Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   krâl - kranc    


krâl stM. aus tschech. král (Kranzmayer, Ottok. S. 61 und 94). ‘König (von Ungarn)’ wâ diu êr ie geschach / iwern ungerischen grâlen, / daz [...] Ottok 43303; die Unger mit ir grâl ebd. 44535; [die Ungarn] riten [...] / geschoct [geschart] umb ir crâle ebd. 7983

MWB 3,2 530,48; Bearbeiter: Bohnert

krâm stM. , krâme swM. Pl. stM. kræme, swM. kramen, kremen; kran Martina , PrGeorg (Sch) ; crome UrkBresl , GTroj ; kroym StRechAachen . 1 ‘Zeltdecke, Bedachung eines Verkaufsstandes’
2 ‘Verkaufsstand’ (s.a. krâme stF.)
3 ‘Ware’
3.1 das zu Kaufende
3.2 das Gekaufte, auch ‘Geschenk’
   1 ‘Zeltdecke, Bedachung eines Verkaufsstandes’ der krâm was ein samît, / vierecke, hôch unde wît Parz 563,1; it. de velo consuendo & de virga ac de kroym, sub quo corpus Christi portatur StRechAachen 146,29    2 ‘Verkaufsstand’ (s.a. → krâme stF.): [Gawan] vant den krâmære, / unt des krâm niht lære Parz 562,24. 663,16; dâ stuonden rîche kræme: / dâ gie der werde ritter în / und koufte den gesellen sîn / kleinœte maniger slahte KvWTroj 19628. 19893; do er den kram uf gesluc, / do wart ez vil und genuc / des er drin leit und hiench Erz III 167,5; Elis 339; cymei unde kannelîn unde piretrum, diu vindestû veile in den chrâmen Barth 134,9; StRMünch 457,19; wer ir innunge gewinnet der cremere, der sal einen cram gewinnen oder mieten StRFreiberg 251,2; hutten unde [...] cremen ebd. 63,16; UrkBresl 115 (a. 1327)    3 ‘Ware’    3.1 das zu Kaufende: Johannes vur in Asyam / in ein kunicriche wit, / da er in der selben zit / sinen cram uz breitte Pass I/II (HSW) 26493; ich hân brâht dâ her mit mir / krâm, den lieze ich gerne sehen / den junkherren RvEBarl 1463. 1554; in deme schrine gehaltet man kran, der edil ist PrGeorg (Sch) 21,129; swer aber sein kram an dem halse treit. der gibt keinen zol RbHohenlohe 29; diu vordren tor in der gazzen bergeshalben, dâ man in den zwein vrîen jârmärkten aller leie gewant unde krâmen veile hât StRMeran 428; KvWTroj 19559; Wh 279,21; Tauler 419,21. – bildl.: er het der êren tiuren crâm / in sînes herzen arken KvWTurn 324; in siner heiligen predigat / strafter immer mere / mit vlize vollen sere / die unseligen girekeit, / die mit valsche uf ir treit / allen suntlichen kram Pass III 251,9; da hat uns der meie sinen kram erloͮbet / ze suͦchen, / waz wir siner varwe geruͦchen Marner (W) 3:1,8; aller tugende cram Hiob 10790    3.2 das Gekaufte, auch ‘Geschenk’ nu hœret sprechen, / wâ mit erwarp Clinschor / den rîchen krâm vor iwerm tor Parz 617,6; von megtten und von wiben / ward im richer kröme gegeben GTroj 2773. 15043; div valsche miet vnd och der cran / tet in so sanfte vnd och so wol Martina 29,70. 43,3; er santim kúnigliche / vil presente riche / mit manegim túren krame RvEWchr 28245. 14546; KvWKlage 24,3; UvZLanz 8495. 8479. ze krâme: diz cleit vil wunneclich gevar / daz sante si Jâsône dar / und sîner friundinne. / ze krâme und z’einer minne / solt ez sîn âmîe hân KvWTroj 11306; in dir wuochs der lebende sâme, / der gelobt hern Abrahâme / wart von gotte ze sælden krâme SM:EvS 1: 18,11

MWB 3,2 530,54; Bearbeiterin: Herbers

krâmære stM. crom- GTroj , UrkBresl . ‘Kaufmann, Händler’ tabernarius : kramari SummHeinr 1:290,289; institor: kramer VocOpt 22.001; do was ein anderre kramer chomen; / der sluͦch ouch sine chrame dar StrKD 54,24; [Gawan] vant den krâmære, / unt des krâm niht lære Parz 562,23. 564,18; einem krâmer hêt er genomen / ein sîdîn gebinde, / daz gap er Gotelinde Helmbr 1074; da kam ein krämer, den ich höchlich preise Wartb (S) 25,3; [...] ain cromere: / ainen sack vil schwere / hett er uff sin pferitt gelaitt GTroj 6607; EnikFb 1747; Tougenhort 396; SalMor 709,2; alle die missehellunge, die die smide hetten wider die cremere, vmbe daz sv́ sporen veile hattent UrkCorp (WMU) 2948,37. 721,26; ein itslich cromer, der sal habin einin ganczin crom UrkBresl 115 (a. 1327); die cremer haben ouch eine innunge StRFreiberg 250,17. unter den kremeren, als Bez. für einen Ort: an dem huse, das vnder den kremeren vor sant Andres kappelvn [...] lit UrkCorp (WMU) 1774,19. – als Bestandteil von Personennamen: Cuͦnr̄ der kramer UrkCorp (WMU) 118,37; Wernher Stamler der kremer, ein burger von Basil ebd. 1774,18 u.ö.

MWB 3,2 531,44; Bearbeiterin: Herbers

krâmærinne stF. cromerin NüAchtb . ‘Händlerin’ ez hât der krâmærinne suon, / [...] / bî der Swechent ûf geslagen / die allerrîchsten krâm, / von der ich ie vernam Ottok 43046; Margret di cromerin NüAchtb 51; diz beschach ze Vriburg in der froͮwen hus von Herbotesheī der kramerin UrkCorp (WMU) 100,23. – als Flurname: die wiesen, div da heizzet div kramerin UrkCorp (WMU) 1323,16. N153,25.31

MWB 3,2 532,3; Bearbeiterin: Herbers

krâme stF. kreme Martina . ‘Verkaufsstand’ 1 eigentl.
2 übertr.
   1 eigentl.: des morgins als iz dagede / der spileman hauede / behangen sine crame / mit gewete selzene Roth 3118; Fruote hiez ûf swingen sîner krâme dach Kudr 324,1; die krâme stuonden offen ebd. 442,4. 444,2; ez hât der krâmærinne suon, / [...] / bî der Swechent ûf geslagen / die allerrîchsten krâm, / von der ich ie vernam Ottok 43049. 73092; als der fur eine kreme gat / da man vil krames schowen lat / dez in wol gelustet Martina 17,84; StrKD 54,5; Neidh WL 9:2,5; vnser erbe, daz wir heten von den frowen von Engelntal an der crame, da her Rudiger der hantschuster, vnser vater, inne stvnt UrkCorp (WMU) 2923,41; Albers chram, dev da leit an dem Hohenmarchte UrkWSchott 222 (a. 1340)    2 übertr.: walt hât sîne krâme / gein dem meien ûf geslagen. / ich hœre sagen, / vröude bernder sâme / der sî dâ veile Neidh SL 9:3,1; [Maria:] du wolkenduz, du mirrentrouf, / du bisme rîchiu krâme, / du honeges fluz Sigeher M 68. – für einen Vorrat an etw. (vgl. FrlWB s.v.): ich suche in sanges krame, vinde ich ein lob fin Frl 5:12,1. 5:114,1; in der propheten kramen ebd. 2:11,3. – übertr. auf die Waren eines Verkaufsstandes ‘Sache’(?) (s. Anm.z.St.): alsô Pilat ze tûn gedâcht / und richte nâch dem selben wân / mit der schrift ein sulche krâm JvFrst 8770

MWB 3,2 532,12; Bearbeiterin: Herbers

kræmel stN. Dim. zu krâm stM. ‘gekaufte Ware, Geschenk’ [Richter,] die sich lazint valten [beugen] / mit gabe vnd och mit kremil Martina 47,93

MWB 3,2 532,39; Bearbeiterin: Herbers

krâmen swV. ‘kaufen’ tr.: ez ist ein so guotez guot, / des ich wünsche mir ze krâmen SM:KvL 19: 3,6; ich wil dir hie ze lône geben, / daz ich dich wîse ûf daz leben [...]. / wildû der lêre râmen, / sô maht dû hie wol krâmen / den unzerganclîchen gewin RvEBarl 11108. 6436. – Part.Präs.: dâ gie der werde ritter în / und koufte den gesellen sîn / kleinœte maniger slahte. / [...] nû daz er krâmend alsus gienc, / dô wart sîn kunft vermæret KvWTroj 19634

MWB 3,2 532,42; Bearbeiterin: Herbers

krâmerîe stF. auch cromerie, kremerie. ‘Handelsware’ markt aller krâmerî Ottok 72165; cromery rich von gestaine / in claurem golde raine / gaben da den clauren schin GTroj 15089; mercimonia, quod kremerie dicitur WeistErf 107 (a. 1332); chaufschacz von chramerei oder tuech StRBrünn 374; brengit ein gast cromerie, die shal her vorkoufin [...] in sinir herberge vnde nirgin andirswo an in dem jarmarkte UrkSchles 3,96 (a. 1327); StRFreiberg 250,23; UrkBresl 115 (a. 1327); StRAugsb 264,30

MWB 3,2 532,52; Bearbeiterin: Herbers

krâmermeister stM. ‘Vorsteher der Krämerinnung’ ouch sollen dye wollinwebirmeystere, die beckinmeystere, [...], dye kremirmeystere, [...] alle vierteil iars ore gelt, daz sue von der stat wegin in nemen, den kemmerern brenge vnd antwerte StRMühlh 161

MWB 3,2 532,63; Bearbeiterin: Herbers

krâmesîde swF. ‘Seide’ (Rohseide? vgl. NeidhWB s.v.): in der hûben ligent sî [die Locken] des nahtes mit getwange / und sint in der mâze sam die krâmesîden val [blond] Neidh WL 29:7,4

MWB 3,2 533,5; Bearbeiterin: Herbers

krâmgaden stN. ‘Verkaufsraum’ instita: krangaden VocOpt 22.002

MWB 3,2 533,9; Bearbeiterin: Herbers

krâmgelœte stN. ‘Gewichtsatz der Krämer, Handelsgewicht’ die chramer [...] suͤlen ie zwai silbergloͤt fuͤr ein chramgloͤt geben StRMünch 188,8

MWB 3,2 533,11; Bearbeiterin: Herbers

krâmgewant stN. crom- UrkBresl . ‘Kaufmannsware; gewebte Schnittware’ dar in trovh man golt rot / [...] nuschen un̄ boge unde harbant / selzene cram gewant Roth 3095. 3078; daz krâmgewant was tiure Parz 563,12. 616,16. 360,15; ein chramer fur durch gewin / in eine stat; da braht er hin / von golde solich chramgwant, / daz man niht bezzers envant StrKD 54,3. 54,85; ein wagen mit kramgewande, der vf einen jarmarkt vert UrkCorp (WMU) 548A,29; welch gast her in fürit sidin gewant, czindal, syde, baldekin, guldine bortin, adir das dem glich ist, das do heisit cromgewant, der shal gebin von dem czenthener czwei scoth, von dem pferde ein lot UrkBresl 112 (a. 1327); StRAugsb 41,30; StRPrag 9; UrbBayJ 457. – ~ veile vüeren/  haben: sînen schilt er [Gawan] ûfez pfärt pant. / si [Orgeluse] sprach "füert ir krâmgewant / in mîme lande veile? [...]." Parz 531,12; man sol chein chramgewant [...] vail haben hie ze Munchen vor cheinem goteshause StRMünch 222,14. 458,2; daz nimant kein cramgewant noch kramerie veile sal haben in Vriberg, he gewinne alrest ir innunge mit drizik schillingen StRFreiberg 250,18

MWB 3,2 533,14; Bearbeiterin: Herbers

krâmic Adj. ‘mit Handelsware, Dingen beschäftigt’(?) (s. Anm.z.St.): er ist vil selten cramig / gewesen har by sinen tagen VirgH 348,10

MWB 3,2 533,37; Bearbeiterin: Herbers

krâmkorp stM. ‘Warenkorb’ (eines Krämers): den krame korp warff er in das graß SalMor 711,3. 710,1. – personif.: da sprach der ritter lobesam: / ‘nu wolte got, her krame korpp, / das dich funde ein armer man.’ SalMor 712,4

MWB 3,2 533,40; Bearbeiterin: Herbers

kræmlach stN. ‘Ware’ merx: kremlach VocOpt 22.003

MWB 3,2 533,45; Bearbeiterin: Herbers

kramme swM. s.a. → krampf stM. ‘Krampf’ ir orsen niht der kramme / het JTit 4548,2; so du dich rensest [dehnst] vnde den krammen hast. vnde di uinger geswellent [...] vnde dir di speichel vz dem munde rinnet [...] so wizze daz tu eiter in dir hast SalArz 73,24. 104,17; uon der reusen [eine Krankheit] vn̄ dem chramen Barth (H) 462

MWB 3,2 533,47; Bearbeiterin: Herbers

krampf stM. kranpf Martina 18,93; kramp OvBaierl . ‘Krampf’ tenasmus: chramph, krampf VocOpt 43.080; tetanus: cramph, krampf ebd. 43.081; von grôzem zorn, von grôzem leide / kumt leme, krampf und gegihte beide Renner 9930; ich vluche der hant, / die dan der kramph ziut [zusammenzieht] Frl 6:8,16; des grimmen tôdes krampf KvWEngelh 4054; Martina 18,93; [ nieswurz ] pringt dick tœtleich krämpf BdN 400,20. 127,13 u.ö.; de spasmo. de krampe dy kommet itswanne von deme dranke vnde is gar totlych OvBaierl 27,1. 68,15; Ipocr 261; BenRez 41.

MWB 3,2 533,54; Bearbeiterin: Herbers

krâmschaft stF. ‘Handelsware, Besitz’ uss rubin rottes mundes pflicht / sprach daz geertte fröwelin: / ‘kume ich ze Korntin, / da han ich des wol die craft / das man da haisset kranschaft.’ GTroj 12820

MWB 3,2 534,1; Bearbeiterin: Herbers

krâmschaz stM. ‘Handelsware’ ze glîcher wîse sô stêt ez umbe die gedenke der unkiusche, als der durch kræme gêt, dâ vil kræme bî einander stênt und einer schœner ist danne der ander unde ie in einem schœner krâmschatz ist danne in dem andern PrBerth 1:482,6

MWB 3,2 534,6; Bearbeiterin: Herbers

krâmschilt stM. ‘Schild’ (für den Verkauf, s. Anm.z.St.): er het einen kramschilt grüenen / durch di unkünde genomen UvZLanz (K) 2872

MWB 3,2 534,12; Bearbeiterin: Herbers

krâmwât stF. ‘Tuchware (für den Verkauf)’ [der krâmer ] kost und arbeit / ûf rîlich krâmwât hête geleit Renner 16718

MWB 3,2 534,15; Bearbeiterin: Herbers

krâmwërc stN. ‘Handelsware’ doch men es [Schwert] nüt für kromwerg siht, / es ist guot unde rilich ParzRapp 766,15

MWB 3,2 534,18; Bearbeiterin: Herbers

krâmzol stM. ‘Zoll für Handelsware’, hier bildl. für ‘Vergeltung’ uff dem stade by dem mer / behieltt daz wenig her / priss und volle wirde. / [...] die da den faigen kröm zol / enpfiengen mitt schande, / daz warend Siriande GTroj 15192

MWB 3,2 534,21; Bearbeiterin: Herbers

kranc Adj. ahd. nicht belegt; früheste Belege: GenM 16,13; infirmati: chranch PsM 26,2. 67,10. 1 ‘schwach’
1.1 körperlich-physisch: ‘schwach, nicht kräftig, kraftlos, gebrechlich’
1.1.1 von Menschen, ihren Körperteilen und -organen
1.1.1.1 allg.
1.1.1.2 von Körperteilen, -organen
1.1.1.3 subst.
1.1.2 von Tieren
1.2 geistig, seelisch
1.2.1 bezogen auf die geistige Fähigkeit/  Tätigkeit
1.2.2 bezogen auf Gemütszustand, Willen, Glauben usw.
1.3 ‘schwach’ in allgemeinerem Sinn
1.4 litotisch bzw. als starker Negationsausdruck
1.4.1 ohne weitere Bestimmung;
1.4.2 mit Gen.
1.4.3 an etw.
2 ‘schmal, schlank, zierlich’ (vgl. krenke stF.)
3 ‘nicht fest, zerbrechlich’ , von Gegenständen und Materialien
4 ‘schlecht’
4.1 ‘mit Mängeln behaftet, schadhaft’ , von Schiff, Haus, Geschirr (eines Zugtieres)
4.2 moralisch, religiös
4.2.1 ‘mangelhaft, ungenügend’ (?)
4.2.2 ‘schlecht, böse, niedrig gesinnt’
4.2.3 ‘sündhaft, vergänglich’
5 ‘gering im Wert, armselig, dürftig’ ;
6 ‘gering(fügig), klein, unbedeutend’ , bezogen auf den Grad, das Maß von etwas (Lohn, Einkünfte, Schuld usw.)
7 ‘dem sozialen Stand nach niedrig’
8 ‘krank’
   1 ‘schwach’    1.1 körperlich-physisch: ‘schwach, nicht kräftig, kraftlos, gebrechlich’    1.1.1 von Menschen, ihren Körperteilen und -organen    1.1.1.1 allg.: infirmati: chranch PsM 26,2. 67,10; debilis: cranker Gl 3:384,64; ahne [sic!] ganzlic di kranchin siechen [ praeter omnino debiles aegrotos ] BrZw 39; er was starc und si ze kranc Greg 393; von klage wart si sô kranc, / daz si unmehtic viel dâ nider Mai 106,30; daz dâ von müede was mîn lîp, / kranc [...] alsô ein wîp UvLFrd 269,20; is abir daz also, daz die [der] man also cranc is, daz min [man] in biheldit [...] undi inleizit un nicht clagi Mühlh 101,9. 101,20; mit Gen.: ich bin [...] selher burde ein teil ze krank SM:KvL 6: 2,3; mit Dat., übertr.: bluomen unde vogelsanc, der beider trôst ist leider mînen fröiden alze kranc. / jâ verkêret mir ein wîp die besten fröide mîn KLD: GvN 12: 1,4; mit Präp.: an dem libe was er chranc Rol 8877; Loheng 4427; das her was an creften cranc RvEWchr 23487; bistû ze cranc derzuo Tr 2836. – infolge jungen oder hohen Alters: ‘schwach, jung, klein; altersschwach’ hie ist och Gâwân [als Kind] [...] sô kranc daz er niht mac getuon / rîterschaft enkeine Parz 66,16; dîn kranker lîp ebd. 47,7; den kranken fürsten GTroj 1347; in sinen kranken jaren ebd. 2525; so is di frucht [Leibesfrucht] krank OvBaierl 67,50; ir vatir wart / gar ummehtic, von altir chranch RvEWchr 3312. 16980. 31574; dô Davit wart ein alter man, / [...] daz er sô alt, sô kranc was, / [...] daz sîn lîp was sô kranc getân, / daz er zwô juncfroun muost hân / aller nehticlîchen, / die den künic rîchen / wermeten EnikWchr 13141; LBarl 1509    1.1.1.2 von Körperteilen, -organen: der zeswe arm ist im ze kranc Parz 307,30; sîn vestez herze liez er dâ / bî der mägde wol getân; / ir krankez herze vuorte er dan Wig 4441. – hierher oder zu 6: daz sein [der Ratte] vaizten gekocht nütz sei den kranken glidern, diu daz paralis gekrenkt hât BdN 140,13; der krankeu gelider hât von dem paralis ebd. 397,29    1.1.1.3 subst.: mit ûf geworfen swerten / die kranken strîtes gerten Parz 181,16; die starken, niht die kranken, / sich uͦbten als zwai wisentier WhvÖst 8272; wenn der krank geselle wirt / des starken, [...] er betrüebe des kranken muot Boner 77,31; arme lute unde cranke [ debiles ‘Gebrechliche, Krüppel’ Lc 14,21] unde blynde unde lame EvBerl 105,26. 128,22 (Lc 14,13); blinde und lame, sieche und kranke Eckh 1:339,2. 1:352,4    1.1.2 von Tieren: daz [Schaf] kranc was BrZw 27; vor zorn er [Löwe] vf die bvrc spranc, / mit kranken tieren [Ameisen] er do ranc ReinFu K,1258; ir pfärit wâren [...] / tôtmager und vil kranc Iw 4935; Parz 144,24. 540,5; Wig 9115; wenne ireu gensel noch krank sint, sô hüet ain gans allzeit BdN 168,32; daz kranke rêch wart dâ sigehaft / wider des starken lewen kraft LBarl 10633. – mit Präp.: daz [Pferd] was ze kranc ûf einen strît Parz 529,26; wenn ain mensch nâhent zuo des rephuons nest, sô läuft diu si [das Weibchen] willicleich gegen dem selben menschen und tuot als ob si krank [gelähmt] sei an ainem fuoz oder an ainem flügel, alsô daz man si zehant gevâhen müg BdN 215,22 (möglich auch zu 6)    1.2 geistig, seelisch    1.2.1 bezogen auf die geistige Fähigkeit/  Tätigkeit: wan menslich sin bloͤde vnde kranc ist UrkCorp (WMU) 715,2; ich bin sô kranker sinne ZwBüchl 212; ich hân dar ûf ze kranken sin, / daz ich verrihte ein michel her / und ez ûf ellentrîche wer / mit mîme râte kêre KvWTroj 18670; durch die kranchin gîehvͤgide der lîvte UrkCorp (WMU) 1262,11. 2104,20; wenne menschlich nature krang ist ze allen zeiten vnd schiere vergizzet ebd. 1400,10; swenne uns kumet der gedanc, / sô ist ez von êrste kranc, / doch wirt ez ie belangen [allmählich] starc LBarl 7596; menschlich lob ist dir [Maria] ze krank SM:EvS 1: 2,12. – mit Präp. bzw. Präp.-Adv.: mîn sinne sint dâzuo ze kranc / [...] daz ich sîn leben allez seite LvRegFr 2821; wan ich ze kranc dar zuo bin EnikWchr 8    1.2.2 bezogen auf Gemütszustand, Willen, Glauben usw.: sîn krankez leit wirt grœzlich / und wahset drûz ein grôzer schade KvWTroj 17752; sîn veterlicher vlîz unde mitelîdunge, dâmite er [...] sal [...] gesterken, die dâ crankes mûtes [kleinmütig, vgl. animis impotentibus ] sîn unde mit trûrekeit zerbrochen StatDtOrd 54,23; da sie [die Minne] Malfern sine sinne / mohte so gar betwingen / und von siner manheit bringen, / so wizzet daz ein kranker man / der minne sich niht erwern kan Rennew 29721; tuot dir den tôt / sô süeziu nôt [d.h. die Minne] [...]: / wê! zwîvelære, / sô bistu vil kranc UvLFrd 134,28; der grôzen swære [Dat.?] [...] ze kranc [dem großen Leid nicht gewachsen] ebd. 399,10; der geist ist bereit, sundir daz fleisch ist crank [ infirma Mt 26,41] EvBerl 47,27. 56,16; EvAug 68,3; WernhMl 8553. 8691; daz icht crank werde [ non deficiat Lc 22,32] dyn geloube EvBerl 61,14; WernhMl 12060    1.3 ‘schwach’ in allgemeinerem Sinn: du [Maria] salt ouch sin der cranken stab [ baculum imbecillium ] , / die in ir noten schrien / an dich reinen Marien Pass I/II (HSW) 11320; du [Gott] machest kranke liute starc LBarl 10084; wente de pulz is itwanne dez ersten krang vnde wert dar na stark OvBaierl 58,4; diu lant sint kreftec, ninder kranc. / sîme rîchtuom glîchet niht / ân den bâruc, swâ mans giht Parz 328,10; daz hâr grâwet von der kelten des hirns, wenne diu nâtürleich hitz sô krank wirt, daz si des hirns kelten nicht mag gesenftigen BdN 7,24; [das Tier] hât auch ain haupt als ain krot und ain kranch stimm ebd. 283,15. – von Frauen, dem schwachen Geschlecht: swie manhaft er doch wære / und swie unwandelbære / an lîbe unde an sinne, / doch meistert vrou Minne / daz im ein krankez wîp / verkêrte sinne unde lîp Iw 3255; er gedâht an sîn manheit. / [...] solt mîn bœser lîp / hie ligen als ein kranc wîp? EnikWchr 15520; in der selben zeit werdent die frawen swanger kränkern geslähtes [mit einem Mädchen] , daz sint dirnkindel BdN 183,10; dich sol nichtt reuen verfarn guete und verfarn sach, wann das ist aigenlich der krancken weib [ proprium debilium mulierum ] HvHürnh 23,3; [vom Zusammenleben von Mann und Frau: ] daz sterker schol dem kränkern vertragen [nachsehen] , sô schol daz kränker dem sterkern entweichen [nachgeben] BdN 126,12. – von der Wehrhaftigkeit einer Festung: vnder des / fragete im Vlixes / maniger hande mere, / wa ir burc were / kranc oder stete Herb 8085. 1853; ouch sî mit kraft gewinninde / vortilgtin al dî vestin, / dî crankin zu den bestin, / dî in der cristnen handen / dâ wârn NvJer 6260. 8784. – von Naturerscheinungen: daz vierd ist, daz der dunst oft sô kranch ist, daz er daz ertreich niht geschüten [erschüttern] mag BdN 113,15. 77,28; daz alsô swindet unser ê / und als ein kranker rouch vergât LBarl 14278; also, wenne die sunne ze niderst in daz zaichen tritte, so ist ir kraft und ir schein pei uns krank KvMSph 23,8. 51,4    1.4 litotisch bzw. als starker Negationsausdruck    1.4.1 ohne weitere Bestimmung; attr.: grôz liep und krankez leit Parz 270,26; benimtz [ z = daz guot ] dir tugent und vrîen muot, / sô stêt dîn herze in krankem lobe Winsb 29,4; wie kranken prîs ich des hân Parz 304,2; dô zêch mich vrou Minne, / ich wære kranker sinne [nicht recht bei Sinnen] Iw 3012; ich hete kranke sinne, / daz ich im niht minne gap Parz 141,20. 109,8; si heten beidiu kranken sin [...] an bî ligender minne [dachten nicht daran ] ebd. 193,2; kranker sin ebd. 338,28. 348,6; Israhelis kint [...] tatin ir kranche trúwe schin / und ahten kleine gotis kraft RvEWchr 18983; dô tet er kranker vorhte schîn [zeigte gar keine Furcht] Parz 759,13. – präd. mit sîn, wërden, machen: ze Rôme ist’s bâbstes êre kranc, / über fremediu lant gât sîn getwanc Freid 151,25; sô wær mîn trûren kranc und wolde in fröiden sîn KLD: GvN 4: 5,6; mîn vorhte was ze wâre kranc UvLFrd 26,5; kranc was sîn vreise Parz 202,20; des ist mir mîn fröide kranc, sol ich niht zer linden / reigen KLD: GvN 50: 1,4; dâ von [durch deine Umarmung] mîn trûren wirdet kranc Parz 801,12; mit dem trôste ich dicke trûren mir vertrîbe, / unde wirt mîn ungemüete kranc Walth 110,8; von des swertes klanc / wâren sîne witze worden harte kranc [hatte er das Bewusstsein verloren] , / daz sich der degen küene des lebens niht versan NibB 2047,2; din kuͤschez hertz, din stæter muͦt / hat miniu lait gemachet krank WhvÖst 2099; daz machet unser truren cranc [vernichtete unser Trauern] KvWGS 968; sy nahent manigem [l. machent manigen ] leib krangk [bringen viele zu Tode] HvNstAp 3003    1.4.2 mit Gen.: ich tumber, ich sinnes kranc UvLFrd 383,9; ich fröuden kranke [ganz ohne Freude] Tit 115,3; JTit 1112,1; der ie was zageheite kranc / unt gein dem wâren ellen starc Parz 584,10; du bist starker helfe kranc Rennew 1595; der walt und ouch diu linde / diu sint nu beide ir grüenen loubes aber worden kranc KLD: GvN 15: 1,6    1.4.3 an etw.: cranc [...] an dem gelouben [ungläubig] KvWGS 1084; ieman, der also krank an gvͦte [mittellos] were UrkCorp (WMU) N613,8; an allen tugenden sind sy kranck HvNstAp 2983; ich [...] an fröuden diu kranke Tit 67,2; JTit 1162,1; KvWEngelh 2173; SM:KvL 9: 4,6; dâ von wart ich beide / vröiden rîch und an trûren kranc MF:Mor 23: 1,4; an den witzen kranc [unverständig] Parz 463,3    2 ‘schmal, schlank, zierlich’ (vgl. → krenke stF.): juncfrowen dâ mitten kranc Parz 423,18; mir getrounde ein troun [...] / wie ein rôseboun hôch unde swanc [Hs. kranc ] / mit zwein esten blüenden umbevienge mich KLD: Dürner 3,3; vil wol gestalt und harte kranc / was er mit schœnem lîbe klâr RvEAlex 1308; ze rehte grôz, ze rehte smal / was er gewahsen unde lanc, / minneclich, ze rehte kranc RvEGer 3742; RvEWh 12584; sîn houpt ze grôz noch ze kranc LvRegFr 3175; sîn [des Pferdes] houbet was rehte kranc Flore (P) 2758    3 ‘nicht fest, zerbrechlich’, von Gegenständen und Materialien: ein kranker zügel unlange wert / ern breste von zügen lîhte enzwei Wig 8444; [die Eiche zum Schilfrohr:] mich wundert, [...] / daz du sô stolz und alse vîn, / noch stâst, und doch vil krenker bist / denn ich Boner 83,23; das herze ist kranc alse das gelasevas: der dar in gúzzet fv́rin trank, so mvͦz es krachen oder zerspringen DvAStaff 272; hüet sîn [des Harnglases] [...] vor val, / daz ez iht zerbreste, / wan ez ist kranc und niht veste EnikWchr 14918; der irdîn [Topf] sprach: / ich bin ze krank Boner 77,21    4 ‘schlecht’    4.1 ‘mit Mängeln behaftet, schadhaft’, von Schiff, Haus, Geschirr (eines Zugtieres): ein schifman mac ein krankez schif schiere überladen MF: Sperv 2:4,2; daz [Haus] vorne wol gezieret ist / gegen der lute zuganc / und doch hinden ist so cranc, / daz diebe druz mugen tragen, / swaz in drinne wil behagen Vät 2338; ob ain burger hat ain altes haus, daz cranc were, daz niht mohte ziegeldach getragen NüP 174; ob seyn geschirre ze krank ist, daz er [Fuhrmann] den weyn verschutet ebd. 63    4.2 moralisch, religiös    4.2.1 ‘mangelhaft, ungenügend’ (?): nu wizze [...], / daz ieglich gerichte ist kranc, / swaz der mensche richten pflit, / der sich selben ubergit [ sich als Schuldigen kund gibt] / und nicht gerichtes im wil geben Pass III 673,44; wenne daz gebet vil cranc ist âne des hercen mitedenken StatDtOrd 35,31    4.2.2 ‘schlecht, böse, niedrig gesinnt’ an alle chranche liste [ohne Arglist] UrkCorp (WMU) N439,40; do si [die habgierigen Richter] so kranchis muͦtis / das lút irsah RvEWchr 22594 (vgl. I Sm 8,3); Erz III 36,133; EnikWchr A II,829; nideriu minne heizet, diu sô swachet, / daz der lîp nâch kranker liebe ringet Walth 47,6; diu ist so düchtig und so fîn, / daz ich durch sî wil lân / die kranken minne [Liebe zu einer Unwürdigen] sîn SM:Wi 9: 18,5; unser zweier [Mariens und Josephs] ê was reine. / ouch gewunne, du herr, nie muot / gegen mir: ich wol behuot / was von dir daz dîn gedanc / ûf mich, hêrre, wart nie kranc Philipp 5635. – von Personen: mangem man / der des muotes ist ze kranc [zu niedrige Gesinnung hat] KLD: WvMezze 10:1,8; do was daz kint also kranc, / daz ez der vazze einez stal Pass III 227,18; ob iuch daz kranc mache [eure Ehre beflecke] Ottok 626. – subst.: sô sint die muotes kranken [die niedrig Gesinnten] / gîtes unde hazzes vol Parz 675,24    4.2.3 ‘sündhaft, vergänglich’ swenne sich der mensche irkennet, daz sin nature so rehte kranch ist PrGeorg (Sch) 25,51; PrGeorg 63,12; der uns hât geben diz kranke leben, / der mac uns êwige fröude geben Renner Beyer 75(Bd. 3,317). 23208. Beyer 61(Bd. 3,317); in der wüesten diser kranken werlt BdN 162,2. 240,3; pei dem weien verstên ich den sünder, der ist küen zuo allen kranken werken, daz sint die wolglüst diser werlt ebd. 204,28    5 ‘gering im Wert, armselig, dürftig’; von Kleidung, Stoffen: daz man kranker armer wât / des tages dâ hete lîhten rât Parz 394,25; die cranchú cleider RvEWchr 23561; in kranker wæte KvWTroj 1672; daz gewant [...] wær kranc oder guot genuoc EnikWchr A II,606; wie wol man sich gekleidet hât / mit golde, mit sîden [...], / und wonet dâ niht triuwen bî, so ist ez doch ze hove ein krank geræte / gegen einem werden, biderben man SM: JvR 1: 1,6; mit kranken tuͦchen Rumelant (K) 2:8,8. – von Metall, Seil, Hütte: swer in den kranken messinc / verwurket edeln rubîn Parz 3,16; er hiez umb ietwedern schrîn / ein krankez seil hærîn / binden RvEBarl 1850; die macheten in selbin sa / von gerten kranchú hútelin / mit rore bedaht RvEWchr 20012. – von Speisen: dô in der vischære / die kranken spîse ezzen sach Greg 2899. 2904; siechtuom, armuot, spîse kranc / diu machent kurze wîle lanc Freid 124,21; bî den [Mönchen] was er manigen tac / daz er vil kranker spîse phlac LvRegFr 920; Rennew 15630; Boner 90,8; swen brôt von weize dunket kranc, / der mache bezzerz und hab danc Freid 132,10; krankiu wirtschaft Parz 200,2. – übertr.: diu driu jâr wurden dô kranc [schlecht an Ertrag] EnikWchr 5769. 6085; swaz ich vröiden ie gewan, / daz ist wider dise liebe ein kranke stunde MF:Eist 6:3,4; sanc ist âne vreude kranc MF:Mor 2: 3,4    6 ‘gering(fügig), klein, unbedeutend’, bezogen auf den Grad, das Maß von etwas (Lohn, Einkünfte, Schuld usw.): dar ich hân gedienet, dâ ist mîn lôn vil kranc MF:Joh 4:1,4; RvEWchr 6515; Minneb 4653. 5299; ir werden man, ir reiniu wîp, / niht ensît durch kranke miete veile Walth 81,17; [Kain] sluoc Abeln umb krankez guot Parz 464,17; were aber, das das gelt von deme brvͤiele [= brüel ] crenker wurde, den brest sol man gliche abeslahen UrkCorp (WMU) N103,29; manger hât sîn wîp geslagen / umb ir krenker [Komp.] schulde Parz 135,27; dâ hân ich mînes herren gruoz / umb eine kranke schulde / verlorn und sîne hulde RvEBarl 647; wande er [Adam] mit chranchen sachen daz wip wolde schuldich machen GenM 16,13; ich enhân von kranken sachen / dise rede niht gemachet LBarl 1722    7 ‘dem sozialen Stand nach niedrig’ do funden sie niht wen wibes namen / vnde arme gesindelehe, / vnfletic vnde vnwehe, / von krankem geslechte / vnde bosen kvchenknechte Herb 1579; din kranker knecht [ servus tuus David zu Saul, I Sam 17,34] RvEWchr 24161; ir hapt Jorobaalis kint / irslagin und iuh ze kúnege irchorn / Abimalech, der geborn / von sinir chranchin dirnin [ filium ancillae eius Idc 9,18] ist ebd. 19102    8 ‘krank’ do daz kint vil kranchez lac Albert 90; sie tuont gesunt der dâ was kranc LBarl 13569; wert auer eyn mensche van vallende eder slegen in deme houede crank OvBaierl 81,16; si ist leider worden kranc / und lit vor ungemache siech SchülerA A332; wenn daz tier krank ist, sô gêt ez in ain süez wazzer und trinkt etswie lang dar auz, und sô ez gesunt wirt, sô gêt ez wider in daz gesalzen wazzer BdN 242,2; ez sint etleich warm prunnen, die hailent die kranken augen ebd. 483,4; herre derbarme dich meinem svn, wan er ist chrank zv niven monen [vgl. lunaticus Mt 17,14] von dem bösen geist EvAug 40,17. – ‘liebeskrank’ diu kan so suͤze blicken, / und der blik kan bestricken / ein vestes hertze daz ez wirt krang Rennew 24779; ach reine süeze Minne, / du gibest verborgene sinne / mangem kranken herzen, / daz von der liebe smerzen / im erdenket solichen funt, / der im sus selden würde kunt SchülerA B469; wer nuͤ ist von mynne krank / [...], / kunde der einen syropel vinden, / [...] er trunk sin ein trunk durch not, / daz im dez suͤchen wurde rot [= rât ] Minneb 5463. – nicht eindeutig, ob hierher oder zu 1.1.1: vnde daz vch daz eitter [Gift] niht kranc / mache mit deme fuere. / nv ist die arzedige tuere, / die dar zv wesen sol Herb 1008 (vgl. Benoit, Troie 1676: feu … qui a ton cors face noisance); daz [Öl aus Lorbeeren] ist guot den kranken glidern, diu dâ âdersuht habent, die dâ haizent ze latein artetica BdN 327,28; Platearius spricht, daz cinamomum [...] von seiner hitz den magen kreftigt, der krank ist von kelten ebd. 362,2; sô kreftigt er [der Edelstein] diu kranken augen ebd. 201,3; krankiu liute: ebd. 363,28. 320,26

MWB 3,2 534,26; Bearbeiter: Tao