hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hügenumft stF. hugesam Adj. huh stM. huht stF. hui Interj. huigen(?) swV. hül F. hülbe swF. hulde stF. hulden swV. huldic Adj. huldigen swV. huldigunge stF. huldunge stF. hüle stF. hulfe stF. hülfic Adj. hulft stF. hulfter stF. hulisboum stM. hüllære stM. hülle stswF. hüllechîn stN. hüllen swV. hüllenwëbære stM. hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hügenumft
stF.
‘Gedächtnis, Andenken’
zu êwigir huggenumft / der sêliclîchin siggenumft / und zu
hôhis lobis êrn / Cristô unsim lîben hêrn / dî brûdre mit mildir tât / dort zu
Thorûn in der stat / ein vrouwinclôstir stifttin NvJer
23890
MWB 2 1776,20; Bearbeiter: Richter
hugesam
Adj.
‘Freude bereitend, gefällig’
duo sancte Barnabas vernam, / daz in diu rede wart hugesam, /
ûf stuont er dâ zestunt, / er tet in den gotes sun kunt Kchr
1873
MWB 2 1776,25; Bearbeiter: Richter
huh
stM.
→
huoch
MWB 2 1776,29;
huht
stF.
‘Erinnerung(svermögen), Gedächtnis’ (s.a.
gehuht
):
so hat uns diu huht [La.
gehugde
] behalten ein teil von
sinem [Gottes] gewalte AvaLJ
218,1;
wie solde got der geruchen, / die sin hie nie geruchten? /
[...] / set da liden sie die not / und alles leides
genuht / immer ane gotes huht HeslNic
196
MWB 2 1776,30; Bearbeiter: Richter
hui
Interj.
Ausdruck von Erstaunen oder Bewunderung:
hui wie schutten sie die sper / dô sie einander sâhen! LivlChr
1098
MWB 2 1776,37; Bearbeiter: Richter
huigen(?)
swV.
→
ane huohen
MWB 2 1776,40;
hül
F.
→
hülle
MWB 2 1776,41;
hülbe
swF.
→
hülwe
MWB 2 1776,42;
hulde
stF.
auch holde (
SM:Wi
1: 4,10;
HvNstGZ
386;
Volmar
228.
321
).
freundschaftliche Gesinnung und Haltung, meist als wechselseitige Verpflichtung
zwischen einer höhergestellten und einer ihr untergeordneten Person (ausführlicher
zu rechtsspr. Wendungen vgl. WMU 2,897 u. DRW 6,34-38)
1
‘Huld, Wohlwollen, Gunst’
1.1 in Ausdrücken, die den (drohenden) Verlust der Huld thematisieren (häufig mit
~ verliesen/ verwürken ) 1.2 in Ausdrücken, die das (Wieder-)Erlangen der Huld thematisieren (häufig mit
~ gewinnen/ verdienen ) 1.3 in Ausdrücken, die Einverständnis/ Billigung thematisieren 1.4 in Ausdrücken der Emphase 1.5
wider jmds.
(tuon) (hierher oder zu 2 ?) 2
‘Treue(-pflicht)’
1
‘Huld, Wohlwollen, Gunst’
lânt hie genâde vinden mich / und iuwer stæte hulde
KvWHvK
205;
ich warne uch da bi: / also liep u mine hulde si, / so ne
sumet uns nicht mere / unde ne irret des richis ere Rol
1493;
KLD:GvN
21: 3,9;
Ägidius
1257;
MF:Reinm
20: 3,5;
vrouwe, lât mich haben / iuwer hulde und iuwern segen
Wig
1291;
ReinFu
K,1728;
got helfe mir, deich mich bewar, / daz ich ûz ir hulden kome
niemer mê MF: Reinm
6a: 4,11;
ob er in gotz zorne si oder in sinen hulden
Tauler
235,26;
PrOberalt
138,13;
SM:Ro
5: 1,2;
Mechth
7: 23,6.
– ohne erkennbar hierarchische Komponente:
swer denne den dîamant / treit an sîner linken hant, / der
hât der liute holde Volmar
321.
– personif.:
so stige [erhebe sich der Minnende] unz im so
wol geschehe, / daz er sich ir genahe / und diu Hulde von im enpfahe / den
spiegel siner werdikeit StrFra
278.
285
1.1
in Ausdrücken, die den (drohenden) Verlust der Huld thematisieren (häufig mit
~ verliesen/ verwürken):
si habent irwecchet minen zorn / mine hulde hant si
uirlorn VMos
65,14;
ir ist ûf mich vaste zorn, / ich hân ir hulde verlorn
Iw
2226;
Wh
204,25;
Mechth
6: 37,55;
Herb
8326;
daz sint die mænige svnde, mit den wir vil dicke verworht
haben die hvlde vnsers herren des almæhtigen gotes Spec
18,27;
SpdtL
92,3;
verstossen [...] von siner
[Gottes] gnad und siner huld
KvHelmsd
1306.
–
ich mein dîn wunnebernden hulde, / die dû mir hâst
muotwillend âne recht verseit SM: Te
3: 3,9.
–
bî (jmds.) hulde(n) bei drohendem Verlust der
Huld:
bî gotes hulden swuor er dô KvHeimUrst
547;
di burgeri sal min mani [soll man
ermahnen] bi dis richis huldin Mühlh
164,24.
164,16;
er gepot pey seinen hulden, / ob wir leben wolden, /
das niemand nach im sande HvNstAp
16293;
bî sîner hulde KvWHvK
707;
AHeinr
1506.
–
ane (jmds.) hulde:
únsir herre do besloz / das paradis mit
huͦte groz / dem menschin vor durh solhin zorn / da ez hate alse gar
virkorn / sin gebot, das er gebot / an sine hulde und an den tot
RvEWchr
374
1.2
in Ausdrücken, die das (Wieder-)Erlangen der Huld thematisieren (häufig mit
~ gewinnen/ verdienen):
si heten im gerne gewnnen / des kaiseres hulde
Rol
8759;
PrOberalt
91,5;
SM:Wi
7: 2,10;
Macer
64,18;
wie wir gotes hulde und diu ewigen genad verdinen
schuͤlen PrOberalt
40,9;
Spec
30,20.
83,12;
KLD:UvL
49: 1,2;
niene fuͤrchte dïr, vil liebiv Maria, ia
hastu hulde vnd genade erworven vor dem almehtigen got Konr
8,14;
Rol
8656;
MF:Reinm
30: 2,5;
ich wil werben iemer umb ir hulde SM: JvW
5: 2,1;
Wh
92,9;
Crist gab sini unschuldi vir unsir schuldi: / tiuri
choufter unsich widir zi der huldi SuTheol
144;
laz in ze dinin hulden chom / durh diner swester ere!
Rol
8766;
Mechth
6: 16,47;
Spec
48,15;
da mite erzeige wir, daz vns Ihesus ze hulden braht het
sinem vater mit siner martel Lucid
102,12;
Wh
86,23;
VMos
4,13;
PrOberalt
90,10
1.3
in Ausdrücken, die Einverständnis/ Billigung thematisieren:
–
mit/ âne ~
:
Eraclî, lieber sun mîn, / möhtez mit dînen hulden sîn,
/ ich schüefe dir ein bezzer leben Eracl
686;
vrowe, ich wil mit hulden / reden ein wênic wider dich
MF: Mor
33a: 3,1;
ob ichs mit hulde reden soll HvNstAp
13862;
Tr
1460;
Brun
151;
daz si mîniu lant / iht rûmen âne hulde
NibB
251,4.
–
bî ~
:
ich wil es iehen / bi dinen hulden
Herb
8673;
daz sprech ich bi uwerin huldin Brun
7190.
6592;
mir ist, bî iuwern hulden, / diu brœde vorhte gar benomen
AHeinr
1138;
WhvÖst
8991.
–
in ~
:
herre, welt ir / in hulden ein botschaft hœren
mir? EnikFb
2708;
du sprachen di zwelf herren, / were iz in des kaiseres
hulden, / des rates wolten si gerne uolgen Rol
1091;
sol daz in iuwern hulden sîn /
[...], / sô wil ich iu entsliezen / ein
verholnez mære Wig
5653.
2490;
EnikWchr
2018
1.4
in Ausdrücken der Emphase:
semir dine hulde, sprach Walthere, / irne lebit nehainer
mere / wan ich al aine Rol
6545;
getar ich for dinin hulden, / so wil ich gerne
geunsculdigen / Genelunen min ohaim ebd.
8789;
owê, herr, und ist er daz [
ein rehter
Ôsterman
] , / wie kan ich gesweren baz? / bî liep sô
hulden, ez wær wol / wær ir daz lant allez vol, / der sit und der gebære
Helbl
1,537;
nain, herre, bi iuren hulden! WhvÖst
4840;
bî gotes hulde EnikFb
479
1.5
wider jmds. ~
(tuon) (hierher oder zu 2?):
lat ivch riwen, daz ir widir gotis huldin getan habt
Spec
81,23;
ichn hân wider
iuwern [Kalogrenants] hulden / mit mînem wizzen
niht getân Iw
726;
alle dinc, / die wider godes hulden sint
MarldA
153;
TrSilv
261;
Lanc
503,8;
SpdtL
161,16
2
‘Treue(-pflicht)’
daz wir si [die Bürger der Stadt] der hulde,
satzung und anwisunge mit doͤrfern und mit geriht
[...] ledig und loz sagen UrkMühlh
406
(a. 1332);
die buͤrgere schuͤln der hulde ledyg sin
UrkMeissen
1,304
(a. 1319);
die hulde diu da vorgenant ist [Treueverpflichtung der
Burgleute] sol weren [...] uber driu jar
MGHConst
3:485,27
(a. 1294);
UrkDuderstadt
53
(a. 1342).
–
~ swern/ tuon
‘Treue schwören’
alse man den kivnig kvͥset, so sol er dem riche hulde sweren
SchwSp
60b;
RvZw
240,3;
si empfiengen al besunder / ir lêhen, ir liut unde ir
lant / von ir hêrren Tristandes hant: / si swuoren hulde und wurden man
Tr
5287;
dem helde an manheit unvirzagit / swͦren si hulde
und sichirheit RvEWchr
19014;
Parz
200,4;
Wig
9552.
11162;
Greg
575;
vrîe liute und des rîches dienstman die mugen vor
ieglîchem rihter wol geziuge sîn und urteile vinden, durch daz si dem rîche
hulde tuon ieweder nâch sînem rehte SpdtL
220,7;
der sol dem hof vnd dem vogt hvlde tvͦn UrkCorp
(WMU)
383,45;
Tr
12575;
HagenChr (G)
1643.
– hier im Dat.:
nû habt ir mînen hulden / gesworen hiut und mînen rât
Ottok
620.
–
Lit.: G. Althoff, Huld. Überlegungen zu einem Zentralbegriff der
mittelalterlichen Herrschaftsordnung, in: Frühmittelalterliche Studien
25 (1991), S.
259-282.
MWB 2 1776,43; Bearbeiter: Richter
hulden
swV.
auch holden.
1 tr. (auch mit Refl.-Pron.) ‘holt machen’
1.1
‘jmdn. in Huld bringen’
1.2
‘jmdn. versöhnen, wohlwollend stimmen, geneigt machen’
1.3
‘sich beliebt machen, in jmds. Gunst/ Huld bringen’ (mit Dat.d.P.) 1.4
‘jmdn. mit Huld/ Gnade/ Zuneigung behandeln’
1.5 unklar, hierher? 2 intr. ‘Treue schwören, Dienstbarkeit geloben, huldigen’
2.1 oft mit Dat.d.P. 2.2 in Verbindung mit swern (weitere Belege DRW 6,40) 2.3 mit Präp.-Obj. 2.4 syntaktisch mehrdeutig (mit Akk. oder Gen.d.S.) ‘etw.
geloben’
1
tr. (auch mit Refl.-Pron.) ‘holt machen’
1.1
‘jmdn. in Huld bringen’
erim [d.i. irem
]
liben kinde si [Maria] uns holdet, / ir gute iz allez
obirgoldet, / waz wir irme sone uf erden / hie han getan mit unwerden
Brun
2638;
diu milte hœhet hie nider geburt und huldet dort /
gegen gotte man, megde und ouch diu wîp und hilfet maniger sêle ûz grôzen
nœten SM: JvR
1: 14,2;
waz ist, daz den besten rât / got ze trôste der kristenheit
gegeben hât, / der uns mit im gehuldet het und sînen strengen zorn hingeleite? /
daz ist erbermde ebd.
1: 5,3;
Teichn
474,79
1.2
‘jmdn. versöhnen, wohlwollend stimmen, geneigt machen’
vier und ziwenzig march sol man geben und teillen minen eigen
luͥten und sú damit hulden, swa ich sin han ubirnossen odir
biswert UrkZürich
8,82
(a. 1305);
vnde hant oͧch die selben herren geloͮbet, ir lv́t
abe ze nemende [zu entschädigen] vnd ze huldenne vmbe
den vorgenanten schaden UrkCorp (WMU)
3154,27;
vrou, ir sit entschuldet, ir kunt nach eren sorgen. / ich wird gein iu
gehuldet JTit
4966,2
1.3
‘sich beliebt machen, in jmds. Gunst/ Huld bringen’ (mit
Dat.d.P.):
denchet, wie ir ivch ime geholden meget
Spec
45,4;
daz kint Jêsus was minneclich / und kunde allen liuten sich / hulden und
liep gemachen WvRh
5150;
lieb glichet und húldet sich liebe, wa es kan ald
mag Seuse
92,7;
TürlArabel
Forts. 45;
RvEAlex
1850;
WhvÖst
4944.
1242
1.4
‘jmdn. mit Huld/ Gnade/ Zuneigung behandeln’
wir jehend ouch daz sy [die neuen Lehnsherren]
lüte empfohen vndt hulden sollen jn allem dem rechte als man vnns vnd vnnsern
vordern hatt gethon UrkBergh
17
(a. 1307).
–
‘jmdn. lieben’
doch mit vlizze dar under / bot si
ez [Ehrerbietungen, Aufmerksamkeiten] wol
besunder / von Österrich Liupolden, / den si in hertzen holden /
muͦst billichen WhvÖst
18378;
in andaht / nach der minne geslaht / vræut er sich der
naht / daz si mit minnen solden / noch mer einander holden ebd.
1770
1.5
unklar, hierher?:
zehuͦte vor den porten het ir [der
Belagerer?] dienst vil clein alda gehuldet / an Turkeltals dem
fursten und Hardisol, die beide / ie wurben mit getursten JTit
4583,4
2
intr. ‘Treue schwören, Dienstbarkeit geloben, huldigen’
herre, wiltu gerochen / werden an Rangolde? / so laß den
ritter holde [l. holden
]
HvNstAp
7962
2.1
oft mit Dat.d.P.:
nu hulde mir, ich wil dich hie zu knechte entfan! Frl
5:*122,1;
darnach enpfing sie die man, und hulten ir allesampt
Lanc
534,12;
kumet ein kuͤng [...] zu einre stat
[...] vnde vordert, das si ime hulde oder gehorsam
were UrkCorp (WMU)
1788A,19
u.ö.;
WhvÖst
7199.
18712;
Mügeln
191,12
2.2
in Verbindung mit swern (weitere Belege DRW 6,40):
si sullen auch alle iare swerne vnd hulden vns vnd vnsern erben
UrkCorp (WMU)
2529,10;
si wolden fürbaz niht / sweren noch hulden, / noch ze
herren dulden / die hêrschaft von Ôsterrîch Ottok
92295;
WhvÖst
13331;
Seifrit
1659
2.3
mit Präp.-Obj.:
des hastu [Gott] lan genozzen,
/ der hertz zu [l. her zu
] dir huldet
WhvÖst
14329
2.4
syntaktisch mehrdeutig (mit Akk. oder Gen.d.S.) ‘etw.
geloben’
ir sit, der mir sicherheit da huldet JTit
5691,4
MWB 2 1778,38; Bearbeiter: Richter
huldic
Adj.
nur im Reim auf (un-)schuldic
1
‘Gefallen/ Wohlwollen weckend, lieb’
2
‘wohlwollend, gnädig’
1
‘Gefallen/ Wohlwollen weckend, lieb’
sich wunnet diu minne an dir und wirst den goten huldic JTit
3184,2;
Sigunen gruͦze huldik wande werden hie [durch das
Rückgewinnen des Brackenseils] der ellens riche
[Tschinotulander]
ebd.
1366,2
2
‘wohlwollend, gnädig’
sus mache ich, Minne, ouch huldic / niht alliu dinc dem sinne
Reinfr
4890
MWB 2 1779,37; Bearbeiter: Richter
huldigen
swV.
überw. präfigiert gehuldigen.
1 tr. ‘holt machen’
1.1
‘jmdn./ sich in Huld bringen, für jmdn./ sich Begnadigung oder Sühne
(bei jmdm.) erwirken’ (mit Dat.d.P.) 1.2
‘jmdn. gnädig/ versöhnlich stimmen, besänftigen’
2 intr. ‘Treue schwören, Dienstbarkeit geloben’
1
tr. ‘holt machen’
1.1
‘jmdn./ sich in Huld bringen, für jmdn./ sich Begnadigung oder Sühne
(bei jmdm.) erwirken’ (mit Dat.d.P.):
dô wir dannoch gotes veint waren, dô wurden wir got dem vater gehuldigt
mit seinez suns tôd MvHeilFr
51.
11;
Lucid
108,9;
bei swem der [der dem anderen geschadet hat]
ist, der sol dem andern reht von im tvn inner einem manod, od er sol imn
[
im in
] hvldigen [den
Schädiger bei dem Geschädigten in Huld bringen]
UrkCorp (WMU)
345,22;
UrkWittelsb
2,222
(a. 1313);
also behuͦb die kayserynn die ledigung der frawen
[bewirkte die Freilassung der Ehebrecherin] vnd
irez chintz, vnd verainet si gein irem wirt, vnd huldigt sey gantz vnd gar
GestRom
78;
MGHConst
3:615,33
(a. 1293).
– mit Refl.-Pron.:
swer sich vergezze mit vntzvchten [...], den
leg der richter hintz dem scherigen oder auf den tvͦrn vntz er sich
gehvldig StRBurgh
184;
die so verre zvͦ im chomen dc sint die sich givroͤmidint
von gote mit hvͦpthaftigen sunden. vnde sich gehuldigent widir
zvͦ im mit ir bihte vnde mit buͦze PrWeing (Pf)
187,17;
gehuldig dich dinem bruder PrOberalt
134,31.
134,41;
SüklV
570;
Gen
1050;
SächsWchr
Forts. 333,7
1.2
‘jmdn. gnädig/ versöhnlich stimmen, besänftigen’
ob du deheinen din ebencristen iender gelaidigot oder beswært habest, den
soltu aller erst gehuldigen Konr (Sch)
133,9;
PsM
H 39,2.
– mit Ersparung des Obj.:
unde stuont Aaronis eninchil unde huldigte unde gestilte diu
zescutunge [
et stetit Finees et placavit! et cessavit
quassatio
]
PsWindb
105,30
2
intr. ‘Treue schwören, Dienstbarkeit geloben’
unser stat zuͦ dem Niumarcht [...], diu auch
ze hant dem edelen manne Fridrichen burchgrafen von Nurenberch
[...] auf diselben tæidinch huldigen sol
MGHConst
6,1:152,17
(a. 1326);
mit sô getâner île / lâgen si [die fürstlichen
Fürsprecher] dem kunig an, / daz er den man / liez im gehuldigen
Ottok
32150
MWB 2 1779,45; Bearbeiter: Richter
huldigunge
stF.
‘Versöhnung, Wiedergutmachung’
nihne gibit er [der Mensch] gote huldigunge sine
[
non dabit deo placationem suam
]
PsWindb
48,8
MWB 2 1780,21; Bearbeiter: Richter
huldunge
stF.
‘Treuepflicht’
so solle wir und wollin bliben eweclichin in alsotanre huldunge unsers herrin
von Mentze und sinis stiftis, als wir vor gelobit und gesworn haben
UrkDuderstadt
54
(a. 1342);
so sulle wir der huldunge quit und loͤz sin ebd.
54
(a. 1342)
MWB 2 1780,24; Bearbeiter: Richter
hüle, höle
stF.
swF. ( Tauler , PrWack );
auch hiule (
Martina
98,104
); Pl. auch hülinen (
PrWack
68,236.
68,242
u.ö.).
1
‘Höhle, Grotte’ (vgl.
hol
stN.,
hölde
F.) 2
‘Höhlung, Hohlraum’
1
‘Höhle, Grotte’ (vgl.
hol
stN.,
hölde
F.):
an dem zehenden dage, so fliehent die lüte uz den hülen, dar in sü sich vor
dem gestosse fürborgen hetten PrEls
3,71;
ze jungest ie sî kâmen / an ein hüle diu was tief. / swenn ieman dar în
gerief, / sô gab ez snellen widerdôz Reinfr
21269;
zehant in fuͤrste wiset / wider gein dem berg hol: /
Joraffin der tugentvol / der rait do mit im fuͤr die hul
WhvÖst
4389;
WernhMl
2567
u.ö.;
Tauler
226,23.
392,22.
– übertr.:
die hülinen der sele PrWack
68,242
2
‘Höhlung, Hohlraum’
nu hate das werliche werg [das befestigte
Jerusalem] / umbegendir wer genuͦg / und
kenel [Kanäle, Wasserleitungen] hoh, der húl
uz truͦg / das wazer von der veste hin RvEWchr
27702.
–
‘geheimer Zugang’
bi der wile wart ie baz / prueven Danyel die hol / under deme tische wol /
die sie [die Priester des Abgotts] hatten gemachet, /
vil heimelich bedachet / en zu gehen uz und in Daniel
7947;
durch die not / machten sie im offenbar / sulche hol, da
ire schar / heimelich gienc in daz hus / verzerende gar dar us / waz uf den
tisch wart gesant ebd.
8006
MWB 2 1780,30; Bearbeiter: Richter
hulfe
stF.
→
hëlfe
MWB 2 1780,55;
hülfic
Adj.
(s.a. hëlfic) ‘behilflich’, rechtl.:
da wart vmbe ertailt, wan [...] nieman da wære, der
iht da fuͤr zvge von sin wegen, daz reht wære oder daz im huͤlfick
wære, daz er da mit sin reht vloren hete an dem gute ze Pintzwangen UrkCorp
(WMU)
1131,36
MWB 2 1780,56; Bearbeiter: Richter
hulft, hulst
stF.
sw. (
WeistErf
47
).
‘Decke, Überzug’
von dublêt [eine Stoffart] guot genuoc / ein hulft
ob sînem satele lac Bit
2309;
schefte unde schilde unde setele sulen uberdecke niht haben,
sperîsen, die geveget [blankgeputzt] sint, die mugen sî
mit hulften decken, daz sî deste scharfer sîn StatDtOrd
47,1;
ein hulft von liehtem pfelle ob sîner [des
Schildes] varwe lac / [...] / von edelem
gesteine NibB
1702,1;
ulcia vel hulcitum: hulft SummHeinr
1:355,120;
hulcitum: hulst, satilhulst ebd.
2:326,80.
– hier ‘Sattel’
sellas sive hulften WeistErf
47
(a. 1332).
– übertr.:
er [ein Stein] kan entswellen / libis vnd der sele
geswulst / und losen von der svnden hvlst Martina
50,104.
– in verschriebener Form (vgl. AWB 4,1345f.):
volux: hufte Gl
3:626,31
(BStK926)
MWB 2 1780,61; Bearbeiter: Richter
hulfter
stF.
‘Satteldecke’ in Gl., vgl. AWB 4,1346:
superstratorium: hulfter [La. hulft
]
Gl
3:692,52
(BStK600)
MWB 2 1781,13; Bearbeiter: Richter
hulisboum
stM.
→
hulsboum
MWB 2 1781,16;
hüllære
stM.
‘Hersteller von hüllen (Kurzmänteln, Kopftüchern)’,
als Bestandteil von Personennamen, vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S.
385f.:
vro Berchte Tumbschina / Wetzels des húllers / vnsers burgers wirtin
UrkCorp
2031,35;
Dipolt der hvͦllaher ebd.
1259,09
u.ö.
MWB 2 1781,17; Bearbeiter: Richter
hülle
stswF. , hül
stF.
1
‘Umhang, Mantel’
2
‘Kopftuch’
3 hier wohl Tuch zum Tragen von Korn
1
‘Umhang, Mantel’
trüegen si [
meide
] mentel oder hüllen
an, / wie sölten denne die jungen man / ûf den ahseln die schilte gesehen, / der
glenzelîn sol der minner spehen? Renner
415;
wil sich ein vrowe mit zuht bewarn, / si sol niht âne hülle varn. / si sol ir
hül ze samen hân, / ist si der garnatsch [Oberkleid] ân
WälGa
452;
ze hulle sol er [
der
furste
] tragen hie / ein einvachen mantel grâben
Ottok
20031.
– allg. ‘Bekleidung’
werdent mir die secke drî [drei Säcke mit Stoffen und
Kleidungsstücken (als Hochzeitsgeschenk), vgl. vv. 1329ff.] , /
sô bin ich armüete frî, / sô hân ich ze ezzen und ze hül Helmbr
1405
2
‘Kopftuch’
so nam si von ir nullen [Scheitel, Hinterkopf] / ir
wimpeln [Stirnbinde, Kopftuch] unde ir hullen, / siden
ducher, di si druͦc, / cleinode aller leie gnuͦc Elis
3766;
huben unde huͦllen / an stirnen unde an nuͦllen ebd.
907.
3573;
sie [die junge Dame] was mit einer
sidenin hullen gebunden, und was ir hare zu eim zopff geflochten Lanc
491,13;
KvWTroj
27486
3
hier wohl Tuch zum Tragen von Korn:
jede fraw soll nemmen jhr hüllen voll kornes; ist aber dekeinne fraw so
gittig, dasz sie so vil nimmet, dasz die hülle brichet ehe sie kumbt zue huss, sie
soll esz besseren mit drissig schillingen basiler WeistGr
4,154
(um 1300).
– bildl.:
swer denne mit sîner zungen mül / weizen melt und in die hül / der lügen
sîn mel dar nâch rêrt, / der hât sîn kunst und sich entêrt Renner
15316(8)
MWB 2 1781,23; Bearbeiter: Richter
hüllechîn
stN.
Dimin. zu hülle, hier als Bestandteil eines Personennamens:
Everwin Hullichin UrkKölnSchr
2(2),50
(12. Jh.)
MWB 2 1781,53; Bearbeiter: Richter
hüllen
swV.
‘etw. mit einer Hülle (auch Kleidung) umgeben, bedecken,
umhüllen’
des wil ich, vater, dir dîn hût / hüllen unde decken, / wan si
sol dir niht blecken. / nim daz tuoch daz ich hie hân, / dû solt niht lenger blôz
gân EnikWchr
1451.
19211;
wer dw arm [die Armen] hullet, /
der erfullet gotez pan Teichn
50,74;
wer ain helfenpain hüllet in ain tuoch BdN
135,25;
wie sie [Sphären des Himmels] das
für, luft, wag und erde hüllen Mügeln
296,10;
wen lügen wete hüllen, / des ere stirbet ane frist ebd.
201,11.
– mit Refl.-Pron.:
ir deheiner wolt sich hullen, / daz man dester baz næm war, /
daz si wer füeren bar [dass sie ohne Bewaffnung kamen]
Ottok
10375;
[ich] hüll mich in der gnaden
pfaid [Hemd]
KvMSph
4,28.
– mit Dat.:
schon do wart gehuͤllet / maniger werden vrawen
WhvÖst
9646.
–
‘verdecken, zudecken’ (im Kontrast zu suochen):
vil luͥte, so si ze der kirchen koment, da si got solten
suͦchen, so lâzen si sich an ain rûnon [...]. und
mit dem vindent si got niht. si erzuͥrnent in vil mê, mit ier kirchgange, et
dc si in gehuͥllen PrSchw
2,12.
– übertr. ‘mildern, besänftigen’
zem êrsten mâl so sol der gotez sun darumbe ûz werden gesendet. dc der
goͤteliche zorn werde gehuͥllet unde gestillet PrSchw
1,156.
– zur Beschreibung des Umfangs:
sein gewalt ist oben und under. / niden und oben, wa in
geluͤstet. / himel und erd ist under ruͤstet / mit seinem gewalt und
ist so hoch / daz er uͤber all himel zoch / und hat allew dinch derfullet /
und ist doch so chlain gehullet / daz in niemen begreiffen chan. / wer chund da
gereden van / der grozzer ist denn all di werlt / und hat doch so chlain gezelt /
daz in niem begreiffen mag? Teichn
446,12
MWB 2 1781,56; Bearbeiter: Richter
hüllenwëbære
stM.
‘Weber von hüllen (Kurzmänteln, Kopftüchern)’
DRW
6,51
(Volckmann, Alte Gewerbe; a. 1298);
(ohne Belegzitat)
MWB 2 1782,26; Bearbeiter: Richter |