Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
      hovelîche stF.
      hovelîcheit stF.
      hoveliegen stV.
      hövelîn stN.
      hovelinc stM.
      hoveliute stM. (Pl.).
      hoveman stM.
      hovemanschaft stF.
      hovemære stN.
      hovemarke stF.
      hovemarschalc stM.
      hovemâʒ stN.
      hovemâʒe stF.
      hovemeier stM.
      hovemeister stM.
      hovemëʒ stN.
      hovemünech stM.
      hovemütte stN.
      hovemüttel stN.
      hoven swV.
      hove|nagære stM.
      hovenære stM.
      hovenlich Adj.
      hovephaffe swM.
      hovephenninc stM.
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hovelîche - hovephenninc    


hovelîche stF. ‘höfisches Verhalten, Höflichkeit’ wil einer über sîn sekel gân, / der hanget im bî dem beine; / duͤ hofliche dunkt mich kleine, / die er nu dâmit begât: / sô er sizet oder stât / bî vrouwen, sô muos er von in gân / oder schameliche stân Ammenh 17784

MWB 2 1738,18; Bearbeiter: Diehl

hovelîcheit stF. ‘höfisches Verhalten’ o Alexannder, in vier weise wetrachtenn wir die gehorsam der herschung und der herscher [Herrschertugenden] , das ist an der gotlichkait, an der lieb, an der hoflichait unnd an der erwirdigkait [ in religiositate, dilectione, curialitate et reverentia ] HvHürnh 17,1. 23,4; [Helena] an geburt, an schœne, an lîbe, / an namen, an wirde, an guote, / an hoflicheit, an muote, / diu vorderst und diu hêrste KvWTroj 45728

MWB 2 1738,24; Bearbeiter: Diehl

hoveliegen stV. ‘im höfischen Umfeld schmeicheln, lügen’ (vgl. auch hovegetiusche , hovelëckære , hoveslëcke , hovetiuschære ): manc herre mich des vrâget / dur waz der gernden sî sô vil. / [...] / dem wil ich tiuten, obe ichz kan, / wiez umb die gernden sî. / ein gernder man der triuget, / der ander kan wol zavelspil, / der tritte hoveliuget, / der vierde ist gar ein gumpelman, / der fünfte ist sinnen vrî KLD: Kzl 2: 8,8

MWB 2 1738,34; Bearbeiter: Diehl

hövelîn stN. auch hövel, höveli; Dimin. zu hof. 1 kleines Anwesen
2 zum Haus gehörender Hof, Hofplatz
3 kleines Fest, Festlichkeit im Rahmen einer Hochzeit
   1 kleines Anwesen: drie velt acker, ligent ze Hessensheim, vnde ein hovelin, lit an den wasen UrkCorp N175,9    2 zum Haus gehörender Hof, Hofplatz: ovch sol man dc wizzen dc dez hoͤvelin hinderm hus ist gemeine vnd daz tach vnd der chenel vnd die stegen ime hus sol man gemeine machen vnd buwen UrkCorp 436,17; hinder dem vorgenanten hvse ein hoͤveli mit einre schvren ebd. 2729,15    3 kleines Fest, Festlichkeit im Rahmen einer Hochzeit: ez sol ein ieclich burger und burgerin, si sein alte oder iunck, suln von dehainer hohzeit wegen, die man haben wil, weder vor noch hinnoch niht mer hofelin noch padlat [festl. Bad mit dem Brautpaar] haben, danne mit der preute suln vier frauwen ze pade gen und niht mer NüP 184; si wirt varn hin und dan. / wa ain hoͤfel wirt genant / oder ain hoch czeit in dem lant Teichn 470,95

MWB 2 1738,43; Bearbeiter: Diehl

hovelinc stM. ‘Angehöriger einer Hofhaltung’ (vgl. AWB 4,1168): aulicus: houedrut vel houelinc SummHeinr 2:15,318; curialis: houelinc ebd. 2:219,184

MWB 2 1738,62; Bearbeiter: Diehl

hoveliute stM. (Pl.). neben hoveman(ne) auch Pl. zu hoveman . 1 Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann )
2 Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
   1 Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann): die selben hoflvte die gebennd von dien acheren die siv bvwend ze Witellinchon ierlich ze zinse dri mv́t kernen UrkCorp (WMU) 784,4; dc sv in den selbin hof hoͤrin svn nach hove lvte rehte ebd. N607,25; daz wîr sullen wider geben den vorgenanten cloͤstern, iren hofluten oder hubenern irru pfant UrkWürzb 41,417 (a. 1349); abir di hofelûte [ coloni ] sprâchin zuͦ ein ander: ‘dirre ist der erbe: kuͦmet, tôte wir en! und daz erbe wirt unsir.’ EvBeh Mc 12,7    2 Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann): nû vindet man selten âne nît / die bœsen hoveliute Eracl 1221; sîn gesinde er ûz las, / daz sîn hofliut [Hs. hoflute ] hiez UvZLanz 9003; Tr 14573; er wil ebenhiuzen sich ze werdem ingesinde, / daz bî hoveliuten ist gewahsen unde gezogen Neidh WL 29:8,1; so we dem hove, der so rehte unlobelichen ste! / so we dien [ den ] hove liuten, we dien hove herren we! TSchreiber (H) 12:5,2; wan selten im [demjenigen] gelinget, / der wider sînen orden ringet. / dîn ordenunge ist der phluoc. / dû vindest hoveliute genuoc Helmbr 292; wir setzen auch, daz des richez hof hab einen hofrichter, der [...] sol [...] den luͤten rihten die im clegn [...] aun [ âne ] fuersten und ander hoflaeut MGHConst 4,1:30,4 (a. 1298)

MWB 2 1739,1; Bearbeiter: Diehl

hoveman stM. im Pl. auch hoveliute . 1 Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann )
2 Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
   1 Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann): die klôster vrowen haten einen hofeman ûf deme lande HvFritzlHl 76,26; ez sol ouch vnser vorgenannte hof gar entlediget sin der gúlte [...], die Winther, etschwenne unser houeman, koufte UrkCorp (WMU) 1480,17; he sal och gebi dis richis hovimanni zueni phennigi Mühlh 163,3. – als Bestandteil von Personennamen: Heinrich der houeman von Bernheim UrkCorp (WMU) 1121,38; hubarius noster nomine hoveman DRW 5,1282 (PassauTrad. 303; 13. Jh.)    2 Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann): nu warte sprach sie wie genir houe man / din vedir spil irzogen hat Roth 1175; als was der guote Tristan sider / ein lieber hoveman under in. / künec unde gesinde hæten in / in guoter geselleschaft Tr 3487. 3452; ob einer kan ein künstelîn, / der wil zehant ein hoveman sîn KLD: Alex 2:15,5; da fur der werde hoveman / der edel grave Panian Elis 7095; wilt dû dich [...] gelîchen / dem wol gebornen hovemann Helmbr 339; noch gerner bin ich ein gebûr / danne ein armer hovemann ebd. 1107

MWB 2 1739,32; Bearbeiter: Diehl

hovemanschaft stF. ‘Burgbesatzung’ sa [im Rahmen einer alleg. Auslegung der Burg] ist die hofemanneschaft, / die auch die godeliche kraft / ie deme menschen svnder hat / befolhen, sinis dorfis rat PrHess 54,69

MWB 2 1739,58; Bearbeiter: Diehl

hovemære stN. ‘Hofgeschichten, -neuigkeiten’ (vgl. hoverede , hovespël , hovesprâche ): der höfsche hovebære / lie sîniu hovemære / und vremediu zabelwortelîn / under wîlen vliegen în: / diu sprach er wol und kunde ir vil, / dâ mite sô zierter in sîn spil Tr 2288. 13183; si wæn^$’ des lîhte enbæren, der an der tür dâ stât, / unt diu hovemære gesaget den Burgonden hât NibB 1959,4; nû merket alle, wie daz zimt, / swâ man von hêrren höven disiu hovemære vernimt RvZw 177,2; den wïrt fragten sy [die Boten] zuhant / ob im icht chund wer / umb dy hof mer Hawich 4885; do der bote wider kam / vnd er die hoffmere vernam ErnstB (W) 1198; LvRegSyon 3301

MWB 2 1739,63; Bearbeiter: Diehl

hovemarke stF. zu einem bäuerl. Hof gehörender Grund, Hofbezirk (vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen WMU 2,890f.; DRW 5,1286f.): dâ man mich ligen siht, / daz ist mîn hofmarc. / daz wær ein laster starc, / sold ich von hinnen fliehen Ottok 29010; lehen, di avzwendich vnsern hofmarhen gelegen sint UrkCorp (WMU) 1861,10; di houemark ze Buntdorf vnd swaz dar zu gehoͤret, die mak vnser herre der bischof oder sin nahkome wider loͤsen von vns oder vnsern erben UrkWürzb 38,438 (a. 1309). – bezogen auf die mit diesem Bereich verbundene Gerichtsbarkeit: jst aber, daz ein ansprechman fur geboten wird vf die hofmarch vnd er dinchfluhtich wirt UrkCorp (WMU) 1100AB,39; wan wir in dev [Rechte] da mit niht abnemen noch ringen an ir dorf gerichten, graschaften vnd hofmarchen UrkWittelsb 2,187 (a. 1311); UrkEnns 4,106 (a. 1289)

MWB 2 1740,13; Bearbeiter: Diehl

hovemarschalc stM. Amtsträger zur Besorgung der Angelegenheiten eines Hofes, ‘Hofmarschall’ her Chvnrat von Braytenvelde, der hofmarschalch von Oesterreich UrkCorp (WMU) N360,42; auch sulen wir [der Herzog von Kärnten] einen hofmarschalk in Chernden seczen UrkÖsterrErbl 161,29 (a. 1307); der undermarschalch sol fuͤrfaren vor dem hofmarschalch [...] und zaigen di herwerg und der hofmarschalch sol di herwerg geben UrkBrixen 1,172 (a. 1311)

MWB 2 1740,31; Bearbeiter: Diehl

hovemâʒ stN. 1 an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl. hovemëʒ )
2 Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz)
   1 an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl. hovemëʒ ): vier fuder weins hofmaz, die gerait worden fur zehen march UrkBrixen 1,143 (a. 1309); de illa mensura, que dicitur hoffmaz UrkSüdtirol 3,2:7 (a. 1281)    2 Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz): das hovemaz, daz ir beider ist, ame salze, daz sal der vrowen halb bliben czu irme libe UrkFreiberg 1:51,35 (a. 1318). 1:58,36 (a. 1333)

MWB 2 1740,41; Bearbeiter: Diehl

hovemâʒe stF. dem Hof angemessenes, entsprechendes Maßhalten: diu [cleider] wâren ûzer mâze rîch, / [...] : / daz golt daz was dar în geweben / niht in der hovemâze: / die sîdenen strâze / die kôs man kûmelîche dâ: / si wâren wâ unde wâ / sô mit dem golde ertrenket / und in daz golt versenket, / daz man daz werc dâ kûme sach Tr 11107

MWB 2 1740,50; Bearbeiter: Diehl

hovemeier stM. ‘Inhaber, Verwalter eines Meierhofs’ welh reht der hofmeiger gen den burgern hat unde si gen im StRAugsb 2,24 u.ö. – als Bestandteil von Personennamen: des sint gezivge [...] her Walther der hofmaier, her Heinrich sin svn UrkCorp 736,37

MWB 2 1740,57; Bearbeiter: Diehl

hovemeister stM. leitender Bediensteter an einem Adelshof, überw. verantwortlich für den Wirtschaftsbetrieb (vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen WMU 2,891; DRW 5,1296-1300 sowie zur Sache 2HRG 2,1094f.; vgl. kamermeister ), ‘Hofmeister’ her Soldemach dô niht liez, / für sich er im bringen hiez / hovemeister, kamerære / und ambetliute, swaz der wære. / den tet er sînen muot bekant Heidin III 4211; ze hove sand er dô, / die sîn rede solden tuon, / den hofmeister und den trûtsuon Ottok 82494; truwe die sy hofmeister linde Minneb 1466; Loheng 1001; ich Hainrich Truchsæzze von Holenstein hofmeister des hochgelobten gewaltigen herren kuͦnich Ludwiges Roͤmisches riches MGHConst 5:840,12 (a. 1324). – auch Verwalter eines klösterlichen Wirtschaftshofs: frater Hainricus conversus dictus hovemaister dictarum sororum UrkWürtt 8,180 (a. 1279); brvder Cvͦnrat, des klosteres hove meister UrkCorp (WMU) 2824,21

MWB 2 1740,63; Bearbeiter: Diehl

hovemëʒ stN. bei einem Hof gebräuchliches Maß (vgl. hovemâʒ ): da lit oͧch ein vorst ze Arnon; der giltet 2 malter habern hofmes UrbHabsb 1:209,5; drier fuͦder wingeltes uf iro keler hofmesz UrkMägdeb 299 (a. 1347)

MWB 2 1741,18; Bearbeiter: Diehl

hovemünech stM. auf höfische Weise (unstandesgemäß) lebender Mönch: halp visch, halp man ist visch noch man: / gar visch ist visch, gar man ist man, als ichz erkennen kan. / von hovemünchen unt von clôsterrittern kan ich niht gesagen RvZw 129,6. 129,7; hobemüniche unde klosterrittere sint schedeliche betelere Meissner 17:13,10

MWB 2 1741,23; Bearbeiter: Diehl

hovemütte, -mutte stN. bei einem Hof gebräuchliches Hohlmaß für Getreide: der metzen gent vii. an einen hofmvtt UrbBayS 4,80; elliv jar schvͦlen si geben [...] fvͦmf hofmvtte kerne vnde zehen hofmvtte habern UrkCorp (WMU) 1525,32; UrkEnns 4,249 (a. 1296)

MWB 2 1741,30; Bearbeiter: Diehl

hovemüttel stN. Dimin. zu hovemütte : darvon si [...] verdient haben aht hofmuͤtel habern DRW 5,1304 (Aibling/  Rockinger; a. 1348)

MWB 2 1741,36; Bearbeiter: Diehl

hoven swV. 1 intr. ‘Hof halten’
2 tr. ‘jmdn./etw. aufnehmen, beherbergen’ , in der Wendung: jmdn. (von der Obrigkeit Verfolgten) hûsen oder/  unde hoven u. ä. (vgl. hûsen ) ‘jmdm. Asyl gewähren’
3 mit Dat.d.P. ‘jmdn. verehren’
4 refl. ‘sich als dem Hof angemessen, höfisch gebildet erweisen’
5 als Part. gehovet
5.1 oft ‘höfisch gebildet, erzogen; von höfisch angemessenem Verhalten’ (vgl. kurtois )
5.2 ‘auf dem Hof vorhanden, gelagert’
   1 intr. ‘Hof halten’ fivnf stete ligent in Sahsen [...] da sol der kvnc mit rehte hoven SchwSp 65a; da got sitzet ans richteres ort / und mit sime vater hobet, / als her uns dicke hat gelobet Brun 8698; her Hof, müget ir iuch münchen, lat / die kloster hoven an iuwer stat Frl 5:33,14    2 tr. ‘jmdn./etw. aufnehmen, beherbergen’, in der Wendung: jmdn. (von der Obrigkeit Verfolgten) hûsen oder/  unde hoven u. ä. (vgl. hûsen ) ‘jmdm. Asyl gewähren’ swer oͮch den, der [...] meineidic, bennic [gebannt] oder ahtic wirt, behaltet, huset oder houet UrkCorp (WMU) 1401,15 ; schirmet oder huset oder hofet ebd. 816,5 u.ö.; swer den æhter hûset oder hovet in steten, oder ûf bürgen, oder in dörfern, oder swâ man in schirmet, [...], die sint alle mit der selben schulde begriffen dâ der æhter inne ist SpdtL 225,1; StRAugsb 103,22 u.ö.; sleit her [der Besitzer] iz aber ûz, unde ne hovit noch ne hûsit her iz [das Tier, das einen Schaden angerichtet hat] , [...], sô ist her unschuldich SSp 87,13    3 mit Dat.d.P. ‘jmdn. verehren’ dannoch diu vil reine [Maria] / wurde von in allen niht vollobet / der al diu himelrotte hobet; swer sie niht lobet, / der selbe tobet Damen 1,16    4 refl. ‘sich als dem Hof angemessen, höfisch gebildet erweisen’ bringet iuwern prîsant [Gabe] / ze hove nâch hovelîchem site: / dâ hovet ir iuch selben mite Tr 3054    5 als Part. gehovet    5.1 oft ‘höfisch gebildet, erzogen; von höfisch angemessenem Verhalten’ (vgl. kurtois ): hêr Drances / ein harde gehovet man En 8529; er sprach, als ein riter sol, / der riterlichen vnd wol / zallen dingen sprechen chan, / vnd sam ein wol gehoft man Krone 4070; Rennew 21492; der hof hât drîer hande diet: / gehoft unt ungehoft, verhoft: der mir diu driu beschiet, / der bat mich, daz ich wære bî den gehoften gerne zaller stunt RvZw 194,2; gehovet, verhovet unde ungehovet Walth 148,16. die helde ûz œsterrîche heten ie gehoveten muot Walth 36,7; gehofte vreude solt du han, / die geu wise gar verlan Erz III 36,145. – subst.: gewonheit ist noch richer dann nature, / daz merkent die gehoften baz dann von rehter art ein viltz gebure JTit 5403,4    5.2 ‘auf dem Hof vorhanden, gelagert’ dar nâ mût de vrowe jegen [d.i. gegen ] den erven mûsteilen [zur Hälfte abtreten] alle die gehovede spîse SSp 33,21

MWB 2 1741,39; Bearbeiter: Diehl

hove|nagære stM. ‘jmd., der sich am Hof durchfrisst’ sô springet der grille hin und her / als loter [Taugenichts, Gaukler] und ander hofenager, / die selber ungern wirte sîn Renner 5636

MWB 2 1742,21; Bearbeiter: Diehl

hovenære stM. ‘Hofbesitzer, -inhaber’ mansionarii de Synzeche, qui vulgo dicuntur hovinnere UrkMarienstatt 20 (a. 1253)

MWB 2 1742,25; Bearbeiter: Diehl

hovenlich Adj. hovelich

MWB 2 1742,28;

hovephaffe swM. ‘Geistlicher an einem Hof’ ob dehein graf, dehein freie, dehein dienstman, dehein hofpfaff oder dehein vitztum gevangen werd, daz in di herren ped [beide] ledigen svͤln UrkCorp (WMU) 1800A,28; wir lazzen euch wizzen, daz wir hern Vlreichen den ersamen abtt [...], in vnserem besundern scherm, genad vnd sicherhait genomen haben also daz wir wellen, daz derselb ersam abtt fuͤrbas vnser besunderer chapplan vnd hofpfaff ist vnd sein sol UrkAsb 147 (a. 1336); also daz si [...] alle di recht haben, die ander unser hofpfaffen habent, di tagleichen in unserm hof sint UrkEnns 6,240 (a. 1337)

MWB 2 1742,29; Bearbeiter: Diehl

hovephenninc stM. an den herrschaftl. Hof zu leistende Abgabe (vgl. Anm.z.St.): mansus, in quo residet Swering, solvit in festo beati Georii 7 denarii, qui dicuntur hofpfennige UrbGurk 105 u.ö.

MWB 2 1742,42; Bearbeiter: Diehl