSal
168;
als er ûz dem kophe getranc, / daz ouge im ûz dem houbete
spranc Kchr
7516;
ouch hiez er einen kopf dar tragen / von rôtem golde geslagen
Tr
8757;
Gâwâns schenke niht vergaz, / dar entrüegen junchêrrelîn /
mangen tiwern kopf guldîn / mit edelem gesteine Parz
702,6;
guldîne köpfe reine / und manec schüzzel silberîn / wart von
der milten hende sîn / geworfen ûf die ritterschaft, / diu nœtic unde
kumberhaft / sîner helfe gerte KvWTurn
56;
den dûhten becher gar enwiht, / er wolde näpfe noch kopfe niht, / er tranc ûz
grôzen kannen Weinschwelg
6;
und die klâen [des Greifen] sint sô
grôz, daz in die läut köpf dar auz machent und trinkväzzer BdN
190,8;
auz des holzes maser macht man guot köpf ebd.
338,17.
– mediz. als Schröpfkopf:
vnde setcze eyn horne eder eynen koph dar ouer, daz daz
bose blud her vz komme OvBaierl
140,4.
– als Maß:
unt desselben tages, swer das hus het ze sinen handen, der sol im geben
ein halben kopf des besten wins [...]
UrkZürich
8,41
(a. 1305);
so sol Heinrich Brúchi von sime guͦte
[...] ierlich gen ze sante Martins dult sehs
phennninge vn̄ ein koph habern UrkCorp (WMU)
1120,30.
– sprichwörtl.:
ich hain ducke horen sagen: / vollen kopp sal men even dragen
HagenChr (G)
3743
2
‘Hirnschale (vgl. → hirnkopf), Schädel, Kopf’ von Menschen und
Tieren, als expressiv-affektives Kraftwort seit Anf. 13. Jh. vereinzelt statt →
houbet
(Erstbeleg Roth Hs. H, nicht bei den
Autoren der mhd. Klassik), häufiger seit 2. H. 13. Jh. (aber noch nicht im
UrkCorp), wobei jedoch houbet das Normalwort für
‘Kopf’ bleibt. ~ dürfte bereits vor Beginn der Überlieferung als
Gefäßmetapher aus 1 entstanden sein, sichere Belege für Lebendigkeit des
metaphor. Bezugs fehlen (Augst, Haupt und Kopf, S. 172-177). ~ wird vor allem in
drastischer Schilderung von Gewalt gegen den Kopf gebraucht, außerdem in
Beschreibungen von negativ (als hässlich, greulich, gefährlich oder auch niedrig,
verwerflich usw.) gesehenen Personen, noch selten als Normalwort ohne erkennbaren
Nebensinn
2.1
als Gegenstand von Gewalteinwirkung, besonders im Kampf:
vnde scloc ime einin orsclac / daz eme der kopf alzo brach
Roth
1649;
sie wecketen manchen der dâ slief, daz im der kop zubrochen wart
LivlChr
675;
er spielt im den ganzen helm / und sluoc die zwei
[
den backen und daʒ
ôre
] besunder / im abe dem kopfe drunder
KvWTroj
33710;
durch des helmes venster er im stach /
[...] beidiu ougen ûz dem kophe
Ottok
16428;
daz hirn ouzen chophen spranch Dietr
9343;
sie begunden in bluwen all umbe sinen kopf /
[...] daz er gieng umb als ein topf
[Kreisel]
WolfdD (H)
860,3;
sie enmachten vollenclîchen dâ / den heiden ire kopfe blâ
LivlChr
4270.
–
dô er der scham wart gewar, / dô brach er ûz dem kopf
daz hâr EnikWchr
904.
5112.
– behelmter Kopf:
daz hundert swert ûf sînem kophe lûte erklingen Neidh
WL 13:4,8;
daz hirne wart im und der kopf / erschellet harte
KvWHvK
152;
die erdünten im den gebel, / daz im vür diu ougen viel ein vinster
nebel, / mit sulcher kraft wart im sîn kopf erschellet Loheng
2166;
SM:Go
1: 3,10.
– Kopf von Tieren:
Jâson sluoc im
[Drachen] daz houbet abe / mit sîner clingen
lûtervar, / dar nâch sô gienc er schiere dar / und sluoc im ûz dem kopfe /
die zene mit dem knopfe KvWTroj
9959;
der schedel [einer
Krähe] und des kopfes bein / wart zerklecket als ein ei ebd.
10672;
do viel er nider als ein rint, / daz vur den kopf wirt geslagen
Pass III
35,9;
so sleiffet er den hunt nach ime bitz an einen
boͤm und sleht in denne wol herte umb einen boͮm und brichet
ime den kopf Tauler
51,32.
51,36
2.2
in Personenbeschreibungen:
reht enmitten ûf dem kopfe, / der lîm [Borte, Streifen der
prächtig bestickten Haube] mit vogelen was bezogen
[...]. / ûf gebûren swarte / kom nie bezzer
houbetdach Helmbr
34;
er hete lange brâwen, / dâ stuonden ougen under, / diu
vaster denne ein zunder / ûz sîme kopfe brunnen KvWTroj
5931;
ez [missgebildetes Kind] gewinnet einen kopf als
ein slegel PrBerth
1:323,28;
grôz ein ouge vorne / daz stunt in [Riesen]
tief in dem koph: / als in ein zerbrochen toph / sach man hin în in das hol
UvEtzAlex
23171;
dicke er in der kuchen lac, / da wusch er schuzzelen und topf. / des hette
im schwartz har und copf / gemachet rouch und ruz Vät
21724
2.3
für den Tierkopf, als Normalwort:
dô lief der vol. er in gevie / bî sînem kopf und bî der
man, / wan im des voln got wol gan EnikWchr
25927;
welch ros hat daz ouginstal, dem laz ander odir an den
ougen unde bind ym den cophf nedir: zo blutit is yn us Albrant
3,49.
– Wappentiere:
ein adelar [...] von sîme
kophe ein krône / erlûhte niht ze michel KvWTroj
33826;
in dem guldînen velde lac / ein blâwer löuwe schône,
/ der einer glanzen krône / von gimmen ûf dem kopfe wielt ebd.
36125
2.4
Wendungen:
daz wirt in vil kurzen tagen / ûf ir bêder kopf geslagen
[wird ihnen vergolten, heimgezahlt]
Helbl
7,164;
dis liesse ich minen kopf [mein
Leben] kosten Tauler
184,13;
awf seynem kopf vnd awf seynem schopf SchöffIglau
62;
nút mit eime gestúrme, also man die
köppfe zerbrechen wellen [nicht mit Gewalt]
Tauler
433,24;
alse sú mit den koͤppfen durch die muren
varen wellent ebd.
405,32.
409,5;
do ist als unmúgelich ze komende als mit dem
kophe an den himel ze reichende ebd.
298,25
MWB 3,2 466,26; Bearbeiter: Plate
köpfelîn, köpfel
stN.
‘kleiner Becher’
dô nam der eine daz barel / und ein köphel daz er truoc / von
maser schœne und guot genuoc, / daz vüllet er und bôt ez im
RvEAlex
21381;
ein koͤpfli Seuse
46,15;
ain wähsein köpfel BdN
300,5.
– als Maßangabe:
ein kophol wines UrkCorp (WMU)
166,31;
zwai cophelin winis Ipocr
330;
da uon [Medizin] mache wenige copfel.
der gip zu dem male einez zu trinkene SalArz
58,40
MWB 3,2 468,29; Bearbeiter: Plate
kopfer
stM.
‘Aderlasser’
Gogel der auftrager [Kellner] , ein chopper
UrkRegensb
741
(ca. 1325–1350);
vgl. Matzel, Wortschatz, S. 171 s.v. chopper 1.
MWB 3,2 468,38; Bearbeiter: Plate
kopfer-
→
kupfer-
MWB 3,2 468,41;
1koppe
swM.
zu →
kappe
‘Kapaun’? (oder zu →
2koppe
‘Rabe’?):
nun schawet an den wunderlichen koppen, / wie er sich will
erwüeten / als sam ein frecher fül [Füllen] an einem zawme!
SM:Go
4: 4,1
=
Neidh (HW)
unechte Lieder:23,21
(vgl. die Anm. dort).
MWB 3,2 468,42; Bearbeiter: Plate
2koppe
swM.
‘Rabe’ (vgl. DWB 5,1782 mit den beiden folgenden Belegen:)
Natûrlich Lust, dem raben / gelîch, vlôg ob den hunden /
[...] kopp, weidgeselle, ich fürhte, / dîn varbe swarze
werde mir ze kleide Hadam
529,6;
ein ûr /, den wolde ein raben al ein in sînen kragen; / nu hœret wie der
koppe ot al der diet daz vleisch versprach Wartb (S)
174,9
MWB 3,2 468,48; Bearbeiter: Plate
koppelen
swV.
→
kuppelen
MWB 3,2 468,56;
köppeln
swV.
‘aufstoßen, rülpsen’
daz ainleft [Anzeichen einer
Schwangerschaft] ist, daz etleich frawen köppelnt, und daz köppeln
ezzicht in der keln BdN
39,8;
daz rophazan oder daz koppeln mit dem mund ebd.
436,27;
köpeln mit der keln ebd.
465,20
MWB 3,2 468,57; Bearbeiter: Plate
koppen
swV.
in jmds. art
~
‘in die alte / angeborene Art verfallen’
dô koppets wider in ir art, / und hât noch ein widerpart / gên miusen unde ratzen,
/ die kan si wol zekratzen Katze
2041;
unartich vogel koppet in sin art nach rechte Meissner
1,5:4;
und dô der habk ir voget wart, / er koppet balde in sîn art Boner
26,20;
es [ein Mädchen] koppet in der
muͦter art / an worten, werchen manigvalt SHort
2834
MWB 3,2 468,63; Bearbeiter: Plate
koppenorden
stM.
‘Art des Raben’ (hier bezogen auf Habgier, vgl. das Wartb -Zitat
unter →
2koppe
):
swer koppen orden niht verbirt, / ir künege, vürsten, grâven, vrîe, lântz iu wesen
leit Wartb (S)
175,1
MWB 3,2 469,8; Bearbeiter: Plate
cor
stN.
‘Herz’, wohl nicht aus lat. cor, sondern aus der ostfrz. Fortsetzung
(Suolahti 1,128; Rosenqvist 1,135):
schoener forme ich nie gesach, diu min cor hat besezzen
Tannh
3,49.
– von den weiteren bei Rosenqvist a.a.O. aufgeführten Quellen sind
WhvÖst und Hiob zu streichen (vgl. → kôr stM.
unter 1.2), SchülerB
222 hat das Wort in franz. Figurenrede.
MWB 3,2 469,13; Bearbeiter: Plate
kor
stF.
→
kür
MWB 3,2 469,21;
kor, chor
stswM.
ein hebr. Maß (lat. c(h)orus):
der sprach, er scholt
[schuldete] zehenzech chorn weitzes [
centum
coros tritici Lc 16,7]
PrOberalt
141,17.
142,23;
an den chorn gent drizzich mut ebd.
142,19;
er muͤste allir tegelih / similmelwis ze brote han, / swa
sin zerunge solte irgan / dén die ze tische waren gesat / von im an der herren
stat, / und andirs melwis, als ih las, / das in drizig choͤren was, / und sehzig
koͤre des gesindis schar / die undirgesinde hiezen gar: / diz was tegelih sin
brot [
triginti chori similae et sexaginta chori farinae
III Rg 4,22]
RvEWchr
32340;
an einir glose ih das laz: / zwelf soime sint ein chor genant
ebd.
32347;
er schihtin ze spise / drisig tusent choͤre weizin dar, /
darzuͦ hiez er der selbin schar / oͤls zehin tusint choͤre
gebin [III Rg 5,11]
ebd.
32543
MWB 3,2 469,22; Bearbeiter: Plate
kôr
stM.
1
‘Kirchenchor’ aus grch.-lat. ‘chorus’ (MlatWB 2,547ff.; LexMA
2,1877) 1.1 der Raum 1.2 als Ort des Gottesdienstes 1.3
als Ort von Rechtshandlungen 1.4 für einen jüdischen, heidnischen Tempel 1.5 übertr. 2
‘Gesamtheit der Chorherren, Domkapitel’
3
‘Gesamtheit der Sänger im Chor’
4
‘Wohnung im Himmel (und ihre Bewohner)’
5
‘Schar der Engelhierarchie’ (vgl. LexMA 3,1906)
1
‘Kirchenchor’ aus grch.-lat. ‘chorus’ (MlatWB 2,547ff.; LexMA
2,1877)
1.1
der Raum:
die pharrer waren schuldig, den kor zu bedekende, vn̄ ich die
kirchen UrkCorp (WMU)
N427,28;
[Marias] schonde zirte alle ding
[...] also ein kor tut ein tecken
Brun
2328;
des tuomes kôr Loheng
3253;
daz wir vnser begrebde erwelt haben datz den minnern brvdern
[...] in dem chôre UrkCorp (WMU)
3368,18;
in dem nidren gestuͤle dez rehten chores
[auf der rechten Seite des Chors]
Seuse
10,14;
gie er ze des kores túr in und gie die stegen uf
uf die canzell ebd.
36,12
1.2
als Ort des Gottesdienstes:
in dem chore / vor dem vrone altare / da ist diu
sine [des Priesters] zunge / diu rehte manunge
Hochz
367;
zi dem cíte som den gottis dienst tvͦt in
dim chore BrEng
44;
daz er die minneren dienest tû in dem chôre
StatDtOrd
88,30;
der mich suͦhte da zu kore, / da die
muͤnche ir hore / sprachen und sungen got Rennew
11429.
33899.
11409;
die pfruͤnden uff dem kore MinneR 410
293.
– der Chordienst selbst:
das sint gnadelose minnelose geistliche lúte
die man ze kore und ze vil anderem dienste gotz twingen muͦs
Tauler
182,17.
233,12.
–
ze chôre gân:
ze kôre möht ir lieber gân, / unt hülfent messe singen
RosengC
1480;
wir muͤssent zuͦ kore gon und singen
und lesen Tauler
59,11;
daz du zitlich zuͦ kor gangest
Seuse
413,19.
62,10;
PrGeorg
279,23.
–
ze kôre, in dem kôre stân:
dô der appit stunt zu kôre mit allen sînen bruderen
HvFritzlHl
224,31;
sus quam er in die kirchen gan / und wolde bi den pfaffen stan / in
deme kore, da man sanc Pass III
248,51;
do die bruͤder in dem kor stuͦnden
Seuse
71,4.
–
ûf dem / ze kôre singen, lesen:
wer singet uns nû vor / ze Wienne ûf dem kôr
EnikFb
2028;
er sol ûf eime kôre / wol singen hôhe wîse
KvWTroj
19146;
zu chore ich lise und singe Rennew
34116;
so ich suͤnge da zu kore ebd.
10363.
– übertr., der Chor des Herzens (in dem das Lob Gottes gesungen
wird):
alles daz da vur ist gesayt / von gotes wiser
meisterschaft [...] und iz hat gehort min ore / in
mynes herzen core Hiob
4836.
11130.
11447;
anders:
aglyen minne so krefticlich / in dranc durch hertzen
chore WhvÖst
6825
1.3
– als Ort von Rechtshandlungen:
dis geschahe [...] ze Wilar in dem inren
choͤr UrkCorp (WMU)
1624,9;
diz geschach hinder dem chore ze Klingenowe ebd.
1652,30
1.4
für einen jüdischen, heidnischen Tempel:
die juden heten kore / bi der alden vetere zit
HeslApk
15436;
swelich heiden aller rîchest was,
[...] er sazt di siul [mit dem Bildnis
eines abgots
] enbor / in einen schœnen kôr
EnikWchr
3412
1.5
übertr.:
der himel kor [Himmelsgewölbe?] ,
der helle gruft KvWGS
696
2
‘Gesamtheit der Chorherren, Domkapitel’
zu kapitel und zu kôre habe ich lange gelesen Felix
200;
die herren von dem chore ze Sant Stephan ze Pazzowe UrkCorp
(WMU)
1654,12;
der chor vnd daz capitel ze Auspurch mit ir levten vnd mit ir gvt ebd.
1541,20;
der kôr und die dienstman / gehullen alle gelîch / an den
bischolf Uolrich Ottok
5354;
habt ir iht ze schaffen / mit deheinem phaffen, / dâ latîne
zuo gehôre, / daz sparet ûf die kôre / ze Meinze oder ze Trier ebd.
13104
3
‘Gesamtheit der Sänger im Chor’
daz sanctus, daz der cor singet Lucid
99,13;
vnd svlen [...] mit vollem chor vnd mit allem conuent
da singen vnd lesen UrkCorp (WMU)
2602,16;
dar nach sprichet der cor: deo gracias Lucid
103,10;
vnd dor vmb solln die herren an den drein jartagen mit dem chor sprechen
vigile UrkCorp (WMU)
2157,32;
dem chor der singer BrZw
43
4
‘Wohnung im Himmel (und ihre Bewohner)’
in den himilisken choren, / da wir die getougene alle gesehen
unde gehoren Himmelr
11,25;
[beteuernd:] er [Christus]
hilft von den noeten iu, ob er [so wahr er] wont in den
koeren Loheng
687;
der eynborne sun der ist in dem chore synes hemylischen vatirs
[
qui est in sinu patris Io 1,18]
EvBerl
2,4;
swer durch got irstirbit, / ich sage iu waz er da mit
erwirbít: / eine kuͦnincliche chrone / in der marterere chore
Rol
104;
der zwelefpoten chore vnd der heiligen patriarcharum
Konr
13,110
5
‘Schar der Engelhierarchie’ (vgl. LexMA 3,1906):
nu sint nún koͤre der engele; die machent
drije iherarchien; wan ein ieklich die hat drije koͤre Tauler
373,5;
dô hiez er engil werden: / zehen chôre er bestifte, mit engelen
er si al berihte Gen
7;
dô got daz gebôt, der chôr
[Lucifers] wart zestôret ebd.
34;
in den himelisken choren da wunderoten sich die engelisken
herren, / wer der [Christus] wære AvaLJ
190,1;
von Franzoysen wirt gestriten / daz ez die engel möhten
hœren / in den niun kœren Wh
230,28;
der engel kœre werden vrô, / bekêre ein rehter sünder
sich RvEBarl
12138;
ja bistu, vrouwe min [Maria] ,
gevlogen / ob aller engele chore Pass I/II (HSW)
18531
MWB 3,2 469,38; Bearbeiter: Plate
coralîs
stM.
ein Edelstein (lat. corallis, frz. corail; Suolahti
1,128):
ônix unt calcidôn, / coralîs unt bestîôn
[...]
Parz
791,4
MWB 3,2 471,6; Bearbeiter: Plate |