houbetwëgen
stN.
‘Bewegen, Drehen des Kopfes’
der mensch sol lachen ane zene bleckin, sehin ane ougen steckin, redin ane
hende streckin unde ane vingirzaigin, unde ane houptwegin gan SeeleSp
368,22;
ir valsche rede und ir hobtwegen beweysset das [
locuti sunt
labiis et moverunt caput Ps 21,8]
PsMb
32(Glossar);
und in ein haubtwegen mit spott und mit schalle [
commotionem
capitis in populis Ps 43,15]
ebd.
32(Glossar)
MWB 2 1724,48; Bearbeiter: Luxner
houbetwëgic
Adj.
auch -weigic.
vom Kainsmal ‘mit Kopfzittern geschlagen’ (vgl. Gn
4,15):
houbit weigig schiet er [Kain] dan,
/ do er das zeichin gotis gewan [vgl. et posuit deus signum in
Cain, tremorem capitis (Petrus Comestor, Historia Scholastica, PL
198:1078B)]]
RvEWchr
447;
daz gotis zeichen daz er [Kain] truc / was
irkenlich gnuc / houbetwegic was sin lip ChristhChr
2755
MWB 2 1724,57; Bearbeiter: Luxner
houbetwêwe
swM.
‘Kopfschmerz’
houbit wewe geschit etwenne uon sunnen hitze. etwenne uon
kaldir luft SalArz
31,2;
wiltu den houbit wen under sten. so saltu ersichern. wo uon
he si ebd.
30,10
u. ö.
MWB 2 1725,1; Bearbeiter: Luxner
houbetwîsel
stM.
‘oberster (An-)Führer’
von siner schar wolt er [
Ypomidon
] die
[Könige] nu ersetzen, / beide durch houbt wisel und
ouch durch ander mange vlust ergetzen JTit
3898,4
MWB 2 1725,6; Bearbeiter: Luxner
houbetwünne
stF.
‘das Beste, Schönste’
ein edelkeit von tugenden unde ein edelkeit von künne, / swer
die bî einander treit / [...] / der hât aller êren
houbetwünne KvWLd
18,20;
man lêre, swaz man lêre, / man künne, swaz man künne: / guot
ist ein houbetwünne / wîstuomes unde künste gar KvWTroj
2004
MWB 2 1725,10; Bearbeiter: Luxner
houbetwurm
stM.
Wurm o. ä., der Kopfschmerz, Migräne verursacht:
emigraneus: hoͮptwurn VocOpt
46.035
MWB 2 1725,17; Bearbeiter: Luxner
houbetzins
stM.
‘Kopfsteuer, Leibzins’
nu scholt du froͮe gehugen, / war wir iarlichen mugen
/ unsern hoͮbetzins bringen Wernh
D 3623;
si residens in dem burgbanne, qui census, dictos heuptzins, dat sancto Petro
Wissenburgi WeistGr
1,765
(a. 1275)
MWB 2 1725,20; Bearbeiter: Luxner
höubluome
swMF.
‘vertrocknete Wiesenblume im Heu’ (nur sprichw. zum Ausdruck
menschl. Nichtigkeit):
al diu welt unde ir kint / dem dürren heu gelîchet sint / mit
allem ir ruome. / reht als ein heubluome / lebet daz mensche, anders niht. / des
bluomen wünneclîch gesiht / dorret schiere, er wirt verzert RvEBarl
8482;
allez [
fleisch (Ergänzung )] menslîch. /
daz ist dem heuwe gelîch; / ez ist in sînem ruome / als ein heubluome: / sô daz heu
gedorret in, / ie sâ der bluome vallet hin LBarl
7932
MWB 2 1725,25; Bearbeiter: Diehl
houc, hûc
stN.
‘Hügel’ (vgl. AWB 4,1300f. und EWA
4,1178f.):
ich wil ufstan / zu dem berge der myrre gan /
[...] / und zu des wirouches huge [
et
ad collem thuris Ct 4,6]
Brun
627.
– überw. in Flurnamen belegt:
jtem decimam et allodium jn Wolferichshusen, et decimam de loco dicto uf den
heugern UrkWürzb
41,40
(a. 1344).
– Lit.: zahlr. weitere Belege und Anm. zur Dekl. und Formenvielfalt: K.
Bischoff, Germ. *haugaz ‘Hügel, Grabhügel’ im Deutschen (ADW Mainz, Abh.
d. Geistes- u. Sozialw. Kl. 1975,4)
MWB 2 1725,36; Bearbeiter: Diehl
houch
stM.
→
huoch
MWB 2 1725,47;
houf
stM.
→
hûfe
swM.
MWB 2 1725,48;
houfe
swstM.
→
hûfe
MWB 2 1725,49;
houft-
→
houbet-
MWB 2 1725,50;
höugabel
stF.
‘Heugabel’
er [
Ydrogant, ein
Ungeheuer] was geschaffen als ain strauß: / sein nasen krump als
ain schnabel, / sein vinger als ain haw gabel, / sein augen tieff, sein oren langk
HvNstAp
9104
MWB 2 1725,51; Bearbeiter: Diehl
höugadem
stN.
hier höuwe-.
‘Heuboden; Scheune, Gebäude zur Heuaufbewahrung’
fenile: howegaden VocClos
Fe35
MWB 2 1725,56; Bearbeiter: Diehl
houhen
swV.
→
huohen
MWB 2 1725,59;
höuhûs
stN.
‘Scheune’ (hier als Gebäudename):
usque ad domum lapideam dictam daz heuhus UrkWürzb
41,31
(a. 1344)
MWB 2 1725,60; Bearbeiter: Diehl
höumânôt
stM.
auch -mône, höuwe- (vgl. auch
höuwetmânôt
).
‘Monat der Heuernte’, überw. bezogen auf Juli, selten Juni (
MarcoPolo ):
dar umb, daz der selb stern aufgêt sumerzeiten in dem
häumônn, der ze latein julius haizt BdN
222,32;
iulius howemanoth SummHeinr
2:70,54;
VocOpt
56.012;
ouch richt man das hus uf in deme monen junio, das ist in deme hoy mone
MarcoPolo
21,19.
65,26;
NvJer
27389;
an dem sibenden tage hoymanez UrkCorp (WMU)
912,9
u.ö.
MWB 2 1725,63; Bearbeiter: Diehl
höumarket
stM.
‘Heumarkt’, als Bestandteil von Personennamen:
Antonj an dem hevmarkte UrkCorp (WMU)
1729,3
MWB 2 1726,9; Bearbeiter: Diehl
höumengære
stM.
‘Heuhändler’
houmenger DRW
5,914
(Hagström,KölnBein.; a. 1289)
MWB 2 1726,12; Bearbeiter: Diehl
höumône
stM.
→
höumânôt
MWB 2 1726,14;
höuprobst
stM.
‘herrschaftlicher Aufseher über das Heu’
meines herren heupräust DRW
5,914
(Schöpf, TirolId; a. 1330)
MWB 2 1726,15; Bearbeiter: Diehl
houpt-
→
houbet-
MWB 2 1726,18;
höuptel
stN.
→
höubetlîn
MWB 2 1726,19;
höuptinc
stM.
→
höubetinc
MWB 2 1726,20; |