d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
dâ(r)/ da(r) hin
Adv.
dar hin nur
LivlChr
11567.
1 räuml. 1.1 demonstr. ‘dorthin’
1.2 relativ ‘wohin’
2 zeitl. 2.1 demonstr. ‘bis dahin’
2.2 relativ ‘bis wann’
3 für das Ziel, den Gegenstand, auf die ein Handeln, Wollen usw. gerichtet ist,
‘darauf, danach’ usw. 4
‘fort’
1
räuml.
1.1
demonstr. ‘dorthin’
er hat iv geheizzen, daz er ivch dahine bringe, da er
selbe ist Spec
117,19;
die da hin ze himele fuoren Hochz
917;
er bat sich wîsen zuo zir grabe. / dâ gienger trûrende
hin Tr
18649
1.2
relativ ‘wohin’
an allen stetin, da wir hin comin mugin UrkCorp (WMU)
135,17;
kleine rûwe si nâmen, / biz sie dâ [La.
do
] hine quâmen, / dar [La.
do
] sie wâren hine gesant LivlChr
11566f.
2
zeitl.
2.1
demonstr. ‘bis dahin’
nû haben wir niwan drî wochen dâ hin, daz wir den almehtigen got süln
emphâhen PrBerth
1:657,4;
ez ist niht lanch dahin, dc si mich werdent sehende ze himel varen
PrSchw
2,140
2.2
relativ ‘bis wann’
den frid sol nieman widerbieten e ze der zeit, da er von erst hin gmachet
ist UrkCorp (WMU)
475A,23
3
für das Ziel, den Gegenstand, auf die ein Handeln, Wollen usw. gerichtet ist,
‘darauf, danach’ usw.:
dar an vleiz er sich sêre, / dâ stuont al sîn gedanc hin
Tr
18743;
dâ hin was Riwalînes ger ebd.
454;
dvrich die lieb, die wier da hin [zum Stift
Lilienfeld] heten UrkCorp (WMU)
3238,42;
sprech denn da hin ‘gegen das urteil’ imen, dem tvͦ daz
reht ebd.
631,30
4
‘fort’
ta hina ist ein michel menegi; / sie wandan iemer hie sin
MemMori
9;
so ist aller mîn trôst dâ hin Iw
4736;
swie ich gesinge alde ie gesanc, / daz sî alsam ein niht dahin
SM:UvS
4: 2,4.
–
den alten namen legite wir da hine, / von der touffe wurte
wir alle gotes chint VEzzo
205;
sus gênt mîniu jâr dahin SM:KvL
9: 2,9;
daz sie al ze scrietin / also ein stop daz da hine weite
Roth
2746;
Karl uirgiltet mir drie stunt / swaz er des mines da hin
fuͦret Rol
3801.
–
der vröide mîn den besten teil / hât er dâ hin
[fortgenommen]
MF:Hartm
5:4,6;
wil si, daz ich fröide trîbe, / daz stât an ir einer lîbe:
/ sî hât mich dahin SM:Wi
5: 2,9
MWB 1 1214,36; Bearbeiter: Plate
dâ(r)/ da(r) hinder
Adv.
steht als Pron.-Adv. im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit
hinder.
‘dahinter’
1 wiederaufnehmend 2 vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz
1
wiederaufnehmend:
den hof vnd die matten der hinder UrkCorp (WMU)
592,21.
870,35;
und floh durch jene kamer in ein baumgarten; darhinder was
ein waßer mit zauber gemacht Lanc
573,10;
WernhMl
10008.
– übertr.:
es lag aber etwas verborgen schaden da hinder
[hinter den Worten] einvaltigen und anvahenden
menschen, wan im gebrast alzemal noturftiges underschaides Seuse
97,15.
9,6.
– bezogen auf die Zustimmung zu einem Vertrag: sich ~
binden oder jmdn.
~ bringen:
so henkent die bv́rger von Clingenowe ir ingesigel an disen brief ze einer
gelvͦbnvste dirre dinge [...] vnd bindint sich
anders niht dar hindir UrkCorp
3467,42;
daz mîne broͮder [Hs.
boͮder
] des guͦtes, des si mir
shvldig sint, suln anthaizig werden, swem ich wil [...]
vnd svnt die burgen oͮch der hinder bringen ebd.
2356,38
2
vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz:
daz ich daz ors mit sporn sluoc / [...] / dâ hinder
eines vingers breit / dâ der surzengel ist geleit Greg
1603
MWB 1 1215,9; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) în
Adv.
auch der-, dor- in und drin,
sowie Formen mit kurzem i. Distanzstellung v.a. in
Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da.
Direktionales Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdruck mit
în (durch den Reim als kurz ausgewiesene in oder solche,
deren Vokallänge nicht ermittelbar ist, werden, wenn sie direktional verwendet
werden, hier behandelt, solche in lokaler Verwendung als Kurzformen von →
dâ(r)/ da(r) inne )
1 demonstrativ ‘dort hinein, darein’
1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend 1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.2 in Distanzstellung 1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 2 relativ ‘wo hinein, worein’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ ‘dort hinein, darein’
1.1
einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend
1.1.1
in Kontaktstellung:
ein ritter in dem schiffe slief: / der hæte sich darîn
geleit KvWSchwanr
257;
dise giengent ungelich in den wingarten; die einen daz
sint anhebende lúte, die gont darin mit usserlicher arbeite
Tauler
29,29;
Tr
8762;
VMos
79,26;
KvWLd
20,5;
die dar vzze wesen solden, / die wolden gerne dar in
Herb
14451;
sô der wint kom drîn gevlogen UvZLanz
4891;
der herre im wirken bat / sehs houbet porten dar
in [
: bin, in die Stadtmauer]
Herb
1841;
sîn harnasch lac bî im gar, / snellîch er wart
gewâpent drîn Wh
103,27;
Roth
1949.
– übertr.:
von schulden ich den kumber dol; / ich brâhte
selbe mich dar in MF:Reinm
42: 3,9;
sliuz ûf dîn gemüete, / lâ liebe darîn
SM:UvB
1: 3,3;
wirt enem danne diu gewer erteilet, unde wîset
man in danne dar în von gerihtes halben SpdtL
228,1.
227,19;
KLD:Kzl
2:15,7;
Tr
9907
1.1.2
in Distanzstellung:
tugende rîche frouwe mîn, / wizze daz mich jâmert sêre
/ in daz reine herze dîn. / dâ solt dû mich hûsen in KLD:UvL
41: 1,6;
und vant von âventiure / obene an der fossiure / ein
tougenlîchez vensterlîn; / dâ luogeter mit vorhten în Tr
17436
1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend:
ez [der Plan, Achilles eine Falle zu
stellen] ge zv schaden oder zv frumen. / ich bin so verre dar
in kvmen, / daz ichz widerreden niht ensol Herb
13512;
das [Stehlen] gehoͤrt
sere an geistliche menschen die sich dicke ziehent zuͦ eren,
[...] der im got nút enmeint und ir nút
engebruchet, als got von im wolte und billichen solte, und tringet sich drin
Tauler
261,15
2
relativ ‘wo hinein, worein’
2.1
in Kontaktstellung:
dez [Königs] lîp was umbevangen
/ mit purpur edel unde frisch, / darîn der vogel und der visch / geleit rîlichen
dûhten KvWTurn
546;
nim denne ein faz oder ein
schaf [Gefäß] , dor in du ez wilt tuͦn, vnd
waschez gar rein BvgSp
2;
vnd suͤln ouz der selben stat, da in wir varn, nimmer chom
UrkCorp (WMU)
1920,33.
– übertr.:
allen den ban, dar in wir phaffen vnd legen
[Laien] hant getan UrkCorp (WMU)
N10AB,23
2.2
in Distanzstellung:
unt vant [im offenen Grab
Christi] niht mê / wan diu tuch da ich in ê / selbe het
ingepunten GvJudenb
3368
MWB 1 1215,31; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) inne, -innen
Adv.
auch der-, dor- inne(n), sowie drinne und
dinne. Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form
da.
Lokales Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdruck mit
inne/innen (durch den Reim als kurz ausgewiesene in oder
solche, deren Vokallänge nicht ermittelbar ist, werden, wenn sie lokal verwendet
werden, hier als Kurzformen von dâ(r)/ da(r) inne behandelt, solche in
direktionaler Verwendung unter → dâ(r)/ da(r) în [direktionales dâ(r)/
da(r) inne bei
Konr
9,11.
11,31.
11,85.
14,91
])
1 demonstrativ ‘dort innen, darin’
1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend 1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.2 in Distanzstellung 1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 2 relativ ‘worin’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ ‘dort innen, darin’
1.1
einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend
1.1.1
in Kontaktstellung:
er gahet zeinem brunne, / er badet sich dar inne
Hochz
590;
VMos
17,15;
ir arme, die sint also karg, / daz sich noch nieman
drin verbarg SM:Wi
9: 8,4;
durch die mûre man wol sach / allez daz dar inne was,
/ wan si was lûter als ein glas Wig
4605;
do sach er [...] / einen
schilt von lasure, / dar inne einen lewen glizen Herb
1329;
SM:AvR
1:3,4;
Lanc
380,22.
– übertr.:
der enzwei braeche mir daz herze mîn, / der möhte
sî schône drinne schouwen MF:Mor
6a: 1,4;
KLD:BvH
15:1,2;
ez [...] wundirt mich
sêre, [...] daz dû unt andire die apostoli
unsirs herrin zwô unt sibincic zungin alsô wole sprechint, alse die
dinne geborn sint PrMd(J)
350,26;
sich uerwandelet ir stimme, / ein uorchte wart dar
inne Rol
312
1.1.2
in Distanzstellung:
er chom uil selten / uon siner muͦter gezelte /
dar lirnote [lernte] er inne VMos
22,1.
57,22;
matrix ist di stat, da das kint in der muter libe inne
ligt Macer
17,10;
klâr alsam diu sunne / ist dîn liehtez ougenbrehen: /
dâ müezze ich in kurzer zît / mich noh frœlîch inne ersehen
SM:St
12: 3,7;
Tr
10966
1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend:
er sol sich ie mit den zwein kreften der vernunft und des
willen erheben und sîn aller bestez dar inne in dem hœhsten nemen
Eckh
5: 212,5
2
relativ ‘worin’
2.1
in Kontaktstellung:
die lade von gezierde cluoc, / darinnen er daz herze truoc
KvWHerzm
370;
den hoffe [...] zcu Reichenbach, dor ynnen dye
brudir wonen UrkCorp (WMU)
222AB,46;
sant Augustînus sprichet, daz der allerbeste die geschrift
vernimet [...] in dem geiste, dar inne si geschriben
ist Eckh
5: 42,23;
Wig
3485;
Lanc
621,6
2.2
in Distanzstellung:
diu archa [...] / diu ûf dem
wazzer swebete, / dâ Noe inne lebete VAlex
1472;
nû hât mîn dienst niht vervangen, / da ich mit sorgen inne
galtet bin SM:Tr
2: 5,4;
in al den rehte, da si nuͦ in is UrkCorp (WMU)
55,38
MWB 1 1216,22; Bearbeiterin: Baumgarte
darkomen
stN.
‘das Dorthinkommen’
‘Got der wonit und innewonit in eime lichte da nicht zugangis
inist’. da inist kein zuganc, da ist ein dar cumen Parad
64,16.
–
alteʒ ~
‘Althergebrachtes’ (vgl.
dare
1.2.2):
wan beiden tailen tack dar geben wære ze endehaftem rehte, als ez altez dar
komen wære mit rehten tagen vnd mit vrtail UrkCorp (WMU)
1131,31
MWB 1 1217,9; Bearbeiterin: Baumgarte
darkunft
stF.
‘das (Herbei)kommen’
sîner darkünfte gap er lôn / dâ mit und hiez in vor im gên
Wh
249,24
MWB 1 1217,17; Bearbeiterin: Baumgarte
darm
stM.
Pl. überw. nicht umgelautet Nom./Akk. darme, Dat. darmen
(übliche Form in SalArz (s.u.), Macer z.B.
80,3,
BenRez
48;
derme (übliche Form in OvBaierl z.B.
44,7,
SM:Had
20:2,4
); Akk. Pl. vereinzelt auch
dermer SalArz
82,52.
‘Darm’
trifera [...] ist
[...] ouch gut fur den sichtum in dem magen. vnde in
den darmen SalArz
104,57
u.ö.;
er sluc [...] durch den buch in den
darm Herb
8891;
nim dri gesotene smale swinez darme BvgSp
22
u.ö.
MWB 1 1217,20; Bearbeiterin: Baumgarte
darmgiht
stF.
(stN. bei Lexer 1,412 15. Jh.)
‘Bauchweh, Darmkrämpfe’
diu wurz [...] ist guot für die
wind in dem leib und für die darmgiht und für etleich stechent smerzen
BdN
426,9.
446,20
MWB 1 1217,30; Bearbeiterin: Baumgarte
darmgürtel
stM.
‘Bauchriemen’ (zur Befestigung des Sattels):
der brûder von dem satelhûs sal den brûderen geben riemen zu
stegereifen, zugele, halfteren, darmgurtelen StatDtOrd
110,13
u.ö.;
Er
818.
1453.
7681;
Parz
197,7
MWB 1 1217,34; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) mite
Pron.-Adv.
, abgeschwächt auch dermit(e), dirmite. Zu Gebrauch und
Bedeutung vgl. →
mite Präp. mit weiteren Belegen.
1 demonstrativ 1.1 lokal und übertr. 1.1.1 das Zusammensein bezeichnend ‘dabei; in Zusammenhang
damit’
1.1.2 hinzufügend ‘dazu, auch noch, außerdem’
1.2 temporal ‘(damit) zugleich, sogleich, darauf’
1.3 modal ‘dadurch, auf diese Weise’
1.4 instrumental (häufigster Gebrauch) ‘damit, dadurch, mit dessen
Hilfe’
2 relativ 2.1 modal ‘wodurch, auf welche Weise’
2.2 instrumental ‘womit’
1
demonstrativ
1.1
lokal und übertr.
1.1.1
das Zusammensein bezeichnend ‘dabei; in Zusammenhang
damit’
Tares der aller beste / den sturm von Troygen weste, /
wen er da mit was gewesen Herb
55.
1104;
Rûmolt der kuchenmeister dâ mite [bei
der Reisegesellschaft] muose sîn NibB
1288,2;
swâ der [Segramors] vehten
wânde vinden, / dâ muose man in binden, / odr er wolt dermite sîn
Parz
285,5;
Lanc
78,15.
–
daz ich iemer deheinen tac / nâch mînem herren
leben sol, / dâ mite enist mir doch niht wol Iw
1894;
swaz er in dâ spiles getete / mit handen oder mit
munde, / dazn gie niht von grunde: / daz herze dazn was niht dermite
Tr
7529;
Minne die verwærinne / dien dûhtes niht dâ mite
genuoc, / daz mans in edelen herzen truoc [...]
ebd.
11909.
16922
1.1.2
hinzufügend ‘dazu, auch noch, außerdem’
er lert uns diemuot unte site, / triwe unte warheit
dir mite VEzzo
236;
einen kvnic si zv tode sluc / vn zwene grefen dar
mite Herb
16494;
Patroclus hette gute site, / kvne vnde fro damite
ebd.
2994.
2078.
11305
u.ö.;
die gruozten ouch Tristanden / und sîne rotte dâ mite
Tr
5353.
2746.
3411;
BdN
110,23
1.2
temporal ‘(damit) zugleich, sogleich, darauf’
die kuningin hiez ir wise redenere / antwurten deme
heiligen man: / da mite huͦb sich der sent ane TrSilv
764;
do diu siben horn chlungen, / da mit wart Jericho gewunnen
SiebenZ
38;
NibB
316,1;
e er vollen vf geschriete, / do rante er vf in dar mite /
vnde sluc in gerichte / vnder daz ansichte Herb
6340.
534;
Wh
251,19;
da ez [
daz
mennisch
] mit weinen ende genimit, / da mit wirt ez gelebente
in got Hochz
345;
er zestach sîn sper unz an die hant. / dâ mite wart ouch
er gesant / ûz dem satel als ein sac Iw
2584;
Tr
6166.
18811;
SM:Had
11:7,8.
39:1,3;
Eckh
5:241,7.
–
‘währenddessen’
snitit ein man dis andirin corn· unde bigriphit un die
man damite, des diz corn is· edir di scuzzin· so sulin su den man phend
Mühlh
152,17.
153,8
u.ö.
1.3
modal ‘dadurch, auf diese Weise’
do gab siz [Eva den Apfel] ire
manne. da mit wart er uerleitet JPhys
8,18;
ich möhte wol verwâzen / mîne zornige site: / wan dâ
gewinnet niemen mite / niuwan schande unde schaden Iw
2028;
WälGa
7220;
Eckh
5:247,10;
Spec
27,19.
–
mit konsekutivem Aspekt ‘unter diesen Umständen, infolgedessen,
daher’
ir meinet ez alsô, daz ich / niht êlîche sî geborn /
und süle dâ mit hân verlorn / mîn lêhen und mîn lêhenreht Tr
5410;
dehein koufman hete ir site, / ern verdurbe dâ mite
Iw
7198;
nu weistu wol wie man daz iar in vier teile teilet. nu
wissist daz wir da mitte vier frone vasten hant MNat
8,24;
WälGa
7221;
Lanc
19,19
1.4
instrumental (häufigster Gebrauch) ‘damit, dadurch, mit dessen
Hilfe’
er uurte in siner hant / einen golt gewundenen gêr; / da
mite uruͦmt er / manigen zu der helle Rol
870;
dems turf si. den salbe dir mite [mit der
Heilsalbe]
Ipocr
301.
163
u.ö.;
MarlbRh
80,27;
nu sît dermit [mit dem Schwert des
Anfortas] ergetzet, / ob man iwer hie niht wol enpflege
Parz
239,28;
[...] guoter worte und guoter site. / dâ bist dû
getiuret mite MF:Mor
33b: 2,8;
Iw
2807.
7129;
erkante er vremeder lande site, / dâ bezzert er die sîne
mite / und würde selbe erkant dervan Tr
462;
Wig
846;
Lanc
40,17.
– mit besonderen Verben wie meinen, sagen, enbieten
usw.:
waz meinet got dâ mite, daz er disem alsô sêre lâget?
Eckh
5: 296,7;
Will
44,8;
daz golt, daz ir mir habet prâht, / dâ mit habet er
mir gesaget, / daz iz mir al einem wol gezeme, / daz ich den zins von ime
neme VAlex
1124.
er inbôt im ouch dâmite, / daz er noch trîe mânôt bite
ebd.
1133.
1118
2
relativ
2.1
modal ‘wodurch, auf welche Weise’
da horde man manigin vromen man / vromicliche rede han, /
da mide sie ir herren / hulfen grozzer erin Roth
554;
wen si [Eva] durch ir obirmaz /
den vorboten apfel az, / dar mete si tote menschlich kunne Brun
1351
2.2
instrumental ‘womit’
sinen besemen sol er bringen, / damite er sich reine
AvaJG
23,3;
dîe rôte mînes blûotes. da mít íh sîe erlôsta
Will
56,3;
VEzzo
381;
TannhBu
70;
diu frowe do vil drate / zo irme nezziline ginc, / da siu
den span mite vinc, / und begunde daz cruce scowin Eilh
M,3508;
Tr
14411;
bant, dâ mit ich si binde, / daz sint al die sinne mîn
KLD:UvL
8: 3,3;
Wig
6506;
KvWSchwanr
574;
die [Kuchen] sullen gewegen sin
mit dem gewihte, do man daz itel ruͤckin kaufbroͤt mit wiget
WüP
92,6
MWB 1 1217,39; Bearbeiter: Gärtner
darmwurm
stM.
Wurmart:
lumbricus: regenwurn, darnwurn VocOpt
46.054
MWB 1 1219,3; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) nâch
Adv.
meist dar-; auch dara-/dare-,
dô-, -nah und -nâ.
Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form
da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit nâch
und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. nâch
ausdrückt (vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 eine Abfolge bezeichnend ‘danach, anschließend, dahinter,
folglich’
1.1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend (i.d.R. zum Ausdruck einer temporalen
Abfolge) 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend (i.d.R. in Kontaktstellung) 1.1.2.1 temporal 1.1.2.2 zum Ausdruck eines Verhältnises von Ursache und Folge (selten) 1.1.2.3 reduziert auf die bloße Gliederungsfunktion innerhalb einer
schriftlichen Quelle (vgl. lat. item ) ‘außerdem,
ferner’
1.1.3 in konjunktionalen Wendungen, die die Beschaffenheit oder das Maß als
Variable des vorher oder anschließend Genannten darstellen ‘je nach
dem, wie; in dem Maße, wie’
1.2 das Ziel einer Bewegung oder eines Wünschens, Begehrens oder Strebens
bezeichnend ‘dahin, danach’
1.2.1 wiederaufnehmend 1.2.1.1 einzelne Ausdrücke 1.2.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.2.2 vorausweisend 2 relativ ‘wonach’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
eine Abfolge bezeichnend ‘danach, anschließend, dahinter,
folglich’
1.1.1
einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend (i.d.R. zum Ausdruck einer temporalen
Abfolge)
1.1.1.1
in Kontaktstellung:
iegliches het sehz stunde. daz erste daz ist die
mittenaht. darzuo horint drie stunden die der vor sint unde drie dar
nach MNat
9,12;
von den lantherren, / darnâch von armen und von rîchen / urloubt
er sich minniclichen Ottok
70602
1.1.1.2
in Distanzstellung:
– lokal:
zehen soumær hiez er vazzen: / die zogeten hin
die gazzen. / dâ riten zweinzec knappen nâch Parz
18,21.
– temporal:
mich müet iwer beider strît: / dâ sult ir bî
mir ruowen nâch Parz
760,3
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend (i.d.R. in
Kontaktstellung):
1.1.2.1
temporal:
trvcchinez allez an der sunnun. older in eineme
ofene. dar nach pulverez Ipocr
199;
gevalle ab mir der ungewin [verliere
aber ich (den Kampf)] , / sô tuot ir dar nâch als ir
welt Wig
2832;
so hilf dir irst und mir do na Brun
8105;
Tr
11163;
Iw
7062.
– mit weiterer adv. Bestimmung zu dâ(r)/ da(r)
nâch: nachgestellt:
danach zu hant Mühlh
107,9;
dar nach uber lanch Capsula
2;
VAlex
1019;
Tr
410;
da nach in einer kurzen zit StrAmis
309;
dar nach vber ahte tage Konr
7,36;
Eilh
St,7475;
Spec
29,9;
vorangestellt:
in vil kurzer zît darnâ LvRegFr
4597;
unlang darnach Lanc
22,25;
uber ein kurcz wil darnach ebd.
36,22.
– mit weiterer adv. Bestimmung neben dâ(r)/ da(r)
nâch:
dar nâch eines tages vruo Iw
3703
1.1.2.2
zum Ausdruck eines Verhältnises von Ursache und Folge (selten):
– in Kontaktstellung:
sin huf [seine
Hüfte] was ime uirlenket / darnah muse er hinken
VMos
28,20;
von trumben unt von floyten wart der schal sô
grôz, / daz Wormez diu vil wîte dar nâch lût’ erschal
NibB
808,3.
– in Distanzstellung:
ez ist maneges herren site, / dêr entuot noch
enlât / durch deheines mannes rât, / wan durch sîn selbes sinne, /
er verliese ode gewinne. / dâ gêt dicke schade nâ
Eracl
2705
1.1.2.3
reduziert auf die bloße Gliederungsfunktion innerhalb einer
schriftlichen Quelle (vgl. lat. item) ‘außerdem,
ferner’
darnach ist ein tîer heizit panthera
JPhys
2,1;
des heizet her [...] Antemok, / Aroyme,
darnach Thitan HeslApk
19407.
– wohl hierher und keine zweite Wendung dâ(r)/ da(r) nâch
daʒ [s.u.
1.1.3
dâ(r)/ da(r) nâch daʒ
‘je nach dem’] mit anderer Bedeutung [
‘gemäß dem, dass; damit’]):
darnach [:] daz ein
ieglich arm man sin guͦt geluste herzefuͤren dester
baz, so hat man gesetzt, daz ein ieglich schif sol geben nur 18
[
phenninc
]
WüP
72,12
1.1.3
in konjunktionalen Wendungen, die die Beschaffenheit oder das Maß als
Variable des vorher oder anschließend Genannten darstellen ‘je nach
dem, wie; in dem Maße, wie’
der [Stein] wandelet sine
varwe / so diche nach dem himele; / ist er trube oder gra, / da nach varwet
er sich sa HimmlJer
391.
–
al dâ(r)/ da(r) nâch:
ich bin beidenthalp bereit, / al darnâch daz lôz
geseit SM:UvS
23: 4,6;
wie wir gewartet haben der gebvrte vnsers herren
mit gvͦten werchen; al danach so werden wir hivte getrostet von
siner zvͦkvnfte Spec
20,2.
–
dâ(r)/ da(r) nâch daʒ:
die hetten sich gelazzen / zv tode vnde zv libe,
/ dar nach daz die schibe / des gluckes leuffet vnde get
Herb
13166.
–
dâ(r)/ da(r) nâch als/sô:
daz sî des endes kêrte / dar nâch als sî lêrte /
von dem horne der schal Iw
5800;
Tr
10781;
SM:EvS
1:13,12;
kumet der anegrifer in etzliche der andern vorgenanten stat, da
nach so es in kundet wirt, die sol den vfhalten UrkCorp (WMU)
1788AB,41.
–
dâ(r)/ da(r) nâch unde:
la du den zorn din / uber mich verworhten niht
gan; / dar nah unde ich daz garnet han, / so wære ich ewiclichen vlorn
SüklV
434;
daz gerihte hât aver sîne vorderunge hin ze enem
der den vride zerbrochen hât, dar nâch und diu schulde ist
SpdtL
168,11;
WüP
47,3;
SSpAug
215,2.
221,17.
212,7,
auch mit Distanz zwischen dâ(r)/ da(r) nâch und
unde:
sô sol er ez im dar nâch gelten, und ez wert was
des tages dô im der schade geschach SSpAug
211,9.
– korrespondierend mit einem anderen Ausdruck mit nâch
oder dâ(r)/ da(r) nâch:
und dar nâch daz die krefte der sêle durnehtiger
und vürbaz blôz sint, dar nâch nement sie mê durnehticlîcher und wîter,
swaz sie nement Eckh
5: 28,16;
wan nâch dem, daz iht dem andern glîcher ist, dar
nâch jaget ez mê dar zuo ebd.
5: 32,14
1.2
das Ziel einer Bewegung oder eines Wünschens, Begehrens oder Strebens
bezeichnend ‘dahin, danach’
1.2.1
wiederaufnehmend
1.2.1.1
einzelne Ausdrücke
– in Kontaktstellung:
er lie wol balde hine gân / des endes, dâ diu
stange lac. / nu er die hant dar nâch gewac, / nu hæte ouch Tristan
sîn sper / von ime geworfen und kam her / gerüeret mit dem swerte
Tr
16046.
– in Distanzstellung:
do gesach der vere, / daz vf einem berge ein
fur bran. / [...] da berichten sie sich
nach Herb
17172;
si [...] ezzent doch
flaisch haimleich an dem freitag: dâ sint si gar girig nâch
BdN
241,16;
Parz
163,1
1.2.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend:
– in Kontaktstellung:
her wolde gerne wider heim; / mit der
kuniginnen wart her des inein, / daz sie sich dar / nach schufen
GrRud
Ib 64;
Iw
2772;
ist, daz ir danach arbeitet, so werdet ir
gechronet uon dem oberosten rihtare Spec
140,16;
AvaJG
31,5.
– in Distanzstellung:
du solt im dîner minne solt / teiln: dâ wil
er dienen nâch Parz
716,15;
ir wollet in fride gwinnen: / da werbet nach
mit sinnen Herb
11436;
Iw
3164
1.2.2
vorausweisend:
das ist die vlissende barmherzekeit, die iemer danach
hungeret, das si unverdrossen den siechen si bereit Mechth
7: 36,42;
sô solt si trahten darnâch, / daz daz leit
[...] / fürbaz wurde vermiten Ottok
1843;
Iw
1786.
2
relativ ‘wonach’
2.1
in Kontaktstellung:
wan lânt si mich erwerben daz, / dâ nâch ich ie mit
triuwen ranc MF:Reinm
9: 2,8;
jâ enist ez niht wan gotes hulde und êre, / dar nâch diu welt sô sêre
vihtet Walth
20,26;
KLD:GvN
20:2,4;
NibB
2261,4
2.2
in Distanzstellung:
ir sulten zins hie infâhen, / dâ ir vil manegen tach
habeth nâch gesant VAlex
1522;
daz wir gewert werden des wir geren, daz wir vinden daz
wir suchen, daz uns auf getan werde da wir nach chlopfen
PrOberalt
104,7.
84,14;
Parz
338,26;
Konr
23,21
MWB 1 1219,5; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) nëben
Adv.
→
dar enëben
MWB 1 1221,8;
dâ(r)/ da(r) nider
Adv.
auch der nider.
Meist verstärktes nider in trennbaren Verbzusammensetzungen ( →
nider-).
in der Funktion eines Pron.-Adv.:
– lokal ‘darunter’
ûf der burc und dernider UvZLanz
7366.
– direktional ‘daunten hin’
wan er sluoc ime die selben hant, / diu nâch der stange was
gewant, / dazs an der erden belac, / [...] Urgân der
schadehafte man / greif mit der linken hant dernider, / die stangen zucter aber
wider / Tr
16057;
korrelierend mit einer vor- oder nachstehenden präp. Richtungs-/Zielangabe:
er saz zuo in dâ nider Iw
889;
Wh
251,5.
174,6;
diu ros in ouch gesâzen / ûf die hehsen dernider
UvZLanz
2553;
Tr
7025;
er [...] stach yn durch all syn
wapen [...] und furt yn darnyder biß off die erde
Lanc
65,26
MWB 1 1221,9; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) obe
Adv.
auch drob; Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft
die Form da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit obe und
kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. obe ausdrückt
(vgl. 1.1)
1 demonstrativ, i.d.R. einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend
‘darüber’
1.1 in Kontaktstellung 1.2 in Distanzstellung 2 relativ ‘worüber’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ, i.d.R. einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend
‘darüber’
1.1
in Kontaktstellung:
– lokal, über etw. positioniert (auch auf der Oberfläche), darüber
sich ereignend oder von außen darüber ragend:
alliz daz lobi, / swaz dir ist undir deme himili joch
dar obi SuTheol
324;
HvFreibTr
6385;
für das Hellîn [Gebiet des Hallstätter
Salzbergs] er kêrte / und machte darob ûf dem berc / ein
vestez hûs von holzwerc Ottok
8440;
al die porten und drob die wer / bevalh er dem
erlôsten her Wh
96,21;
Herb
7221;
ain hemd und ain rok, dar ob / ainen gaisthlichen mantel
WernhMl
12581;
Tr
15658.
6657;
KvWTurn
739;
NibB
365,3;
Agomennon do liez, / [...] /
in einen mermelsteine / Prothesilaum begraben. / mit guldinen buchstaben /
was gescriben dar dar obe / beide von sime lobe, /
[...] / vnd von anderre siner bideruekeit
Herb
6111;
Konr
10,12;
ain brot er in die hende nam: / [...] / sinen
segen er dar obe tet WernhMl
8194
u.ö.;
LvRegSyon
3139;
RvEBarl
6913;
als er die linden drobe [über dem
Brunnen] sach Iw
3930;
Tr
16741;
Lanc
141,10.
397,19;
übertr.
~ sitzen
‘an etw. lange/intensiv arbeiten’
ob ich ein jâr darob sæze, / mit getiht ich niht volmæze / ir klage
strenge / an der swær und an der lenge Ottok
21846;
wenne alle die engele drobe [
der
erzenîe
] gesezzen wæren
[...] sie möhten in drîzic hundert jâren sie sô
wol niemer hân gemachet PrBerth
1:292,34.37.
– auf ein Herrschaftsgebiet verweisend (im Vergleich zu dar
über nicht flächig sondern hierarchisch gedacht?):
swie ich der lande ein herre bin / und ein voget dar obe gezalt / so
enwil ich doch nicht mit gewalt / min undertanen twingen Hester
701.
– auf einen Grenzwert verweisend, über dem ein Wert liegt:
swer mit dien [verbotenen Münzen] ze Zúrich
marchtot under zehen schillingen, der git zehen schillinge, und dar obe, der
git ein pfunt der stat UrkAargau
1:5,45,14
(a. 1304).
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt:
so man daz zaichen hoͤret, so ist niemant so vestes mutes, er
erchom [erschrecke] dar obe PrOberalt
108,14;
im geschach gar wê dar obe PrBerth
2:84,31
1.2
in Distanzstellung:
dâ vlôz ein fonteine, / [...] /
dâ stuonden ouch drî linden obe Tr
16741
2
relativ ‘worüber’
2.1
in Kontaktstellung:
ez was ein grânât jâchant, / beide lanc unde breit. /
durch die lîhte in dünne sneit / swer in zeime tische maz; / dâ obe der wirt
durch rîchheit az Parz
233,24;
ze ain wenig hoͤwes [Heu] da was, / dar
ob sin vich stuͦnd und aͮs WernhMl
2588;
2.2
in Distanzstellung:
so endarf niemand wunder dunchen daz er von dem grab
ersten [auferstehen] mocht da der vil grozze stein ob
lach PrOberalt
85,14
MWB 1 1221,24; Bearbeiterin: Baumgarte
darre
swF.
→
derre
stF.
MWB 1 1222,20;
darren
swV.
→
derren
MWB 1 1222,21;
dart
Adv.
→
dort
MWB 1 1222,22;
dâ(r)/ da(r) über
Adv.
auch dir- und drüber. Distanzstellung v.a. in
Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit über
und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. über
ausdrückt (vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 wiederaufnehmend ‘darüber’
1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.2 vorausweisend 2 relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worüber’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
wiederaufnehmend ‘darüber’
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
in Kontaktstellung:
– direktional (i.d.R. zum Ausdruck des Überwindens von
Distanzen, seltener Hindernissen):
daz mere bezêihchenet dise uuerelt. du schêf
bizeichenent dîe hêiligen boten dîe diruber uôren
ÄPhys
10,6;
und furter [weiter
dahinter] was so groß gebrúche
[Sumpfgebiet] das nymant darúber
mocht komen Lanc
374,34;
Parz
399,26;
ein mûre alsô starc, / daz nieman wære alsô
karc, / der imer des gedæhte, / daz er iht drüber bræhte
UvZLanz
218;
Tr
4664.
– mit lokaler Komponente (i.d.R. zum Ausdruck der Ausdehnung
[z.B. beim vollständigen Überdecken von etw. oder des Handelns in
einer Fläche auf oder oberhalb von jmdm./etw]; übertr. zur Angabe
eines Geltungsbereichs):
lege sie [die gebratene
Gans] in ein schoͤn vaz vnd guͤz daz
condimente dar vͤber BvgSp
26;
Herb
8721;
do tet er daz chræutz dar uͤber und
zebrast daz vaz [mit dem Gift]
PrOberalt
106,31;
Lucid
101,1;
ein bat [in der
Hölle]
[...] gemischet von
fúr [Feuer] und von beche,
[...]. ein dikke vinster nebel gieng
dar úber als ein swarzú hut gezogen Mechth
3: 15,32;
Wâleys und Anschouwe, / dar über was si
frouwe Parz
103,8;
Tr
13932;
dem iz gelobt wurde [...] derselbe
verwindet in [den Täter] wol
[...] des gelubdes mit den ratluten, di
darüber gewest sin StRFreiberg
110,16
1.1.1.2
in Distanzstellung:
sîn lant und sîn êre / dâ bat ern hêrre über sîn
Tr
18737;
ist hie icht, des ich han, / da svlt ir vber
gebieten lan Herb
12096;
ich wart vor disem buͦche gewarnet, und
wart von menschen also gesaget: woͤlte man es nit bewaren, da
moͤhte ein brant úber varen Mechth
2: 26,3
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend:
– ein Maß überschreitend (selten):
ich gab ime weizzes ubergnuht, oles und wînes
uberfluz. / neheine sâlde hân ich ûz genomen, waz mag ich dar ubere zuo
dir choden Gen
1209;
der [deren] krefte blibent also
gevangen in den gebresten daz sú darúber nút enkunnent kummen
Tauler
24,8;
[er soll nutzen] alse vil als im dâ von ûf sî
[sei] gesetzet; swaz er dar über nutzet,
daz ist unreht SpdtL
146,15;
Mühlh
126,11;
Iw
5735.
–
‘über ein genanntes Gebot/Gesetz hinweg’
wer darüber den andirn ledit [läd] zu
Menze oder anderswar an geistlich geryͤte [Gerichte
(und nicht vor die zuständige weltliche Instanz)]
UrkFriedb
70
(a. 1305);
unde tuont si ez dar über, ez rihtet got über si
BuchdKg
52,5.
– i.d.R. Bezugnahme zum Inhalt von Denken und Sprechen:
dû endarft in dér wîse niht sîn beworren mit
spîse noch mit kleidern, ob sie dich ze guot dünkent, sunder wene dînen
grunt und dîn gemüete, daz ez verre dar über erhaben sî
Eckh
5: 255,9;
der ne wil selbe nicht sin / dar ubir richtere
TrSilv
696.
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt ‘in
Bezug darauf’
âne die buͦzze, die daruͤber von
alter gesetzet ist WüP
106k,4;
Parz
465,7
1.2
vorausweisend:
herre laz uns dar uͦbre [dort
hinüber] / hin ze Marssilien: / ich gelege in da nidere
Rol
1845.
– mit dem folgenden Nebensatz korrelierend:
welh reht daruber hoeret, der den andern beschadiget
in sime chorn tages oder nahtes StRAugsb
6,32;
nieman ensol och dar úber griffen das die lerer gesprochen hant, die
es mit lebende ervolget hant und disem nach gegangen sint das si es von dem
heiligen geiste habent Tauler
299,25
2
relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worüber’
2.1
in Kontaktstellung:
wer hoffe hat, darvber er voite [Vögte] hat
KlKsr
2,116;
dâ vor ein tiefez wazzer ran, / dar über ein brücke was bereit
PleierTand
5609
2.2
in Distanzstellung:
dô gelante Turnûs / vor eine borch dâ Dampnûs / sîn vater hêre uber was
En
7738;
das oberste teil des clotes das ist ein hoͤhi, da
nút úber ist Mechth
6: 31,31
MWB 1 1222,23; Bearbeiterin: Baumgarte
darüberjâ
Interj.
übers. lat. quippini
‘freilich, allerdings’
darubirjâ, sêlic sint di, di daz wort gotis hôrin und iz behalden EvBeh
Lk 11,28
MWB 1 1223,42; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) ûf, -ûfe
Adv.
auch dor, druf und druf(f)e; in Distanzstellung
häufig die Form uf(f)e, die sonst eher selten ist; Distanzstellung v.a. in
Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form (bes. lokal ) da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit ûf
und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. ûf ausdrückt
(vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.2 vorausweisend 2 relativ, einzelne Ausdrücke aufnehmend ‘worauf’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
in Kontaktstellung:
– lokal ‘darauf’
die svln von dem gvͦte enkein stivre gebin, aber die
livte, die da vf sizzent, die svln stivre gebin UrkCorp (WMU)
33A,33;
der rîter sich dô underwant / des schœnen
pfärdes sâ zehant / und alles des dar ûffe lac Wig
3257;
der vrouwen schiltvezzel ein edel porte was.
/ dar ûfe lâgen steine grüene sam ein gras NibB
436,2;
länkloteu
[längliche] dingl, diu hangent an den
haseln, ê daz die nuz dar auf gewahsen BdN
373,28;
Parz
459,26;
PrBerthKl
3,101;
– direktional ‘darauf, da hinauf’
das selbe subert ouch tifen wunden unde
heilet si, ob di wurzel mit wilder kerbiln unde mit honege gestosen
druf wirt geleit Macer
51,17;
dô sprungen fiures flammen / ûz helmen
[...] dô mit den swerten wart getân /
darûf sô manec grimmer slac KvWTurn
801;
suͤdez wol in mandelmilich vnd
tuͦ denne zvcker dor vf BvgSp
62;
Eckh
5:113,6;
BdN
443,18.
– final, übertr. auf das Ziel eines Wünschens oder Strebens
oder Handelns, oder den Fokus der Aufmerksamkeit:
dar umb schol man der stain pild in êren
haben. iedoch schol niemant sein hoffenung ganz dar auf werfen
BdN
466,21;
ich erloͤse auch in. / lant, luͤte, hertz und
sin / muͦz mir dar uf gân, ez geschehe! WhvÖst
15251;
swaz mir leides kan geschehen, / dar ûf ahte
ich harte kleine KLD:UvL
19: 4,6;
Wig
6197;
SM:UvS
21:1,2.
– Abfolge, in Bezugnahme übergehend:
nu hain wir gehort clage vͦnses herren
[...] inde antwͦrde der burgere
[...], inde dar vͦp sprechgin
wir alsus UrkCorp (WMU)
83,8;
alse die brieve sprechgint, die druͦp bescrieven sient
ebd.
83,14;
daz ich vnd min hosvrowe [...] dar vf
furbar dehein ansprach haben sulen ebd.
2917,19;
er [...] klagt
[...] / umb des goteshûses zehent, /
darûf der bischolf was jehent, / si heten sich gedienet ab / umb daz
guot, daz er gap / bischolf Uolrichen Ottok
24171.
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt
‘in Bezug darauf’
mit alme dem rechte, so er druffe [in Bezug auf
den Hof] het UrkCorp (WMU)
592,13;
vnd sol oͮch dv́ gemeinde
[...] niemer stúre noch gewerft dar vf
gelegen ebd.
3392,24;
so gent dar ovf ze wandel [...] sehse
schilling ebd.
2739,5;
dc si es [das Gut]
[...] niemer ansprechich machen noch si
drufe irren mit worten alde mit werchen ebd.
318,33;
swer eime gaste dirre geschichte deheine tete
unverschuldet, der sal die bezzerunge halbe tuͦn, die
daruͦf gesetzet ist WüP
7h,3.
106b,3
1.1.1.2
in Distanzstellung:
man legete sin fleisch vnde sin gebein / in einen
edeln mermel stein. / da stunt vffe gescriben, / wie er in strite was
bliben Herb
12047;
diu pluom hât ainen hôhen stengel, dâ stêt auf
diu pluom ze obrist BdN
412,22;
–
da mag aber nieman uf komen, im werde von
minne aller sin irdenscher wille benomen Mechth
4: 3,63
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend:
– Abfolge, in Bezugnahme übergehend:
daz was in unsirs hêrrin jârn / tûsint und drithalbhundirt / nûne
darûf gesûndirt NvJer
10512;
diu gotes hûs si mêrten / [...] / si
begunden dar ûf [in Bezug darauf, damit]
zeigen / ir lêhen und ir eigen / und sich selben
[...] / ze allem guote bereit Tund
1951;
ez sprichet unser herre: ich bin mit dem menschen
in lîdenne. dar ûf sprichet sant Bernhart: herre, bist dû mit uns in
lîdenne, sô gip mir lîden alle zît Eckh
5: 51,1.
– Abfolge, ins Temporale übergehend:
ind dan soilen vnse herren vanme raide [vom
Rat]
[...] weder vp in die kamer gaen, ind laissen
sijch [...] in den vurschr.
[vorher beschriebenen] saichen beraden,
ind darvp eyn yeclich man von vn vp synen eyt sprechen sal
UrkKöln
1,40
(14. Jh.);
dâ ainer pfifferling az und trank met dar auf
und starb zehant BdN
402,6
1.2
vorausweisend:
darûf ich ie schrîje wâfen: / ez ist gegen mir ir haz
SM:Had
11: 4,10;
er reit vil manege reise / [...] die er hæte
verlân, / wære si dar ûf [auf der Grundlage von,
deshalb] niht getân / daz mîn lieber herre / dir getriute
verre Er
6099.
– korrelierend mit einem abh. Satz:
si kan den man darûf wol reizen / daz er unbildes vil
begât KvWLd
2,43;
hie merke, daz man allen vlîz sol dar ûf legen, daz
man guot sî Eckh
5: 198,7;
swie doch diu werde herzogîn / darûf mit flîze stelle
/ daz si des landes welle / mit ir hêrschefte phlegen
KvWSchwanr
501;
daz ich her in mînen tagen / mich dar ûf geflizzen hân,
/ [...] / wie ich mit mîner zungen daz / verdiente
Wig
56;
Parz
458,10
2
relativ, einzelne Ausdrücke aufnehmend ‘worauf’
2.1
in Kontaktstellung:
– lokal:
daz vesteste fundament, dar ûf disiu volkomenheit
gestân mac, daz ist dêmüeticheit Eckh
5: 433,6;
wan ez [stehendes Gewässer]
nimt pœs dünst von der erden, dar auf ez stêt BdN
105,22;
an eim hohen reyn, daroff man alles das lant mocht
beschauwen Lanc
6,23;
MarlbRh
129,7;
Parz
816,22;
übertr.:
ein garten in dem mose, da vf ein schilling selgeretes lit
UrkCorp (WMU)
3024,15;
vmbe des jungen greuen burglehen ze Lutern, da vffe er giht ebd.
1524,33;
– direktional:
si spaltent und swerzent diu dinch, dar auf si
vallent BdN
95,6.
87,17;
– final, übertr. auf das Ziel eines Strebens oder Handelns:
si treit den helfelîchen gruoz, / der mich an vröiden
rîchen mac. / dar ûf ich iemer dienen muoz MF:Wolfr
3: 2,3;
kunic Stephan ungrischen fluochte. / swer daz immer widerspræche, /
daz er sich an dem kunic ræche. / darûf vil gerâten wart Ottok
10304
2.2
in Distanzstellung:
– lokal:
dîe sûle da der dísk ûffe lág. dîe uuâron sílberin
Will
52,2;
diu erde [...], / da wir uffe
in ungwis totliche leben Himmelr
2,21;
nû gienc er vür den palas, / da der junkherre ûffe was
RvEBarl
1446;
NibB
1050,2;
Herb
16297.
– direktional:
wan man vindet perg sô hôch, dâ nie kain regen auf
kom BdN
83,5.
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt ‘in Bezug
darauf’
da niemen dehain ansprach ouf hat UrkCorp (WMU)
N491,26;
vnd han im da fur geantwrt ein pfant in sin gewalt, da er daz
guͦt vffe sol haben ebd.
1080,38
MWB 1 1223,45; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) umbe
Adv.
auch der umbe,
do umbe,
dar umme und drumme;
Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form
da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit umbe
und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. umbe
ausdrückt (vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke (i.d.R. zum Ausdruck lokaler Bezüge) ‘darum
(herum)’
1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend ‘deshalb, dafür,
hinsichtlich dessen’
1.1.2.1 in Kontaktstellung 1.1.2.2 in Distanzstellung 1.1.2.3 phras.: waz darumbe?
‘Was soll’s?, Na und?, Was macht das
schon?’
1.2 vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz 1.2.1 Anschluss mit swaz 1.2.2 Anschluss mit obe 1.2.3 Anschluss mit wan 1.2.4 Anschluss mit daʒ 1.2.4.1 übergehend zur zweigliedrigen Konj. (?) (s.a. umbe daz
2
5 Mhd. Gr. § S 176) 2 relativ ‘weshalb’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke (i.d.R. zum Ausdruck lokaler Bezüge) ‘darum
(herum)’
Gyon was genant die vlut. / die lant darumme waren gut Pass III
485,14;
mit andirn doͤrfern, dv́ da vmbe ligent UrkCorp (WMU)
271,12;
JPhys
2,8;
da bisazzir [belagerte er]
eini burch [...] do sazzer drumbi, daz is war, /
mer danni ein jar ÄJud
109;
da mit wart Jericho gewunnen; / si gien drumbe siben
stunt, / do vil diu mure sa zestunt SiebenZ
39;
VMos
52,22
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend ‘deshalb, dafür,
hinsichtlich dessen’
1.1.2.1
in Kontaktstellung:
– kausal:
sie ne hatten die kleider noch die ros / dar
vmbe verbot / man en Constantinis hof Roth
1318;
er was ie miltes muotes. / dar umbe sul wir prisen / den
phaffen Amisen StrAmis
2479;
waz danne, ist mîn liebe ir nit bekant? / und
ob mir darumbe wê geschicht, / dulde ich dâvon smerzen
SM:Te
9: 3,7;
ReinFu
K,160.
– final:
daz disev rede stete vnd vnzeprochen hin fuͤr behalten
werde, do vmbe geben wir [...] disen
gegenburtigen prief UrkCorp (WMU)
3302,38.
– Gegenwert, -leistung angebend:
helfet mir daz ich gelebe / daz im der rede werde buoz. / swaz
ich dar umbe geben muoz / daz gib ich gerner danne ich lebe
StrAmis
2262;
gib mir zu sprechen sulche ding, / daz der vorste adir der
koning / dir dar umme ein lob sage Brun
1130;
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt
‘in Bezug darauf’
daz er im sagte mere, / waz sines rechtes
drvmme were ReinFu
K,1748;
herre, als mir dar vmbe ist kvnt, / so sprich
ich bi dem eide ebd.
K,1624;
ich enweiz niht vm die dri, / wie ez dar vmb
kvmen si Herb
4818
1.1.2.2
in Distanzstellung:
solt ich nu drumbe ersterben, / sô muoz ich
leisten sicherheit / die sîn hant an mir erstreit. / dâ râtet umbe: des
ist nôt Parz
424,27;
jst aber, daz ainer lavgent, [...] da sol
vmb geschehen, swaz die vorgenanten sehs ratgeben dar vmb ertailent
UrkCorp (WMU)
1699,31
1.1.2.3
phras.: waz darumbe?
‘Was soll’s?, Na und?, Was macht das
schon?’
waz dar umbe, ist verswunden uns der sumer? des
mac werden rât, / sîn zît wirt wol wider funden KLD:UvL
50: 1,1;
al die wîle mich diu guote / vremeden wil, sone
wirt mir niemer wol ze muote. / waz darumbe? ist ez nu sus, so was ez
lîhte anders dô SM:UvS
9: 1,7;
waz darumbe, heiliger vater? ich geloubez und binez sicher daz ich
got gesehen sol in aller siner vroweden HlReg
28,3;
SM:HvS
2:2,11;
MF:Reinm
10:4,3.
18:1,3
1.2
vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz
1.2.1
Anschluss mit swaz:
sol mîn vröide alsô zergân, / sone gebe ich niht dar
umbe, swaz ich her gelebet hân MF:Reinm
33: 1,6
1.2.2
Anschluss mit obe:
wan ern gæbe drumbe niht ein strô, / ob sî mit glîchem
valle / dâ zehant alle / lægen ûf der bâren Iw
1440;
nieman darf darumbe frâgen, / ob ich geswigen an sange
bin SM:Tr
1: 5,1
1.2.3
Anschluss mit wan:
warumme der merretich zu erst gessin mit ander spise
immer uf get zu leszisten, daz ist dar umme, wan er zu ersten dowet
Macer
90,2;
‘warumb?’ sprach Key.
‘aldarumb’, sprach Lancelot, ‘wann er sere vil beßer
ritter sol syn dann ir, der herumb vechten sol.’ Lanc
525,33
1.2.4
Anschluss mit daʒ:
waz her drumme tete, / daz sin muͦter sus geredit hete
TrSilv
508;
daz sie [...] immer dar vmme
rungen / daz sie gotis hulde gewunnen Ägidius
1028;
SM:JvR
1:6,1;
die guͦten sehent die ubelen in der helle
darunbe, daz ir fróde deste grozer si, daz si bi in niht ensint
Lucid
130,11;
were aber, daz einer des nicht tuͦn wolte dar
umme, daz er lichte nicht hete gesworn WüP
7h,6;
‘warumb?’ sprach Key.
‘aldarumb’, sprach Lancelot, ‘das ich sie befridden wil
vor allen den die ir arg wollen thun.’ Lanc
602,16
1.2.4.1
übergehend zur zweigliedrigen Konj. (?) (s.a. umbe daz
2
5Mhd. Gr. § S 176):
– satzeinleitend (aber eingebettet in eine syntaktische
Gesamtstruktur, die nicht ganz klar ist):
dar umbe daz er swachen gruoz / vater unde muoter bôt, / des
leit er schande unde nôt Helmbr
1692.
– am Versanfang (darumbe nicht vor der Versgrenze;
die Hgg. der Prosaquellen interpungieren fast immer darumbe,
daz [vgl. z.B. die voranstehenden Belege aus
WüP und Lucid ]):
huote ist verlorn an wîbe, / dar umbe daz
dekein man / der übelen niht gehüeten kan Tr
17873;
Dares vnder dem fride / vmbe reit aller der
ritter schar, / dar vmbe daz er neme war, / wie ir iegelicher were
getan Herb
2910;
ouch minnen ich dich bit allen sinnen /
darümb, dat ich der vröud gesinnen, / diͤ allen minnern
gemeine is MarlbRh
68,38;
Wig
2937.
– satzeinleitendes darumbe daʒ, bei dem das
darumbe aus dem Folgesatz vorgezogen und verdoppelt
ist:
darumbe, das er die fursten vnd die altherren
strafte, darumbe hiengen si in Konr
10,90;
dar umbe daz etwenne raten under daz korn
vellet, dar umbe ensol man daz edel korn niht verwerfen
Eckh
5: 231,5
2
relativ ‘weshalb’
2.1
in Kontaktstellung:
nu ist reht daz ich leiste / dar umbe ich allermeiste / her zuo iu gesant
bin Mantel(W)
542;
han ich tzuobrochen din gebot, / da vmme ich diner hulde
vnpere, / daz soltu lutterliche / vur kiesen TannhBu
57
2.2
in Distanzstellung:
iren schaden [...], da si ir buͤrgen vmb
gemant heten UrkCorp (WMU)
2284,17;
ân vmb die sache, da wir vnser hantveste [...]
einander vmb gegebn habn ebd.
935,6
MWB 1 1225,44; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) unde
Adv.
auch drunde; oft im Reim.
1
‘(da)unten’
2 in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. (vgl. dâ(r)/ da(r) unden und
dâ(r)/ da(r) under ) 2.1
‘darunter’
2.2
‘dazwischen’
1
‘(da)unten’
sô daz trüebe danne gevellet / und sich der most ze wîne stellet / und er
gelûtert von grunde, / sô daz die gerben ligent drunde LvRegSyon
2657.
3434
2
in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. (vgl. dâ(r)/ da(r) unden und
dâ(r)/ da(r) under)
2.1
‘darunter’
an siner gehuhte / sint daz mer joch die lufte, / elliu
apgrunde / unde daz ist dar unde Hochz
479;
ir schilte sint von alter sô: / Tyturel si brâhte dô / an
sînen sun rois Frimutel: / dar unde vlôs der degen snel / von einer tjoste ouch
sînen lîp Parz
474,12.
687,28.
756,30;
Hector mit dem dritten / spielt im den helm mitten /
durch die huben dar vnde. [: wunde
]
Herb
10359.
4988
2.2
‘dazwischen’
wît unt hôch gelîche / als man der venster siule sach, /
der art was obene al daz dach. / dechein sûl stuont dar unde / diu sich gelîchen
kunde / der grôzen sûl dâ zwischen stuont Parz
589,27.
257,12;
do enwas da nieren dehein kiel / noch mensche dar vnde, /
er sluge in zv grunde Herb
17190.
10753
MWB 1 1227,30; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) unden
Adv.
in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. (vgl. dâ(r)/ da(r) unde und
dâ(r)/ da(r) under) ‘darunter’
wiste her [der Teufel] die brunnien dar unden
[die Brünne (das Göttliche) unter der menschlichen
Gestalt] / he inhedde sich is ni under wunden WernhvN
491;
dru des heiligin crucis ort / sint des giloubin dru wort; / dar
undin ist daz virdi, / der driir ein gimeiniu redi SuTheol
167;
wohl hierher (nämlich unter der Last, vgl. Wh
352,5) und nicht ‘dazwischen’ (vgl. dar
unde und dar under):
manec soumær muose tragn / kappeln unde kamergewant. / manec
soum mit harnasche erkant / giengen ouch dar unden, / helm oben drûf gebunden / bî
manegem schilde wol getân Parz
669,7
MWB 1 1227,51; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) under
Adv.
auch drunder; Distanzstellung (nur 1.1.1.1.2 und relativ) v.a. in
Satzanfangsposition, dort die Form da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit
under und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp.
under ausdrückt (vgl. 1.1)
1 demonstrativ ‘darunter, dazwischen, unterdessen’
1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 lokal ‘darunter’
1.1.1.2 direktional 1.1.1.3 temporal, zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.1.2.1 direktional, Bewegung in etw./eine Menge hinein ‘da hinein,
darunter’
1.1.2.2 temporal, zum Ausdruck des zeitlichen Zusammentreffens mit etw.
anderem ‘indessen’
1.2 vorausweisend, mit dem Inhalt des folgenden Nebensatzes korrelierend 2 relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worunter’
1
demonstrativ ‘darunter, dazwischen, unterdessen’
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
lokal ‘darunter’
1.1.1.1.1
Lage unterhalb von etw. ‘darunter, unterhalb
dessen’
ez sî ein schœniu burc vast
[...] / dar under lac ein market guot
UvZLanz
5433;
di geswer di da werdent an der leber di sint
etwenne oben dran. oder nider drunder SalArz
54,56;
eime andern [flog ein
Pfeil] durch des schildes ort / vnd durch den, der
drunder saz Herb
6395;
wenn diu jungen rephüendl sich fürhtent, daz
man si vâhen well, sô hebent si die ertschollen auf mit irn füezen
und verpergent sich dar under BdN
215,27;
daz was iedoch ein swærer last. / karroschen
giengen drunder: / die zugen dâ besunder / gewâpendiu merrinder
Wh
352,5;
übertr.:
swie grôz daz lîden sî, kumet ez durch
got, dar under lîdet got ze dem êrsten Eckh
5: 229,2;
wissent daz hievon manig mensche
gestorben ist, das man sich diseme wunderlichen grossen werke
[Gottes] also sere ergap das es
die nature nút erliden moͤhte und derunder brach
Tauler
53,31.
– ein Maß unterschreitend:
sie [die
Geldbeseher] suͤllen auch nemen ze
loͤne von 1 phunt [des nicht zugelassenen
Geldes] oder von 10 ß h einen heller und
drunder nisniht ab des geltes minner ist WüP
64,4
1.1.1.1.2
Lage innerhalb von etw./einer Menge ‘dazwischen,
darunter, darin’
daz lut was heidin / undi was doch
undirscheidin. / dar undir warin, / di dir von goti larin
ÄJud
5;
er geruochte selber dô / daz beste ûz sînen
rossen weln. / [...] im keinez drunder / ze
strîte lützel tohte KvWSchwanr
988;
NibB
90,2.
2242,2;
daz die dri herren iedoch dar
under [in den Evangelien] lv́zel
geschriben heten von der ewigen gotheit Konr
3 W1,136;
sint gewan sie mit deme helede / manige werlt
wunne / vnde ovch trube dar vnder Roth
1924;
er müese dâ grôzen kumber doln / dar under
den gewizzen tôt Wig
3371.
– Distanzstellung:
volkes ein michel wunder. / dâ wârn ouch
ritter under, / die wâren komen von Kardigân
UvZLanz
2256;
die frowen beliben mit sorgen /
[...] / dâ was vil manegiu under, /
diu der hôchzît wol hete enborn Eracl
1914;
si heten [...] / einen schoc
grôzen, / dâ wâren besunder / wol funfzic ros under Ottok
6122
1.1.1.2
direktional
1.1.1.2.1
Bewegung unter etw. ‘darunter, da hinunter, da
herunter’
ein tieffir charchære, /
[...] / der was mit wurmen besezzen. /
dar undir swief der herre / sine ungetriwe chnehte verre
Hochz
172;
sus heten si gevohten, / daz diu ors niht
mêre enmohten: / dô sturzten si dar under, / ensamt, niht besunder
Parz
211,23.
– rechtsspr.: sich ~ binden (aus der
Vorstellung des unter der Urkunde hängenden Sigels)
‘sich an einen Vertrag binden’
so binden wier ivns dar vnder ze tvnde, swaz dirre brief
set UrkCorp (WMU)
3256,4
1.1.1.2.2
Bewegung in etw./eine Menge hinein ‘da hinein,
darunter’
so es danne gesoten sei, so misch alaun dar
vnder BairFärb
4,5.
11,3;
so du wilt machen ein guͦt
vastenmuͦs, so nim bersige vnd dicke mandelmilich drunder
BvgSp
62;
KvWLd
32,71;
übertr.:
der bâbes hiez die rede scrîben, /
besigelen vil vaste, / daz nehaine bôse liste / dar under iht
wurden gestôzen / von anderen den genôzen Kchr
9846
1.1.1.3
temporal, zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit
– bei parallelen Handlungssequenzen ‘unterdessen,
gleichzeitig; zu jener/ zur selben Zeit’
daz er zeiner stet daz heilige gotes wort
lert, dǐ hiez Ephesvs, vnde wie er och da vil mængez grozez zeichen
begienc, da er [...] die heidenschaft mit
bekert. dar vnder so was och da zer selben stete ein vil wiser man,
der was ein heiden Konr
3 W1,40.
– innerhalb einer Handlungssequenz (oder einer anderen
Einheit) ‘währenddessen, dabei’
der kaiser sin gebet / uil diche hin ze gote
tet. / uil innechliken er dar unter nante / sinen neuen
Roͮlanten Rol
3022.
3015;
frouwe, an dir ist wundir: / muotir und magit
dar undir MarseqM
29
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.1.2.1
direktional, Bewegung in etw./eine Menge hinein ‘da hinein,
darunter’
der keiser wache oder slafe, / si huͦtent
alumbe. / [...] / swelhe dar under drungen, /
den were gereite der tot Rol
2302;
übertr.:
gehaz ie allen wiben / er [Keye]
wande, daz ez beliben / der künec also lieze. / er trahte wie er
stieze / dar under sine kündekeit Mantel
851
1.1.2.2
temporal, zum Ausdruck des zeitlichen Zusammentreffens mit etw.
anderem ‘indessen’
swie vil ich anders vröuden habe, / mich müet
doch dar under, daz si ist vor mir sô vrî MF:Reinm
40: 4,4;
nu hœrt von âventiure sagen, / und helfet mir dar
under klagen / Gâwâns grôzen kumber Parz
399,2.
– mit Bezug auf Gesprächssituationen:
diu frouwe jach, si wolde phlegen, / als ir got het geboten; /
darunder jâhen die boten / [...] / wolde si
gar wol verdienen, / sô solt si trahten darnâch, / daz daz leit
[...] wurde vermiten Ottok
1840;
ist daz war dar undir daz daheime noch ist ivr minnister
bruͦdir GenM
90,27
1.2
vorausweisend, mit dem Inhalt des folgenden Nebensatzes korrelierend:
das geschiecht / von der geitichait pesunder, / das sy
gewingnuss habent darunder [vgl. 1.1.1.3
] /
das man die menschen verderben tuet Teichn
602,60
2
relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worunter’
dô gab si im ze minnen / eine hût alsô guot / dâ under er ist wol behuot
StrDan
4304;
des êrten si vil billîche / die tugende, dârunder sie / zuo der tohter von
Syon gie LvRegSyon
3205;
mit der stet insigel zi Beuron, dar vnder wir vns gibvnden haben
UrkCorp (WMU)
N739,4.
2445,40.
– in Distanzstellung:
dâbî sicht man boume blüen, / dâ wir under suln schowen /
schœner frowen mangen tanz SM:Had
21: 1,11;
das oberste teil von irme hemde, da si únsern herren
under hatte getragen Mechth
5: 23,58;
driu tûsent rîter vor und nâch, / dâ man under vüeren
sach / vil liehtiu baniere Wig
10648;
UrkCorp (WMU)
39,12.
MWB 1 1228,1; Bearbeiterin: Baumgarte |