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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dâ(r)/ da(r) hin - dâ(r)/ da(r) under    


dâ(r)/ da(r) hin Adv. dar hin nur LivlChr 11567. 1 räuml.
1.1 demonstr. ‘dorthin’
1.2 relativ ‘wohin’
2 zeitl.
2.1 demonstr. ‘bis dahin’
2.2 relativ ‘bis wann’
3 für das Ziel, den Gegenstand, auf die ein Handeln, Wollen usw. gerichtet ist, ‘darauf, danach’ usw.
4 ‘fort’
   1 räuml.    1.1 demonstr. ‘dorthin’ er hat iv geheizzen, daz er ivch dahine bringe, da er selbe ist Spec 117,19; die da hin ze himele fuoren Hochz 917; er bat sich wîsen zuo zir grabe. / dâ gienger trûrende hin Tr 18649    1.2 relativ ‘wohin’ an allen stetin, da wir hin comin mugin UrkCorp (WMU) 135,17; kleine rûwe si nâmen, / biz sie dâ [La. do ] hine quâmen, / dar [La. do ] sie wâren hine gesant LivlChr 11566f.    2 zeitl.    2.1 demonstr. ‘bis dahin’ nû haben wir niwan drî wochen dâ hin, daz wir den almehtigen got süln emphâhen PrBerth 1:657,4; ez ist niht lanch dahin, dc si mich werdent sehende ze himel varen PrSchw 2,140    2.2 relativ ‘bis wann’ den frid sol nieman widerbieten e ze der zeit, da er von erst hin gmachet ist UrkCorp (WMU) 475A,23    3 für das Ziel, den Gegenstand, auf die ein Handeln, Wollen usw. gerichtet ist, ‘darauf, danach’ usw.: dar an vleiz er sich sêre, / dâ stuont al sîn gedanc hin Tr 18743; dâ hin was Riwalînes ger ebd. 454; dvrich die lieb, die wier da hin [zum Stift Lilienfeld] heten UrkCorp (WMU) 3238,42; sprech denn da hin ‘gegen das urteil’ imen, dem tvͦ daz reht ebd. 631,30    4 ‘fort’ ta hina ist ein michel menegi; / sie wandan iemer hie sin MemMori 9; so ist aller mîn trôst dâ hin Iw 4736; swie ich gesinge alde ie gesanc, / daz sî alsam ein niht dahin SM:UvS 4: 2,4. den alten namen legite wir da hine, / von der touffe wurte wir alle gotes chint VEzzo 205; sus gênt mîniu jâr dahin SM:KvL 9: 2,9; daz sie al ze scrietin / also ein stop daz da hine weite Roth 2746; Karl uirgiltet mir drie stunt / swaz er des mines da hin fuͦret Rol 3801. der vröide mîn den besten teil / hât er dâ hin [fortgenommen] MF:Hartm 5:4,6; wil si, daz ich fröide trîbe, / daz stât an ir einer lîbe: / sî hât mich dahin SM:Wi 5: 2,9

MWB 1 1214,36; Bearbeiter: Plate

dâ(r)/ da(r) hinder Adv. steht als Pron.-Adv. im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit hinder. ‘dahinter’ 1 wiederaufnehmend
2 vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz
   1 wiederaufnehmend: den hof vnd die matten der hinder UrkCorp (WMU) 592,21. 870,35; und floh durch jene kamer in ein baumgarten; darhinder was ein waßer mit zauber gemacht Lanc 573,10; WernhMl 10008. – übertr.: es lag aber etwas verborgen schaden da hinder [hinter den Worten] einvaltigen und anvahenden menschen, wan im gebrast alzemal noturftiges underschaides Seuse 97,15. 9,6. – bezogen auf die Zustimmung zu einem Vertrag: sich ~ binden oder jmdn. ~ bringen: so henkent die bv́rger von Clingenowe ir ingesigel an disen brief ze einer gelvͦbnvste dirre dinge [...] vnd bindint sich anders niht dar hindir UrkCorp 3467,42; daz mîne broͮder [Hs. boͮder ] des guͦtes, des si mir shvldig sint, suln anthaizig werden, swem ich wil [...] vnd svnt die burgen oͮch der hinder bringen ebd. 2356,38    2 vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz: daz ich daz ors mit sporn sluoc / [...] / dâ hinder eines vingers breit / dâ der surzengel ist geleit Greg 1603

MWB 1 1215,9; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) în Adv. auch der-, dor- in und drin, sowie Formen mit kurzem i. Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da. Direktionales Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdruck mit în (durch den Reim als kurz ausgewiesene in oder solche, deren Vokallänge nicht ermittelbar ist, werden, wenn sie direktional verwendet werden, hier behandelt, solche in lokaler Verwendung als Kurzformen von → dâ(r)/ da(r) inne ) 1 demonstrativ ‘dort hinein, darein’
1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend
1.1.1 in Kontaktstellung
1.1.2 in Distanzstellung
1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
2 relativ ‘wo hinein, worein’
2.1 in Kontaktstellung
2.2 in Distanzstellung
   1 demonstrativ ‘dort hinein, darein’    1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend    1.1.1 in Kontaktstellung: ein ritter in dem schiffe slief: / der hæte sich darîn geleit KvWSchwanr 257; dise giengent ungelich in den wingarten; die einen daz sint anhebende lúte, die gont darin mit usserlicher arbeite Tauler 29,29; Tr 8762; VMos 79,26; KvWLd 20,5; die dar vzze wesen solden, / die wolden gerne dar in Herb 14451; sô der wint kom drîn gevlogen UvZLanz 4891; der herre im wirken bat / sehs houbet porten dar in [ : bin, in die Stadtmauer] Herb 1841; sîn harnasch lac bî im gar, / snellîch er wart gewâpent drîn Wh 103,27; Roth 1949. – übertr.: von schulden ich den kumber dol; / ich brâhte selbe mich dar in MF:Reinm 42: 3,9; sliuz ûf dîn gemüete, / lâ liebe darîn SM:UvB 1: 3,3; wirt enem danne diu gewer erteilet, unde wîset man in danne dar în von gerihtes halben SpdtL 228,1. 227,19; KLD:Kzl 2:15,7; Tr 9907    1.1.2 in Distanzstellung: tugende rîche frouwe mîn, / wizze daz mich jâmert sêre / in daz reine herze dîn. / dâ solt dû mich hûsen in KLD:UvL 41: 1,6; und vant von âventiure / obene an der fossiure / ein tougenlîchez vensterlîn; / dâ luogeter mit vorhten în Tr 17436    1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend: ez [der Plan, Achilles eine Falle zu stellen] ge zv schaden oder zv frumen. / ich bin so verre dar in kvmen, / daz ichz widerreden niht ensol Herb 13512; das [Stehlen] gehoͤrt sere an geistliche menschen die sich dicke ziehent zuͦ eren, [...] der im got nút enmeint und ir nút engebruchet, als got von im wolte und billichen solte, und tringet sich drin Tauler 261,15    2 relativ ‘wo hinein, worein’    2.1 in Kontaktstellung: dez [Königs] lîp was umbevangen / mit purpur edel unde frisch, / darîn der vogel und der visch / geleit rîlichen dûhten KvWTurn 546; nim denne ein faz oder ein schaf [Gefäß] , dor in du ez wilt tuͦn, vnd waschez gar rein BvgSp 2; vnd suͤln ouz der selben stat, da in wir varn, nimmer chom UrkCorp (WMU) 1920,33. – übertr.: allen den ban, dar in wir phaffen vnd legen [Laien] hant getan UrkCorp (WMU) N10AB,23    2.2 in Distanzstellung: unt vant [im offenen Grab Christi] niht mê / wan diu tuch da ich in ê / selbe het ingepunten GvJudenb 3368

MWB 1 1215,31; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) inne, -innen Adv. auch der-, dor- inne(n), sowie drinne und dinne. Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da. Lokales Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdruck mit inne/innen (durch den Reim als kurz ausgewiesene in oder solche, deren Vokallänge nicht ermittelbar ist, werden, wenn sie lokal verwendet werden, hier als Kurzformen von dâ(r)/ da(r) inne behandelt, solche in direktionaler Verwendung unter → dâ(r)/ da(r) în [direktionales dâ(r)/ da(r) inne bei Konr 9,11. 11,31. 11,85. 14,91 ]) 1 demonstrativ ‘dort innen, darin’
1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend
1.1.1 in Kontaktstellung
1.1.2 in Distanzstellung
1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
2 relativ ‘worin’
2.1 in Kontaktstellung
2.2 in Distanzstellung
   1 demonstrativ ‘dort innen, darin’    1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend    1.1.1 in Kontaktstellung: er gahet zeinem brunne, / er badet sich dar inne Hochz 590; VMos 17,15; ir arme, die sint also karg, / daz sich noch nieman drin verbarg SM:Wi 9: 8,4; durch die mûre man wol sach / allez daz dar inne was, / wan si was lûter als ein glas Wig 4605; do sach er [...] / einen schilt von lasure, / dar inne einen lewen glizen Herb 1329; SM:AvR 1:3,4; Lanc 380,22. – übertr.: der enzwei braeche mir daz herze mîn, / der möhte sî schône drinne schouwen MF:Mor 6a: 1,4; KLD:BvH 15:1,2; ez [...] wundirt mich sêre, [...] daz dû unt andire die apostoli unsirs herrin zwô unt sibincic zungin alsô wole sprechint, alse die dinne geborn sint PrMd(J) 350,26; sich uerwandelet ir stimme, / ein uorchte wart dar inne Rol 312    1.1.2 in Distanzstellung: er chom uil selten / uon siner muͦter gezelte / dar lirnote [lernte] er inne VMos 22,1. 57,22; matrix ist di stat, da das kint in der muter libe inne ligt Macer 17,10; klâr alsam diu sunne / ist dîn liehtez ougenbrehen: / dâ müezze ich in kurzer zît / mich noh frœlîch inne ersehen SM:St 12: 3,7; Tr 10966    1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend: er sol sich ie mit den zwein kreften der vernunft und des willen erheben und sîn aller bestez dar inne in dem hœhsten nemen Eckh 5: 212,5    2 relativ ‘worin’    2.1 in Kontaktstellung: die lade von gezierde cluoc, / darinnen er daz herze truoc KvWHerzm 370; den hoffe [...] zcu Reichenbach, dor ynnen dye brudir wonen UrkCorp (WMU) 222AB,46; sant Augustînus sprichet, daz der allerbeste die geschrift vernimet [...] in dem geiste, dar inne si geschriben ist Eckh 5: 42,23; Wig 3485; Lanc 621,6    2.2 in Distanzstellung: diu archa [...] / diu ûf dem wazzer swebete, / dâ Noe inne lebete VAlex 1472; nû hât mîn dienst niht vervangen, / da ich mit sorgen inne galtet bin SM:Tr 2: 5,4; in al den rehte, da si nuͦ in is UrkCorp (WMU) 55,38

MWB 1 1216,22; Bearbeiterin: Baumgarte

darkomen stN. ‘das Dorthinkommen’ ‘Got der wonit und innewonit in eime lichte da nicht zugangis inist’. da inist kein zuganc, da ist ein dar cumen Parad 64,16. alteʒ ~ ‘Althergebrachtes’ (vgl. dare 1.2.2): wan beiden tailen tack dar geben wære ze endehaftem rehte, als ez altez dar komen wære mit rehten tagen vnd mit vrtail UrkCorp (WMU) 1131,31

MWB 1 1217,9; Bearbeiterin: Baumgarte

darkunft stF. ‘das (Herbei)kommen’ sîner darkünfte gap er lôn / dâ mit und hiez in vor im gên Wh 249,24

MWB 1 1217,17; Bearbeiterin: Baumgarte

darm stM. Pl. überw. nicht umgelautet Nom./Akk. darme, Dat. darmen (übliche Form in SalArz (s.u.), Macer z.B. 80,3, BenRez 48; derme (übliche Form in OvBaierl z.B. 44,7, SM:Had 20:2,4 ); Akk. Pl. vereinzelt auch dermer SalArz 82,52. ‘Darm’ trifera [...] ist [...] ouch gut fur den sichtum in dem magen. vnde in den darmen SalArz 104,57 u.ö.; er sluc [...] durch den buch in den darm Herb 8891; nim dri gesotene smale swinez darme BvgSp 22 u.ö.

MWB 1 1217,20; Bearbeiterin: Baumgarte

darmgiht stF. (stN. bei Lexer 1,412 15. Jh.) ‘Bauchweh, Darmkrämpfe’ diu wurz [...] ist guot für die wind in dem leib und für die darmgiht und für etleich stechent smerzen BdN 426,9. 446,20

MWB 1 1217,30; Bearbeiterin: Baumgarte

darmgürtel stM. ‘Bauchriemen’ (zur Befestigung des Sattels): der brûder von dem satelhûs sal den brûderen geben riemen zu stegereifen, zugele, halfteren, darmgurtelen StatDtOrd 110,13 u.ö.; Er 818. 1453. 7681; Parz 197,7

MWB 1 1217,34; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) mite Pron.-Adv. , abgeschwächt auch dermit(e), dirmite. Zu Gebrauch und Bedeutung vgl. → mite Präp. mit weiteren Belegen. 1 demonstrativ
1.1 lokal und übertr.
1.1.1 das Zusammensein bezeichnend ‘dabei; in Zusammenhang damit’
1.1.2 hinzufügend ‘dazu, auch noch, außerdem’
1.2 temporal ‘(damit) zugleich, sogleich, darauf’
1.3 modal ‘dadurch, auf diese Weise’
1.4 instrumental (häufigster Gebrauch) ‘damit, dadurch, mit dessen Hilfe’
2 relativ
2.1 modal ‘wodurch, auf welche Weise’
2.2 instrumental ‘womit’
   1 demonstrativ    1.1 lokal und übertr.    1.1.1 das Zusammensein bezeichnend ‘dabei; in Zusammenhang damit’ Tares der aller beste / den sturm von Troygen weste, / wen er da mit was gewesen Herb 55. 1104; Rûmolt der kuchenmeister dâ mite [bei der Reisegesellschaft] muose sîn NibB 1288,2; swâ der [Segramors] vehten wânde vinden, / dâ muose man in binden, / odr er wolt dermite sîn Parz 285,5; Lanc 78,15. daz ich iemer deheinen tac / nâch mînem herren leben sol, / dâ mite enist mir doch niht wol Iw 1894; swaz er in dâ spiles getete / mit handen oder mit munde, / dazn gie niht von grunde: / daz herze dazn was niht dermite Tr 7529; Minne die verwærinne / dien dûhtes niht dâ mite genuoc, / daz mans in edelen herzen truoc [...] ebd. 11909. 16922    1.1.2 hinzufügend ‘dazu, auch noch, außerdem’ er lert uns diemuot unte site, / triwe unte warheit dir mite VEzzo 236; einen kvnic si zv tode sluc / vn zwene grefen dar mite Herb 16494; Patroclus hette gute site, / kvne vnde fro damite ebd. 2994. 2078. 11305 u.ö.; die gruozten ouch Tristanden / und sîne rotte dâ mite Tr 5353. 2746. 3411; BdN 110,23    1.2 temporal ‘(damit) zugleich, sogleich, darauf’ die kuningin hiez ir wise redenere / antwurten deme heiligen man: / da mite huͦb sich der sent ane TrSilv 764; do diu siben horn chlungen, / da mit wart Jericho gewunnen SiebenZ 38; NibB 316,1; e er vollen vf geschriete, / do rante er vf in dar mite / vnde sluc in gerichte / vnder daz ansichte Herb 6340. 534; Wh 251,19; da ez [ daz mennisch ] mit weinen ende genimit, / da mit wirt ez gelebente in got Hochz 345; er zestach sîn sper unz an die hant. / dâ mite wart ouch er gesant / ûz dem satel als ein sac Iw 2584; Tr 6166. 18811; SM:Had 11:7,8. 39:1,3; Eckh 5:241,7. – ‘währenddessen’ snitit ein man dis andirin corn· unde bigriphit un die man damite, des diz corn is· edir di scuzzin· so sulin su den man phend Mühlh 152,17. 153,8 u.ö.    1.3 modal ‘dadurch, auf diese Weise’ do gab siz [Eva den Apfel] ire manne. da mit wart er uerleitet JPhys 8,18; ich möhte wol verwâzen / mîne zornige site: / wan dâ gewinnet niemen mite / niuwan schande unde schaden Iw 2028; WälGa 7220; Eckh 5:247,10; Spec 27,19. mit konsekutivem Aspekt ‘unter diesen Umständen, infolgedessen, daher’ ir meinet ez alsô, daz ich / niht êlîche sî geborn / und süle dâ mit hân verlorn / mîn lêhen und mîn lêhenreht Tr 5410; dehein koufman hete ir site, / ern verdurbe dâ mite Iw 7198; nu weistu wol wie man daz iar in vier teile teilet. nu wissist daz wir da mitte vier frone vasten hant MNat 8,24; WälGa 7221; Lanc 19,19    1.4 instrumental (häufigster Gebrauch) ‘damit, dadurch, mit dessen Hilfe’ er uurte in siner hant / einen golt gewundenen gêr; / da mite uruͦmt er / manigen zu der helle Rol 870; dems turf si. den salbe dir mite [mit der Heilsalbe] Ipocr 301. 163 u.ö.; MarlbRh 80,27; nu sît dermit [mit dem Schwert des Anfortas] ergetzet, / ob man iwer hie niht wol enpflege Parz 239,28; [...] guoter worte und guoter site. / dâ bist dû getiuret mite MF:Mor 33b: 2,8; Iw 2807. 7129; erkante er vremeder lande site, / dâ bezzert er die sîne mite / und würde selbe erkant dervan Tr 462; Wig 846; Lanc 40,17. – mit besonderen Verben wie meinen, sagen, enbieten usw.: waz meinet got dâ mite, daz er disem alsô sêre lâget? Eckh 5: 296,7; Will 44,8; daz golt, daz ir mir habet prâht, / dâ mit habet er mir gesaget, / daz iz mir al einem wol gezeme, / daz ich den zins von ime neme VAlex 1124. er inbôt im ouch dâmite, / daz er noch trîe mânôt bite ebd. 1133. 1118    2 relativ    2.1 modal ‘wodurch, auf welche Weise’ da horde man manigin vromen man / vromicliche rede han, / da mide sie ir herren / hulfen grozzer erin Roth 554; wen si [Eva] durch ir obirmaz / den vorboten apfel az, / dar mete si tote menschlich kunne Brun 1351    2.2 instrumental ‘womit’ sinen besemen sol er bringen, / damite er sich reine AvaJG 23,3; dîe rôte mînes blûotes. da mít íh sîe erlôsta Will 56,3; VEzzo 381; TannhBu 70; diu frowe do vil drate / zo irme nezziline ginc, / da siu den span mite vinc, / und begunde daz cruce scowin Eilh M,3508; Tr 14411; bant, dâ mit ich si binde, / daz sint al die sinne mîn KLD:UvL 8: 3,3; Wig 6506; KvWSchwanr 574; die [Kuchen] sullen gewegen sin mit dem gewihte, do man daz itel ruͤckin kaufbroͤt mit wiget WüP 92,6

MWB 1 1217,39; Bearbeiter: Gärtner

darmwurm stM. Wurmart: lumbricus: regenwurn, darnwurn VocOpt 46.054

MWB 1 1219,3; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) nâch Adv. meist dar-; auch dara-/dare-, dô-, -nah und -. Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da. Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit nâch und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. nâch ausdrückt (vgl. 1.1) 1 demonstrativ
1.1 eine Abfolge bezeichnend ‘danach, anschließend, dahinter, folglich’
1.1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend (i.d.R. zum Ausdruck einer temporalen Abfolge)
1.1.1.1 in Kontaktstellung
1.1.1.2 in Distanzstellung
1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend (i.d.R. in Kontaktstellung)
1.1.2.1 temporal
1.1.2.2 zum Ausdruck eines Verhältnises von Ursache und Folge (selten)
1.1.2.3 reduziert auf die bloße Gliederungsfunktion innerhalb einer schriftlichen Quelle (vgl. lat. item ) ‘außerdem, ferner’
1.1.3 in konjunktionalen Wendungen, die die Beschaffenheit oder das Maß als Variable des vorher oder anschließend Genannten darstellen ‘je nach dem, wie; in dem Maße, wie’
1.2 das Ziel einer Bewegung oder eines Wünschens, Begehrens oder Strebens bezeichnend ‘dahin, danach’
1.2.1 wiederaufnehmend
1.2.1.1 einzelne Ausdrücke
1.2.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.2.2 vorausweisend
2 relativ ‘wonach’
2.1 in Kontaktstellung
2.2 in Distanzstellung
   1 demonstrativ    1.1 eine Abfolge bezeichnend ‘danach, anschließend, dahinter, folglich’    1.1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend (i.d.R. zum Ausdruck einer temporalen Abfolge)    1.1.1.1 in Kontaktstellung: iegliches het sehz stunde. daz erste daz ist die mittenaht. darzuo horint drie stunden die der vor sint unde drie dar nach MNat 9,12; von den lantherren, / darnâch von armen und von rîchen / urloubt er sich minniclichen Ottok 70602    1.1.1.2 in Distanzstellung: – lokal: zehen soumær hiez er vazzen: / die zogeten hin die gazzen. / dâ riten zweinzec knappen nâch Parz 18,21. – temporal: mich müet iwer beider strît: / dâ sult ir bî mir ruowen nâch Parz 760,3    1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend (i.d.R. in Kontaktstellung):    1.1.2.1 temporal: trvcchinez allez an der sunnun. older in eineme ofene. dar nach pulverez Ipocr 199; gevalle ab mir der ungewin [verliere aber ich (den Kampf)] , / sô tuot ir dar nâch als ir welt Wig 2832; so hilf dir irst und mir do na Brun 8105; Tr 11163; Iw 7062. – mit weiterer adv. Bestimmung zu dâ(r)/ da(r) nâch: nachgestellt: danach zu hant Mühlh 107,9; dar nach uber lanch Capsula 2; VAlex 1019; Tr 410; da nach in einer kurzen zit StrAmis 309; dar nach vber ahte tage Konr 7,36; Eilh St,7475; Spec 29,9; vorangestellt: in vil kurzer zît darnâ LvRegFr 4597; unlang darnach Lanc 22,25; uber ein kurcz wil darnach ebd. 36,22. – mit weiterer adv. Bestimmung neben dâ(r)/ da(r) nâch: dar nâch eines tages vruo Iw 3703    1.1.2.2 zum Ausdruck eines Verhältnises von Ursache und Folge (selten): – in Kontaktstellung: sin huf [seine Hüfte] was ime uirlenket / darnah muse er hinken VMos 28,20; von trumben unt von floyten wart der schal sô grôz, / daz Wormez diu vil wîte dar nâch lût’ erschal NibB 808,3. – in Distanzstellung: ez ist maneges herren site, / dêr entuot noch enlât / durch deheines mannes rât, / wan durch sîn selbes sinne, / er verliese ode gewinne. / dâ gêt dicke schade nâ Eracl 2705    1.1.2.3 reduziert auf die bloße Gliederungsfunktion innerhalb einer schriftlichen Quelle (vgl. lat. item) ‘außerdem, ferner’ darnach ist ein tîer heizit panthera JPhys 2,1; des heizet her [...] Antemok, / Aroyme, darnach Thitan HeslApk 19407. – wohl hierher und keine zweite Wendung dâ(r)/ da(r) nâch daʒ [s.u. 1.1.3 dâ(r)/ da(r) nâch daʒ ‘je nach dem’] mit anderer Bedeutung [ ‘gemäß dem, dass; damit’]): darnach [:] daz ein ieglich arm man sin guͦt geluste herzefuͤren dester baz, so hat man gesetzt, daz ein ieglich schif sol geben nur 18 [ phenninc ] WüP 72,12    1.1.3 in konjunktionalen Wendungen, die die Beschaffenheit oder das Maß als Variable des vorher oder anschließend Genannten darstellen ‘je nach dem, wie; in dem Maße, wie’ der [Stein] wandelet sine varwe / so diche nach dem himele; / ist er trube oder gra, / da nach varwet er sich sa HimmlJer 391. al dâ(r)/ da(r) nâch: ich bin beidenthalp bereit, / al darnâch daz lôz geseit SM:UvS 23: 4,6; wie wir gewartet haben der gebvrte vnsers herren mit gvͦten werchen; al danach so werden wir hivte getrostet von siner zvͦkvnfte Spec 20,2. dâ(r)/ da(r) nâch daʒ: die hetten sich gelazzen / zv tode vnde zv libe, / dar nach daz die schibe / des gluckes leuffet vnde get Herb 13166. dâ(r)/ da(r) nâch als/sô: daz sî des endes kêrte / dar nâch als sî lêrte / von dem horne der schal Iw 5800; Tr 10781; SM:EvS 1:13,12; kumet der anegrifer in etzliche der andern vorgenanten stat, da nach so es in kundet wirt, die sol den vfhalten UrkCorp (WMU) 1788AB,41. dâ(r)/ da(r) nâch unde: la du den zorn din / uber mich verworhten niht gan; / dar nah unde ich daz garnet han, / so wære ich ewiclichen vlorn SüklV 434; daz gerihte hât aver sîne vorderunge hin ze enem der den vride zerbrochen hât, dar nâch und diu schulde ist SpdtL 168,11; WüP 47,3; SSpAug 215,2. 221,17. 212,7, auch mit Distanz zwischen dâ(r)/ da(r) nâch und unde: sô sol er ez im dar nâch gelten, und ez wert was des tages dô im der schade geschach SSpAug 211,9. – korrespondierend mit einem anderen Ausdruck mit nâch oder dâ(r)/ da(r) nâch: und dar nâch daz die krefte der sêle durnehtiger und vürbaz blôz sint, dar nâch nement sie mê durnehticlîcher und wîter, swaz sie nement Eckh 5: 28,16; wan nâch dem, daz iht dem andern glîcher ist, dar nâch jaget ez mê dar zuo ebd. 5: 32,14    1.2 das Ziel einer Bewegung oder eines Wünschens, Begehrens oder Strebens bezeichnend ‘dahin, danach’    1.2.1 wiederaufnehmend    1.2.1.1 einzelne Ausdrücke – in Kontaktstellung: er lie wol balde hine gân / des endes, dâ diu stange lac. / nu er die hant dar nâch gewac, / nu hæte ouch Tristan sîn sper / von ime geworfen und kam her / gerüeret mit dem swerte Tr 16046. – in Distanzstellung: do gesach der vere, / daz vf einem berge ein fur bran. / [...] da berichten sie sich nach Herb 17172; si [...] ezzent doch flaisch haimleich an dem freitag: dâ sint si gar girig nâch BdN 241,16; Parz 163,1    1.2.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend: – in Kontaktstellung: her wolde gerne wider heim; / mit der kuniginnen wart her des inein, / daz sie sich dar / nach schufen GrRud Ib 64; Iw 2772; ist, daz ir danach arbeitet, so werdet ir gechronet uon dem oberosten rihtare Spec 140,16; AvaJG 31,5. – in Distanzstellung: du solt im dîner minne solt / teiln: dâ wil er dienen nâch Parz 716,15; ir wollet in fride gwinnen: / da werbet nach mit sinnen Herb 11436; Iw 3164    1.2.2 vorausweisend: das ist die vlissende barmherzekeit, die iemer danach hungeret, das si unverdrossen den siechen si bereit Mechth 7: 36,42; sô solt si trahten darnâch, / daz daz leit [...] / fürbaz wurde vermiten Ottok 1843; Iw 1786.    2 relativ ‘wonach’    2.1 in Kontaktstellung: wan lânt si mich erwerben daz, / dâ nâch ich ie mit triuwen ranc MF:Reinm 9: 2,8; jâ enist ez niht wan gotes hulde und êre, / dar nâch diu welt sô sêre vihtet Walth 20,26; KLD:GvN 20:2,4; NibB 2261,4    2.2 in Distanzstellung: ir sulten zins hie infâhen, / dâ ir vil manegen tach habeth nâch gesant VAlex 1522; daz wir gewert werden des wir geren, daz wir vinden daz wir suchen, daz uns auf getan werde da wir nach chlopfen PrOberalt 104,7. 84,14; Parz 338,26; Konr 23,21

MWB 1 1219,5; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) nëben Adv. dar enëben

MWB 1 1221,8;

dâ(r)/ da(r) nider Adv. auch der nider. Meist verstärktes nider in trennbaren Verbzusammensetzungen ( → nider-). in der Funktion eines Pron.-Adv.: – lokal ‘darunter’ ûf der burc und dernider UvZLanz 7366. – direktional ‘daunten hin’ wan er sluoc ime die selben hant, / diu nâch der stange was gewant, / dazs an der erden belac, / [...] Urgân der schadehafte man / greif mit der linken hant dernider, / die stangen zucter aber wider / Tr 16057; korrelierend mit einer vor- oder nachstehenden präp. Richtungs-/Zielangabe: er saz zuo in dâ nider Iw 889; Wh 251,5. 174,6; diu ros in ouch gesâzen / ûf die hehsen dernider UvZLanz 2553; Tr 7025; er [...] stach yn durch all syn wapen [...] und furt yn darnyder biß off die erde Lanc 65,26

MWB 1 1221,9; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) obe Adv. auch drob; Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da. Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit obe und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. obe ausdrückt (vgl. 1.1) 1 demonstrativ, i.d.R. einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend ‘darüber’
1.1 in Kontaktstellung
1.2 in Distanzstellung
2 relativ ‘worüber’
2.1 in Kontaktstellung
2.2 in Distanzstellung
   1 demonstrativ, i.d.R. einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend ‘darüber’    1.1 in Kontaktstellung: – lokal, über etw. positioniert (auch auf der Oberfläche), darüber sich ereignend oder von außen darüber ragend: alliz daz lobi, / swaz dir ist undir deme himili joch dar obi SuTheol 324; HvFreibTr 6385; für das Hellîn [Gebiet des Hallstätter Salzbergs] er kêrte / und machte darob ûf dem berc / ein vestez hûs von holzwerc Ottok 8440; al die porten und drob die wer / bevalh er dem erlôsten her Wh 96,21; Herb 7221; ain hemd und ain rok, dar ob / ainen gaisthlichen mantel WernhMl 12581; Tr 15658. 6657; KvWTurn 739; NibB 365,3; Agomennon do liez, / [...] / in einen mermelsteine / Prothesilaum begraben. / mit guldinen buchstaben / was gescriben dar dar obe / beide von sime lobe, / [...] / vnd von anderre siner bideruekeit Herb 6111; Konr 10,12; ain brot er in die hende nam: / [...] / sinen segen er dar obe tet WernhMl 8194 u.ö.; LvRegSyon 3139; RvEBarl 6913; als er die linden drobe [über dem Brunnen] sach Iw 3930; Tr 16741; Lanc 141,10. 397,19; übertr. ~ sitzen ‘an etw. lange/intensiv arbeiten’ ob ich ein jâr darob sæze, / mit getiht ich niht volmæze / ir klage strenge / an der swær und an der lenge Ottok 21846; wenne alle die engele drobe [ der erzenîe ] gesezzen wæren [...] sie möhten in drîzic hundert jâren sie sô wol niemer hân gemachet PrBerth 1:292,34.37. – auf ein Herrschaftsgebiet verweisend (im Vergleich zu dar über nicht flächig sondern hierarchisch gedacht?): swie ich der lande ein herre bin / und ein voget dar obe gezalt / so enwil ich doch nicht mit gewalt / min undertanen twingen Hester 701. – auf einen Grenzwert verweisend, über dem ein Wert liegt: swer mit dien [verbotenen Münzen] ze Zúrich marchtot under zehen schillingen, der git zehen schillinge, und dar obe, der git ein pfunt der stat UrkAargau 1:5,45,14 (a. 1304). – auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt: so man daz zaichen hoͤret, so ist niemant so vestes mutes, er erchom [erschrecke] dar obe PrOberalt 108,14; im geschach gar wê dar obe PrBerth 2:84,31    1.2 in Distanzstellung: dâ vlôz ein fonteine, / [...] / dâ stuonden ouch drî linden obe Tr 16741    2 relativ ‘worüber’    2.1 in Kontaktstellung: ez was ein grânât jâchant, / beide lanc unde breit. / durch die lîhte in dünne sneit / swer in zeime tische maz; / dâ obe der wirt durch rîchheit az Parz 233,24; ze ain wenig hoͤwes [Heu] da was, / dar ob sin vich stuͦnd und aͮs WernhMl 2588;    2.2 in Distanzstellung: so endarf niemand wunder dunchen daz er von dem grab ersten [auferstehen] mocht da der vil grozze stein ob lach PrOberalt 85,14

MWB 1 1221,24; Bearbeiterin: Baumgarte

darre swF. derre stF.

MWB 1 1222,20;

darren swV. derren

MWB 1 1222,21;

dart Adv. dort

MWB 1 1222,22;

dâ(r)/ da(r) über Adv. auch dir- und drüber. Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da. Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit über und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. über ausdrückt (vgl. 1.1) 1 demonstrativ
1.1 wiederaufnehmend ‘darüber’
1.1.1 einzelne Ausdrücke
1.1.1.1 in Kontaktstellung
1.1.1.2 in Distanzstellung
1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.2 vorausweisend
2 relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worüber’
2.1 in Kontaktstellung
2.2 in Distanzstellung
   1 demonstrativ    1.1 wiederaufnehmend ‘darüber’    1.1.1 einzelne Ausdrücke    1.1.1.1 in Kontaktstellung: – direktional (i.d.R. zum Ausdruck des Überwindens von Distanzen, seltener Hindernissen): daz mere bezêihchenet dise uuerelt. du schêf bizeichenent dîe hêiligen boten dîe diruber uôren ÄPhys 10,6; und furter [weiter dahinter] was so groß gebrúche [Sumpfgebiet] das nymant darúber mocht komen Lanc 374,34; Parz 399,26; ein mûre alsô starc, / daz nieman wære alsô karc, / der imer des gedæhte, / daz er iht drüber bræhte UvZLanz 218; Tr 4664. – mit lokaler Komponente (i.d.R. zum Ausdruck der Ausdehnung [z.B. beim vollständigen Überdecken von etw. oder des Handelns in einer Fläche auf oder oberhalb von jmdm./etw]; übertr. zur Angabe eines Geltungsbereichs): lege sie [die gebratene Gans] in ein schoͤn vaz vnd guͤz daz condimente dar vͤber BvgSp 26; Herb 8721; do tet er daz chræutz dar uͤber und zebrast daz vaz [mit dem Gift] PrOberalt 106,31; Lucid 101,1; ein bat [in der Hölle] [...] gemischet von fúr [Feuer] und von beche, [...]. ein dikke vinster nebel gieng dar úber als ein swarzú hut gezogen Mechth 3: 15,32; Wâleys und Anschouwe, / dar über was si frouwe Parz 103,8; Tr 13932; dem iz gelobt wurde [...] derselbe verwindet in [den Täter] wol [...] des gelubdes mit den ratluten, di darüber gewest sin StRFreiberg 110,16    1.1.1.2 in Distanzstellung: sîn lant und sîn êre / dâ bat ern hêrre über sîn Tr 18737; ist hie icht, des ich han, / da svlt ir vber gebieten lan Herb 12096; ich wart vor disem buͦche gewarnet, und wart von menschen also gesaget: woͤlte man es nit bewaren, da moͤhte ein brant úber varen Mechth 2: 26,3    1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend: – ein Maß überschreitend (selten): ich gab ime weizzes ubergnuht, oles und wînes uberfluz. / neheine sâlde hân ich ûz genomen, waz mag ich dar ubere zuo dir choden Gen 1209; der [deren] krefte blibent also gevangen in den gebresten daz sú darúber nút enkunnent kummen Tauler 24,8; [er soll nutzen] alse vil als im dâ von ûf sî [sei] gesetzet; swaz er dar über nutzet, daz ist unreht SpdtL 146,15; Mühlh 126,11; Iw 5735. – ‘über ein genanntes Gebot/Gesetz hinweg’ wer darüber den andirn ledit [läd] zu Menze oder anderswar an geistlich geryͤte [Gerichte (und nicht vor die zuständige weltliche Instanz)] UrkFriedb 70 (a. 1305); unde tuont si ez dar über, ez rihtet got über si BuchdKg 52,5. – i.d.R. Bezugnahme zum Inhalt von Denken und Sprechen: dû endarft in dér wîse niht sîn beworren mit spîse noch mit kleidern, ob sie dich ze guot dünkent, sunder wene dînen grunt und dîn gemüete, daz ez verre dar über erhaben sî Eckh 5: 255,9; der ne wil selbe nicht sin / dar ubir richtere TrSilv 696. – auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt ‘in Bezug darauf’ âne die buͦzze, die daruͤber von alter gesetzet ist WüP 106k,4; Parz 465,7    1.2 vorausweisend: herre laz uns dar uͦbre [dort hinüber] / hin ze Marssilien: / ich gelege in da nidere Rol 1845. – mit dem folgenden Nebensatz korrelierend: welh reht daruber hoeret, der den andern beschadiget in sime chorn tages oder nahtes StRAugsb 6,32; nieman ensol och dar úber griffen das die lerer gesprochen hant, die es mit lebende ervolget hant und disem nach gegangen sint das si es von dem heiligen geiste habent Tauler 299,25    2 relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worüber’    2.1 in Kontaktstellung: wer hoffe hat, darvber er voite [Vögte] hat KlKsr 2,116; dâ vor ein tiefez wazzer ran, / dar über ein brücke was bereit PleierTand 5609    2.2 in Distanzstellung: dô gelante Turnûs / vor eine borch dâ Dampnûs / sîn vater hêre uber was En 7738; das oberste teil des clotes das ist ein hoͤhi, da nút úber ist Mechth 6: 31,31

MWB 1 1222,23; Bearbeiterin: Baumgarte

darüberjâ Interj. übers. lat. quippini ‘freilich, allerdings’ darubirjâ, sêlic sint di, di daz wort gotis hôrin und iz behalden EvBeh Lk 11,28

MWB 1 1223,42; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) ûf, -ûfe Adv. auch dor, druf und druf(f)e; in Distanzstellung häufig die Form uf(f)e, die sonst eher selten ist; Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form (bes. lokal ) da. Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit ûf und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. ûf ausdrückt (vgl. 1.1) 1 demonstrativ
1.1 wiederaufnehmend
1.1.1 einzelne Ausdrücke
1.1.1.1 in Kontaktstellung
1.1.1.2 in Distanzstellung
1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.2 vorausweisend
2 relativ, einzelne Ausdrücke aufnehmend ‘worauf’
2.1 in Kontaktstellung
2.2 in Distanzstellung
   1 demonstrativ    1.1 wiederaufnehmend    1.1.1 einzelne Ausdrücke    1.1.1.1 in Kontaktstellung: – lokal ‘darauf’ die svln von dem gvͦte enkein stivre gebin, aber die livte, die da vf sizzent, die svln stivre gebin UrkCorp (WMU) 33A,33; der rîter sich dô underwant / des schœnen pfärdes sâ zehant / und alles des dar ûffe lac Wig 3257; der vrouwen schiltvezzel ein edel porte was. / dar ûfe lâgen steine grüene sam ein gras NibB 436,2; länkloteu [längliche] dingl, diu hangent an den haseln, ê daz die nuz dar auf gewahsen BdN 373,28; Parz 459,26; PrBerthKl 3,101; – direktional ‘darauf, da hinauf’ das selbe subert ouch tifen wunden unde heilet si, ob di wurzel mit wilder kerbiln unde mit honege gestosen druf wirt geleit Macer 51,17; dô sprungen fiures flammen / ûz helmen [...] dô mit den swerten wart getân / darûf sô manec grimmer slac KvWTurn 801; suͤdez wol in mandelmilich vnd tuͦ denne zvcker dor vf BvgSp 62; Eckh 5:113,6; BdN 443,18. – final, übertr. auf das Ziel eines Wünschens oder Strebens oder Handelns, oder den Fokus der Aufmerksamkeit: dar umb schol man der stain pild in êren haben. iedoch schol niemant sein hoffenung ganz dar auf werfen BdN 466,21; ich erloͤse auch in. / lant, luͤte, hertz und sin / muͦz mir dar uf gân, ez geschehe! WhvÖst 15251; swaz mir leides kan geschehen, / dar ûf ahte ich harte kleine KLD:UvL 19: 4,6; Wig 6197; SM:UvS 21:1,2. – Abfolge, in Bezugnahme übergehend: nu hain wir gehort clage vͦnses herren [...] inde antwͦrde der burgere [...], inde dar vͦp sprechgin wir alsus UrkCorp (WMU) 83,8; alse die brieve sprechgint, die druͦp bescrieven sient ebd. 83,14; daz ich vnd min hosvrowe [...] dar vf furbar dehein ansprach haben sulen ebd. 2917,19; er [...] klagt [...] / umb des goteshûses zehent, / darûf der bischolf was jehent, / si heten sich gedienet ab / umb daz guot, daz er gap / bischolf Uolrichen Ottok 24171. – auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt ‘in Bezug darauf’ mit alme dem rechte, so er druffe [in Bezug auf den Hof] het UrkCorp (WMU) 592,13; vnd sol oͮch dv́ gemeinde [...] niemer stúre noch gewerft dar vf gelegen ebd. 3392,24; so gent dar ovf ze wandel [...] sehse schilling ebd. 2739,5; dc si es [das Gut] [...] niemer ansprechich machen noch si drufe irren mit worten alde mit werchen ebd. 318,33; swer eime gaste dirre geschichte deheine tete unverschuldet, der sal die bezzerunge halbe tuͦn, die daruͦf gesetzet ist WüP 7h,3. 106b,3    1.1.1.2 in Distanzstellung: man legete sin fleisch vnde sin gebein / in einen edeln mermel stein. / da stunt vffe gescriben, / wie er in strite was bliben Herb 12047; diu pluom hât ainen hôhen stengel, dâ stêt auf diu pluom ze obrist BdN 412,22; da mag aber nieman uf komen, im werde von minne aller sin irdenscher wille benomen Mechth 4: 3,63    1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend: – Abfolge, in Bezugnahme übergehend: daz was in unsirs hêrrin jârn / tûsint und drithalbhundirt / nûne darûf gesûndirt NvJer 10512; diu gotes hûs si mêrten / [...] / si begunden dar ûf [in Bezug darauf, damit] zeigen / ir lêhen und ir eigen / und sich selben [...] / ze allem guote bereit Tund 1951; ez sprichet unser herre: ich bin mit dem menschen in lîdenne. dar ûf sprichet sant Bernhart: herre, bist dû mit uns in lîdenne, sô gip mir lîden alle zît Eckh 5: 51,1. – Abfolge, ins Temporale übergehend: ind dan soilen vnse herren vanme raide [vom Rat] [...] weder vp in die kamer gaen, ind laissen sijch [...] in den vurschr. [vorher beschriebenen] saichen beraden, ind darvp eyn yeclich man von vn vp synen eyt sprechen sal UrkKöln 1,40 (14. Jh.); dâ ainer pfifferling az und trank met dar auf und starb zehant BdN 402,6    1.2 vorausweisend: darûf ich ie schrîje wâfen: / ez ist gegen mir ir haz SM:Had 11: 4,10; er reit vil manege reise / [...] die er hæte verlân, / wære si dar ûf [auf der Grundlage von, deshalb] niht getân / daz mîn lieber herre / dir getriute verre Er 6099. – korrelierend mit einem abh. Satz: si kan den man darûf wol reizen / daz er unbildes vil begât KvWLd 2,43; hie merke, daz man allen vlîz sol dar ûf legen, daz man guot sî Eckh 5: 198,7; swie doch diu werde herzogîn / darûf mit flîze stelle / daz si des landes welle / mit ir hêrschefte phlegen KvWSchwanr 501; daz ich her in mînen tagen / mich dar ûf geflizzen hân, / [...] / wie ich mit mîner zungen daz / verdiente Wig 56; Parz 458,10    2 relativ, einzelne Ausdrücke aufnehmend ‘worauf’    2.1 in Kontaktstellung: – lokal: daz vesteste fundament, dar ûf disiu volkomenheit gestân mac, daz ist dêmüeticheit Eckh 5: 433,6; wan ez [stehendes Gewässer] nimt pœs dünst von der erden, dar auf ez stêt BdN 105,22; an eim hohen reyn, daroff man alles das lant mocht beschauwen Lanc 6,23; MarlbRh 129,7; Parz 816,22; übertr.: ein garten in dem mose, da vf ein schilling selgeretes lit UrkCorp (WMU) 3024,15; vmbe des jungen greuen burglehen ze Lutern, da vffe er giht ebd. 1524,33; – direktional: si spaltent und swerzent diu dinch, dar auf si vallent BdN 95,6. 87,17; – final, übertr. auf das Ziel eines Strebens oder Handelns: si treit den helfelîchen gruoz, / der mich an vröiden rîchen mac. / dar ûf ich iemer dienen muoz MF:Wolfr 3: 2,3; kunic Stephan ungrischen fluochte. / swer daz immer widerspræche, / daz er sich an dem kunic ræche. / darûf vil gerâten wart Ottok 10304    2.2 in Distanzstellung: – lokal: dîe sûle da der dísk ûffe lág. dîe uuâron sílberin Will 52,2; diu erde [...], / da wir uffe in ungwis totliche leben Himmelr 2,21; nû gienc er vür den palas, / da der junkherre ûffe was RvEBarl 1446; NibB 1050,2; Herb 16297. – direktional: wan man vindet perg sô hôch, dâ nie kain regen auf kom BdN 83,5. – auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt ‘in Bezug darauf’ da niemen dehain ansprach ouf hat UrkCorp (WMU) N491,26; vnd han im da fur geantwrt ein pfant in sin gewalt, da er daz guͦt vffe sol haben ebd. 1080,38

MWB 1 1223,45; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) umbe Adv. auch der umbe, do umbe, dar umme und drumme; Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da. Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit umbe und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. umbe ausdrückt (vgl. 1.1) 1 demonstrativ
1.1 wiederaufnehmend
1.1.1 einzelne Ausdrücke (i.d.R. zum Ausdruck lokaler Bezüge) ‘darum (herum)’
1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend ‘deshalb, dafür, hinsichtlich dessen’
1.1.2.1 in Kontaktstellung
1.1.2.2 in Distanzstellung
1.1.2.3 phras.: waz darumbe? ‘Was soll’s?, Na und?, Was macht das schon?’
1.2 vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz
1.2.1 Anschluss mit swaz
1.2.2 Anschluss mit obe
1.2.3 Anschluss mit wan
1.2.4 Anschluss mit daʒ
1.2.4.1 übergehend zur zweigliedrigen Konj. (?) (s.a. umbe daz 2 5 Mhd. Gr. § S 176)
2 relativ ‘weshalb’
2.1 in Kontaktstellung
2.2 in Distanzstellung
   1 demonstrativ    1.1 wiederaufnehmend    1.1.1 einzelne Ausdrücke (i.d.R. zum Ausdruck lokaler Bezüge) ‘darum (herum)’ Gyon was genant die vlut. / die lant darumme waren gut Pass III 485,14; mit andirn doͤrfern, dv́ da vmbe ligent UrkCorp (WMU) 271,12; JPhys 2,8; da bisazzir [belagerte er] eini burch [...] do sazzer drumbi, daz is war, / mer danni ein jar ÄJud 109; da mit wart Jericho gewunnen; / si gien drumbe siben stunt, / do vil diu mure sa zestunt SiebenZ 39; VMos 52,22    1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend ‘deshalb, dafür, hinsichtlich dessen’    1.1.2.1 in Kontaktstellung: – kausal: sie ne hatten die kleider noch die ros / dar vmbe verbot / man en Constantinis hof Roth 1318; er was ie miltes muotes. / dar umbe sul wir prisen / den phaffen Amisen StrAmis 2479; waz danne, ist mîn liebe ir nit bekant? / und ob mir darumbe wê geschicht, / dulde ich dâvon smerzen SM:Te 9: 3,7; ReinFu K,160. – final: daz disev rede stete vnd vnzeprochen hin fuͤr behalten werde, do vmbe geben wir [...] disen gegenburtigen prief UrkCorp (WMU) 3302,38. – Gegenwert, -leistung angebend: helfet mir daz ich gelebe / daz im der rede werde buoz. / swaz ich dar umbe geben muoz / daz gib ich gerner danne ich lebe StrAmis 2262; gib mir zu sprechen sulche ding, / daz der vorste adir der koning / dir dar umme ein lob sage Brun 1130; – auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt ‘in Bezug darauf’ daz er im sagte mere, / waz sines rechtes drvmme were ReinFu K,1748; herre, als mir dar vmbe ist kvnt, / so sprich ich bi dem eide ebd. K,1624; ich enweiz niht vm die dri, / wie ez dar vmb kvmen si Herb 4818    1.1.2.2 in Distanzstellung: solt ich nu drumbe ersterben, / sô muoz ich leisten sicherheit / die sîn hant an mir erstreit. / dâ râtet umbe: des ist nôt Parz 424,27; jst aber, daz ainer lavgent, [...] da sol vmb geschehen, swaz die vorgenanten sehs ratgeben dar vmb ertailent UrkCorp (WMU) 1699,31    1.1.2.3 phras.: waz darumbe? ‘Was soll’s?, Na und?, Was macht das schon?’ waz dar umbe, ist verswunden uns der sumer? des mac werden rât, / sîn zît wirt wol wider funden KLD:UvL 50: 1,1; al die wîle mich diu guote / vremeden wil, sone wirt mir niemer wol ze muote. / waz darumbe? ist ez nu sus, so was ez lîhte anders dô SM:UvS 9: 1,7; waz darumbe, heiliger vater? ich geloubez und binez sicher daz ich got gesehen sol in aller siner vroweden HlReg 28,3; SM:HvS 2:2,11; MF:Reinm 10:4,3. 18:1,3    1.2 vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz    1.2.1 Anschluss mit swaz: sol mîn vröide alsô zergân, / sone gebe ich niht dar umbe, swaz ich her gelebet hân MF:Reinm 33: 1,6    1.2.2 Anschluss mit obe: wan ern gæbe drumbe niht ein strô, / ob sî mit glîchem valle / dâ zehant alle / lægen ûf der bâren Iw 1440; nieman darf darumbe frâgen, / ob ich geswigen an sange bin SM:Tr 1: 5,1    1.2.3 Anschluss mit wan: warumme der merretich zu erst gessin mit ander spise immer uf get zu leszisten, daz ist dar umme, wan er zu ersten dowet Macer 90,2; ‘warumb?’ sprach Key. ‘aldarumb’, sprach Lancelot, ‘wann er sere vil beßer ritter sol syn dann ir, der herumb vechten sol.’ Lanc 525,33    1.2.4 Anschluss mit daʒ: waz her drumme tete, / daz sin muͦter sus geredit hete TrSilv 508; daz sie [...] immer dar vmme rungen / daz sie gotis hulde gewunnen Ägidius 1028; SM:JvR 1:6,1; die guͦten sehent die ubelen in der helle darunbe, daz ir fróde deste grozer si, daz si bi in niht ensint Lucid 130,11; were aber, daz einer des nicht tuͦn wolte dar umme, daz er lichte nicht hete gesworn WüP 7h,6; ‘warumb?’ sprach Key. ‘aldarumb’, sprach Lancelot, ‘das ich sie befridden wil vor allen den die ir arg wollen thun.’ Lanc 602,16    1.2.4.1 übergehend zur zweigliedrigen Konj. (?) (s.a. umbe daz 2 5Mhd. Gr. § S 176): – satzeinleitend (aber eingebettet in eine syntaktische Gesamtstruktur, die nicht ganz klar ist): dar umbe daz er swachen gruoz / vater unde muoter bôt, / des leit er schande unde nôt Helmbr 1692. – am Versanfang (darumbe nicht vor der Versgrenze; die Hgg. der Prosaquellen interpungieren fast immer darumbe, daz [vgl. z.B. die voranstehenden Belege aus WüP und Lucid ]): huote ist verlorn an wîbe, / dar umbe daz dekein man / der übelen niht gehüeten kan Tr 17873; Dares vnder dem fride / vmbe reit aller der ritter schar, / dar vmbe daz er neme war, / wie ir iegelicher were getan Herb 2910; ouch minnen ich dich bit allen sinnen / darümb, dat ich der vröud gesinnen, / diͤ allen minnern gemeine is MarlbRh 68,38; Wig 2937. – satzeinleitendes darumbe daʒ, bei dem das darumbe aus dem Folgesatz vorgezogen und verdoppelt ist: darumbe, das er die fursten vnd die altherren strafte, darumbe hiengen si in Konr 10,90; dar umbe daz etwenne raten under daz korn vellet, dar umbe ensol man daz edel korn niht verwerfen Eckh 5: 231,5    2 relativ ‘weshalb’    2.1 in Kontaktstellung: nu ist reht daz ich leiste / dar umbe ich allermeiste / her zuo iu gesant bin Mantel(W) 542; han ich tzuobrochen din gebot, / da vmme ich diner hulde vnpere, / daz soltu lutterliche / vur kiesen TannhBu 57    2.2 in Distanzstellung: iren schaden [...], da si ir buͤrgen vmb gemant heten UrkCorp (WMU) 2284,17; ân vmb die sache, da wir vnser hantveste [...] einander vmb gegebn habn ebd. 935,6

MWB 1 1225,44; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) unde Adv. auch drunde; oft im Reim. 1 ‘(da)unten’
2 in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. (vgl. dâ(r)/ da(r) unden und dâ(r)/ da(r) under )
2.1 ‘darunter’
2.2 ‘dazwischen’
   1 ‘(da)unten’ sô daz trüebe danne gevellet / und sich der most ze wîne stellet / und er gelûtert von grunde, / sô daz die gerben ligent drunde LvRegSyon 2657. 3434    2 in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. (vgl. dâ(r)/ da(r) unden und dâ(r)/ da(r) under)    2.1 ‘darunter’ an siner gehuhte / sint daz mer joch die lufte, / elliu apgrunde / unde daz ist dar unde Hochz 479; ir schilte sint von alter sô: / Tyturel si brâhte dô / an sînen sun rois Frimutel: / dar unde vlôs der degen snel / von einer tjoste ouch sînen lîp Parz 474,12. 687,28. 756,30; Hector mit dem dritten / spielt im den helm mitten / durch die huben dar vnde. [: wunde ] Herb 10359. 4988    2.2 ‘dazwischen’ wît unt hôch gelîche / als man der venster siule sach, / der art was obene al daz dach. / dechein sûl stuont dar unde / diu sich gelîchen kunde / der grôzen sûl dâ zwischen stuont Parz 589,27. 257,12; do enwas da nieren dehein kiel / noch mensche dar vnde, / er sluge in zv grunde Herb 17190. 10753

MWB 1 1227,30; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) unden Adv. in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. (vgl. dâ(r)/ da(r) unde und dâ(r)/ da(r) under) ‘darunter’ wiste her [der Teufel] die brunnien dar unden [die Brünne (das Göttliche) unter der menschlichen Gestalt] / he inhedde sich is ni under wunden WernhvN 491; dru des heiligin crucis ort / sint des giloubin dru wort; / dar undin ist daz virdi, / der driir ein gimeiniu redi SuTheol 167; wohl hierher (nämlich unter der Last, vgl. Wh 352,5) und nicht ‘dazwischen’ (vgl. dar unde und dar under): manec soumær muose tragn / kappeln unde kamergewant. / manec soum mit harnasche erkant / giengen ouch dar unden, / helm oben drûf gebunden / bî manegem schilde wol getân Parz 669,7

MWB 1 1227,51; Bearbeiterin: Baumgarte

dâ(r)/ da(r) under Adv. auch drunder; Distanzstellung (nur 1.1.1.1.2 und relativ) v.a. in Satzanfangsposition, dort die Form da. Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit under und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. under ausdrückt (vgl. 1.1) 1 demonstrativ ‘darunter, dazwischen, unterdessen’
1.1 wiederaufnehmend
1.1.1 einzelne Ausdrücke
1.1.1.1 lokal ‘darunter’
1.1.1.2 direktional
1.1.1.3 temporal, zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit
1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.1.2.1 direktional, Bewegung in etw./eine Menge hinein ‘da hinein, darunter’
1.1.2.2 temporal, zum Ausdruck des zeitlichen Zusammentreffens mit etw. anderem ‘indessen’
1.2 vorausweisend, mit dem Inhalt des folgenden Nebensatzes korrelierend
2 relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worunter’
   1 demonstrativ ‘darunter, dazwischen, unterdessen’    1.1 wiederaufnehmend    1.1.1 einzelne Ausdrücke    1.1.1.1 lokal ‘darunter’    1.1.1.1.1 Lage unterhalb von etw. ‘darunter, unterhalb dessen’ ez sî ein schœniu burc vast [...] / dar under lac ein market guot UvZLanz 5433; di geswer di da werdent an der leber di sint etwenne oben dran. oder nider drunder SalArz 54,56; eime andern [flog ein Pfeil] durch des schildes ort / vnd durch den, der drunder saz Herb 6395; wenn diu jungen rephüendl sich fürhtent, daz man si vâhen well, sô hebent si die ertschollen auf mit irn füezen und verpergent sich dar under BdN 215,27; daz was iedoch ein swærer last. / karroschen giengen drunder: / die zugen dâ besunder / gewâpendiu merrinder Wh 352,5; übertr.: swie grôz daz lîden sî, kumet ez durch got, dar under lîdet got ze dem êrsten Eckh 5: 229,2; wissent daz hievon manig mensche gestorben ist, das man sich diseme wunderlichen grossen werke [Gottes] also sere ergap das es die nature nút erliden moͤhte und derunder brach Tauler 53,31. – ein Maß unterschreitend: sie [die Geldbeseher] suͤllen auch nemen ze loͤne von 1 phunt [des nicht zugelassenen Geldes] oder von 10 ß h einen heller und drunder nisniht ab des geltes minner ist WüP 64,4    1.1.1.1.2 Lage innerhalb von etw./einer Menge ‘dazwischen, darunter, darin’ daz lut was heidin / undi was doch undirscheidin. / dar undir warin, / di dir von goti larin ÄJud 5; er geruochte selber dô / daz beste ûz sînen rossen weln. / [...] im keinez drunder / ze strîte lützel tohte KvWSchwanr 988; NibB 90,2. 2242,2; daz die dri herren iedoch dar under [in den Evangelien] lv́zel geschriben heten von der ewigen gotheit Konr 3 W1,136; sint gewan sie mit deme helede / manige werlt wunne / vnde ovch trube dar vnder Roth 1924; er müese dâ grôzen kumber doln / dar under den gewizzen tôt Wig 3371. – Distanzstellung: volkes ein michel wunder. / dâ wârn ouch ritter under, / die wâren komen von Kardigân UvZLanz 2256; die frowen beliben mit sorgen / [...] / dâ was vil manegiu under, / diu der hôchzît wol hete enborn Eracl 1914; si heten [...] / einen schoc grôzen, / dâ wâren besunder / wol funfzic ros under Ottok 6122    1.1.1.2 direktional    1.1.1.2.1 Bewegung unter etw. ‘darunter, da hinunter, da herunter’ ein tieffir charchære, / [...] / der was mit wurmen besezzen. / dar undir swief der herre / sine ungetriwe chnehte verre Hochz 172; sus heten si gevohten, / daz diu ors niht mêre enmohten: / dô sturzten si dar under, / ensamt, niht besunder Parz 211,23. – rechtsspr.: sich ~ binden (aus der Vorstellung des unter der Urkunde hängenden Sigels) ‘sich an einen Vertrag binden’ so binden wier ivns dar vnder ze tvnde, swaz dirre brief set UrkCorp (WMU) 3256,4    1.1.1.2.2 Bewegung in etw./eine Menge hinein ‘da hinein, darunter’ so es danne gesoten sei, so misch alaun dar vnder BairFärb 4,5. 11,3; so du wilt machen ein guͦt vastenmuͦs, so nim bersige vnd dicke mandelmilich drunder BvgSp 62; KvWLd 32,71; übertr.: der bâbes hiez die rede scrîben, / besigelen vil vaste, / daz nehaine bôse liste / dar under iht wurden gestôzen / von anderen den genôzen Kchr 9846    1.1.1.3 temporal, zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit – bei parallelen Handlungssequenzen ‘unterdessen, gleichzeitig; zu jener/ zur selben Zeit’ daz er zeiner stet daz heilige gotes wort lert, dǐ hiez Ephesvs, vnde wie er och da vil mængez grozez zeichen begienc, da er [...] die heidenschaft mit bekert. dar vnder so was och da zer selben stete ein vil wiser man, der was ein heiden Konr 3 W1,40. – innerhalb einer Handlungssequenz (oder einer anderen Einheit) ‘währenddessen, dabei’ der kaiser sin gebet / uil diche hin ze gote tet. / uil innechliken er dar unter nante / sinen neuen Roͮlanten Rol 3022. 3015; frouwe, an dir ist wundir: / muotir und magit dar undir MarseqM 29    1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend    1.1.2.1 direktional, Bewegung in etw./eine Menge hinein ‘da hinein, darunter’ der keiser wache oder slafe, / si huͦtent alumbe. / [...] / swelhe dar under drungen, / den were gereite der tot Rol 2302; übertr.: gehaz ie allen wiben / er [Keye] wande, daz ez beliben / der künec also lieze. / er trahte wie er stieze / dar under sine kündekeit Mantel 851    1.1.2.2 temporal, zum Ausdruck des zeitlichen Zusammentreffens mit etw. anderem ‘indessen’ swie vil ich anders vröuden habe, / mich müet doch dar under, daz si ist vor mir sô vrî MF:Reinm 40: 4,4; nu hœrt von âventiure sagen, / und helfet mir dar under klagen / Gâwâns grôzen kumber Parz 399,2. – mit Bezug auf Gesprächssituationen: diu frouwe jach, si wolde phlegen, / als ir got het geboten; / darunder jâhen die boten / [...] / wolde si gar wol verdienen, / sô solt si trahten darnâch, / daz daz leit [...] wurde vermiten Ottok 1840; ist daz war dar undir daz daheime noch ist ivr minnister bruͦdir GenM 90,27    1.2 vorausweisend, mit dem Inhalt des folgenden Nebensatzes korrelierend: das geschiecht / von der geitichait pesunder, / das sy gewingnuss habent darunder [vgl. 1.1.1.3 ] / das man die menschen verderben tuet Teichn 602,60    2 relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worunter’ dô gab si im ze minnen / eine hût alsô guot / dâ under er ist wol behuot StrDan 4304; des êrten si vil billîche / die tugende, dârunder sie / zuo der tohter von Syon gie LvRegSyon 3205; mit der stet insigel zi Beuron, dar vnder wir vns gibvnden haben UrkCorp (WMU) N739,4. 2445,40. – in Distanzstellung: dâbî sicht man boume blüen, / dâ wir under suln schowen / schœner frowen mangen tanz SM:Had 21: 1,11; das oberste teil von irme hemde, da si únsern herren under hatte getragen Mechth 5: 23,58; driu tûsent rîter vor und nâch, / dâ man under vüeren sach / vil liehtiu baniere Wig 10648; UrkCorp (WMU) 39,12.

MWB 1 1228,1; Bearbeiterin: Baumgarte