hölde
F.
Ableitung von hol Adj. oder ahd. holôn swV.?
‘Höhle, Grotte’
diu holde des tieres hine, daz ist min erbe MillPhys
48,4;
diu holi [Hs. holdi
]
JPhys
6,4
MWB 2 1662,28; Bearbeiterin: Herbers
holder
swM.
→
holunter
stM.
MWB 2 1662,32;
holder-, holenderboum
stM.
‘Holunder(baum)’
sambucus: holdirboͮm, item riscus SummHeinr
2:45,235;
sambucus: holenderboͮm ebd.
1:180,138;
HvBPhys
3:44,1;
des holderboumes loup hat ein unadelichen smac FvSonnenburg
40,1
MWB 2 1662,33; Bearbeiterin: Herbers
holderdorn
stM.
‘Schwarzer Holunder’ (s. AWB 4,1208):
riscus: hold^#’sorn Gl
3:43,23
(BStK 926)
MWB 2 1662,38; Bearbeiterin: Herbers
holder|ehe
stN.
‘Holundergebüsch’, Flurbezeichnung (zur Bildung auf -ehe-
vgl. Wilmanns, Dt. Gr. 2,368):
cacumen montis in Holderehe UrkHenneb
1:21,10
(a. 1240)
MWB 2 1662,40; Bearbeiterin: Herbers
holderhurst
stF.
‘Holundergebüsch’, Flurbezeichnung:
jtem ein zweiteil, stoscet vf Dvngenshein velt vf die holderhurst UrkCorp
(WMU)
3037,37.8
MWB 2 1662,44; Bearbeiterin: Herbers
holderstoc
stM.
‘Holunderstamm’
daz loup daz uns der holderstoc / für bringet
[...] hat
unerteclichen [schlechten] smac KvWGS
1436;
als Ortsangabe:
item dimidium duale bi Frideriche vf dem holderstocke UrkLicht
7,374
(a. 1320)
MWB 2 1662,47; Bearbeiterin: Herbers
holdiclîchen
Adv.
‘freundlich, zärtlich’
vil holdechlîchen er si ane sach AvaLJ G
10va,37
MWB 2 1662,52; Bearbeiterin: Herbers
höle
stF.
‘(Aus)Höhlung’
in dem summer so ez haiss ist und man vor ainem múnster stat, so kumet ain
kuͦli dannen us engegen dem mentschen, reht alz ain wint: also vil zúhet
dú hoͤli dez luftes in sich. also tuͦt daz hol hertze, daz hol und
itel ist aller súntlicher dinge [...] daz hertze
zúhet denne únserz herren gnade in sich PrGeorg
321,38.
321,36
MWB 2 1662,54; Bearbeiterin: Herbers
hôleht
Adj.
zur Herkunft s. EWA 4,1115.
‘einen Bruch (im Unterleib) habend’
hirniosus ponderosus id est holoht, holohter SummHeinr
2:327,92.
2:415,331.1;
herniosus: holecter Gl
3:488,45
MWB 2 1662,61; Bearbeiterin: Herbers
holenbeciche
Adv.
Bed. unklar (s. E. Sievers, Oxforder Benediktinerregel, Tübingen 1887,
S. 28 z.St.):
iz daz ein andere gesweglicher [still] beden wil, die
ge dar holenbeciche [
simpliciter intret
]
vn̄ bede nit mit luder stymmen BrEb
52
MWB 2 1663,1; Bearbeiterin: Herbers
holer
stM.
→
holunter
MWB 2 1663,6;
holerblâser
stM.
‘Flötenspieler’ ( →
holunter
2):
dar nâch ein holreblâser sluoc / einen sumber meisterlîch genuoc
UvLFrd
165,25
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 2 1663,7; Bearbeiterin: Herbers
holerfloite
swF.
‘Pfeife aus Holunder’ ( →
holunter
2):
daz spere krachen was dâ grôz. / holerfloyten, sumberdôz, / pusûnen und schalmyen
schal / moht niemen dâ gehœren wal UvLFrd
492,4.
82,7
MWB 2 1663,11; Bearbeiterin: Herbers
holerloup
stM.
‘Blätter des Holunderbaums’
daz holer loup daz ist gut [...] fur di
gelsucht SalArz
91,2
MWB 2 1663,15; Bearbeiterin: Herbers
holermuos
stN.
‘Holundermus’, als Bestandteil von Personennamen:
Woͤlvel von dem Holermvͦs UrkCorp (WMU)
1765,15.
3511,35
MWB 2 1663,18; Bearbeiterin: Herbers
holerphîfære
stM.
‘Flötenspieler’ ( →
holunter
2):
ein hanttræger gîgær, / ein alter holerphîfær, / ein singer ungedœnet, /
[...] daz allez ist für niht guot Helbl
2,1440
MWB 2 1663,21; Bearbeiterin: Herbers
holerswam
stM.
‘Hohlerschwamm’, sprechender Personenname:
erst geheizen rehtes namen Limizûn [
‘leime den Zaun’
] . / er und einer sîn geselle
(derst getoufet Holerswam) Neidh
WL 30:8,2
MWB 2 1663,25; Bearbeiterin: Herbers
holerwurz
stF.
‘Wurzel des Holunderstrauchs’, als Heilmittel:
di holer wurtz nutzet man als man nimt di mittern rinde an der
wurtz. vnde stozet di SalArz
90,52
MWB 2 1663,29; Bearbeiterin: Herbers
holf
stM.
Ansatz unsicher (vgl. Hiob , Glossar s.v.).
‘Narr, Tor’(?):
Beniamin ein vrozic wolf / idoch was er nicht ein holf [vgl. Gn
49,27]
HistAE
1028;
dy [Heuchler] uzen schinen als eyn holf
/ und bynnen syn eyn beyzig wolf Hiob
4965
MWB 2 1663,33; Bearbeiterin: Herbers
holinder
stM.
→
koliander
MWB 2 1663,38;
holkrâ
F.
auch holi-.
‘Hohlkrähe, Schwarzspecht’ (s. AWB 4,1210; s.a. Suolahti, Vogelnamen,
S. 31):
sepicecula: holcra Gl
3:28,27;
parua parra: holichra ebd.
3:672,38
MWB 2 1663,39; Bearbeiterin: Herbers
holler
stM.
→
holunter
MWB 2 1663,43; Bearbeiterin: Herbers
hollerblâsen
stN.
‘Blasen auf einer Holunderflöte’ ( →
holunter
2):
vil süezes schalles man dâ pflac / mit hollerblâsen ûf der wer
Wig
10878;
vil lûte hôrten dâ sider / manic horn erschellen, / holre blâsen vor den snellen
Bit
8660
(vgl. z.St.)
MWB 2 1663,44; Bearbeiterin: Herbers
hol|loch
stN.
‘Schlupfloch’
einen strik richt er fvr ein holloch, /
[...] Dieprechte was in den strik gach, / nv was er
gevangen nach ReinFu
K,1695
MWB 2 1663,49; Bearbeiterin: Herbers |