huotman
stM.
Pl. -man und -liute; auch huote-.
‘Wächter, Wache’ (vgl.
huote
):
Jesus, wart in daz grab geleit, / [...] / und mit
hutluten bewart Pass I/II (HSW)
8267;
dâ mite was der künic hie / und hiez zünden ob in vil /
schœner kerzen âne zil / und satzte dâ bî huotman HvFreibKr
601.
603;
HistAE
5131;
des kerkeres hutman / liez er zuhant ertoten Pass III
296,44;
daz ist eyn cleynes warterehus, / dorinne der hutman
done [soll sich aufhalten] / und da also lange wone /
untz daz di vrucht wert ab gelesn Hiob
10483.
2593;
Vät
6493.
–
‘Beschützer’
ir keiner in dem vorste / nie entslâfen torste, / der niht huotmannes het
UvEtzAlex
25829.
–
‘Küster’
dô rief ein bilde lûter stimme: / ‘ stant ûf, du træger glockenære / unt
ringe dem menschen sîne swære, / der ûzen ûf der swelle liget, / ê im die kelte
angesiget / unde dâ ersterbe tôt. / lâz in hin în, es ist im nôt.’ / daz
wunderte sêre den huoteman, / die tür er ûf sliezen began AlexiusB
215.
–
‘Bergwerksvorsteher’
wanne sie [die Zinspflichtigen] schullen iren
amptleuten, obristen steigern, obristen hutleuten, [...]
von der urbor und von irem gut lonen UrkSchles
20,23
(Mitte 14. Jh.)
MWB 2 1812,39; Bearbeiter: Luxner
huotmatte
swF.
Wiese, auf der Vieh gehütet wird (oder Flurname?):
an der huͦtmatten nebint den von Vndirlindin vier ruͦtin
[ein Flächenmaß] matten UrkCorp (WMU)
2941,7
MWB 2 1812,63; Bearbeiter: Luxner
huotnisse, -nissede
stF.
auch -nust.
‘Obhut, Gewahrsam, Schutz’
‘jhehet ir dann’, sprach Claudas, ‘das ir
des koniges Bohorts kinde nit habent in uwer huͦtniß?’
Lanc
24,22;
der drit und der ussrest [Kreis des geistlichen
Klosters] waz dú porte, und hie bedorft
er [
der anvahende mensche
]
guͦter huͦtnust Seuse
103,10
MWB 2 1813,3; Bearbeiter: Luxner
huotphenninc
stM.
Abgabe für die Bewachung von etw. (vgl. DRW 6,159):
hutpfenninge xix UrbBayJ
192
MWB 2 1813,10; Bearbeiter: Luxner
huotrëht (?)
stN.
bergm. wohl eine Bergwerksschicht zugunsten des Grundherren (vgl. DRW 6,159f. und
→ huotschiht):
garrenreht [l. karren-
] et spizreht et
hutreht, et de stiura et de omni iure montano, id est perchreht
UrkSteierm
2,131
(a. 1207)
MWB 2 1813,13; Bearbeiter: Luxner
huotsamkeit
stF.
‘Behutsamkeit, Sorgfalt’
verlihe mir min herre got vernunft dich cerkennen minne dich cesuochen wisheit
dich ceuindenne ein huotsamkeit mit vorchte cebehalten ein wonunge diu dir geualle
PrWack
97,34
MWB 2 1813,18; Bearbeiter: Luxner
huotschiht (?)
stF.
bergm. wohl eine Bergwerksschicht zugunsten des Grundherren (vgl. DRW 6,161 und
→ huotrëht):
montani iuris et in hoc quod uulgo dicitur spizreht et garrenreht
[l. karren-
] et hutschiht
UrkSteierm
2,55
(a. 1197)
MWB 2 1813,23; Bearbeiter: Luxner
huotstal
stM.
‘Stall für das Weidevieh’
und sönd die von Wil sitzen mit ir huetstalen bi ir hegen
WeistGr
1,160
(14. Jh.)
MWB 2 1813,28; Bearbeiter: Luxner
huotstoc
stM.
‘Amtsdiener, Kerkermeister’, nur als Bestandteil von
Personennamen (vgl. DRW 6,163 und Schmeller, BWB 1,1190):
her Fridreich der Hvetstoch UrkCorp (WMU)
2598,14
MWB 2 1813,31; Bearbeiter: Luxner
huovekraz
stM.
Einschlag der Hufe:
Terramêrs huove kraz / was harte breit und ninder smal / bêde
an berge und an tal Wh
314,10;
diu ors nu gar mit satze der witen sprunge wielten / daz tow von huffe kratze
do cleine wart zerfuͦrt JTit
5687,2
MWB 2 1813,35; Bearbeiter: Luxner
huovelinc
stM.
→
huobelinc
MWB 2 1813,40;
huoveschrift (?)
stF.
Bed. unklar; schrift hier vielleicht im Sinne der Hufspur zu verstehen
(?):
sît ich [Dietrich] unrehte bin geriten, / sô wil
ich nu gerne gâhen. / ich vinde lîht die rehten trift, / ob ich der niuwen
huoveschrift [Hs.: hübestrift
] / mich iender
kan genâhen / [...] / obe mir got der sælden gan, / daz ich
sî mac beschouwen Virg
318,5
MWB 2 1813,41; Bearbeiter: Luxner
hüpfen, hupfen
swV.
auch hüppen, huppen, hubben (z.B.
Marner (W)
6:6,8;
Neidh (S)
1,382 C174:2,1
).
Sprünge machen ‘hüpfen, springen’
der [...] ward so fro / das er hupfen
pegan HvNstAp
191;
den flos tut zu mir schupffen, / daz ich dar
uff [auf das Floß] gehupfen / mag
Minneb
46;
mir daz hertze hupfet ebd.
2366;
diu [Seele] von dem wîne darûf
gehüppet hât SM: St
1: 5,11;
Part.Präs.:
sus giengin die iungin / hupphinde und springinde, /
[...] / ein andir werfinde den bal Athis
C* 97.
– oft von oder im Vergleich mit Tieren:
uf in [den Baumstamm] hubten si [die
Frösche] zehant Marner (W)
6:6,8;
du vil kleine grasemugge, / wa willt du huppen hin / us dem neste?
Neidh (S)
1,504 C280:3,5;
EnikWchr
7722;
BdN
150,21.
199,12;
sie hüpfet mit im [dem Liebhaber auf dem Rücken]
als ein zige / in der stuben entwer Rädlein
378;
BdN
74,25.
– auch ‘in Sprüngen tanzen’ (?), (vgl.
Harding, Dancing Terms, S. 125):
‘wart us, was huͥzer [munterer] megede
hubbet uf den anger’, / sprach Iuͥtelin, ein maget Neidh
(S)
1,382 C174:2,1
MWB 2 1813,49; Bearbeiterin: Baumgarte
hupfhan
swM.
Hahn, der aufgrund der Höhe, die er springend/ flatternd erreicht, als Abgabe
anerkannt wird (GrimmRA 1,520 Anm. 1):
so gab man greff Wilhelm von allem dem vorgenanten gute
[...] von huphanen, wie iz darumb gelegen waz
UrkHess
1,124
(a. 1330).
1,124
(a. 1330)
MWB 2 1814,6; Bearbeiterin: Baumgarte
huppe
swF.
‘Überschuss’ (vgl. die ausführliche Anm.z.St):
residuas partes salis de curribus et bygis, que non possunt vendi, que
vocantur huppen WeistErf
47
(a. 1332)
MWB 2 1814,12; Bearbeiterin: Baumgarte
hüppen, huppen
swV.
→
hüpfen, hupfen
MWB 2 1814,16;
hûr
stN.
→
huor
MWB 2 1814,17;
hürgen, hurgen
swV.
1 tr. ‘etw. (Wasser) in Wallung, heftige Bewegung
bringen’ (vgl. bair. hurlen, hurgeln Schmeller, BWB 1,1161) 2 intr. jmdm. engegen
‘an jmdn. heranrollen’ i.S.v. ‘sich jmdm.
nähern’
1
tr. ‘etw. (Wasser) in Wallung, heftige Bewegung
bringen’ (vgl. bair. hurlen, hurgeln Schmeller, BWB
1,1161):
owe, minne, wie ist din rat / so suͤzze an dem
anvange! / wie kan dins endes zange / durch
koͤrder [Köder] suͤzze wuͤrgen! /
din luter wazzer huͤrgen / du kanst WhvÖst
12114
2
intr. jmdm. engegen
~
‘an jmdn. heranrollen’ i.S.v. ‘sich jmdm.
nähern’
nû sâhin daz vreislîche leit / ouch in inkegin schurgen [La.
si hurgen
] / dî dît von den drîin burgen
NvJer
10245
MWB 2 1814,18; Bearbeiter: Luxner
hurm
stM.
hier hurn.
‘Angriff; Feindseligkeit’ (vgl.
gehürme
):
dû wendest manegen herten sturn, / den an uns tuot durch sînen hurn / der
helle wurn / und ander würme wilde LobGesMar
19,12
MWB 2 1814,29; Bearbeiter: Luxner
hurmelen
swV.
wohl ‘Laute des Unmuts äußern, murren’
doch was im allez daz volc gram / siner eldern, und daz vernam / Triphon, der
da gewesen was / Alexandri man, als ich las; / der horte daz volc hurmelen /
Demetrii und murmelen / sere kegen Demetrio [
omnis exercitus
murmurat contra Demetrium, I Mcc 11,39]
Macc
5421
MWB 2 1814,33; Bearbeiter: Luxner
hurnaʒ
stM.
→
hornuʒ
MWB 2 1814,40;
hürnen
swV.
auch hornen
(
HvFreibTr
2421
).
1
‘ein Horn(-instrument) blasen, ein Hornsignal ertönen lassen’
(vgl.
horn
3
) 2
‘etw./jmdn. mit Hörnern versehen’
gehürnet
1
‘ein Horn(-instrument) blasen, ein Hornsignal ertönen lassen’
(vgl.
horn
3
):
manic wahter der do slief, / begunde do lut huͤrnen
WhvÖst
5089;
Tristan sîn hornelîn dô nam / und hürnete alsô rîche
Tr
3211
u. ö.;
ir hornzeichen [Hornsignal] hornten
sie HvFreibTr
2421.
3566.
– Part.Präs.:
nu wâren ouch die jegere komen / mit michelem geschelle /
hürnende zuo gevelle Tr
2772.
– subst.:
man hort zuͦ den vristen / von huͤrnen groz
gedoͤzze WhvÖst
6475.
5097;
der wol gezogen ellende / der lie sîn hürnen unde sweic
Tr
3255;
da horten sy auff türnen / pusawmen und hürnen. /
pfeyffen und schalmeyen HvNstAp
17763
2
‘etw./jmdn. mit Hörnern versehen’
→
gehürnet
MWB 2 1814,41; Bearbeiter: Luxner
hürnîn
Adj.
auch hornîn ( Roth ,
Brandan
1255
).
‘aus Horn bestehend oder gefertigt, hörnern’ (vgl.
horn
2
):
corneus: hurniner SummHeinr
2:243,01.76;
do sach der wunderkune man / ein merwunder her johen [l.
gâhen
] : / was halp ein ros, was halb ein man, / und
trug hurnein gefider an EckenlE7
48,5;
sie trougin hornin gewant Roth
4145;
die füsse waren sunder wan / recht als gensen getan. / daz
die münde solten sin, / daz waren schnebel hürnin GTroj
15960;
ir harnasch der ist hurnein HvNstAp
2984;
Seifrit
5552;
Wig
5035.
– subst.:
dannoch nim geizine clan [Klauen] .
ich meine daz hurnine daz an geiz vuzen ist SalArz
28,16;
Wh
41,17.
– von einem Schneckenhaus:
der [der Böse Wille, für den die Schnecke als
Gleichnis gebraucht wird] hat ein hurnein haus berait
Teichn
459,15.
– von der Haut eines Menschen oder Fabelwesens (vgl.
hornvël
):
einen lintrachen den sluoc des heldes
[Siegfrieds] hant. / er badet^$’ sich in dem
bluote: sîn hût wart hurnîn NibB
100,3;
der künic Gorhant von Ganjas. / lûter grüene als ein gras /
ist im hürnîn gar sîn vel Wh
351,17;
er schiesse durch den Kolkan, / dem so hurnein ist di haut
HvNstAp
5239;
JTit
3364,1
MWB 2 1814,56; Bearbeiter: Luxner
hurniʒ
stM.
→
hornuʒ
MWB 2 1815,16;
hurnt
Part.-Adj.
→
gehürnet
MWB 2 1815,17; |