hovejunger
stM.
zu einem Hof gehörender Abhängiger:
illi filii omnibus diebus vite sue servi permanebunt nostri, qui vulgariter
appelantur hovejungere UrkMittelrhein
1,162
(a. 1222)
MWB 2 1736,7; Bearbeiter: Diehl
hovekint
stN.
zu einem Hof gehörender Abhängiger:
wenne ouch einre hofekind wurt und deme hofe geswert, der sol geben den
hofekinden einen halben omen [
âme swM.,
Flüssigkeitsmaß] wines und sine gueter emphohen von deme meiger
und ime sinen erschatz [
êrschaz
‘Abgabe bei Besitzwechsel’
] geben noch der
stette gewonheit WeistGr
5,386
(a. 1349)
u.ö.
MWB 2 1736,11; Bearbeiter: Diehl
hovekleit
stN.
‘(standesgemäße, festl.) Kleidung für höfische Anlässe’
sô diz ritterlîche spil / eine wîle gewert, / âne sper und âne swert / wirt
ein kurzewîle nâch. / von den orsen wirt in gâch, / schiere entwâfent sie sich. / sô
gâhet maneclich, / sie legent ir hovekleider an / und gânt mit fröuden von dan
StrDan
681;
alles das zu der ritterschafft hörte, beyde ritterscleyder
und hovecleyder, die waren in eim schryn Lanc
128,5
MWB 2 1736,19; Bearbeiter: Diehl
hoveknabe
swM.
‘jugendlicher Hofbedienter’
alsus dú zarte meren / konde schimpf mit schimpfe / in masse vnd
rechtem glimpfe. / hie mit die tische schon erhaben / wurden von den hoveknaben
MinneR 471 (Pf)
7,15
MWB 2 1736,28; Bearbeiter: Diehl
hoveknëht
stM.
‘Hofknecht’, Angehöriger des Hausgesindes:
vernaculus: houechnet SummHeinr
2:18,346 ;
dem herren [Jesus] iedoh gescah / dicke groze
ungemah. / di hobeknehte / uorten in vnrehte. / si heten mit in ir spot
Glaub
2078
MWB 2 1736,33; Bearbeiter: Diehl
hovel
stM.
auch hobel.
‘Hobel, Gerät zum Glätten von Holz’ (überw. bildl.):
plana: ain stoez block, hobel GlAnzfKdVz
4:234,28;
der zwîvel was sîns herzen hovel Parz
350,30;
des wirt dur manges herzen hovel / din lop besniten schone als
ein / slehter wünneclicher zein, / an dem kein bühel wirt gesehen
KvWGS
796;
waz her Paltram mit dem hovel / daz dinc wolde besnîden! /
des wolden si niht lîden Ottok
14222.
2597
MWB 2 1736,38; Bearbeiter: Diehl
hovelant
stN.
zu einem herrschaftl. Hof gehörender Grund und Boden:
niͤvn schilling phenninge zinses von hoflanten UrkCorp
(WMU)
937,38
MWB 2 1736,47; Bearbeiter: Diehl
hovelëckære
stM.
‘Schmeichler am Hof’ (vgl.
hoveliegen
,
hoveslëcke
):
uf min triwe, ez wær mir lait, / (ez ist mir worden wol sur!)
/ daz ain boͤser huntgebur / und valscher hovelecker, / boͤser schalk
unkecker / gehoͤrn ez ymmer scholt WhvÖst
12327.
12373
MWB 2 1736,50; Bearbeiter: Diehl
hovelêhen
stN.
auch -lên.
als Lehen vergebener Hofbesitz (zu den verschiedenen Rechtsformen vgl. DRW
5,1276):
feoda ministerialium ecclesie sue que vulgariter houelen dicuntur
MGHConst
2:423,20
(a. 1231);
daz hofelen sal erben vffe sone, tochtern, brudern, swestern, vater, muter
DRW
5,1276
(MagdebDienstm./AnzGMus.; 13. Jh.);
ein hoflehen giltet: 17 mutte vnd 16 schoͤt chese
UrbTirol
16
(a. 1288)
MWB 2 1736,56; Bearbeiter: Diehl
hovelich
Adj. , -lîche
Adv.
selten hoven- (z.B.
SHort
475;
GTroj
758
); Adv. auch -lîchen.
den Verhaltens- und Wertvorstellungen des (idealen) Hofes
entsprechend, angemessen (vgl.
höveschlich
)
1 oft bei Personen und Personengruppen ‘höfisch,
gewandt’ (auch subst.) 2 bei Abstrakta und (selten) Gegenständen (offen zu
3 ) 3 häufig zur Charakterisierung von Handlungen im höfischen Rahmen wie
Gespräch, Minne oder Fest (offen zu 2 ) i.S.v. ‘wie es sich an
einem Hof gehört’
1
oft bei Personen und Personengruppen ‘höfisch,
gewandt’ (auch subst.):
Curvenal der hovelîche. / Tristan der tugende rîche
Tr
5741;
wan [d.i. man
] seit uns daz er wære /
gên vrouwen niht ein hovelîch man Goldemar
2,7;
er ist sô hovelich / daz mich dunket wie er sî / von aller missewende vrî
RvEGer
810;
das selbe hoveliche knehtelin / sol hin ze dir min botte sin
RvEWh
5443;
ein hovelîchez her LivlChr
3937;
des kuniges man quâmen dar / mit einer hovelîchen schar ebd.
2082;
KvWTroj
5730;
ir stêt ir gân, ir grüezzen wol, / si ist hovelîche und
tugenden vol SM: Had
49: 1,6;
wâfen, mîn frowe ist so minnenklich / und hovelich und êren
rîch! ebd.
54: 2,2;
ob ein mensche einvalteclîche izzet oder trinket, daz ez sô hövelich niht kan
gesîn mit aller sîner wîse PrBerth
1:564,30
2
bei Abstrakta und (selten) Gegenständen (offen zu
3):
die jungling [...] singend lieder und
sprechent schoͤnú gediht und bringent es zuͦ, wie sú
múgent mit hoflicher wise, daz in ire liep schapel geben
Seuse
26,7;
von aventüre hoffenlich / ward er da gefragett
GTroj
758;
so sunge ich von hovelichen dingen Tannh
14,12;
ir guͦt gestalt und hofflich zücht MinneR
3
63;
sîne meister lêrten in / zuht und hovelîchen sin, / wol
gebâren, kiusche wesen RvEBarl
938;
ein hovelich gedanc TannhHofz
96.
– häufig durch, mit, nâch
~
site:
bringet iuwern prîsant / ze hove nâch hovelîchem site
Tr
3053;
er begunde urlaubes biten / mit vil hovelichen siten /
an den werden kuͤnc Rennew
25002;
ich tetz durch hoflîchen site Parz
218,25.
670,6;
RvEWh
3650.
13250.
– unmittelbar bezogen auf das Aussehen ‘höfisch,
zierlich, elegant’ (vgl. z.B.
hovekleit
):
sîn hovelîch gewant Neidh
WL 27:7,4;
ein weidenlicher
[stattlicher] kneht, der truͦg hoflichú
kleider ane Seuse
149,9;
ein mantel [...] / der hovelich gemachit was
Martina
24,60;
ir bein, ir vuoze hovelîch / ir schuohe stuonden ritterlîch
DietrGlesse
67;
sîn hâr was hovelîche / gespænet wol, sleht und reit RvEGer
790;
sin augen sint im nit zu gra, / hoffelich stent im sin brahen an
SalMor
406,5
3
häufig zur Charakterisierung von Handlungen im höfischen Rahmen wie
Gespräch, Minne oder Fest (offen zu 2) i.S.v. ‘wie es sich an
einem Hof gehört’
mich dunket, swer frowen gern nimt war, / daz der deste
hovelîcher var, / daz er gevalle in wol SM: Had
52: 8,8;
dâ er bî sîner frouwen sitzet / und sich gen ir minne
spitzet / mit hoflichen gebârn Ottok
62065;
[sie] ist noch hubsch und fin genug / und kan hoflich
gebaren Minneb
4029;
sus kam er mit der hohvart / in hovenlichem gange, / reht als
er war ain slange, / ze Even in SHort
475;
die herren kamen riche, / die andern hovenlich / ze hof do
gegangen ebd.
2780;
hoflicher red er genuoc / gegen ir gewuoc
Ottok
17957;
vil höuelichen er began / zü sagen sin rede Krone
27807;
HvNstAp
16231;
ich sunge, ich sagete ir also hovelichen danc SM:
UvS
18: 2,3;
si danketen ir prisande [Geschenke] / hoveliche
alse in gezam Elis
581;
si triben hovelichen schal KvWTurn
244;
sî begunde singen / hovelich ein liet KLD: UvW
4:5,2;
der eine schüzzeln oder einen becher hovelîchen gebieten kan
PrBerth
1:453,15;
mit hoflichen kláffen SHort
4059.
– in Verbindung mit tuon:
ir hânt hovelîch an mir getân. / tuont durch mînen willen mê
Walth
86,26;
swer gerne hobelîchen tût / di hôret gerne daz men seit / gûtes mannes
werdikeit Demantin
11678.
–
‘elegant, zierlich’
nu han ich ettlicheu materie mit unbesintenn wortenn
peürischlich aus gelegtt, / doch werde niemant ze wunder da von erwegtt, /
[...] / ich pit euch leser und leserinne / das ir
geleubig seit meinem krancken sinne, / wa ich mich villeicht han überdaht / und
nichtt hovelich ze teütsch gepraht HvHürnh
Vorr. 40.
– Lit. mit zahlreichen weiteren Belegen: Erlei, Höfisch, S.
270-281,
305-317.
MWB 2 1737,1; Bearbeiter: Diehl
hovelîche
stF.
‘höfisches Verhalten, Höflichkeit’
wil einer über sîn sekel gân, / der hanget im bî dem beine; / duͤ
hofliche dunkt mich kleine, / die er nu dâmit begât: / sô er sizet oder stât / bî
vrouwen, sô muos er von in gân / oder schameliche stân Ammenh
17784
MWB 2 1738,18; Bearbeiter: Diehl
hovelîcheit
stF.
‘höfisches Verhalten’
o Alexannder, in vier weise wetrachtenn wir die gehorsam der
herschung und der herscher [Herrschertugenden] , das ist an
der gotlichkait, an der lieb, an der hoflichait unnd an der
erwirdigkait [
in religiositate, dilectione, curialitate et
reverentia
]
HvHürnh
17,1.
23,4;
[Helena] an geburt, an schœne, an lîbe, / an namen,
an wirde, an guote, / an hoflicheit, an muote, / diu vorderst und diu hêrste
KvWTroj
45728
MWB 2 1738,24; Bearbeiter: Diehl
hoveliegen
stV.
‘im höfischen Umfeld schmeicheln, lügen’ (vgl. auch
hovegetiusche
,
hovelëckære
,
hoveslëcke
,
hovetiuschære
):
manc herre mich des vrâget / dur waz der gernden sî sô vil. /
[...] / dem wil ich tiuten, obe ichz kan, / wiez umb
die gernden sî. / ein gernder man der triuget, / der ander kan wol zavelspil, / der
tritte hoveliuget, / der vierde ist gar ein gumpelman, / der fünfte ist sinnen vrî
KLD: Kzl
2: 8,8
MWB 2 1738,34; Bearbeiter: Diehl
hövelîn
stN.
auch hövel, höveli; Dimin. zu hof.
1 kleines Anwesen 2 zum Haus gehörender Hof, Hofplatz 3 kleines Fest, Festlichkeit im Rahmen einer Hochzeit
1
kleines Anwesen:
drie velt acker, ligent ze Hessensheim, vnde ein hovelin, lit an den wasen
UrkCorp
N175,9
2
zum Haus gehörender Hof, Hofplatz:
ovch sol man dc wizzen dc dez hoͤvelin hinderm hus ist gemeine vnd daz
tach vnd der chenel vnd die stegen ime hus sol man gemeine machen vnd buwen
UrkCorp
436,17;
hinder dem vorgenanten hvse ein hoͤveli mit einre schvren ebd.
2729,15
3
kleines Fest, Festlichkeit im Rahmen einer Hochzeit:
ez sol ein ieclich burger und burgerin, si sein alte oder iunck, suln von
dehainer hohzeit wegen, die man haben wil, weder vor noch hinnoch niht mer hofelin
noch padlat [festl. Bad mit dem Brautpaar] haben, danne
mit der preute suln vier frauwen ze pade gen und niht mer NüP
184;
si wirt varn hin und dan. / wa ain hoͤfel wirt genant
/ oder ain hoch czeit in dem lant Teichn
470,95
MWB 2 1738,43; Bearbeiter: Diehl
hovelinc
stM.
‘Angehöriger einer Hofhaltung’ (vgl. AWB 4,1168):
aulicus: houedrut vel houelinc SummHeinr
2:15,318;
curialis: houelinc ebd.
2:219,184
MWB 2 1738,62; Bearbeiter: Diehl
hoveliute
stM. (Pl.).
neben hoveman(ne) auch Pl. zu
hoveman
.
1 Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom
Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v.
Hofmann ) 2 Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
1
Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom
Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v.
Hofmann):
die selben hoflvte die gebennd von dien acheren die siv bvwend ze Witellinchon
ierlich ze zinse dri mv́t kernen UrkCorp (WMU)
784,4;
dc sv in den selbin hof hoͤrin svn nach hove lvte rehte ebd.
N607,25;
daz wîr sullen wider geben den vorgenanten cloͤstern, iren hofluten
oder hubenern irru pfant UrkWürzb
41,417
(a. 1349);
abir di hofelûte [
coloni
] sprâchin
zuͦ ein ander: ‘dirre ist der erbe: kuͦmet, tôte wir en! und daz
erbe wirt unsir.’ EvBeh
Mc 12,7
2
Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen
Lehnsmann):
nû vindet man selten âne nît / die bœsen hoveliute
Eracl
1221;
sîn gesinde er ûz las, / daz sîn hofliut [Hs.
hoflute
] hiez UvZLanz
9003;
Tr
14573;
er wil ebenhiuzen sich ze werdem ingesinde, / daz bî hoveliuten ist gewahsen
unde gezogen Neidh
WL 29:8,1;
so we dem hove, der so rehte unlobelichen ste! / so we dien
[
den
] hove liuten, we dien hove herren
we! TSchreiber (H)
12:5,2;
wan selten im [demjenigen] gelinget, / der wider
sînen orden ringet. / dîn ordenunge ist der phluoc. / dû vindest hoveliute genuoc
Helmbr
292;
wir setzen auch, daz des richez hof hab einen hofrichter, der
[...] sol [...] den
luͤten rihten die im clegn [...] aun
[
âne
] fuersten und ander hoflaeut
MGHConst
4,1:30,4
(a. 1298)
MWB 2 1739,1; Bearbeiter: Diehl
hoveman
stM.
im Pl. auch
hoveliute
.
1 Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom
Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f.
s.v. Hofmann ) 2 Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
1
Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom
Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f.
s.v. Hofmann):
die klôster vrowen haten einen hofeman ûf deme lande HvFritzlHl
76,26;
ez sol ouch vnser vorgenannte hof gar entlediget sin der gúlte
[...], die Winther, etschwenne unser houeman, koufte
UrkCorp (WMU)
1480,17;
he sal och gebi dis richis hovimanni zueni phennigi
Mühlh
163,3.
– als Bestandteil von Personennamen:
Heinrich der houeman von Bernheim UrkCorp (WMU)
1121,38;
hubarius noster nomine hoveman DRW
5,1282
(PassauTrad. 303; 13. Jh.)
2
Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen
Lehnsmann):
nu warte sprach sie wie genir houe man / din vedir spil
irzogen hat Roth
1175;
als was der guote Tristan sider / ein lieber hoveman under
in. / künec unde gesinde hæten in / in guoter geselleschaft Tr
3487.
3452;
ob einer kan ein künstelîn, / der wil zehant ein hoveman sîn KLD:
Alex
2:15,5;
da fur der werde hoveman / der edel grave Panian Elis
7095;
wilt dû dich [...] gelîchen / dem wol gebornen
hovemann Helmbr
339;
noch gerner bin ich ein gebûr / danne ein armer hovemann ebd.
1107
MWB 2 1739,32; Bearbeiter: Diehl
hovemanschaft
stF.
‘Burgbesatzung’
sa [im Rahmen einer alleg. Auslegung der Burg] ist
die hofemanneschaft, / die auch die godeliche kraft / ie deme menschen svnder hat /
befolhen, sinis dorfis rat PrHess
54,69
MWB 2 1739,58; Bearbeiter: Diehl
hovemære
stN.
‘Hofgeschichten, -neuigkeiten’ (vgl.
hoverede
,
hovespël
,
hovesprâche
):
der höfsche hovebære / lie sîniu hovemære / und vremediu
zabelwortelîn / under wîlen vliegen în: / diu sprach er wol und kunde ir vil, / dâ
mite sô zierter in sîn spil Tr
2288.
13183;
si wæn^$’ des lîhte enbæren, der an der tür dâ stât, /
unt diu hovemære gesaget den Burgonden hât NibB
1959,4;
nû merket alle, wie daz zimt, / swâ man von hêrren höven disiu hovemære
vernimt RvZw
177,2;
den wïrt fragten sy [die Boten] zuhant / ob
im icht chund wer / umb dy hof mer Hawich
4885;
do der bote wider kam / vnd er die hoffmere vernam ErnstB (W)
1198;
LvRegSyon
3301
MWB 2 1739,63; Bearbeiter: Diehl
hovemarke
stF.
zu einem bäuerl. Hof gehörender Grund, Hofbezirk (vgl. differenzierter und mit
weiteren Belegen WMU 2,890f.; DRW 5,1286f.):
dâ man mich ligen siht, / daz ist mîn hofmarc. / daz wær ein
laster starc, / sold ich von hinnen fliehen Ottok
29010;
lehen, di avzwendich vnsern hofmarhen gelegen sint UrkCorp
(WMU)
1861,10;
di houemark ze Buntdorf vnd swaz dar zu gehoͤret, die mak vnser herre
der bischof oder sin nahkome wider loͤsen von vns oder vnsern erben
UrkWürzb
38,438
(a. 1309).
– bezogen auf die mit diesem Bereich verbundene Gerichtsbarkeit:
jst aber, daz ein ansprechman fur geboten wird vf die hofmarch vnd er
dinchfluhtich wirt UrkCorp (WMU)
1100AB,39;
wan wir in dev [Rechte] da mit niht abnemen noch
ringen an ir dorf gerichten, graschaften vnd hofmarchen UrkWittelsb
2,187
(a. 1311);
UrkEnns
4,106
(a. 1289)
MWB 2 1740,13; Bearbeiter: Diehl
hovemarschalc
stM.
Amtsträger zur Besorgung der Angelegenheiten eines Hofes,
‘Hofmarschall’
her Chvnrat von Braytenvelde, der hofmarschalch von Oesterreich UrkCorp
(WMU)
N360,42;
auch sulen wir [der Herzog von Kärnten] einen
hofmarschalk in Chernden seczen UrkÖsterrErbl
161,29
(a. 1307);
der undermarschalch sol fuͤrfaren vor dem hofmarschalch
[...] und zaigen di herwerg und der hofmarschalch sol
di herwerg geben UrkBrixen
1,172
(a. 1311)
MWB 2 1740,31; Bearbeiter: Diehl
hovemâʒ
stN.
1 an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl.
hovemëʒ
) 2 Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz)
1
an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl.
hovemëʒ
):
vier fuder weins hofmaz, die gerait worden fur zehen march
UrkBrixen
1,143
(a. 1309);
de illa mensura, que dicitur hoffmaz UrkSüdtirol
3,2:7
(a. 1281)
2
Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz):
das hovemaz, daz ir beider ist, ame salze, daz sal der vrowen halb bliben czu
irme libe UrkFreiberg
1:51,35
(a. 1318).
1:58,36
(a. 1333)
MWB 2 1740,41; Bearbeiter: Diehl
hovemâʒe
stF.
dem Hof angemessenes, entsprechendes Maßhalten:
diu [cleider] wâren ûzer mâze rîch,
/ [...] : / daz golt daz was dar în geweben / niht in der
hovemâze: / die sîdenen strâze / die kôs man kûmelîche dâ: / si wâren wâ unde wâ /
sô mit dem golde ertrenket / und in daz golt versenket, / daz man daz werc dâ kûme
sach Tr
11107
MWB 2 1740,50; Bearbeiter: Diehl
hovemeier
stM.
‘Inhaber, Verwalter eines Meierhofs’
welh reht der hofmeiger gen den burgern hat unde si gen im
StRAugsb
2,24
u.ö.
– als Bestandteil von Personennamen:
des sint gezivge [...] her Walther der hofmaier, her
Heinrich sin svn UrkCorp
736,37
MWB 2 1740,57; Bearbeiter: Diehl
hovemeister
stM.
leitender Bediensteter an einem Adelshof, überw. verantwortlich für den
Wirtschaftsbetrieb (vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen WMU 2,891; DRW
5,1296-1300 sowie zur Sache 2HRG 2,1094f.; vgl.
kamermeister
), ‘Hofmeister’
her Soldemach dô niht liez, / für sich er im bringen hiez / hovemeister,
kamerære / und ambetliute, swaz der wære. / den tet er sînen muot bekant
Heidin III
4211;
ze hove sand er dô, / die sîn rede solden tuon, / den
hofmeister und den trûtsuon Ottok
82494;
truwe die sy hofmeister linde Minneb
1466;
Loheng
1001;
ich Hainrich Truchsæzze von Holenstein hofmeister des hochgelobten gewaltigen
herren kuͦnich Ludwiges Roͤmisches riches MGHConst
5:840,12
(a. 1324).
– auch Verwalter eines klösterlichen Wirtschaftshofs:
frater Hainricus conversus dictus hovemaister dictarum sororum
UrkWürtt
8,180
(a. 1279);
brvder Cvͦnrat, des klosteres hove meister UrkCorp (WMU)
2824,21
MWB 2 1740,63; Bearbeiter: Diehl |