kuonezorn
Adj.
‘auf kühne Weise zornig’ (möglich ist auch kopulative Lesart ‘kühn und
zornig’, s. Mhd. Gr. (KSW) 3 § A 220):
[das Einhorn] ist chuonezorn und hat niwan ein horn / an dem
houbet den oren nahen MillPhys
27,2
MWB 3,2 759,57; Bearbeiterin: Herbers
kuonheit
stF.
‘Kühnheit, Tapferkeit’
Lavîne hât mir gegeben / kûnheit unde sin, / daz ich zehenstunt sterker bin / und
kûner danne ich ê was En
11335.
8059;
sine viant ubirwant er mit sinir chvͦnhêit, mit wîclichime
gewaffine Spec
63,1;
Judith irs herzen kuͤnheit MarlbRh
14,22;
uns ist in alten mæren wunders vil geseit, / von helden lobebæren, von grôzer
kuonheit, / von fröuden hôchgezîten NibA
1,2;
daz ist die kvnheit vnde die manheit, daz dv kvne vnde menlich wesen salt wider
dinen vient SalHaus
53,13;
dô quam ein recke, gar ein helt, / der was zu kuonheit ûzerwelt Heidin
IV
588;
mannez chunhait und frawenczuht Syon
91;
Tr
4941;
ParzRapp
756,10;
UrkCorp (WMU)
93,12;
Mechth
1: 46,18;
Tauler
272,8
MWB 3,2 759,62; Bearbeiterin: Herbers
kuonrîch
Adj.
‘sehr kühn’, subst. als Name:
dâ hiez der dritte Kuonrich. / der was der manheit gar ein helt, / zu den besten
wart er gezelt Heidin IV
600
MWB 3,2 760,13; Bearbeiterin: Herbers
kuoricke
swM.
‘Kuhgehege’
wa ich iv erwete [übergebe] chvrichen un̄ chûzal
/ als ic en swabe herschepte han Trauformel
14
MWB 3,2 760,17; Bearbeiterin: Herbers
kuosërtærinnesun
stM.
ein Schimpfwort ‘Sohn einer Kuhschänderin’ (vgl. ausführlich Schmeller, BWB
2,327f.):
swer den andern ein zôhensun haizzet oder er hab einen hunt gesortten oder ein
chuo oder er sei ein chuoserttinne sun, deu dreu dinch haizzent scheltwart
RbRupr
318;
er hab in geheizzen einen chùsertinn sun OberBairLdr
61
MWB 3,2 760,20; Bearbeiterin: Herbers
kuo|smër
stN.
‘Butterschmalz’
nim zvei mez des honeges. ein teil des chvsmerwes
Ipocr
123
MWB 3,2 760,27; Bearbeiterin: Herbers
kuostal
stM.
‘Kuhstall’
bostar: kuͤstal VocOpt
11.021;
[der Höfling] solt niht neisen [als
Plage] riten / in islichen chue stal StrKD
146,281
MWB 3,2 760,29; Bearbeiterin: Herbers
kuozagel
stM.
‘Kuhschwanz’
dâ was ein loch geboret dür, / dâ was ein kuosweif [La. ku
zagel
] în geslagen Boner
99,33
MWB 3,2 760,32; Bearbeiterin: Herbers
kuozal
stF.
‘Kuhbestand’
wa ich iv erwete [übergebe] chvrichen un̄ chûzal
/ als ic en swabe herschepte han Trauformel
14
MWB 3,2 760,35; Bearbeiterin: Herbers
kupen
swV.
Bedeutung unklar (gupfen
‘stoßen’ oder nd. für koufen? s. Glr.):
di menge boser lute, / di sint sam tuvels schupen, / mit den er
wol kan kupen / und sy leiten sunder wan / da sy snode ding began Hiob
15160
MWB 3,2 760,38; Bearbeiterin: Herbers
kupfe, gupfe,
kuppe
swF.
zu mlat. cuppa, ahd. kuppa, kupha AWB 5,534; EWA 5,913; s.a.
Suolahti 1,124.
1
‘Kuppe, Spitze, Gipfel’
2
‘Helmhaube’ (Kopfbedeckung unter dem Helm)
1
‘Kuppe, Spitze, Gipfel’
vmbo: gupf an dem bugler VocOpt
29.070;
hin gein dem âbent er dersach / eins turnes gupfen unt des
dach Parz
161,24;
an deme dritten tage vant man in [den Ochsen]
stênde under der kuppen des berges in eime venstere
[Nische] , und nimant mochte zu ime komen
HvFritzlHl
207,18
2
‘Helmhaube’ (Kopfbedeckung unter dem Helm):
er sluoc sînem anden / daz houbet mit der cuppen abe
Tr
7085.
7052.
9403;
Pariss mit ellend hafter hand / vil der helmes guppffen brach
GTroj
3163.
5529
u.ö.;
vil der helmes kuppen mit kraft sin swert zerspielt WolfdD
2205,1;
die kupfen er abe nam, / der degen ellende
UvZLanz
4208.
2388;
KvWTroj
31461;
Loheng
5765;
KLD:Kzl
3: 1,4
MWB 3,2 760,43; Bearbeiterin: Herbers
kupfen, küpfen
swV.
→
gupfen
MWB 3,2 760,60;
kupfer
stN.
aus lat. cuprum; ahd. kuphar; auch kopf-,
koph-
En , Rumelant , StrAmis ,
Martina ; kopp-
PrHess , Martina .
‘Kupfer, -erz’
1 eigentl. 2 übertr. 2.1 von minderem, geringem Wert 2.2
‘Täuschung, Betrug’
3 als Bestandteil eines Personennamens oder als Berufsbezeichnung (s.a. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 287f.)
1
eigentl.:
cuprum: kupher SummHeinr
1:244,176;
cuprum: cupher VocOpt
14.040;
es eris: chupher Gl
4:214,39;
dô gienk daz volk allez her vure / und vermûrde man die ture / mit kopher und
mit steinen En
9561;
es oder cuprum haizt kupfer BdN
478,26;
mezzink wirt auz kupfer. der haizt ze latein auricalcum
ebd.
479,3;
ir hât mir gegen golde / kupfer unde blî gewegen KvWEngelh
3705;
er sach daz mit golde / kupfers vil gerœtet was. / ein
edel stein und ein glas / gelîchent ein ander dicke Eracl
2103;
glesîn ist diu rinke [Schnalle] , / von kupfer ist
der dorn Neidh (HW)
45,36;
missinc unde kopfer, der daz werket, / der ist ouch ein hamerklopfer
Rumelant (K)
1:8,1;
si brahtin al geliche dar / golt, silber und gesteine, /
riche, edel und reine, / kupfir, er und mezzinc RvEWchr
12444.
534;
ein wagen mit kupher [...]
[entrichtet als Abgabe] vier phenninge UrkCorp
(WMU)
548ABC,14,38.
248AB,38,32.
–
daz viur brennet / uz tem chofer daz golt
HimmlJer
362;
wie man uz kupfer clarez golt gewinnet Wartb (H)
363:8,3;
dein silber das wirt kupfer HvNstAp
875;
vnd diß ertz das ist kupffer; das hat in seiner natur, das es silber
werden mag, vnnd das silber hat in seiner natur, das es gold werdenn mag
Eckh
2:474,10;
ist iu liep, daz ich muoz sterben /
[...] / so wær ze kupfer worden golt SM:
WvK
4: 2,5
2
übertr.
2.1
von minderem, geringem Wert:
der bihte der sint drie: / einiu ist gezalt zuo dem
chuphir unde zuo dem blie; / einiu heizzet silberin
[...]; / diu dritte ist guldin Hochz
619;
ir triuwe wære kopher StrAmis
421
2.2
‘Täuschung, Betrug’
dez wart alda zerstoret / daz alte lanc oppfir / daz valsch was vnd
koppfir Martina
14,78;
werdez gottes opfir / svnder valsch ane kopfer ebd.
163,32;
da vone David / in siner prophecien qvid: / ‘vͦfhebunge diner
hende / sal sin an missewende / zvͦ der vesper zit ein opper / gepurit,
svnder kopper.’ PrHess
43,190;
ez fliuzet manegen liuten vals / âne kupfer durch den hals
Freid
45,5
(s.a. Anm.z.St. und TPMA 7,228)
3
als Bestandteil eines Personennamens oder als Berufsbezeichnung (s.a.
Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 287f.):
B. der kvpher UrkCorp
N349,12
MWB 3,2 760,61; Bearbeiterin: Herbers
kupferboum
stM.
‘Zypresse’
Glossenbelege des 12. Jh.s AWB 5,534
MWB 3,2 761,44; Bearbeiterin: Herbers
kupferîn
Adj.
‘kupfern, aus Kupfer’
1 eigentl. 2 übertr. ‘unecht, unnütz’
1
eigentl.:
in küpferin gesmide / barc sich diu goldes masse
KvWGS
1018;
in kupfereinen oder in erdeinen kezzeln BdN
480,35;
in einem kupherinem vaze BenRez
37;
BdN
480,20;
phenninge kupherin alde bligin Cäc
1388;
dî bôisheit wirdit geoffinbârit in der pîne, und geschihit deme menschin alse
deme kupperen phennige: di wîle daz he in deme fûre nicht inlît, sô schînit he clâir
silberîn. kumit he abir in daz fûir, sô wirdit geoffinbârit daz he kupperen was
Eckh (S)
11,86.88;
do gebôt ime got, daz er einen chupferinen slangen hiezze
wrchen Spec
101,1;
[von dem Standbild im Traum Nebukadnezars (Dn
2,31–33):] de bûch kopf’rîn
[Hs. koͤppherin
]
[
venter et femora ex aere Dn 2,32]
Wizlav
Sp 7,11;
off der porten stunt ein kúpfferin ritter
Lanc
155,25.
213,24
u.ö.
2
übertr. ‘unecht, unnütz’
sô ist dîn riwe chupherîn, / lutzel hilfet dîn bîchte
Erinn
852;
die chuphirinen bihte Hochz
625.
654;
von dir ze sêre ist widerwegen / mîn triuwe lieht karfunkelîn / mit swacher
stæte kupherîn KvWPart
8292;
dâmite ich guldîn adel schiede ûz kupferînem willen!
KvWLd
32,230;
güldîn, silberîn und küpferin / mac doch diu werlt noch wol sîn
Renner
9181.
9492
MWB 3,2 761,46; Bearbeiterin: Herbers
kupfermeil
stN.
‘Kupferfleck’
slan die Franzoise vil tornoise [Silbermünze] / groz
von silbere, [...] / der weiz ich sumelichen valsch: / ich han
daz kopfermeil an im gesen Rumelant (K)
7:5,4
MWB 3,2 762,7; Bearbeiterin: Herbers
kupfermünze
stF.
‘Kupfermünze’
kupfermünze in goldes schîn / machent manigen einveltigen liuten pîn
Renner
13811
MWB 3,2 762,11; Bearbeiterin: Herbers
kupferphenninc
stM.
‘Kupferpfennig’
dennoch wirt unrecht wol bekant, / als ein kuppfer pfennig in der hant, / swenne
im ûz blicket sîn rôte schîn SSp (W)
Reimvorr. 250;
(vgl. phenninge kupherin
Cäc
1388 )
MWB 3,2 762,14; Bearbeiterin: Herbers
kupferrôt
Adj.
‘kupferrot’
Fridebreht der junge [...]
[
treit
] ein misencorden [ein
Messer] lange: / daz [...] ist kopherrôt
Neidh
WL 31:8,5
MWB 3,2 762,19; Bearbeiterin: Herbers
kupferrouch
stM.
‘Kupfersulfat’
du solt nemen ein teil wîzzes ingeber, daz ander teil muscât,
[...] daz achte teil chopherrouch Barth (H)
473;
Glossenbelege des 14. Jh.s AWB 5,533
MWB 3,2 762,22; Bearbeiterin: Herbers
kupferschîn
stM.
‘Kupferfarbe’
ich enruͦch, daz Berner [Veroneser Münzen]
kopfer sin [...]. / die ne bergent nicht ir kopferschin, /
zuͦ koufe engelten sie nicht vil: / ich wene, ir wuͦgen drizich kume ein
unze Rumelant (K)
7:5,11
MWB 3,2 762,26; Bearbeiterin: Herbers
kupfersinter
stM.
‘Kupferschlacke’
möhte er sîns liumuntes golt / ze kupfer sinder mit nîdes zungen / verwandeln, sô
wêr im gelungen Renner
7905
MWB 3,2 762,31; Bearbeiterin: Herbers
kupfersmidinne
swF.
Frau eines Kupferschmieds oder Angehörige einer Familie Kupferschmied:
bi vron Hailun hus der kuphersmidinun UrkCorp (WMU)
1207,5
MWB 3,2 762,35; Bearbeiterin: Herbers
kupfersmit
stM.
‘Kupferschmied’
cuprifaber: cuphersmit VocOpt
14.007;
[
si
] geloubent, daz ein kupfersmit / ûf einen
kezzel herte / sô balde nie geberte / als ûf ir helme wart geslagen
KvWTroj
37250.
– als Bestandteil von Personennamen:
herre Waler, der kvphersmit UrkCorp (WMU)
229,29;
Johans von Friburg, der kvphersmit ebd.
2844,10.
2100,10;
UrkZürich
11,170
(a. 1329)
MWB 3,2 762,39; Bearbeiterin: Herbers
kupfervar
Adj.
auch kopfer-, chopher-.
‘kupferfarben’
her Dietherich hat einen wurm / mit slegen vir gefasset, / der was wol zwenzig
ellen lang / [...], / gros und ungeviͤge gar /
[...], / umbe das höbet kuppfer var VirgH
144,9.
– bezogen auf die geringe Qualität von Kupfer:
din rede ist schone als daz golt, / din triwe ist aber
chopher var StrKD
63,69;
[in einer Ausdeutung der Bestandteile des Standbilds im Traum
Nebukadnezars im Hinblick auf die Weltzeitalter (Dn 2,39):] nû is
se [
de werlt zût
‘die Weltzeit’
] worden kopfervar, / diz ist bî unsen zîten
schên [= geschên
] , / daz klagen kristen,
heiden Wizlav
Sp 7,22
MWB 3,2 762,47; Bearbeiterin: Herbers |