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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
      isôpensaf stN.
      Ispân stM.
      ispânisch Adj.
      ispe swMF.
      Israhêle swstM.
      israhêlisch Adj.
      Israhêlite M.
      isse stN.
      issel F.
      ist stN.
      istic Adj.
      isticheit stF.
      isticlich Adj.
      istôrje stswF.
      îsvogel stM.
      îszapfe swM.
      it-
      ital Adj.
      itâlisch Adj.
      itekouwen swV.
      îtel Adj.
      îtelære stM.
      îtele stF.
      îtelen swV.
      îtelhant Adv.
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   isôpensaf - îtelhant    


isôpensaf stN. Saft des Ysop: ysopen saf mit oximel getrunken weichet den bestopften buch Macer 21,7; gip im oximel. oder eppe saf oder ysopo saf SalArz 54,39

MWB 3,1 15,63; Bearbeiter: Richter

Ispân stM. ‘Spanier’ (s.a. Spanjôl ): hât den rât getân / der ungetriuwe Ispân? Mai 142,10

MWB 3,1 16,3; Bearbeiter: Richter

ispânisch Adj. ‘spanisch’ (s.a. spanjôlisch ): manec ispanisch ors guot Mai 109,27

MWB 3,1 16,5; Bearbeiter: Richter

ispe swMF. isôpe

MWB 3,1 16,7;

Israhêle swstM. auch Irrahele ( HeslApk 5657 u.ö.). ‘Israelit, Angehöriger des Volkes Israel, Jude’ daz lut was heidin / undi was doch undirscheidin. / dar undir warin, / di dir von goti larin: / daz warin di herrin, / di gutin Israhelin ÄJud 8; chünic der Israhêle KvHeimUrst 363; Wh 406,22; VMos 46,19 u.ö.

MWB 3,1 16,8; Bearbeiter: Richter

israhêlisch Adj. auch israhelsch, selten israhelich ( Lucid 84,6. 84,12 ), irrahelisch ( HeslApk 9873 u.ö.). ‘zum Volk Israel gehörig, jüdisch’ er jach, ûz israhêlischer art / wær er von einer maget erborn Wh 219,4; daz si den gotes werden fuorten widere in die israhelisken erde AvaLJ 35,7; [Herodes] gedahte, daz er div israhelisken riche niemer vz siner gewelte verlieze Spec 30,26. – meist in Verbindungen zur Bez. des Volkes Israel (überw. ~ diet/ liut/ volc): Jâcob zwelf süne dô gebar, / von den daz geslähte gar / kam der israhêlschen diet RvEBarl 2177; ysrahelischiu diet EnikWchr 4835; TrSilv 807; er vuorte von dem lande dan / daz guote israhêlsche her RvEBarl 2211; VMos 76,9; EvBerl 25,19; dem tîere [Hyäne] sint glîch. diu israheliskin chint JPhys 6,7; VMos 43,1; daz israheliske liut AvaLJ 71,4; PrOberalt 22,23; Brun 9625; dir gibutit got voni himili, / daz du irlosis di israhelischin menigi ÄJud 220; RvEBarl 2203; Parz 453,27; so die saligen daz himelriche besizzent, so genist allez israhelisscez uolc Spec 145,18; daz israheliche uolc Lucid 84,6; RvBib 134,10. – subst.: [Johannes der Täufer] becheret uil mangin israhelischin zvͦ got Spec 81,8

MWB 3,1 16,15; Bearbeiter: Richter

Israhêlite M. ‘Israelit, Angehöriger des Volkes Israel, Jude’ (auch lat. flektiert): man spricht auch, daz die Israheliten, daz sint die gelaubigen juden, hie vor in der wüesten gruoben mangerlai form und gestalt in etleich edel stain BdN 431,4; da vant er [Christus] einen guot man, Philippus geheizzen; / der brahte von Betsaida einen waren Israhelita AvaLJ 52,3; bevore die Israhelitae / bigiengen ir osterliche zite SiebenZ 61

MWB 3,1 16,39; Bearbeiter: Richter

isse stN. 1esse

MWB 3,1 16,48;

issel F. îsel

MWB 3,1 16,49;

ist stN. ‘Ist, Sein’ alsô meinet daz wort ‘ich’ die isticheit götlîcher wârheit, wan ez ist ein bewîsunge eines ‘istes’ Eckh 3:339,6; daz beweiset vns ein ewich ist ebd. 3:345,36

MWB 3,1 16,50; Bearbeiter: Richter

istic Adj. ‘seiend, existierend (in Gott)’ das selbe das der mensche nu ist in siner geschaffenheit, das ist er eweklich gewesen in gotte in ungeschaffenheit, ein istig wesen mit im Tauler 332,1. 160,4; dô liez er [Paulus] got durch got, und dô bleip im got, dâ got istic ist sîn selbes, niht nâch einer enpfâhunge sîn selbes noch nâch einer gewinnunge sîn selbes Eckh 1:197,3; es ist ein lebendú, wesendú, istigú vernúnftikeit, daz sich selber verstat, und ist und lebt selber in im selber Seuse 329,10 u.ö.; EbnerMargBr 64,9

MWB 3,1 16,54; Bearbeiter: Richter

isticheit stF. ‘Sein, bloße Existenz (in Gott)’ daz ist, ‘der ist’, old das ‘wesende’, daz der erst vsflus ist der istikeit an dien dingen von der alr sachlichosten sache RvBib 134,11; anima est essencia se mouens, das ist das die sel ist ein selb wesents ding oder ein ystikait, die sich selber ruͤrt KvMSel 276; got istic ist sîn selbes, niht nâch einer enpfâhunge sîn selbes noch nâch einer gewinnunge sîn selbes, mêr: denne in einer isticheit, daz got in im selber ist Eckh 1:197,4 u.ö.; Seuse 186,8; Tauler 156,27; EbnerMargBr 64,9

MWB 3,1 17,1; Bearbeiter: Richter

isticlich Adj. ‘seiend, existierend (in Gott)’ [die Meister] sprechent das es [das göttliche Bild der Wahrheit] lige in dem allerinnigesten, in dem allerverborgensten tieffesten grunde der selen, do sú daz in dem grunde hat got wesentlichen und wúrklich und isteklich, in dem wurket und weset got und gebruchet sin selbes in dem Tauler 300,20

MWB 3,1 17,12; Bearbeiter: Richter

istôrje stswF. histôrje

MWB 3,1 17,20;

îsvogel stM. ‘Eisvogel’ (s.a. alz , îsar (n), îsenvogel ; s.a. Suolahti, Vogelnamen, S. 8-10): von dem eisvogel. isida haizt ain eisvogel und hât den namen von seiner stimme, wan er schreit ysi, ysi BdN 202,12. 202,20; aurificeps: isfogel SummHeinr 2:66,269 u.ö.

MWB 3,1 17,21; Bearbeiter: Richter

îszapfe swM. ‘Eiszapfen’ si [eine lederne Glocke] hangt an dem nagl, / daz ist ain eiszephe, / vnd klingt als ein hephe [Harfe (?)] Wachtelm (DVN) w,71

MWB 3,1 17,27; Bearbeiter: Richter

it- s.a. ite-

MWB 3,1 17,30;

ital Adj. îtel

MWB 3,1 17,31;

itâlisch Adj. ‘italisch, italienisch’, nur in der Wendung ~ rîche: her wart wonehaht / in itâlischeme rîche En 3629; sint het der kunech Ênêas / daz lant als ez gelegen was / alliu îtâlschen rîche / vil gewaldechlîche ebd. 13309

MWB 3,1 17,32; Bearbeiter: Richter

itekouwen swV. zu mnl./mnd. edercauwen/ eder- (ader-)  kouwen, s. DWB 14,1,2,1058 (vgl. iterücken ). ‘(etw.) wiederkäuen, nochmals kauen’ her [der Rehbock] edekouwet mit den andern Brun 3585. – allegor.: ir [Marias] zene uns allen vrouwen [erfreuen] , / si enbizen nicht, si edekouwen / und vuten [nähren] uns mit irme spone [Muttermilch] Brun 3035; daz ist di edele predigunge, / von der lere alt und junge / edekouwen der edelen schrifte sput [Nahrung] , / also daz vihe sin hou tut ebd. 11781. 3599. 11772

MWB 3,1 17,37; Bearbeiter: Richter

îtel Adj. auch ittel, ietel, ital, obersächs. auch aikl, vgl. 25Mhd. Gr. § L 116, Anm. 2; selten adv., s. unter 3.2 (evtl. auch Wigam (B) 2051 in korruptem Satz). 1 ‘leer; frei von/ ohne etw.’ (zum myst. Sprachgebrauch s.a. Hernández, Eigentum, S. 118 u. 125)
1.1 allg.
1.2 mit Angabe dessen, was nicht vorhanden ist
1.3 in best. Kollokationen
1.3.1 in Verbindung mit (Teil-)Synonymen (s.a. Belege unter 1.2)
1.3.2 von Händen (s.a. îtelhant )
1.3.3 vaʒ (s.a. unter 2.3 )
1.3.4 vom Herzen
1.3.5 vom houbet
1.4 im Sprichwort (zu TPMA 1,199ff. ‘Armut macht sorgenfrei’ )
2 zum Ausdruck von Nichtigkeit, Wertlosigkeit, leerem Schein (bes. aus christlich-moralischer Sicht)
2.1 ‘nichtig, bedeutungslos’
2.2 von Personen und ihrem Verhalten ‘töricht, oberflächlich, unvernünftig’
2.3 ‘unnütz, wirkungslos, vergeblich’
3 zum Ausdruck von Unvermischtheit und Ausschließlichkeit
3.1 ‘pur, unvermischt’
3.2 ‘ausschließlich, bloß, nichts (anderes) als’
   1 ‘leer; frei von/ ohne etw.’ (zum myst. Sprachgebrauch s.a. Hernández, Eigentum, S. 118 u. 125)    1.1 allg.: sac îtel oder vol SSp (W) 3:89; swi dikch si gesehen het daz daz grap itel waz PrOberalt 87,1; die armen er gesattet hât, / îtal er die rîchen lât [ divites dimisit inanes Lc 1,53] WvRh 3047; do begriffen si in [der die Abgabe eintreiben sollte] . vnd slvegen in vnd si verliezzen in eitel [ et dimiserunt vacuum Mc 12,3] EvAug 107,16; MarlbRh 76,13; [die Ameisen] tragint daz chorn zeloche. bigaginent in andere ameizen. sin nement in des chornes nieht. doch sí ital gen JPhys 17,5; Lilie 12,7. – übertr.: ein itele hoffenunge Elmend A 350. – subst.: wer überge die masse [nicht Maß hält] an der völle unnd an eitelm [ in pleno et in vacuo ] , an schlaffe und an wachen HvHürnh 27,11; Eckh 5: 29,12. 5: 30,8; Tauler 10,10. 305,23    1.2 mit Angabe dessen, was nicht vorhanden ist: – mit Gen.d.S.: daz er geriten quam dort her, / gewæfens îtel unde bar KvWHvK 557; sô müeste ich gar belîben / ir lônes îtel unde wan KvWTroj 22179; KvWTurn 787; vil herzen [...] / die der tuvel sinnes itel vant / und reiner andachte bloz HeslApk 13818; sô heizet ez [ die hôhe vart ] ouch îtelkeit, wan ez machet dich îtel aller der guoten gewizzene PrBerth 1:398,2; Eckh 5: 32,10; Tauler 179,6; JPhys 18,11. – mit Präp. ~ von etw.: minnet di minne icht me wan got, daz si nicht minnit durch got, so infullit got di minne nicht, mer si wirdit idel fon godis gnade Parad 32,35; ydel von warer bicht und von guten wercken Lanc III 174,1    1.3 in best. Kollokationen    1.3.1 in Verbindung mit (Teil-)Synonymen (s.a. Belege unter 1.2): itel unt bloz FabelCorp 22,213; das ellende ist noch ital und lidig, da ist nieman inne, und ist als luter in sich selber Mechth 3: 1,63; blôz, arm, niht-hân, îtel-sîn wandelt die natûre Eckh 5: 29,11; BdN 249,16    1.3.2 von Händen (s.a. îtelhant ): sine hende [sind] vil ytele der guͦten werken PrLpz 88,21; der vâlant / [...] gesach im îtel die hant / und daz swert zebrochen Er 9271; Exod 674. – in der Wendung (mit) ~ hant: unser deheiner sol mit itteler hant fuͤr in [Gott] chomen PrOberalt 77,4. 77,20; Spec 33,3. 33,5; hiemite wurden si [Bittsteller] vertriben / von im mit iteler hant Pass III 210,93    1.3.3 ~ vaʒ (s.a. unter 2.3 ): swem gotes minne nie besaz / den sin noch daz gemüete, / der ist der gnâde ein îtel vaz LobGesMar 4,11; an tugenden bin [ich] ein wiht / und vil gar ein itel vaz Vät 24673; ‘entlêhen ledigiu vaz’ [...] ‘îteler vaz entlêhen’ Eckh 2:223,11. 5: 28,5. – pejorativ eine Person bezeichnend (vgl. biutelvaʒ ): [Teufel klagen über einen Juden, der sich vor ihnen bekreuzigt hat:] o we, o we, ein itel vaz / hat sich geleit alhie und daz / ist versigelt unmaze wol Pass III 286,89    1.3.4 vom Herzen: ein munt von rîchen worten vol, / dâ bî ein îtal herze, diu cleident niht zesamne wol RvZw 117,5; din rede ist torecht / und get von itels herzen guft Pass III 182,38; die minne machet ital herzen vol Mechth 4: 19,17; PsM 5,10. vnser hus [bildl. für das herze ] sol nimmer itel werden vuͦnden PrLpz (L) 134,36    1.3.5 vom houbet: das heubt begunde im ytel zu werden, beide von gedencken und von ruwen [Trauer] und von dem das er der spise nit nuͦczet Lanc 466,25; da er diß getete, im wart das heubt so itel das er in unmacht viel ebd. 468,30    1.4 im Sprichwort (zu TPMA 1,199ff. ‘Armut macht sorgenfrei’): wan sprichit ain sprichwort in der scrift: ‘der ital úbir daz uelt gat, der gat singinde.’ also tuͦt der willicliche arn [arme] mensche. der gat vroͮliche vnde vnvorhtliche, wan er het nivt ze uirlierne PrGeorg (Sch) 4,137    2 zum Ausdruck von Nichtigkeit, Wertlosigkeit, leerem Schein (bes. aus christlich-moralischer Sicht)    2.1 ‘nichtig, bedeutungslos’ latiches same gessen gipt guͦten slaf unde vertribet bose troume unde itele Macer 14,6; wie bekvmbert ich noch bin. mit italen irdenschen vnd zerganchlichen dingen PrWack 91,167. 100,11; daz andir gebot waz daz: den namen dynes gotis den saltu nicht nennen czu keynen ytelen dyngen EvBerl 149,16; wan er daz itil lob virsmehit Dalimil (B) 19,17; Mechth 3: 14,6. – oft in der Wendung ~ êre (vgl. Lexer 1,1461 îtel-êric): rum daz iz itel ere Elmend A 1183. A 1193; im [dem Hl. Nikolaus] was zu itel ere we Pass III 8,62; [die Brüder sollen] sich hvͤten for aller hoͤfart. vnd for itel ere, hazze, gierigkait SpitEich 36,9; Vät 19214 u.ö.; Eckh 5: 213,3; Mechth 7: 7,43 u.ö.; HlReg 16,2; personif.: vrou Îtel Êre Widerstr 1317; so kumet danne bruͦder itel spot · vnd bruͦder cluterere · vnd bruͦder schimphelin [...] vnd bruͦder itel ere · vnd machent ein schal da gotes ere clein an liget SelbhReg 438,55 (vgl. Glr. z. St.)    2.2 von Personen und ihrem Verhalten ‘töricht, oberflächlich, unvernünftig’ si bîchten nicht [in der Fastenzeit] und haben nicht rûwe umme ire sunde und sint alsô îtel und alsô schalchaftic alsô bûzen [außerhalb] der vasten HvFritzlHl 101,29; nû hœret, [...] wie gar diu hôhvart einen wîsen man zer werlte machte ze einem îteln tôren PrBerth 1:399,12; Pass I/II (HSW) 885; HeslApk 2902; er wolde nimmer kumen dar, / swa man iteln schimft treib Vät 273; ruwet von der itelen tat! ebd. 3319. 4058 u.ö. – subst.: o we ich muz bekennen. / [...] / daz ich der iteln einer bin! Vät 151; sie namen vlizeclichen war / waz ich in itels wolde sagen ebd. 20983. 25266. ~ wort: diekein ûbel rede [...] an strîtworten oder îtelen worten [ rixis, vaniloquiis ] sal gên ûz dekeines brûderes munde StatDtOrd 48,37; so ain brvder nach complet mit mvͤzigen und ietelen worten crieget SpitEich 25,2. 25,5; schimpf rede unde itele wort Pass I/II (HSW) 14759. 23001; Pass III 252,88; Vät 21000    2.3 ‘unnütz, wirkungslos, vergeblich’ si [Bewohner des Himmelreichs] neruochent, waz der viant uzzerhalbe gechlaffet; / [...] / si nerchoment vone sinem itelen dozze Himmelr 3,24; daz sie des chainen schaden schulen han vnd daz diu ansprache vͤppich [rechtsunwirksam, überflüssig] ist vnd eitel UrkCorp (WMU) 1452,25; alle raitung [ omnes rationes ] [...] sullen nicht sein vnd eitel, vnd zw triegnus mag man versten daz sy sein geschehen StatTrient 190; diz swert, ir gotisrittere wert, / vûrt recht als Saul sîn swert, / daz nî îtel widirquam [ numquam revertatur inanis, vgl. II Sm 1,22] , / swâ iz sînen swanc hin nam NvJer 2476; mîn wort kummet nummer îtel heim [ non revertetur ad me vacuum Is 55,11] HvFritzlHl 106,4; was hilfet, das man ein ital vas vil bindet und das der win doch us rinnet? Mechth 2: 23,9. – subst.: unnd wissest du fürbas das der erlich got nichttes nichtt eitels gemachtt hat noch müessiges an den naturn HvHürnh 26,2    3 zum Ausdruck von Unvermischtheit und Ausschließlichkeit    3.1 ‘pur, unvermischt’ das waßer was so rot von yrm blut das es alles ein ytel bluͦt scheyn Lanc 475,14; Ottok 51423; der [ bach ] was îtal oele gar / reine, lûter unde clâr WvRh 3648; swymmit di birne [im Wein] , so ist der wyn ytil [rein] vnde pur Pelzb 138,9; wazzer mit wein oder mit ezzeich gemischt lescht den durst mêr wan eitel wazzer BdN 353,9; sîn houpt wolt ich dir widerwegen / mit liehtem îtelm vînem golt HvBer 6994; WüP 90,8. 92,6    3.2 ‘ausschließlich, bloß, nichts (anderes) als’ der visch hât kainen man seins geslehtes oder seinr nâtûr, ez sint eitel weip BdN 254,19; sô einer wil wænen, er habe ein guot tuoch, sô hâst dû ez zerzogen, daz ez deste langer sî, unde machest ein guot tuoch ze einem îteln hadern [Lumpen] PrBerth 1:146,24; man lebet itels brotes nicht [ non in solo pane vivit homo Mt 4,4] HeslApk 5980; der frouwen aber er verbot, / daz si dekeine ganzen brot / gebe armen luden me durch got, / wene idel stucke Elis 8036. 1753; des banier was, als ich ez las, / halp pavamin geroͤtet, / dar uf was golt geloͤtet, / daz itel rubin habt WhvÖst 14631; Vät 24535; Kröllwitz 1175

MWB 3,1 17,48; Bearbeiter: Richter

îtelære stM. jmd., der sich mit nichtigen Dingen beschäftigt: dise [ werltliche ] vrovde sule wir achten als ein vergyft. [...] owe tenzere. owe tvrnierere. owe alle ytelere. die gots gebot niht en halden PrLpz (L) 39,7

MWB 3,1 20,18; Bearbeiter: Richter

îtele stF. ‘Leere, Nichtigkeit’, bei PrWack 92,59 dem Begriff maht gegenübergestellt: herre ich bitte dich durch die turri [Dürre, Trockenheit] vnde durch die itale diner menscheit da dv herre durch mich hatost verzert din heilges bluot vnde dine menschliche math [l. maht ] als gar das dich dvrsti an deme criuce, das dvo ansehest die turri vnde die itali mines herzen vnde miner sele, das dvo geruochest mir zesendenne din senftes tov vnde dinen suizen regen [...] das dine wonunge moge sin in miner sele PrWack 92,59 u. 62. – hierher?: e die natur eitel lid [duldet] , e prech ain erein hafen von geprechen ains linsenkornes, ob der hafen als dike wer piz an den himel KvMSph 12,25

MWB 3,1 20,23; Bearbeiter: Richter

îtelen, îteln swV. 1 ‘etw./sich leer machen’
2 ‘leer werden’ (vgl. îtel 1.3.5 )
   1 ‘etw./sich leer machen’ si ist ein vaz der volheit, / daz nimant itelet mit krugen Brun 4217; also muͦs sich der mensche lossen vahen und italen Tauler 306,2. – mit Gen.d.S. ‘etw. frei von etw. machen’ [wichtig ist] daz ir úch italent und lidig machent aller geschaffener dinge und uwer selbes Tauler 308,22; daz der mensche sin selbes nút geitelt ist, so wenet der besessene mensche dicke das es alles got si das in ime wúrket ebd. 307,21. 306,16. – mit Ersparung des Akk.: der heilig geist hat zwei werk in dem menschen. das ein ist: er itelt. das ander: das er fúllet das ital als verre und als vil als er ital vindet Tauler 305,22. – Part.-Adj.: [der unreine Geist spricht:] . ich cher wider in min hus von dann ich vzgegangen bin. so chümet er vnd vindet ez geeitelte. mit pesem gereiniget vnd geordent [ et veniens invenit vacantem scopis mundatam et ornatam Mt 12,44] EvAug 27,21    2 ‘leer werden’ (vgl. îtel 1.3.5): das heubt begund im iteln von wachen und von vasten Lanc 596,31

MWB 3,1 20,37; Bearbeiter: Richter

îtelhant, îtelhende Adv. ‘mit leeren Händen’ alsus fuor er îtelhant / von sîme friunt LBarl 5245; wirn lâzens [die Boten] îtelhende / niemer wider gekêren Tr 7126

MWB 3,1 20,58; Bearbeiter: Richter