k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
koufmutte
stM.
wie →
koufmetze
:
ze gebn [...] allev iar einen chaufmut roken und zwen
chaufmut habern UrkFreisÖst
2,85
(a. 1316);
nivn Mvnicher chavfmvt UrkCorp (WMU)
801,37,3;
UrbBayS
4,66.
4,68–71.
4,180–182;
UrbNAlteich
84
MWB 3,2 511,40; Bearbeiter: Bohnert
koufrât
stM.
1
‘Vorrat zum Verkaufen, Ware’
2
‘kaufmännische Tätigkeit, Handel’
1
‘Vorrat zum Verkaufen, Ware’
nu daz die vremeden koufman / ir market hæten ûz geleit, /
vil schiere wart ze hove geseit, / waz dâ koufrâtes wære Tr
2163
2
‘kaufmännische Tätigkeit, Handel’
sus liez ich mich an koufrât Tr
7573
MWB 3,2 511,45; Bearbeiter: Bohnert
koufrëht
stN.
‘durch Kauf erworbenes Recht auf Grund und Boden’ (das betreffende
Rechtsgeschäft ist teilw. als Grundleihe / Emphyteuse oder Rentenkauf bestimmbar, s.
DRW 7,646f.):
jus emphyteoticum, quod vulgariter dicitur chaufreht UrkEnns
5,594
(a. 1300);
vendidimus in veram emphitheosim, quod wlgariter dicitur chaufrecht vel
purkrecht, unum laneum UrkBöhm
4,617
(a. 1345);
deu ansprach, di wir heten um das chaufrecht zwaier lehen und zwaier gærten
daz Pletbach UrkCorp (WMU)
3062,34;
an lehen [...], daz von chouf reht uns aîgenleich an
gehort ebd.
N698,28;
und habin den selbin liuten das guͦt gilihen ze rehtim cofreht ebd.
1744,4;
was ain man auf seinem purkrecht gelts verkaufe, oder under sich stifte zu
kaufrecht, das haisset purkrecht StRWien
125
MWB 3,2 511,50; Bearbeiter: Bohnert
koufschaft
stF.
‘Handel’
wêr gîtikeit in hundert klûsen, / swie sêre diu tür ir wêre verspart, / si
tribe ûf unkouf [La. kaufschaft
] doch ir art
Renner
13328;
ich will euch sechtzigk tausent march, / fraw, zu morgengab
geben, / solt ich mit kauffschaft pey euch leben [wenn ich es erkaufen
könnte, mit Euch leben zu dürfen]
HvNstAp
2025
MWB 3,2 512,3; Bearbeiter: Bohnert
koufschalc
stM.
‘gekaufter Knecht, Sklave’
(vgl.
gekoufter schalc UvEtzWh
5121
):
der iuwer choͮfscalch [vgl. servus empticius Ex
12,44]
Exod
2803;
die selben choͮfscalche ebd.
3001;
emticius: koufschalch GlGerm
18,67
(BStK 138c);
SummHeinr
1:285,232.
2:280,185
(s. AWB 5,355)
MWB 3,2 512,10; Bearbeiter: Bohnert
koufschanze
stF.
zu →
schanze (aus afrz. chance).
‘gewagter Handel’
do gie si nach dem pfaffen, / ir koufschatz [La.
koffschantz
] vürbaz schaffen ArmKonr
284
MWB 3,2 512,16; Bearbeiter: Bohnert
koufschaz
stM. , koufenschaz
stF.
auch -saz (
Dalimil (B)
33,39;
NüP
46
),
vgl. 2
5Mhd. Gr. § L 124 am Ende; Weinhold, Mhd. Gr. §
210.
– mit koufenschaz (
MarcoPolo
5,9.
6,11;
frnhd. kaufenschaz FWB 8,730f.) vgl. mnd. kôpenschat (MNDWB
2,629); hd.-nd. Mischform:
koufinschat [: stat
]
NvJer
18807.
1
‘Handelsware’
1.1 eigentl. 1.2 übertr. 2 was koufschaz
1 sein kann, ‘handelbares Gut’
3
‘Kaufpreis’
4
‘Handel, Geschäft’
1
‘Handelsware’
1.1
eigentl.:
merx: koͮfschatz VocOpt
32.010;
uns ist ein koufschaz komen OrtnAW
300,3;
swelch man [...] gut brenget oder koufschatz
[...] her in di stat StRFreiberg
235,23;
HistAE
4663;
er sach [...] ûf den strâzen tragen /
[...] grôzen koufschatz durch gewin
RvEGer
1300;
~ vüeren
OrtnAW
252,4.
256,1;
StRAugsb
27,3;
swer [...] / hinz Venedien
kæme / und irn koufschaz dâ næme / umb gelt oder ze borgen
Ottok
97235;
swelch man sinen koufschatz [den er jmdm. verkauft
hat] wil bezugen nach der stat recht, der muz haben
[...] lute, di iz gesehn unde gehort haben
StRFreiberg
95,24;
fünf schillingewert koufschatzes PrBerth
1:148,38;
koufschatzis habe NvJer
18789;
dem koufschatze ist der zol gezilt Wh
116,1;
Flore (P)
3909;
Renner
16722;
MvHeilFr
12.
–
grôzen koufschaz rîchen OrtnAW
251,2;
kostberen koufschatz PrNvStr
302,12;
wundirliche koufinschacz MarcoPolo
5,9;
wälscher ~
:
UrkCorp (WMU)
548A,8
u.ö.;
StRAugsb
69,19.
– mit Präp.:
swer dehein geselleschaft [Teilhaberschaft]
hat mit einem gast, ez sei an win oder an anderem chouffsatz
NüP
46;
swer hie dechein Baseler loͤst mit decheime choͮfschazze
UrkCorp
40,32;
wie dirre nâch koufschatze über mer / sîn leben wâget
Renner
3100;
etw. umbe ~ koufen
StRZürich (B)
172,36;
(iron.:)
die heiden von ir koufschaz / heten vil gegeben ze
zolle Wh
449,16;
daz si von chainem chaufschatz [...] maut
aischen oder vodern StRBrünn
383;
koufe dir, swaz du wilt, / daz dir zu koufschatze ist recht
Pass III
142,5;
RvEGer
1373;
Renner
13653;
Martina
215,64
1.2
übertr.:
unser herre [
ferdampnot
] den kneht,
der den gaistlichen koͮfschaz fersûmet PrSchw
1,145;
darwidere hat er [Christus] iu sinen gotlichen
choufscatz gegeben, daz ist [...] sin selbes lip, da er
iuch mit erchoufet hat hin ze dem ewigen libe PrRoth
63;
iuwer liebster koufschatz [Euer Leben] / wirt
noch hiut gezollet sô, / daz ir belîbet sîn unvrô Krone (F)
6288
2
was koufschaz
1 sein kann, ‘handelbares Gut’
gewant, bli, ros, win, heringe unde alliz, daz da koufschatz ist
StRFreiberg
96,13;
schaf und rinder, und ander koͮfschatz VitasPatr
261,11;
swo ein man stirbet [...] unde lezit eigen unde erbe,
hus, hof, vorwerc, hutten unde teil, koufschatz unde schult unde bi namen allerleie
varnde habe StRFreiberg
22,24;
UrkZeitz
83
(a. 1322);
UrkZofingen
51
(a. 1342)
3
‘Kaufpreis’
aber am choufschatze sol niht underslihen diu geiticheit [
in
ipsis autem pretiis non subripiat avaritiae malum
]
BrAdm
57;
BrAsb
57
4
‘Handel, Geschäft’
daz si [...] an dem suntage nit koufsaczis pflegin
Dalimil (B)
33,39;
swer [...] choufschatz tribet in der stat, choufende
unde verchoufende UrkZeitz
44
(a. 1322);
wer [...] melczt unde bruͤet adir welchin
koufschacz her tribit UrkSchlesSt
489
(a. 1311);
PrHess
55,287.
–
offenen ~ trîben
(vgl. lat.
mercatrix, ita quod emat et vendat manifeste UrkBern
2,782
(a. 1271)
):
daz er offen koͮfschatz woͤlte triben mit sinem aigen
guͦt UrkHohenz
1,147
(a. 1333);
UrkCorp (WMU)
248AB,20,39.
–
der eine ging in sin dorf, der ander in sin
koͮfschatz [
ad negotiationem suam Mt
22,5]
Tauler
399,34
MWB 3,2 512,20; Bearbeiter: Bohnert
koufschif
stN.
‘Handelsschiff’
daz von Norwæge über sê / ein koufschif
[...] / in daz lant ze Parmenîe kam / und sîn gelende
dâ genam Tr
2152;
Hawich
1645
MWB 3,2 513,26; Bearbeiter: Bohnert
koufslagen
swV.
zu mhd. unbelegtem *koufslac stM. ‘(durch Handschlag
abgeschlossenes) Kaufgeschäft’ (vgl. FWB 8,732).
‘Kaufgeschäfte machen’
der koufslagen wolde dâ / lieber denne anderswâ, / der solde in willekomen sîn
LivlChr
193;
di erbeytin sere unde koufslayn unde gewynnen, mit dem si sich behelfin
MarcoPolo
68,9
MWB 3,2 513,30; Bearbeiter: Bohnert
koufstat
stF.
‘Verkaufsstätte; Markt-, Handelsplatz; Stadt’
daz der gute Gregorius / uf den markt zu Rome trat / und sach an einer
koufstat / schoner kinde ein gut teil Pass III
194,52;
emporium: choufstat Gl
4:241,8;
oppidum: coufstat ebd.
3:381,18;
ain koufstat er duo vant, / Magenze die vesten
Kchr
7765
MWB 3,2 513,37; Bearbeiter: Bohnert
koufte
M.
vgl. →
koufen
4.1 und
W. Krawutschke, Liebe, Ehe und Familie im dt. Prosa-‘Lancelot’ I, Bern
u.a. 1978, S. 102 und 204;
Wortbildung unklar.
‘Ehemann’
sie wolt das er ir kauffte [afrz. Vorlage:
mari
] wer gewesen Lanc
392,9
MWB 3,2 513,44; Bearbeiter: Bohnert
koufunge
stF.
1
‘Kauf’
2
‘Verkauf’
3
‘Handel’
1
‘Kauf’
von der kouffunge der lehen [Überschr.] . eyn iglich
man sal wissen, daz er mit rechte mag kouffen alles daz lehen, daz er gemein hat
KlKsr
3,26;
[wir haben ihnen] gegebin volle und vrie macht, dy
ebenantin vier mark geldis czu vorkoufin [...] unshedelich
deme artikil, der hi vorbeshribin stet von der koufunge andir gulde an eynir andirn
stat UrkSchles (B)
45,54
(a. 1337; vgl.
weris ouch, das [sie]
[...] andirswo andir vier mark geldis kouftin ebd.
45,33
)
2
‘Verkauf’
commutatione: choffunge Gl
1:505,7
(Iob 28,15);
wie man gift oder koufunge an varnder habe behalden müge.
[...]. wer zu rechte der koufunge gewere wesen sal
SSp (W)
3:4,1(Überschr.);
SpdtL (E)
Ldr 201f.
(entspr.
SSp
110,2.8.10
)
3
‘Handel’
daz sie âne sorgen [...] / mochten wandern
[...] / in koufunge LivlChr
4644
MWB 3,2 513,49; Bearbeiter: Bohnert
koufvart
stF.
vgl. mnd. kôpvārt (MNDWB 2,630); frnhd. kauffart
(FWB 8,706f.).
‘Handelsreise’
iz daz ein man betevart oder koyfwart varen wil buzen landes
StRGörlitz
462
(a. 1304)
MWB 3,2 514,1; Bearbeiter: Bohnert
koufwîn
stM.
‘gekaufter Wein’,
s. DRW 7,670 mit einem mhd. Beleg
MWB 3,2 514,5; Bearbeiter: Bohnert
koufwîp
stN.
1
‘Händlerin, Krämerin, Marktfrau’
2
‘Frau eines Kaufmanns, Händlers’
1
‘Händlerin, Krämerin, Marktfrau’
daz diu koufwîp ze Tolenstein / an der vasnaht nie baz
gestriten Parz
409,8
(oder zu
2
?)
2
‘Frau eines Kaufmanns, Händlers’
daz sî ein rîchez koufwîp / immer sî, ê daz ir lîp / müeze lîden armekeit / in
dienstlîcher arebeit RvEGer
3071;
daz koufwîp, diu in het gezogen UvEtzWh
6570
MWB 3,2 514,7; Bearbeiter: Bohnert
koufwîse
stF.
‘Art und Weise, die bei einem Kauf oder bei Handelstätigkeit üblich oder rechtens
ist’
zwo schuͦpos [...] han ich
[...] in kofwis hin geben UrkCorp (WMU)
2915,20;
nâch koufwîse siten / ûz ir selber lande riten [...]
/ sehse rîche koufman UvEtzWh
5797
(vgl.
nâch koufes site ErnstB
5345
)
MWB 3,2 514,14; Bearbeiter: Bohnert
kouwe
swF.
zu lat. cavea (Kluge S. 479).
bergm., ‘Schutzhütte über dem Schacht’
ist, daz ein bercwerc wirdit in dem wicbilde, daz man schechte sinket oder
kowen setzit oder vert gedinge oder howet mit howeren, unde daz sich lute werren
[aneinander geraten] in den kowen oder in den
schechten, daz sal der bercmeister richten zu rechte, uzenwendic den kowen nicht
StRFreiberg
226,28.30.31.32;
das der perkmeister um dibe, wunten, plutrunst [...],
die in der gruben oder in der kauen [...] geschehen, zu
richten hat UrkSchles
20,23
(ca. 1339–1361);
das holcz, das man in di gruben darf und czu den kauwen
BgRIglau
481,31;
wir [Bergleute] bedorften dennoch
mere / kerwen, kratzen und keilhowen, / dar zu einer kowen [Hss.
howen
] . / der muge wir enpern niht. / wan uns dicke
we geschiht / von regen und ouch von winde Erz III
56,142
MWB 3,2 514,21; Bearbeiter: Bohnert
covenanz, govenanz
stM.
Herkunft unklar,
nach Lexer 1,1698, Suolahti 1,99 u.a. (s. Harding, Dancing Terms S. 128) zu afrz.
covenance
‘Verabredung’
(anders Tobler/ Lommatzsch 2,977 s.v.: ‘Übereinkunft,
pactio’;
vgl. immerhin mlat. convenientia
‘das Zusammenkommen; Versammlung’, MlatWB 2,1806 s.v. I);
nach Harding, a.a.O. S. 35 und 127-130 zu mhd. *gof
‘Narr’ mit Suffix -anz.
– im Folgenden sind Laa.
Neidh (S)
1,196.256
entnommen
(vgl. auch
ebd.
1,197.257.
2,12
die Schreibungen goffefancz, gofellancz,
gonefancz
aus junger Überlieferung).
in der Stube stattfindende ‘Zusammenkunft zu Spiel und Tanz’
(Lexer; NeidhWB S. 108) oder ‘Lustbarkeit, Tanzvergnügen’ (Harding); oder ein
best. Tanz (Lexer):
von den kinden, diu dar sint gebeten / ûf den gofenanz [Laa.
gufenancz, kovenanz
]
Neidh
WL 2:5,3;
Megenwart der wîten stuben eine hât: [...] / dar sul
wir den gofenanz [Laa. gufenancz,
govenanz
] des vîretages legen ebd.
WL 3:2,6
(s.a. Wießner, Komm. z.St. [37,1]);
datz dem meier ist der schal; / dâ hœrt man den govenanz Neidh
(HW)
54,14
MWB 3,2 514,39; Bearbeiter: Bohnert
koverschief
stF.
aus afrz. cuevrechief (Suolahti 1,130, Tobler/ Lommatzsch
2,1122); vgl. mnl. coeverkief (MNW3,1672).
schleierartige Kopfbedeckung (Syon.
rîse
):
dy koverschyt [statt -schyf
] , dy wâren ê
/ blat, dicke, wîz, reht wy ein snê, / nû wurden lûter unde klâr / gelisîden
[gelbseiden]
Yolande
2761
(s. Anm. z.St.)
MWB 3,2 514,61; Bearbeiter: Bohnert
kovertiure
stswF.
auch gov-
Gl
3:443,30;
chov-
NibA
1819,2(Laa.);
Krone
679;
chof-
Parz
14,16(La.);
kob-
Herb
14672;
GTroj
158.
1005;
kop-
LivlChr
7694;
co(o)p-
Brandan
1191;
KgvOdenw
6,141
(vgl. mlat. coopertura);
convent-
Tr (M)
4578(La.).
18794(Laa.).
– swF.
Tr (M)
18794(La.);
Herb
4748.
8720;
viell.
ebd.
14672
(s.u.).
– aus afrz. coverture (Suolahti 1,130; EWA 5,847);
vgl. frnhd. kobertüre, koferteuer F. (FWB 8,1239);
daneben ahd. kuberturi stN. aus mlat. coopertorium (AWB
5,451).
–
schützende oder schmückende Bedeckung des Pferdes, ‘Pferdepanzer; kostbare
Pferdedecke’
(s.a. San-Marte, Waffenkunde S. 241-246; Schultz, Höf. Leben
2,100-102):
daz [
ors
] was gewâpent
wol für strît [mit eiserner Schutzbedeckung] : / pfellel
unde samît / was sîn ander covertiur Parz
540,11;
solhem pfelle [...], / als sîn ors
truoc covertiure ebd.
736,19;
derselben varwe ir schilt erkant, / der rosse kovertiure alsam
UvEtzWh
3835;
al nâch des wâpenrockes siten / sîn covertiur alsam versniten ebd.
7650;
kursît und kovertiure Wh
366,11;
RosengF (LKN)
7,104;
Ottok
32959;
covertiure und tehtier Eracl
4988;
kovertiure und lankenir HvFreibJoh
112;
si hêten ûf diu ors geleit / satel und kovertiure
Wig
3492;
die brâhten [...] / vünfhundert
covertiure Tr
18790;
[man sah] genuoge ir kovertiure phlegn
RvEAlex
6904;
der kovertiure glast KvWTroj
34052;
ir baniere rîche, / der kovertiure gelîche Er
10025.
2339;
Herb
9020;
StatDtOrd
103,19.
–
lieht wârn ir kovertiure Parz
709,1;
rôt samît was sîn covertiur ebd.
145,21;
mit sîdîn kovertiuren guot UvZLanz
9104;
kovertiur von sîden ebd.
647;
isenîniu/îserîniu ~
ebd.
8078.
4414
(vgl. →
îserkovertiure
);
covertiure silberîn KlageB
2909;
vestiu ~
KvWPart
5201;
coverture zuzogen, / wappenrok zuschlizzen
Herb
8708.
–
durch die covertiure er sluoc / Tristandes orse abe den buoc
Tr
7023;
daz [
ors
] was wol
bedecket gar / mit einer kovertiure Wig
2983;
unz ûf den huof daz ors vil gar / gewâpent was mit kovertiur
Wh
360,15;
gezieret / mit rîcher kovertiure Er
738;
der hêrre pflac [...] / ûf sîne
kovertiure gesniten / anker lieht hermîn Parz
14,16;
Eilh (L)
761;
Herb
11731;
NibB
1882,2;
Tr
4580;
Virg
1017,6.
– Pl. bei einem Pferd:
im was sin ros dare bracht, / mit koberturen wol bedacht
Herb
14672
(oder Dat. Sg. sw.);
er saß off syn best roß, das was herlich verdeckt mit guten
coverturn Lanc
70,30
MWB 3,2 515,4; Bearbeiter: Bohnert
covertiuren
swV.
‘mit einer kovertiure versehen’
innân des was ouch sîn marc / gekovertiurt ze rehte
UvZLanz
1991
MWB 3,2 515,53; Bearbeiter: Bohnert
kôʒ
stM.
→
kôs
MWB 3,2 515,56;
krâ
Interj.
vgl. →
grâ
Interj.
Schrei der Krähe:
kra / kra schryen, als die kra tuͤt
Minneb
5135;
in mynem
muͤt [
ist
] / kein ander clugheit
niht wann kra ebd.
5137
MWB 3,2 515,57; Bearbeiter: Bohnert
krâ
stM.
zur Etymol. s. EWA 5,732f.
und DWB 5,1962f.;
vgl. →
²krage swM.
‘Gekröse’
– beim Menschen:
lien: kra SummHeinr
1:135,262.
2:6,119;
s.a. AWB 5,359.
– beim Tier, essbare Innereien, ‘Kronfleisch’
man sol ouch krâ noch mitinger in deu smêr nicht winden NüP
38.
85
MWB 3,2 515,61; Bearbeiter: Bohnert
krâ
swstF.
auch
krô(e)
Helbl ;
Minneb ,
krâw(e)
Renner
1782;
BdN ,
krewa
SummHeinr
2:65,245,
kraia
ebd.
1:162,708,
kreie
Wartb (H)
524:7,7(C);
kræje
Boner ,
kraͤg
Gl
3:23,57
u.a.;
Näheres zu Form und Flexion s. DWB 5,1965f.; Lexer 1,1699.
– ahd. krâ(a) (AWB 5,359f.).
–
‘Krähe’
cornix: kra SummHeinr
1:162,708;
cornix haizt ain krâw BdN
177,30;
kra / kra schryen, als die kra tuͤt
Minneb
5135;
die [Leichen] azen gra unde raben En
6456(La.);
ir [der Heuchler] herzen müezen krân ûz nagen
KLD: DdS
1,4;
tûben, tâhen unde krân LvRegFr
2406;
egelester, krâen, raben, tallen Renner
19575;
kreien unde wîen GFrau
1868;
StrKD
107,313;
Loheng
6142.
– als unedler Vogel:
sîn werdez lop / in allen swebet ob / als der krâ der adelar
Ottok
39222.
916;
dú unedele kra bi der edeln turteltuben stuͦnt
Mechth
2: 4,60;
man beizet [unhöfischerweise] mit dem raben und mit
der bunten kra [viell. ‘Elster’ (s. FrlWB S.
192) oder ‘Nebelkrähe’
]
Frl
5:37,1;
Krone
6302;
Wartb (H)
524:7,7;
BdN
177,33.
– von böser Vorbedeutung:
swie vil diu krâ gerief, / [...] der
ungeloube in niht betrouc, / wand er dâ niht ûf ahte Wig
6186;
ein unsæligiv krâ, / diu begonde schrîen Walth
94,39;
ez habe ein swarziu krâ gelogen [wohl: ihr (sonst Unheil
kündendes) Geschrei habe (diesmal) getäuscht (NeidhWB S.
157)]
Neidh (HW)
44,22;
ob dînem houpte ûf einem zwî / saz ein rabe, ein krâ dâ bî
Helmbr
624;
Renner
1782;
Helbl
12,34.
– Vergleiche:
schwartz als ain kra HvNstAp
14286;
rabensvar als ein kra Brun
804.
7692;
im strebet sîn gemüete / gegen der übeltæte, / als diu krâ tuot zuo der
sæte Helmbr
1230;
mir sint die herren milte niht, / mich schiuht ir guot sam
wildiu krâ den schützen KLD: Kzl
16: 6,16;
so stostu erlechen als ein kra / an eines taches troeffe MinneR 418
(M)
52;
Neidh
WL 24:9a,1.
– sprichw.:
sich badet diu krâ in allem flîz / und wirt durch daz doch niemer wîz
Freid
142,15;
diu sate krâ und ouch diu wan, / der leben ist ungelîche Neidh
(HW)
15,23;
der sitzenden kra / dorret snabel unde kla ArmKonr
163;
Neidh
WL 34:4,9;
Krone
2056.
– anstelle des Kranichs
(oder belegt HDecke II (H) synkopiertes kranen zu →
krane
swM. ‘Kranich’, das in der
Boner -Überlieferung nicht mehr verstanden und durch
kræjen ersetzt wurde?):
dâ von enwizzen niht diu kint, / sô si in grôzem vollen sint
[...], / wannen die krân sint gevlogen, / unt
versmæhent den alten stam HDecke II (H)
44
(vgl.
die krenche HDecke II
50
);
von einem wolfe und einer kræjen [Überschr.; dagegen in der
lat. Vorlage (s. Anm. z.St.): De lupo et grue
] .
[...] / er kam, dâ er ein kræjen vant
Boner
11,25
MWB 3,2 516,3; Bearbeiter: Bohnert |