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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dornhac - dörperlich    


dornhac stMN. ‘Dornenhecke’ spinetum: dorn hag oder stude VocClos Sp62

MWB 1 1352,35; Bearbeiter: Schnell

dornhecke stswF. ‘Dornenhecke’ als das fewr in der dornhecken [ sicut ignis in spinis Ps 117,12] PsMb 28(Glossar); der weg [...] / ist nit ferre von dem andern da; / es ist als eins nit dan daz die hecke / da tuschen ist ein dorenhecke Pilgerf 6687; war umb hait ye myn unmuͦße / so großen widerstant getaen / durch die dorn hecke zu gaen? ebd. 10871

MWB 1 1352,37; Bearbeiter: Schnell

dornheit stF. ‘Dorngestrüpp’ vröu dich, rose sundern dorn / in dörnheit uf gedrungen, / clar lilge schön ensprungen, / von dem himeltowe naz, / suzer wen ein honec vaz! TvKulm 1415

MWB 1 1352,45; Bearbeiter: Schnell

dornhurst stF. ‘Dorngesträuch’ (hier zur Ortsbezeichnung): ein zweiteil bi der dornhurst UrkCorp (WMU) N101,20; item unus ager vf die dornhust an Criegesheimer weg UrkLicht 7,374 (a. 1320)

MWB 1 1352,49; Bearbeiter: Schnell

dornîn Adj. dürnîn

MWB 1 1352,53;

dornouwe stF. ‘Dornenfeld’ die nehaizzent niht ein zartgarte, die mugin wol haizzin ein dornowe, wande si stechent, suâ man siu widir ir willin ruͦret TrudHL 59,18

MWB 1 1352,54; Bearbeiter: Schnell

dornslêhe stF. ‘Schlehdorn’ (prunus spinosa, vgl. Marzell 3,1155f.): da ze der winrebe da endarf man der dornslehe nith suochen, also endarf man ouch da ze dem dorn der winbere niht suochen Konr(Sch) 137,23

MWB 1 1352,58; Bearbeiter: Schnell

dornstich stM. ‘Dornenstich’ nu durschow oͮch [...] sin minnencliches antlit, [...] von dem da us wielen die bluͦtgiessenden brunnen von den grimmen dornstichen Seuse 542,10

MWB 1 1352,63; Bearbeiter: Schnell

dornstücke stN. Teil von der Dornenkrone: vnde duchte in ein gelucke / hete er ein scharf dornstucke / von Jesu Christi scheppil PassI/II 66,56

MWB 1 1353,3; Bearbeiter: Schnell

dornstûde swF. ‘Dornenstrauch’ mein liep oder mein freundinn ist gestalt under andern töhtern, die auf erd sint, sam diu lilig ist gestalt under den dornstauden BdN 406,21; spinetum: dorn hag oder stude VocClos Sp62

MWB 1 1353,6; Bearbeiter: Schnell

dornswîn stN. ‘Stachelschwein’ (lat. hystrix): von dem dornswein. istrix haizt ze däutsch ain dornswein BdN 141,26. 142,1

MWB 1 1353,11; Bearbeiter: Schnell

dornzûn stM. ‘Dornenzaun, Dornenhecke’ namhafter singer ist nu lützel. / man siht etwenne, daz ein frisch stützel / lange einen dornzûn ûf heltet Renner 1235; den dornzwî [Konjektur, Hs. dornzûn ] unde den sac / nieman wol versüenen mac Freid 123,10

MWB 1 1353,14; Bearbeiter: Schnell

dorp stN. dorf

MWB 1 1353,20;

dorpære stM. aus mnl. dorpere (s. MNW 2,353). 1 i.d.R. ‘ungehobelter Mensch’ ; Gegenentwurf zum höfischen Menschen als literarische Fiktion (vgl. auch dörpel , dagegen aber dorfære )
2 ‘Bauer’
   1 i.d.R. ‘ungehobelter Mensch’; Gegenentwurf zum höfischen Menschen als literarische Fiktion (vgl. auch dörpel, dagegen aber dorfære ): der ungevüege dörper Engelmâr Neidh WL 34:5,4; dar kam dörper vil mit grôzzem schalle SM:Had 15: 2,3. 15:1,2; spræche sî, ich wære / von rehte ein dorpære / und hæte ir unreht getân HeidinIV 1416; jr mügt wol ein törper sein, / daz ir vart ze dirre zeit Krone 3756; Neidh(HW) 23,20; Flore(G) 6098    2 ‘Bauer’ wan er wil alleine mit ir spilen ein spil, das der lichame nút weis noch die doͤrper bi dem phluͦge noch die ritter in dem turnei Mechth 1: 2,15

MWB 1 1353,21; Bearbeiter: Schnell

dörpecheit stF. ‘unhöfisches, grobschlächtiges Benehmen’ des dankte ir der ritter, / der vor harte bitter / sîner vrouwen was gewesen, / der was dô gar wol genesen / von aller sîner dorpikeit; / des was diu vrouwe gar gemeit Frauentrost 603

MWB 1 1353,35; Bearbeiter: Schnell

dorpel stM. ‘Türschwelle’ Gerffin eme eyn vesper sanck / mit syme swerde in synen krach, / dat hei up dem dorpel lach / harde geredeliche doit KarlGalie 1431

MWB 1 1353,40; Bearbeiter: Schnell

dörpel stM. auch törpel. ‘ungehobelter Mensch’ (vgl. dorpære): so kont licht ain ander toͤrpel: / ‘drutz, nit pfiff! ez gilt din koͤrpel, / wa du pfiffest nu ain blaß’ Teichn 591,29; jâ tuont uns die dörpel vil ze leide, / gewinnent sî hegge / hiure undr ein ander vil gelîche Neidh(HW) 21,10 (=Göli); SM: Go 3:1,4

MWB 1 1353,44; Bearbeiter: Schnell

dörpelsite stM. ‘unhöfisches, grobschlächtiges Benehmen’ (vgl. dörpersite): Roswîn Gôzwin und der smit: / die hânt alle dörpelsit Neidh(HW) 32,7

MWB 1 1353,51; Bearbeiter: Schnell

dörper stM. dorpære

MWB 1 1353,54;

dörperdiet stF. ‘Gruppe unhöfischer Leute’ daz tet ich unde wânt des niht, daz mir dâ misselunge: / nu læt mir niht gelingen ein vil hiuziu dörperdiet Neidh WL 19:6,11

MWB 1 1353,55; Bearbeiter: Schnell

dörperecheit stF. ‘Derbheit, Rohheit’ durch minen willen saltu phlegen / wisen zu der hovischeit / unde leide ime die dorpericheit GrRud γb 29; sine tugende in nicht en liezen / tun nicheine dorpericheit. / michel was sin edelicheit. / er was harte biderwe ebd. A 4; here, ich han uch trouwe / [...] gegeven, / die sal ich halden die wile ich leven, / so mich mit negeiner warheit / van einiger hande dorperheit [La. dorpricheit ] / nieman en sal bezien [bezichtigen] MorantGalie 1588

MWB 1 1353,59; Bearbeiter: Schnell

dörperheit stF. auch -keit ( Lanc ). ‘unwürdiges, unhöfisches, bäurisches Benehmen’ heten si dô gevohten / ze orse mitten swerten, / [...], / daz wære der armen orse tôt: / von diu was in beiden nôt / daz sî die dörperheit vermiten Iw 7121; wir suln sîn gemeit, / tanzen, lachen unde singen / âne dörperheit Walth 51,24; der willen hett ritter zu werden [...], der must wesen hubsch on dorperkeyt und gut on schalckeyt Lanc 120,26; dorperheit oder missetat HeslApk 19451; Tr 15481; Frl 5:32,1; Krone 25317

MWB 1 1354,5; Bearbeiter: Schnell

dörperîe stF. ‘unwürdiges, grobschlächtiges Benehmen’ der künec der wizzentlîche hât / an minnen cumpanîe, / deist michel dorperîe Tr 16616; ir gepaͤr, ir sit, ir chrey / ist nu worden ein torperey Teichn 564,1886; trût herre, tugentrîcher helt, / lânt mir niht werden hie gezelt / vür ein dörperîe daz, / ob ich mit in red etewaz, / dâ von iu kurz diu stunde wirt KvWTroj 8041; KvWPart 18585

MWB 1 1354,16; Bearbeiter: Schnell

dörperinne stF. ‘Bäuerin, einfache Frau’ im Ggs. zu vrouwe: wol mir armen doͤrperinne, das ich dich, vroͮwe, ie gesach! Mechth 5: 4,5

MWB 1 1354,24; Bearbeiter: Schnell

dörperlich Adj., Adv. adv. auch -lichen. ‘unhöfisch, grobschlächtig’ nû merkent, wie den frouwen ir gebende stât, / die stolzen ritter tragent dörpellîche wât Walth 124,25; da sprach der wiß ritter das kein ritter als dorperlichen solt gefurt werden zu recht als man yn furt Lanc 190,30. 211,27; ir schone lyff dranck eme de synne / an de depperliche mynne KarlGalie 10432; MF:Veld 2a:3,6; HeslApk 21324; Physiogn 392

MWB 1 1354,27; Bearbeiter: Schnell