Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hovejunger - hovemeister    


hovejunger stM. zu einem Hof gehörender Abhängiger: illi filii omnibus diebus vite sue servi permanebunt nostri, qui vulgariter appelantur hovejungere UrkMittelrhein 1,162 (a. 1222)

MWB 2 1736,7; Bearbeiter: Diehl

hovekint stN. zu einem Hof gehörender Abhängiger: wenne ouch einre hofekind wurt und deme hofe geswert, der sol geben den hofekinden einen halben omen [ âme swM., Flüssigkeitsmaß] wines und sine gueter emphohen von deme meiger und ime sinen erschatz [ êrschaz ‘Abgabe bei Besitzwechsel’ ] geben noch der stette gewonheit WeistGr 5,386 (a. 1349) u.ö.

MWB 2 1736,11; Bearbeiter: Diehl

hovekleit stN. ‘(standesgemäße, festl.) Kleidung für höfische Anlässe’ sô diz ritterlîche spil / eine wîle gewert, / âne sper und âne swert / wirt ein kurzewîle nâch. / von den orsen wirt in gâch, / schiere entwâfent sie sich. / sô gâhet maneclich, / sie legent ir hovekleider an / und gânt mit fröuden von dan StrDan 681; alles das zu der ritterschafft hörte, beyde ritterscleyder und hovecleyder, die waren in eim schryn Lanc 128,5

MWB 2 1736,19; Bearbeiter: Diehl

hoveknabe swM. ‘jugendlicher Hofbedienter’ alsus dú zarte meren / konde schimpf mit schimpfe / in masse vnd rechtem glimpfe. / hie mit die tische schon erhaben / wurden von den hoveknaben MinneR 471 (Pf) 7,15

MWB 2 1736,28; Bearbeiter: Diehl

hoveknëht stM. ‘Hofknecht’, Angehöriger des Hausgesindes: vernaculus: houechnet SummHeinr 2:18,346 ; dem herren [Jesus] iedoh gescah / dicke groze ungemah. / di hobeknehte / uorten in vnrehte. / si heten mit in ir spot Glaub 2078

MWB 2 1736,33; Bearbeiter: Diehl

hovel stM. auch hobel. ‘Hobel, Gerät zum Glätten von Holz’ (überw. bildl.): plana: ain stoez block, hobel GlAnzfKdVz 4:234,28; der zwîvel was sîns herzen hovel Parz 350,30; des wirt dur manges herzen hovel / din lop besniten schone als ein / slehter wünneclicher zein, / an dem kein bühel wirt gesehen KvWGS 796; waz her Paltram mit dem hovel / daz dinc wolde besnîden! / des wolden si niht lîden Ottok 14222. 2597

MWB 2 1736,38; Bearbeiter: Diehl

hovelant stN. zu einem herrschaftl. Hof gehörender Grund und Boden: niͤvn schilling phenninge zinses von hoflanten UrkCorp (WMU) 937,38

MWB 2 1736,47; Bearbeiter: Diehl

hovelëckære stM. ‘Schmeichler am Hof’ (vgl. hoveliegen , hoveslëcke ): uf min triwe, ez wær mir lait, / (ez ist mir worden wol sur!) / daz ain boͤser huntgebur / und valscher hovelecker, / boͤser schalk unkecker / gehoͤrn ez ymmer scholt WhvÖst 12327. 12373

MWB 2 1736,50; Bearbeiter: Diehl

hovelêhen stN. auch -lên. als Lehen vergebener Hofbesitz (zu den verschiedenen Rechtsformen vgl. DRW 5,1276): feoda ministerialium ecclesie sue que vulgariter houelen dicuntur MGHConst 2:423,20 (a. 1231); daz hofelen sal erben vffe sone, tochtern, brudern, swestern, vater, muter DRW 5,1276 (MagdebDienstm./AnzGMus.; 13. Jh.); ein hoflehen giltet: 17 mutte vnd 16 schoͤt chese UrbTirol 16 (a. 1288)

MWB 2 1736,56; Bearbeiter: Diehl

hovelich Adj. , -lîche Adv. selten hoven- (z.B. SHort 475; GTroj 758 ); Adv. auch -lîchen. den Verhaltens- und Wertvorstellungen des (idealen) Hofes entsprechend, angemessen (vgl. höveschlich ) 1 oft bei Personen und Personengruppen ‘höfisch, gewandt’ (auch subst.)
2 bei Abstrakta und (selten) Gegenständen (offen zu 3 )
3 häufig zur Charakterisierung von Handlungen im höfischen Rahmen wie Gespräch, Minne oder Fest (offen zu 2 ) i.S.v. ‘wie es sich an einem Hof gehört’
   1 oft bei Personen und Personengruppen ‘höfisch, gewandt’ (auch subst.): Curvenal der hovelîche. / Tristan der tugende rîche Tr 5741; wan [d.i. man ] seit uns daz er wære / gên vrouwen niht ein hovelîch man Goldemar 2,7; er ist sô hovelich / daz mich dunket wie er sî / von aller missewende vrî RvEGer 810; das selbe hoveliche knehtelin / sol hin ze dir min botte sin RvEWh 5443; ein hovelîchez her LivlChr 3937; des kuniges man quâmen dar / mit einer hovelîchen schar ebd. 2082; KvWTroj 5730; ir stêt ir gân, ir grüezzen wol, / si ist hovelîche und tugenden vol SM: Had 49: 1,6; wâfen, mîn frowe ist so minnenklich / und hovelich und êren rîch! ebd. 54: 2,2; ob ein mensche einvalteclîche izzet oder trinket, daz ez sô hövelich niht kan gesîn mit aller sîner wîse PrBerth 1:564,30    2 bei Abstrakta und (selten) Gegenständen (offen zu 3): die jungling [...] singend lieder und sprechent schoͤnú gediht und bringent es zuͦ, wie sú múgent mit hoflicher wise, daz in ire liep schapel geben Seuse 26,7; von aventüre hoffenlich / ward er da gefragett GTroj 758; so sunge ich von hovelichen dingen Tannh 14,12; ir guͦt gestalt und hofflich zücht MinneR 3 63; sîne meister lêrten in / zuht und hovelîchen sin, / wol gebâren, kiusche wesen RvEBarl 938; ein hovelich gedanc TannhHofz 96. – häufig durch, mit, nâch ~ site: bringet iuwern prîsant / ze hove nâch hovelîchem site Tr 3053; er begunde urlaubes biten / mit vil hovelichen siten / an den werden kuͤnc Rennew 25002; ich tetz durch hoflîchen site Parz 218,25. 670,6; RvEWh 3650. 13250. – unmittelbar bezogen auf das Aussehen ‘höfisch, zierlich, elegant’ (vgl. z.B. hovekleit ): sîn hovelîch gewant Neidh WL 27:7,4; ein weidenlicher [stattlicher] kneht, der truͦg hoflichú kleider ane Seuse 149,9; ein mantel [...] / der hovelich gemachit was Martina 24,60; ir bein, ir vuoze hovelîch / ir schuohe stuonden ritterlîch DietrGlesse 67; sîn hâr was hovelîche / gespænet wol, sleht und reit RvEGer 790; sin augen sint im nit zu gra, / hoffelich stent im sin brahen an SalMor 406,5    3 häufig zur Charakterisierung von Handlungen im höfischen Rahmen wie Gespräch, Minne oder Fest (offen zu 2) i.S.v. ‘wie es sich an einem Hof gehört’ mich dunket, swer frowen gern nimt war, / daz der deste hovelîcher var, / daz er gevalle in wol SM: Had 52: 8,8; dâ er bî sîner frouwen sitzet / und sich gen ir minne spitzet / mit hoflichen gebârn Ottok 62065; [sie] ist noch hubsch und fin genug / und kan hoflich gebaren Minneb 4029; sus kam er mit der hohvart / in hovenlichem gange, / reht als er war ain slange, / ze Even in SHort 475; die herren kamen riche, / die andern hovenlich / ze hof do gegangen ebd. 2780; hoflicher red er genuoc / gegen ir gewuoc Ottok 17957; vil höuelichen er began / zü sagen sin rede Krone 27807; HvNstAp 16231; ich sunge, ich sagete ir also hovelichen danc SM: UvS 18: 2,3; si danketen ir prisande [Geschenke] / hoveliche alse in gezam Elis 581; si triben hovelichen schal KvWTurn 244; sî begunde singen / hovelich ein liet KLD: UvW 4:5,2; der eine schüzzeln oder einen becher hovelîchen gebieten kan PrBerth 1:453,15; mit hoflichen kláffen SHort 4059. – in Verbindung mit tuon: ir hânt hovelîch an mir getân. / tuont durch mînen willen mê Walth 86,26; swer gerne hobelîchen tût / di hôret gerne daz men seit / gûtes mannes werdikeit Demantin 11678. – ‘elegant, zierlich’ nu han ich ettlicheu materie mit unbesintenn wortenn peürischlich aus gelegtt, / doch werde niemant ze wunder da von erwegtt, / [...] / ich pit euch leser und leserinne / das ir geleubig seit meinem krancken sinne, / wa ich mich villeicht han überdaht / und nichtt hovelich ze teütsch gepraht HvHürnh Vorr. 40. – Lit. mit zahlreichen weiteren Belegen: Erlei, Höfisch, S. 270-281, 305-317.

MWB 2 1737,1; Bearbeiter: Diehl

hovelîche stF. ‘höfisches Verhalten, Höflichkeit’ wil einer über sîn sekel gân, / der hanget im bî dem beine; / duͤ hofliche dunkt mich kleine, / die er nu dâmit begât: / sô er sizet oder stât / bî vrouwen, sô muos er von in gân / oder schameliche stân Ammenh 17784

MWB 2 1738,18; Bearbeiter: Diehl

hovelîcheit stF. ‘höfisches Verhalten’ o Alexannder, in vier weise wetrachtenn wir die gehorsam der herschung und der herscher [Herrschertugenden] , das ist an der gotlichkait, an der lieb, an der hoflichait unnd an der erwirdigkait [ in religiositate, dilectione, curialitate et reverentia ] HvHürnh 17,1. 23,4; [Helena] an geburt, an schœne, an lîbe, / an namen, an wirde, an guote, / an hoflicheit, an muote, / diu vorderst und diu hêrste KvWTroj 45728

MWB 2 1738,24; Bearbeiter: Diehl

hoveliegen stV. ‘im höfischen Umfeld schmeicheln, lügen’ (vgl. auch hovegetiusche , hovelëckære , hoveslëcke , hovetiuschære ): manc herre mich des vrâget / dur waz der gernden sî sô vil. / [...] / dem wil ich tiuten, obe ichz kan, / wiez umb die gernden sî. / ein gernder man der triuget, / der ander kan wol zavelspil, / der tritte hoveliuget, / der vierde ist gar ein gumpelman, / der fünfte ist sinnen vrî KLD: Kzl 2: 8,8

MWB 2 1738,34; Bearbeiter: Diehl

hövelîn stN. auch hövel, höveli; Dimin. zu hof. 1 kleines Anwesen
2 zum Haus gehörender Hof, Hofplatz
3 kleines Fest, Festlichkeit im Rahmen einer Hochzeit
   1 kleines Anwesen: drie velt acker, ligent ze Hessensheim, vnde ein hovelin, lit an den wasen UrkCorp N175,9    2 zum Haus gehörender Hof, Hofplatz: ovch sol man dc wizzen dc dez hoͤvelin hinderm hus ist gemeine vnd daz tach vnd der chenel vnd die stegen ime hus sol man gemeine machen vnd buwen UrkCorp 436,17; hinder dem vorgenanten hvse ein hoͤveli mit einre schvren ebd. 2729,15    3 kleines Fest, Festlichkeit im Rahmen einer Hochzeit: ez sol ein ieclich burger und burgerin, si sein alte oder iunck, suln von dehainer hohzeit wegen, die man haben wil, weder vor noch hinnoch niht mer hofelin noch padlat [festl. Bad mit dem Brautpaar] haben, danne mit der preute suln vier frauwen ze pade gen und niht mer NüP 184; si wirt varn hin und dan. / wa ain hoͤfel wirt genant / oder ain hoch czeit in dem lant Teichn 470,95

MWB 2 1738,43; Bearbeiter: Diehl

hovelinc stM. ‘Angehöriger einer Hofhaltung’ (vgl. AWB 4,1168): aulicus: houedrut vel houelinc SummHeinr 2:15,318; curialis: houelinc ebd. 2:219,184

MWB 2 1738,62; Bearbeiter: Diehl

hoveliute stM. (Pl.). neben hoveman(ne) auch Pl. zu hoveman . 1 Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann )
2 Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
   1 Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann): die selben hoflvte die gebennd von dien acheren die siv bvwend ze Witellinchon ierlich ze zinse dri mv́t kernen UrkCorp (WMU) 784,4; dc sv in den selbin hof hoͤrin svn nach hove lvte rehte ebd. N607,25; daz wîr sullen wider geben den vorgenanten cloͤstern, iren hofluten oder hubenern irru pfant UrkWürzb 41,417 (a. 1349); abir di hofelûte [ coloni ] sprâchin zuͦ ein ander: ‘dirre ist der erbe: kuͦmet, tôte wir en! und daz erbe wirt unsir.’ EvBeh Mc 12,7    2 Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann): nû vindet man selten âne nît / die bœsen hoveliute Eracl 1221; sîn gesinde er ûz las, / daz sîn hofliut [Hs. hoflute ] hiez UvZLanz 9003; Tr 14573; er wil ebenhiuzen sich ze werdem ingesinde, / daz bî hoveliuten ist gewahsen unde gezogen Neidh WL 29:8,1; so we dem hove, der so rehte unlobelichen ste! / so we dien [ den ] hove liuten, we dien hove herren we! TSchreiber (H) 12:5,2; wan selten im [demjenigen] gelinget, / der wider sînen orden ringet. / dîn ordenunge ist der phluoc. / dû vindest hoveliute genuoc Helmbr 292; wir setzen auch, daz des richez hof hab einen hofrichter, der [...] sol [...] den luͤten rihten die im clegn [...] aun [ âne ] fuersten und ander hoflaeut MGHConst 4,1:30,4 (a. 1298)

MWB 2 1739,1; Bearbeiter: Diehl

hoveman stM. im Pl. auch hoveliute . 1 Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann )
2 Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
   1 Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann): die klôster vrowen haten einen hofeman ûf deme lande HvFritzlHl 76,26; ez sol ouch vnser vorgenannte hof gar entlediget sin der gúlte [...], die Winther, etschwenne unser houeman, koufte UrkCorp (WMU) 1480,17; he sal och gebi dis richis hovimanni zueni phennigi Mühlh 163,3. – als Bestandteil von Personennamen: Heinrich der houeman von Bernheim UrkCorp (WMU) 1121,38; hubarius noster nomine hoveman DRW 5,1282 (PassauTrad. 303; 13. Jh.)    2 Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann): nu warte sprach sie wie genir houe man / din vedir spil irzogen hat Roth 1175; als was der guote Tristan sider / ein lieber hoveman under in. / künec unde gesinde hæten in / in guoter geselleschaft Tr 3487. 3452; ob einer kan ein künstelîn, / der wil zehant ein hoveman sîn KLD: Alex 2:15,5; da fur der werde hoveman / der edel grave Panian Elis 7095; wilt dû dich [...] gelîchen / dem wol gebornen hovemann Helmbr 339; noch gerner bin ich ein gebûr / danne ein armer hovemann ebd. 1107

MWB 2 1739,32; Bearbeiter: Diehl

hovemanschaft stF. ‘Burgbesatzung’ sa [im Rahmen einer alleg. Auslegung der Burg] ist die hofemanneschaft, / die auch die godeliche kraft / ie deme menschen svnder hat / befolhen, sinis dorfis rat PrHess 54,69

MWB 2 1739,58; Bearbeiter: Diehl

hovemære stN. ‘Hofgeschichten, -neuigkeiten’ (vgl. hoverede , hovespël , hovesprâche ): der höfsche hovebære / lie sîniu hovemære / und vremediu zabelwortelîn / under wîlen vliegen în: / diu sprach er wol und kunde ir vil, / dâ mite sô zierter in sîn spil Tr 2288. 13183; si wæn^$’ des lîhte enbæren, der an der tür dâ stât, / unt diu hovemære gesaget den Burgonden hât NibB 1959,4; nû merket alle, wie daz zimt, / swâ man von hêrren höven disiu hovemære vernimt RvZw 177,2; den wïrt fragten sy [die Boten] zuhant / ob im icht chund wer / umb dy hof mer Hawich 4885; do der bote wider kam / vnd er die hoffmere vernam ErnstB (W) 1198; LvRegSyon 3301

MWB 2 1739,63; Bearbeiter: Diehl

hovemarke stF. zu einem bäuerl. Hof gehörender Grund, Hofbezirk (vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen WMU 2,890f.; DRW 5,1286f.): dâ man mich ligen siht, / daz ist mîn hofmarc. / daz wær ein laster starc, / sold ich von hinnen fliehen Ottok 29010; lehen, di avzwendich vnsern hofmarhen gelegen sint UrkCorp (WMU) 1861,10; di houemark ze Buntdorf vnd swaz dar zu gehoͤret, die mak vnser herre der bischof oder sin nahkome wider loͤsen von vns oder vnsern erben UrkWürzb 38,438 (a. 1309). – bezogen auf die mit diesem Bereich verbundene Gerichtsbarkeit: jst aber, daz ein ansprechman fur geboten wird vf die hofmarch vnd er dinchfluhtich wirt UrkCorp (WMU) 1100AB,39; wan wir in dev [Rechte] da mit niht abnemen noch ringen an ir dorf gerichten, graschaften vnd hofmarchen UrkWittelsb 2,187 (a. 1311); UrkEnns 4,106 (a. 1289)

MWB 2 1740,13; Bearbeiter: Diehl

hovemarschalc stM. Amtsträger zur Besorgung der Angelegenheiten eines Hofes, ‘Hofmarschall’ her Chvnrat von Braytenvelde, der hofmarschalch von Oesterreich UrkCorp (WMU) N360,42; auch sulen wir [der Herzog von Kärnten] einen hofmarschalk in Chernden seczen UrkÖsterrErbl 161,29 (a. 1307); der undermarschalch sol fuͤrfaren vor dem hofmarschalch [...] und zaigen di herwerg und der hofmarschalch sol di herwerg geben UrkBrixen 1,172 (a. 1311)

MWB 2 1740,31; Bearbeiter: Diehl

hovemâʒ stN. 1 an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl. hovemëʒ )
2 Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz)
   1 an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl. hovemëʒ ): vier fuder weins hofmaz, die gerait worden fur zehen march UrkBrixen 1,143 (a. 1309); de illa mensura, que dicitur hoffmaz UrkSüdtirol 3,2:7 (a. 1281)    2 Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz): das hovemaz, daz ir beider ist, ame salze, daz sal der vrowen halb bliben czu irme libe UrkFreiberg 1:51,35 (a. 1318). 1:58,36 (a. 1333)

MWB 2 1740,41; Bearbeiter: Diehl

hovemâʒe stF. dem Hof angemessenes, entsprechendes Maßhalten: diu [cleider] wâren ûzer mâze rîch, / [...] : / daz golt daz was dar în geweben / niht in der hovemâze: / die sîdenen strâze / die kôs man kûmelîche dâ: / si wâren wâ unde wâ / sô mit dem golde ertrenket / und in daz golt versenket, / daz man daz werc dâ kûme sach Tr 11107

MWB 2 1740,50; Bearbeiter: Diehl

hovemeier stM. ‘Inhaber, Verwalter eines Meierhofs’ welh reht der hofmeiger gen den burgern hat unde si gen im StRAugsb 2,24 u.ö. – als Bestandteil von Personennamen: des sint gezivge [...] her Walther der hofmaier, her Heinrich sin svn UrkCorp 736,37

MWB 2 1740,57; Bearbeiter: Diehl

hovemeister stM. leitender Bediensteter an einem Adelshof, überw. verantwortlich für den Wirtschaftsbetrieb (vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen WMU 2,891; DRW 5,1296-1300 sowie zur Sache 2HRG 2,1094f.; vgl. kamermeister ), ‘Hofmeister’ her Soldemach dô niht liez, / für sich er im bringen hiez / hovemeister, kamerære / und ambetliute, swaz der wære. / den tet er sînen muot bekant Heidin III 4211; ze hove sand er dô, / die sîn rede solden tuon, / den hofmeister und den trûtsuon Ottok 82494; truwe die sy hofmeister linde Minneb 1466; Loheng 1001; ich Hainrich Truchsæzze von Holenstein hofmeister des hochgelobten gewaltigen herren kuͦnich Ludwiges Roͤmisches riches MGHConst 5:840,12 (a. 1324). – auch Verwalter eines klösterlichen Wirtschaftshofs: frater Hainricus conversus dictus hovemaister dictarum sororum UrkWürtt 8,180 (a. 1279); brvder Cvͦnrat, des klosteres hove meister UrkCorp (WMU) 2824,21

MWB 2 1740,63; Bearbeiter: Diehl