k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
krâl
stM.
aus tschech. král (Kranzmayer, Ottok. S. 61 und 94).
‘König (von Ungarn)’
wâ diu êr ie geschach / iwern ungerischen grâlen, / daz
[...]
Ottok
43303;
die Unger mit ir grâl ebd.
44535;
[die Ungarn] riten [...] /
geschoct [geschart] umb ir crâle ebd.
7983
MWB 3,2 530,48; Bearbeiter: Bohnert
krâm
stM. , krâme
swM.
Pl. stM. kræme, swM. kramen, kremen;
kran
Martina , PrGeorg (Sch) ; crome
UrkBresl , GTroj ; kroym
StRechAachen .
1
‘Zeltdecke, Bedachung eines Verkaufsstandes’
2
‘Verkaufsstand’ (s.a.
krâme
stF.) 3
‘Ware’
3.1 das zu Kaufende 3.2 das Gekaufte, auch ‘Geschenk’
1
‘Zeltdecke, Bedachung eines Verkaufsstandes’
der krâm was ein samît, / vierecke, hôch unde wît
Parz
563,1;
it. de velo consuendo & de virga ac de kroym, sub quo corpus Christi
portatur StRechAachen
146,29
2
‘Verkaufsstand’ (s.a. →
krâme
stF.):
[Gawan] vant den krâmære, / unt des krâm niht lære
Parz
562,24.
663,16;
dâ stuonden rîche kræme: / dâ gie der werde ritter în / und
koufte den gesellen sîn / kleinœte maniger slahte KvWTroj
19628.
19893;
do er den kram uf gesluc, / do wart ez vil und genuc / des er
drin leit und hiench Erz III
167,5;
Elis
339;
cymei unde kannelîn unde piretrum, diu vindestû veile in den
chrâmen Barth
134,9;
StRMünch
457,19;
wer ir innunge gewinnet der cremere, der sal einen cram gewinnen oder mieten
StRFreiberg
251,2;
hutten unde [...] cremen ebd.
63,16;
UrkBresl
115
(a. 1327)
3
‘Ware’
3.1
das zu Kaufende:
Johannes vur in Asyam / in ein kunicriche wit, / da er
in der selben zit / sinen cram uz breitte Pass I/II (HSW)
26493;
ich hân brâht dâ her mit mir / krâm, den lieze ich gerne
sehen / den junkherren RvEBarl
1463.
1554;
in deme schrine gehaltet man kran, der edil ist PrGeorg
(Sch)
21,129;
swer aber sein kram an dem halse treit. der gibt keinen zol
RbHohenlohe
29;
diu vordren tor in der gazzen bergeshalben, dâ man in den zwein vrîen
jârmärkten aller leie gewant unde krâmen veile hât StRMeran
428;
KvWTroj
19559;
Wh
279,21;
Tauler
419,21.
– bildl.:
er het der êren tiuren crâm / in sînes herzen arken
KvWTurn
324;
in siner heiligen predigat / strafter immer mere / mit vlize vollen
sere / die unseligen girekeit, / die mit valsche uf ir treit / allen
suntlichen kram Pass III
251,9;
da hat uns der meie sinen kram erloͮbet / ze suͦchen, /
waz wir siner varwe geruͦchen Marner (W)
3:1,8;
aller tugende cram Hiob
10790
3.2
das Gekaufte, auch ‘Geschenk’
nu hœret sprechen, / wâ mit erwarp Clinschor / den
rîchen krâm vor iwerm tor Parz
617,6;
von megtten und von wiben / ward im richer kröme gegeben
GTroj
2773.
15043;
div valsche miet vnd och der cran / tet in so sanfte vnd och so wol
Martina
29,70.
43,3;
er santim kúnigliche / vil presente riche / mit
manegim túren krame RvEWchr
28245.
14546;
KvWKlage
24,3;
UvZLanz
8495.
8479.
–
ze krâme:
diz cleit vil wunneclich gevar / daz sante si Jâsône
dar / und sîner friundinne. / ze krâme und z’einer minne / solt ez sîn
âmîe hân KvWTroj
11306;
in dir wuochs der lebende sâme, / der gelobt hern
Abrahâme / wart von gotte ze sælden krâme SM:EvS
1:
18,11
MWB 3,2 530,54; Bearbeiterin: Herbers
krâmære
stM.
crom-
GTroj , UrkBresl .
‘Kaufmann, Händler’
tabernarius : kramari SummHeinr
1:290,289;
institor: kramer VocOpt
22.001;
do was ein anderre kramer chomen; / der sluͦch ouch sine
chrame dar StrKD
54,24;
[Gawan] vant den krâmære, / unt des krâm niht lære
Parz
562,23.
564,18;
einem krâmer hêt er genomen / ein sîdîn gebinde, / daz gap er Gotelinde
Helmbr
1074;
da kam ein krämer, den ich höchlich preise Wartb (S)
25,3;
[...] ain cromere: / ainen sack vil schwere / hett er uff sin
pferitt gelaitt GTroj
6607;
EnikFb
1747;
Tougenhort
396;
SalMor
709,2;
alle die missehellunge, die die smide hetten wider die cremere, vmbe daz
sv́ sporen veile hattent UrkCorp (WMU)
2948,37.
721,26;
ein itslich cromer, der sal habin einin ganczin crom UrkBresl
115
(a. 1327);
die cremer haben ouch eine innunge StRFreiberg
250,17.
–
unter den kremeren, als Bez. für einen Ort:
an dem huse, das vnder den kremeren vor sant Andres kappelvn
[...] lit UrkCorp (WMU)
1774,19.
– als Bestandteil von Personennamen:
Cuͦnr̄ der kramer UrkCorp (WMU)
118,37;
Wernher Stamler der kremer, ein burger von Basil ebd.
1774,18
u.ö.
MWB 3,2 531,44; Bearbeiterin: Herbers
krâmærinne
stF.
cromerin
NüAchtb .
‘Händlerin’
ez hât der krâmærinne suon, /
[...] / bî der Swechent ûf geslagen / die allerrîchsten
krâm, / von der ich ie vernam Ottok
43046;
Margret di cromerin NüAchtb
51;
diz beschach ze Vriburg in der froͮwen hus von Herbotesheī der
kramerin UrkCorp (WMU)
100,23.
– als Flurname:
die wiesen, div da heizzet div kramerin UrkCorp (WMU)
1323,16.
N153,25.31
MWB 3,2 532,3; Bearbeiterin: Herbers
krâme
stF.
kreme
Martina .
‘Verkaufsstand’
1 eigentl. 2 übertr.
1
eigentl.:
des morgins als iz dagede / der spileman hauede / behangen
sine crame / mit gewete selzene Roth
3118;
Fruote hiez ûf swingen sîner krâme dach Kudr
324,1;
die krâme stuonden offen ebd.
442,4.
444,2;
ez hât der krâmærinne suon, /
[...] / bî der Swechent ûf geslagen / die allerrîchsten
krâm, / von der ich ie vernam Ottok
43049.
73092;
als der fur eine kreme gat / da man vil krames schowen lat / dez in wol
gelustet Martina
17,84;
StrKD
54,5;
Neidh
WL 9:2,5;
vnser erbe, daz wir heten von den frowen von Engelntal an der crame, da her
Rudiger der hantschuster, vnser vater, inne stvnt UrkCorp (WMU)
2923,41;
Albers chram, dev da leit an dem Hohenmarchte UrkWSchott
222
(a. 1340)
2
übertr.:
walt hât sîne krâme / gein dem meien ûf geslagen. / ich hœre sagen, /
vröude bernder sâme / der sî dâ veile Neidh
SL 9:3,1;
[Maria:] du wolkenduz, du mirrentrouf, / du bisme rîchiu
krâme, / du honeges fluz Sigeher
M 68.
– für einen Vorrat an etw. (vgl. FrlWB s.v.):
ich suche in sanges krame, vinde ich ein lob fin Frl
5:12,1.
5:114,1;
in der propheten kramen ebd.
2:11,3.
– übertr. auf die Waren eines Verkaufsstandes ‘Sache’(?) (s.
Anm.z.St.):
alsô Pilat ze tûn gedâcht / und richte nâch dem selben
wân / mit der schrift ein sulche krâm JvFrst
8770
MWB 3,2 532,12; Bearbeiterin: Herbers
kræmel
stN.
Dim. zu krâm stM.
‘gekaufte Ware, Geschenk’
[Richter,] die sich lazint valten
[beugen] / mit gabe vnd och mit kremil
Martina
47,93
MWB 3,2 532,39; Bearbeiterin: Herbers
krâmen
swV.
‘kaufen’
tr.:
ez ist ein so guotez guot, / des ich wünsche mir ze krâmen
SM:KvL
19: 3,6;
ich wil dir hie ze lône geben, / daz ich dich wîse ûf daz
leben [...]. / wildû der lêre râmen, / sô maht dû hie wol
krâmen / den unzerganclîchen gewin RvEBarl
11108.
6436.
– Part.Präs.:
dâ gie der werde ritter în / und koufte den gesellen sîn /
kleinœte maniger slahte. / [...] nû daz er krâmend
alsus gienc, / dô wart sîn kunft vermæret KvWTroj
19634
MWB 3,2 532,42; Bearbeiterin: Herbers
krâmerîe
stF.
auch cromerie, kremerie.
‘Handelsware’
markt aller krâmerî Ottok
72165;
cromery rich von gestaine / in claurem golde raine / gaben da
den clauren schin GTroj
15089;
mercimonia, quod kremerie dicitur WeistErf
107
(a. 1332);
chaufschacz von chramerei oder tuech StRBrünn
374;
brengit ein gast cromerie, die shal her vorkoufin
[...] in sinir herberge vnde nirgin andirswo an in dem
jarmarkte UrkSchles
3,96
(a. 1327);
StRFreiberg
250,23;
UrkBresl
115
(a. 1327);
StRAugsb
264,30
MWB 3,2 532,52; Bearbeiterin: Herbers
krâmermeister
stM.
‘Vorsteher der Krämerinnung’
ouch sollen dye wollinwebirmeystere, die beckinmeystere,
[...], dye kremirmeystere, [...]
alle vierteil iars ore gelt, daz sue von der stat wegin in nemen, den kemmerern brenge
vnd antwerte StRMühlh
161
MWB 3,2 532,63; Bearbeiterin: Herbers
krâmesîde
swF.
‘Seide’ (Rohseide? vgl. NeidhWB s.v.):
in der hûben ligent sî [die Locken] des nahtes mit
getwange / und sint in der mâze sam die krâmesîden val
[blond]
Neidh
WL 29:7,4
MWB 3,2 533,5; Bearbeiterin: Herbers
krâmgaden
stN.
‘Verkaufsraum’
instita: krangaden VocOpt
22.002
MWB 3,2 533,9; Bearbeiterin: Herbers
krâmgelœte
stN.
‘Gewichtsatz der Krämer, Handelsgewicht’
die chramer [...] suͤlen ie zwai
silbergloͤt fuͤr ein chramgloͤt geben StRMünch
188,8
MWB 3,2 533,11; Bearbeiterin: Herbers
krâmgewant
stN.
crom-
UrkBresl .
‘Kaufmannsware; gewebte Schnittware’
dar in trovh man golt rot / [...]
nuschen un̄ boge unde harbant / selzene cram gewant Roth
3095.
3078;
daz krâmgewant was tiure Parz
563,12.
616,16.
360,15;
ein chramer fur durch gewin / in eine stat; da braht er hin / von
golde solich chramgwant, / daz man niht bezzers envant StrKD
54,3.
54,85;
ein wagen mit kramgewande, der vf einen jarmarkt vert UrkCorp (WMU)
548A,29;
welch gast her in fürit sidin gewant, czindal, syde, baldekin, guldine bortin,
adir das dem glich ist, das do heisit cromgewant, der shal gebin von dem czenthener
czwei scoth, von dem pferde ein lot UrkBresl
112
(a. 1327);
StRAugsb
41,30;
StRPrag
9;
UrbBayJ
457.
–
~
veile vüeren/ haben:
sînen schilt er [Gawan] ûfez pfärt
pant. / si [Orgeluse] sprach "füert ir krâmgewant / in
mîme lande veile? [...]." Parz
531,12;
man sol chein chramgewant [...] vail
haben hie ze Munchen vor cheinem goteshause StRMünch
222,14.
458,2;
daz nimant kein cramgewant noch kramerie veile sal haben in Vriberg, he
gewinne alrest ir innunge mit drizik schillingen StRFreiberg
250,18
MWB 3,2 533,14; Bearbeiterin: Herbers
krâmic
Adj.
‘mit Handelsware, Dingen beschäftigt’(?) (s. Anm.z.St.):
er ist vil selten cramig / gewesen har by sinen tagen VirgH
348,10
MWB 3,2 533,37; Bearbeiterin: Herbers
krâmkorp
stM.
‘Warenkorb’ (eines Krämers):
den krame korp warff er in das graß SalMor
711,3.
710,1.
– personif.:
da sprach der ritter lobesam: / ‘nu wolte got, her krame korpp, / das dich
funde ein armer man.’ SalMor
712,4
MWB 3,2 533,40; Bearbeiterin: Herbers
kræmlach
stN.
‘Ware’
merx: kremlach VocOpt
22.003
MWB 3,2 533,45; Bearbeiterin: Herbers
kramme
swM.
s.a. →
krampf
stM.
‘Krampf’
ir orsen niht der kramme / het JTit
4548,2;
so du dich rensest [dehnst] vnde den
krammen hast. vnde di uinger geswellent [...] vnde dir di
speichel vz dem munde rinnet [...] so wizze daz tu eiter in dir
hast SalArz
73,24.
104,17;
uon der reusen [eine Krankheit] vn̄ dem chramen
Barth (H)
462
MWB 3,2 533,47; Bearbeiterin: Herbers
krampf
stM.
kranpf
Martina
18,93;
kramp
OvBaierl .
‘Krampf’
tenasmus: chramph, krampf VocOpt
43.080;
tetanus: cramph, krampf ebd.
43.081;
von grôzem zorn, von grôzem leide / kumt leme, krampf und gegihte beide
Renner
9930;
ich vluche der hant, / die dan der kramph ziut
[zusammenzieht]
Frl
6:8,16;
des grimmen tôdes krampf KvWEngelh
4054;
Martina
18,93;
[
nieswurz
] pringt dick tœtleich krämpf
BdN
400,20.
127,13
u.ö.;
de spasmo. de krampe dy kommet itswanne von deme dranke vnde is
gar totlych OvBaierl
27,1.
68,15;
Ipocr
261;
BenRez
41.
MWB 3,2 533,54; Bearbeiterin: Herbers
krâmschaft
stF.
‘Handelsware, Besitz’
uss rubin rottes mundes pflicht / sprach daz geertte fröwelin: /
‘kume ich ze Korntin, / da han ich des wol die craft / das man da haisset
kranschaft.’ GTroj
12820
MWB 3,2 534,1; Bearbeiterin: Herbers
krâmschaz
stM.
‘Handelsware’
ze glîcher wîse sô stêt ez umbe die gedenke der unkiusche, als der durch kræme
gêt, dâ vil kræme bî einander stênt und einer schœner ist danne der ander unde
ie in einem schœner krâmschatz ist danne in dem andern PrBerth
1:482,6
MWB 3,2 534,6; Bearbeiterin: Herbers
krâmschilt
stM.
‘Schild’ (für den Verkauf, s. Anm.z.St.):
er het einen kramschilt grüenen / durch di unkünde genomen UvZLanz
(K)
2872
MWB 3,2 534,12; Bearbeiterin: Herbers
krâmwât
stF.
‘Tuchware (für den Verkauf)’
[der krâmer
] kost und arbeit / ûf rîlich krâmwât
hête geleit Renner
16718
MWB 3,2 534,15; Bearbeiterin: Herbers
krâmwërc
stN.
‘Handelsware’
doch men es [Schwert] nüt für kromwerg siht, / es ist
guot unde rilich ParzRapp
766,15
MWB 3,2 534,18; Bearbeiterin: Herbers
krâmzol
stM.
‘Zoll für Handelsware’, hier bildl. für ‘Vergeltung’
uff dem stade by dem mer / behieltt daz wenig her / priss und
volle wirde. / [...] die da den faigen kröm zol / enpfiengen
mitt schande, / daz warend Siriande GTroj
15192
MWB 3,2 534,21; Bearbeiterin: Herbers
kranc
Adj.
ahd. nicht belegt; früheste Belege:
GenM
16,13;
infirmati: chranch PsM
26,2.
67,10.
1
‘schwach’
1.1 körperlich-physisch: ‘schwach, nicht kräftig, kraftlos,
gebrechlich’
1.1.1 von Menschen, ihren Körperteilen und -organen 1.1.1.1 allg. 1.1.1.2 von Körperteilen, -organen 1.1.1.3 subst. 1.1.2 von Tieren 1.2 geistig, seelisch 1.2.1 bezogen auf die geistige Fähigkeit/ Tätigkeit 1.2.2 bezogen auf Gemütszustand, Willen, Glauben usw. 1.3
‘schwach’ in allgemeinerem Sinn 1.4 litotisch bzw. als starker Negationsausdruck 1.4.1 ohne weitere Bestimmung; 1.4.2 mit Gen. 1.4.3
an etw. 2
‘schmal, schlank, zierlich’ (vgl.
krenke
stF.) 3
‘nicht fest, zerbrechlich’ , von Gegenständen und Materialien 4
‘schlecht’
4.1
‘mit Mängeln behaftet, schadhaft’ , von Schiff, Haus, Geschirr (eines Zugtieres) 4.2 moralisch, religiös 4.2.1
‘mangelhaft, ungenügend’ (?) 4.2.2
‘schlecht, böse, niedrig gesinnt’
4.2.3
‘sündhaft, vergänglich’
5
‘gering im Wert, armselig, dürftig’ ; 6
‘gering(fügig), klein, unbedeutend’ , bezogen auf den Grad, das Maß von etwas (Lohn, Einkünfte, Schuld usw.) 7
‘dem sozialen Stand nach niedrig’
8
‘krank’
1
‘schwach’
1.1
körperlich-physisch: ‘schwach, nicht kräftig, kraftlos,
gebrechlich’
1.1.1
von Menschen, ihren Körperteilen und -organen
1.1.1.1
allg.:
infirmati: chranch PsM
26,2.
67,10;
debilis: cranker Gl
3:384,64;
ahne [sic!] ganzlic di
kranchin siechen [
praeter omnino debiles
aegrotos
]
BrZw
39;
er was starc und si ze kranc Greg
393;
von klage wart si sô kranc, / daz si unmehtic viel dâ nider
Mai
106,30;
daz dâ von müede was mîn lîp, / kranc
[...] alsô ein wîp UvLFrd
269,20;
is abir daz also, daz die
[der] man also cranc is, daz min
[man] in biheldit
[...] undi inleizit un nicht clagi
Mühlh
101,9.
101,20;
mit Gen.:
ich bin [...] selher
burde ein teil ze krank SM:KvL
6: 2,3;
mit Dat., übertr.:
bluomen unde vogelsanc, der beider trôst ist
leider mînen fröiden alze kranc. / jâ verkêret mir ein wîp die besten
fröide mîn KLD: GvN
12: 1,4;
mit Präp.:
an dem libe was er chranc Rol
8877;
Loheng
4427;
das her was an creften cranc
RvEWchr
23487;
bistû ze cranc derzuo Tr
2836.
– infolge jungen oder hohen Alters: ‘schwach, jung, klein;
altersschwach’
hie ist och Gâwân [als
Kind]
[...] sô kranc daz er niht mac getuon /
rîterschaft enkeine Parz
66,16;
dîn kranker lîp ebd.
47,7;
den kranken fürsten GTroj
1347;
in sinen kranken jaren ebd.
2525;
so is di
frucht [Leibesfrucht] krank
OvBaierl
67,50;
ir vatir wart / gar ummehtic, von altir
chranch RvEWchr
3312.
16980.
31574;
dô Davit wart ein alter man, /
[...] daz er sô alt, sô kranc was, /
[...] daz sîn lîp was sô kranc getân, /
daz er zwô juncfroun muost hân / aller nehticlîchen, / die den künic
rîchen / wermeten EnikWchr
13141;
LBarl
1509
1.1.1.2
von Körperteilen, -organen:
der zeswe arm ist im ze kranc Parz
307,30;
sîn vestez herze liez er dâ / bî der mägde wol
getân; / ir krankez herze vuorte er dan Wig
4441.
– hierher oder zu 6:
daz sein [der
Ratte] vaizten gekocht nütz sei den kranken
glidern, diu daz paralis gekrenkt hât BdN
140,13;
der krankeu gelider hât von dem paralis
ebd.
397,29
1.1.1.3
subst.:
mit ûf geworfen swerten / die kranken strîtes
gerten Parz
181,16;
die starken, niht die kranken, / sich
uͦbten als zwai wisentier WhvÖst
8272;
wenn der krank geselle wirt / des starken,
[...] er betrüebe des kranken muot
Boner
77,31;
arme lute unde
cranke [
debiles
‘Gebrechliche, Krüppel’ Lc 14,21] unde blynde
unde lame EvBerl
105,26.
128,22
(Lc 14,13);
blinde und lame, sieche und kranke Eckh
1:339,2.
1:352,4
1.1.2
von Tieren:
daz [Schaf] kranc was
BrZw
27;
vor zorn er [Löwe] vf die
bvrc spranc, / mit kranken tieren [Ameisen] er do
ranc ReinFu
K,1258;
ir pfärit wâren [...] /
tôtmager und vil kranc Iw
4935;
Parz
144,24.
540,5;
Wig
9115;
wenne ireu gensel noch krank sint, sô hüet ain gans
allzeit BdN
168,32;
daz kranke rêch wart dâ sigehaft / wider des starken lewen kraft
LBarl
10633.
– mit Präp.:
daz [Pferd] was ze
kranc ûf einen strît Parz
529,26;
wenn ain mensch nâhent zuo des rephuons nest, sô
läuft diu si [das Weibchen] willicleich gegen
dem selben menschen und tuot als ob si
krank [gelähmt] sei an ainem fuoz oder an
ainem flügel, alsô daz man si zehant gevâhen müg BdN
215,22
(möglich auch zu 6)
1.2
geistig, seelisch
1.2.1
bezogen auf die geistige Fähigkeit/ Tätigkeit:
wan menslich sin bloͤde vnde kranc ist UrkCorp
(WMU)
715,2;
ich bin sô kranker sinne ZwBüchl
212;
ich hân dar ûf ze kranken sin, / daz ich verrihte ein
michel her / und ez ûf ellentrîche wer / mit mîme râte kêre
KvWTroj
18670;
durch die kranchin gîehvͤgide der lîvte UrkCorp
(WMU)
1262,11.
2104,20;
wenne menschlich nature krang ist ze allen zeiten vnd schiere
vergizzet ebd.
1400,10;
swenne uns kumet der gedanc, / sô ist ez von êrste kranc, / doch wirt
ez ie belangen [allmählich] starc
LBarl
7596;
menschlich lob ist
dir [Maria] ze krank SM:EvS
1: 2,12.
– mit Präp. bzw. Präp.-Adv.:
mîn sinne sint dâzuo ze kranc / [...] daz
ich sîn leben allez seite LvRegFr
2821;
wan ich ze kranc dar zuo bin EnikWchr
8
1.2.2
bezogen auf Gemütszustand, Willen, Glauben usw.:
sîn krankez leit wirt grœzlich / und wahset
drûz ein grôzer schade KvWTroj
17752;
sîn veterlicher vlîz unde mitelîdunge, dâmite er
[...] sal [...]
gesterken, die dâ crankes mûtes [kleinmütig, vgl. animis
impotentibus
] sîn unde mit trûrekeit zerbrochen
StatDtOrd
54,23;
da sie [die Minne] Malfern
sine sinne / mohte so gar betwingen / und von siner manheit bringen, / so
wizzet daz ein kranker man / der minne sich niht erwern kan
Rennew
29721;
tuot dir den tôt / sô süeziu nôt [d.h. die
Minne]
[...]: / wê! zwîvelære, /
sô bistu vil kranc UvLFrd
134,28;
der grôzen swære [Dat.?]
[...] ze kranc [dem großen Leid nicht
gewachsen]
ebd.
399,10;
der geist ist bereit, sundir daz fleisch ist crank
[
infirma Mt 26,41]
EvBerl
47,27.
56,16;
EvAug
68,3;
WernhMl
8553.
8691;
daz icht crank werde [
non
deficiat Lc 22,32] dyn geloube
EvBerl
61,14;
WernhMl
12060
1.3
‘schwach’ in allgemeinerem Sinn:
du [Maria] salt ouch sin der
cranken stab [
baculum imbecillium
] , / die
in ir noten schrien / an dich reinen Marien Pass I/II (HSW)
11320;
du [Gott] machest kranke liute starc
LBarl
10084;
wente de pulz is itwanne dez ersten krang vnde wert dar na
stark OvBaierl
58,4;
diu lant sint kreftec, ninder kranc. / sîme rîchtuom
glîchet niht / ân den bâruc, swâ mans giht Parz
328,10;
daz hâr grâwet von der kelten des hirns, wenne diu
nâtürleich hitz sô krank wirt, daz si des hirns kelten nicht mag gesenftigen
BdN
7,24;
[das Tier] hât auch ain haupt als ain krot und ain
kranch stimm ebd.
283,15.
– von Frauen, dem schwachen Geschlecht:
swie manhaft er doch wære / und swie unwandelbære
/ an lîbe unde an sinne, / doch meistert vrou Minne / daz im ein krankez wîp
/ verkêrte sinne unde lîp Iw
3255;
er gedâht an sîn manheit. /
[...] solt mîn bœser lîp / hie ligen als
ein kranc wîp? EnikWchr
15520;
in der selben zeit werdent die frawen swanger
kränkern geslähtes [mit einem Mädchen] , daz sint
dirnkindel BdN
183,10;
dich sol nichtt reuen verfarn guete und verfarn sach,
wann das ist aigenlich der krancken weib [
proprium
debilium mulierum
]
HvHürnh
23,3;
[vom Zusammenleben von Mann und Frau: ] daz
sterker schol dem kränkern vertragen [nachsehen] ,
sô schol daz kränker dem sterkern
entweichen [nachgeben]
BdN
126,12.
– von der Wehrhaftigkeit einer Festung:
vnder des / fragete im Vlixes / maniger hande mere, /
wa ir burc were / kranc oder stete Herb
8085.
1853;
ouch sî mit kraft gewinninde / vortilgtin al dî
vestin, / dî crankin zu den bestin, / dî in der cristnen handen / dâ wârn
NvJer
6260.
8784.
– von Naturerscheinungen:
daz vierd ist, daz der dunst oft sô kranch ist, daz
er daz ertreich niht geschüten [erschüttern] mag
BdN
113,15.
77,28;
daz alsô swindet unser ê / und als ein kranker rouch vergât
LBarl
14278;
also, wenne die sunne ze niderst in daz zaichen
tritte, so ist ir kraft und ir schein pei uns krank KvMSph
23,8.
51,4
1.4
litotisch bzw. als starker Negationsausdruck
1.4.1
ohne weitere Bestimmung;
attr.:
grôz liep und krankez leit Parz
270,26;
benimtz [
z = daz guot
]
dir tugent und vrîen muot, / sô stêt dîn herze in krankem lobe
Winsb
29,4;
wie kranken prîs ich des hân Parz
304,2;
dô zêch mich vrou Minne, / ich wære kranker
sinne [nicht recht bei Sinnen]
Iw
3012;
ich hete kranke sinne, / daz ich im niht minne gap
Parz
141,20.
109,8;
si heten beidiu kranken sin
[...] an bî ligender minne [dachten
nicht daran ]
ebd.
193,2;
kranker sin ebd.
338,28.
348,6;
Israhelis kint [...] tatin
ir kranche trúwe schin / und ahten kleine gotis kraft
RvEWchr
18983;
dô tet er kranker vorhte schîn [zeigte
gar keine Furcht]
Parz
759,13.
– präd. mit sîn, wërden, machen:
ze Rôme ist’s bâbstes êre kranc, / über fremediu lant gât
sîn getwanc Freid
151,25;
sô wær mîn trûren kranc und wolde in fröiden sîn
KLD: GvN
4: 5,6;
mîn vorhte was ze wâre kranc UvLFrd
26,5;
kranc was sîn vreise Parz
202,20;
des ist mir mîn fröide kranc, sol ich niht zer
linden / reigen KLD: GvN
50: 1,4;
dâ von [durch deine
Umarmung] mîn trûren wirdet kranc Parz
801,12;
mit dem trôste ich dicke trûren mir vertrîbe, / unde wirt mîn
ungemüete kranc Walth
110,8;
von des swertes klanc / wâren sîne witze worden
harte kranc [hatte er das Bewusstsein
verloren] , / daz sich der degen küene des lebens niht
versan NibB
2047,2;
din kuͤschez hertz, din stæter
muͦt / hat miniu lait gemachet krank WhvÖst
2099;
daz machet unser truren cranc
[vernichtete unser Trauern]
KvWGS
968;
sy nahent manigem [l. machent
manigen
] leib krangk [bringen
viele zu Tode]
HvNstAp
3003
1.4.2
mit Gen.:
ich tumber, ich sinnes kranc UvLFrd
383,9;
ich fröuden kranke [ganz ohne Freude]
Tit
115,3;
JTit
1112,1;
der ie was zageheite kranc / unt gein dem wâren ellen
starc Parz
584,10;
du bist starker helfe kranc Rennew
1595;
der walt und ouch diu linde / diu sint nu beide ir
grüenen loubes aber worden kranc KLD: GvN
15: 1,6
1.4.3
an etw.:
cranc [...] an dem
gelouben [ungläubig]
KvWGS
1084;
ieman, der also krank an
gvͦte [mittellos] were UrkCorp
(WMU)
N613,8;
an allen tugenden sind sy kranck
HvNstAp
2983;
ich [...] an fröuden diu kranke
Tit
67,2;
JTit
1162,1;
KvWEngelh
2173;
SM:KvL
9: 4,6;
dâ von wart ich beide / vröiden rîch und an trûren
kranc MF:Mor
23: 1,4;
an den witzen kranc
[unverständig]
Parz
463,3
2
‘schmal, schlank, zierlich’ (vgl. →
krenke
stF.):
juncfrowen dâ mitten kranc Parz
423,18;
mir getrounde ein troun [...] / wie ein rôseboun hôch
unde swanc [Hs. kranc
] / mit zwein esten
blüenden umbevienge mich KLD: Dürner
3,3;
vil wol gestalt und harte kranc / was er mit schœnem
lîbe klâr RvEAlex
1308;
ze rehte grôz, ze rehte smal / was er gewahsen unde lanc, / minneclich, ze
rehte kranc RvEGer
3742;
RvEWh
12584;
sîn houpt ze grôz noch ze kranc LvRegFr
3175;
sîn [des Pferdes] houbet was rehte kranc
Flore (P)
2758
3
‘nicht fest, zerbrechlich’, von Gegenständen und Materialien:
ein kranker zügel unlange wert / ern breste von zügen lîhte
enzwei Wig
8444;
[die Eiche zum Schilfrohr:] mich wundert,
[...] / daz du sô stolz und alse vîn, / noch stâst, und
doch vil krenker bist / denn ich Boner
83,23;
das herze ist kranc alse das gelasevas: der dar in
gúzzet fv́rin trank, so mvͦz es krachen oder zerspringen
DvAStaff
272;
hüet sîn [des Harnglases]
[...] vor val, / daz ez iht zerbreste, / wan ez ist kranc
und niht veste EnikWchr
14918;
der irdîn [Topf] sprach: / ich bin ze krank
Boner
77,21
4
‘schlecht’
4.1
‘mit Mängeln behaftet, schadhaft’, von Schiff, Haus, Geschirr (eines
Zugtieres):
ein schifman mac ein krankez schif schiere überladen MF:
Sperv
2:4,2;
daz [Haus] vorne wol gezieret
ist / gegen der lute zuganc / und doch hinden ist so cranc, / daz diebe druz
mugen tragen, / swaz in drinne wil behagen Vät
2338;
ob ain burger hat ain altes haus, daz cranc were, daz niht mohte
ziegeldach getragen NüP
174;
ob seyn geschirre ze krank ist, daz er
[Fuhrmann] den weyn verschutet ebd.
63
4.2
moralisch, religiös
4.2.1
‘mangelhaft, ungenügend’ (?):
nu wizze [...], / daz ieglich gerichte ist
kranc, / swaz der mensche richten pflit, / der sich selben ubergit
[ sich als Schuldigen kund gibt] / und nicht
gerichtes im wil geben Pass III
673,44;
wenne daz gebet vil cranc ist âne des hercen
mitedenken StatDtOrd
35,31
4.2.2
‘schlecht, böse, niedrig gesinnt’
an alle chranche liste [ohne Arglist]
UrkCorp (WMU)
N439,40;
do si [die habgierigen
Richter] so kranchis muͦtis / das lút irsah
RvEWchr
22594
(vgl. I Sm 8,3);
Erz III
36,133;
EnikWchr
A II,829;
nideriu minne heizet, diu sô swachet, / daz der lîp nâch kranker liebe
ringet Walth
47,6;
diu ist so düchtig und so fîn, / daz ich durch sî wil
lân / die kranken minne [Liebe zu einer
Unwürdigen] sîn SM:Wi
9: 18,5;
unser zweier [Mariens und Josephs] ê was
reine. / ouch gewunne, du herr, nie muot / gegen mir: ich wol behuot / was
von dir daz dîn gedanc / ûf mich, hêrre, wart nie kranc
Philipp
5635.
– von Personen:
mangem man / der des muotes ist ze kranc [zu niedrige
Gesinnung hat]
KLD: WvMezze
10:1,8;
do was daz kint also kranc, / daz ez der vazze einez stal
Pass III
227,18;
ob iuch daz kranc mache [eure Ehre
beflecke]
Ottok
626.
– subst.:
sô sint die muotes kranken [die
niedrig Gesinnten] / gîtes unde hazzes vol
Parz
675,24
4.2.3
‘sündhaft, vergänglich’
swenne sich der mensche irkennet, daz sin nature so rehte kranch ist
PrGeorg (Sch)
25,51;
PrGeorg
63,12;
der uns hât geben diz kranke leben, / der mac uns êwige fröude geben
Renner
Beyer 75(Bd. 3,317).
23208.
Beyer 61(Bd. 3,317);
in der wüesten diser kranken werlt BdN
162,2.
240,3;
pei dem weien verstên ich den sünder, der ist küen
zuo allen kranken werken, daz sint die wolglüst diser werlt ebd.
204,28
5
‘gering im Wert, armselig, dürftig’;
von Kleidung, Stoffen:
daz man kranker armer wât / des tages dâ hete lîhten rât
Parz
394,25;
die cranchú cleider RvEWchr
23561;
in kranker wæte KvWTroj
1672;
daz gewant [...] wær kranc
oder guot genuoc EnikWchr
A II,606;
wie wol man sich gekleidet hât / mit golde, mit sîden
[...], / und wonet dâ niht triuwen bî, so ist ez
doch ze hove ein krank geræte / gegen einem werden, biderben man SM:
JvR
1: 1,6;
mit kranken tuͦchen Rumelant (K)
2:8,8.
– von Metall, Seil, Hütte:
swer in den kranken messinc / verwurket edeln rubîn
Parz
3,16;
er hiez umb ietwedern schrîn / ein krankez seil hærîn /
binden RvEBarl
1850;
die macheten in selbin sa / von gerten kranchú
hútelin / mit rore bedaht RvEWchr
20012.
– von Speisen:
dô in der vischære / die kranken spîse ezzen sach Greg
2899.
2904;
siechtuom, armuot, spîse kranc / diu machent kurze wîle lanc
Freid
124,21;
bî den [Mönchen] was er manigen tac / daz er vil
kranker spîse phlac LvRegFr
920;
Rennew
15630;
Boner
90,8;
swen brôt von weize dunket kranc, / der mache bezzerz und hab danc
Freid
132,10;
krankiu wirtschaft Parz
200,2.
– übertr.:
diu driu jâr wurden dô kranc [schlecht an
Ertrag]
EnikWchr
5769.
6085;
swaz ich vröiden ie gewan, / daz ist wider dise liebe ein kranke stunde
MF:Eist
6:3,4;
sanc ist âne vreude kranc MF:Mor
2: 3,4
6
‘gering(fügig), klein, unbedeutend’, bezogen auf den Grad, das Maß von
etwas (Lohn, Einkünfte, Schuld usw.):
dar ich hân gedienet, dâ ist mîn lôn vil kranc MF:Joh
4:1,4;
RvEWchr
6515;
Minneb
4653.
5299;
ir werden man, ir reiniu wîp, / niht ensît durch kranke miete veile
Walth
81,17;
[Kain] sluoc Abeln umb krankez guot Parz
464,17;
were aber, das das gelt von deme brvͤiele [=
brüel
] crenker wurde, den brest sol man gliche abeslahen UrkCorp
(WMU)
N103,29;
manger hât sîn wîp geslagen / umb ir
krenker [Komp.] schulde Parz
135,27;
dâ hân ich mînes herren gruoz / umb eine kranke schulde /
verlorn und sîne hulde RvEBarl
647;
wande er [Adam] mit chranchen sachen daz wip wolde
schuldich machen GenM
16,13;
ich enhân von kranken sachen / dise rede niht gemachet LBarl
1722
7
‘dem sozialen Stand nach niedrig’
do funden sie niht wen wibes namen / vnde arme gesindelehe, /
vnfletic vnde vnwehe, / von krankem geslechte / vnde bosen kvchenknechte
Herb
1579;
din kranker knecht [
servus tuus David
zu Saul, I Sam 17,34]
RvEWchr
24161;
ir hapt Jorobaalis kint / irslagin und iuh ze kúnege
irchorn / Abimalech, der geborn / von sinir chranchin
dirnin [
filium ancillae eius Idc 9,18]
ist ebd.
19102
8
‘krank’
do daz kint vil kranchez lac Albert
90;
sie tuont gesunt der dâ was kranc LBarl
13569;
wert auer eyn mensche van vallende eder slegen in deme houede
crank OvBaierl
81,16;
si ist leider worden kranc / und lit vor ungemache siech
SchülerA
A332;
wenn daz tier krank ist, sô gêt ez in ain süez wazzer und
trinkt etswie lang dar auz, und sô ez gesunt wirt, sô gêt ez wider in daz gesalzen
wazzer BdN
242,2;
ez sint etleich warm prunnen, die hailent die kranken augen
ebd.
483,4;
herre derbarme dich meinem svn, wan er ist chrank zv niven
monen [vgl. lunaticus Mt 17,14] von dem
bösen geist EvAug
40,17.
–
‘liebeskrank’
diu kan so suͤze blicken, / und der blik kan
bestricken / ein vestes hertze daz ez wirt krang Rennew
24779;
ach reine süeze Minne, / du gibest verborgene sinne / mangem kranken
herzen, / daz von der liebe smerzen / im erdenket solichen funt, / der im sus
selden würde kunt SchülerA
B469;
wer nuͤ ist von mynne krank /
[...], / kunde der einen syropel vinden, /
[...] er trunk sin ein trunk durch not, / daz im
dez suͤchen wurde rot [= rât
]
Minneb
5463.
– nicht eindeutig, ob hierher oder zu 1.1.1:
vnde daz vch daz eitter
[Gift] niht kranc / mache mit deme fuere. / nv ist die
arzedige tuere, / die dar zv wesen sol Herb
1008
(vgl. Benoit, Troie 1676: feu … qui a ton cors face
noisance);
daz [Öl aus Lorbeeren] ist
guot den kranken glidern, diu dâ âdersuht habent, die dâ haizent ze latein
artetica BdN
327,28;
Platearius spricht, daz cinamomum
[...] von seiner hitz den magen kreftigt, der krank
ist von kelten ebd.
362,2;
sô kreftigt er [der Edelstein]
diu kranken augen ebd.
201,3;
krankiu liute:
ebd.
363,28.
320,26
MWB 3,2 534,26; Bearbeiter: Tao |