Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   drâten - drîeckeht    


drâten Adv. dræte

MWB 1 1364,62;

drâtes Adv. dræte stF.

MWB 1 1364,63;

drec stM. ‘Dreck’ ja han ich sünden vil getan, / als ich mich allerbeste noch versinne: / min lib, min muot eines drekkes wert, / min milte wære mit einem eie vergolten Stolle 20,9; lutum: pfuͦl oder leime oder dreg VocClos Lu73; stercus: mist oder treg ebd. St33; merda: dreg ebd. Me109; VocOpt 1.257

MWB 1 1365,1; Bearbeiter: Schnell

drël Adv. ‘sehr, kräftig’ (die beiden Reimwörter drel, hel markieren den Beginn des Abgesangs): drel hel / vogelîn sungen KLD:Namenlos Mb 2,11

MWB 1 1365,8; Bearbeiter: Schnell

drellen swV. s.a. drillen . ‘etw. formen, herausarbeiten’ islich zunge hete ganz / di schrift [die Inschrift] nâch der schowe glanz, / als man si sach dâ gemelt / an den bûchstaben schône gedrelt JvFrst 9060

MWB 1 1365,11; Bearbeiter: Schnell

dremel stM. 1 ‘Balken’ (s.a. drâm )
2 ‘Türriegel, Sperrbalken’
3 ‘Knüppel, Hebel’
4 unklar
   1 ‘Balken’ (s.a. drâm ): swer kosteclîche ein schœne hûs mit holze rehte entworfen hât: / diu siule grôz, die wende starc, ûf tremel wol gedillet stât WernhSpr 7,2; lât erz belîben âne dach, / die tremel, siule und ouch die starken wende, / daz wurde ein niht ebd. 7,8; dô viengens aber an, / ir bette gegen gotte hân / umb einen küng. ein tremel grôz / Jupiter in den wîg er schôz: / der sölt ir aller künig wesen Boner 25,17    2 ‘Türriegel, Sperrbalken’ pessulum: dremel SummHeinr 2:409,253; repagulum obiecto qua ostium clauditur: dremel ebd. 2:443,121    3 ‘Knüppel, Hebel’ die chleinen stoche si ouz nement, / unz si an den grozzen choment. / [...], / wellent si des beginnen, / daz si in uz der erde bringen. / daz schulen si tuon mit ringen, / die dremele drin stozzen VRechte 135; wa nu dremell stangen spies / laitern hacken here / wellen wir disen fies [Kerl] / er gemut vns nymermer Neidhc 107:8,9    4 unklar: [was sie ihm zum Lohn gaben] , / des danht er [das Jesuskind] in so schone, / sich negent uf die schemele. / des [l. des si ] under wilunt tremele [Stückchen, Reste? vgl. Anm.z.St.] / gabent im sunderlich, / die wan so tugentrich SHort 2219

MWB 1 1365,16; Bearbeiter: Schnell

dremelstange swF. dremel

MWB 1 1365,40;

drengen swV. 1 ‘jmdn./ sich/ etw. drücken, drängen (zu etw.)’
2 ‘jmdn. bedrücken, bedrängen’
   1 ‘jmdn./ sich/ etw. drücken, drängen (zu etw.)’ dô sach man Alexandern / den koph als ê den andern / in sînen buosem drengen RvEAlex 6479; Ottok 16483; daz har der trutellehten / man kund nie geflehten / noch so wol gedrengen / daz es úber spengen / móht ie dehain hant allaine SHort 7099; sô sie dich drengent zuo bekentnisse gotlîcher wârheit Eckh (Pf) 665,31; Tauler 384,17. da von solt sich nieman setzen / noch sich drengen an ein stat Teichn 306,5. – mit Ersparung d. Obj.: ir hort und secht / das man schreit und drengt Teichn 679,21; maniger stellt nach grozzem gŭt / in geitichait mit valschem mŭt, / [...] / er smaichet unde trenget Suchenw 21,108. ĭr wengel tzart gedrenget [ausgeformt] Suchenw 25,197    2 ‘jmdn. bedrücken, bedrängen’ vnd [sie] ensulnt in noch sine erben dvheinewiz vurbas drengen an deme vorgenanten guͦte UrkCorp (WMU) N80,11; StRObernb 364; were ouch das die selben [...] ieman trengen, bekriegen oder bekuͦmbern woͤlte StRColmar 96; drîerleie betrüepnisse ist, daz den menschen rüeret und drenget in disem ellende Eckh 5: 8,5

MWB 1 1365,41; Bearbeiter: Diehl

drengnisse stF. ‘Gedränge, Enge (im Kampf)’ drengnisse dâr wart getân / und ein jagen ûf Dêmantînes leit Demantin 9436

MWB 1 1366,1; Bearbeiter: Diehl

drëschære stM. ‘Drescher’ dô muͦstez [das Korn] ouch gedroschen sîn; / daz tâten dreschêre Kröllwitz 3047; ein dreschær nie sô gedrasch, / als von Trense der wîgant Ottok 16274; Pilgerf 2695; UrkCorp (WMU) 2481,24

MWB 1 1366,4; Bearbeiter: Diehl

drësche swM. ‘Drescher’ als dierne unde knehte oder hirte mit sîme stabe oder tresche mit sîme flegel PrBerth 1:90,13

MWB 1 1366,9; Bearbeiter: Diehl

drëschen stV. (IV) sw. Part. Prät. Ottok 31127. 1 ‘dreschen’
2 ‘heftig und anhaltend schlagen’
   1 ‘dreschen’ die söllen im danne helfen, dass er geschnidte vnd getrösche vor dem zil WeistGr 1,34 (a. 1347). – meist mit Akk.: Joseph hiez daz chorn dresken Gen 2121; vnd sol auch der zehende des kornes gedroschen werden in des maisters stadel UrkCorp (WMU) 899,1; als man die arweiz drischet uz halmen unde sloufet / die niht mit stro gemischet sint [...] also dreschent si den pfeffer danne JTit 6050,1; übertr.: sant Augustinus [...] hat uns die heiligen scrift gedrosken unde gemalen unde hat uns dar uͦz gemachet die vil lutern semelen Konr(Sch) 209,7. – mit Refl.-Pron. im Sinne eines Mediopassivs: waz sich mischet und unmischet / und waz sich uz der mische drischet Frl 1:17,2. 8:25,21    2 ‘heftig und anhaltend schlagen’ ein dreschær nie sô gedrasch, / als von Trense der wîgant Ottok 16274. – mit Akk. : die dreskent. muont mih die frowent sih ob ih geweget wirde [ qui tribulant me exultabunt si motus fuero ] PsWindb 12,5; der ungehuͤr flegel / het in so ser gedroschen / daz er vor unmaht loschen / muͦst als er wær tot WhvÖst 12169. des wurden fiures blicke / ûz helmen dâ gedroschen KvWTroj 32685. – mit präp. Erg. ûf: rehte als ein jegere / ob eines hasen legere / ûf den busch drischet / und der hase hin wischet StrDan 3647; ûf sîniu küneclîchiu lide / wirt alze vil gedroschen KvWTurn 969; gerne hieten si gedrescht / ûf die anzundære Ottok 31127. – subst.: ob ich laͤsterleich entrinn, / so chaͤm ich hin mit treschen wol Teichn 130,53

MWB 1 1366,12; Bearbeiter: Diehl

drëschunge stF. ‘das Dreschen’ übertr. zur Übers. von tribulatio ‘Mühsal’ dv hast di dresschvnge vf vnse rucke gelegit BrHoh 7; gib uns hilfe uone dere note dresckunge PsWindb 59,13. 21,12. 77,49

MWB 1 1366,43; Bearbeiter: Diehl

drëschzît stF. ‘Zeit zum Dreschen’ tritura: troͤßchezit VocClos Tr111

MWB 1 1366,47; Bearbeiter: Diehl

drî Num. Nom./Akk. neutr. driu, dru; Gen. drî(g)er, Dat. drin, drî(e)n (auch dron Lilie ), in zweisilbigen Formen mit zwischenvokalischem g, j (vgl. 2 5Mhd. Gr. § L 87ff., ausführl. zum Formbestand WMU 1,398f.). ‘drei’ 1 adjektivisch (überw. attr., auch präd.)
2 subst.
3 übertr. ‘eine geringe Anzahl, wenige’
4 phras. (?)
5 zur Bildung weiterer Num.
   1 adjektivisch (überw. attr., auch präd.): nu han ich vernomen das dry die besten sach an uch gebrestent Lanc 51,37; di dri snelle degene VMos 77,20; die stete alle drî hat der almahtige got vervloͮchet Spec 143,30; gip ime drige tage ze trinchinne Ipocr 144; dru des heiligin crucis ort / sint des giloubin dru wort SuTheol 166; daz er vunden werde in der drîer scare etelîcher Spec 98,31; spalde den wynstok [...] an eyme teyle drygir vynger rum Pelzb 132,4; ein got in drin persônen KLD:Kzl 2: 16,12; mit drein so herlichen sachen eroffent er sich an disem herlichen tag PrOberalt 30,10; bit disen dron seilen Lilie 32,17. in ~ ‘in drei Teile(n)’ (hierher oder schon zu endriu): der geslehte waren zvelfev / div teilten sich sa in driv VMos 45,4; wie mac sich ein gotheit in drú geteilen? Lucid 3,4; die cristen leiten sich / [...], / in drû geschart [in drei Abteilungen] uf den plân Kreuzf 6584. – wichtige Anzahl von Personen zur Durchführung von Rechtsgeschäften, bei rechtl. Fristen u.ä. (vgl. ausführlich DRW 2,1081ff. und 2HRG 1,1143f.): wirt ers uͦberseit mit drin unversprochenen mannen WüP 7e,11; werdin su iz ubirzugit mit drin urin naciburin Mühlh 108,19; daz der vogt driu vogtes dink in dem iare hat ze rihtenne StRAugsb 6,7; der sal die stat rumen in achte tagen zwene manden uz ze sine, bi drin milen nicht naher ze kuͦmene WüP 7b,11; daz ligent gut sol er in drivierzehen tagen [Sechswochenfrist] verkaufen StRNördl 9,16    2 subst.: mich rúwent ser mine dri / die ich verlos mit toppel da! RvEWh 9824; her Salomon, der spricht: / dri sint, die mir gefallen nicht Mügeln 209,2; ich [Maria] slief bi drin, / des wart ich fruchtig Frl 1:11,8. – mit part. Gen.: drî wâren der mûre VAlex 711; der himele sint drie Lucid 11,13    3 übertr. ‘eine geringe Anzahl, wenige’ zwai wort oder driu / wolt ich dir kunden, / ê iz di liute bevunden Kchr 12506; wan wo zwen oder drie gesammet werdent in minem namen da bin ich inmiten ir EvAug 43,10    4 phras. (?): er sprach nu sey dar das sey! / und gelte es halt drey! HvNstAp 10432; lieber, nv versuͦch ez noch ze dem dritten mol, wann aller luͤpp [ lüppe stFN. eigentl. ‘Zaubermittel’ u.ä.] schuͤllen drevͤ sein GestRom 152    5 zur Bildung weiterer Num.: mit uns er wantelote / driu unte drizzich jar VEzzo 242; an dem dryundzwenczigsten tag Lanc 254,2; die zalt man, sô ich sicher bin, / zaht hundert unde trîn VAlex 1448; [es] warn in den tale vierdehalb hundert ritter komen und dri Lanc 569,12. – Lit.: Meyer/Suntrup, Zahlenbed., Sp. 214-331; 2HRG 1,1143f.

MWB 1 1366,49; Bearbeiter: Diehl

drîancasîne Subst. → drianthasmê

MWB 1 1367,41;

drîangel stM. ‘Dreieck’ [wenn man ein Viereck durch eine Diagonale teilt, hat es] zwen dryangel [ triangulos ] , das sind zwo figur, der ysleiche drey ekg hat oder winkel KvMSel 538

MWB 1 1367,42; Bearbeiter: Diehl

drianthasmê stM. kostbare Stoffart (mit dreißig Gold- oder Purpurstreifen, vermutl. zu mlat. pallium triacontasimum; vgl. Nellmann, Parz. S. 766): er prüevete kostenlîche / ein tavelrunder rîche / ûz eime drîanthasmê [:ê ] Parz 775,5; hierher oder Adj. (?): diu zieche was ôsterîn, / diu ander driancasîne [:sarrazîne - La. triantasme ] En 9309

MWB 1 1367,46; Bearbeiter: Diehl

dribbendei Subst. ‘Anschlagen mehrerer Glocken nach einem best. Takt in regelmäßiger Folge’ (vgl. Rosenqvist 2,224): item de pulsacione drybbendey in eodem festo 17 s. StRechAachen 119,8 (a. 1338)

MWB 1 1367,53; Bearbeiter: Diehl

drî|benemede stF. ‘Dreiheit, Dreieinigkeit’ (vgl. drînemede ): ich gloube die heiligun tribinemmede an demo ungisceidenen einwesente BambGlB 135,27

MWB 1 1367,58; Bearbeiter: Diehl

drî|bort stN. ein kleiner Bootstyp: [am Zoll zahlt] ein nache, der ein stende rudil hat, i. colnisch; item ein dribort i. lichin penning UrkFrankf 2,278 (a. 1329)

MWB 1 1367,62; Bearbeiter: Diehl

drîboum stM. übertr. in Grenzbeschreibungen ‘gerade Linie, Luftlinie’ certis terminis limitari, ac directis lineis, quas tribom appellamus vulgariter, sic distingui UrkKulmBt 1,67 (a. 1285); dy wir gemeynlich dribom heysin ebd. (14. Jh.)

MWB 1 1368,1; Bearbeiter: Diehl

drîe F. ‘Dreizahl, Dreiheit’ got, dîner trinitâte, / [...] / der jehen wir: mit drîunge / diu drîe ist ein einunge Walth 3,4; den dritten uz der drie / [...] / gotes sun, der mitten saz TvKulm 1559; der tiuvel schuof daz würfelspil / dar umbe daz er sêlen vil dâ mit gewinnen wil:[...] / die drîen ûf die drîe namen, die er hât der süeze wære Crist RvZw 109,6; in der drie des todis, daz ist in den drin tagin noch deme tode Parad 31,23

MWB 1 1368,6; Bearbeiter: Diehl

drîecke Adj. ‘dreieckig’ chruͦge [Krokus] diu hât wîzin sâmen, er ist drîekke unde bezeichinet den uater unde den sun unde den hailigen gaist TrudHL 60,7; ain mantel och da mitte, / drú egge, nach der juden sitte WernhMl 6128; ez wâren spieze [...] / si wâren drîeck StrKarl 5093

MWB 1 1368,15; Bearbeiter: Diehl

drîeckeht Adj. ‘dreieckig’ tau ist ein drieckecht buchstab Brun 8692; die bluͦme hat ein hovet dat is drieckih: / da mide is bezeichent ein got de is driveldich Lilie 61,27; die egel hât ainen dreieckoten munt BdN 307,4 u.ö.; Pass III 251,52

MWB 1 1368,21; Bearbeiter: Diehl