k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
küntlîche
stF.
‘Kenntnis’
[das Wort unserer Vernunft ist] ein
tüwelichü [= tuolîchiu
] entphahung unser
küntlichi [
quaedam acceptio actualis nostrae
notitiae
]
ThvASu
318,13
MWB 3,2 752,8; Bearbeiter: Bohnert
küntlicheit
stF.
1
‘Kenntnis’ , als Übers. von lat. notitia 2
‘Kennzeichen, Merkmal (einer göttl. Person)’ , als Übers. von lat.
notio (vgl. Schütz, Thomas-Lexikon S. 530)
1
‘Kenntnis’, als Übers. von lat. notitia:
von der küntlicheit, die wir haben, inrelichen gedenkende so
formen wir daz worte [
ex notitia quam habemus, cogitando interius
verbum formamus
]
ThvASu
262,7.
298,35
2
‘Kennzeichen, Merkmal (einer göttl. Person)’, als Übers. von lat.
notio (vgl. Schütz, Thomas-Lexikon S. 530):
ez ist zemerken, daz die küntlicheit daz heizet, daz da eigen
der rede des erkennens der gotlichen personen [
quod notio dicitur
id quod est propria ratio cognoscendi divinam personam
]
ThvASu
316,12;
in dem der sun von im [Gott-Sohn von
Gott-Vater] ist, so wirt erkant von der küntlicheit der
‘veterlicheit.’ [
inquantum Filius est ab eo
[Patre], innotescit notione paternitatis
]
ebd.
316,21;
so sint nihtwan fünf küntlicheit in got, daz ist die
‘ungeberlicheit,’ die ‘veterlicheit,’ die
‘sünlicheit,’ die ‘gemein geistung’ unde die
‘uzgaunge.’ ebd.
318,1.
316,19.
316,22.
318,9;
die kuntlicheide [...] heißen alleine darum
kuntlicheide, wan si die personen kuntlich machen [quia notificant
personas] Hugo Ripelin von Straßburg, Compendium theol. veritatis 1,22
(Hs. Oxford, Laud. Misc. 521, fol. 24#’v;
vgl. Ruh, Trinitarische Spekulation S. 44f.)
MWB 3,2 752,12; Bearbeiter: Bohnert
kuntliute
st.Pl.
‘(sachverständige) Zeugen’, die im gütlichen Verfahren auch urteilen können
(DRW 8,109):
disuͤ kuntschafft wart erfare von vns beyden
[...], die daruͤber zu kuntluͤten geben
wurden ze bayden sitten DRW
8,109
(Reyscher,Stat.; a. 1313 kopial);
kuntliute UrkEssl
314,7
(a. 1332)
MWB 3,2 752,36; Bearbeiter: Bohnert
kuntman
stM.
Sg. zu
kuntliute
:
als sie do veriahen [...] vor vns zwain kuntmanen die
hie vorgeschr. stoͤnd DRW
8,110
(Reyscher,Stat.; a. 1313 kopial)
MWB 3,2 752,42; Bearbeiter: Bohnert
kuntmeister
stM.
eine Art Kurator und Richter über die Leibeigenen des Klosters
Niederaltaich:
si quis genuerit filium ex muliere, que est ecclesie et non est uxor sua, iste
puer dicitur chebschint. qui in pueritia, postquam videre potuerit cacumen domus,
quod dicitur virst, tunc ille, qui dicitur chvntmeister, quod officium habet
Alhardus Gevmannus in feodo ab ecclesia, debet indicere parentibus pueri, ut
redimant eum a servitute, ut possit legitimari et hereditatem habere
UrbNAlteich
649
(13. Jh.);
ex officio etiam illius chvntmaister est illud, quod, si siquis homo
hereditarius furtum fecerit [...]
ebd.
650
(=
UrkNAltaich
1,48.49
)
MWB 3,2 752,45; Bearbeiter: Bohnert
kuntsame
stF.
1
‘Kenntnis, Wissen’
2
‘das Bekanntsein, Bekanntschaft’
3
‘das Erkennen’
4 rechtsspr. 4.1 auf Sachkenntnis (vgl. 1 ) beruhende, durch beeidete Leute
erteilte ‘Rechtsauskunft’ , auch die zugrundeliegende ‘Beweiserhebung,
Inaugenscheinnahme, Begutachtung’ , teilw. schwer von
4.2.1 zu trennen 4.2 übertr. 4.2.1 der Personenkreis, der die kuntsame
4.1 erteilt 4.2.2
‘Bezeugung’
4.2.3
‘Bekanntgabe’
1
‘Kenntnis, Wissen’
und gab im got [in Visionen] neiswi
ein enpfintlich kuntsami [...], wie es in himelrich
[...] stuͤnde Seuse
22,22;
~ gewinnen/ haben
ebd.
171,10.
171,17;
wan kom etwen [mittels logischer
Untersuchung] in ein kuntsami eins dinges von sines namen wegen
ebd.
176,8
2
‘das Bekanntsein, Bekanntschaft’
er gewan kuntsami eins heiligen erlúhten menschen
Seuse
7,5.
97,6;
von frúntschaft oder von sipschaft oder von etzlicher hande kuntsami
der persone BdT
117,8.
117,11;
es kam einest zuͦ des dieners kundsami ein mensch
Seuse
373,8
3
‘das Erkennen’
wie dú kuntsami beschach [
qualiter
noverunt Jesum
] , / do er das brot vor inen
brach [vgl. Lc 24,30f.]
WernhMl
12081
4
rechtsspr.
4.1
auf Sachkenntnis (vgl. 1) beruhende, durch beeidete Leute
erteilte ‘Rechtsauskunft’, auch die zugrundeliegende ‘Beweiserhebung,
Inaugenscheinnahme, Begutachtung’, teilw. schwer von
4.2.1 zu trennen
(vgl. →
kuntschaft
4.1):
do wart ertailt mit urtail, daz ich dar solte senden kunte lúte
[...]. do sante ich dar [zwei
Männer]
[...], daz siu die kuntsami baidunthalp soͤlten
innemen mit geswornen aiden. darnach [kamen sie]
[...] fúr gerihte und saiton bi ir aide, daz
siu daz hetten ervarn in der kuntsami, daz minre herre kuntsami von
Crúcelingen diu besser waͤre und diu mere
UrkThurgau
4,456
(a. 1323);
wan wir baidenthalp in der kuntsami, so in dierre sache gehoͤret
wart, vernamen, daz [...]
ebd.
4,153
(a. 1306);
ervarn [...] mit gewerer kuntsami
UrkAargau
1,7:24,16
(a. 1310);
nach der kuntsami und bewisung der geburan des dorfs
UrkThurgau
5,267
(a. 1349);
es ensol oͮch vnder vͥns enkeiner
[...] vff ein kuntsami me fuͤren denn x
[Männer]
StRBern
1:407,14;
UrkThurgau
4,635
(a. 1333);
UrbHabsb
1:96,16
4.2
übertr.
4.2.1
der Personenkreis, der die kuntsame
4.1 erteilt:
das sol gebessert werden, als dv́ kunzami erteilt
UrkCorp (WMU)
842,27;
als duͥ kuͥntsami gesprochen hat uf den eit
UrbHabsb
1:25,15;
ein kuntsami darumb ze uerhoͤrenne StRBern
1:197,10;
die bisanton alle die, die in der kvntsamj waren ze Bvͦch vnd
ze Grezzelinkon. die selben lv́te sworen vf den heiligon, eine
warheit ze sagenne UrkCorp (WMU)
262,16;
man sol den val nen [= nemen
] ,
so man die lich erst begrebt, mit dem vogt vnd mit der kvntsami
WeistGr
1,330
(a. 1344);
das [...] der burgermeister und der rat nah
aller der kuntsami, so si von beiden teilen verhorten, sich einhelleclich uf
den eit erkennet hant, das [...]
StBZürich
141
(a. 1344)
4.2.2
‘Bezeugung’
darnach gaben wir do alle fv́nfe ainen gemainen tag, daz bede
taile ir kvntsami vnd ir geloͮbsami fv́r braͤhten. des
selben tages brahten sie erebaͤre lv́te fv́r
v́nz, die [...] saiton vf den
[...] ait swaz si sahen vnd horten do
dv́ mv́li Cvͦnrates vatter verlihen wart UrkCorp
(WMU)
2285,32
4.2.3
‘Bekanntgabe’
allen den, die disen brief sehent [...],
geben wir zewissenne [...] kuntsami dirre gescrift
UrkCorp (WMU)
2655,11;
~ und wizzenhafte der dinge diu hie nâch geschriben
sint (entspr. lat. notitiam subscriptorum)
ebd.
2314,40.
2789,23.
3092,23;
allen den, die disen brief sehint oder hoͤrent lesin, den
kv́nd ich [...] minen gruͤz mit
kvntsami dirre gegenwertigen schrifte ebd.
185,9
MWB 3,2 752,59; Bearbeiter: Bohnert
kuntschaft
stF.
allgemeinspr. (1–3) und rechtsspr. (4)
Gebrauch treten etwa gleichzeitig auf, früheste Belege:
Lanc
281,12;
StatDtOrd
107,9;
Mühlh
141,1.
156,10;
UrkCorp
89,26
(a. 1265).
– vgl. mnd. kuntschop MNDWB 2,710f.
1
‘Kenntnis, Wissen; Auskunft, Mitteilung’
2
‘ das Kennenlernen, Bekanntsein, Bekanntschaft’
3
‘Gegend, wo man bekannt ist, sich auskennt’ ( KvWPart ; vgl.
künde
stF. 3 ), daher allg. ‘nähere
Umgebung, Nähe’
4 rechtsspr. 4.1 auf überlieferter oder durch Anwesenheit erworbener Kenntnis (vgl.
1 ) beruhende, durch beeidete sachverständige Leute erteilte
‘Rechtsauskunft’ sowie das (mündliche oder schriftliche) Zeugnis
darüber, auch die zugrundeliegende ‘Beweiserhebung, Inaugenscheinnahme,
Begutachtung’ , teilw. schwer von 4.2.1–2 zu
trennen 4.2 übertr. 4.2.1 der Personenkreis, der die kuntschaft
4.1 erteilt 4.2.2
‘Beweis, Beweismittel’
4.2.3
‘Bestätigung’
1
‘Kenntnis, Wissen; Auskunft, Mitteilung’
ich han dir kuntschaft gnüg gesait MinneR 439
416;
alleine wir di kuntschaft tragen / gên im
[obgleich wir in Bezug auf ihn wissen] daz er sundic
ist JvFrst
2220;
daz er durch vremde kuntschaft / bedorfte sneller botschaft
Pass I/II (HSW)
38935;
mit ganzer chuntschaft begrifen MvHeilFr
43;
jch [...] begih an disem brief allen den, zv der
chvntschaft er bechvmt, daz ich [...]
UrkCorp (WMU)
748,36.
–
kunftigir dinge kuntschaft NvJer
729;
gotes kundeschaft
[
cognitionem
]
Hiob
10787;
daz er [Stellvertreter des
Hochmeisters] der gescheffede mê kuntschaft
[
noticiam
] habe, denne ein ander
StatDtOrd
107,9;
[
sie
] gâben im des die kuntschaft, / wâ er
dâ funde ir ritterschaft Kreuzf
5285;
des blibe ich ane kuntschaft Elis
7418;
Eckh (Pf)
648,35;
HvFritzlHl
16,27.
253,10.
–
[der Engel (Lc 1,13)] nante si Marîâ
[sprach sie mit ihrem Namen an] durch di
kuntschaft, daz si sich deste minner vorchte HvFritzlHl
111,10;
[den Propheten] gap der heilge geist / kuntschaft
unde volleist, / wie er [Christus] kumen sulde
Erlös
2286;
NvJer
2783
2
‘ das Kennenlernen, Bekanntsein, Bekanntschaft’
diser junger unbenant / was dem bischof sô bekant.
[...] / di kuntschaft sî alsô geschên:
[...]
JvFrst
4462;
daz heimliche kuntschaft / und dicke sehen hab die kraft, /
daz sie der mynne anvank ist Minneb
3135;
daz er [ein arm man, der in eine Machtstellung gelangt
ist] verre nêher schirt / sînen nâchgebûren [seine
Nachbarn viel empfindlicher schindet] denne ein man, / der
kuntschaft nie bî in gewan Renner
1722;
recht wichlich [= vihelîch
] si lebtin. /
elich sy dar nach strebtin, / wy sy des nachtes tochtin / vnd nwe kuntschaf machtin
[d.h. sie suchten jede Nacht eine neue Partnerin
kennenzulernen]
Dalimil (B)
2,84
(l. konschaft? vgl.
Wig
11375(La.)
);
der kuͤnc von Spangen [...] /
kunt in [den anwesenden Fürsten] die kuntschaft
[wie er mit Wilhelm bekannt wurde]
WhvÖst
14369
(der König erkennt
ebd.
14109–11
Wilhelm als Verwandten,
vgl. →
künde
1.3 stF.;
oder l. kuͤnschaft zu →
künneschaft
1?);
in heinlichi und in kuntschaft [nach näherer
Bekanntschaft]
Seuse
228,14.
– mit Gen.d.P.:
ir sint ein man des kuntschafft ich me begeret han dann
aller der die nu lebent Lanc
281,12;
die ir heten kuntschaft, / die gehullen in der mære, /
daz ir ietweder wære / herre eines landes Ottok
45482;
e daz ich ir kein kuntschaft het Minneb
4684.
– übertr., ‘bekannte Personen, Bekanntenkreis’?
ich wolt [...] / daz meister
Arnolt der moler / von Wirtzburg in irre kuntschaft were Minneb
4468
(oder zu 3?)
3
‘Gegend, wo man bekannt ist, sich auskennt’ (KvWPart ; vgl. →
künde
stF. 3), daher allg. ‘nähere
Umgebung, Nähe’
daz ich enbir / ir angesiht und ir kuntschaft
[vertrauten Umgang]
WhvÖst
7221.
– mit Präp. in:
ouch kunnents [können unsere Gegner] ûf ir
marke / und in ir lande vehten baz / dann unser volc; geloubet daz, / swer in
die kuntschefte vert / ze sturme, daz er sich ernert / vor schaden lîhter danne
ein gast KvWPart
4173;
ir herre solte nemen [...] / eine juncfrouwen in
der kuntschaft [im Ggs. zu der Ungarin Elisabeth; vgl. lat.
filiam cuiuspiam vicinioris
]
Elis
1149.
1249;
dô diz al umbe und uberal / in der kuntschaft ûz geschal, / ir vrûnde iz
ouch vernâmen Erlös
2998;
dô er in den dritten himel gezucket wart in die kuntschaft gotes
Eckh
4:362,170
(ähnl.
ZweiWege
250
).
– übertr.:
in tugentlicher kuntschaft [dem durch die Tugenden
umschriebenen Lebensbereich] / hielden wir uns vurbaz
Pass III
44,92
4
rechtsspr.
(Rechtsquellen außer
Ottok
38080
unter 4.1)
4.1
auf überlieferter oder durch Anwesenheit erworbener Kenntnis (vgl.
1) beruhende, durch beeidete sachverständige Leute erteilte
‘Rechtsauskunft’ sowie das (mündliche oder schriftliche) Zeugnis
darüber, auch die zugrundeliegende ‘Beweiserhebung, Inaugenscheinnahme,
Begutachtung’, teilw. schwer von 4.2.1–2 zu
trennen
(in lat. Urkk. durch experientia
UrkWürzb
38,453;
inquisitio
UrkHohenl
2:55,23;
notitia
UrkWürzb
38,540
[a. 1310 bzw. 1313] wiedergegeben):
do brahte in die kuntschaft, daz Willehelm drv jar gesessen were in
nutzlicher gewer dez dinghoues UrkCorp (WMU)
2257,37;
es stat ovch an [
Wolfran
] Hochsliz
kuntschaft, weder ir [der Gislingerin
] man
burger waͤre ze Kirchain [...] oder nit ebd.
1728,46;
daz wir die eltesten unde die die kuntschaft aller beste wihsten
[wüssten] besanten unde ain kuntschaft an in
erfuͦrn umbe diu reht UrkEssl
225,24
(a. 1318);
dise kunshaft sageten diͤ zwene vor gescriben man vffe irn eit
UrkCorp
1149,7
=
WeistGr
4,523;
[
sid daz
] gemein lúte usgescheiden
[wurden] , die die kuntschaft erhortin, und die
wider brechtin vúr den rat, und dú kuntschaft vor dem rat
gelesen wart: do erteilt [...] der rat, daz Uolrichez
kuntschaft die besser were UrkBern
5,335
(a. 1323);
vnd hort ich vnd die vorgenanten schidlut ein kuntschafft vnd erfuoren vns
als verre in der kuntschafft, das min frowe die eptischin von Schennis vnd der
conuent guot recht hetten ze der vorgenanten wisen UrkGlar
173
(a. 1330);
~ ervarn u.ä. s. bes. unten;
so ist diz mugelich vnd gewonlich, swaz man creftiger dinge tvͦ div
ewic sin svn, daz man daruber gezivge neme vnd kvntschaft vnd vrkvnde der
gescrift UrkCorp
514,24
(
~ nemen auch
ebd.
1131,16
);
ein chvntschaft gevahen ebd.
1274A,42;
wa man von der stat oder von des rates wegen ein kuntschaft hinleitet
NüP
105;
dâ hin deu chuntschaft geweist wiert RbRupr
168;
vnd gelobetin [...], diͤ selben kuntshaft
ewiclichen stete ze haltenne UrkCorp (WMU)
1149,8
=
WeistGr
4,523;
wolte aber er der kuͦntschaft niht gelouben
UrkWittelsb
2,177
(a. 1311).
– mit Präp.:
vnd suln ouch an dem gewerift in noh di schidleutt an der chunschaft
niht hindern noh irren UrkCorp (WMU)
1119,42;
sprechent zwêne man ein guot an enwiderstrît
[...], unde wellen daz mit gelîchen geziugen
behaben [...]: sô ziehe manz an die kuntschaft.
unde leitent si gelîch geziuge, man teile daz guot under si. unde hât aber
einer mêr geziuge unde êrbærrer geziuge, der behabet daz guot gar
SchwSp (W)
232,3;
nach ir beider rede und widerrede
[
wurde
] beiden teilen tag mit
urteil in die kuntschaft gegeben UrkBern
5,335
(a. 1323);
daz si dar umbe in ein kuntschaft komen und rechtes gegen ein anderen
phlegen UrkBernLd
6:50,28
(a. 1345);
mit kvͤntschâft oder mit giezîvgen biwisen
UrkCorp
1262,25;
mit guͦter kuntschaft beweisen UrkHohenz
3,139
(a. 1346);
mit guter lebendiger [im Ggs. zu
urkundlicher] kuntschaft UrkErbach
45
(a. 1344 kopial 14. Jh.);
mac he iz abir ubircumi [...]
mit einir rechtin cuntscaph Mühlh
156,10
(ähnl.
UrkCorp
604,9;
Ottok
38080
);
vnd di selben fuͤmfe sulnt [...] vnser
redde vnd furlegung einnemen, nach brifen vnd nach kuntschaft, vnd solnt vns
nach der einnemung mit ein ander rihten UrkHohenz
3,53
(a. 1339);
welher under den zwain bezzer reht hab nach kuntschaft
UrkLudw
210
(a. 1344);
wer ziuges oder gewern oder laẃt ze einer kuntschaft bedarf
OberBairLdr
312;
di zu derselben kuntschaft [...] genomen
werdent NüP
105.
– bes. mit (sich) ervarn
(s.a. oben
UrkEssl
225,24;
UrkGlar
173
):
daz ich [...] eîne kvntschat ervuͦr vf
den eît, waz guͦtes in disen vuͦr genanten hof von alter
hoͤr̂ete UrkCorp (WMU)
1419,38;
UrkLudw
210
(a. 1344);
UrkHohenz
3,31
(a. 1336);
eine erbere kuntschaft erfaren ebd.
3,153
(a. 1347).
3,198
(a. 1349);
mit Präp.: an/ in/ mit/ von (der) ~
ervarn s. WMU 2,1061;
die vorgenanten biderben livte die erfuren sich an ainer alter
kundscaft, die darumb fiur war wizzen vnd ouch si selbe alle ir tage hetun
gehoret, vnd schieden disen criech UrkCorp
565,13;
sich ervarn mit alter chuntschaft
StRMünch
353,24
(nach dem Glossar meint alte ~
ein Weistum, nach DWB
5,2642 bezieht sich alt auf „das kundige alter der
zeugen”; vgl.
kuntschaft [...] der eltisten und der besten
OberBairLdr
137
unter 4.2.1)
4.2
übertr.
4.2.1
der Personenkreis, der die kuntschaft
4.1 erteilt
(in lat. Urkk. durch vicinia wiedergegeben
UrkAugsbBt
1,163
[a. 1282];
UrkWürtt
11,262
[a. 1299], vgl. 3):
do diselbe chuntschaft doruber geswure yeder man einen gestalten eyt,
do sagt si gemeinlihen, daz si daz von ir altvodern gemeinlichen heten
gehoͤrt und ez auch selber heten gesehen
[...]
UrkEichst
2,111
(a. 1315 kopial);
daz diu kuntsaft zu den heiligen swuͤre UrkCorp
(WMU)
1490,6;
ein erber kuntschaft saget UrkHohenz
3,197
(a. 1349)
(=
UrkWürzb
41,392;
ähnl.
NüP
167
);
die [Kundschafter] sùllèn ez
[das streitige Gut oder Lehen] beschawen und
dar nach sol si [die Streitparteien] diu
chuntschaft beidenthalben lazzen wizzen, wie verre si auz zeigen oder gèn
wellen OberBairLdr
137;
der merer und der bezzer tail der kuntschaft UrkKgHofg
5,279
(a. 1342);
swer den andern an sprichet, er hab in uberpawen
[...], dâ sol man zuo gebieten der chuntschaft.
sagt der ainer oder mêr, daz jener ubervangen ist, der dâ chlait, sô sol man
im seinen schaden ablegen RbRupr
166;
so sol man einer kuntschaft dar auf gepieten, der eltisten und der
besten OberBairLdr
137.
– verallgemeinert:
[einem volljährigen Kind, das sein Erbeil
fordert,] deme sal he
[Vater] gebi sin erbiteil mit
cuntscaph [im Beisein von Zeugen] , daz umi
giburit Mühlh
141,1
4.2.2
‘Beweis, Beweismittel’
wirt aber ein man der nahtetze ane chunschaft betzigen
[d.h. wenn es vom Geschädigten nicht bervffet oder
bewæret wirt
UrkCorp
1100AB,10,9
] , der
intziht sol er sich mit sinem aide benemen UrkCorp (WMU)
1100AB,16.
– hierher?
unde mac si [Ehefrau, die ihren Mann
verklagt] behalten mit der kuntschaft daz er ungerâten
ist [...] (daz sol si erziugen mit zwein mannen
zuo ir selber) SchwSp (W)
60,5
(entspr.
SpdtL
138,11,
La. der Tambacher Hs.:
mit der gewizzen SchwSp (R)
79,115;
anders DRW 8,99: ‘zur Bekanntschaft, Freundschaft [=
Blutsverwandtschaft] gehörende Personen’,
vgl. die oben unter 2 erwogene Bed. ‘bekannte
Personen’)
4.2.3
‘Bestätigung’
jch [...] tvͦn kunt
[...] eine gewisse vnd ein vnzwiuelliche
kuntschaft dirre nach gescriben dinge UrkCorp (WMU)
N427,9;
daz ich von den selben gvͤtern dem vorgenantem huse ze einem
rechten cinse dvr kvntschaft dirre getât vnd stetvnge [d.h. als
Rekognitionszins] jerlich ze sant Andrez mez einen mvtte
kernen geben sol ebd.
2841,14;
des henkke ich [...] vnser jnsigel
[...] an disen brief zou ainer
kuͦntschaft vnd ze ainer geziugnuste der warhaiet ebd.
3357,37
MWB 3,2 753,60; Bearbeiter: Bohnert
kuntschaftbrief
stM.
‘Urkunde über eine kuntschaft
4.1’
und dar umb waz vor uns vormauls ain kuntschaft ertailt und die
kuntschaftbrief und ander brief vor uns in geriht gelesen und verhoͤrt wrden
UrkHohenl
2:497,13
(a. 1340);
[
wir
] sprechent zu rechte nach
kuntschaftbriefen vnd lüten, die wir gesehan vnd verhoͤrent hant
[...], das daz vorgen. dorf
[...] ist vnd eweklich sin sol des gotzhuses von
Muͦrebach UrkHohenb
423
(a. 1350)
MWB 3,2 757,21; Bearbeiter: Bohnert
Kunze
swM.
Koseform des männnliches Vornamens Kuonrât, hier Appellativname, häufig
stellvertretend für eine Gruppe von Personen (s.a. Wackernagel, Appellativnamen,
3,330f., 335f.), zumeist Diener oder Knechte, auch formelhaft in Verbindung mit
Heinze:
der [Waldbote]
[...] sall vffwerfen der hentschue eynen und sall sprechen: ich
steen hudt zu tage hie und beneime Heintze oder Kuntzen (nominetur wie er heysset) in
landrechte WeistGr
4,575
(o. Dat.);
doch nút also daz sú [die
Frommen] bittent fúr ver Metzen und Cuͦntzen
Tauler
102,14
MWB 3,2 757,30; Bearbeiterin: Herbers
Künze
swF.
Koseform des weiblichen Vornamens Künigunt, hier Appellativname für
eine Kupplerin:
wildû, liebez tohterlîn, deich dir die rede zerlœse, / sô vliuch die
alten Künzen mit ir üppiclîchem kœse! Neidh
SL 15:9,2
(Wiessner, Komm., S. 37)
MWB 3,2 757,42; Bearbeiterin: Herbers
Künzelîn
stN.
Dimin. zu →
Kunze swM.
– hier Appellativname für eine dienende Person (s.a. Wackernagel,
Appellativnamen 3,331):
[Gespräch zweier Diener:] daz Heinzelîn sprach zem
Küenzlîn dô von zorne SM:Ta
4: 2,6.
4: 1,1.
4: 3,1;
‘Sîfrit, dû redest ze lût’, / sprichet Kunzel Unkrût
Helbl
13,144
MWB 3,2 757,48; Bearbeiterin: Herbers
kuo
stF.
auch kuow; Dat.Sg. kuoge
WeistGr ;
Pl. flexionslos oder küeje, kuoge/ chuoge,
kuwe/ chuwe.
‘Kuh’
dô giengen ûz der ahe siben chuo rade, / feizte unte scône
Gen
2026;
vierzich chuo ebd.
1514.
1491;
ohsen und chuͦge VMos
28,2;
scâf unde chuͦge, / der rosse genuͦge Exod
1641;
ReinFu
S2,923;
ein ku wart ouch da hinebracht / zu opfere Pass I/II
(HSW)
30165;
ich brachte vch dannen daz korn / vnde kvwe vnde swin / vnde
fleisch vnde win Herb
16626;
zwuͦ chuͤ veizt unde wol getan
RvEWchr
22371;
waz sol der küeje lüejen Boppe
3:2,7;
KvWLd
2,45;
[Abgabe] von einer kuge die ein kalb het, ii
[Pfennig]
WeistGr
1,313
(a. 1344);
der sol geben von der kuͤwe 60
[Pfennig]
WüP
50,3;
ein kuwe WeistBa
213
(a. 1343);
achte melche [Milch gebende] kvͤie
UrkCorp (WMU)
681,38;
drîe küeje Eckh
2:234,7.
– in Vergleichen:
verfluochter bœswiht, der ez tuo, / der sinn ein gans, der züht ein
kuo! Helbl
2,386;
wan ir ist vil under uns meistern, die die geschrift drizic jâr oder mêr nû
geüebet hânt unde verstênt sî dannoch in einunge alse wênig als ein kuo oder ein ros
Eckh (Pf)
353,28;
das weyb pegunde lutten: / als ainer küe was ir stymme
HvNstAp
9573.
– als Schimpfwort:
Metz sprach: ‘du volle kuo [...].’
MeierBetz
97.
– sprichwörtl. (Friedrich, PhrasWB, 258, TPMA 9,333):
eines hat bewîset mich / ein spruch, der dik gesprochen wirt: / das ein
bluomoht kuo vil dik gebirt / ein vlekehtes kelbelîn. / es gelîchet ouch dem vater
sîn / der sun dik, als man ouch hât / gehoͤret: ‘grîs nâch grâwem
slât.’ Ammenh
3882;
er sprichet, wenn man teilen sol: / ‘ich gan dir dînes teiles wol, / hab
dir daz kalp, lâ mir die kuo; / wilt du des nicht, sô var ich zuo / und nim die kuo
zesamt dem kalb.’ Boner
8,41
MWB 3,2 757,55; Bearbeiterin: Herbers
kuoche
swM.
‘Backwerk, Fladen’
torta: kuͦche VocOpt
13.205;
in mînem hûs ich gebôt / ûf ze tragen kuoch unde brôt Helbl
4,538;
wir azen e den kuochen derp KvWGS
1466;
wie uns der kuoche [= brôt V.
42] werden sol Boner
74,34;
diz heizzent heidenisse kuͦchen. man sol nemen einen teyc
vnd sol den duͤnne breiten BvgSp
5a;
ein gefuͤlten kuͦchen ebd.
13.
66
u.ö.;
kuchin odir plecze Pelzb
133,11.
133,10
MWB 3,2 758,27; Bearbeiterin: Herbers
kuochelech
stN.
Dimin. zu →
kuoche
swM.; zur Wortbildung s. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S
53.
‘kleines Backwerk’
wem man auch [...] kuchelech sinen
kinden mit dem broͤte bringet, waz die wegen, als vil sol dem pfister abegen an
dem gewihte WüP
92,18
MWB 3,2 758,36; Bearbeiterin: Herbers
kuofe
swF.
zu mlat. cōpa (EWA 5, 902f.).
‘Fass, Gefäß, Kufe’
cupus: kuͦfa vel cupa vel tunna SummHeinr
2:92,121;
cupa: cvͦfa ebd.
2:241,01.28;
tunna: chvͦfa ebd.
2:516,01.11
(vgl. →
tunne
F.);
[Diogenes] in der kuofen blôz saz Eckh
5: 300,2;
auch haben wir in in geentwuͤrt vazze vnd kuffen UrkWürzb
40,309
(a. 1340).
40,310
(a. 1340);
daz holz, da vone man machit legiln, kvphin vnd bodiche vnd allirleige holwerc
UrkCorp (WMU)
1161AB,31,27;
sechtzehen chuffen weites saltzs UrkHeil
2,130
(a. 1330);
UrbBayÄ
930;
UrkEnns
5,296
(a. 1321).
– bildl.:
iedoch enmogen sie den mvnt / nit vf gedun en druwen, / daz sie mit deme ruwen
/ vz ieris herzen kvfen / got mogen an gervfen PrHess
15,237.
70,898.
– für bestimmte Zwecke:
–
‘Weinfass’
ein chuffen wein UrkHeil
2,180
(a. 1342);
‘wollet ir trinken win?’, / sprach Reinhart,
‘des geb ich vch vil.’/ [...] / zv der kvfen
fvrte sie Reinhart, / Ysengrin da trvnken wart ReinFu
K,509.
–
‘Wasserfass’
auch sol iederman ein kuffen oder ein vaz mit wasser in seinem hawse haben
NürnbChr
1:175,35.
–
‘Badezuber’
der junge werde süeze man / gienc sitzen in die kuofen sân
Parz
166,30;
ir harnasch legten sie von in / und giengen unverzaget hin / in die guldînen
kuofen / [...] und badeten frœlîche
ErnstD
2501
MWB 3,2 758,42; Bearbeiterin: Herbers
kuofelech
Subst.
Dimin. zu →
kuofe
swF.; zur Wortbildung s. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S
53.
‘kleines Fass’
man hat auch gemacht kueffelech, beslagen mit yseninn reiffen
WüP
103,2
MWB 3,2 759,4; Bearbeiterin: Herbers
kuofelîn
stN.
Dimin. zu →
kuofe swF.
‘kleines Fass, kleine Kufe’
tunniles : cuͦfelen Gl
3:373,39;
swer saltz fveret, [...] von dem pfunde chvefflein xii
pfenning UrbBayJ
480;
ain halb phunt chlainer chufflein UrkHeil
2,130
(a. 1330)
MWB 3,2 759,8; Bearbeiterin: Herbers
kuofkar
stN.
‘Trichter’ (?) (vgl. DWB 5,2533 s.v. Küferkar und Alanne, Weinbau, S.
143):
ouch sullent si haben von [...] gelten und stangen und
kuofkar genuog StRMeran
422
MWB 3,2 759,13; Bearbeiterin: Herbers
kuoîn
Adj.
‘von der Kuh (stammend)’
trinche choͮgine milch Ipocr
136
MWB 3,2 759,17; Bearbeiterin: Herbers
kuole
Adv.
→
küele
Adj.
MWB 3,2 759,19;
kuolêhen
stN.
‘Kuhlehen’ (Lehen, dessen Abgabe in Kühen besteht):
item Cvnradus Pomerel gener dicti Her[manni] recepit feodum dictum kuelehen
UrbWürzb
1501
MWB 3,2 759,20; Bearbeiterin: Herbers
kuolen
swV.
aus ahd. kuolên.
‘kühl werden, abkühlen’, intr. (zur tr. Verwendung ‘kühl machen, kühlen’
aus ahd. kuolen
→
küelen
):
in der hizze wolde er chûlen / er uant einen povm uil
gruͦnen VMos
30,27;
mir kuolent sô die ringe [der Panzer]
NibB
1849,1.
599,2;
liebe armet unde altet, / si kuolet unde kaltet, /
swâs [= swâ si
] ir viures niene hât
Tr
13064;
dô kuolten nu die winde. / ez was gên âbunde Kudr
518,3;
so nym is [Kirschenmus] von dem vugir
vnd los is kulin Pelzb
133,19.
134,5;
laz ez sieden, [...] vnd laz ez denne
kuͤln BvgSp
47;
BdN
377,8.
– subst. Inf.:
[
er hat
] den heln her ab gebunden / durch
kuͦlen gen dem lufte RvEWh
6437.
– bildl.:
so beginnet si [die Seele in der hitze der
langen minne
]
[...] ze kuͦlende Mechth
5: 4,30
MWB 3,2 759,24; Bearbeiterin: Herbers
kuolhûs
stN.
‘Kühlkammer’ (als Teil der Badeanlage):
die tîvel mit fiurîn chlâwen / schuoffen in solhes weters sous, /
entriwen, daz ist ein ubel chuelhous! Erinn
950
(zur abweichenden Übersetzung ‘Eiskeller’ s. Bein u.a., HvMelk
z.St.);
auch ist vnserm vetter hern Ruͤdotten geuallen der tail an dem haus ze
prukk [...] vnd waz vor dem turlen leit, gaͤrttel vnd
das chuͤlhaus UrkWSchott
252
(a. 1346);
swenne [...] ein vogt gebiut abe ze
brechen ubergecimber oder graben ze rumen, so hat er kein reht iemen ze phenden
[...] umb kein kuͦlhus vor den baden
StRAugsb
136,18
MWB 3,2 759,39; Bearbeiterin: Herbers
kuolmantel
stM.
‘Sommermantel’ (Glossenbeleg des 13. Jhs., s. AWB 5,530):
spenula: choͮlmantil Gl
3:663,40
MWB 3,2 759,51; Bearbeiterin: Herbers
kuomilch
stF.
‘Kuhmilch’
schaf milch hat di mitter maze zcwischin kumilch vnde geiziner
milch SalArz
18,53
MWB 3,2 759,54; Bearbeiterin: Herbers |