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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dörpern - drachma, dragme    


dörpern swV. refl. ‘sich zum dorpære machen’ verbiderbet knecht sich hönet, / verrittert man sich dörpert Frl 7:17,14

MWB 1 1354,36; Bearbeiter: Schnell

dörpersite stM. ‘unhöfisches, grobschlächtiges Benehmen’ (vgl. dörpelsite): ez was vor ein gesundert snit, / vrou Ritterschaft und Dörpersit Frl 5:32,14

MWB 1 1354,39; Bearbeiter: Schnell

dorpheit stF. ‘Ungehörigkeit, Derbheit’ dorpheit oder affenheit oder schalckeyt Lanc 52,4; er enbatt sie nye keyner torpheit ebd. 20,18; dâ ist nie dehein dorpeit under / wan blîschaft, diu die riuwe slât MF:Veld 33:1,5; man sicht im underwilen nach / durch sine groze torpheit Jüngl 1259

MWB 1 1354,43; Bearbeiter: Schnell

dörpisch Adj. ‘unhöfisch, grobschlächtig’ wer hat so dorpische sit, / der enruchet, waz man da von saget Jüngl 700

MWB 1 1354,49; Bearbeiter: Schnell

dorrede stF. ‘Trockenheit’ were aber dy erde alleyne [ohne die Elemente Wasser und Feuer] , so eyn [l. en ] mochte vor groze dorde vnde kulden nycht gewaszen OvBaierl 2,7; in des manden dorrede [in siccitas messis] Cranc Jes 27,11

MWB 1 1354,52; Bearbeiter: Schnell

dorren swV. ‘dürr werden, vertrocknen, verdorren’ (vgl. derren ): vor dem walde / dorret klê SM:KvL 21: 1,10; der edeln krüter stam / muß dorren und ir saffig ram Mügeln 266,2; dar nâch dorrent die sâmen, wenn die rind auzwendig getruckent BdN 364,23; Spec 144,8; KvWTurn 759. ptisis [Schwindsucht] ist di suche, das man dorrinde geit Macer 6,16; sîn jâmer wart sô vester / [...] / alsus dorrete im der lîp Greg 841; wern nicht tórpper in dem lande weitt / vor hunger músten dorren euch die backen Neidhc 129:6,3. – übertr.: sô wir dürr werden von alter, sô dorret mit uns der acker aller guoten werk BdN 424,31; [wir sind wie der Baum, dem] sîn wurze niht mach gedorren PrStPaul 61,17; des moͤhte eime mensche sin hertze dovon dorren und sin lip Tauler 130,14 u.ö.; AvaA 6,7; Lanc 483,12. – ‘trocknen, verdorren’ lege si danne ouf ein bret, unz si vil wol gedorre und unze si alrôt werde Barth 152,16; lazze das lang vnder einander dorren BairFärb 2,2; loz sy dorrin in dem bacofin Pelzb 133,25; SalArz 38,28. – in der Paarformel darben unde ~ (nur Seuse ): ich [...] wil dich lassen darben und torren Seuse 57,20; min junge, schoͤne, bluͤender lip der begonde valwen, torren und darben ebd. 210,25. 441,17

MWB 1 1354,57; Bearbeiter: Schnell

dort Adv. auch dert, dart. 1 lokal ‘dort’
1.1 allg. mit oder ohne ergänzende Ortsangabe
1.2 anderen Lokalangaben gegenübergestellt, meist im Gegensatz zu hier
1.3 verbunden mit anderen Lokaladv., häufiger z.B.
1.4 in den Verbindungen
1.4.1 ~ hër ‘dorther, von dort; dort entlang’
1.4.2 ~ hin ‘dorthin’
1.5 ‘im Jenseits’ (im Gegensatz zu dieser Welt)
2 direktional ‘dorthin’
   1 lokal ‘dort’    1.1 allg. mit oder ohne ergänzende Ortsangabe: daz sint diu ougen diu dert stênt in deme guldîneme houbete mînes gemahelen TrudHL 79,25; ia ist gescrieben dort: / ‘under sconem schade luzet, / iz en ist nicht allez golt daz da glizzit.’ Rol 1957; dort ûf dem hove RvEBarl 11715; dort dâ diu porte was UvZLanz 219; vnser aigen dort ze Strazze bey Erenhovsen UrkCorp (WMU) 817,21; Parz 25,23    1.2 anderen Lokalangaben gegenübergestellt, meist im Gegensatz zu hier: hie doz, dort schal, / daz lant er bibete vber al Herb 3423; hie der lewe, dort der man Iw 5406; si riefen hie, si riefen dort / niht anders wan daz eine wort Tr 2395; Parz 33,4; ein hie und ein dort Georg 5783; HvFreibTr 161; Märt 384. in Oesterriche und anderswa / wil er behalden ie den pris. / beide hie dort unde da / ist er an allen dingen wis Tannh 1,11; hie, dort unde dâ KvWTroj 6352; waz tâ geschehe, wiez dort ergê Parz 102,23. 188,22; paide dort und anders wa Märt 10094. 18294; Herb 3881; UvZLanz 2857    1.3 verbunden mit anderen Lokaladv., häufiger z.B.: – ~ inne: die besten si dort inne bat / daz si zer lêôplâne riten Parz 93,26. 423,6 u.ö.; iene dort inne / sich werten von der zinne Herb 4597. 11498; PrOberalt 102,35; Lanc 449,33. 561,30 u.ö. – ~ niden(en): in grôzem ungeverte / lac daz ors dort niden tôt Parz 445,7; myn herre beitet uwer dort nydenen Lanc 438,22 u.ö. – ~ oben/ obenân: dort oben sprach diu künegîn Wh 242,16; dort oben unt hie unden Parz 123,24; ie bezzer gewizzen hie nidenen ie lvter sæld dort obenan, ie lvter gewizzen hie nidenen ie grozzer sælde, ie grozzer froͤde dort obenan PrBerthKl 3,120; LvRegSyon 2718. – ~ unde(n): der ist wol berihtet, / swenne er sich erfihtet / so verre dort unde / von dem tieffen abgrunde Hochz 129; ich wæn si gerne heten gesehn, / ob im dort unde iht wære geschehn Parz 167,28; dort unden sîn hermîn gewant / ûz der franzoyser lant / gein uns ist her gevüeret Wh 85,13. – ~ ûʒe: Gahmuret der werde man / die selben zît dort ûze enbeiz Parz 61,19. 536,2 u.ö.; swie zornic er und Tybalt / dort ûze ietweder wære Wh 100,17. 148,3. – ~ vorne: en franzoys er zin allen sprach / als Trevrizent dort vorne [weiter vorne (im Text), vorher] jach, / daz den grâl ze keinen zîten / niemen möht erstrîten Parz 786,4; der trœstenlîche trôst, / den Trevrizent dort vorne sprach ebd. 788,15    1.4 in den Verbindungen    1.4.1 ~ hër ‘dorther, von dort; dort entlang’ nû seht wâ dort her reit / ein rîter Iw 694; sô gêt sî dort her zuo einem vensterlîne MF:Mor 22: 3,5; dô sach er / ûf der strâze gên dort her / zwêne kumberhafte man RvEBarl 1702; wer ist diu dort her gêt als der morgenrôt, der des morgens aufprehend ist? [Cant 6,9] BdN 58,33; NibB 2326,1; KvWWelt 63    1.4.2 ~ hin ‘dorthin’ her Tristan und die blunde Isôt / [...] giengen [...] / dort hin, dâ Kamelîne / lac HvFreibTr 4932; were, daz solich krieg in dem lande were, daz einre hiehar helfende wrde vnd der andere dorthin UrkCorp (WMU) N823,31; Tr 18233. mit grimme sluoc er an daz swert, / daz ez ein wênic erklanc / und im diu hant dorthin [hinweg] spranc / und des armes wol der dritte teil StrDan 2786. – ‘ins Jenseits entrückt’ sant Francisk, nu bite um in, / er sî noch hie oder dorthin, / daz got durh dînen willen sich / über den sündigen armen / genædeclîche ruoche erbarmen! LvRegFr 345    1.5 ‘im Jenseits’ (im Gegensatz zu dieser Welt): also wir hie wrchen, also wirt uns dort gelônt Spec 43,2; ân sî [Maria und Jesus] kan nieman hie noch dort genesen Walth 6,4; helle und himelrîche / diu sint mir kunt gelîche. / ich weiz ein teil des hie geschiht, / wiez dort stê, des enweiz ich niht Freid 18,15; was er hie hat usgelúhen, das wirt im doͤrt alles wider geben Mechth 7: 45,18; SM:We 1:1,8; Wh 14,28; KvWSchwanr 1641. – ‘im Diesseits’ (aus der Perspektive des Engels): bezzer ist dort [auf der Erde] eine cleine muen / dan hir gequeln lange sit, / wen uns nahet sere die zit HeslApk 22854    2 direktional ‘dorthin’ daz yͤsen [unter den Hammerschlägen] gar ze brast, / daz die gnaister [Funken] dart und dast / in der schmit giengen entwer Teichn 519,24; wie genendenclîchen dranc / dart ind her wol speres lanc / ir einer den andern zô der stunt! Crane 3541. – hierher?: also ging die rede in twer / beide dort und her [hin und her?] HvNstGZ 4264

MWB 1 1355,18; Bearbeiter: Schnell

dortec Adj. ‘jenseitig’ dw dortig herschaft hat nicht end / dw datz himel chront [gekrönt] sind Teichn 264,62; daz dortig [Leben im Jenseits] mag nicht end han ebd. 288,70

MWB 1 1356,43; Bearbeiter: Schnell

doschesse stF. ‘Herzogin’ (aus afrz. duchesse, vgl. ducisse ): Sigûne doschesse / hôrte selten messe Parz 435,23

MWB 1 1356,47; Bearbeiter: Schnell

dôsen swV. von Ohren ‘sausen, rauschen’ (vgl. dieʒen 1.3): und ist daz dem siechen diu ôren kalt sint unde val unde sie im vaste dôsent, daz ist des tôdes zeichen PrBerth 1:509,39

MWB 1 1356,50; Bearbeiter: Schnell

dœsen, tœsen swV. ‘etw. zerstören’ die wen [d.i. wellent ] tœsen winters bant, / diu so kalt / sint, daz heide und owe velwent / und ouch selwent tage clâr SM:Had 20: 4,7; davon wil ih [Jesus] mih vlizen, / daz ih si danne loͥse / vnd ih die helle toͥse OsterSpM 4,39; diz ist gotes lamp für wâr, / daz al der welte sünde gar / hin nimet und toeset, / und von sünden loeset WvRh 7476; daz ich den tiuvel binde / unde widerwinde / sînen gewalt und toese / und diu menschen loese ebd. 6936. 637

MWB 1 1356,54; Bearbeiter: Schnell

doste, toste swM. 1 ‘Dost, Origanum’ (vgl. Marzell 3, 448-456)
2 ‘Blumenstrauß’ (da der Dost in Büscheln blüht)
   1 ‘Dost, Origanum’ (vgl. Marzell 3, 448-456): origanum: dosto SummHeinr 2:51,329; origanum heiset toste. di ist heiz unde trocken in dem dritten grade Macer 48,1; toste gepulvert unde mit honege gessen vertriben den husten ebd. 48,6 u.ö.; dit is eyn edel bat weder alle gicht: nym wachandel keren [...] tosten, suyt se an wyne vnde ghe in eyn bad OvBaierl 89,31    2 ‘Blumenstrauß’ (da der Dost in Büscheln blüht): sy [...] truͦg ain tosten in der hanndt BeideSchw 134

MWB 1 1357,1; Bearbeiter: Schnell

dougen swV. dôgen

MWB 1 1357,11;

doum stM. Bed. nicht sicher bestimmbar, nur als Reimwort belegt: – ‘oberes Ende, (bei Pflanzen) Trieb’ (vgl. Glr.z.St.): ieglicher saz in sime zil / under der winstocke doumen / und under iren vicboumen Macc 6417; also tet ouch des manen boum; / swen er schein an des wipfils doum ebd. 542. – ‘Pfropfen, Stöpsel’ (vgl. Johansson, NvJer., S. 195): dî Prûzin in den stundin / um einen boum in [den Mönch] bundin / [...] / und snittin ûz den nabil, / der des gedirmis was ein doum NvJer 9103. – unklar (vielleicht ‘Daunen’, vgl. Anm.z.St.): er sprach: ich in einer nacht / slief uf mines bettis doum. / min herze sach einen troum Daniel 585

MWB 1 1357,12; Bearbeiter: Schnell

döuwe stF. ‘Verdauung’ knobiloch [...] hilfet tzu der deuwe SalArz 13,38; merke daz wachin truckent di lit da des libes craft an stet. vnde irret di deuwe ebd. 32,48; ez machet gute dewe ebd. 97,24 u.ö.; wîn, der des menschen spîse ûz trîbet / daz si bî rehter döuwe niht belîbet Renner 10196; BrAsb 8

MWB 1 1357,25; Bearbeiter: Schnell

döuwen swV. auch deun. 1 ‘verdauen’
1.1 tr.
1.2 ohne Obj.
1.3 refl. ‘sich verdauen lassen, verdaut werden’
2 übertr. ‘etw. büßen’
   1 ‘verdauen’    1.1 tr.: under der rippe scerme hanget daz gederme, / ein weichiu wamba diu duowet daz geweide: / swaz slintet der chrage, daz zime nimet der mage Gen 178; swer isset, der moͮz ouch daz ezzen dowen Lucid 15,2; batenie [...] hilfet den magen unde deuwet di spise Macer 38,29. 93,2; sein magenn enmag daz essenn nichtt gedeüen unnd peleibt die speis ungedeuet HvHürnh 34,2; Barth 136,23; SalArz 57,52; RvEWchr 21832    1.2 ohne Obj.: di minze genutzet sterchet den magen unde machet, das her wol deuͦwet Macer 25,3. 81,4; da uon deuwet man baz in dem wintere den zu andirn citin SalArz 23,13. 53,29; so däet man desster pas HvHürnh 31,3; BdN 374,10; BrZw 8. – ‘Verdauung bewirken, fördern’ eruca gessen in der spisse douwet wol Macer 46,3; das galagan [...] doivvet unte losit machet den munt uil suize stinkent PrüllK 28; wan daz machet den lip rosch [frisch] unde liht, unde erhitzit den magen wol ze dowenne MNat 7,32; Barth 142,25    1.3 refl. ‘sich verdauen lassen, verdaut werden’ heiz in ezzen spise di sich lichte deuwe SalArz 75,39; vogele deuwent sich lichter denne andir vleisch ebd. 17,39. 18,28; wann das sich da däet von dem selben leibe, das wirt ain klainer hauffe von seinem engen gange HvHürnh 28,8; Renner 9843    2 übertr. ‘etw. büßen’ so hat der wuotgrimme vollelebit, / daz er wider gote hat gestrebit. / daz muoz er douwin sere LAntichr 786; daz duz in der helle mûst / dowen swaz du uns leides tûst KathW 1874; si [die Tochter] muoz deun den kraz [die Wunde] , daz bluot, / daz si umb sust hât getân EnikWchr 26840; Krone 17212; Rennew 7246

MWB 1 1357,31; Bearbeiter: Schnell

döuwunge stF. 1 ‘Verdauung’
2 ‘Verdautes’
   1 ‘Verdauung’ der aniz, [...] der di darme muͦwet unde den magen beswert unde gibt guͦte hitze der lebern unde ganze douunge dem magen Macer 80,3; daz trinckenn des kallten wassers auf das essen kelltent den magen und lescht die hitz der deunge HvHürnh 31,6; trankh ze der däunge ebd. 37,11    2 ‘Verdautes’ zwei [Körperöffnungen] sint uns kunt, / diu die döuwunge wîsent abe / nâch menschen natiurlicher labe Renner 23201

MWB 1 1358,1; Bearbeiter: Schnell

dôʒ stM. (vgl. duʒ ) 1 ‘Schall’
1.1 ‘Geräusch, Getöse’
1.2 von der Stimme: ‘Gesang, Geschrei’
2 ‘Strömen, Fließen’
   1 ‘Schall’    1.1 ‘Geräusch, Getöse’ von manger hurte stôze / und von busînen dôze, / pûken, tambûren schal, / und der heiden ruof sô lût erhal Wh 40,2; dâ wart von schefte brechen vil michel dôz vernomen NibB 1355,1. 941,1; sturm, slac, stich, stoz, / schal, geschreige, ruf, doz Herb 10148; Himmelr 3,24; Iw 994    1.2 von der Stimme: ‘Gesang, Geschrei’ durh den sûzlîchen dôz, / den wir hôrten in den walt, / ih und mîne helede balt / vergâzen unse herzeleit SAlex 5218; nu lie der veige vâlant / einen dôz und eine stimme / [...] / ûz sînem veigen giele Tr 9049. – wohl hierher, übertr. (?): Danyel nu uz irkoz / gar von sines herzen doz [veranlasst durch die Stimme seines Herzens] , / er wolde sich nicht meilen Daniel 196    2 ‘Strömen, Fließen’ ich [Gott] wil an regen dos / in geben wassers tiefen flos RvEWchr 35967; ein wolken [...], / das treit regenlichen dos ebd. 34664; di ich irlosete mit mines blutes doz, / daz ich an dem cruze goz Brun 8236; wazzer und ouch blutes doz ebd. 9943

MWB 1 1358,11; Bearbeiter: Schnell

dôʒe swM. tosse

MWB 1 1358,32;

dôʒen swV. ‘Lärm machen, schallen’ do was daz mere harte breit. / sie dozten vnde riffen, / an die were sie liffen Herb 1323. 2596; si [...] traf [mit dem Schwert] iren man, / daz ez in dem walde dar nâch dôzen began WolfdB 506,4; so wær er da verdorben / und auch sin oͤrsch [Pferd] erstorben / von des donrs dozzen WhvÖst 3475

MWB 1 1358,33; Bearbeiter: Schnell

drabeknëht stM. ‘Kriegsknecht, Handlanger’ morden, stürmen, triuwe brechen / sint des zornes drabe knehte Renner 14153

MWB 1 1358,40; Bearbeiter: Schnell

draben swV. auch draven. 1 ‘traben’ (Gangart vierfüßiger Tiere, insbesondere der Pferde)
2 ‘im Trab reiten, traben lassen’ (aus der Perspektive des Reiters)
2.1 intr.
2.2 tr.
3 ‘laufen’ (von Menschen)
   1 ‘traben’ (Gangart vierfüßiger Tiere, insbesondere der Pferde): Ysengrim begonde draben ReinFu K,1062; swar sîn ors nu kêre, / er enmages vor jâmer niht enthabn, / ez welle springen oder drabn Parz 180,2; iuwer meidem gie niht enzelt, / er dravete und schûfte Helmbr 1781; Plinius spricht, ist daz der wolf sich sicher waiz vor dem menschen, sô læzt er sein grimmichait und eilt niht snell, er trabt gemach über daz velt BdN 147,25; Eracl 1348. – übertr.: und swerz [das Gold] ouch nicht in huͦte mit vlize was der habende / furbaz vor allem guͦte, von dem ist iz durch ungelucke drabende JTit 4407,2    2 ‘im Trab reiten, traben lassen’ (aus der Perspektive des Reiters)    2.1 intr.: die reken drauite balde / widir zo deme walde Roth 3828; weder ern schûftet noch endrabt Parz 299,2; stapfen, zelten und draben / ûf den hof begunde vil der diet Wh 138,24. – subst.: swer drabens gewont, den müet zelten Renner 21144; Krone 26255    2.2 tr.: Parzivâl [...] begunde wackerlîchen draben / den rehten pfat Parz 226,11. ich traptt daz ross min / vor der bürge uff dem plon GTroj 3282; sô man zelt unde drove / diu pfert an dem marktag Helbl 2,344; MinneR 419 7. – übertr.: ich traf [Konjektur, Hs. drabe ] dâ her vil rehte drîer slahte sanc, / den hôhen und den nidern und den mittelswanc Walth 84,22    3 ‘laufen’ (von Menschen): sî sprach ‘ich tuon noch hiute mangen sprunc’. / [...] / sî trabte und gienc enzelt Neidh(HW) 36,30; maniger vil hintz chirchen drafft Teichn 50,52; daz ich alsus iht hinnen drab / ze fuͦzzen in der schanden mos! WhvÖst 4256. – übertr. ‘nach etw. streben’ daz iz den (also verste!) / di stete lip die werld habn / und alles noch ir suze drabn! TvKulm 3592. – bildl. für den Gang der Seele zur Hölle: sol er denne niht mit êren draben / die breiten strâze gein der helle Renner 6096; der [Menschen] sêle müezen angest haben, / swenne si des nahtes müezen draben / durch engez tal und vinstern walt ebd. 6800 u.ö.

MWB 1 1358,43; Bearbeiter: Schnell

drabes Adv. drap stM.

MWB 1 1359,20;

drabgeræte stN. unklar: ‘Trabausrüstung’ (?): die ritter alle slouften / sich ûz der turneiwæte, / und wart in trüeb geræte [Hs. trab geræte ] / manic werder helt bekleit Reinfr 7986

MWB 1 1359,21; Bearbeiter: Schnell

drachma, dragme Subst. ‘Drachme’ 1 Apothekergewicht (ca. 3-4 Gramm)
2 Münze
   1 Apothekergewicht (ca. 3-4 Gramm): nim marrubium zvenzic dragme SalArz 45,22; nim samboumes. vnde eppe samen icweders funf dragmas ebd. 64,17 u.ö.    2 Münze: frouwit uch mit mir, ven ich han mynen guldynen pfennynk funden, der do heizit dracma, den ich vorlorn hatte [Lc 15,9] EvBerl 107,9

MWB 1 1359,25; Bearbeiter: Schnell