hônkustic
Adj.
‘hinterhältig, trügerisch, falsch’
den mansleken man unde honchustigen uerwazet got [interl. zu
virum sanguinum et dolosum abhominabitur dominus
]
PsM
5,7;
si redeten wider mich zunge honchustiger [interl. zu locuti
sunt aduersum me lingua dolosa
]
ebd.
108,3.
11,4
u.ö.
MWB 2 1685,7; Bearbeiter: Hansen
hônkusticheit
stF.
hier honköstikeit.
‘Hinterhältigkeit, Täuschung, Falschheit’
diepstal. gitikeit. schalckeit. honköstikeit. vnreinickeit.
bösez avge. gotschelten EvAug
94,10;
do mercket er aber ir valsch honköstikeit [La.
betriglikeit
‘betrügerische Absicht’
]
ebd.
192,23
MWB 2 1685,13; Bearbeiter: Hansen
hônkustlîchen
Adv.
‘hinterhältig, trügerisch, falsch’
in zungen ir honchustlichen taten si [interl. zu linguis
suis dolose agebant
]
PsM
5,11.
13,3.
35,3
MWB 2 1685,19; Bearbeiter: Hansen
hônlachen
swV.
auch hochenlachen.
1
‘höhnisch lachen’
2
‘aus Verlegenheit, erlittener Schmach lachen’
1
‘höhnisch lachen’
der wirt hônlachte, / swie im sîn herze krachte Helmbr
1775
2
‘aus Verlegenheit, erlittener Schmach lachen’
[er] begund zu hochenlachen vor schemden, wann er nit
sagen dorst wie es zugangen were Lanc II
677,7;
als Lancelot das enpfand, [dass er versehentlich Keies Rüstung
angelegt hatte] da hochenlacht er ebd.
647,6
MWB 2 1685,22; Bearbeiter: Hansen
hônlâge
stF.
‘hinterhältige Nachstellung’ (vgl.
hônkust
):
nu wis min helfere, / daz mih der tuvil nit ne
verscunde [verführe] / indi houbithaften sunde, / noh
mih sine honlage / it versenke in di wage Litan
936
MWB 2 1685,30; Bearbeiter: Hansen
hônlich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
1
‘schändlich, unehrenhaft’
2
‘spottend, höhnend’
1
‘schändlich, unehrenhaft’
inglorius: honlicher SummHeinr
2:342,01.28 ;
durch des ellentin scalchis not / leit der gotis sun honlichin
dod SuTheol
152;
mit sulchen spiln vil geriben, / die sie kein im honlich triben / in bindende
da herteclich / gebert mit riemen uesteclich VisioPhil
484
2
‘spottend, höhnend’
ir hât alle wol gehort / hônlîch lachen und bôse wort: / dat ist nû ein meine
site, / da erwervet se de helle mite Crane
22;
vil hônlîch sî sîn lachten NvJer
3609.
23551;
deme richter und in allen / begonde missevallen / diz honliche schallen
Pass III
173,45
u.ö.;
zv sime vnheile / triben si honlichen glimph Pass I/II
65,75;
daz volc honlichen rief ebd.
69,47
u.ö.;
UvLFrd
502,1;
Greg
3668
MWB 2 1685,35; Bearbeiter: Hansen
hônrede
stF.
‘spöttisches, höhnisches Reden’ (vgl.
hônkôse
):
ích bin scúldig [...] in
állen scántsângen, in hônreden mánigen
BambGlB
146,37
MWB 2 1685,50; Bearbeiter: Hansen
hônsam
Adj.
‘spöttisch, höhnisch’
er [Alexander] enbôt
ime [Poro] ouh mêre, / daz daz ubil wêre, / daz sihein
edele man / solde wesen hônsam SAlex
4299;
darumme sage ich uch: alle sunde unde alle honsame schymphe
[
blasphemia
] werden vorgeben. abir der
geist der honsamekeit wirt nicht vorgebyn EvBerl
17,22;
honsam spot Mechth
7: 44,3;
ridiculosus: honsamer SummHeinr
2:448,01.13;
Herb
2999
MWB 2 1685,53; Bearbeiter: Hansen
hônsamicheit, hônsamkeit
stF.
‘Schmähung, Lästerung, Spott’
darumme sage ich uch: alle sunde unde alle honsame schymphe
werden vorgeben. abir der geist der honsamekeit
[
blasphemia
] wirt nicht vorgebyn
EvBerl
17,23;
valsch geczuknysse unde honsamkeit ebd.
32,22
MWB 2 1685,61; Bearbeiter: Hansen
hônschaft
stF.
1
‘Spott, Hohn’
2
‘schändliches, Schande bringendes Verhalten’
1
‘Spott, Hohn’
ditz was ir antwort honschaft vol Frauenlist
179;
daz wort des herren ist in wurden eyne honeschaft
[
verbum Domini factum est eis in
opprobrium
]
Cranc
Jer 6,10.
Ez 36,3;
Sigeher
15,8;
HvFritzlHl
131,3;
Greg
3015.
3644
2
‘schändliches, Schande bringendes Verhalten’
durch got so sult ir verstan / das ditz puch nicht hat
gesait / von werltlicher eitelchait, / nicht von valscher lieb chraft / nicht von
ritters honschaft, / nicht von abentewr Vät
41474
MWB 2 1686,3; Bearbeiter: Hansen
hœnunge
stF.
1
‘Schmach, Schande’
2
‘Gegenstand von Hohn und Spott’
1
‘Schmach, Schande’
er lebte ouch nach der kronunge / holt mid keiner honunge Dalimil
(B)
0-4,134
2
‘Gegenstand von Hohn und Spott’
du wirst zu gelechte und zu honunge [
eris
in derisum et in subsannationem
]
Cranc
Ez 23,32
MWB 2 1686,13; Bearbeiter: Hansen
hopelrei
M.
ein bäuerlicher Tanz (vgl. Harding, Dancing Terms, S. 113f.):
sus machent umbe den giegen / ie zwei und zwei / ein hopelrei / reht sam si
wellen fliegen Neidh (S)
1,456 C189:1,16
MWB 2 1686,18; Bearbeiter: Hansen
hopfe
swM.
‘Hopfen’
humulus haizet hopf. daz ist gar ain langez kraut und
praitet sein arm auf die paum und auf die mauren, dâ pei ez wechset
BdN
404,13
u.ö.;
vlihtet der hopfe sich über den zûn, swer die wurzen in dem
hove hât, der grîfe dem zûne sô er næhste müge unde ziehe den hopfen
SpdtL
208,20.
208,24;
NüP
175.
169;
humulus vel lupulus: hophe Gl
3:579,55
(BStK926);
VocOpt
50.152.
50.174;
mercurialis: hopfe ebd.
50.175;
vincella [l. viticella
] , humulus: hophe
Gl
3:546,2
(BStK947).
– Hopfen(dolden) als Ware bzw. konservierende Zutat v.a. alkoholischer
Getränke (vgl.
hopfenbluome
):
nim denne ein halp mezzigen hafen vnd tvͦ in halp vol
hopphen vnd ein hant vol salbey vnd siede daz mit der wirtz [des
Mets] gein einer halben mile BvgSp
14;
das see wir an dem wassir, das der hoppe vrisch beheldit, als
in dem bire. vil bas mak her das tun in dem wyne Pelzb
140,9
u.ö.;
Eitendorf dri mvͦl die geltint
[...] dri schephel hopphen UrbBayÄ
907;
UrkBresl
114
(a. 1327).
– metonymisch für alkoholische Getränke überhaupt:
swer trinket biz im die widehopfen / in dem hirne beginnent klopfen / von dem
mergel und von dem hopfen Renner
9517
MWB 2 1686,22; Bearbeiter: Hansen
hopfegarte
swM.
eingehegter Bereich für den Hopfenanbau, ‘Hopfengarten’
dû lîhest im zehen pfenninge: dâ muoz ez dir zweinziger wert drumbe arbeiten
oder dienen, ez sî an spinnen oder an wîngarten arbeiten oder an dînem hopfgarten
PrBerth
1:108,17;
iiii huffen landes an dem Ettersberge bi dem Hunegraben gelegen mit etzlichen
hopffgarten UrkBürgel
161
(a. 1318);
umme allerhande sache und crig [...] umme hophgartin
und lant UrkMühlh
303
(a. 1314).
– im Vergleich (vgl. Anm.z.St.):
ich tet unrecht: hophgarten nant ich grüebelîn KLD: Hetzb
2:2,2
MWB 2 1686,46; Bearbeiter: Hansen
hopfen
swV.
auch hoppen.
‘hüpfen, springen’ (oft von oder im Vergleich mit
Tieren):
in haße er [der Aar] balde gein
mir [der Krähe] hopfte; / miner freuden vedern er mir
ropfte Minneb
5235;
dû [
schiltkneht
] hopfest ouch als ein
heuschrecke ûf dîme gürrelîn [schmächtiges, minderwertiges
Pferd]
PrBerth
1:368,36;
Reinfr
4884
– auch ‘in Sprüngen tanzen’ (vgl. Harding, Dancing Terms,
S. 117f.):
nu lâzen reien an der strâzen: / [...] / hoppen und
zoppen zer stuben dâ wir vinden die: / gesungen gesprungen wirt dâ baz danne hie
KLD: UvW
Leich 3,101
MWB 2 1686,58; Bearbeiter: Hansen
hopfenbluome
swF.
‘Hopfendolde’
si [die Hopfendolde] durchsneit
unde behelt die flüzling, die ze latein liquores haizent, in kreften, alsô daz si
niht prechent noch faulent, wenn man die hopfenpluomen dar zuo mischet
BdN
404,23
MWB 2 1687,6; Bearbeiter: Hansen
hopfengëlt
stN.
Abgabe in Hopfen:
Fridericus de Wirczeburg habet a domino bona feodalia
[...] ii modios videlicet hopphengeldes
UrkJena
202
(a. 1348/49)
MWB 2 1687,11; Bearbeiter: Hansen
hopfenkorn
stN.
‘Hopfenkorn, Hopfensamen’ (hier als Mengenangabe):
unden dâ der stein [in dem
Ring] liget, / dâ sol niht sîn verborn / dan sî [l. dâ
sî
] tiseme [Moschus] als ein hophenkorn, /
unde daz dâ bî / ein wênic âlûnes sî Volmar
848
MWB 2 1687,15; Bearbeiter: Hansen
hopfenscheffel
stM.
Hohlmaß für das Messen einer Menge Hopfen(dolden):
ouch sullin die hopfen scheffiele geticht [geeicht]
sij nach dem scheffele, den vnsir herrin dar zcu beschremet
[festgelegt] habin StRMühlh
39
MWB 2 1687,20; Bearbeiter: Hansen
hopfenziech
stM.
ein Sack Hopfen(dolden):
uon dem hopfenziech hinein 2 pfenning UrbBayJ
433
MWB 2 1687,25; Bearbeiter: Hansen
hopferebe
swFM.
Ranke der Hopfenpflanze (nur als Bestandteil von Personennamen):
Cvͦnrat Hoppherebe vnd sin svn Diepolt, vnser bvrger von Kirchain
UrkCorp (WMU)
3172,5;
Eberhart Hoppherebe ebd.
1679,1
MWB 2 1687,27; Bearbeiter: Hansen
hopfestange
swstF.
Rankstab für Hopfenpflanzen, ‘Hopfenstange’
ez sol auch niemant kein hopfestangen weder stozzen noch hawen auz beden
welden [...] hewer ditz iar; und nach disem iar sullen alle
hopfestangen abesein und wer hoppfen haben wil, der sol in an stangen haben
NüP
176.
– wohl als Behelfswaffe:
die kneht er alle hiez, / daz ir deheiner liez, / si næmen
sperlange / in die hant hophstange Ottok
61962
MWB 2 1687,32; Bearbeiter: Hansen
hoppel
stM.
(verächtlich) ‘Körper’ (vgl. noch DRW 5,1547):
wizz daz ich daz haubt mit sampt dem fuͦzzen dez pilgreims ze samen
gelegt han in den sakh. daz ander tayl dez hoppels han ich in den stadel begraben
GestRom
40
MWB 2 1687,41; Bearbeiter: Hansen
hoppelære
stM.
Mensch mit hüpfendem, hinkendem Gang (als Bestandteil von Personennamen):
Stephan der Hoppeler UrkCorp (WMU)
1900,44
MWB 2 1687,46; Bearbeiter: Hansen
hoppelêren
swV.
‘hüpfen, springend tanzen’
nvͦ ist der lvde leider vil, / die kristenlichen namen hant, / die in
daz spilhvs lieber gant, / da man den dvͦfel erit, / mit hohfart hoppelerit,
/ an deme danze springit / vnde auch von minnen singit PrHess
12,190
MWB 2 1687,49; Bearbeiter: Hansen |