hulloch
stN.
→
holloch
MWB 2 1782,54;
huls
stM.
ein Pflanzenname in Glossen aus mhd. Zeit, vgl. s.v. hulis AWB
4,1346f.
MWB 2 1782,55; Bearbeiter: Richter
hulsboum
stM.
ein Pflanzenname in Glossen aus mhd. Zeit, vgl. s.v. hulisboum AWB
4,1348.
MWB 2 1782,57; Bearbeiter: Richter
hülse
swstF.
auch hülsche (
VocOpt
13.170;
Martina
48,12;
Seuse
207,15
).
‘Hülse, Hülle, Umhüllung’
nim wazzer dar inne gesotin si mirtelboum. vnde rosen. vnde
wizes mahen [Mohn] hulse. vnde la daz in di nasen
SalArz
40,41;
als hulschin von dem weizin / habent cleine nvtze / alse sint vrdrutze / ane
wisheit alle tugent Martina
48,12;
zu hant zuhit si [
bekentlichkeit
] eine
hulsin umme sich, daz ist worheit Parad
95,2;
folliculus: hulsche, húlchs VocOpt
13.170;
Tauler
138,12.
– im Gegensatz zu kern:
es klaget nieman als vil bitterkeit der húlschen, als
der, dem unkunt ist dú inre suͤzikeit dez kernen Seuse
207,15;
nu merke, vil stolzer jungeling, / an der noz drierlei ding:
/ di hulse den kern di schal Brun
11472.
11482;
Renner
5213;
bildl. zur Beschreibung einer Sprechweise bzw. Mundart:
wer wil dâr üm si pfende, / ob Swanfelder ir wörter lengent / und Babenberger
ir sprâche brengent / von den hülsen ûf den kern? Renner
22305.
– zur Übers. von siliquae
‘Hülsenfrüchte’
und her begerite sînen bûch zuͦ fullene von den hulsin di die swîn
âzin, und nîmant gap si ime EvBeh
Lc 15,16.
–
‘Schleier, Haut (?)’
reht alsam der mandel / ist under siner schelen wiz, / sus
gaben ir wængel wizen gliz / durch duͤnne roͤtin huͤlse
WhvÖst
2153.
– als Ergebnis der Schmiedearbeit:
ob ein smid ymant walsch [l. valsch?]
slussel, holsen oder negell macht, ob der smid mit dreyen gezeugen vbir winden wirt,
er hat dy hant vorloren oder zehen schok StRPrag
116
MWB 2 1782,59; Bearbeiter: Richter
hulst
stF.
→
hulft
MWB 2 1783,26;
hülwe
swF.
st.
Freid
70,8;
auch huhele (
AvaJG
17,7
).
‘(mit schmutzigem Wasser oder Schlamm gefüllter) Tümpel, Pfuhl,
Morast’
wem mac der lûter wazzer geben, / den man siht in der hulwe sweben?
Freid
70,8;
Mamet, Appollo und Termigant / dy wil ich mit meiner hant / in ein hulben
senkhen / und sy dar inn ertrenkhen Hawich
1957;
die sünde er lîhte danne dolt / als ein swîn daz sich besolt / in der hülwen
zaller zît LBarl
7641;
an den steten, dâ ain pfuol ist oder hüel BdN
210,24;
HvHürnh
51,6;
StrKD
136,134
u.ö.
–
daz kumet wol, daz ym werde an / den sinen hals gehangen san / der stein uon
eines esels mulen / vnd yn hin in des meres hulen
[Tiefen] / versenke gar biz an den grunt
[
et demergatur in profundum maris Mt
18,6]
EvStPaul
137
MWB 2 1783,27; Bearbeiter: Richter
hülwen
swV.
‘beschmutzen’
so wir [...] / mit
oppischlicher [
üppischlicher
] hochvart
/ getuen wider gote wart / und den uzern menschen hulwen, / von dem wir binnen uns
besulwen [besudeln] , / so ensulle wir
[...] zu den ewarten / vil ruwiges herzen loufen / und
den innern menschen toufen / mit ruwiger bichte tropfen HeslApk
4769
MWB 2 1783,43; Bearbeiter: Richter
hülwic (?)
Adj.
‘morastig’
daz geschach dâ von, daz der stern kraft daz wüest lant in
Preuzen und an etsleichen steten in Ungern, dâ ez hüelich was und
mosich [sumpfig, moosbewachsen] , beraubte seiner
behenden fäuhten BdN
76,5
MWB 2 1783,50; Bearbeiter: Richter
hülwîn
Adj.
‘ aus Tümpeln stammend, sumpfig’
die hullwene wasser [
aquae vero
palustres
] sind warm und schwär, wann si stant und
werdent nichtt erwegtt HvHürnh
51,9
MWB 2 1783,55; Bearbeiter: Richter
hulz
stN.
‘Gehölz, Wald’, als Bestandteil eines Toponyms:
zuͦ Albenspach ein hulzel, daz da heizet des Creis hulz UrkCorp
(WMU)
3568,3
MWB 2 1783,59; Bearbeiter: Richter
hulzel
stN.
‘Gehölz, Wäldchen’
zuͦ Albenspach ein hulzel, daz da heizet der Creis hulz UrkCorp
(WMU)
3568,3
MWB 2 1783,62; Bearbeiter: Richter
hülzen
swV.
‘hinken’ (s.a.
halzen
):
o maget, was dir denne got wil geben! er
[...] wil den himmelreigen mit dir tretten. o ich
unselig lammer hunt, ich húlze oͮch mit dir Mechth
4: 1,8
MWB 2 1784,1; Bearbeiter: Richter
hulzerîn
Adj.
‘hölzern, aus Holz’
her [der Abt] vurte in [den Leichnam
einer der elftausend Jungfrauen der hl. Ursula] heim und satzte in
in einen hulzerînen schrîn ûffe den hôhen altâr HvFritzlHl
224,25
MWB 2 1784,5; Bearbeiter: Richter
hulzgenôʒ
stswM.
→
holzgenôʒ
MWB 2 1784,10;
hülzîn
Adj.
auch holzin
Meissner
17:13,4.
‘hölzern, aus Holz’
des enahte ich zemâle niht, waz künnes diu rinne sî, dâ durch
ez [das Wasser für den Gartenbrunnen] mir würde, weder
îsenîn oder hülzîn oder beinîn oder rostic Eckh
5: 307,9;
BdN
104,4;
gemurohtiu huser oder hulziniu StRAugsb
147,5;
daz ich zway gadem eins tvrͦns vber ein ander gemovrre vnd dar
vͦf ein hultzeyn cimber gesetze UrkCorp (WMU)
1595,9;
ein hülzîn ros KvWTroj
47208;
ein hülzîn bilde [...] / gezieret mit golde und mit
gesteine WälGa
13136;
Ägidius
1502;
BvgSp
8;
Wachtelm
3.
– übertr. i.S.v. ‘hart, unnachgiebig’
hülzîn liute sint nu ûf erden: / welch rât sol denne den armen werden, / bî
den diu werlt noch stehelîn / sol werden und adamantîn [diamanten =
hartherzig] ? / si ist iezunt halp küpferîn / an triuwen, und halp
stüpfelîn [stoppelig, rau] / an hilfe, an sippe, an
reinikeit Renner
13799;
mir ist ein holzin bischof vil lieber dan ein stummer herre, der nicht git
durch ere Meissner
17:13,4
MWB 2 1784,11; Bearbeiter: Richter
hülzinc
stM.
‘Holzapfel’
ein gelust ir lip [die schwangere
Penthesilea] bestuͦnt / der e nie in ir hertze kam, / daz
etteswenne sie gezam / der vil suren huͤltzinge / und anders maniger dinge
Rennew
32533
MWB 2 1784,32; Bearbeiter: Richter
humbel
stM.
‘Hummel’
irn sult iuwer gewonheit / durch nieman zebrechen. / der
humbel der sol stechen Iw
206;
wibeln [Kornkäfer] , kefern unde bremen
[Bremsen] , / humel, wefse
[Wespe] und diu spinne /
[...] / die sîdenwürme und ouch die bin
Renner
19743;
Neidh (S)
2,128 c45:9,1;
mel atritum. id est humeln honic SalArz
36,19.
– als Bestandteil von Personennamen:
Otte der Hvmbel UrkCorp (WMU)
2826,18;
Ber der Hummel ebd.
2196,38
MWB 2 1784,37; Bearbeiter: Richter
humbelhonec
stN.
Honig von Hummeln (vgl. AWB 4,1353 s.v. humbalhonag mit weiteren
Belegen aus frühmhd. Zeit):
atticum mel: humbelhonig Gl
3:486,4
(BStK887)
MWB 2 1784,46; Bearbeiter: Richter
humel
Subst.
eine (Farn-)Pflanze (vgl. AWB 4,1354)
polipodium: steinfarn vel humel SummHeinr
1:191,271
MWB 2 1784,50; Bearbeiter: Richter
humerâl
stN.
→
umbrâl
MWB 2 1784,53;
hummen
swV.
‘summen’ (von Bienen):
unz daz aineu under in [den Bienen]
zwir oder dreistund geprumt oder gehumt gegen dem liehten tag, als ain wahter, der
mit aim herhorn prummet gegen dem tag BdN
289,16;
unz aineu under in umb fleugt und hummet in der weis, als dâ
si si wecket des morgens, und gebeut in allen ze ruoen ebd.
290,15
MWB 2 1784,54; Bearbeiter: Richter
hunckeln
stN.
→
hüeniclîn
MWB 2 1784,62;
hundehabere
swM.
Abgabe von Hafer oder sonstigem Korn als Ersatzleistung für die Aufnahme der
herrschaftlichen Hunde (vgl. DRW 6,70f.):
wiͤr verbieten allen hunthabern, ez wær dann, daz wiͤr ez
erlaubten durch der leut gebet und durch notdurft dez landes UrkSalzb
4,385
(a. 1328)
MWB 2 1784,63; Bearbeiter: Richter
hündelîn, hündel
stN.
auch hündli.
Dimin. zu
hunt
‘Hündchen’
–
‘junger Hund, Welpe’
die hund gepernt plinteu hüntel und diu beleibent plint
zwelif tag oder etleich drei wochen BdN
125,16;
daz die kleinen welfelin, die kleinen húndelin,
[...] gespiset werdent von dem gebrockele daz do vellet
von der herren tische Tauler
44,22;
PrOberalt
63,16.
–
‘kleiner Hund’ (meist als Schoßhund):
die megede sich bereiten gar / und wurfen die hundel ûz dem schôz
Virg
671,13;
er hatt mir mein effelein / und mein schones hundelein / und
meinen valken genomen HvNstAp
19595;
er gebôt, daz man im bræhte dar / sîn hundelîn Petitcreiu, /
sînes herzen spil Tr
15797;
HvFreibTr
4456;
also nu der hirtz sich der grossen hunde hat erwert, so
kumment die kleinen húndelin und loͮffent under den hirtz und
zwickent da und da Tauler
52,1.
– in Vergleichen:
so ist im [dem Kranken] di kele
bitter [...] vnde winslet also ein kleinez hundelin
SalArz
43,16;
von stunt leite sich der grimmege leuwe vor im nider als ein zamez hundelin
unde wegete kein im den zagil sin Köditz
19,3;
din múrdigú muͦter wolt dich hin
werfen als ein ungenemes, hingeworfens húndli Seuse
121,34;
HvNstAp
6657.
6952
MWB 2 1785,5; Bearbeiter: Richter
hünder
stM.
Parallelbildung im Wortspiel auf eine Volksetymologie, die
ketzer
von katze ableitet:
daz tet unser herre âne sache niht, daz er sie
[Häretiker] ketzer hiez. nû war umbe hiez er sie niht
hünder oder miuser oder vogeler oder swîner oder geizer? PrBerth
1:402,20
MWB 2 1785,30; Bearbeiter: Richter |