koralle
swM.
auch coral
Volmar
361,
korelle
Erlös
408.
‘Koralle’, mlat. corall(i)um N., häufiger corall(i)us M.
(MlatWB 1,1883), afrz. coral, ital. corallo: "entweder aus dem
Afrz. oder der latinisierten romanischen Form corallus entlehnt" (Suolahti
1,128; vgl. Rosenqvist 1,135 und 2,320). –
ein stein heizet coral, / der ist rôt über al. / ein krût in dem
mere stât, / daz kurze bleter hât. / sô man ez bringet an daz sant, / sô wirt ez hart al
zehant / und wirt ze eime steine guot Volmar
361;
ein stein der heizet koralle Renner
20141;
von dem corallen. corallus ist ain gar rôter stain
BdN
439,10;
nidene was der esterîch / von lûtern cristallen / und jaspide und corallen
En
8284;
der esterich der muose sîn / lûter von cristallen / und von
edelen kôrallen UvZLanz
4122;
Krone
15708;
JTit
343,4
u.ö.;
PrEngelb
207,240;
Martina
50,93.
– in Steinlisten:
ouch lac dâ manec edel stein, / der brehende unde schône schein: /
vil edel rubîne, / topâzje und sardîne, / crisolîte und corallen
[...]
Eracl
975;
Erlös
408;
HvNstAp
18152
MWB 3,2 471,9; Bearbeiter: Plate
korallenkrût
stN.
‘Korallenpflanze’
daz der [Korallenstein zunächst] ein krût ist in dem
mer / und ûz dem wazzer von dem lufte wirt ze steine: / swer in riuwen wazzer reine /
wirt von sünden / den bediutet daz korallen krût Renner
20148
MWB 3,2 471,30; Bearbeiter: Plate
korallîn
Adj.
zu koralle, ‘aus, von Korallen’ (Rosenqvist 1,135 und
2,321):
[wenn man den Drachen verjagen will,] sô nimt man ain
aufgeplâsen plâtern und sleht dar auf mit coralleinn
gärtleinn [
virgulis corallinis,
Korallenzweigen] ; den dôn oder daz kläppern fürht er und entweicht
BdN
270,16
MWB 3,2 471,35; Bearbeiter: Plate
korapfel
stM.
→
kornapfel
MWB 3,2 471,41;
koraze (?)
Subst.
vgl. FWB 8,1874f. s.v. küris, küras; zur Etymologie vgl. Wartburg, FEW
2,1185–1187 s.v. cǒrium
‘Tierhaut, Leder’, bes. zu cuirasse S. 1187 Anm. 4 mit Hinweis auf
spät. ital. corazza.
–
‘Lederpanzer’
item persolvit lib. 1 cum corace Holzschuher
1720;
item 7 sol. long. pro coraze ebd.
1959
MWB 3,2 471,42; Bearbeiterin: Herbers
körbelîn, körbel, körblî
stN.
auch kurb-; zur Formenvarianz in der Glossenüberlieferung aus mhd. Zeit
(vor allem SummHeinr ) AWB 5,536 (u.a. zu lat.
fiscella).
‘kleiner Korb’
do machet si [die Mutter des Moses] ain
koͤrbelin von binson un̄ von wîdon [
fiscellam
scirpeam Ex 2,3]
PrSchw
2,111;
ein wol gezúnit koͤrbelin, / das man sach
gevlohten sin, / gedrungen nahe als am ein krebe RvEWchr
8932;
daz körbelin geziunet / da Moyses [...]
uf einem wazzer inne floz KvWGS
1944.
–
und die ûz holze korbel flehtent Ottok
65702;
corbel truc er, [...] die virkoufte
er durch bejac Vät
26557;
und enpfie daz koͤrbli begirlich Seuse
32,3;
calatus: kurbli VocOpt
8.034.
10.128
MWB 3,2 471,49; Bearbeiter: Plate
korberhabech
stM.
‘junger, aus dem Nest genommener und in Gefangenschaft in einem → korp (einer
Vogelhütte, kleinen Vogelkammer aus Flechtwerk) gehaltener Habicht’ (Dalby,
Mediaeval Hunt, S. 123f.):
[der Dichter zu seiner Dame:] nâch dîner güete spîsen / ich
als ein hungerc kobrer [Hs. chorber
] habich glîe
[nach der Speisung deiner Zuwendung schreie ich wie ein hungriger
Korb-Habicht]
Hadam
175,7
MWB 3,2 471,63; Bearbeiter: Plate
kôrbischof
stM.
‘Archidiakon’
corepiscopus: corbiscof SummHeinr
1:277,81;
her Diederich, der koirbisschof van Triere UrkCorp (WMU)
69AB,10;
bit vrkunde [...] herin Winrichs, des corbisschoffes
vanme duͦme ebd.
407AB,21;
jch, Johannes von Eremberg, keller vnde korbischof zuͦ der stift ze
Strasburg ebd.
2623,6
MWB 3,2 472,8; Bearbeiter: Plate
körbler
stM.
‘Schattens in der Gestalt eines Korbes’
der koͤrbler [Chalatoidos] ist
ain schat, der unden groͤzzer ist danne oben und kuͤmt davon, daz daz
tunkel dink groͤzzer ist danne daz leuhtend. und haizzt der koͤrbler,
daruͤmb, daz er geleich ainem korb ist, unden weit und oben enge
KvMSph
61,4.
60,29;
vgl. Deschler, Astron. Term., S. 291-293
MWB 3,2 472,15; Bearbeiter: Plate
korde
swF.
aus afrz. mnl. corde (Rosenqvist I,135).
‘Seil, Schnur’
man sloch korden vp dat velt, / da mench vmb gewapent helt
Karlmeinet
392,59.
–
Krone
1737
nicht hierher, sondern verderbte Überlieferung für korder =
→ querder
‘Köder’ (vgl. auch Suolahti 1,128).
MWB 3,2 472,23; Bearbeiter: Plate
cordiâlis
Subst.
aus mlat. cordialis
‘das Herz betreffend’, besonders von Medikamenten (MlatWB 2,1887).
"sonst nicht belegt, wohl ein herzstärkendes Heilmittel" (Komm. z.
St.):
[...] daz man mit keiner cleinen kunst / vertriben mug den
starken dunst, / da von die mynne sucht bekumt. / convekt de anise gar lutzel frumt, /
dar zu noch milch von mandel, / cordialis, triassandel / und auch driakel wol gemacht
Minneb
5444
MWB 3,2 472,29; Bearbeiter: Plate
cordieren
swV.
‘(die Saiten) stimmen’, aus afrz. (a)corder (Suolahti
1,128):
über sînen rucke vuorte er / eine rotten, diu was cleine, / mit
golde und mit gesteine / geschœnet unde gezieret, / ze wunsche gecordieret
Tr
13122
MWB 3,2 472,38; Bearbeiter: Plate
korduwân
stNM.
→
kurdewân
MWB 3,2 472,43;
coredel
stM.
ein Vogelname (hier gleichgesetzt mit dem Würger, vgl. Suolahti, Vogelnamen, S.
151):
von dem coredel. coredulus [...] ist ain
vâhend vogel und lebt des raubes, [...] und wæn, ez sei ain
klain vogel, der haizt auf dem gäw würgelhôch BdN
179,11
MWB 3,2 472,44; Bearbeiter: Plate
kôrgân
stN.
‘das Kirchgehen’
dunket dich das dich dise uswendigen werk hinderen, als kor gan
und dienstliche werk der gehorsamkeit: liebes kint, die werk die enhinderent dich
nút, sunder dine unordenunge in den werken Tauler
284,10
MWB 3,2 472,50; Bearbeiterin: Herbers
kôrganc
stM.
‘Kirchgang’
ich mag die sel ernern / mit kirchgengen [La.
korgange
] und mit gebet Rennew
19889
MWB 3,2 472,55; Bearbeiterin: Herbers
kôrgesinde
stN.
‘Chorsänger’
dû [Gregorius] bist vil wol geschaffen / ze einem gotes
kinde / und ze kôrgesinde Greg
1556
MWB 3,2 472,58; Bearbeiterin: Herbers
kôrgewant
stN.
‘Chorhemd’
Rennewart [...] mit sime chorgewande
Rennew
15734
MWB 3,2 472,61; Bearbeiterin: Herbers
kôrhërre
swM.
‘Chorherr, Domherr, Kanoniker’ (Mitglied eines Stifts oder
Domkapitels):
er nam ze kôrherren dar / niht wan der fürsten sune gar RvEGer
191;
dô der bischof daz erhôrt, / der kôrherren wort, / dô îlt er vil
drâte / ûz sîner kemnâte EnikWchr
26116;
her Hainreich choͤrherr ze sand Florians haus vnd pharrer ze sand Michel
UrkEnns
4,470
(a. 1304);
aller der conuenthe der herrun in dem closter sancti Michels
[...], diͤ man haiset côrherren older regulares
UrkCorp (WMU)
2951,15.
935,29
u.ö.;
Ottok
5557;
KvHeimHinv
119;
Seuse
146,10
MWB 3,2 472,63; Bearbeiterin: Herbers
kôrhërrenhûs
stN.
‘Haus eines Chorherren’
[die, denen man die Stadt verboten hat,] svͤlen ovch
deheinen frid haben, ob si her in choment, weder in chloͤstern, noch in
chorherren hævsern UrkCorp (WMU)
1209,26
MWB 3,2 473,11; Bearbeiterin: Herbers
kôrhûbe
swF.
‘Chorhaube’ (Kopfbedeckung der Domherren):
mir brachten die besten churszner ze Basel ain gut chorhuben
HvNördlBrf
32,44;
UrkWürzb
39,420
(a. 1331)
MWB 3,2 473,16; Bearbeiterin: Herbers
koriander
stM.
→
koliander
MWB 3,2 473,20;
Korintenlant
stN.
‘Korinth’
Ydomeneis wip Thesaris / zoch Orestem alle wis / zv korinten
lande immer sint [seitdem] , / als er were ir kint
Herb
17296
MWB 3,2 473,21; Bearbeiterin: Herbers
kôrkappe
swF.
‘kirchl. Gewand mit Kapuze; Kutte’
vnser herr der apt hiess koffen scharlatt [...] vnd wolt
darus machen ain chôrkappen Kuchim
41,113
MWB 3,2 473,25; Bearbeiterin: Herbers
korn, koren
swV.
1
‘etw. kosten, schmecken’
1.1 ohne Obj. 1.2 mit Gen. oder Akk. 2
‘etw./jmdn. versuchen, wollen’
2.1 mit Gen. 2.2 mit Gen. oder Akk., bezogen auf den Tod 2.3 mit Inf. 3
‘jmdn. (aus)wählen’
1
‘etw. kosten, schmecken’
1.1
ohne Obj.:
choret [
gustate
] . smechet unde sehet
wande suozze. semfte linde ist der herro PsWindb
33,9.
– mit abh. Nebensatz:
der so vngefuoge chort, / wie ein trinchen smeche Krone
1576.
– Part.-Präs.:
ir muost iuch dar lenken / unde korende schenken /
ûz einem kophe guldîn / dem kunig und der kunigin, / dâ si gekrônet sâzen /
und mit einander âzen Ottok
80003
1.2
mit Gen. oder Akk.:
do daz wîb des uerbotenen obezes gechorte. do gab siz ire
manne. da mit wart er uerleitet JPhys
8,17;
Gen
496.
260;
da vindet er eine wurzen, heizzet mandragora, dar get si sa / unde chort
des chrutes MillPhys
58,4;
als ob er honeges hæt gekort LvRegFr
3139;
do div himilische maget, / [...]
gesmakt vn̄ gechorte / von Gabrieles worte / der oberisten svͤzze,
/ si gedahte daz si grvͤzzen / Elyzabeth solde Wernh
A 2339.
–
calicem quem tu gustabas: chelech den dv chortes PsM
H 80,4.
H 63,2
2
‘etw./jmdn. versuchen, wollen’
2.1
mit Gen.:
ân allerslahte uorhte / gotes er aue chorte Exod
1456;
want er wolt [...] ane dem holze
der martire gechorn, / daz er den dar ana verchargte der uns an deme holze
bevalte Gen
522;
broder Wolfart antwerde syme heren: / ‘ir sult van desen unmode
keren / ind laissen uren zorn. / drywerff [dreimal]
sal men’s heils korn! / [...]’
HagenChr (G)
4046
2.2
mit Gen. oder Akk., bezogen auf den Tod:
Wîkêr unt Friderîch, / vil wol uobten si sich: / swaz in
der haiden zuo chom, / die muosen alle des tôdes bekorn [La.
korn
]
Kchr
16703;
ouch muos er den tôt dâ korn Wig
5076;
ReinFu
K,1290
2.3
mit Inf.:
– ohne Obj., mit daz-Satz:
nu chort sie begrîfen / daz si iu niht engê!
Wernh
5738.
– zur Verstärkung des Imp.:
nâch der mägede dû île, / chor si her bringen!
Kchr
12006;
den sant Elenâ diu chunigîn
[...] / hin ze Constenobile / Constantînô dem
chunige. / nû kort mir in gewinnen ebd.
13725;
chor mir Roͮlanten gewinnen Rol
3795.
2174
3
‘jmdn. (aus)wählen’
Gedeon was wol gekort, / daz er solde gesigen vort HistAE
1439
MWB 3,2 473,29; Bearbeiterin: Herbers |