Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
      hol|louch stM.
      1holn swV.
      2holn swV.
      holne Part.-Adj.
      hol|ôr stN.
      holre stM.
      holre-
      hölric Adj.
      holstern swV.
      holt Adj.
      holtlich Adj.
      holtnissede stF.
      holtrûne stF.
      holtsam Adj.
      holtschaft stF.
      holtûbe swF.
      holunge stF.
      holunter stM.
      holunterbluome swMF.
      holwërc stN.
      holwurz stF.
      holz stN.
      holzackes stF.
      holzapfel stM.
      holzapfelîn stN.
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hol|louch - holzapfelîn    


hol|louch stM. ‘Hohllauch’ (s.a. AWB 4,1212): vlpicium: holloͮch VocOpt 50.015; ceplecomium: holloich Gl 3:540,5

MWB 2 1663,52; Bearbeiterin: Herbers

1holn swV. im frühen Mhd. auch haln ( Gen , Kchr ) (ahd. halên, holên, s. AWB, 4,626). 1 tr.
1.1 ‘jmdn. holen (lassen), zu sich rufen’
1.2 ‘(jmdm.) etw. holen, nehmen, herbeibringen’
1.3 ‘etw. tragen’
1.4 ‘etw. hervorbringen, -holen’
1.5 ‘etw. erreichen, erwerben’
1.5.1 allg.
1.5.2 Wendungen
2 refl. ‘sich erholen (von etw.)’
   1 tr.    1.1 ‘jmdn. holen (lassen), zu sich rufen’ er hiez sîne bruodere varn, haln ir vater jouch ire barn Gen 2467; nû haiz die boten ir wec varn / unt haiz mih Rômære hie haln Kchr 7665; her wolde hie holn sîn wîb En 3109; frou Jeschûte wart geholt / ûf ir pfärde, aldâ si saz Parz 277,12. 471,9; «nu hol mich hie, verge’, sprach der degen guot NibB 1550,2. 1552,3; eines tages wurden si enein, / daz er si wolde holen heim Hochz 229; man muz den arzet holn / zu Rome Frl 9:13,14; Exod 440; Flore (P) 3516; Herb 13866    1.2 ‘(jmdm.) etw. holen, nehmen, herbeibringen’ ich muoz haln daz vingerlîn Kchr 13297; si holten ûz den helmen den heize vliezenden bach [an Blut] NibB 2288,4; [Gawan] bat daz man im holte / tincten unde permint Parz 625,12. 552,16; holâ vuoter, holâ, hol! HvFreibTr 586. 590 u.ö.; vnd sol man das korne geben zwischent den messen, das son wir mit vnseren bocken holen UrkCorp (WMU) 2175,22. 1047,14; ein tûb von himel gâht, / diu im daz ol holte Ottok 63609; Tauler 27,5; Kudr 135,3; MF: Joh 8:1,1. si sprâchen: ‘dise grôze nôt, / die verdient ez selben nie. / sîne vordern habent ez etwie / mit sunden hin ze got geholt, / daz ez die marter dolt.’ KvFuss 2835. – rechtsspr.: derselbe man sal daz urteil holen under den burgeren StRFreiberg 207,9; ouch suln dy inwoner der genanten stat ire recht vnd ire gestroften orteil in vnser stat czu Cristburg holen UrkPreuss 2,206 (a. 1335)    1.3 ‘etw. tragen’ daz vingerlîn, daz er holt / sô lang an sîner hende Ottok 62521; bischolf Arnolt / mit sînem kolben [Keule] , den er holt ebd. 30015    1.4 ‘etw. hervorbringen, -holen’ hurta, wie si holten / die slege uz starken armen! WhvÖst 14836; uz suͤften er do holt / die rede ebd. 13380; mit narrenstimme er holte / und was diz wort ie dâ bî: / ‘tosî, tosî, tosî, tosî!’ HvFreibTr 5358; die elemente [...] uf diz nuwe zeichen holn Pass III 545,26; alle sin herze was geholt / dar uf [darauf ausgerichtet] , wie er uz sunden ban / mochte gerucken einen man / und opfern deme guten gote ebd. 607,88. – ‘Atem, Luft holen’ dô holte der arme Heinrich / tiefen sûft von herzen AHeinr 378    1.5 ‘etw. erreichen, erwerben’    1.5.1 allg.: Biterolf der helt starc / erkande wol den sînen: / Gunthêr liez dô schînen, / und ouch sîn bruoder Gêrnôt, / dô man si tjoste ane bôt, / daz siz wol holn kunden Bit 10081; di hêren von India / di holeten grôzen scaden dâ SAlex 4717; in was der rîche fürste holt: / daz heten sî mit dienst geholt UvLFrd 472,8. 416,19; ‘durch got’, sprach er, ‘lat dar abe, / swer ouch diz schaf hat verstoln, / der sal den vride an ieme holn [sich versöhnen] [...].’ Pass III 233,92; so wolt ich den aplas suͦchen und holen Tauler 276,14; der rœmischen küneginne solt / wart nû mit prîse aldâ geholt Wh 323,2; wâ sol ich nu trœsten holn Parz 547,25; holt man den touf mit strîte ebd. 814,25. – ‘etw. finden’ sol ich iu niht verdagen, / swaz ich in mînem herzen hol. / ir vervâht mirz übel oder wol, / ich sag iu, swaz Ottok 14377    1.5.2 Wendungen: prîs, êre, lop ~ ‘Ruhm erwerben, verdienen’ swa ich holt ie prîs ûfs lîbes kost, / ôwî het mich gesendet dar / iwer swester minneclîch gevar! Parz 812,24; der künec ob tavelrunder az, / unt die dâ sitzen solten, / die prîs mit arbeit holten ebd. 652,12. 420,18; Tit 127,4; sîn ungemach im êre holt: / im wâren di biderben alle holt UvLFrd 490,17. 497,13; das ich wird und ere hol HvNstAp 6146. er holt / wunnebernder fröiden vil KLD: UvL 41: 4,4; Gâwân holt unsenften zins Parz 604,2. diu âventiure ~ ‘bestehen’ het er die âventiure geholt, / sô müeser sterben hân gedolt Parz 617,29; ichn ger niht vürbaz / wan daz mir werde erloubet daz / ich die âventiure hol Wig 1797; hie ist diu âventiure geholt ebd. 7904. 3387; da ist ritterlich geholt / manic aventuͤr WhvÖst 11366. den tôt ~ ‘sterben’ iz enwolte den tôt dâ haln Kchr 10042; des holte maniger dâ den tôt NibB 1422,4; der herzoge von Gippones [...] brâht die burgære in nôt, / er holt och an ir letze en tôt Parz 205,12; ob er halt dâ holn den tôt / oder schaden nemen solde Kreuzf 2538; Lanc 106,1    2 refl. ‘sich erholen (von etw.)’ man mac wol senften gotes zorn / mit buze umme die sunde / unde mac uz abgrunde / von aller unvlat sich holn Pass III 291,63

MWB 2 1663,55; Bearbeiterin: Herbers

2holn swV. intr. ‘hol werden, einfallen’ [dem Kranken] diu ougen holent unde swindent Barth 135,5. – tr. ‘hol machen, aushöhlen’ swem wurme die zende holnt unde die bilare [Zahnfleisch] ezent Barth 139,33

MWB 2 1665,14; Bearbeiterin: Herbers

holne Part.-Adj. zu hëln stV. ‘heimlich, verborgen’ si vorhten, er [der Trost] wær in holne genomen Serv 2200

MWB 2 1665,19; Bearbeiterin: Herbers

hol|ôr stN. ‘Hohlohr’, Name eines Jagdhundes: Holôr, Spitzmûl, ungenge / an art und in dem sinne, / daz harret niht die lenge; / ein wîl si jagent als ez umb sie brinne, / man siht bî heizer sunnen si erleschen Hadam 164,1

MWB 2 1665,22; Bearbeiterin: Herbers

holre stM. holunter

MWB 2 1665,27;

holre- holer-

MWB 2 1665,28; Bearbeiterin: Herbers

hölric Adj. ‘löchrig’ die harliz [Hornissen] habent die art, [...] daz si in hölrn wonent oder under der erden. der harliz [Hornisse] zell sint sehseckot und die andern sint rinden hölrig BdN 300,18

MWB 2 1665,29; Bearbeiterin: Herbers

holstern swV. ‘rollen, fallen’? (s. Bechstein, HvF., Anm.z.St. ): sie wurfen sich mit hüeten, / mit küssen und mit polstern; / strûchen und holstern / begondens über die bette HvFreibTr 2910

MWB 2 1665,33; Bearbeiterin: Herbers

holt Adj. s.a. holde swM.; Komp. holder. 1 ‘zugeneigt, freundlich, lieb’
1.1 attr.
1.2 präd.
1.2.1 mit Akk. jmdn./etw. holt haben ‘lieb haben, mögen’
1.2.2 mit Dat.d.P.
1.2.2.1 jmdm. holt sîn/ werden ‘jmdm. zugeneigt sein/ werden’
1.2.2.2 und Akk.d.P.
1.2.2.3 und Gen.d.S.
1.2.2.4 jmdm. ein holdez herze (einen holden muot/ willen) tragen ‘jmdm. zugetan, freundlich gesinnt sein’
1.2.3 mit Gen.d.S.
2 bezogen auf das Dienstverhältnis zw. Herrn und Untertan
2.1 von Untertanen zum Herrn: ‘dienstbar, treu’
2.1.1 attr.
2.1.2 präd., mit Dat.d.P.
2.2 vom Herrn zum Untertanen ‘zugetan, gewogen, gnädig’
   1 ‘zugeneigt, freundlich, lieb’    1.1 attr.: ih enbôt ir kuninginnen / mîne holde minne SAlex 6474; Roth 1955; Herb 14377; Sîfrides swert. / daz truoc mîn holder vriedel, dô ich in jungest sach NibB 2372,3; edile keisir Constantin, / dir intbutit din muͦter holden muͦt, / heil unde allis liebis gnvͦc TrSilv 474; sin holdez herze in betwanc Pass I/II (HSW) 27660; er siu zallen zîten scoͮwet mit holden ougon TrudHL 145,18; OvBaierl 120,16; Tannh 12,2    1.2 präd.    1.2.1 mit Akk. jmdn./etw. holt haben ‘lieb haben, mögen’ Moyses hete di smide holde VMos 81,27; ich minne zwô Îsolde / und hân die beide holde Tr 19156; Helenam die küniginne, die hâte Paris holde Flore (P) 1605; ir habt den meien holden! Neidh SL 24:2,7; Volmar 802; NibB 101,3; HvBurg 2987    1.2.2 mit Dat.d.P.    1.2.2.1 jmdm. holt sîn/ werden ‘jmdm. zugeneigt sein/ werden’ min vuíne íst mir hóld. unt íh ímo [ dilectus meus mihi et ego illi Ct 6,2] Will 46,1. 125,1 u.ö.; in dûhte an ir vater gebâre daz er ime nieht holt wâre Gen 1414; vil lieb wâren im diu wîb, / si wâren ouch ime holt En 12625; ichn wart nie manne sô holt Iw 2947; bistû mir holt, als ich dir bin Tr 5164; wan si im wâren holt NibB 30,3. 24,4; Parz 371,26. 14,9; MF:Reinm 44: 2,4; PrWack 70,252; si wurden im von herzen holt Wig 8354; KvWEngelh 1237; Walth 13,9; SM:Wi 9: 16,3. swâ sich vier ougen sô gerne gesēhen, / dâ müezen zwei herze ouch ein ander holt sî [: ] KLD: KvH 1:3,2; ir sit ein ander enbor holt ReinFu K,1654; Gen 1480. – ‘zu sich selbst gut sein’ sun, nû wis dir selben holt / und volge mîner lêre Greg 1450; ob ichz mit bôsheit hân versolt, / ich würde mir selben nimmer holt UvLFrd 103,8    1.2.2.2 und Akk.d.P.: alsus macheten si in den chunich holt VAlex 634. 1394; ich mach iuch mir alsô holt AHeinr 212; NibB 1323,2    1.2.2.3 und Gen.d.S.: ich bin iu eines dinges holt, haz unde nît Walth 59,1; wurdet ir mirs nimmer holt Parz 420,25    1.2.2.4 jmdm. ein holdez herze (einen holden muot/ willen) tragen ‘jmdm. zugetan, freundlich gesinnt sein’ di wîl ih dir holt herze tragen SAlex 3011; daz volc im holdez herze truoc Parz 307,10. 397,22; wie ich si minne, und wie ich ir holdez herze trage MF: Mor 17: 3,5; got gebiete den jungen wîben über al, / [...] daz si hôchgemuoten mannen holdez herze tragen Neidh WL 3:4,3. WL 17:2,9; MF: Hausen 5:5,10; SM:UvS 20: 1,6; KvWPart 18421. er wolte deme keiser sagen, / daz si mir holden muot getragen / hæte KvWPart 18120; hievon truc er ir holden mut Pass III 63,13; nach demselben gebote / was ouch sin husvrowe gut / und truc zu tugenden holden mut ebd. 152,8; RvEWchr 9244. der edel videlære dem wirte holden willen truoc NibB 1670,4. 364,4    1.2.3 mit Gen.d.S.: sît ir rehter minne holt, / sô minnt als nu diu minne gêt Parz 456,18; si wâren ie vür daz golt / der vil trüeben lachen [Pfütze] holt Wig 80    2 bezogen auf das Dienstverhältnis zw. Herrn und Untertan    2.1 von Untertanen zum Herrn: ‘dienstbar, treu’    2.1.1 attr.: in tugentlicher zupflicht / was er mit dienste ir holder knecht Pass I/II (HSW) 3261    2.1.2 präd., mit Dat.d.P.: sie waren deme kuninge alle holt Roth 146. 313; er hüetet disses landes unt ist Gelpfrâte holt NibB 1547,4; nu schouwe, künec hêre, Volkêr ist dir holt! / er dienet willeclîche dîn silber unt dîn golt ebd. 2006,1; SAlex 2206; UvZLanz 9220; dc ir vns also holt vn̄ als vndirténic wêrent UrkCorp (WMU) N6,27. 73,5; hat unz der genant her Adam [...] mit truwen gelopt und eide geschworn, [...] der herschafft Bitsch getrew und holt zu sin UrkHeilbr 537,10 (a. 1285)    2.2 vom Herrn zum Untertanen ‘zugetan, gewogen, gnädig’ – attr.: sô wil ich boten senden nâch den mînen mâgen; / ich enbiute in holden willen Kudr 34,4. – präd.: den armen was her [Kaiser] uile holt TrSilv 311; Chorinthia sînes frides gesan / und crônten in an der stunt / und gâben ime funfzic phunt / unde silber unde golt. / des wart in der kuninc holt SAlex 2304; do er den kuͤnech an sach, / diz wort er minnechliche sprach: / ‘[...] dem [Roland] wis [Karl der Große] genædech unde holt: / an im stet elliu din ere [...].’ StrKarl (S) 432

MWB 2 1665,37; Bearbeiterin: Herbers

holtlich Adj. , holtlîche(n) Adv. ‘freundlich, zärtlich’ – Adj.: zu drin malen daz geschach, / daz er sie slafende fant; / do wact er sie mit der hant / in holtlichen minnen HeslNic 597 (vgl. Mt 26,44f) – Adv.: benivole: holtliche HvBPhys 4:13,13; dô reit her nâher zu dem graben / und sach vil holtlîchen dar En 10943; vil holtlichen er si [Jesus die Kinder] ane sach AvaLJ 87,6 (vgl. Mt 19,14); vil holtlîche er in kuste Kchr 14610

MWB 2 1666,56; Bearbeiterin: Herbers

holtnissede stF. ‘Gewogenheit, Freundlichkeit’ wollichintem, holtnusside : beneplacito PsWindb 88,18

MWB 2 1667,1; Bearbeiterin: Herbers

holtrûne stF. ‘freundliches Zuflüstern’ wer sint die iuncurouwen den ich dâ gerûnet hân, den ich in holtrûne gesaget hân die minne unde die wunne mînes trûtes? TrudHL 90,15

MWB 2 1667,3; Bearbeiterin: Herbers

holtsam Adj. Superl. in prädikativer Verwendung mit Akk.d.P. und Gen. ‘jmdm. erstrebenswert, lieb sein’ (s. AWB 6,1272): íh hábo des uuóla uerstántan. [...] dáz ín [dem Bräutigam] áller nîetesta [La. holdsamsta ] íst an sînen hêiligon déro candidę uirginitatis Will 46,8

MWB 2 1667,7; Bearbeiterin: Herbers

holtschaft stF. ‘Zuneigung, Freundschaft’ mir seit diu küniginne / daz mir ir herze holtschaft / truoc mit ganzer liebe kraft Reinfr 9689; dâ sach siu einen ritter stân, / des gebærde was sô guot, / daz siu herze unde muot / [...] kêrt an sîne minne, / und was diu holtschaft vil grôz UvZLanz 4227. 8915; alsus quam er überein / daz er den gelieben zwein / ir trûtschaft [La. holtschaft ] wolde leiden, / diu niemer doch gescheiden / mohte werden under in KvWHerzm 115; KvWTroj 1345; Bihteb 45

MWB 2 1667,13; Bearbeiterin: Herbers

holtûbe swF. ‘Hohltaube’ holduba HvBPhys 6:29,16

MWB 2 1667,23; Bearbeiterin: Herbers

holunge stF. 1 rechtsspr. ‘Wiederholung einer Prozesshandlung oder der Ableistung eines Eides’ (vgl. erholunge stF., 2erholn 2.3 , swV. u. 2 HRG 2,1411f., Art. Erholung und Wandel)
2 ‘Erholung’
   1 rechtsspr. ‘Wiederholung einer Prozesshandlung oder der Ableistung eines Eides’ (vgl. erholunge stF., 2erholn 2.3 , swV. u. 2HRG 2,1411f., Art. Erholung und Wandel): sprechen si abir, daz he nicht gestanden si, so muz man in anderweide manen, wend im di holunge gedinget ist. were im abir di holunge nicht irdinget, so were der gezuk verlorn StRFreiberg 86,19f. 205,2 u.ö.; so sol er alleine sweren ix ayde den ersten an holung, die andern mit holung StRPrag 126. 53; revocationem verborum quae vulgariter holunge StRBrünn 34. 36 u.ö.    2 ‘Erholung’ eyn leben von smertzen wunt / [...] sich holunge nicht versyt [nicht erwartet] Hiob 3963

MWB 2 1667,24; Bearbeiterin: Herbers

holunter, holunder stM. auch swM.; verkürzt hol(n)der, holer, holler, holre; Bedeutung 2 nur hol(l)er. 1 ‘Holunder’
2 aus Holunder gefertigtes Blasinstrument ‘Einhandflöte’ , die zusammen mit einem Schlaginstrument ( sumber ) gespielt wurde (zur Sache s. Eitschberger, Musikinstr., S. 276-279)
   1 ‘Holunder’ sambucus: holder VocOpt 48.210; sambucus: holer Gl 3:676,33; sambucus: holnder GlAnzfKdVz 4:94,137; riscus: holre SummHeinr 1:180,139; sambucus haizt ain holær oder ain holder in anderr däutsch BdN 348,5; [als Heilmittel:] man sol nemen holdern vnd sieden in alaunwazzer BairFärb 13,1; so salbe daz houbit mit ole uon holunder SalArz 30,48 u.ö.; Macer 77,5; OvBaierl 105,5; sie sprach: ‘ir hât niht guoter sinne, / ir ret als iu zem ein holre / mich dunket wol, ir hât den kolre [ → kolre 2 ] , / der gêt iu in dem houbt entwer Rädlein 77 (vgl. Anm.z.St.) – als Ortsangabe: zwei stucke [...] zwischent doͤrfern, der lit eins ze dem holdern vnd eins bi der strasse UrkCorp (WMU) 3047,12    2 aus Holunder gefertigtes Blasinstrument ‘Einhandflöte’, die zusammen mit einem Schlaginstrument (sumber) gespielt wurde (zur Sache s. Eitschberger, Musikinstr., S. 276-279): pusûn, phîfen, holler, / des wart sô vil dâ gehôrt Ottok 68066; darzu noch freuden schullen, / mit den andern an dem drum / manochorde vnd psalterium, / der holer mit der gygen Krone 22104

MWB 2 1667,38; Bearbeiterin: Herbers

holunterbluome swMF. hier holundern-. ‘Blütenstand des Holunders’ (s. AWB 4,1216): flores sambuci: holundernblumen Gl 3:541,51

MWB 2 1667,62; Bearbeiterin: Herbers

holwërc stN. 1 ‘Holzgefäße’ (durch Aushöhlen hergestellt)
2 ‘Höhlenarbeit’
   1 ‘Holzgefäße’ (durch Aushöhlen hergestellt): daz holz, da vone man machit [...] kvphin vn̄ bodiche vn̄ allirleige holwerc UrkCorp (WMU) 1161AB,32    2 ‘Höhlenarbeit’ dû wil in disen berc, / würken alsô heldes [La. hol ] werc, / daz dû mich lâzest dar in EnikWchr 28892

MWB 2 1668,1; Bearbeiterin: Herbers

holwurz stF. auch hole-; hobwurz (aristoloia longa vgl. Marzell 1,392). ‘Hohlwurz’ aristologia: holwortz GlAnzfKdVz 8:96,172 (weitere Glossenbelege des 13. u. 14. Jh.s s. AWB 4,1211); di selbe holewurtz vertribet daz kalde Macer 35,8. 35,10 u.ö.; aristologia haizt in etleicher däutsch hobwurz und ist ain kraut, daz hât manig wunderleich kraft BdN 383,5

MWB 2 1668,7; Bearbeiterin: Herbers

holz stN. Pl. hölzer. 1 ‘Gehölz, Wald’
1.1 allg.
1.2 in rechtl. Gebrauch als Abgabe, Lehen o.ä. (weitere Belege für ‘Gehölz, Wald’ samt den daran bestehenden Rechten s. DRW 5, Sp. 1435ff.)
1.3 mit Präp. ze , in und Verben der Bewegung ‘in den Wald’
2 ‘Baum’ (auch im Pl.)
3 Holz als Materie
3.1 allg.
3.2 Holz für bestimmte Zwecke
4 ‘(Stück) Holz, Brett, Balken’
4.1 allg.
4.2 übertr. auf den aus Hölzern gefertigten Gegenstand ‘Kreuz’
4.3 sprichw. (Friedrich, PhrasWB, 224) jmdm. ein holz in sîn brôt legen ‘jmdm. schaden’ (?)
5 als Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Gehölz, Wald’    1.1 allg.: dise dri scare sie bestattin / in telrin un̄ in holzin Athis A* 127. A* 85; eine mile nider half der stat / dar holz unde geberge lach Roth 3645; durch mos, durch distel und durch dorn, / durch holz und über gevilde / quam er in der wilde / nâch des hornes dôz gerant HvFreibTr 3575; allez daz gesinde stolz / was ûf einer wisen vor dem holz Wigam (B) 2668; ein vinster holz KvWTroj 5913; sie liezen sie [die Pferde] in dem holtze stân LivlChr 10490; daz holtzze, daz die Hesenawe genant ist UrkHohenz 3,165 (a. 1347); daz div gemeinde sol einen hirten vnde einen forster wellen vber daz holz UrkCorp (WMU) 49,22    1.2 in rechtl. Gebrauch als Abgabe, Lehen o.ä. (weitere Belege für ‘Gehölz, Wald’ samt den daran bestehenden Rechten s. DRW 5, Sp. 1435ff.): dri vnd viunfzich vierteil geltis in allem dem rehte, als ich ez han besessin jn holz vnd in velde UrkCorp (WMU) 272,2; daz guͦt [...] vor der stat zuͦ Frankenvord vier huͦbe, und zu dem nidern holtze vier huͦbe UrkFrankf 2,180 (a. 1323); UrkBern 6,11 (a. 1332); UrkZofingen 50 (a. 1340/41). – bezogen auf das Recht, Holz zu schlagen: nichein zinsman en muͦz [...] noch holcz howen noch roden ûf sîme zinsgûte, ez en sie sîn erbezinsgût SSp (W) 1:54,5 (a. 1224/25)    1.3 mit Präp. ze, in und Verben der Bewegung ‘in den Wald’ Esau vuor ze holze mit bogen jouch mit bolze Gen 1074; dû soltest pillîcher dâ ze holze varn Kchr 12185; swenn er daz vihe treip ze holz / und ûf die grüenen heide KvWTroj 694; du solt uf stan / und solt ze holtze varn Erz III 209,21; FrSchw 493; UvTürhTr 2897; Martina 11,73. si wolden fliehen in daz holz En 6709; sin wec in truc / in ein holtz, daz was dic Pass I/II (HSW) 16023; die kiuschen wandels vrîen / fuort er besunder in daz holz KvWTroj 16497; ez gêt ein man in ein hûs oder eine stuben, in ein gadem, in ein dickez holz PrBerth 1:392,13; EnikWchr 4199; WolfdA 568,2; UvLFrd 288,13. – sprichw. niht ze ~ sîn: lâ sîn, setz ûf den borten [Kranz] stolz; / dîn setzen ist noch niht ze holz [es ist noch nicht alles verloren, hier bezogen auf die Jungfräulichkeit des Mädchens] Häslein 318 (vgl. z.St.)    2 ‘Baum’ (auch im Pl.): dâ mit giengens beide [Abraham und Isaac] / für ein holz ûf ein heide EnikWchr 3840; zuͦ den selben stunden / drú holcz dar an begunden / gruͦnen und gabent este, / stark, schoͤne und veste, / mit loͮbe, mit bluͦst und mit frucht WernhMl 3026; swas das paradis gebirt, / holz, obiz und das drinne wirt, / das iz algemeine RvEWchr 318; nû riten si beide / âne holz niuwan heide Er 3107. – bildl.: noch nemint bilde vone zwein estin. die vzir eineme stamme gewassen sint. die dri namin [Gottes] horent zvo einem holze PrWack 3,29. – vom Baum der Erkenntnis/ des Lebens im Paradies: got das selbin holz virbot / fúr ungehorsamen muͦt RvEWchr 324; in swelhir stunt, ze swelhir zit / du das holz izzist, du bist tot ebd. 323 u.ö.; ouch stunt gewert als ein bolz / gewachsen do des lebins holz Brun 526. 3949; von dem holze des lebens HeslApk 2442. 2446    3 Holz als Materie    3.1 allg.: daz holz daz is tûre, / iz ne mah in den fûre / neheine wîs verbrinnen SAlex 6097; der [Löwe] kratzet unde beiz dan / holz und erde unz er gewan / ein gerûme ûzvart Iw 6748; dar ûffe stuont ein clâriu sûl: / diu was niht von holze fûl Parz 589,6; bringet uns holtzez genuc StrKD 58,II 157; swer nachtes gehowen gras oder gehowen holz stilt, daz sal man richten mit der wid SSp (W) 2:28,3; NüP 164. – mit näherer Bestimmung der Sorte: ein holz, daz heizet ebenus Lucid 38,9; des schilt was holz, hiez aspindê: / daz fûlet noch enbrinnet Parz 741,2. 490,26; cypressen holz [...] viechten holz BdN 319,8; tännein holz ebd. 93,2; UrkCorp (WMU) 244AB,4,2. – von faulem Holz, das fluoresziert (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 224: Schlechtes/  Wertloses sieht bisweilen aus wie Gutes/  Wertvolles): ein holz erworden liuhtet / die naht als ein karfunkel KvWGS 672; von fulem holze ein glimmen gat, / swenn ez die vinsterheit bestat Frl 11:12,13; ketzergloube der stinket und ist fûl unde dunkel unde schînet niwan in der vinsternüsse ein wênic, als ein fûlez holz PrBerth 1:52,26. 2:234,39; AMeissn (R) 250,1; Seuse 157,1    3.2 Holz für bestimmte Zwecke – zum Herstellen von Gegenständen: dô hiez er tach unde naht / ein ros von holze machen grôz En 965; din schamel niht gemachet ist / von holze KvWGS 1843; nim ain glas oder ain glate tafeln von holz BdN 25,14; auz dem holz machte Noe sein arch ebd. 347,2. 323,31; driu dinc an der harphen sint: / holz, seiten, stimme Freid 24,15; daz ir iegelicher holz dinne gewinne, des er nohtliche bedarf zvͦ buwenne UrkCorp (WMU) 1653,39; Eckh 2:240,1. – Feuerholz, Brennholz: do troͮc Ysaac daz holz zoͮ dem altare Spec 103,21; hie schadet uns dhein wint, / hie mach ich fiur, trag holz her zuo EnikWchr 3843; swer grôziu viuwer haben wil, / der leit dar in holzes vil WälGa 6014; ouch mag ein herre wylbrede, huͦnre adir vysche gebin adir holcz zuͦ buͦrne adir zu buͦwe UrkFriedb 127 (a. 1334); BdN 187,10; Herb 16131    4 ‘(Stück) Holz, Brett, Balken’    4.1 allg.: dar zuͦ er [Josef] machen wolte / zwai hoͤlczer als er solte, / (wan er was ain zimmer man [...] ) WernhMl 4946; der knecht das holcz zekurcz zersnait ebd. 4953; Philipp 4277. 4280. 4289; er furt auch alleweg ein holcz in syner hant, da mit er zu vogeln warff Lanc 92,7; ain spænel von holz BdN 433,28; guoter man, war ümbe hastu diz getan, / daz du diu hölzer [für einen Galgen] uf rihtes Stolle 9,6; StatDtOrd 82,22; PrWack 3,10    4.2 übertr. auf den aus Hölzern gefertigten Gegenstand ‘Kreuz’ uon div scult ir wirdeclichen êren daz here holz, da got iwer scephaere roͮhte ane gemartert werden Spec 104,31; die unsaligen liute die warhten ein criuce, / da si den guoten vil grimme an ertoten. / daz holz lach ze ware in einem wiare AvaLJ 148,3. 149,3; daz heilige holz Eracl 5166; das holcz des ewigen lebenes Konr 11,31. 11,28. 11,1; dem holze gelich, daran den tot / gotes sun erwarb Frl 7:2,18    4.3 sprichw. (Friedrich, PhrasWB, 224) jmdm. ein holz in sîn brôt legen ‘jmdm. schaden’(?): [die Juden sprachen:] wir suln in [Jesus] von der werlte duͤn / und legen ein holtz in sin brot, / und einen lesterlichen dot / sollen wir im legen an HvNstGZ 4323    5 als Bestandteil von Personennamen: Otto vnder dem holze UrkCorp (WMU) 1908,23; die zwên Hainrich vom holz ebd. 3436,36

MWB 2 1668,15; Bearbeiterin: Herbers

holzackes stF. ‘Axt’ starke holzaxe sie / nâmen und scharf gesliffen die Kreuzf 5393

MWB 2 1670,17; Bearbeiterin: Herbers

holzapfel stM. 1 ‘Waldapfel, Holzapfel’
2 als Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Waldapfel, Holzapfel’ mala maciana haizent holzöpfel, die ze holz auf dem veld wachsent BdN 329,27; holzepfel und wachalterber / siede man einen vierlinc oder mêr Renner 9943; nim holtzepfele vnd peterlin vnd bezzin vnd stoz daz zvͦ sammene vnd druͤckez vz, daz die petersilie ein wenic zvͦ var. daz heizzet auch agraz BvgSp 35; wildes honig und ruhes crut / und, dez ich wæn, holtz apfel, / des âss er SHort 2393; nû wærest dû verdampt, ob dû halt niwan mit einem holzapfel zoubertest oder mit einer kroten PrBerth 1:206,21; alle krêatûren di dâ lîplich sint, di sint ime alse ein vûl holzaphel HvFritzlHl 171,30    2 als Bestandteil von Personennamen: Apele Holzapphel UrkCorp (WMU) 1126AB,34.35; Friderich Holtzaphel ebd. N453,13

MWB 2 1670,19; Bearbeiterin: Herbers

holzapfelîn stN. Dimin. zu holzapfel. ‘Waldapfel, Holzapfel’, sprichw. (TPMA 6,170): ein holzöpfellî mac sich niht enthalten, ez laͤze ûz sîne siure, aber got vermac daz woi, daz er sich etwenne einer begerender sêle erziuhet Eckh (Pf) 78,29

MWB 2 1670,35; Bearbeiterin: Herbers