k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
krœnære
stM.
s.a. AWB 5,429 s.v. krônâri; zu
1krœnen
swV.
‘Schwätzer’
bucco vel balbulus: kronari SummHeinr
1:298,398.
2:23,456
MWB 3,2 629,52; Bearbeiterin: Herbers
krône
stswF.
zu lat. corona; im frühen Mhd. auch corone
VAlex , AvaJG , Will ,
Kchr .
1
‘Kranz’
1.1 als Kopfschmuck, häufig für Frauen, auch ‘Brautkrone’ (zur
problematischen Bedeutungsabgrenzung ‘Kranz’ oder ‘Krone’ s. DWB 5,2355) 1.2
‘Dornenkranz, Dornenkrone’ (oder als Zeichen königlicher Würde
aufzufassen? s. 2.1 ) 1.3
‘Siegerkranz’
1.4
‘Haarkranz’
1.5 Schmuck an einem Gebäude 1.6 vergleichend 2
‘Krone’
2.1 als Zeichen der weltlichen oder geistlichen Würde, Herrschaftszeichen 2.1.1 eines Königs, eines Kaisers oder einer Königin 2.1.2 einer geistlichen oder himmlischen Person, auch für die ‘Mitra’ des Bischofs 2.1.3 metonymisch 2.1.3.1 für die herrschende Person selbst 2.1.3.2 für die Herrschaft, das Königtum/ Kaisertum 2.1.3.3 für das Königreich 2.1.4 auf einem Gebäude oder Gegenstand 2.2
‘Abgabe für den König’
2.3 bildl. ‘Baumkrone’
3 übertr. für das Höchste, Beste seiner Art 3.1 von Personen 3.2 von Dingen 3.2.1 konkret 3.2.2 abstrakt 4
‘Kronleuchter’
5 bei Tieren für kronen- oder kranzähnlichen Kopfschmuck
1
‘Kranz’
1.1
als Kopfschmuck, häufig für Frauen, auch ‘Brautkrone’ (zur
problematischen Bedeutungsabgrenzung ‘Kranz’ oder ‘Krone’ s. DWB
5,2355):
diu magt [...], / diu die krône
ûf blôzem hâr dort hât Parz
812,3;
der gê nach der schônen, / diu mit ir krônen / gie von
hinnen abe MF:Mor
8: 2,5;
du sælden keiserinne, / din crone luter glestet, / got
der hat dich gegestet [geschmückt] / mit einem liehten
cranze: / zwelf sternen mit ir glanze / din houbet zierent schone
KvWGS
1833
1.2
‘Dornenkranz, Dornenkrone’ (oder als Zeichen königlicher Würde
aufzufassen? s. 2.1):
die unsaligin chrontin ir herrn mit durninir chroni
Spec
54,28;
die engel vuorent scone [beim Jüngsten
Gericht] daz criuce unde die corone / vor Christe an daz
tagedinch AvaJG
18,5;
AvaLJ
146,3;
nu müeze senften iuweren zorn / der ame kriuze het den
dorn / ûf dem houpte zeiner krône Wh
166,3
(s.a. →
kranz
1.2.3);
die ritter des richters, die namen Ihesum und fuͦrten in inden hof
des richte huses [...] und zugen im abe sin kleit und
leiten in an mit einem roten gewande und flahten ein crone von dornen und sazten
ime die uf sin houbet [Mt 27,27f.]
EvPass
239,13;
künic Constantîn der gap sô vil, / als ich ez iu bescheiden wil, / dem
stuol ze Rôme, sper, kriuze und krône Walth
25,13;
an der heiligen duernen gots chrön tag [4. Mai]
StiftZwettl
701;
sine dúrnin krone Tauler
199,15
1.3
‘Siegerkranz’
laurea: signúnft croͮn VocOpt
18.037;
wan er [Paris] im
[dem besten Weidevieh] eine crône [V.
626: ein schapel wol geloubet
] / sazt ûf sîn houbet
schône KvWTroj
649;
noch süzer dan dem kempfen siges crone Frl
3:18,12.
– bildl. (s.a. 3):
doch hêt er
[Alexander] friundinn genuoc. / under in ein die
krôn truoc, / diu im diu liebst was under in EnikWchr
19236;
du [
vrouwe
Lârîe
] bist ir [der
Frauen] aller spiegel. / [...]
dîner schœne muoz ich prîses jehen; / du solt ir aller krône tragen
Wig
9732
1.4
‘Haarkranz’
div blatte [
‘Tonsur’
] heizzet chrône, / die sol er behoͮten
scône. / chrône ist ime niht gebâre, / erne sî rihtâre Messgebr
195
1.5
Schmuck an einem Gebäude:
umb den huot [Turmdach] sô gie
ein krôn / von lûterm golde EnikWchr
22078
1.6
vergleichend:
[das ôrkraut
] pringt seinen sâmen kraizlot
in ainer krôn weis und hât ainen gar scharpfen smak BdN
301,24
2
‘Krone’
2.1
als Zeichen der weltlichen oder geistlichen Würde, Herrschaftszeichen
2.1.1
eines Königs, eines Kaisers oder einer Königin:
alsô Alexander haim chom, / er giench fur sînen fater
stên / unt nam die corône, die er mit samt ime dâ hete, / sînem fater ers ûf
sazthe VAlex
395.
633;
tûot uuára dés cúniges
Salomonis. unte der corônon da ín sîn mûoter mit hât gezîeret
Will
53,2;
swenne ir dem keiser nû genemt die crône RvZw
146,8;
nâch küneclîchen êren was in dar bereit, / swaz si
haben solden, ir krône unt ouch ir kleit NibB
645,2;
vf sime houbet stunt ein krone / von gesteine vnde
von golde Herb
9323;
di crone / mit zwelf steinen undersat Pass
I/II (HSW)
26652;
Loheng
5621.
–
ir crone si danne abe det, / numme si der begerte / di wile daz
ammet werte Elis
928.
910;
nâch swarzer varwe was ir [der
Königin] schîn, / ir krône ein liehter rubîn
Parz
24,12.
660,12;
HvFreibTr
4512;
Kudr
1606,4.
–
krône tragen
‘gekrönt, König(in) sein’ (weitere Belege s. Friedrich, PhrasWB
253ff.):
jâ truoc er
[Augustus] die corône, /
[...] sehs unde fiunfzic jâr
Kchr
664.
15490;
ich bin ouch ein recke und solde krône tragen
NibB
109,1.
43,2;
Gahmuret der wîgant / verlôs sus bürge unde lant, /
dâ sîn vater schône / truoc zepter unde krône Parz
5,26.
50,29
u.ö.;
er truoc gewalteclîche / in ir herzen künicrîche /
den cepter und die crône Tr
729;
Loys, der rœmische krône truoc
Wh
321,1;
Hêrôdes, der die chrône / des rîches an der zîte truoc
KvFuss
1230;
Martina
69,34;
RvEGer
3870.
–
krône tragen über, vor, ob jmdn.:
Salomon die krone / truͦg mit gewalte
schone / [...] ubir ellú
israhelschú lant RvEWchr
32453;
er truoc mit grôzen êren / vor fürsten die krône
ErnstA
14,187;
diu ê vor helden krône truoc KlageB
3989;
dô muoste er tragen krône ob edelen fürsten rîche
Kudr
18,3.
–
der krône pflegen:
Cecrops ein helt vil unvirzagit / sach man ze
Atene krone pflegin RvEWchr
19868;
Europs in Sicionie pflag, /
[...] der krone und was kúnig
genant / der lande gar, der houbit lant / Sicionie was genant ebd.
8616.
–
under krône (gân/ rihten/ sitzen/ stân)
‘gekrönt, als König(in); König(in) sein’
si giengen under krône in daz münster wît
NibB
812,3;
dô sach man si alle viere under krône
vrœlîchen stân ebd.
645,4.
1678,4
u.ö.;
der keiser under krône / bî der küniginnen stuont
ErnstA
330,5912;
den keiser under krôn man vant / und die keiserîn
Loheng
6581;
ich wil iuch êlîchen ze einer frouwen hân: / jâ sult ir ze
Kunstenopel under der krône gân WolfdB
89,4.
105,2;
under drizic lande krone [als Herrscher von
30 Ländern]
JTit
5497,3;
SalMor
599,5;
Kudr
1295,2;
KlageB
2650
2.1.2
einer geistlichen oder himmlischen Person, auch für die ‘Mitra’ des
Bischofs:
von Araby, geloubet, des goldes drie krone / satzt man im
[dem Papst] uf sin houbet JTit
1001,1;
priester Johan schone / get in den palas witen, richlich uber alle
kunige treit er krone. / ein krone groz und swer ebd.
6277,2;
biscoph Willehalme, de dher krone / und dhes staves zo Menze plach
BraunschwRchr
1058.
1608;
[des Papstes] houbet was bedecket schône / mit
eines bischoves krône LvRegFr
4924;
die krone brach er svnder danc / dem engele von dem houbete
Wartb
Anh 13,8;
PrBerth
1:369,29
2.1.3
metonymisch
2.1.3.1
für die herrschende Person selbst:
– für den König oder die Königin:
daz junge hovegesinde / daz lief engegen dem
kinde / und condewierte ez schône / under armen vür die crône
Tr
3330;
si was von kinde und muoz iemer sîn mîn krône MF:
Hartm
13:3,8;
nû riet al des küneges rât, / daz er den zorn lieze sîn, /
gein ŷsôte der künegîn: / der krône ez niht gezeme / ob er
den lîp ir neme UvTürhTr
2827;
si nigen ieweder chrone / unde sprachen dugentliche: /
‘got danke úch, kunic riche, / unde úch, here
kunegin [...]’ Elis
398;
der krone zimt kein liegen
Rennew
14253;
GvJudenb
5100;
Parz
428,8;
JTit
1317,2.
– für Maria:
die riche krone, / die hymel vnd erde gewalt hat
Krone
12670.
–
zuo der krône varn
‘sich an die Krone (den König als obersten Richter) wenden’
ob er mit vns cvͦ der crone vert
UrkHohenz
1,97
(a. 1286)
2.1.3.2
für die Herrschaft, das Königtum/ Kaisertum:
kunnet ir niht fürsten schônen, / wir krenken
ouch die krônen Parz
415,22.
302,10;
hie dienter alsô schône / dem zepter unde der
crône Tr
18450.
4469;
ouch dienden sîner krône / die von Pâlerne
Wh
84,10;
under rœmischer krône ebd.
176,3;
nû sehent, wie diu krône lige und wie diu kirche stê!
Walth
83,26;
Karll [...] / de zo der kronen were
geboren KarlGalie
513;
blate
[Geistlichkeit] und krône
[Fürstentum] wellent muotwillic sîn
MF:Reinm
63: 1;
Roth
733;
Krone
340;
ErnstD
214;
Otte dher keyser vorgenant, / uf siner kronen verdhe jar / wart
gewunnen [...] / dhe stat Constantinople
BraunschwRchr
7201.
– für die Heeresmacht eines Reiches:
da hatte keiser Friderich / von Rome in grozen eren sich / uf
gesezzet schone / mit des riches chrone / uber mer zu varene, / daz
riche zu bewarene, / mit der cristenheide craft Elis
4126
2.1.3.3
für das Königreich:
zweier krône rîcheit / stêt vorhteclîche in sîner
pflege / ûf dem wazzer und der erden wege. / Azagouc und Zazamanc, / diu
lant sint kreftec, ninder kranc Parz
328,6;
im [Artus] wære ouch
leit daz Lähelîn / im næm zwuo rîche krônen sîn ebd.
331,16;
zwelf vil rîcher krône sult ir gewaltec sîn
NibB
1235,2
2.1.4
auf einem Gebäude oder Gegenstand:
[von der Minnegrotte:] daz gewelbe daz was obene /
geslozzen wol ze lobene; / oben ûf dem slôze ein crône, / diu was vil harte
schône / mit gesmîde gezieret, / mit gimmen wol gewieret Tr
16709;
man satzt ain chron gehewer ain chrewz auf den sarch zem haubet / ez
was ain samaragd tewer JTit
1002,1(App.).
– als Abbildung oder als Schmuck:
dô het der herre Liudegêr ûf eime schilde erkant /
gemâlet eine krône vor Sîvrides hant NibB
215,2;
[auf einem Schild:] einen lewen mit einer
crône, / von golde erhaben harte wol UvZLanz
6294;
er nam den guldinen altar / und den guldinen luhter bar /
[...] und den umhanc mit den cronen /
nihtes pflac er da zu schonen Macc
1491
2.2
‘Abgabe für den König’
‘[...] wir wellen uch ouch irlazen /
pflihtige schult von uch sazen / mit vil grozer gabe dabi, / unde sult alles
wesen vri, / beide zol unde salzis schult / der aller ir vri bliben sult / und
die Juden mit uch alle, / uf daz ez uch wol gevalle; / so irlaz wir uch der
cronen. / noch wellen wir uch baz lonen.’ / vernemet wie wirt irscheinet /
alhie cronen waz daz meinet: / ez was zins, den da vorwaris / ufhuben die kunge
iaris / reht als daz iar loufet umme / gliche nach cirkeles krumme. / sus man
kornzins kronen reitet [
‘so berechnet man Kornzins als Kronen’
] / des man ein
iar umme beitet [
et nunc absolvo vos et omnes Iudaeos a
tributis et pretia salis indulgeo et coronas remitto I Mcc
10,29]
Macc
4695. 4698. 4703
2.3
bildl. ‘Baumkrone’
des waldes cron nam ich war, / der waz grün und schon MinneR
439
16
3
übertr. für das Höchste, Beste seiner Art
3.1
von Personen:
si ist ein krône ob allen reinen wîben SM:
WvT
2: 2,6;
MF:Mor
1: 1,9.
13: 3,1;
reine frouwe, valsches ân, / ein wîbes krône KLD:
UvL
9: 3,6;
aller frouwen krône KvWTroj
21045;
allir magide crone Pilatus
1,117;
Marjâ, megde krône! Freid
13,7;
Frl
5:108G,11;
gelêrter vürsten crône Walth
107,29;
[Jesus] was der schoͤni krone, / noch
schoͤner denne sin muͦter vil WernhMl
5750;
aller dinge ist er got / und diu oberiste krône
Wig
6881;
aller manne ein krone JTit
1574,4
3.2
von Dingen
3.2.1
konkret:
ouch gleste gein im schône / aller ander bürge ein
krône / mit türnen wol gezieret Parz
350,20;
diu burc ist obenân wol / erbûwen harte schône. / siu
ist aller veste ein krône UvZLanz
5058;
hie vohet sich an dis buͦch das da genant ist der abentùre
crone Krone
1(App.);
der vater ist person / ewig in der himel kron
KvMSph
3,3
3.2.2
abstrakt:
–
‘Ehrenkrone’ (zu lat. corona gloriæ):
als uns der wissage seit / der eren krone er eine
treit Albert
8;
künec Artûs der guote, /
[...] hât bî sînen zîten / gelebet alsô
schône / daz er der êren krône / dô truoc und noch sîn name treit
Iw
10.
6952;
ir nam der êren krône treit: / diu ist gemezzen und geworht / mit
tugenden vollic unde breit Winsb
12,5;
got hât sînen flîz an dich geleit, / dâ von dîn
lîp êren krône treit KLD: UvL
46: 3,6;
Hadam
98,5;
UvZLanz
7738;
Wig
11022;
BdN
228,35.
–
ouch mahtu tragen schône / immer sælden krône /
hôhe ob den werden Parz
254,24;
du [Parzival] krône
menschen heiles! ebd.
781,14;
diu sach Gâwânn kreftelôs / den si für al die
werlt erkôs / zir hôhsten freuden krône ebd.
692,5;
nu huop ouch sich von danne / des fröuden wunsches krône, / daz
was mir sendem manne / reht als ich stüende in himelischem trône
Hadam
100,2;
dîner sælden stætekeit / ze himel hôhe krône treit
RvEGer
5124.
–
von der ewigen corone, die got gibet ze lone
AvaJG
1,3;
[Jesu] kintlich leben und sin tuͦn /
was [...] ain krone úber alles leben
WernhMl
4365;
ein krone aller uͤbung ist emziges gebet
Seuse
392,14.
–
der werltvreude ein spiegelglas, / stæter triuwe ein adamas, /
ein ganziu krône der zuht AHeinr
63;
gar ist verlorn des wîbes schône, / sin werde geziert mit zühte
krône WälGa
888;
ich bin genant bescheidenheit, / diu aller tugende krône treit
Freid
1,2;
allsus mitt aller tugenden kron / lúchtet Marÿa
clar und schon KvHelmsd
655;
sô lobe ich mîne vrouwen mê / dan die bluomen und den klê. / sî
ist ein krône der tugent Heidin IV
81;
so hie div welt pflege / daz fvnfzehinde zwi stetekeit / dv aller
tugende crone treit Martina
252,100;
WälGa
7830;
aller güete ein krône RvEBarl
13970;
aller triuwe ein crône Tr
1798;
hôchvart, unminne, gîtekeit, / der ieglich nû die krône treit
Freid
29,11
4
‘Kronleuchter’
manec tiuriu krône / was gehangen schône / alumbe ûf den
palas, / diu schiere wol bekerzet was Parz
638,9.
229,24;
vil chrone rich von golde, dar uf vil kerzen luchte JTit
412,1;
ein krône was gehenket drîn, / dâ kerzen ûfe brunnen
KvWTroj
17532
5
bei Tieren für kronen- oder kranzähnlichen Kopfschmuck:
–
‘Federkrone’
Aristotiles spricht, daz der pfâw
[...] sein aigeneu kint niht ansehen well unz daz
si krônen auf dem haupt habent und im geleich werdent BdN
213,30.
–
‘Mähne’
mitten drynne ein guldin / wider sehender lewe fin, / dez
zen, dez clowen, dez kron / von rubin brynnen schon / an allen iren enden
Minneb
2931
MWB 3,2 629,55; Bearbeiterin: Herbers
krônebære
Adj.
‘die Krone tragend, bekrönt’
doch sagter mir vier vrouwen namn, / die dâ krônebære sint
Parz
334,17;
im geviel nie dehein vrow baz, / si were wol chron bere
StrKD
1,23;
mit den croneberen / gotes predigeren, / martirern und megeden
HeslApk
11387.
– subst.:
an witzen unberoubet warn di kronebæren JTit
1631,1;
man sach den kronebæren uz Ytolac da sprengen, / Possitrium, den geweren
ebd.
3582,1.
4841,1
u.ö.
–
‘den Siegerkranz tragend’
sünden glust mit widerwer tuot crônebæren [La.
cronebernden
] kemphen kunt RvZw
89,3.
228,5
MWB 3,2 633,55; Bearbeiterin: Herbers
krônebërnde
Part.-Adj.
→
krônebære
Adj.
MWB 3,2 634,3;
1krœnen
swV.
zur Etymol. s. EWA 5,814; vgl. AWB 5,429 und DWB 5,2385; zur bair. Form
gronen s.a. DWB 4,1,6,443).
‘schwatzen’
garrio multum fabulor: ih gron SummHeinr
2:319,143;
si lachet als ein kindelîn, / daz krœnt gegen der muoter
sîn SM:Wi
9: 4,4;
sich samenent die liute: / daz ir dekainer crœn alder
kelze! SM:Go
2a: 5,6
MWB 3,2 634,4; Bearbeiterin: Herbers
2krœnen
swV.
1
‘jmdn./etw. mit einer krône versehen’
1.1
‘bekränzen’
1.2
‘krönen, mit einer Herrscherkrone versehen’
1.2.1 von weltlichen Personen 1.2.2
gekrœnter helm , für einen mit einer Krone verzierten Helm 1.2.3 von geistlichen Personen 1.3 vom Kopfschmuck bei Tieren 2 übertr. 2.1
‘jmdn./etw. preisen, ehren, verherrlichen’
2.2 mit präp. Erg. ‘etw. kennzeichnen, auszeichnen mit’
1
‘jmdn./etw. mit einer krône versehen’
1.1
‘bekränzen’
ich sach ein frouwen minneclich / mit rôsen wol gekrœnet
KLD: Namenlos
n III 23:1,2;
anderstunt sah ich in [
den stecken
]
stan / mit lovbe wol gechronet, / hiemit was er geschonet Bîspel
(G)
254,9.
–
‘mit einem Siegerkranz versehen’
laureati: chrœnete PsM
H 76,2;
dem sazte er ûf sîn houbet / ein schapel wol geloubet,
/ dâ mite er in dô krônte KvWTroj
627;
noch solte man mins sanges schrin gar rilichen krönen
Frl
5:115,11.
–
‘mit der Dornenkrone versehen’
er lie sich mit dornen chrônen Aneg
3090;
die unsaligin chrontin ir herrn mit durninir chroni
Spec
54,28;
Marien eingebornen / gecronet hi mit dornen Elis
948;
aber sach dú muͦter hin, / so
jæmerlichen croͤnen in [Jesus]
WernhMl
10082;
die smerzen [...], die er lait, sin hobet mit
spizzen dornen gecroͤnet UrkCorp (WMU)
93,1
1.2
‘krönen, mit einer Herrscherkrone versehen’
1.2.1
von weltlichen Personen:
dô krônde man Lavînen / zeiner kuneginne En
13128.
13048;
Roͮlanten si hohten, / uͦber Yspanie si
in chronten Rol
3150;
dâ krônte man die swester sîn Parz
336,30.
803,21;
Kriemhilt diu vil schœne sol hie
gekrœnet gân NibB
704,2.
706,3;
[sie] nâmen Blanschefluoren / und vuorten si mit
in zehant / in Riwalînes herzen lant / und crônden si dar inne
Tr
811.
1800;
dâ von man riet nû hie des rîches vogte, / daz er sich solde
krœnen lân Loheng
6491;
in dem aht zehenden iare, do min herre, der kvnik Ruͦ. von
Rome, wart gekroͤnet UrkCorp (WMU)
1338,19.
574,41;
HvFreibTr
6794;
StrKarl (S)
3845;
RvEBarl
13445.
– subst.:
dâ von daz kroenn sich zogte Loheng
6487
1.2.2
gekrœnter helm, für einen mit einer Krone verzierten
Helm:
Vîvîanz [...] / sluoc den
künic durh den gekrônten helm Wh
24,27;
dar in trat vermessenlichen manig ritter cluͦg / mit iren
gekroͤnten helmen frilich an der stunt RosengD (LKN)
722.
1078;
dâ bî fuort man den helm mîn [...]. / er was
gekrœnet meisterlîch: / diu krône diu was kosterîch
UvLFrd
165,23;
MGHConst
8:69,24
(a. 1346)
1.2.3
von geistlichen Personen:
von sente Petir alse her gecronet wart czu pabeste
schribit sente Matheus EvBerl
133,21.
136,27;
do wart er [...] zu bischofe gekronet
ThvKandelb
327
1.3
vom Kopfschmuck bei Tieren:
[der Phönix] ist an der grœz als ain adlar und
hât ain gekrœnt haupt sam ain pfâwe BdN
186,19.
187,26
(s.a. →
krône stswF. 5);
[der Wiedehopf] hât ainen vedreinen kamp auf dem
haupt, den füert er sam ainen gekrœnten helm ebd.
228,4;
[der Drache] ist gekrœnt auf dem haupt nâch
der grœzen seins leibes ebd.
268,19
2
übertr.
2.1
‘jmdn./etw. preisen, ehren, verherrlichen’
ez ist reht daz man sî krœne, / diu zuht unde
schœne, / hôhe geburt unde jugent, / [...] hât
Iw
6463;
wîp dest ein lop, daz si alle krœnet Walth
49,11;
si was also schone, / als ich vernomen han, / daz ich si immer
chroͤne / beide fur vrowen und fur man Rab
107,3;
Er
6035;
MF:Reinm
13: 7,6;
wol dem reinen wîbe / [...] / diu
tiuret unde crœnet mit ir edeln tugenden werden man KvWLd
31,108;
dine shoͤne ich hoͤher kroͤne / dann
swaz ich shoͤne han gesehen Rennew
3932;
ich krœne ir schœne vür des liehten meien
schîn SM:Ta
1: 2,6;
ez sint manger hande dœne, / die da liebent guoten
muot; / darûz ich ir einen krœne, / der dem herzen sanfte tuot SM:
WvK
8: 1,3;
dîne kunst ich iemer krœne SM:KvL
11: 1,5;
ein alsô wünneclîchez leben, / daz dir wirt baz
gekrœnet / und tûsentvalt geschœnet / in dem himelrîche
RvEBarl
12101;
manmut und ritterlicher mut die krönen einen heiden Frl
5:46,19;
HvFreibTr
4014;
PrBerth
1:489,7;
AHeinr
825;
Dietr
1743;
sie sint heilige marterære / und sint also gescheiden hin, / daz ich des
vil gewis bin, / daz got ir sele gechronet hat StrKarl (S)
10633.
7649;
mit Gen.:
maniger tugende ich si krœne SM:
KvL
5: 4,5;
ir schande ist unser êre: / des wîp dâ sint gehœnet, / des well
wir sîn gekrœnet ZwBüchl
702;
Rachel, die ih des kroͤne / das niender lepte
ein schoner lip / in dem lande, magit noh wip RvEWchr
6175.
– mit an:
sîst mit rede niht ze balt, / daz ich an der lieben
krœne: / dâbî kan si stæte sîn SM:KvL
9: 3,5;
manig geroͤter munt / begunden den vil
shoͤnen / an shoͤne vaste kronen. / diz wær gewesen ân ir
haz, / heten si in gelobet Rennew
29140.
–
‘sich auszeichnen’, hier: durch Schönheit:
ich sprach: ‘vil hochgelobete, reyne, werde maget, / man ieman
syn, der dir geliche krone?’ Wartb
Anh 20,3.
– subst.
daz die zit schire queme, / daz dinc ende neme. /
‘welich zit?’ – der guten lonen / und der irwelten cronen
/ und der argen vordamnisse / zu dem understen abisse HeslApk
22814.
– Part.-Adj., superlativ:
so ich sprich ‘der aller besten’ / und
auch ‘der aller schonsten’ / und auch ‘der baz
gekroͤnsten [Frauen] ’
Minneb
1898;
wie si sy die schonste / und an gut die hoch
gekronste [Frau]
ebd.
2002
2.2
mit präp. Erg. ‘etw. kennzeichnen, auszeichnen mit’
owê danne, sô hân ich getobet, / daz ich die getiuret hân / und mit lobe
gekrœnet, / diu mich wider hœnet Walth
40,24;
SM:KvL
10: 4,3;
ich prîse iuch unde krœne / mit lobe in allen
mînen tagen KvWTroj
2804.
20131;
wol mich daz diu vil sældenrîche ie wart geborn, / diu mit bernden
tugenden hât ir lîp sô wol gekrœnet KLD: RvB
4:2,2;
daz ich ir lop mit minem sange kroene Tannh
11,50;
dest ein wîp diu wol ir wîpheit kan mit tugenden
krœnen: / ir wîplîcher muot ist wandels frî KLD: UvL
34: 4,1;
[die Bienenkönigin] hât auch an der stirn ain weiz
plüemel, dâ mit hât in diu nâtûr gekrœnet vor den andern
peinen [Bienen]
BdN
288,28
MWB 3,2 634,11; Bearbeiterin: Herbers
krônetrage
swM.
‘Kronenträger, König’
der edele crônetrage [: tage
] / ûz
Bêheimlant RvZw
149,11
MWB 3,2 635,59; Bearbeiterin: Herbers
krônhërre
swM.
‘der die Krone hat; Kaiser’
der krônherre in Kriechenlant Loheng
4214
MWB 3,2 635,61; Bearbeiterin: Herbers
krônike, krônik
stswF.
zu grch.-lat. chronica (vgl. MlatWB 2,558 s.v. chronicus),
mhd. Formen mit -â s. Parz , Eracl ; auch
korôn- z.B. Loheng , HvNstAp ,
EnikWchr oder kronk- z.B. Pass I/II (HSW) ,
EnikFb , NvJer .
‘Chronik’
er las der lande chrônicâ / ze Britâne unt anderswâ, / ze
Francrîche unt in Yrlant Parz
455,9;
Eracl
4545;
die warhaften cronken Pass I/II (HSW)
1810;
EnikFb
4;
NvJer
256;
Macc
319;
ein ieglîch künic, daz ist wâr, / sol sînes rîches kronik hân WälGa
10659;
in Rom man es geschriben vant / in ainer koroniken
HvNstAp
20643;
EnikWchr
86.
9344;
der Rœmer [...] cronik
BdN
265,24;
Loheng
7469.
2622;
Rennew
12924;
JTit
5869,2;
Ottok
80448;
EbvErf
329
MWB 3,2 635,63; Bearbeiterin: Herbers
krœnlîn
stN.
Dimin. zu
krône
stswF.
‘Krönchen, kleine Krone’
sant Pêter ist als gewaltic dâ ze himele unde hât sô vil êren, daz ez iemer
unsegelich ist; iedoch gebristet im des krœnlîns, daz der guote sant Paulus hât
PrBerth
1:336,36.
– Brautkrone:
sie sint ûf dem spiegelberge unde tragent einer hande krœnlîn, ein
schappel PrBerth
1:336,27;
aureola, daz kronelin SHort
3366
(zu aureola, der Krone der Jungfrauen, s. Glr. S. 230)
MWB 3,2 636,13; Bearbeiterin: Herbers
krœnunge
stF.
‘Krönung’
dâ sold er gewinne / kuniges reht genzlich / mit krônung und mit
wîch Ottok
41202.
69829;
nu dachte ouch der koninc riche / zo siner kroninghe vil herliche, / Philippus
dher gemeyte BraunschwRchr
5025;
gegin Rome, do wir zu unser chroͤnunge dar furin MGHConst
6,1:538,3
(a. 1329).
8:69,26
(a. 1346).
8:526,28
(a. 1348);
StRBrünn
378
MWB 3,2 636,23; Bearbeiterin: Herbers
kropel
stM.
→
krüpel
MWB 3,2 636,31;
kropelkint
stN.
zu
krüpel
stM.
‘körperlich behindertes Kind’
uffe altvîle unde uffe twerge erstirbit weder lên noch erbe, noch uffe kropelkint
SSp (W)
1:4
MWB 3,2 636,32; Bearbeiterin: Herbers
kropf
stM.
1
‘Kropf’ , Auswuchs am Hals des Menschen 2 Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln 2.1 eigentl. 2.2 übertr. auf den Menschen 3 als Bestandteil von Personennamen
1
‘Kropf’, Auswuchs am Hals des Menschen:
struma: croph SummHeinr
1:128,180;
struma guttur tumidum: chelch vel chroph ebd.
2:484,408;
swer dâ für gerne wære / ein Beier oder ein Sahse, / ich wünsche, daz im
wahse / ein hover und ein grôzer kropf! Helbl
1,543;
der zolner sach den hoger an: / einen kroph sach er in hân
Boner
76,26;
dar nach wart ein kint bracht von Horsilgouwe, daz hatte einen grozen kropf
unde wart gesunt Köditz
85,11;
ez sint in etleichen landen [...]
etleich frawen, die [...] grôz kröpf habent
BdN
494,1;
BFrau
279;
HagenChr
2425.
– derb für den Hals:
dô man die tänze sleif, / dô reit [drehte] er
daz houbet ûf dem krophe Neidh
WL 11:6,8.
– als Schimpfwort für eine Person:
den œden krophen Neidh
WL 18:5,2
2
Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln
2.1
eigentl.:
vier tûbn / möhten den weiz klûben, / daz ir kröphe würden vol
Helbl
2,353;
diu [
tûbe
] mit vollem krophe ûf
einem korenkasten stât Neidh
WL 13:5,9;
ouch hett der sperber do / sin vollen kropff gessen Eilh
H,7201;
sô læzt der raigel
[Reiher] ainen frischen visch auz dem kropf, den er
gevangen hât BdN
188,21
2.2
übertr. auf den Menschen:
bruoder Calkopf / hat och ainen vollen kropf Barfüsser
138;
einen guoten kropf er az [er aß sich
satt]
Parz
132,2;
dû sitzest unde frizzest unde trinkest einen kropf über den andern, daz
sich dîn mage kliubet in vieriu! PrBerth
1:103,14;
dar umbe ensmakent in alle goͤtlichen ding
nút; wan der gesmak ist enweg, des magen kropf ist verfulet
Tauler
137,9.
99,27.
–
verdeust du disen kropf, / du maht ezzen ungesoten / nâternzagele unde
kroten / und alliu eiter trinken! BFrau
728;
verdawet han ich den ersten kropf JvNürnberg
253.
–
reht als der gîr dem âse tuot / vast ich die sünde in mînen kropf
MarGr 18
300,69
3
als Bestandteil von Personennamen:
her Wolfher der Cropf von Ehmuzsheim UrkCorp (WMU)
365AB,20,9;
mit hern Hainrichs dez Crophez ebd.
587,23;
C. Kroph ebd.
2198,17
MWB 3,2 636,36; Bearbeiterin: Herbers
kropfeht
Adj.
→
kropfoht
MWB 3,2 637,13;
kröpfelîn
stN.
Dimin. zu kropf stM.
1 Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln 2 magere Kost für Falken
1
Aussackung der Speiseröhre bei Vögeln:
ein zîsel und ander vogellîn / lesent ûf kleiniu körnelîn, / mit den si
füllent ir kröpfelin / daz si niht twinge hungers pîn Renner
16513
2
magere Kost für Falken:
man möhte mit mir beizen, / wær ich für vederspil erkant, /
ich swunge al gernde von der hant, / bî selhen kröpfelînen / tæte ich fliegen
schînen Parz
487,9
MWB 3,2 637,14; Bearbeiterin: Herbers
kropfoht, kropfeht
Adj.
Suffix auch mit a-.
‘einen Kropf habend’
dâ von die läut kropfoht werdent, sam in Kärnden vil kropfoter
läut ist BdN
103,24.
103,28;
die Stîrer [...] habent vil kropfater
liut EnikWchr
27533;
dar nach quam ein kropfecht man von Artern unde wart gesunt bi dem grabe
Köditz
94,17.
85,9.
94,16
MWB 3,2 637,23; Bearbeiterin: Herbers
kropfstôʒ
stM.
‘Stoß an den Hals’
er pfie [empfing] vil smehú
schelt wort, / bægling [Ohrfeigen] und kropfstoͤsse
SHort
4147;
vor Alexander dem rîchen / wart im dô ein kropfstôz, / daz er ûf die erde schôz
Anteloye
341;
AnteloyeD
371
MWB 3,2 637,30; Bearbeiterin: Herbers
kropfstôʒen
swV.
‘an den Hals stoßen’
do wart der junge degen balt / vast gecropf
stozzet [: grozzet
]
WhvÖst
5371
MWB 3,2 637,35; Bearbeiterin: Herbers
1krœse
stN.
‘Eingeweide, Gedärme’
man slecht nû so manig vê [Vieh] , / des
vint man / guotiu krœsiu, houbt und vüezze SM:Had
20: 2,9;
er schriet im eine wunden, daz im do zu hant / daz kröse an den stunden brach uz
des libes want WolfdD (H)
1347,4;
fleisch, fuͤze und beine, / kroͤse, haupt, hirn, sulzen gut, /
zungen, unslit, kappen und hut / kumet von den schafen vil KgvOdenw
6,89.
3,21
MWB 3,2 637,38; Bearbeiterin: Herbers
2krœse
stN.
Bedeutung unklar, evtl. zu frnhd. krösen
‘rösten, braten’, übertr. ‘plagen, martern’? (s. DWB s.v.
krösen
2b und Anm.z.St.):
daz krösz und och der bettlertantz [hier für
‘Prügel’
] / huob sich mangem ze fruo Bauernh
600
MWB 3,2 637,46; Bearbeiterin: Herbers
krosel
Subst.
zur Etymologie s. EWA 5,818f. s.v. krosal; s.a. AWB 5,432 s.v.
krosila.
‘Knorpel’
kartilago: crosela Gl
3:434,43
MWB 3,2 637,51; Bearbeiterin: Herbers
krostel
swF.
→
krustel
MWB 3,2 637,54;
krot
stNM.
auch krudt
UrkKöln , UrkPrivR ; zur Etymologie s. DWB
5,2412f.
1
‘Belästigung, Beschwernis’
2
‘(rechtliche) Beeinträchtigung’ (weitere Belege s. DRW 8,2f.)
1
‘Belästigung, Beschwernis’
hi mide erwarb si michel crot, / daz di furstinne reine / der selben megde
alleine / hiz bi disen ziden / ir gelwes har besniden / nach der vor gesazten e
Elis
7792;
si erfulte sin gebot: / ir was ein niht des weges crot ebd.
7990.
6330;
sint er [Adam] ubergangen hât / godes heiz und sîn
gebot. / darumme er billich lîdet krot Erlös
834.
–
âne/ sunder ~
:
wir sullen, frouwe, gerne also / nach unser mugentlicher craft / werben
uwer botschaft. / daz dun wir sicher ane crot Elis
575.
7403;
sêlec sîn die ouch erkant, / der herze rein ist sunder krot. / die
schouwent êweclîche got Erlös
4381;
Elis
5803.
– bezogen auf innere Zustände ‘Sorge, Kummer’
in disen selben forten / lide ich innerliche krot Elis
45.
5448
2
‘(rechtliche) Beeinträchtigung’ (weitere Belege s. DRW 8,2f.):
der zehende halber zu Husen ist der vrauwen an crot UrkDOHess
2:369,33
(a. 1326);
weert dat yn up dat vurschreven erve ind guet eynche anspraiche, hyndernisse,
krudt off moetnisse geschiege van yemanne UrkKöln
4,321
(a. 1349);
UrkPrivR
147,31
(a. 1348)
MWB 3,2 637,55; Bearbeiterin: Herbers
krote
stswF.
auch krete, krotte und selten krade/ krate
WildM , Macer .
1
‘Kröte’
1.1 als Tier 1.2 bezogen auf bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten 1.3 bezogen auf Menschen 1.3.1 in Vergleichen 1.3.2 als Schimpfwort 2 als Bestandteil eines Personennamens
1
‘Kröte’
1.1
als Tier:
bufo: krotte VocOpt
46.017;
rana frosc vel crota / creta SummHeinr
2:441,79;
dannen chômen zewâre / chroten uile mâre, / ein here grôz unde breit, /
deme lande was iz arbeit Exod
1372.
2068;
des wart über al Êgypten lant / gotes zorn grôz bekant / mit zehen plagen
herten, / [...] / man sach die luft mit bluote
ergiezen, / dar nâch kroten schutte der regen UvEtzAlex
11411;
der arzât [...] gap im ein polver daz dâ ein
krete [: bete
] / wuohs in sînem magen
Craun
162;
dat sint naderin unde kraden WildM
3,369;
buffo mag ain klain krot haizen. diu krot ist ain
vergiftiger wurm und hât ain schelmig gesiht und ist unrain anzegreifen
BdN
295,25.
296,11
u.ö.;
SalArz
27,34;
Renner
22035;
HvNstAp
10829;
RvEWchr
10023;
EnikWchr
7719.
–
sô gêt sie [die Katze] hin unde lecket eine
kroten swâ sie die vindet under einem zûne oder swâ sie sie vindet, unz daz
diu krote bluotet PrBerth
1:402,28.
1:405,18
1.2
bezogen auf bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten:
– die Kröte als Erdfresserin (s. TPMA 7,209):
diu krote getar der erden niht / sat werden Renner
4807;
diu krot hât die art, daz si fürht, ir zerinn der
erden. dâ pei verstê wir die geitigen BdN
296,7.
– vom Aberglauben, dass ein Stein aus der Kröte erwachsen kann (vgl.
Hwb. dt. Abergl. 5,631 und →
krotenstein):
ez ist ûz dem garten ein abrahemschiu krote. / swenne diu gewehset,
diu bringet einen stein, / daz in der werld diu sunne sô guotez nie beschein
OrtnAW
510,4;
borax ist ain krotenstain. den tregt ainrlai krot in
dem haupt BdN
436,33.
437,4.
453,25.
– als Symbol für etw. Schlechtes, hier ein Schandmal:
an diner stirnen solte sin ein krote, / so spigete man dich an, sich,
zuͦ gebote Meissner
2:17,11
1.3
bezogen auf Menschen
1.3.1
in Vergleichen:
dô sprach er: ‘unsælic wîp, / wie habt ir
iuwern verschamten lîp / geteilt mit einem sölichen man, / der niht engêt
wan affen [humpeln] kan, / reht als ein
bœsiu krot! / [...] ’
EnikWchr
25209.
– auch sprichw. (vgl. Friedrich, PhrasWB, 255):
zerblæjet (als ein) ~
‘aufgeblasen wie eine Kröte’
zerbleget als ein krotte / bistu gar von hofart
Martina
112,68;
zerblæjet wart er als ein kröte
KvWTroj
27274;
[Salome ging] indie kemenaten / da sam ain
krot zerbleget sas / ir muͦter Herodias SHort
3171.
–
swellen als ein ~
:
vor der zirblaten hohvart / div als ein krotte swillet
Martina
9,1.
76,14
1.3.2
als Schimpfwort:
ein wîp ich heime lie, / diu ist ein tœrschiu krot
Neidh
WL 37:2,4;
‘strîch von mír balde unde swîc! /
[...]; / ich geschaffe, daz dich krot diu reise
gar verbirt.’ ebd.
SL 16:7,6
2
als Bestandteil eines Personennamens:
Hannes diu Krot UrkCorp (WMU)
3002,44
MWB 3,2 638,15; Bearbeiterin: Herbers |