d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
diubelîn
stN.
Dimin. zu diep:
dû alte diubin, dû hâst ein jungez diubelîn nâch dir gênde PrBerth
1:87,9;
unde gêt ir ein jungez diuplîn hinden nâch ebd.
1:479,25
MWB 1 1325,1; Bearbeiter: Schnell
diubenunge
stF.
‘Diebstahl’
rapina: roͮb, furtum: díubenunge, dise sunde heizent mortalia
SiebenTodsündenI
366
MWB 1 1325,5; Bearbeiter: Schnell
diuberîe
stF.
1
‘Dieberei, Diebstahl’ (zur Definition vgl.
RechtssA
D1f. ) 2
‘Diebesgut’ nur in späten Hss., vgl. z.B.
1
‘Dieberei, Diebstahl’ (zur Definition vgl.
RechtssA
D1f.):
dar umme ist roup und brant und vorrêtnisse und diberîe und zweiunge und nît
und haz HvFritzlHl
4,5;
welch mensch darinne [im Sternzeichen
Waage] sich gebar, / uf swacheit alle frist, / uf düberi und erge
mist / sin herze von dem zeichen ist / geneiget Mügeln
308,6;
were doitslag, dieberie, felscherie dut, frauwen notzuchtiget, oder eynich
dinge dut, [...], er sol entfallen sin liebe vnd gut
WeistGr
2,6
(a. 1321);
PfzdHech
339,25;
Hiob
9576
2
‘Diebesgut’ nur in späten Hss., vgl. z.B.:
dube [La. dieberey
]
StRFreiberg
120,13;
diuf [La. deubrey
]
RbRupr
98;
vindet man dieberei oder raubiges gut in eines mannes gewalt SchwSp(R)
75,117
MWB 1 1325,8; Bearbeiter: Schnell
diubesch
Adj.
1
‘gestohlen, aus einem Diebstahl stammend’
2
‘des Diebstahls überführt’
1
‘gestohlen, aus einem Diebstahl stammend’
swer wissentlichen roup koufet odir dubish gut UrkCorp
4W,51;
ob ein man kaufet âne sîn wizzen diubisch guot unde hât daz in
stiller gewer lenger danne driu jâr SpdtL
124,14
2
‘des Diebstahls überführt’
daz sind die recht uber diepisch lewt SteiermLdr
161
MWB 1 1325,23; Bearbeiter: Schnell
diubinne
stF.
auch diebinne.
‘Diebin’
ir rouber, ir abetrager, ir diube, ir diubinne, waz sprechent ir dar zuo?
PrBerth
2:70,4;
pfî, dû diubinne! ebd.
1:479,27;
sô diebe unde diubin ebd.
1:393,32;
so bistu eine diebynne? Pilgerf
8650;
und alsô ist hôhvart ein ungetriuwiu diebinne [...],
diu von ir hêrren guote stilt, dâ si sich mite zieret und êre koufet, der sî niht
bestêt DvASchr
333,30;
daz sol man hinz ir rihten als hinz einer diuppinne
StRAugsb
217,25.
217,28;
Köditz
86,29
MWB 1 1325,30; Bearbeiter: Schnell
diu gelîche
Adv.
→
gelîche
MWB 1 1325,40;
diuhen
swV.
gediuhen nur MvHeilFr .
oft mit präp. Erg.
1
‘etw. auspressen, keltern’
2
‘jmdn./ etw. drängen, drücken, schieben’
1
‘etw. auspressen, keltern’
ích scénkon dír gepîmenteten uvîn: únte móst ûzzen rôten
épfelen gedûhtan Will
132,2;
nim des saffes daz man da duhit uzzir dem grunen hanefsamin
Ipocr
42;
so svlen sie ledig vnd vrilich varen immer me mit dem selben wine, zv
dvͤhenne, swar sie wellen UrkCorp (WMU)
812,17.
812,15;
cze dem andern mâl prúet man daz chraut daz man di grúczen daraus mag
gedauhen. also muzzen wir mit inhiczigem widersacz di grúczzen flaischleicher
geluste mit langer ûbunge auz uns dawhen MvHeilFr
36
2
‘jmdn./ etw. drängen, drücken, schieben’
ors und darzuͦ luͤte was ensamt geduͤhet zeinem pallen
JTit
4106,4;
wa hin, vrou Aventiur, den wec so ruhen? / als ich ie zu vreuden gedenke, so
kunnet ir uns von vreuden duhen ebd.
2688,4.
3496,3;
der daz tvank [eine
Verstopfung] hab, der nem smalz [...] und
bewille da inne ein spek eines vingers lanch und duhe in hinden in; er loset sich
BenRez
34;
[Christus] bat sant Petren des, daz er daz scef ain lucel
duhte von dem stade Konr (Sch)
129,4;
Parz
601,17;
KvWTroj
34766;
TürlArabel
*A 125,26;
Schlegel
314.
– wohl hierher (vermutlich nicht intr. wie im
FrlWB ):
heimliche liebe diuhe [Hs. dick
] in
dich, / daz din geberde icht werde erkant Frl
13:49,3.
–
darvf [auf ein Wolfseisen] was gebvnden ein
gans. / die dvhte er [der Wolf] in sinen grans
FabelCorp
37,162.
–
‘herunterschlucken’
und dar umbe sô müezet ir den angel tiuhen
[schlucken] , als ir daz hünic dâ sûget
PrBerth
1:216,35
MWB 1 1325,41; Bearbeiter: Schnell
diulich
Adj.
‘knechtisch’ i.d.R. in der Wendung ~
wërc, v.a. in frühmhd. Texten:
die ivdin die enworhtin des samiztagis dehein dielich werch,
da wider wurchen wir an dem suntâge niht, [...], nehein
dîelih werch. waz sint dielichiv werch? hoͮpthafte sunte unde anderiv lastir
Spec
54,20;
gotes si uergâzzen, / si newolten si erlâzen / scalklîcher uorhte, / dielîcher
werche Exod
126;
GenM
120,35.
– übertr.:
unde der unsir herischer geist / so da bi daz diuliche vleisch,
/ daz siu beidiu sament negerent / des du si niht schulest wern
Vateruns
120
MWB 1 1326,9; Bearbeiter: Schnell
diup
stM.
→
1diep
, diup-
→ diep─
MWB 1 1326,20;
diupe (?)
Subst.
unklar, ob ‘Betrüger, Schwindler’ (vgl. DRW 2,812 s.v.
2Diebe) oder zu →
diubinne
:
och wilunt dirne, kneht, / die lang gedienet reht / hant, werdent im
[dem gît
] ze lieb / ze jungest duppen,
diep SHort
5020
MWB 1 1326,21; Bearbeiter: Schnell
diupguot, diubsguot (?)
stN.
‘Diebesgut’
swer wizzenchlichen raub oder deub guͦt [Laa. diebe
guͦt (2 Hss.), dubic gut (2 Hss.), divbig
gvͦt (1 Hs.)] chaufet UrkCorp (WMU)
879Sa,26;
umb diubs guͦt: wirt aber auz ains gewalt diubs guͦt berecht
[...], daz auz chirchen, auz mùln, auz smitten verstoln
wirt, daz sol man auch schatzen und sol im dez der dritt pfennick ab gèn
OberBairLdr
35
MWB 1 1326,26; Bearbeiter: Schnell
diupstâl
stF.
Kompos. aus →
1diube
und →
stâle
(vgl. 2DWB 6,937), gelegentl. auch
diepstâl.
1
‘Diebstahl’ (durch Heimlichkeit abgesetzt vom roup ,
vgl. 2 HRG 1,1047ff.) 2
‘Diebesgut, Gestohlenes’
1
‘Diebstahl’ (durch Heimlichkeit abgesetzt vom roup,
vgl. 2HRG 1,1047ff.):
da nah nit irslahen, nit mvͦtwillun, nit tvͦn
divbstal, nit begerne BrZw
4;
swenne ein mensche der dúbstal oder des velsches schuldig wart
UrkCorp (WMU)
2690,9;
vnd swer mit minren oder mit merre mâs oder gewæge koͮft oder
verkoͮfet, der begat dûpstal ebd.
248,31.
401,40;
diepstâl, roup unde brant, / zouber, manslaht unde mort /
sint der grœsten sünden hort / und gruntveste aller missetât RvEBarl
10622.
10645;
PrBerth
1:243,29;
SpdtL
120,7;
BdN
483,5.
– sprichw. (TPMA 11,102):
mich dunkt, er hab ein tumben muot, / der nâch der rossen diupstâl /
alrêrst besliezen wil den stal Boner
22,31
2
‘Diebesgut, Gestohlenes’
er vinde dupstal bi jme oder valsche mûnze UrkCorp (WMU)
248,9.
N238AB,27;
ein diupstâl diu minder danne drîer schillinge wert ist
SpdtL
203,3
MWB 1 1326,35; Bearbeiter: Schnell
diupstâlrëht
stN.
‘Diebesrecht’ (das Recht, das gegen Diebe angewandt
wird):
ist aver daz er [ein Spitalvermögen
veruntreuender Bruder] sin lavgent vnd man doch die warhait vindet,
so sol man in nach diebstalreht bvͤzen SpitEich
23,5
MWB 1 1326,55; Bearbeiter: Schnell
diusen
swV.
tr. ‘zerren, (mit Gewalt) ziehen’
swem si niht sint wol gerâten, / der wirt hin und her gediuset, / biz er lîp
und sêle verliuset / als der esel üm kleine schulde Renner
3579
MWB 1 1326,60; Bearbeiter: Schnell
diutære
stM.
1
‘Deuter, Ausleger’
2
‘Dolmetscher’
1
‘Deuter, Ausleger’
die selben wildenære / si müezen tiutære / mit ir mæren lâzen
gân: / wirn mugen ir dâ nâch niht verstân, / als man si hœret unde siht
Tr
4684;
er was erwachet. sâ zehant / was sîn rât vür in besant / der troume diutære, /
den seit er ze mære / waz er in dem troume sach RvEAlex
971
2
‘Dolmetscher’
dutdere: interpres GlHvB
396,52;
[Gott] gab uns die kunst, daz wir sprêchin zwô unt
sibinzic zungin, den wortin, daz uns dehein durft wêre deheinis dûtêris
PrMd(J)
350,33;
PrLpz
101,11;
nah vrage er hertecliche sprah / mit einim tútêre / was ir geverte were / und
wie si werin komen dar RvEWchr
7534;
RvEAlex
7696
MWB 1 1327,1; Bearbeiter: Schnell
diute
stF.
stN. Brun .
1
‘Deutung, Auslegung, Erklärung’
2 in der Wendung ze ~
2.1 in der Verbindung quît/ spricht ze ~
‘bedeutet’
2.2
‘deutlich, verständlich’ , oft in der Wendung ze ~
sagen 2.3
‘auf Deutsch, in deutscher Sprache’ , nicht immer
abzugrenzen von 2.2
1
‘Deutung, Auslegung, Erklärung’
si hatte ouch [...] in der selben dude
[zeichenhaften Bedeutung] / vil malader
[aussätziger] lude / gehoufet an ihr mandat
[Fußwaschung]
Elis
2955;
ez [der Kreuzestod Christi] ist
glose und ein tuͤte: / ob wir kranken luͦte / etswanne komen in
arbeit, / daz der drost uns si bereit HvNstGZ
2399;
meister, mache mir bekant / an offenlicher dute, /
[...] / durch waz dich wolle gezemen / din tochter
lazen siech ligen Pass III
297,19.
489,85;
merke vrunt den armen slangen, /
[...] / der git uns grozes dutes vil
Brun
9633;
Tr
17021;
NvJer
18159;
MarlbRh
16,27.
–
in aller zungen dute / was er
[Nebukadnezar] irvorchtet stete
Daniel
4664;
diz hât gemacht in diutscher diute, / [...] / ein
knappe, heizet Lampreht LvRegFr
374
2
in der Wendung ze ~
2.1
in der Verbindung quît/ spricht ze ~
‘bedeutet’
Cafarnaum chivt ze divte / uilla speciosa
Wernh
D 2204;
Joachim chîvt ze dîvte / preparatio domini ebd.
D 272;
sin namme sprichet vor gotte ze túte Alleluia
Mechth
4: 27,59
2.2
‘deutlich, verständlich’, oft in der Wendung ze ~
sagen:
daz puch saget uns ze dute / von der hohe unte von der
wite [des himmlischen Jerusalems]
HimmlJer
49;
wir [Hl. Dreikönige] suchen
daz selbe kint / durh daz untir ime sint / bediv engel vnde lîute: / daz zæ̂iget
er [der Stern] wol ze dûte Wernh
D 4532.
D 3729;
wie vil mit ieglichem rit / werlicher liute, / der kan ich ze diute
[genau] / die zal niht gesagen Ottok
84020;
KvWTroj
19645;
RvEBarl
3850.
–
ze ~ kêren
‘deuten, auslegen’
ich wil ze diute kêren / daz swert und ouch den
sunnenwagn [aus dem Traum]
RvEAlex
984
2.3
‘auf Deutsch, in deutscher Sprache’, nicht immer
abzugrenzen von 2.2:
ich aber wil / gotes und guoter liute / ein latînisch buoch
ze diute / gerne bringen KvHeimUrst
46;
ein buoch ist ze diute getihtet, / daz uns Rômisces rîches
wol berihtet, / gehaizzen ist iz crônicâ Kchr
15;
urtica heiset zu duͦte nezzele Macer
4,1.
27,1;
daz heizit in deme latine ‘relacio’ und zu dude ein
‘ingeginkeit’ oder ein ‘inlugin’ Parad
102,5;
Spec
118,7
MWB 1 1327,15; Bearbeiter: Schnell
diuteclîche
Adv.
‘klar, deutlich’
dú glose tútecliche seit / an dén geweren meren, / daz ez huntfliegin weren
RvEWchr
10121;
der brief mit süezen worten seit, / wer mir diu kleinôt het gesant: / daz tet
er teuticlîch bekant UvLFrd
228,12;
es waz ein purger te Rom, der hiet ein tahen
[Dohle] , die redet tæutichleich waz si hort oder sach
GestRom
114;
er viel ze fuͦssen im zehant, / er sprach zuͦ im vil duticlich
Märt
13320
MWB 1 1327,58; Bearbeiter: Schnell
diuten
swV.
1
‘einen bestimmten Sinn haben’
1.1
‘etw. bedeuten’
1.2
‘etw. (auf deutsch) heißen, bedeuten’
1.3
‘etw. verheißen, ankündigen’
1.4 refl. ‘etw. bedeuten, heißen’
1.5 (zur Einleitung von Texten) ‘lauten’
2
‘(jmdm.) etw. deuten’
2.1
‘(jmdm.) etw. auslegen, erklären’
2.2
‘(jmdm.) etw. übersetzen’
2.3
‘(jmdm. etw. wortlos) zu verstehen geben, kundtun’
2.4
‘etw. (jmdm.) berichten, erzählen’
1
‘einen bestimmten Sinn haben’
1.1
‘etw. bedeuten’
daz sint seltsaniv wort îv ze sagenne; iedoch scult ir
merchen, waz div rede tûtte Spec
121,22;
diz swert hie lît, waz tiutet daz? Tr
10370;
der konig [...] sprach das sie
nymer ußer gefengniß kemen, sie hetten yn zum ersten bescheiden was sin treum
dúten Lanc
223,3;
der stein gotes lichnam dütet Mügeln
335,9;
‘homo’ diutet als vil als ‘daz volkomen ist’
Eckh
2:345,6;
Gen
1996;
Iw
4437;
RvEAlex
1148
1.2
‘etw. (auf deutsch) heißen, bedeuten’
‘Noricus ensis’, / daz diudit ‘ein suert
beierisch’ Anno
20,10;
ein wurze heizet cycuta, daz duotet schärlinch
Barth
148,22;
do wart dú selbe stat Horma / geheizen: das wort tútit ‘ban’
RvEWchr
14260;
HeslApk
342.
1165;
Eckh
3:199,3
1.3
‘etw. verheißen, ankündigen’
er [der Bote] mac mir deuten vil wol guot, /
daz mir sîn kunft sô sanfte tuot. / er sagt vil lîht mir eteswaz, / dâ von mir
senenden wirdet baz UvLFrd
325,13;
ich sich einen sternen brehn, / in dem hân ich wol gesehn / daz er
trûrecliche stât - / daz diutet grôze missetât RvEAlex
1974;
cometa düt dri arg Mügeln
264,1.
265,1
1.4
refl. ‘etw. bedeuten, heißen’
di ebreze ist zu einerhande suche guͦt, di heiset
scyasis, das dutet sich lendensich Macer
2,10;
Appolonius und Lonius, / zwar das dewtet sich
alsuß [bedeutet das gleiche]
HvNstAp
12706;
Johannes tudit sich also vil alse ‘in deme di gnade ist’
Parad
106,36;
Krone
6389;
HeslApk
1260.
376;
Kröllwitz
796
1.5
(zur Einleitung von Texten) ‘lauten’
deme chunege Antioche sante Ypocras einen brief, der
dûtet alsus. ich enmach selbe hince dir niht chomen Barth
156,12;
der brief diutet alsus ebd.
127,17.
– refl.:
dise rede ist geshriben in dem minneboͮche, vnde shribit sie
vns Salomon vnde tvdit sih alsvs SalHaus
30,3
2
‘(jmdm.) etw. deuten’
2.1
‘(jmdm.) etw. auslegen, erklären’
daz welle wir evh devten / daz bezeichenet daz heilige
cruce VMos
35,13;
diz bispel tuter in also RvEWchr
19095.
7258;
disiu wort [...] wellen wir ze disem mâle diuten
Eckh
3:10,3;
konig Artus hat wise meister in sim lande, die im alwege
sin treum dutent Lanc
489,12;
KLD:Kzl
2:10,2;
Daniel
6201;
Parad
20,28
2.2
‘(jmdm.) etw. übersetzen’
seht waz ich an den reche, / den ich diz mære diuten sol:
/ den zæme ein tiutschiu sprâche wol Wh
237,9;
daz buoch er schône diutet / von wälhisch mir in tiutschiu wort
KvWPart
208;
also ich in dem latine las: / fides spes karitas. / seht
daz dutet uch min zunge: / spes heizet di hoffenunge, / fides alzo heizet der
geloube, / [...] / so heizet karitas di minne
Brun
5917;
Elis
441
2.3
‘(jmdm. etw. wortlos) zu verstehen geben, kundtun’
sô swîge ich rehte als ein stumme, / der von sîner nôt
niht gesprechen enkan, / wan daz er mit der hant sîniu wort tiuten muoz
MF:Mor
16: 3,5;
swaz sie mit worten gebiutet / oder mit dem vinger diutet, / daz
widerredet nieman LvRegSyon
3070;
si [Isolde] begunde im
[Tristan] dâ mit diuten, / daz er her vür gienge
UvTürhTr
1246;
daz kunde schame duden Elis
3257;
Tr
12980;
Vät
36392;
MarLegPass
10,24
2.4
‘etw. (jmdm.) berichten, erzählen’
nu beginnet er iu diuten / ein rede die er geschriben vant AHeinr
16;
darzû wurdin gesterbit / und getribin dannen / von wîbin unde mannen, /
als ich mir hôrte duiten, / wol bî hundert luiten NvJer
20162.
20639;
[das Buch Tobias] dutet ouch mere, von welekeme lande
daz er wære Tobias
3,6;
die horten gerne in duten / von gote also schonen trost / des si hoften
sin erlost PassI/II
325,78;
EckenlE2
38,6
MWB 1 1328,3; Bearbeiter: Schnell
diutieren
swV.
‘auslegen, darlegen’
Sant Augustînus sprichit, daz dise wort swêr sint zu vernemene, wan hete
Johannes icht hôher [etwas komplizierter] gedûtiret, alle
di werlt enkunde in nit verstanden hân HvFritzlHl
31,12
MWB 1 1329,10; Bearbeiter: Schnell
1diutisch
Adj.
zu diuten swV. (vgl. Anm.z.St.).
‘erklärend’
dú dútesche minne von gottes lere dú boͤget sich noch
zuͦ einem kinde vil gerne Mechth
3: 13,18
MWB 1 1329,15; Bearbeiter: Schnell
2diutisch, diutsch
Adj., Adv.
auch dus, dutsch, dutisk, tiusch, tiutsch.
‘deutsch’
1 auf Sprachliches bezogen (die gesamte Sprachen- und Dialektvielfalt des deutschen Sprachgebietes einschließlich Flanderns bezeichnend, vgl. Reiffenstein, Sp. 2198b) 2 auf die Menschen bezogen, die Deutsch sprechen 3 auf das Land bezogen, in dem Deutsch gesprochen wird 3.1 allgemein 3.2 auf den Deutschen Ritterorden bezogen 3.3 zur Unterscheidung deutscher Längenmaße von fremden
1
auf Sprachliches bezogen (die gesamte Sprachen- und Dialektvielfalt des deutschen
Sprachgebietes einschließlich Flanderns bezeichnend, vgl. Reiffenstein, Sp.
2198b):
hêrre [...] gib mir dînen wîstuͦm, / daz ich
muge wandilôn / mit tûtiskeme munde / der latînisken zungen Exod
19;
den ich diz mære diuten sol: / den zæme ein tiutschiu sprâche
wol Wh
237,10;
daz ich mit diutischer rede / daz buoch brâhte her ze wege
Wernh
139;
RvEBarl
16124;
ein buͦch, dez ich gedaht han / uz latin zu dihten, / in
dutsche rimen rihten HvNstGZ
40;
darvmme wyl ich [...] eyn
duͤdysch buͤch machen vz allen
[lateinischen] arcz buchen OvBaierl
1,7.
– in der Wendung
~ zunge:
er inpfete daz êrste rîs / in tiutischer zungen
Tr
4739;
owê dir, tiusche zunge, / wie stêt dîn ordenunge Walth
9,8;
ze tihten [...] / von der
wälsche in diutsche zungen Wig
11663;
wir haizen si [diese Bäume] in
däutscher zung als man si nennet in latein BdN
354,15;
Rol
9033;
Herb
60;
HvVServ
675.
– Adv. ‘auf Deutsch, in deutscher Sprache’
sie schrei lûte ‘oy mê, oy mê’ / daz sprichet
tiutsche ‘wê mir, wê.’ Eracl
3928;
man sagit, daz dar in halvin [auf den Bergen
Ararat] noch sîn, / die dir diutischin
[vermutlich krimgotisch, vgl. Anm. z.St.] sprechin
Anno
20,22;
si sprechint dûsin alsus Spec
85,6;
daz chût tutisken ebd.
143,15;
latîne manic red ergie, / het er si tiutsche getân, / im
wære zuo slagen der ban Ottok
13095.
13137;
Barth
127,13;
Rennew
27802
2
auf die Menschen bezogen, die Deutsch sprechen:
den sidde hîz er duͦ cêrin / diutischi liuti lêrin Anno
28,12;
er stuont in dem aller hôhisten lobe, / sô nie nehain tûtisk
man / sulh êre an Rômæren gewan. / dô si chômen under Kchr
6794;
tiusche man sint wol gezogen, / rehte als engel sint diu wîp getân
Walth
57,7;
die diutschen vrouwen Loheng
6113;
wol erchanden si daz, / daz Dûtisc volch wider si ûf gestanden
was Kchr
246;
alse lange wonete er under in / unz im alle Dûtiske hêrren /
willic wâren ze sînen êren ebd.
453;
ditz buoch ist genant: / ‘spiegel aller tiutscher
liute’ SpdtL
78,13.
110,3;
BdN
283,11;
von den Tiuschen gesten / wart dürkel maneges schildes rant NibA
1294,4;
KvWTurn
958.
– mit Übergang zu 3:
[der Arzt Piso] spricht, daz der deutsch kaiser pei im
tôt sei von vergift BdN
27,11;
alle dütsche fürsten Mügeln
21,4
3
auf das Land bezogen, in dem Deutsch gesprochen wird
3.1
allgemein:
nu habt ir betwungen / Krichin unde Ungeren, /
[...] / Beieren unde Swaben / unde alle die in
dutisker erde waren Rol
1775;
uf duͤtscher terre JTit
5844,3;
owe daz man niht vinden kan / in allen tiutschen richen /
einen künec, dem zaeme wol / nach im des riches krone! Tannh
6,13.
11,48;
Neidh
WL 33:5,8.
– in der Wendung
~ lant/ lande (fast ausschließlich im
Pl.; zahlreiche Belege bei K. Smits, ‘tiutsch’ und
‘lant’ in mhd. Quellen, in: ZfdPh 96 (1977),
Sonderheft Sprache, S. 49-86):
daz es [...] werde bekant / und reiche übr
alliu tiutsche lant / von Tyrol rehte unz an Bremen, / und ouch fürbaz müeze
vernemen / von Bresburc unz an Metze Georg
60;
daz er der êrste kaiser wart ze Rôme / von diutisken
landen Kchr
14819;
der kaiser kêrte wider in diutisk lant ebd.
15554;
dâ was von tiuschem lande / Flaminge und Brâbande /
und der herzoge von Lahrein Wh
126,13.
210,29;
wîp unde vrowen die besten vür wâr, / die man benennet
in tiuschem lande MF:Mor
1: 4,7;
tútschir lande get ein ger / ubir Rin
RvEWchr
2412;
ich hân lande vil gesehen / unde nam der besten gerne war. /
[...] / tiuschiu zuht gât vor in allen. / von
der Elbe unz an den Rîn / her wider unz an der Unger lant Walth
56,37;
SpdtL
167,9;
Pelzb
136,1
3.2
auf den Deutschen Ritterorden bezogen:
–
~ bruoder/ hërre:
dî dûtschin brûdere sint / des geloubin vîendin vînt NvJer
1828.
4657;
die templær und die tiutschen herren /
[...] / die berieten sich des
Ottok
9403.
48563.
–
~ hûs:
vnd sol ir hare abgeschniten sin, e as der brvder des
tvschens hvses ist SpitEich
4,10;
Volkwîn / vernam [...] / von einem orden
geistlîch, / der wêre gerecht und êrlîch / zû dem dûtschen hûse irhaben, /
daz sie die siechen solden laben LivlChr
1851.
1858;
des ordins [...] / des dûtschin hûsis
NvJer
18283;
Ottok
9387.
–
~ orden:
zu brûdere Hermanne, / der von Salzâ was genant / unde hômeistir
irkant / des dûtschin ordins NvJer
5611.
5652
3.3
zur Unterscheidung deutscher Längenmaße von fremden:
aht reste machent ain welhisch meil ze reht in Frankreich,
aber sehzehen rest machent ze reht ain deutsch meil KvMSph
19,2.
– Lit.: I. Reiffenstein, Bezeichnungen der deutschen Gesamtsprache, in:
2HSK 2.3 (2003), S. 2191-2205 (mit Literaturübersicht)
MWB 1 1329,19; Bearbeiter: Schnell
diutlîche
Adv.
‘klar, deutlich’
Dionysius alsô / schrîbet Polycarpo / in sîner geschriben botschaft, / di
sulche meinung dûtlich klaft [überdeutlich ausspricht]
JvFrst
9838
MWB 1 1330,51; Bearbeiter: Schnell
diutnisse
stF.
‘Bedeutung’
abir tut ir mir lere / an dem gesicht offenbar, / dar zu sin
dutnisse war, / so sult ir groz lon entpfan Daniel
610;
ich vant noch an einer stat / waz die sule dutnis hat ebd.
1120;
daz kalb [...] treget mit underscheide /
[...] / dutnisse der predigere HeslApk
8436;
JvFrst
1826.
–
der dütnis [etymologische Auslegung des Begriffs
fürste
] ist manch fürste bar Mügeln
26,13;
von zwein worten ist iz gespelt, / di iz mit dûtnis in im helt: / tribunal
kumt von tribu JvFrst
6836
MWB 1 1330,55; Bearbeiter: Schnell
diutsch, diutsche
stswFN.
auch diusch, dusse, dutisk, duze, tiutsch, tiusch, tugtsche.
1
‘deutsche Sprache’
1.1 allgemein 1.2 bezogen auf die Sprache, in der etw. geäußert oder in die etw. übersetzt wird;
mit den Präp. ane, in, zuo
1.2.1
‘auf Deutsch’
1.2.2
‘ins Deutsche’
1.3 bezogen auf Varianten der Sprache 2
‘deutsches Wort, Verdeutschung’
1
‘deutsche Sprache’
1.1
allgemein:
swer strîfelt [bunt mischt] sîne tiusche wol /
mit der welhsche WälGa
41;
welsch unde tiusch dâ solte / einander widerwertic sîn
KvWTurn
278;
ein frumer man / der beide tiutsch und latîn kan Renner
4012;
Wh
237,11;
SSp
150,15;
PrBerth
1:204,17
1.2
bezogen auf die Sprache, in der etw. geäußert oder in die etw. übersetzt wird;
mit den Präp. ane, in, zuo
1.2.1
‘auf Deutsch’
darvmme [weil das Leben kurz und die
Kunst lang sei] leret he
[Hippokrates] in amforismis kortlych vyl guder
lere, der ich eyn teyl an dussenne wel vz leghen OvBaierl
67,6;
RvEAlex
13060.
–
man spraͤche alle tag des morgens vnd des
hawenst [...] den siechen den pater noster vnd
den gelawen in tvgtsche SpitEich
38,4;
Libanus bedutet candidacio. / daz spricht in duze
reinekeit, / di was gar an Marien geleit Brun
5444;
Macer
3,1.
–
impossibile est [...]
daz sprichet ze deusch: iz ist vnmugelich Konr
23,28;
der ander planêt haizet Jupiter ze latein, daz
ist ze däutsch helfvater BdN
57,4
u.ö.;
Brun
878;
Seuse
104,3
1.2.2
‘ins Deutsche’
also iz an dem buͦche gescribin stat / in
franczischer zungen, / so han ich iz in die latine bedwngin, / danne in di
tutiske gekeret Rol
9083;
daz puoch, daz ich auz der latein in daz däutsch hân
prâht BdN
430,11;
KvWHvK
758;
RvEWh
15616.
–
so wil ich [...] mit zu
dewtsch bringen der heiligen schrifftt SchlierbAT(LS)
2,47;
in latein es [das Buch]
ist gesessen, / so wil ich es ze täutsch messen KvMSph
5,5;
daz puoch, daz ich ze deutsch hie mach
BdN
17,13.
469,12.
– in der Wendung in ~ berihten
‘ins Deutsche übertragen’
Alberîch von Bisinzo / der brâhte uns diz lît zû. /
er hetez in walhisken getihtet. / nû sol ich es iuh in dûtisken berihten
VAlex
16;
ez hât ouch [...] / ein
Lampreht getihtet, / von welsch in tiutsch berihtet
RvEAlex
15786;
[Heinrich von Veldeke hat] daz mêrre teil
getihtet, / in tûsche berihtet En
13438;
RvEBarl
156.
16062;
UrkCorp (WMU)
1653,43
1.3
bezogen auf Varianten der Sprache:
daz ander rat [das zweite Mühlrad in der allegorischen Mühle
der Künste] dir [dem Marner]
swæbisch malet, din diutisch ist uns ze dræte Rumelant
3,56b;
bubalus haizt in ainem däutsch ain aurrint und in dem
andern däutsch ain waltrint BdN
123,10;
der kranwitpaum haizt in meiner müeterleichen däutsch
ain wechalter ebd.
325,24.
383,5
u.ö.
2
‘deutsches Wort, Verdeutschung’
porrum haizt ain pforr oder lauch, aber daz êrst däutsch ist
nâch der latein genomen BdN
415,32
MWB 1 1331,1; Bearbeiter: Schnell
diutsche
swM.
‘Deutscher’ (anders als andere Volks- und Stammesnamen subst.
Adj., vgl. diutisch):
sagent an, her Stoc, hât iuch der bâbest her gesendet, / daz ir in rîchet und
uns Tiutschen ermet unde pfendet? Walth
34,15;
nâch hôhem prîse vâhten / die tiuschen und die walhe
KvWTurn
785.
975;
ein minnerichen zungen ein unminneriches herze enkan als
wenig verstan, als ein tútscher einen walhen Seuse
199,25;
Kchr
497.
16063;
Neidh
WL 36:7,8;
Loheng
5577
MWB 1 1331,54; Bearbeiter: Schnell |