harnasch, harnas
stNM.
aus afrz. harnais, wallon. harnas, um oder vor 1150 als
militärischer Fachausdruck (bezeugt in lat. Urk.) entlehnt in der Bedeutung
‘gesamtes Rüstzeug des Heeres’ (E. Ploss, PBB 81,108;
Vorderstemann, Fremdw., 108-110); in den literar. dt. Belegen dann daneben von
Beginn an (UvZLanz ) auch enger ‘Leibesbewaffnung (ohne Schwert,
Schild, Helm), welche den Körper bedeckt und gleich Kleidungsstücken angezogen
wird: Fußbewaffnung, Eisenhosen, Brünne, Halsberge, Hersenier’ und nochmals
enger ‘Kettenhemd’ bzw. (später) ‘Plattenpanzer’ (ausführliche
Belegdokumentation und -Diskussion des mhd. Gebrauchs San-Marte, Waffenkunde, 8-15);
zur Entwicklung der Rüstung vom 12.-14. Jh. vgl. Kühnel, Kleidung, LXXI LXXVI
mit Schaubildern IX/ X. –
arma : hernisch VocOpt
29.010;
daz er umbe ritterschaft / enwiste weder ditz noch daz. / wan
er ûf ros nie gesaz: / harnasch er niht bekande UvZLanz
299;
die [
recken
] kômen ritterlîche. harnasch unt gewant [Rüstung und
(Zivil-)Kleidung] / fuorten die vil snellen in daz Guntheres lant
NibB
1475,3;
des bin ich gêret, / mac ich ze harnasche komen
[...] swie gar ich ein gebûre bin, / ez turnieret al
mîn sin Iw
3571;
gip mir dâ du ûffe rîtes, / unt dar zuo al dîn harnas
Parz
154,5;
al sîn harnasch was sô guot / von den fuozen unz ans houbtes
dach ebd.
319,22;
die künege über al / die naht der wache pflâgen / und in
harnasch lâgen Wh
72,8;
er truoc harnasch ob al den liden ebd.
317,17;
man twinget ritter nu dar zu, / daz si mit harnasche muͤzzen
varn StrKD
4,93;
der spitâlere unde der trapier sulen under dem marschalke sîn
an den dingen, dî zu deme harnasche gehôrent [quae ad arma
pertinent] , unde zu den cîten, sô man ûze ist mit den wâpenen
StatDtOrd
104,22;
wirt ein man herin gevangen unde dem vogte geantwurtet, wirt
uber den gerihtet hince dem libe, hat der ros oder harnasch oder gut, ez sin
phenninge oder ander bereitschaft, daz ist des vogtes StRAugsb
67,3;
allez harnasch, halsperge unde hosen, schinier, banzier,
gurrit, blaten, ysenhute, armbrust, cheten, wanbeis, spiezze unde bogen, spanbenche
unde chocher unde allez geschutzde, daz ist allez erbegut ebd.
151,14;
sîn ros gesatelt oder sîn phärt daz beste daz er hete, und den
besten harnasch den er hete ze sînem lîbe, unde sîn bestez swert, daz sol er geben
sînem herren, ob er ein dienstman was SpdtL
100,12.
– im engeren Sinne:
Mâbûz [...] warf in
[...] nider / von dem rosse, daz er sider / für tôt lac
und stille. / diz was des wirtes wille, / daz er in hiez schütten ûz. / do gebôt
[...] Mâbûz / daz harnasch und daz ros bewarn
UvZLanz
3637;
zehant leit er sîn harnasch an ebd.
2311;
si zugen im von den armen / harnasch unde wâfenroc
Wig
5344;
sînen harnasch schutter an ebd.
6529;
dort gein im kom geriten her / ein man: dem was daz houbet
blôz, / sîn wâpenroc von koste grôz, / dar underz harnasch blanc gevar
Parz
443,9;
den hærnasch vieltent si uf hin / und stachent dike durch in:
/ alse wart im der lip benomen RvEWh
1473;
der werde man / hette do geleget an / den harnasch mit den
schüppen HvNstAp
7493
MWB 2 1209,55; Bearbeiter: Plate
harnaschbar
Adj.
ohne harnasch:
man sach da manigen sarrazin / vil ritterliche komen dar, / und
warn alle harnash bar Rennew
17476;
sie fuͦrn alle harnash bar ebd.
28033;
da mir das schone junchfrawelein / auff pand das harnasch mein, /
[...] di mich machte harnasch par: / HvNstAp
11829
MWB 2 1210,55; Bearbeiter: Plate
harnaschblôʒ
Adj.
ohne harnasch:
nu kamen her gegangen / zwene risen harte groz, / die beide warn
harnash bloz Rennew
30578;
si wurden alle harnasch ploß HvNstAp
3738;
ist iwer vrowe für wâr ein wîp, / di sol gar harnaschblôz mîn lîp / vil
wünneclîche alhie bestân UvLFrd
217,26.
217,8
MWB 2 1210,61; Bearbeiter: Plate
harnaschrâm
stMN.
‘Schmutz, den der (mit Graphit polierte) Harnisch auf dem Körper des Trägers
hinterlässt’ (Vorderstemann, Fremdw., 111):
daz harnaschrâm tuon von dem vel Wh
246,27;
nâch lust hielt er sich, / der sûzgemûter, wol geborn, / sînen
bart abe geschorn, / den harnaschrâm von im getwagen Kreuzf
7727;
die heten beide al zehant / den harnaschrâm von in getân / und heten rîchiu
kleider an PleierGar
4485;
bat er im bereiten hiez: / si badeten harnaschrâm von in Bit
1809
MWB 2 1211,3; Bearbeiter: Plate
harnaschrâmic
Adj.
‘von harnaschrâm beschmutzt’
swâ harnaschrâmec wirt ein wîp, / diu hât ir rehts vergezzen
Parz
409,12
MWB 2 1211,13; Bearbeiter: Plate
harnaschrinc
stM.
‘Ring des Kettenhemds’
diu tyost wart ritterlîch geriten / und etelîch harnaschrinc versniten
UvLFrd
215,28.
491,2;
vil manic harnaschrinc entrant ebd.
262,16;
ich bringe im zwei tûsent man / in liehten harneschringen, / der iegelîcher vehten
kan Virg
552,8;
âne harnaschringe gecleit Kreuzf
2640
MWB 2 1211,16; Bearbeiter: Plate
harnaschroc
stM.
‘Waffenrock’ (?):
wapenroͤcke, harneschroͤcke unde riteroͤcke, die mag man wol kurz tragen
SpeyrerP
60
MWB 2 1211,23; Bearbeiter: Plate
harnaschvar
Adj.
‘von der glänzenden Farbe des Graphits (mit dem der harnasch poliert
wurde)’, bezogen auf den → harnaschrâm (Vorderstemann, Fremdw.,
111):
dô was sîn lînîn gewant / nâch wunden unde harnaschvar
Parz
588,13;
die bluotvarwen helde unde ouch harnaschvar / trâten ûz dem hûse
NibB
2088,2;
ir sun, der harnaschvarwen bart / truoc, den bat si zuo zir komen
Wh
175,24;
si truogen stehelîn gewant / und wâren alle harnaschvar
KvWTroj
9973;
sîn lûter kele [...] was ein lützel eteswâ / râmec unde
harnaschvar KvWPart
17211;
ParzRapp
185,23;
Bit
12412;
EckenlE2
100,5
MWB 2 1211,26; Bearbeiter: Plate
harnaschwambeis
stN.
‘Waffenrock’ (?):
doch mag einre, der wil, ein harneschwambesch dragen unde da inne gen, so ime daz
fuͤget SpeyrerP
60
MWB 2 1211,38; Bearbeiter: Plate
harnasch|wât
stF.
‘Rüstungskleidung’
der man der ain roß hatt / und dar zu sein harnasch watt
HvNstAp
2949;
[die] wâren alle schône bereit / in liehter harneschwæte, / ir starken brünje an
geleit Virg
505,8
MWB 2 1211,41; Bearbeiter: Plate
harnbrunne
stM.
‘Urin’
diu plâse [...] ist ain vaz des
harmprunnens BdN
34,11
MWB 2 1211,46; Bearbeiter: Plate
harnen
swV.
bair. harmen (immer BdN ).
‘urinieren, Wasser lassen’
swer den stein hat, der harnet mit grozeme smerzen, vnde mit
grozen engesten SalArz
58,50;
der vor harnstein niht geharn muge BenRez
46.
16;
der mit arbeiten harnet Macer
96,3;
daz harn, daz er [der Kranke] geharnet
habe vor mitter naht Barth
135,21;
wan der siche daz wazzer von vm harnet Barth (H)
470;
der dahs daz fluhet, / da der fuhs geharnet hat
Minneb
3731;
Aristotiles spricht, der leo heb sein pain auf sam ain hunt wenn
er harmt BdN
143,28;
reht pfeffer hât die art, wer sein wênich izt, der harmt wol
ebd.
374,3
MWB 2 1211,48; Bearbeiter: Plate
harniʒ
stM.
→
hornuʒ
MWB 2 1211,60;
harnstein
stM.
bair. harm- (BdN ).
‘Harnstein’ (in Blase, Harnleiter und Harnröhre):
der vor harnstein niht geharn muge BenRez
46;
der den harnstein hab, der nem daz cruht daz da heizet steinpreche
ebd.
57;
ist daz harn milchevar unde luzil dunne, sô hât der mensch den
harnstain in der blâter Barth
130,9;
in swelcheme harne grozer griez lit an dem bodeme. der bezeichent
einen harn stein in den lenden SalArz
115,41;
wil dû den harenstein vil gewislîchen brechen, sô merche dise
erzenîe Barth
148,33;
[Petersilie] ist guot für den harmstein BdN
413,29;
PrBerth
2:49,27.
2:51,35
MWB 2 1211,61; Bearbeiter: Plate
harnvaʒ
stN.
Gefäß zur Aufnahme einer Urinprobe, ‘Harnglas’, oder: zur Verrichtung der
Notdurft?:
ez wære ein unedel gewohnheit, der einen güldîn kelich wol gezierten mit edelen
steinen [...] wolte ze eime harnvazze [sc.
benutzen] oder daz alse bœse [unedel,] ist
DvAOff
54
MWB 2 1212,10; Bearbeiter: Plate
harnwaʒʒer
stN.
bair. harm-.
‘Urin’
[Quellwasser] ist leiht und lauter und entsleuzt den leip und
macht dem harmwazzer weg BdN
104,1;
[Anis] mêrt auch der frawen milich in den prüstlein und pringt
[erzeugt] daz harmwazzer vast ebd.
385,6;
sô benimt man im [dem Auripigment] der
dünst [...] mit waschen in ainer laugen oder in harmwazzer oder
in ezzeich ebd.
477,34
u.ö.
MWB 2 1212,16; Bearbeiter: Plate
harnwinde
swF.
bair. harm- (BdN ).
‘Harnzwang, Zwang zu häufigem Wasserlassen, das nur tropfenweise möglich ist’
ad difficultatem mingendi [...] den div
harnuinde daret [austrocknet]
Ipocr
175.
183;
fur die harnwinden. ob du nit harnen mugest BenRez
16;
vnde machit uil. vnde gewinnet den harn kume. vnde hat di harn
winde SalArz
60,23;
Barth
149,33;
BdN
343,34.
364,14
MWB 2 1212,24; Bearbeiter: Plate
harpfære
stM.
‘Harfenspieler’
der vil heilige geist gewîste Dauidin, der herphare was, der den
saltir tichte Spec
76,2;
PrOberalt
113,18;
VitasPatr (P)
10,18;
Vät
26119;
der himelsche harpfer David von dem froͤlichen himelschen lande
Seuse
432,11;
also hast du, Judas, [...] den herren din verlaͮn, /
Jhesum, den suͤssen harpfer guͦt / der alle herzen froͤlich tuͦt KvHelmsd
1323;
[Christus im Himmel,] der wolgebaere, / der heiligen herpfaere
/ und der mägde organist WvRh
1958;
Orpheus der mâre, / der gûte harphâre En
3108.
–
sie heizin in wille kume sin / den richen harfere
Roth
2526;
Marke [...] losete sêre
[...] einem leiche, den ein harpfær tete
Tr
3510.
3529.
3621;
hundert harpfære / die machten dâ vil süezen dôn. / darumbe wart in guoter lôn
StrDan
8160;
Tannh
5,116;
daz wir [...] erlovbet haben, ein badhovs ze machen
zwischen des hærpheres hovse vn̄ des spitals bachhovse UrkCorp (WMU)
1331,9;
LaurinA (L)
975;
BdN
236,4.
236,5.
236,7
MWB 2 1212,32; Bearbeiter: Plate
harpfærinne
stF.
‘Harfenspielerin’, übertr. von Maria:
so mug wir vernemen din suͤzen sanc, / der allersuͤzster harpen
klanc, / den in dim herzen sanc diͤ minne, / ei allerminsamst herperinne
MarlbRh
77,8
MWB 2 1212,52; Bearbeiter: Plate
harpfe
F.
‘Harfe’ (zu Organologie, Spieltechnik, Repertoire, sozialem Status u.a.m. nach
den Stellen in der höfischen Erzählliteratur vgl. Eitschberger, Musikinstr.,
13-33):
cithara: harpfe PsM
32,2;
der kuninc [...] bademe [=
bat ime
] sine harfen dar tragen Roth
167;
ir vingere die kunden [...] ûf der
harpfen vüeren / die dœne mit gewalte Tr
7992;
sîne harpfen er [Tristan als spilman
] ze rucke nam ebd.
13390.
16644.
17214.
–
einis tags den kúnig begie / nah gewonheit sin unsin. / mit
einir harpfen gie fúr in / David und woltim sinin muͦt / machin sempfter
RvEWchr
24452;
[die] vier und zwênzic
eldesten[...] di hîlden ire harfin EvBeh
6;
der abgot Apollo, der het ain härpfen in der hant
BdN
432,31.
–
doch muz man der seiten klanc / nemelich an der harfen /
irholn mit negelen scharfen / und mit der vingere ballen, / nach dem die noten
gevallen HeslApk
9707;
die schafseiten [...], / die man an
der harfe zuet / mit wirbelen uf und wider, / dise ho, jene nider ebd.
9736.
–
harpffen man da griffen / mitt schnewissen henden sach
GTroj
622;
ein wenig ich doch solde / mein herphen rueren
HvBurg
215;
der jungling [...] begonde sin
harphen reisen und schone uf klenken Seuse
323,3;
die harfe hat vil süzen sanc, swer kreuwet ir nach prise Wartb
(H)
397:16,7;
die herpfen ward dar getragen. / sie ward maisterlichen
geschlagen / mit kosperlichen donnen / von der werden schonen HvNstAp
1752
MWB 2 1212,57; Bearbeiter: Plate
harpfen, herpfen
swV.
‘(jmdm. [als Zuhörer] / etw. auf der) Harfe spielen’
hie in dirre welt ist ein wolleben an mannen vnde an schonen wip,
guͦt gewant, schonez gezimber, suͦze gesanc, guͦte mere, gigen vnde harpfen,
[...]
Lucid
151,9;
harpfen unde gîgen / und allerhande seiten spil, / des kund er mê
danne vil, / wand ez was dâ lantsite UvZLanz
262;
sînes werkes er begunde, / er harphete an der stunde / sô rehte
süezen einen leich Tr
13320.
17210;
sus bâtens in, er harpfet in ebd.
7665.
7824;
nu harpfe mîner vrouwen wol! ebd.
13350;
der selden riche / was vor dem kúnege ellú zil, / mit harfen
und mit seitenspil / irvroiter sin gemuͤte gar RvEWchr
23924;
weder arzet noch erzenîe half in niht, wan herpfen. die wîle man im herpfete, sô
wart im ein wênic senfter PrBerth
2:231,36;
dô pat der selb härpfær die schefläut, daz si in vor ain klain
liezen harpfen BdN
236,6.
– sprichwörtl. und redensartl.:
mich dunket niht, daz ieman sül / ze lange harpfen in der mül
Freid
127,1;
ich enwil niht werben zuo der mül, / dâ der stein sô riuschent umbe gât / und
daz rat sô mange unwîse hât. / merkent, wer dâ harpfen sül Walth
65,16;
swaz ich ir gesinge, deist gehärphet in der mül: / sî verstêt es ninder wort
Neidh
WL 23:2,1;
Helbl
4,814;
SalMark
353;
swer dumben herfet, der fliuset sin arebeit
Wahrh
70;
ein man mac sich wol selben touben, / der einen esel wil harpfen lêren / und
sôgetâne liute wil bekêren Renner
23593;
o we, das ich so lang an einen stul geharpft han! / ja han ich nicht trost,
das mich ir lon von sorgen pring Neidh (S)
2,186 c100:2,6;
bî sûren herzen ist harpfen unwert Renner
5848.
– übertr.:
[des Dichters] zunge, diu die harpfen treit, / diu hât zwô
volle sælekeit: / daz sint diu wort, daz ist der sin: / diu zwei diu harpfent under
in / ir mære in vremedem prîse Tr
4708
MWB 2 1213,22; Bearbeiter: Plate
harpfenier
stM.
‘ Harfenspieler’ (Rosenqvist 2,264):
des gûts [...], daz her Chvͦnrat de Vͦsenwanger der
chælnær von Schêftlæren choͮft hat von Chvͦnrad dem hartpenier vmb fîvmf phûnt
UrkCorp
1043,12
MWB 2 1213,59; Bearbeiter: Plate
harpfenklanc
stM.
‘Harfenklang’
in den oren harpfen klang / und aller seiten spil gesang
HvNstGZ
7726;
suͤsser wise hat der sang denne tusent seiten oder harpfen klang
Mechth
4: 23,11;
wer saget uns von herpfenklanch, / der patriarchen sußen sanch, / den si singen in
psalterio MvHeilGr
2001;
er wolde den kuͦnc Davide mit siner harfen dare senden, daz er mit sange und mit
harfen clange der selen vroude mechte HlReg
40,19;
sî sungen wunneclîch gesanc, / dar under süezen harpfenklanc Virg
1033,5;
Virg (St)
839,12.
– übertr.:
uffe dem criuce er wart gedenet, / durch daz er wære ein harphenclank / dem
der sich nâch minnen senet, / so diz bedæhte sîn gedanc VilwerdeSele
82
MWB 2 1213,63; Bearbeiter: Plate
harpfenspil
stN.
‘Harfenspiel’
der spilman huob aber an: / sîn harpfenspil er aber began / sô
rehte suoze bringen Tr
13358;
ir lîren unde ir harpfenspil / sluoc si ze beiden wenden / mit
harmblanken henden ebd.
8064.
7803;
die megte sungen süezen sanc / den vürsten dâ ze prîse: / dar under harpfenspil
erklanc / in süezer heller wîse Virg
987,9;
KvWPart
14206
MWB 2 1214,14; Bearbeiter: Plate
1harre
stF.
= → arre stF.; Gabe des Bräutigams zur Verlobung (vgl. HRG 5,764 s.v.
’Verlöbnis’); übertr.:
ouch gâben sie der stêten [bei der Einkleidung als
Nonne] / an ir hant ein vingerlîn: / den mâlschaz unt die harre sîn, /
der uns alle samen geschuof EbvErf
3408;
ich man dich nach der schrifte sage / daz man dich am achtem tage
/ nach der alten ê besneit, / da du mit grozer senfticheit / verguzze dein vil raines
pluͤt / durch mich, herre guͤt. / des gæb du die harre an mir, / des solt ich immer
danchen dir GvJudenb
375
MWB 2 1214,22; Bearbeiter: Plate |