bächîn
Adj.
‘(Fleisch) vom Schwein’
den iuncvrouwen git man niht pæchins vleisch, niwr gruͤnes [
nisi recentes carnes, et non bernine
]
UrkGeisf
424
(13. Jh.)
MWB 1 399,35; Bearbeiter: Diehl
bachlêhen
stN.
an einen Bach grenzendes Lehen oder Wasserrechte (?):
von den vogteyen genant pachlehen in dem dorffe Wenigenperchofen [...] que solvunt v metretas avene UrbBayS
5,507;
item curia in Pfol dicitur esse ducis et pahlehen ebd.
4,289
MWB 1 399,39; Bearbeiter: Diehl
bachmeister
stM.
‘Aufseher über Bäche’
in deser wis sal man zwene bachmeystere haven, die die bach truweligin bewaren, dat si blive in irme fluͦsse UrkStVerf
222
(a. 1341);
StRBern
1/2:359,10
MWB 1 399,45; Bearbeiter: Diehl
bachminze
swF.
‘Bachminze’
fluischa (?): bachminza GlHvB
403,20
MWB 1 399,49; Bearbeiter: Diehl
bachrëht
stN.
Nutzungsrechte an einem Bach:
vnd veraygen vnd geben den gaistlichen mannen [...] einen freyen, ledigen vnd vertigen muͤlslach [...] mit wagrecht und pachrecht, vnd mit allen rechten, eren, nuͤtzen guͤlten vnd gewonheiten UrkSchäftl
162
(a. 1343)
MWB 1 399,51; Bearbeiter: Diehl
bachruns
stF. oder M.
‘Wassergraben’
mit allem réht, so dar zvͦ hoͤret, das si holz oder velt, akker oder wisen, bach oder bachrv́nse UrkCorp (WMU)
3004,1
MWB 1 399,57; Bearbeiter: Diehl
bachsnëcke
swM.
‘Wasserschnecke’
die vierden sint pachsneken, die in den pächen und in den süezen wazzern wonent BdN
258,33
MWB 1 399,61; Bearbeiter: Diehl
bachstat
stM. oder N.
‘Bachufer’ (hier als Bestandteil eines Personennamens):
Chvͦnrat an bachstade von Silennvn UrkCorp (WMU)
634,2
MWB 1 400,1; Bearbeiter: Diehl
bachswîn
stN.
‘Mastschwein’ (vgl. bache):
sex porci, qui dicuntur bacsvin sive specsvin, debent esse dati in festo Andree UrkHerford
135
(13. Jh.);
ein bachswin einer halben loetigen margk werd UrkHenneb
2:101,7
(a. 1351)
MWB 1 400,4; Bearbeiter: Diehl
backe
swM.
‘Backe, Kinnlade’ (von Mensch und Tier):
diͤ sleg, diͤ sluͦgen dins sunes backen MarlbRh
67,7;
die backen dicke feizzet, / die kunst niht kunst geheizzet Physiogn
215;
mit demselben schlag schlug er im den lincken backen abe mit dem oren Lanc
58,19;
er leit sinen backen in syn hant und leynte off synen ellebogen ebd.
306,8;
das ime die trehene úber die backen herabe runnent MerswBgR
175;
wer stilt under vier und fünf schilling pfenningen, den sol man durch den baggen brennen StRFeldk
140;
und min gevater [...] / durch die backen ist gebrant Renner
18380;
Samson, / der die grôzen maht an ime trûch, / daz er mit eines eseles bachen ein tûsint liutes erslûch VAlex
1264;
sust sal er [Christus] al der backen / gezoumen [am Zügel führen] und betwingen / di zu im nicht enswingen [nicht zuwenden]
TvKulm
736.
– phras. (?):
des sal man ken [gegen] im wachen / und regen hi di bachen / mit erbeit an underlaz / und mit beten TvKulm
5860.
– übertr.:
tugende spürt er [der Arge] sam daz wilt / ein nasewîser bracke; / doch mestet sich mit ir ungerne sînes herzen backe KvWLd
32,252
MWB 1 400,9; Bearbeiter: Diehl
backel
stN.
‘Bündel’ (vgl. packe):
swelh trager zin schrotet der sol von dem saume dri phenninge naemen unde niht mer. unde der binder von dem selben saume zwene. [...] von eime saume wollen viere. von einem backel darnach unde es groz ist StRAugsb
50,21
MWB 1 400,32; Bearbeiter: Diehl
backen
stV. (VI)
auch bachen.
‘(etw.) backen, ausbacken’
si chochete unde buoch Kchr
10683;
daz was sam div semele. div gebahchen ist mit deme honege VMos
78,24;
legez [eine Teigtasche] in siedenz smaltz vnd backez harte BvgSp
27;
lege sie [Krapfen] in ein pfannen vnd la sie backen ebd.
59;
daz gemischte broͤt, daz man becket uf den kauf WüP
90,2;
man moht niht gebachen / noch ezzen gemachen EnikWchr
23965.
– übertr.:
so muͤstu als unmessig vegfúr liden, und solt gebachen und gebraten werden Tauler
138,19.
– subst. ‘etw. Gebackenes’
ein guͦt gebackenz BvgSp
44;
so man oͤl gehaben mac, so sol man den vrowen an vnser vrowen tac gepachens [lat. pastille
] gebn UrkGeisf
422
(13. Jh.).
–
‘etw. dörren’
ouch machstu in der svnnen backin allirleyge frucht Pelzb
134,13.
–
‘etw. braten, rösten’
backe in [den Hecht] vf eime huͤlzinen roste vnd brat in gar schone BvgSp
17;
gebacken vogel druf gesetzet ebd.
94.
–
‘fest werden’ (intr.):
nime ein chürbez unde bewil daz in einem teige unde wirf ez in einen oven, unz der taich gebache; sô nim den souch, der ouz dem chürbez rinne, unde gip im ze trinchen Barth
152,22.
– phras. ‘selbst satt gebt ihr den Hungernden kluge Ratschläge’
ir redet als der gebachen hât Neidh(HW)
16,2 App.;
du redest als der gebakken hat Minneb
4406
MWB 1 400,38; Bearbeiter: Diehl
backenbôʒ
stM.
‘Ohrfeige’
mit grozen valken bozzen [Schläge so hart wie beim Falken der Beutegriff ─ La. baken bozzen
] / wart im der slac vergolten Rennew
1220
MWB 1 401,1; Bearbeiter: Diehl
backenkarre
swM.
nicht näher bestimmbares Fuhrwerk:
von dem backen karren mit gewande zwen phenninge UrkCorp (WMU)
548ABC,22,41
MWB 1 401,5; Bearbeiter: Diehl
backenknûʒ
stM.
‘Ohrfeige’
dô huob sich der tanz von dem rûzze: / der tôn durh die biunde / schal rehte als ez allez brunne: / hôhe sprunge, geile baggenknûzze SM:Go
2: 7,4;
hôhe sprünge, rôte baggenknûzze ebd.
2a: 6,4
MWB 1 401,8; Bearbeiter: Diehl
backenslac
stM.
‘Ohrfeige’
zornec hub er uf die hant / und sluc ir einen backenslac Pass III
388,79;
njeman sal den andern beclagen vmbe bakkenslege oder vmbe scheltwort UrkCorp (WMU)
1161B,7;
von rehter liebe im daz gezam, / daz er daz kint bî sînem reiden hâre nam / und gap im einen backen slac bî ôre Loheng
16;
sich wie suͦze he was an der bittere martilien. sich [...] sine bacslege, sine halslege Lilie
2,31
MWB 1 401,13; Bearbeiter: Diehl
backenstôʒ
stM.
‘Ohrfeige’ (hier als Personenname):
dar kamen Mätzen frünt vil: / [...] / Bentz der Genspluom, / Girstibrot und Backenstosz, / Hungerstot und Sellosz Bauernh
89
MWB 1 401,22; Bearbeiter: Diehl
backenzan
stM.
‘Backenzahn’
molares vel genuini: bacchoceni, baccenzende SummHeinr
1:127,166;
sine zehene sint als lewenzehene und sine baczehene [
molares
] sin als lewenwelfis Cranc
Joel 1,6
MWB 1 401,26; Bearbeiter: Diehl
backgeschirre
stN.
‘Backgerätschaften’
cerialia dicuntur arma pistorium: bachgescirre SummHeinr
1:369,378
MWB 1 401,31; Bearbeiter: Diehl
backhûs
stN.
‘Backhaus, Backstube’
domum eorum, in qua ipse abitabat, et domum quod retro stat, quod dicitur ‘bachus’ UrkKölnSchr
1,362;
vnser havs datz Newenbvrch, [...] mit sampt dem pachhavs, daz dar zve gehoret UrkKlostern
1,179
(a. 1321);
umbe becken die in mvͤl dingent oder in bachhuser StRAugsb
8,38;
hin gienc er in ein bakhûs. / [...] ein viuwer er bereite, / als im der hunger geriet; / sîn kost er sôt unde briet Schrätel
167
MWB 1 401,34; Bearbeiter: Diehl
backîsen
stN.
‘Backgerätschaften’
cerialia dicuntur arma pistorum: bachisen SummHeinr
1:369,379
MWB 1 401,44; Bearbeiter: Diehl
backmeister
stM.
‘Bäckermeister, Aufseher über ein Backhaus’
man liset von eime jungen muniche, der ginc in daz bachûs, und dô solde der bachmeister den oven kêren; dô brach ime di rute und der wisch bleip an deme ringe ligende HvFritzlHl
108,37;
dar nâch sant er zehant / dâ man den pfistermeister [La. pagmeyster
] vant EnikWchr
5202
MWB 1 401,46; Bearbeiter: Diehl
backoven
stM.
‘Backofen’
nu stunt da nach gewonheit / ein bacoven groz genuc. / dar in man durre holtz truc / und eite [heizen] in einen halben tac MarLegPass
25,341;
sô man einen bakoven heizet und dar în leget einen teic von habern Eckh
5: 424,4;
loz sy [Gebäck] dorrin in dem bacofin noch deme das das brot vs genomen ist Pelzb
133,25;
gebrant als eyn bacovyn Cranc
Kl. Jer 5,10
MWB 1 401,54; Bearbeiter: Diehl
backschirre
stN.
‘Backgerätschaften’
cerialia dicuntur arma pistorum: bachscirri SummHeinr
1:369,379.
2:89,42
MWB 1 401,63; Bearbeiter: Diehl
backwërc
stN.
‘Bäckerhandwerk’
unam tabernam in villa Lobdow cum officiis carnium et panum, quod dicitur vulgariter mit dem bakwerke und vleischwerke DRW
1,1165
(Hainau/StArchBreslau);
unde zwene meistere sullen si [die Bäcker] haben [...], daz si rechten kouf schaffen unde ir gewerken rechte meistern an allen sachen, daz zu bakwerke gehort StRFreiberg
241,22
MWB 1 402,1; Bearbeiter: Diehl |