i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
irchvël
stN.
‘weiß gegerbtes Leder’
sô hetens [Pelikane] unden an der kel / wîz als ein irchvel / einen goder [Kehlsack] wît und langen, / den sach man hin ab hangen Ottok
96185
MWB 2 1972,3; Bearbeiter: Richter
irdenisch
Adj.
1
‘irdisch, auf der Erde existierend, der Erde zugehörig’
1.1 allg. 1.2
‘der Erde verhaftet, weltlich, vergänglich’
2
‘aus Erde/ Lehm/ Ton bestehend’ (hier übertr.)
1
‘irdisch, auf der Erde existierend, der Erde zugehörig’
1.1
allg.:
der ewige gottessvn [...]
[wurde] der ewigir magede svn, sancte Marivn, ane irdisgin vatir, vffindir erde, andeme ende dir werelte PrWack
3,27;
chôme engegen uns elliu irdeniskiu diet [alle Völker der Erde] , / wir verzageten an der christenhaite niet Kchr
8458.
7675;
die irdenschen hohsten berge moͤgent nit enpfan die offenbarunge miner gnaden Mechth
2: 26,28;
Lanc
48,7
1.2
‘der Erde verhaftet, weltlich, vergänglich’
wir sîn diu armeste krêatûre unde diu jæmerlîchste, sündec, irdenisch, vol untugende unde brœdekeit DvASchr
360,6;
der do fri ist von irdenschen gedencken, der henget sich an die ding die gottes sint Tauler
426,14.
231,2;
es [
lîden
] machet uzzer einem irdenschen menschen einen himelschen menschen Seuse
251,2;
o geistlich namme, was du edel bist úber allen irdenschen nammen Mechth
5: 11,3
u.ö.;
irdenscher schatz KLD: Kzl
16: 8,10;
irdensch guot SM: JvR
1: 9,1;
die irdentsche ere HvNstGZ
587.
–
die edel mosse [
des menschen gemuͤte
] do got so wunneklichen inne solte wonen, die ist also entreint und entsúvert und also [...] vol stinkendes dinges und irdenscher fuler erden und mistes Tauler
149,21.
–
~
dinc:
nu han ich dich gevraget irdenscher dinge, dú du sihest und hoͤrest, und begriffest ir nit; wie woͤltest du denne begrifen daz, daz alles ertrich und himel und alle sinne úbertriffet? Seuse
293,17.
293,23;
ich segene mich ane underlas in minem herzen vúr allú irdenschú ding und bitte dich [Christus] , das du mich vor inen behaltist ungemenget Mechth
5: 21,8.
2: 13,3
u.ö.
2
‘aus Erde/ Lehm/ Ton bestehend’ (hier übertr.):
in des [Gottes] wîsheit alliu dinc edellîcher schînent denne sie sint in in selben; alsô in dem guldînen spiegele sint diu dinc guldîn, diu doch in in selben irdenisch sint, sô man sie dar inne schouwet DvASchr
360,33;
ôwê! wie sol ez ergân / sô wir daz stahel [das stählerne Reich; das vierte der Weltreiche nach Dn 2] müezen lân / und daz irdensche rîch behabe? RvEAlex
15625
MWB 2 1972,7; Bearbeiter: Richter
irdenscheit, irdischeit
stF.
‘Verfallenheit, Anhänglichkeit an das Irdische’
so wirt menschlicher sin als gar versoͮffet und von irdenscheit ze einer geistlichen und engelschlichen glicheit verbildet Seuse
310,1;
so dez [die Reinigung durch das göttliche Licht] dem menschen in zit ieme werden mag, so im ellú irdeschheit ieme enpfellet, und daz untoͤdemklich kleit dez kúnftigen iemer werenden liehtes ieme wirt geeigent in einer verdrossenheit aller zitlichkeit ebd.
390,21
=
ebd.
472,4
MWB 2 1972,49; Bearbeiter: Richter
irdenschlich
Adj.
‘der Erde verhaftet, weltlich, vergänglich’
weist du, waz der sache was, / daz ich versmehete di palas / der irdenschlichen eren? Elis
7479;
si sulte keinen ruwen / nach zitlichen dingen han, / si solde ez alles varen lan, / versmehen sam ein krankes mist, / waz irdenslicher selden ist ebd.
6686
u.ö.
MWB 2 1972,60; Bearbeiter: Richter
irdic
Adj.
‘der Erde verhaftet, weltlich, vergänglich’
alse di himelesche [erg. Stadt] Jerusalem irhaben ist und gescheiden van deme ertriche, also sol der geistliche mensche irhaben und gescheiden sin van irdigen dingen HlReg
50,6.
–
diz [das Zu- und Abnehmen des Mondes] dutet irdichz gesprinc / unde bewegeliche dinc, / dar die stete cristenheit / uf mit beiden vuzen schreit HeslApk
16929
(oder zu irdisch? vgl.
irdisch gesprinc ebd.
9040
)
MWB 2 1973,3; Bearbeiter: Richter
irdîn, ërdîn
Adj.
1
‘aus Erde/ Lehm/ Ton bestehend’
2
‘der Erde zugehörig, weltlich’
3 dem Element Erde zugeordnet
1
‘aus Erde/ Lehm/ Ton bestehend’
der herre [König Archageloga, der aus einer Töpferfamilie stammt] phlag an allen haz / zcu nuczcin erdine vaz PfzdHech
264,12;
stecke sie [die Gans] in einen irdinen hafen, der enge si BvgSp
42;
dar nâch seiht man ez [den Sud] durch ain tuoch und tuot ez in erdein häfen BdN
340,5;
in kupfereinen oder in erdeinen kezzeln ebd.
480,35;
das vas, is si hulczin odir erdin Pelzb
132,35;
RvEWchr
35818;
RvBib
150,11;
Boner
77,8
u.ö.
– im Kontext der vier Weltreiche (Traumdeutung Daniels, vgl. Dn 2):
der kuninc Nabugodonosor gesach in sîme troume / ein bilde von der erden an den himel reichen, / dem was daz houbet guldîn [...] / die vüeze erdîn und îsenîn Rumelant (R)
4:1,7;
ein teil der vuze waren / von ysene vol varen, / daz andir teil irdin was Daniel
771.
830;
RvEAlex
15510;
Renner
9177.
9167
2
‘der Erde zugehörig, weltlich’
swie sie [Engel und Menschen] doch eben gliche varn / an eren und an werden, / jens geistlich und diz erden HeslApk
22594
3
dem Element Erde zugeordnet:
daz ertreich [...] ist gemischet auz den vier elementen: [...], war umb haiz wir ain erdisch dinch wäzeriger nâtûr, daz ander feureiner nâtûr, daz dritt lüftig, daz vierd erdein, seint si doch alleu auz den vier elementen sint gemischt? BdN
378,17.
303,1
MWB 2 1973,13; Bearbeiter: Richter
irdisch, ërdisch
Adj.
auch iersch (
PrSchw (St)
5,260
).
1
‘irdisch, auf der Erde existierend, der Erde zugehörig’
1.1 allg. 1.2 oft in übergreifender Perspektive ‘der Erde verhaftet, weltlich, vergänglich’ , teilweise explizit im Kontrast zu himelrîch/ himelisch o.ä. (s.a.
wërltlich
) 2 dem Element Erde zugeordnet
1
‘irdisch, auf der Erde existierend, der Erde zugehörig’
1.1
allg.:
ich [Gott] gibe ev [Adam und seinem Geschlecht] algeliche / dev irdishen riche / svasso an der erden / lebentiges werde / daz si dir allez undertan VMos
7,11;
ane we die reine [Maria] / gebar got eine. / sus wart er kleine / durch uns mensche unde erdesch gast Meissner
19:1,12;
der bâbest ist ein irdesch got / und ist doch dicke der Rômer spot Freid
151,23;
AvaLJ
48,2;
Parz
347,6;
UrkCorp (WMU)
93,11.
–
wer mich nuͦ hoͤr mit synnes or, / der spreche mir ein irdischen grus / der ußerwelten frawen suß [der als engelsgleich angesprochenen Minnedame] , / die da luchtet fur die sterner: / so gewert sie mich dez gerner Minneb
1683
1.2
oft in übergreifender Perspektive ‘der Erde verhaftet, weltlich, vergänglich’, teilweise explizit im Kontrast zu himelrîch/ himelisch o.ä. (s.a.
wërltlich
):
der synes schopffers willen thut der ist nit irdisch, er ist hymmelisch; wie sin lip off ertrich sy, so ist doch sin geist in hymmelrich Lanc
248,8;
swaz man toͮt in den irdisscen salen, daz wirt allez an uns in geistlichem gecimbere eruullet Spec
131,1;
mit der jrdischen zergænchlichen werlt elliv irdischev dinch vnstæte vnd zergænchlich sint UrkCorp (WMU)
1087A,29;
ertsche vreude MinneR 481
787;
Lucid
51,11;
StatDtOrd
24,2;
Eckh
5: 113,6.
–
~
dinc:
vil luͤte [...] suͦchent in ainem tail irez herzen got. mit dem andern tail so suͦchent si die welte. unde alliu ierdeschen dinch PrSchw
2,11;
daz sint die fuͤmf sinne die sich an irdischeu dinch verlazzen habent und goͤtlicher ding deheinn war nement PrOberalt
74,40
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
N772,2;
PrBerthKl
5,79;
Mechth
6: 4,16
2
dem Element Erde zugeordnet:
welhez [
dinc
] aber gar swær ist und kalt und under sich zeuht, daz haiz wir erdischer nâtûr BdN
378,26;
der êrsten lai [die erste Art Wein] ist wäzrig und dünn, der ander erdisch und dick, der drit hât ain mitel under den zwain ebd.
351,32
u.ö.
MWB 2 1973,40; Bearbeiter: Richter
irdischeit
stF.
→
irdenscheit
MWB 2 1974,17;
Ire
M.
‘Ire, Bewohner Irlands’ (s.a.
Irlandære
):
do chom der helt Samson: / er sluͦc Scarpulon, / den chunc uon den Iren, / uil nahen sinem libe, / daz im daz pluͦt uz den ougen spranc Rol
5103
MWB 2 1974,18; Bearbeiter: Richter
irend
Part.Präs.
→
ern
MWB 2 1974,22;
irenthalben
Adv.
→
irhalp
MWB 2 1974,23;
iresheit
stFN.
‘ihr (der Seele/ Kreatur) eigenes Sein, Wesen’ (vgl.
sînesheit
):
da si [die Seele] entsezzet wirt des irsheit in dez sinsheit [in die göttliche Wesenheit] na ir eigen unwússentheit Seuse
188,6;
daz sú da entsetzet werdent dez iresheit und úbersetzet in ein ander forme und in ein ander guͤnlichi [Herrlichkeit] und in einen andern gewalt ebd.
337,13.
–
sus sprach er [Petrus] manicvaltigiu lieplîchiu wort, der der liebe Jêsus niht enhæte bedorft, wan er sihet in herzen und in geistes grunt, dâ er âne allez mittel stât vor gote in vrîheit wârer iresheit [vgl. Anm.z.St.]
Eckh
3:487,10
MWB 2 1974,24; Bearbeiter: Richter
irgen(t)
Adv.
→
iergen
MWB 2 1974,37;
irh
stMN.
→
irch
MWB 2 1974,38;
irhalp, irenthalben
Adv., Präp.
auch
ir halben Tr
18946;
von iret halben PrLpz (L)
38,38.
1 adv. ‘von ihrer Seite, ihrerseits’
2 präp. mit Gen. ‘auf ihrer Seite’
1
adv. ‘von ihrer Seite, ihrerseits’
alsus ein frœlîch ende nam / irhalp diu schumpfentiure [Besiegung]
Reinfr
16269;
das ich vnd mein bruͤder Chunrad vnd Vlreich deu ansprach, di wir heten [...] gegen Leupolten vnd seinem bruder Vlreichen, gelassen hawen willichleichen vnserthalwen vnd si irenthalwen ze schidung UrkCorp (WMU)
3062,36;
daz disev red also stæt belieb irhalb vnd auch von minem tail ebd.
2190,13.
N728,23;
kleine gewunnen, vil verlorn / irenthalben wart Ottok
15651
u.ö.;
Serv
2105.
– mit von:
von irenthalben wirt behût / allez daz dir gehôric ist LivlChr
6376;
daz die stat immer unbeweget / von irnthalben blibe HeslApk
21577
2
präp. mit Gen. ‘auf ihrer Seite’
das die vroͮwen von Seldenoͮwa jrhalb des baches suln ir gewer han mit zvnen, mit bendelstoken vnde swas sv han wen UrkCorp (WMU)
198,6
MWB 2 1974,39; Bearbeiter: Richter
irhære
stM.
auch erher.
jmd., der →
irch herstellt, ‘Weißgerber’
ez sol ouch dehein lederêr noh dehein jrchær dehein woll niht erschiezzen UrkCorp (WMU)
614A,23;
pey dem messer in der hant sind pedaütt ledrër, schüester, irher, chürsner vnd fleischhaker Schachzb
80,13;
gurtlær und irhære, / hantschuostær und buochlære Ottok
65691.
– als Bestandteil von Personennamen:
ez ist [...] Zullen dem irher di stat verboten fünf jar zehen meil hindan NüAchtb
78;
herm Ekgeharte dem Erher UrkCorp (WMU)
1898,19;
UrkPrüf
87
(a. 1257);
UrkMünchSpit
11
(a. 1274).
90
(a. 1330)
MWB 2 1974,58; Bearbeiter: Richter
irhîn
Adj.
‘aus (weißgegerbtem) Leder’ (s.
irch
):
derselb Plato was auch ainsten tzornig vnd hies seinen chnecht den rukk enplössen vnd stuend für den chnecht mit irchein pesen Schachzb
69,300
MWB 2 1975,6; Bearbeiter: Richter
irigin
Adv.
→
iergen
MWB 2 1975,10;
îrîs
F.
aus griech.-lat. iris
‘Regenbogenstein’, ein Edelstein (s.a. Lecouteux, Pierres, S. 151f.):
iris haizt der regenpog. der stain geleicht ainer cristallen und ist sehsekkot, und wenn man in an der sunnen schein setzt in dem haus, sô wirft er gar schœn varb an die wend, die des regenpogen varben geleichent BdN
450,17;
von den saligen wirt da [im himmlischen Jerusalem, vgl. Apc 4,3] gesehen diu scone iris Himmelr
4,12.
4,25;
Parz
791,14
MWB 2 1975,11; Bearbeiter: Richter
irisch
Adj.
‘irisch, aus Irland stammend, zu Irland gehörig’
alda det Lancelot und sin gesellen die Sahsen und das yrsche volck mit gewalt ins waßer Lanc
460,1
u.ö.;
wiedder die sahsen und wiedder dirsche [d.i. daʒ irsche
] volck ebd.
458,16
MWB 2 1975,20; Bearbeiter: Richter
irischman
stM.
‘Ire, Bewohner Irlands’
des [Gahmurets prîs
] jehent hie gar die zungen: / er sî Bertûn od Yrschman, / od swer hie wälhisch sprâche kan, / Franzois od Brâbant, / die jehent und volgent dîner hant Parz
85,17
MWB 2 1975,25; Bearbeiter: Richter
Irlandære
stM.
‘Ire, Bewohner Irlands’ (s.a.
Ire
):
hier under antwurter [Tristan] dô / höfschlîche ir aller mæren [ihren Aussagen in verschiedenen Sprachen] : / Norwægen, Îrlandæren, / Almânjen, Schotten unde Tenen Tr
3702
u.ö.;
Briton vnd Norman, / Yrlander [Hs. Ylland
] vnd Waloys, / Engeloys vnd Franzois Krone
624;
RvEWh
12028
MWB 2 1975,30; Bearbeiter: Richter
Irlande
swM.
‘Ire, Bewohner Irlands’
ir ritterschaft wart gelait / den Irlanden so nahen / das si ir kraft wol sahen RvEWh
12067
MWB 2 1975,37; Bearbeiter: Richter
irlandisch
Adj.
‘irisch, aus Irland stammend’
[Tristan] barc sîne wunden / vor den unkunden, / vor der îrlandeschen diet, / dô si von Curnewâle schiet Tr
7891
MWB 2 1975,40; Bearbeiter: Richter
Irlant
stN.
auch
Ierlant Rol
6853.
‘Irland, die irische Insel’ (s.a.
Irrîche
u. wohl auch
Schottenlant
):
es [London] ist allen marcken wol gelegen. dar mögen ritter von Gallen komen und dem cleynen Britanien [Bretagne] und von Schottenlant und von Irlant und von Cornvail und von manigen andern landen Lanc
544,14;
die Sahsen und die von Yrlant ebd.
465,18;
dû bist / ze Develîne in Îrlant Tr
7625
u.ö.;
ze Britâne unt anderswâ, / ze Francrîche unt in Yrlant Parz
455,11;
Roth
1607;
UvZLanz
8082;
Wig
2514.
–
Lit.: N. Busch/ P. Lange: ‘von Îbern und von Îrlant’. Ireland in Middle High German Literature, in: ‘A fantastic and abstruse Latinity?’, hg. v. W. R. Keller/ D. Schlüter, Münster 2017, S. 183-204.
MWB 2 1975,44; Bearbeiter: Richter |