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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dulten - dunken    


dulten swV. 1 intr. ‘dulden, leiden’
2 tr. (meist mit Akk.d.S.) ‘etw. (jmdn.) erdulden’
2.1 ‘etw. ertragen, erleiden’
2.2 ‘etw. auf sich nehmen, bewusst ertragen’
2.3 ‘etw. zulassen, geschehen lassen, hinnehmen’
2.4 ‘etw. als angenehm empfinden’ (oft gemach ~ )
2.5 mit Akk. und präp. Erg. ‘etw./jmdn. als etw. anerkennen’
   1 intr. ‘dulden, leiden’ daz der ze rehte dulten sol / der ê gerihte in hôher dol RvEBarl 10627; so wil ich üch es wissen lon, / wie ich doch dulde schwere GTroj 6265. – phras. ‘wer siegen will, muss dulden’ (vgl. TPMA 2,317): sus ein pôêta spricht: / [...] / swer dâ dult, der vint den sic; / wiltû gesigin, duldin pflic! NvJer 2248    2 tr. (meist mit Akk.d.S.) ‘etw. (jmdn.) erdulden’    2.1 ‘etw. ertragen, erleiden’ wir alle dulten den tot Hochz 871; von ir dulde ich ungemach, / manig ‘ach’ / füeget mir diu reine SM:WvT 3: 3,1; wann er das ryten nit kund gedulden Lanc 193,33; daz er darumbe fürbaz / Apollen und Machmeten haz / nimmer mêr gedulde / umb die selben schulde Ottok 49013. – mit Nebensatz: wan diu vil leider dulten sol, / swaz der lîp alhie getuot, / ez sî übel oder guot RvEBarl 14850; so sol der siechmaister dvlden vnd helffen, swaz den hof anget UrkCorp (WMU) 3583,37; nu duldet doch das es vor uch hange an uwerm sattelbogen Lanc 145,14. – mit Akk.d.P. ‘jmdn. dulden’ jst aber, daz der herre den [...] in dem land dvldet UrkCorp (WMU) 1312AB,26    2.2 ‘etw. auf sich nehmen, bewusst ertragen’ daz ichz von ir hân / und ich durch triuwe dulde daz. / so müezze mir niemer werden baz, / liezze si mich SM:Had 49: 2,5; daz ir mîn ungemach / sô wildiclichen duldet, / daz hân ich unverschuldet KvWSchwanr 921; ich bin bereit, / daz ich des kampfes arebeit / wil dulden unde lîden ebd. 699    2.3 ‘etw. zulassen, geschehen lassen, hinnehmen’ süntlîcher sin / begunde wahsen ouch an in. / des dulte gotes zorn niht mê RvEBarl 2069; unreht ich kûme dulde / und mac sîn niht gelîden KvWSchwanr 642; wer hete dannoch [gegen die Überzahl der Gegner] die kraft / erne dulte meisterschaft [ihren Sieg] ? Iw 4084; Wig 4160. – ‘das Recht anerkennen’ daz daz selb gvt dehein reht dulden sol wan vor der herren beider rat UrkCorp (WMU) 1411,8; swelich edel man vnsern burgern gelten sol, der sol daz reht dvlden vor vnserr stat sachwalt ebd. 2383,33    2.4 ‘etw. als angenehm empfinden’ (oft gemach ~ ): daz ich dulte alsolch gemach Parz 185,8; daz er des armen sêle sach / dulten êweclîch gemach: / dem was wol und im vil wê RvEBarl 3412; Vät 39524; Pass III 231,34; [sie] gabin des eine gelichnisse bi deme lawen suze daz duldet di zunge gerne SalArz 7,9    2.5 mit Akk. und präp. Erg. ‘etw./jmdn. als etw. anerkennen’ das man fúr guͦt oͮch dulde mich RvEWh 2163; des was in solher mâze vil / daz ich für guot ez dulden wil RvEGer 1142; si wolden fürbaz niht / sweren noch hulden, / noch ze herren dulden / die hêrschaft von Ôsterrîch Ottok 92296

MWB 1 1391,37; Bearbeiter: Diehl

dultunge stF. ‘duldsames Leiden’ den dultungen [ passionibus ] Cristis dur gedulti wir tailuankin BrZw Prolog

MWB 1 1392,27; Bearbeiter: Diehl

dulz Adj., Adv. ‘süß, angenehm’ (aus afrz. dolz, vgl. Suolahti 1,82): si gap mir an ir den pris, / daz ich waere ir dulz amis / mit dienste disen meien Tannh 3,16; von amure seit ich ir, / daz vergalt si dulze mir ebd. 3,86

MWB 1 1392,30; Bearbeiter: Diehl

dûme swM. ‘Daumen’ den vumften vinger nenne ich rume, / her heizet pollex der dume / der ist der kurste sunder schrei / und hat nicht denne gelede zwei Brun 3756; dâ was ein cleinez snuorlîn / [...]. / dâ hæte diu schœne în geslagen / ir dûmen von ir linken hant Tr 10939; swa man einen seckelsnider begrifet an der hantgetat [...] uber den sol man also rihten daz man im den gerehten dumen sol abeslahen StRAugsb 125,1; UrkCorp (WMU) 2302,42. – als Maßangabe (im Gen.): nym denne eynen stekken, eynis dumyn dicke Albrant 3,4; dar ob man sach dú braͤwelin / haben ainen under schaid, / sich, nach aines dumen brait SHort 7086. – sprichw. (vgl. TPMA 2,179f.): wil sich einer in dem hanfe [beim Spinnen] iht sûmen, / der bedarf zer rehten hant des tûmen SM:Go 1: 4,11; habet ouch den dumen in der hant! [macht eine Faust - i.S.v. ‘bewahrt die Herrschaftsrechte’, vgl. FrlWb S. 68] Frl 8:1,11. – als Bestandteil von Personennamen: Charel vnd Albreht, die Davmen UrkCorp (WMU) 1209,6,38

MWB 1 1392,35; Bearbeiter: Diehl

dûm|elle swF. Längenmaß (meist Distanz vom Ellbogengelenk bis zur Daumenspitze): pigmêi, diu sint zwaier daumellen lanch BdN 490,36; alle die wîle unde sich der man verwalten mac, daz er [...] ûf ein ors komen mac von einem steine oder von einem stocke einer dûmellen hôch sunder mannes helfe SpdtL 144,2; zwen baum stunden in India / [...] / hoch wol hundert duͦmen eln HvNstGZ 1824

MWB 1 1392,56; Bearbeiter: Diehl

dûm|ellenbreit Adj. ‘eine dûmelle breit’ an gezierde daz bette niht was betrogen, / mit lîsten rîch dûmellenbreit, / vil steine rîch darîn geleit ErnstD 2399

MWB 1 1393,1; Bearbeiter: Diehl

dûm|ellenlanc Adj. ‘eine dûmelle lang’ er maz des wurmes füeze, [...]: / die klâ vor dem riste wârn dûmellen lanc WolfdA 592,4

MWB 1 1393,4; Bearbeiter: Diehl

dûmen swV. 1 Part. Prät. als Alternative zu dûmelle
2 ‘mit Daumenschrauben foltern’
   1 Part. Prät. als Alternative zu dûmelle: zweier getúmder eln lanc RvEWchr 1505    2 ‘mit Daumenschrauben foltern’ dar uf fing man ir etwie vil und kesteget sü sere mit dümende ClosChr 127,15

MWB 1 1393,7; Bearbeiter: Diehl

dûmen|geleich stN. ‘Daumenglied’ were oͮch, das der burger wndot den selder [Häusler, Dörfler ohne Landbesitz] vnd dû wnde alse tief ist, das si gat an das erste tûmengelêch UrkCorp (WMU) 1295,14

MWB 1 1393,12; Bearbeiter: Diehl

dumme Subst. entstelltes domini in Verballhornungen der relig. Eingangsformel in nomine domini: in nomine domini [La. nomine dvmme ] , ich wil beginnen, sprechent âmen Walth 31,33; in nummer dummen amen, / wer hat diz gesehen mer, / daz eins kuneges dohter her / spinnet wollen umme lon? Elis 7070; in nummer dumme nâmen! du wirdest nimmer vehtens sat OrtnAW 418,4

MWB 1 1393,17; Bearbeiter: Diehl

dumpfe swM. Bed. unklar, verschiedene Vorschläge ‘Dampf des aus dem Körper strömenden Bluts’ (Pfeiffer, NvJer. S. 140); ‘Lebenshauch (anima)’ (Bech, NvJer., S. 95); ‘Atemnot’ (ebd. S. 95, vgl. auch Johansson, NvJer., S. 228f.): daz houbit lîz er ligin dâ / und lîf den andrin nâ / vaste mit dem strumpfe [Rumpf] . / zu jungist im der dumpfe / bestûnt mit alsulchir nôt, / daz er vîl dânidir tôt NvJer 11768

MWB 1 1393,25; Bearbeiter: Diehl

dumpfec Adj. ‘verschleimt’ daz cruͦt [Kresse] gesoten mit zigenmilch, oder der same, daz ist gut getrunken, swen di brust dumpfech ist Macer 44,12; heilsame trenke den, di dumfic warin, unde ouch den kichenden ebd. 52,5

MWB 1 1393,34; Bearbeiter: Diehl

dumpfen swV. Bed. unklar, wohl kaum ‘unterdrücken’ (Lexer 1,475), möglicherweise ‘rauchen’ übertr. ‘in Erregung geraten’ eine huben von zindale / truͦch er zallem male, / da er die oren under stach, / vnz sie der knecht eines sach, / der ime ze soumende phlach. / vnd alse der nicht verhelen mach, / vnde torste doch nicht ruͦge / daz sin herre truͦge / eines esels oren an, / der knecht dvmphen began, / solder die melde laze, / vnde gienc sine straze AlbvHalbB 49

MWB 1 1393,39; Bearbeiter: Diehl

dunc stM. ‘Vermutung, Meinung’ min dunck, min sin unde min muͦt / hat sine volge gesworn / unde iuch ze wunnen mir erkorn Ainune 146; in wane ein künig, nach dunke ein man Frl 11:10,11. 7:19,11; der iemer nâch dem wunsche schœnes wîbes solte vâren, / der kunde sî nach mînem dunke schœner niht gemachen SM:UvS 17: 1,9; Reinfr 1951; HlReg 81,29; Seuse 301,1

MWB 1 1393,49; Bearbeiter: Runow

duncnisse stF. ‘Meinung, Urteil’ die obersten krefte der sêle zückent ire duncnüsse ûzer dem wesenne der gnâden Eckh (Pf) 515,10

MWB 1 1393,57; Bearbeiter: Runow

dünec Adj. unklar (wohl zu donen, vgl. Anm.z.St.) ‘sehnsuchtsvoll, erregt’ kan dich die minne machen dünic, / die kiusche in reinen sinnen spünic Frl 5:25,13

MWB 1 1393,60; Bearbeiter: Runow

dünen swV. ‘donnern, ein Getöse machen’ oy wî dî wîfini clungin, / dâ dî marih cisamine sprungin! / [...] / derde diruntini [die Erde drunten] diuniti Anno 27,5; Widolt vnde Grimme / liefin in deme ringe / die riesin do tvnidin / daz die erde bibite Roth 5056; bediu brunne unde schilt, / daz wart allez enzwai gecilt. / si sluͦgen, daz ez tunte Wenzl 345

MWB 1 1394,1; Bearbeiter: Runow

dünke stF. ‘Vermutung’ diu frouwe / ersach, daz er der schœnste was. / alsus ez ir ir dünke maz, / er wær sô werder minne wert HvBer 1573

MWB 1 1394,9; Bearbeiter: Runow

dünkel- ‘eingebildet, Schein-’ erstes Glied von Adj.- und Subst.-Komposita (vgl. Bech, Marner, S. 387), vorwiegend in Texten aus dem md./nd. Übergangsgebiet (vgl. das nd. gut bezeugte dunkelgût, Schiller/Lübben 1,597, das auf analoge Bildungen eingewirkt haben könnte); im Einzelfall nicht sicher abzugrenzen vom Adj. tunkel

MWB 1 1394,12; Bearbeiter: Runow

dünkelbiderman (?) stM. ‘scheinheiliger, nur in seiner Einbildung vortrefflicher Mann’ (oder zu tunkel Adj.? Vgl. FrlWB 379): nu merke, tunkel biderman, / [...] / din erenhenne kret, so krotzelt din han Frl 8:25,1

MWB 1 1394,19; Bearbeiter: Runow

dünkel|êre stF. ‘eingebildetes Ansehen, Schein-ehre’ ir dunkelêre kan sie wol unde anders nieman prîsen Fegfeuer 1:14,3

MWB 1 1394,24; Bearbeiter: Runow

dünkelguot Adj. ‘eingebildet, sich selbst für guot haltend’ die varnden smeichen und machen mangen man zu dünkelguot Kelin 3:1,16; dunkelguͦt sollen wir niemer sin Mechth 7: 3,58. – subst.: ditz schribe ich den dunkelguden / den dullen und nicht den vruden [d.i. vruoten ] Brun 2847. – als Schimpfwort ‘Scheinheiliger, Heuchler’ her esel, her dunkelguot, her êrennîdinc Boppe 3:2,1

MWB 1 1394,27; Bearbeiter: Runow

dunkelîn stN. Dimin. zu dunc ‘kleinste Ahnung’, hier ‘Argwohn’ gelieben dunket lîhte, / die dicke und ie gedîhte / ein ander mugen gewesen bî, / daz eteswer dâ lieber sî / und nâher gênde dan si sîn, / und machent umbe ein dunkelîn / ein michel zornmære Tr 13054

MWB 1 1394,35; Bearbeiter: Runow

dünkelmeister stM. ‘eingebildeter meister, Pseudokünstler’ (vgl. Anm.z.St.): wes hêr dünkelmeister spilt, daz hât er gar verlorn. / swer mit lüge schallen wil, sêt, ûf den ist mir zorn! Fegfeuer 1:11,9

MWB 1 1394,41; Bearbeiter: Runow

dunken swV. neben den Präteritalformen dûhte, gedûht in Analogie zum Präs. auch dunkte (z.B. Mechth 4:12,38, UrkCorp 1295,44 ) und gedunkt (z.B. Eckh 5:116,23, KvWTroj 49352 ); vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 68, Anm. 1. In Anlehnung an den Prät.-Stamm ab dem 14. Jh. auch dûht, diuht (z.B. Teichn 681,95, StRColmar 91, UvLFrb 474 ) als sekundäre Präs.-Formen (vgl. Weinhold, Alem. Gr. § 375 b). 1 ‘dünken, scheinen, den Eindruck erwecken’
1.1 unpersönl. (mit oder ohne ëʒ als Scheinsubjekt)
1.1.1 ohne Bezugsperson
1.1.2 mit Akk.d.P.
1.1.3 mit Dat.d.P.
1.2 persönl.; Subj. ist der Bezugsgegenstand oder die Bezugsperson des Dünkens
1.2.1 ohne Akk.d.P.
1.2.2 mit Akk.d.P. (häufig mit präfigiertem ge- )
1.2.3 mit Dat.d.P.
1.3 phras.: jmdn. zît ‘meinen, es sei Zeit (für etw.)’
2 refl. ‘sich dünken, vorkommen’
3 Einzelnes
3.1 subst. ‘das Meinen, Glauben’
3.2 ‘jmdm. bewusst werden, klar werden’ (mit Akk.d.P. und explizierendem Satz)
3.3 ‘jmdn. wundern, (geistig) beschäftigen’
   1 ‘dünken, scheinen, den Eindruck erwecken’    1.1 unpersönl. (mit oder ohne ëʒ als Scheinsubjekt)    1.1.1 ohne Bezugsperson: ist aber ir [der Ehefrau] wirt da heime nicht, / so diucht ez ein groz ungeschicht, / ob si dheinen gast enphienge UvLFrb 474    1.1.2 mit Akk.d.P.: Brangæne, sprich, / waz rætestû, wie dunket dich? Tr 10526; ez hete si gedunket guot KvWTroj 49352; tumbe liute dunket und wænent, daz sie sterben und verderben Eckh 5: 56,1; das den rat dunchti, das er unschuldig were UrkCorp 1295,44; [ein Dieb zu dem erschrockenen Waldbruder:] nû swîc und lâ dich guot dunken! Waldbruder 211; Volmar 253. 307; Lanc 516,33; Seuse 253,11. – und mit Gen.: "wa bi dunket vch des?" / sprach her Vlixes Herb 12275; swen iht anders dunket an mir, / den dunke des! RvEWh 5231; Wig 5759; mich balde des gedûchte, / ich müezze mîn fröide lân SM:Had 16: 5,4; Wh 193,13. – und mit Subj.-Satz: an allen dißen dingen duncket mich nit das dißer ritter der yczunt von hinnen ging icht als volkomen sy als der sin sol Lanc 505,6. – und mit präp. Erg.: nu sag uns, wez dunchet dich umb ditz dinch dez wir dich nu vragen PrOberalt 170,10; vmme das dunkit mich, das das selbe moge sin an den quittin Pelzb 126,16    1.1.3 mit Dat.d.P.: do viel dú arme [die unwürdige Seele] har nider under die verhangenen und under die verworhten selen und dunkte ir alze guͦt Mechth 4: 12,38; vnde dunket deme sichen wi he win smecke in deme halse SalArz 43,4    1.2 persönl.; Subj. ist der Bezugsgegenstand oder die Bezugsperson des Dünkens    1.2.1 ohne Akk.d.P.: michels boumes schone / machet dicke hoene: / er dunchet [scheint] uzzen gruͦne, / so ist er innen duͦrre Rol 1964; swaz er getet, swaz er gesprach, / daz dûhte und was ouch alse guot Tr 3747; so man di hant fur daz glas habet dunket denne der harn bliuar SalArz 114,5; Macer 30,6; Volmar 541; KvWHerzm 557    1.2.2 mit Akk.d.P. (häufig mit präfigiertem ge-): sîu dúnchet míh ôuh êgilîch Will 106,17; swaz ainen duchte guͦt, / daz was ir aller muͦt Rol 3451; diu Kriemhilden mære nie gedûhten mich guot NibB 1518,4; do gedauchte den ellenden / so schone creature / war nicht ungehewre HvNstAp 6634; swie daz unser und des richs stat ze Kolmaren allerbest nützlichest dewchet ze sein StRColmar 91; nû hât gedunket etlîche liute und schînet gar gelouplich, daz bluome und kerne der sælicheit lige in bekantnisse Eckh 5: 116,23; Parz 315,24. 546,5; Tr 13684; RvEBarl 685. – und mit Gen.: im half mannes herze niet, / sint er dar ane geriet, / daz in des duchte, / daz ir varwe lvchte / gliche wol der svnnen Herb 11165; si slafent noch, er wecket si, des dunket mich Tannh 1,25. – mit präp. Erg./   Präp.-Adv.: swen dis an mir dunket guͦt, / das ist mir liep, ich han es muͦt RvEWh 5229. 5231; nu sagent mir, so uch gott helff, was duncket uch darumb guͦtt? Lanc 373,9    1.2.3 mit Dat.d.P.: síu dúnchet mír glîch dér aurorę: [...] unte dúnchet mír álso schône sô der mâno Will 106,7; Dietheriche duchte die rede got Roth 1455; noch süzer dan dem hering dünke wazzers glins Frl 3:18,7; BuchdKg 13,8    1.3 phras.: jmdn. zît ~ ‘meinen, es sei Zeit (für etw.)’ dô des den keiser dûhte zît, / er wolde scheiden den strît Eracl 1183. 1219; ûf den gedingen kom er dar / daz si im würde âne strît, / wan des dûhte in michel zît Wig 7330; daz er, sô in des dunket cît, wider zu deme vanen kêre StatDtOrd 117,8; Lanc 117,18; Seuse 110,31    2 refl. ‘sich dünken, vorkommen’ dicke dunk ich mich sô stæte / mînes willen Walth 113,37; des dûhte sich getiuret des künec Guntheres lîp NibB 396,4; die dunkent sich so spæhe SM:Go 3: 2,2; er daucht sich so rain, so chlug Teichn 681,95; PrOberalt 40,16; Eracl 3727    3 Einzelnes    3.1 subst. ‘das Meinen, Glauben’ nach dünken min Frl 5:34,2. 5:70,2; sô wirt ir benomen dunken unde wênen unde gelouben, wan si ist komen ze der wârheit Eckh (Pf) 242,30; ist ein soͤlicher mensche komen ze einem gantzen wissenne der warheite, ald blibet im noch dunken und wenen? Seuse 359,23    3.2 ‘jmdm. bewusst werden, klar werden’ (mit Akk.d.P. und explizierendem Satz): Paris besach die gewer, / vnde als er daz weste, / daz sie was so feste, / als in selben dochte, / daz er sie niht mochte / deheinen wis gwinnen Herb 2637    3.3 ‘jmdn. wundern, (geistig) beschäftigen’ mich dunket ouch, warumb ez sî SM:Had 49: 3,5

MWB 1 1394,46; Bearbeiter: Schnell