dornhac
stMN.
‘Dornenhecke’
spinetum: dorn hag oder stude VocClos
Sp62
MWB 1 1352,35; Bearbeiter: Schnell
dornhecke
stswF.
‘Dornenhecke’
als das fewr in der dornhecken [
sicut ignis in spinis
Ps 117,12]
PsMb
28(Glossar);
der weg [...] / ist nit ferre von dem andern da; / es
ist als eins nit dan daz die hecke / da tuschen ist ein dorenhecke Pilgerf
6687;
war umb hait ye myn unmuͦße / so großen widerstant getaen / durch die
dorn hecke zu gaen? ebd.
10871
MWB 1 1352,37; Bearbeiter: Schnell
dornheit
stF.
‘Dorngestrüpp’
vröu dich, rose sundern dorn / in dörnheit uf gedrungen, / clar lilge schön
ensprungen, / von dem himeltowe naz, / suzer wen ein honec vaz! TvKulm
1415
MWB 1 1352,45; Bearbeiter: Schnell
dornhurst
stF.
‘Dorngesträuch’ (hier zur Ortsbezeichnung):
ein zweiteil bi der dornhurst UrkCorp (WMU)
N101,20;
item unus ager vf die dornhust an Criegesheimer weg UrkLicht
7,374
(a. 1320)
MWB 1 1352,49; Bearbeiter: Schnell
dornîn
Adj.
→
dürnîn
MWB 1 1352,53;
dornouwe
stF.
‘Dornenfeld’
die nehaizzent niht ein zartgarte, die mugin wol haizzin ein
dornowe, wande si stechent, suâ man siu widir ir willin ruͦret
TrudHL
59,18
MWB 1 1352,54; Bearbeiter: Schnell
dornslêhe
stF.
‘Schlehdorn’ (prunus spinosa, vgl. Marzell 3,1155f.):
da ze der winrebe da endarf man der dornslehe nith suochen, also endarf man
ouch da ze dem dorn der winbere niht suochen Konr(Sch)
137,23
MWB 1 1352,58; Bearbeiter: Schnell
dornstich
stM.
‘Dornenstich’
nu durschow oͮch [...] sin
minnencliches antlit, [...] von dem da us wielen die
bluͦtgiessenden brunnen von den grimmen dornstichen Seuse
542,10
MWB 1 1352,63; Bearbeiter: Schnell
dornstücke
stN.
Teil von der Dornenkrone:
vnde duchte in ein gelucke / hete er ein scharf dornstucke / von Jesu Christi
scheppil PassI/II
66,56
MWB 1 1353,3; Bearbeiter: Schnell
dornstûde
swF.
‘Dornenstrauch’
mein liep oder mein freundinn ist gestalt under andern
töhtern, die auf erd sint, sam diu lilig ist gestalt under den dornstauden
BdN
406,21;
spinetum: dorn hag oder stude VocClos
Sp62
MWB 1 1353,6; Bearbeiter: Schnell
dornswîn
stN.
‘Stachelschwein’ (lat. hystrix):
von dem dornswein. istrix haizt ze däutsch ain dornswein
BdN
141,26.
142,1
MWB 1 1353,11; Bearbeiter: Schnell
dornzûn
stM.
‘Dornenzaun, Dornenhecke’
namhafter singer ist nu lützel. / man siht etwenne, daz ein frisch stützel /
lange einen dornzûn ûf heltet Renner
1235;
den dornzwî [Konjektur, Hs. dornzûn
]
unde den sac / nieman wol versüenen mac Freid
123,10
MWB 1 1353,14; Bearbeiter: Schnell
dorp
stN.
→
dorf
MWB 1 1353,20;
dorpære
stM.
aus mnl. dorpere (s. MNW 2,353).
1 i.d.R. ‘ungehobelter Mensch’ ; Gegenentwurf zum höfischen
Menschen als literarische Fiktion (vgl. auch dörpel , dagegen aber
dorfære
) 2
‘Bauer’
1
i.d.R. ‘ungehobelter Mensch’; Gegenentwurf zum höfischen
Menschen als literarische Fiktion (vgl. auch dörpel, dagegen aber
dorfære
):
der ungevüege dörper Engelmâr Neidh
WL 34:5,4;
dar kam dörper vil mit grôzzem schalle SM:Had
15: 2,3.
15:1,2;
spræche sî, ich wære / von rehte ein dorpære / und hæte ir unreht getân
HeidinIV
1416;
jr mügt wol ein törper sein, / daz ir vart ze dirre zeit Krone
3756;
Neidh(HW)
23,20;
Flore(G)
6098
2
‘Bauer’
wan er wil alleine mit ir spilen ein spil, das der lichame nút
weis noch die doͤrper bi dem phluͦge noch die ritter in dem turnei
Mechth
1: 2,15
MWB 1 1353,21; Bearbeiter: Schnell
dörpecheit
stF.
‘unhöfisches, grobschlächtiges Benehmen’
des dankte ir der ritter, / der vor harte bitter / sîner vrouwen was gewesen,
/ der was dô gar wol genesen / von aller sîner dorpikeit; / des was diu vrouwe gar
gemeit Frauentrost
603
MWB 1 1353,35; Bearbeiter: Schnell
dorpel
stM.
‘Türschwelle’
Gerffin eme eyn vesper sanck / mit syme swerde in synen krach, / dat hei up
dem dorpel lach / harde geredeliche doit KarlGalie
1431
MWB 1 1353,40; Bearbeiter: Schnell
dörpel
stM.
auch törpel.
‘ungehobelter Mensch’ (vgl. dorpære):
so kont licht ain ander toͤrpel: / ‘drutz, nit pfiff! ez gilt din
koͤrpel, / wa du pfiffest nu ain blaß’ Teichn
591,29;
jâ tuont uns die dörpel vil ze leide, / gewinnent sî hegge / hiure undr ein
ander vil gelîche Neidh(HW)
21,10
(=Göli);
SM: Go
3:1,4
MWB 1 1353,44; Bearbeiter: Schnell
dörpelsite
stM.
‘unhöfisches, grobschlächtiges Benehmen’ (vgl.
dörpersite):
Roswîn Gôzwin und der smit: / die hânt alle dörpelsit Neidh(HW)
32,7
MWB 1 1353,51; Bearbeiter: Schnell
dörper
stM.
→
dorpære
MWB 1 1353,54;
dörperdiet
stF.
‘Gruppe unhöfischer Leute’
daz tet ich unde wânt des niht, daz mir dâ misselunge: / nu læt mir niht
gelingen ein vil hiuziu dörperdiet Neidh
WL 19:6,11
MWB 1 1353,55; Bearbeiter: Schnell
dörperecheit
stF.
‘Derbheit, Rohheit’
durch minen willen saltu phlegen / wisen zu der hovischeit /
unde leide ime die dorpericheit GrRud
γb 29;
sine tugende in nicht en liezen / tun nicheine dorpericheit. /
michel was sin edelicheit. / er was harte biderwe ebd.
A 4;
here, ich han uch trouwe / [...] gegeven, / die sal
ich halden die wile ich leven, / so mich mit negeiner warheit / van einiger hande
dorperheit [La. dorpricheit
] / nieman en sal
bezien [bezichtigen]
MorantGalie
1588
MWB 1 1353,59; Bearbeiter: Schnell
dörperheit
stF.
auch -keit ( Lanc ).
‘unwürdiges, unhöfisches, bäurisches Benehmen’
heten si dô gevohten / ze orse mitten swerten, /
[...], / daz wære der armen orse tôt: / von diu was in
beiden nôt / daz sî die dörperheit vermiten Iw
7121;
wir suln sîn gemeit, / tanzen, lachen unde singen / âne dörperheit
Walth
51,24;
der willen hett ritter zu werden
[...], der must wesen hubsch on dorperkeyt und gut on
schalckeyt Lanc
120,26;
dorperheit oder missetat HeslApk
19451;
Tr
15481;
Frl
5:32,1;
Krone
25317
MWB 1 1354,5; Bearbeiter: Schnell
dörperîe
stF.
‘unwürdiges, grobschlächtiges Benehmen’
der künec der wizzentlîche hât / an minnen cumpanîe, / deist
michel dorperîe Tr
16616;
ir gepaͤr, ir sit, ir chrey / ist nu worden ein torperey Teichn
564,1886;
trût herre, tugentrîcher helt, / lânt mir niht werden hie gezelt / vür ein
dörperîe daz, / ob ich mit in red etewaz, / dâ von iu kurz diu stunde wirt
KvWTroj
8041;
KvWPart
18585
MWB 1 1354,16; Bearbeiter: Schnell
dörperinne
stF.
‘Bäuerin, einfache Frau’ im Ggs. zu vrouwe:
wol mir armen doͤrperinne, das ich dich,
vroͮwe, ie gesach! Mechth
5: 4,5
MWB 1 1354,24; Bearbeiter: Schnell
dörperlich
Adj., Adv.
adv. auch -lichen.
‘unhöfisch, grobschlächtig’
nû merkent, wie den frouwen ir gebende stât, / die stolzen ritter tragent
dörpellîche wât Walth
124,25;
da sprach der wiß ritter das kein ritter als dorperlichen
solt gefurt werden zu recht als man yn furt Lanc
190,30.
211,27;
ir schone lyff dranck eme de synne / an de depperliche mynne KarlGalie
10432;
MF:Veld
2a:3,6;
HeslApk
21324;
Physiogn
392
MWB 1 1354,27; Bearbeiter: Schnell |