Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   huormachunge - huotrëht (?)    


huormachunge stF. ‘Treiben von Unzucht’ ích habe gisúndôt in aller slahte huore: [...] an êrlôsi, an huoris gispénsten, in huormáchungo BambGlB 147,9

MWB 2 1806,16; Bearbeiter: Hansen

huorvuore stF. auch huore-. ‘Unzucht, Ehebruch’ (zur Übers. von lat. fornicatio), hier (bibelsprachl.) übertr. von treulosem Verhalten gegenüber Gott: der geist der hurvur hat sie betrogen, unde sie haben sich vorunehet von irem gote Cranc Os 4,12; und [du] hast gemeret dine hurevur mich czu reyzene ebd. Ez 16,26. Os 2,5 u.ö.

MWB 2 1806,20; Bearbeiter: Hansen

huoste swM., auch swF. (z.B. BenRez 36, HvBurg 4840) auch hoste. ‘Husten’ (häufig im Pl.): vil sere in do quelte / ein herteclicher huste Pass I/II 46,15; liquiricia ist goͮt vur die huͦsten. unte vur den brustsweren PrüllK 45; van deme hosten [Überschrift] . tussis heyszet de hoste vnde kommet van mannigher hande sache OvBaierl 106,1. 105,12; poley mit heisem wine genutzet vertribet den husten Macer 12,15 u.ö.; ze der husten [Überschrift] . swem diu huste we tu, der nem guten win in ein vaz, [...], und lege dar in alantwurz und laz ez uber naht sten und trinch ez morgens BenRez 36; tussis: huͦst VocOpt 43.062; HvBurg 4840; Renner 23799. 23754. der lowe ane gebende / tet im [Limenius] do dez huosten buoz [heilte ihn vom Husten, d.h. tötete ihn] Martina 181,51. – med. (v.a. im Kontext der Humoralpathologie) häufig durch Adj. näher klassifiziert: der truckene huste SalArz 44,26 u.ö.; daz ist gar guot wider die kalten huosten BdN 367,3. 369,18; SalArz 45,17; man schol [...] den sâmen under der zungen haben für den durst wider die dürren huosten, diu von der gaistleichen gelider krankhait kümt BdN 417,7; SalArz 106,44; di nezzele mit wine genuzzet hilfet dem, der swere edemt unde vurtribet den alden husten Macer 4,3; SalArz 103,18 u.ö.

MWB 2 1806,27; Bearbeiter: Hansen

huosten swV. ‘husten’ sin brvst ist im verwüestet / vngefuoge er huostet / unhovelich er niuset Martina 124,86; wan ez geschicht oft, daz etwaz dar in [in die Luftröhre] velt von ezzen oder von trinken: sô huost daz mensch als lang unz ez her wider auz kümpt BdN 18,10 u.ö.; da uon sin si [Kürbisse] den gut [...] di hustin uor hizze SalArz 13,24; Morolff husten da began SalMor 279,1; Dalimil 67,114; Mechth 3: 21,38. – med. durch Adj. näher differenziert (vgl. huoste ): si sint auch gar ain guot nütz ezzen den, [...] die trucken huostent und pluot rächsent BdN 339,18. – subst. (übertr. ? vgl. Anm.z.St.): der juden spotlich huosten Ottok 92074

MWB 2 1806,53; Bearbeiter: Hansen

huot stF. huote

MWB 2 1807,3;

huot stM. auch hot, hüt, Pl. huote, hüete. ‘Hut’ 1 Bez. für verschiedene, wohl vorwiegend hohe, feste und mit Krempe versehene, häufig repräsentative Kopfbedeckungen
2 schützende Kopfbedeckung aus stabilem Material, ‘Helm’ , meist wohl spez. der ‘Eisenhut’ (häufig mit entsprechenden Ergänzungen; vgl. îsenhuot , stahelhuot u.ä.)
3 übertr. auf in Form oder Funktion Hüten bzw. Helmen ähnelnde Gegenstände
3.1 (schützender) Überwurf über ein Zelt
3.2 Hütchen eines Taschenspielers
3.3 helmartig gewölbter Deckel eines Destillierapparates (vgl. LexMA 3,735)
3.4 ‘Turmhelm’
   1 Bez. für verschiedene, wohl vorwiegend hohe, feste und mit Krempe versehene, häufig repräsentative Kopfbedeckungen: einen roc von swarzem pfellel den sach man in tragen / und einen huot von zobele NibB 952,3; sie fuorte ûf einen huot / von vedern, wîz sam ein snê Eracl 3816; der huot was niwe, diu snuor niht alt Parz 313,12; in hoe gerindin muote, / truogins uf ir huote / daz sie nine virblichin Athis C* 72; wer sein mantel und sein hüt / nicht mit im auß fuert, / ist das in dann ruert / ain kalter wind und ain regen, / deß schaden muß er selben pflegen HvNstAp 3788; er zôch dur sîne hübescheit / den huot gezogenlichen abe KvWTroj 1777; Wig 1436; mantel, huͦt sint eren cleit den wiben JTit 4162,1; Neidh WL 24:5,2; Wig 8909; Herb 11414. – priesterliche Kopfbedeckung, Bischofshut: tiara: huͦt GlAnzfKdVz 7:590,54; mitra: capitis ornamentum id est huba, hvot SummHeinr 2:365,123 u.ö. – Kranz oder geflochtener Hut: ich möht einen loubînen huot / wol gewinnen inme Spehtshart Wh 377,24; von bluomen vuorte er einen huot Wig 2232. – Dornenkrone Christi: der den dürnînen kranz / ame kriuze ûf hete, den rûhen huot Wh 357,29. – Kapuze: ein rîsen [Schleier] sült ir haben guot, / einen mantel ân huot EnikWchr 28452. – unter dem Helm getragene gefütterte Haube (vgl. badewât und Schultz, Höf. Leben 2,51): ia truͦc der chuͦnc Paligan / zwo halsperge an, / ain huͦt unter dem helme Rol 8519. – wohl auch vom Gebende der Frauen (vgl. gebende 2): diu vrowe diu gienc âne huot / durch daz siu kintlich wolte sîn UvZLanz 866. – als Mengenangabe ‘einen Hut voll’ sie [Kirschen] wâren nie sô grüene, / sie bræche ir vol einen huot Eracl 3473. – im Vergleich: [die besten Pilze] sint klain und sinbel [rund] sam ain huot BdN 401,23; ein hover [Buckel] ûz gezogen / ob dem herzen als ein huot Wig 6306; vür daz tor gesetzet was / ein grôziu sûl von êre [Erz] ; / [...] oben was ein rubîn / darinne beworht als ein huot ebd. 7084; EnikWchr 2720; Wh 397,4. – bildl.: sô decket uns der sælden huot, / daz uns kein weter selwen [beschmutzen] mac Winsbeckin 45,7; die der marchgrâve vuorte, / die möht ein huot verdecken [es waren so wenige, dass sie unter einen Hut gepasst hätten] Wh 28,11; bi zweinzig hüten [weltlichen Würdenträgern, vgl. FrlWB, S. 165] sicht man sich / wol drizig blaten [Tonsuren, d.h. Geistliche] scharn Frl 9:11,17    2 schützende Kopfbedeckung aus stabilem Material, ‘Helm’, meist wohl spez. der ‘Eisenhut’ (häufig mit entsprechenden Ergänzungen; vgl. îsenhuot , stahelhuot u.ä.): ûffe sîn houbit er in slûch / durh den stêlînen hût SAlex 1884; Roth 1111; ez ensol auch nieman furbaz auf unser tæidinch fuͤrn [...]pechelhauben, verborgen hantschuch, verborgen huͤt noch dehein eisengwant UrkCorp 737,11; ein panzir hett er ane und einen ysenen hut off synem heubt Lanc 101,11; er schlug im den ranfft [Rand, d.i. die Krempe] von dem hut ab biß off die schultern, so das er im off der ahseln das banzer durchschlug ebd. 102,6. 323,2; SM:Go 1a: 3,10; Wh 295,6; Rol 4120 u.ö.; Volmar 819; die ritter waren wol gewapent mit ganczen wapen, wann das sie nu ir yseren hút nit off hetten noch ir helm Lanc 322,6    3 übertr. auf in Form oder Funktion Hüten bzw. Helmen ähnelnde Gegenstände    3.1 (schützender) Überwurf über ein Zelt: von leder ein huot hienc dâ bî / der daz gezelt machet vrî / des regens, sô der nider gôz Wig 10848; Artûs gezelde was genomn / diu winde von dem huote Parz 729,1. 129,24; maneger pavelûne huot / sâhens vor in schînen UvZLanz 2818 vgl. ähnl.: ein hvͦt ob dem gezelde swebt / von richem pfellor TürlArabel *A 261,28    3.2 Hütchen eines Taschenspielers: genuoge hêrren sint gelîch den gougelæren, / die behendeklîche kunnen triegen unde væren. / der sprichet: ‘sich her, waz ist under disem huote? / nû zucke in ûf!’ Walth 37,36. 38,1; ein gefüeger goukeler, / der under dem huote goukeln kan Renner 3679; Suchenw 29,45    3.3 helmartig gewölbter Deckel eines Destillierapparates (vgl. LexMA 3,735): alsô geschiht auch dem dunst, der dâ kümt [...] von wein prennen: wenne der den kalten pleienne huot rüert, sô entsleuzt er sich auch in wazzer BdN 81,14    3.4 ‘Turmhelm’ der [ turn ] hêt einen schœnen huot, / der selb was ân mâzen guot. / der huot hêt vier blat EnikWchr 22059 u.ö.

MWB 2 1807,4; Bearbeiter: Hansen

1huotære stM. ‘Hutmacher’ ez sol auch kein huͤter kainen hut wurken wan der gar wullin si StRAugsb 42,20 u.ö.; kurssner vnd huter vnser mitpurger haben czwaytracht vmb das, daz di kursner maynen, daz di hutter nicht schullen fel kauffen vnd di gerben czu vnderczihen ire hute SchöffIglau 210; huotær, wurflær und die dâ strickent / und die dâ altiu kleider flickent Ottok 65679. – als Bestandteil von Personennamen (unklar, ob hierher oder zu → hüetære ): Heinr. Gredinger der huter an der Prunnlaitt sol w. umb H. den Snelpogen den huter UrkRegensb 748 (ca. 1325-1350) u.ö.

MWB 2 1808,29; Bearbeiter: Hansen

2huotære stM. hüetære

MWB 2 1808,42;

huotæregadem stN. hier huotergaden. ‘Laden eines Hutmachers’ alle protlauben und eisenkasten und schergaden unde kreme und huͦtergaden, [...] suͤllent auch niht hoher gepauwen werden denne als si von alter her sint gewesen NüP 167

MWB 2 1808,43; Bearbeiter: Luxner

huotærekræmlîn stN. Dimin. zu krâme ; hier huter-. ‘(kleiner) Laden eines Hutmachers’ von der vor genanten goltsmiten vnd von dem hvter chremlein schol man ierichleichen dienen [...] virzich phenning UrkHeil 2,69 (a. 1321) u. ö.

MWB 2 1808,48; Bearbeiter: Luxner

huotæremeister stM. hier hüeter-. ‘Hutmachermeister’ der huͤtermeister der gebit deme vicztuͤme iodes jares zcuͤ ostern vir schillinge WeistErf 140 (1. H. 14. Jh.)

MWB 2 1808,53; Bearbeiter: Luxner

huote, huot stF. auch swF. ( Parad 8,22 ), auch hüete, hütte ( EvAug 195,12; GTroj 2149. 13345 ). ‘Hut’ (zu hüeten swV.) 1 ‘Behütung, Bewahrung’
1.1 ‘schützende, fürsorgende Beaufsichtigung, Obhut’
1.2 ‘Bewachung, Aufsicht’ , häufig metonymisch ‘Aufpasser, Bewacher, Wächter’
1.2.1 allg.
1.2.2 im Bereich der Minne häufig die Bewachung bzw. Bewacher von Frauen (vgl. aber auch 2.1 )
1.2.3 ‘Wachdienst, Wache’ (vgl. 3.1 )
1.2.4 ‘Nachhut’ (vgl. afterhuote , nâchhuote )
1.2.5 ‘Wildhut’
1.3 ‘Schutz, Sicherheit’ (offen zu 1.2 )
1.4 ‘Bewahrung’ (offen zu 1.1 bzw. 1.2 )
2 (Schaden verhütende) ‘Aufmerksamkeit, Wachsamkeit, Um- und Vorsicht’
2.1 allg.
2.2 häufig in Wendungen i.S.v. ‘(vor etw./ jmdm.) auf der Hut sein, sich (vor etw./ jmdm.) in Acht nehmen’
3 ‘Ort des (sich) hüetens
3.1 ‘Wachort, Warte’ (nicht klar zu trennen von 1.2.3 )
3.2 ‘Hutbezirk’ (des Försters)
3.3 ‘Viehweide, Weideplatz’ (vgl. mnd. hôde Schiller/  Lübben 2,277)
3.4 ‘Unterschlupf, Versteck’
3.5 ‘Hinterhalt, Lauer’
3.6 übertr. ‘Einflussbereich’
   1 ‘Behütung, Bewahrung’    1.1 ‘schützende, fürsorgende Beaufsichtigung, Obhut’ Marcus der guote den nam Petrus in sine huote AvaLJ 205,1; gebe ez [den Wachsabdruck] in die huote sîn: / sîn dinc iemer wol gât / die wîl er daz wahs bî im hât Volmar 984; diz glas mit disem tranke nim, / daz habe in dîner huote / hüetes vor allem guote Tr 11453; ich gib ze schœner huote / die burc und iwer swester, / daz iwer muot vester / solhem zorn entwîch Ottok 4686. 7334; SM:Gl 1: 8,11; alsus beleib Lancelot in der frauwen huͦt und wuͦhs und wart byderbe Lanc 21,16; Adônides und Actêôn / [...] phlegent in ir huote / der tiere gewalteclîche RvEBarl 9768; do sprah got: min huͦte / sol din pflegin: ih bin bi dir! RvEWchr 9475; got habe in in sîner huote, / swie ez nû umbe mich ergê Eracl 4288. – bildl.: sô verst ûf gelückes ban / unde ouch in der sælden huote KLD: BvH 14: 4,5; erwurbe ich dan der edelen gunst, / armuot, sô schiede ich gar von dîner huote KLD: Kzl 16: 6,12; swar ich rede kêr ze guote, / diu bedarf wol zühte huote Parz 404,10; SM:JvR 1: 2,3. 1: 1,13; diu zucht was ie in mîner huote SM: Te 3: 2,5; sîner meister gebot / im sô gar ze herzen kam, / daz er in sîne sinne nam / von sîn selbes muote / die lêre in sîne huote RvEBarl 948. 210; vgl.: iz [das Pferd Bukephalos] ne hât nieman in hûte [hat niemand in seiner Gewalt, kann niemand reiten] , / wandiz ist vil freislîch SAlex 351    1.2 ‘Bewachung, Aufsicht’, häufig metonymisch ‘Aufpasser, Bewacher, Wächter’    1.2.1 allg.: si liezen âne huote ir schiffel bî der fluot NibB 403,3; der ellenden huote hete wol ersehen, / daz noch die geste lebten ebd. 2125,1 u.ö.; vnd sol man in [den Kranken] nimmer an hvͦt lazen SpitEich 8,10; Herb 10616; hie sint ovch rinder vnde swin / vnde manic feistez zickelin, / ane hvte iz allez hie gat ReinFu K,925; RvEWchr 24128; Erz III 117,171. diu scham ist aller tugende huote, / wan swer rehte schame treit, / der mîdet alle bôsheit LvRegFr 3639. – (jmdm./ einer Sache) ~ setzen ‘Wachen abstellen (zur Bewachung einer Person oder Sache)’ doch moht daz kint dannen niht, / wan diu vart was im enwiht: / man hêt im huot gesetzet, / dâ von wær ez geletzet / an êren und an guote EnikWchr 27729; subst.: daz si vnrehtes gewaltes erlazzen sein an der selben weinwahste, an ir bouwe, an ir lesen, an huet setzen, an ablaitte vnd an anlaitte UrkCorp (WMU) 2345,27; bildl.: herre setze hute dem munde min / min leuesse [meine Lippen] habe in der scherme din Albert 428. – jmdn. einer Sache ze ~ setzen ‘jmdn. zur Bewachung von etw. abstellen’ si sazten mich zu hute dem wingarten Brun 9027    1.2.2 im Bereich der Minne häufig die Bewachung bzw. Bewacher von Frauen (vgl. aber auch 2.1 ): merker [Aufpasser] und diu huote, diu verderbent mich, / dur diu mîde ich die frowen mîn SM: Had 3: 4,3; huote machet / staete vrouwen wankelmuot. / man sol vrouwen schouwen unde lâzen âne twanc MF: Mor 18: 4,3; siu was der huote entwenket, / der alle vrowen sint gevê [feindlich gesinnt] UvZLanz 878; Wig 8056; SM:Te 12: 3,1    1.2.3 ‘Wachdienst, Wache’ (vgl. 3.1 ): die êrsten hûte dâ der naht / der grâve hielt von Gelre dô Kreuzf 1140    1.2.4 ‘Nachhut’ (vgl. afterhuote , nâchhuote ): Lengewînes brûder wolde jagen / die afterhûte ûf daz her: / sie satzten sich kein im zû wer / mit menlîchem mûte. / dô wart von der hûte / Lengewînes brûder irslagen LivlChr 3044    1.2.5 ‘Wildhut’ sô sîn iegere erloubet, den sî doch unde ouch anderen durch hûte willen unde schirmen vor bôsen lûten mugen mitvolgen StatDtOrd 47,30    1.3 ‘Schutz, Sicherheit’ (offen zu 1.2 ): er zebreitet die wolchen ze hute ir [interl. zu expandit nubem in protectionem eorum ] PsM 104,39; risen, lewen und hunde, / die da ligen zu aller stund / zu hut vor der burge guͤt Minneb 2753; gên der sêle huote [zum Schutz der Seele, um der Seele willen] / von disem übelen guote / sult ir iu vriunde erwerben [vgl. Lc 16,9] RvEBarl 5279; Wh 406,24; Athis E 144    1.4 ‘Bewahrung’ (offen zu 1.1 bzw. 1.2): unde die craft des lebenes unde wec der gerehtekeit unde hûte der zuht hanget an eime gûten hirten StatDtOrd 93,32; wolden wîp in stætem muote / stæten friunden stæte sîn, / daz kœm in alsô ze guote / daz in triuwe würde schîn, / ders an friunden irre varnt [welcher (triuwe) sie in Bezug auf ihre Freunde entbehren müssen] , / sô si sich mit triuwen huote / gein ir friunde niht bewarnt KLD: UvL 23: 6,5    2 (Schaden verhütende) ‘Aufmerksamkeit, Wachsamkeit, Um- und Vorsicht’    2.1 allg.: der in [den Stein] möht erwerben, / der [...] bedarf ouch guoter huote, / daz man in ze bade iht trage Volmar 472; er [der Falke] fleugt gar ungestüemicleich und ist im selber mit huot unsicher BdN 188,11; Gâwân der reht gemuote, / sîn ellen pflac der huote [d.h. er war mutig und doch besonnen] Parz 339,2; Tr 5470. mit (grôʒer) ~ ‘mit (äußerster) Wachsamkeit, (höchst) aufmerksam’ dise selig einunge soͤllen wir mit grosser huͦte behalten Mechth 4: 8,12; her Gwîgâlois mit huote / allez vor im wancte dan / unz er im aber an gewan / einen slac alsam ê Wig 6702 (vgl. auch 10411); Moẏses [...] gab an dén ziten / das buͦh do dén Leviten, / das siz mit huͦte wielten / in der arche RvEWchr 15620. sunder ~ ‘ohne Bedenken’ der busschoff hedde eme in guden moede / enboden dat hie sonder hoede / vrylich zo Bunne queme HagenChr (G) 896; vgl.: er schrey lut uber alle die burgk, und die von innen lieffen zu yren wapen, wann sie waren one hut [wohl ‘arglos’ (vgl. aber auch 1.2)] Lanc 8,10. – ‘Augenmerk, Interesse’ si cherent ir huete und ir muͤt / an gemach, an fraz und an gut Erz III 109,39. – als Wachsamkeit gegenüber falschem Handeln den Charakter einer Tugend annehmend (auch in der verdeutlichenden Wendung reine ~ ): daz ist mines willen zil, / daz ich uf erden nimmer wil / mit vorbedachtem mute / vallen uz reiner hute, / der ich unz her han gepflegen Pass III 29,2; wâ sach ie man ein wîp so schœne und guote / [...]? / an kiusche ein engel, sist in reiner huote KLD: Suon 3:2,3; diu neigunge [...] ist ein strengiu geisel, diu den menschen ze der huote und ze der tugent trîbet Eckh 5: 215,2. 5: 278,2; minne, by dir auch wonen sol / verswigen und wisheit, / hut und auch gerechtikeit, / wol getruwen und warheit Minneb 1310. 3853 u.ö.; vgl.: ir guot wîplîch êren huote / hât ir lîp vor wandel wol behuot KLD: UvL 52: 3,5; personif.: eya liebú vroͮwe Huͦte, sitzent nit, stant ze allen ziten bi mir, so belibe ich von úbel vri Mechth 7: 48,74    2.2 häufig in Wendungen i.S.v. ‘(vor etw./ jmdm.) auf der Hut sein, sich (vor etw./ jmdm.) in Acht nehmen’ da under [unter seinen Männern] hette her einin riesin vreisam / des moste man groze hote han Roth 759; was ir geschadin mochte, da hatte si ir hude fore Parad 78,30; HagenChr (G) 910. 1890. sijt in hoeden / bys wir dese dinck vergoiden HagenChr (G) 4381. 4361; si musin stêin in grozir hude oder si vallin schire wider in den toit Parad 119,25; sulcher dinge sit in hute HeslApk 4000; der mensch meht in als grozzer hute sin selbes sin, daz er vier oder zehen tag an tæglich svnde wære PrBerthKl 3,55; Tauler 399,15. alle die wisen und leben die man haben mag, die múgen alle wúrmstichig werden, der mensch enstande denne uf siner huͦte Tauler 185,18. 374,9. 208,31 u.ö. der mensche sol sich ze allen ziten in huten haben vor itelen geberden und vor unnutzen worten HlReg 53,23. doch hielt er volle hute [nahm er sich besonders in Acht] , / daz icht die sunde queme / und im mit roube neme / sines herzen reinekeit Pass III 241,84. – ‘auf etw. achten, in Bezug auf etw. Acht haben’ er sol siner worte hvͦt hawen vnd lvzel reden SpitEich 41,6; Tristan [...] hæte sîne huote / an rede und an gelâze / in bezzerre mâze, / danner ê mâles tæte Tr 13630; dar umbe hielt er sinen mund in soͤlicher huͦte, daz er inrend xxx jaren sin swigen ob tisch nie gebrach Seuse 38,2; Tauler 159,4; Erz III 36,72; das súbent [siebte Gebot] : nieman stil sin guͦt, / des hab din hertz in gantzer huͦt! KvHelmsd 640    3 ‘Ort des (sich) hüetens    3.1 ‘Wachort, Warte’ (nicht klar zu trennen von 1.2.3 ): eins morgens dô der tac ûf gie / und daz der wahtær verlie / die huote an der zinne Wig 3707    3.2 ‘Hutbezirk’ (des Försters): in swelhes forsters huͦte der walt prinnet, so sol derselbe vorster den leuten zuͦruͤffen und zuͦbringen, den walt ze leschenne NüP 174    3.3 ‘Viehweide, Weideplatz’ (vgl. mnd. hôde Schiller/  Lübben 2,277): manic kaufman, / daz ich ir niht gezelen kan, / die in kvrtzen iaren / zv gereche kvmen waren, / beide an dem gute, / an felde vnde an hute Herb 1874. – übertr.: wir suln uns sament vrowen [freuen] / in den himelischen owen / und in den hosten [höchsten] huten HeslApk 7353    3.4 ‘Unterschlupf, Versteck’ durch dise not weich hin beneben / Silvester, der vil gute, / zu heimelicher hute. / diz was in eines berges hol, / da er bliben mochte wol / mit sumelicher pfafheit Pass III 65,34    3.5 ‘Hinterhalt, Lauer’ Nemrot von Romania / funff tausent ritter wolgemait / in ain hute het gelait HvNstAp 7860; si leiten sich dô in ein huot / für ein grôz stat guot EnikWchr 11563; die helde wolgemuot / randen ûz der huot / die vînde vîntlichen an Ottok 4292 u.ö.; Herb 13580; PrBerth 1:211,27 u.ö. – jmdm. ~ lëgen ‘jmdm. auflauern, eine Falle stellen’ ich muoz ir legen huote, / sô si in den boumgarten gêt, / und als si dar inne stêt, / sô muoz ich sie behuoren [vergewaltigen] EnikWchr 18706; Saul Davidi legte hute HistAE 2031; bildl.: die wîle dir sô manege huote / daz fleisch und diu werlt leit LvRegSyon 847    3.6 übertr. ‘Einflussbereich’ der luft ist daz næhst element nâch dem feur wann dâ des feurs huot ain end hât, dâ hebt sich des luftes huot an BdN 74,1. 68,29

MWB 2 1808,57; Bearbeiter: Hansen

huoteboum (?) stM. oder hütteboum (?). Bed. unklar (vgl. DRW 6,139 und 6,165): daz eine [Stück Rebland] ist ein zweiteil, lit in Niderenburcheim [...]. daz andere ist ein halb akker bime hutteboͮme UrkCorp N357,13

MWB 2 1812,1; Bearbeiter: Hansen

huotelôn stMN. Lohn für Bewachung: von ieden wagen, der getrayde herfuret des freytages czu nacht, ieder wagen 1 r [...] czu hutlone DRW 6,155 (Siegl,Eger; a. 1350)

MWB 2 1812,6; Bearbeiter: Hansen

huotelôs Adj. ‘ohne Aufsicht, Bewachung’ (von Nutztieren): dô vant er [der Löwe] ûf der heide / einen ochsen, der was grôz, / der gieng allein und huotelôs Boner 78,6. – im Vergleich: dar umbe gienge wir irre sam die hirtelôsen [La. huͦtloseu ] schâf, unz an die zît daz uns got erlôste mit sîner marter SpdtL 81,2

MWB 2 1812,10; Bearbeiter: Hansen

huote|strëbe (?) F. wohl eine Art Gefängnis (oder als Syntagma i.S.v. ‘in strenger Bewachung’ zu lesen (vgl. Anm.z.St.)): die gewunnen [Besiegten] / und die gisel, die da bevor / uf der hohe waren enpor / behalden in hute streben, / die hiez er im wider geben Macc 4549

MWB 2 1812,17; Bearbeiter: Luxner

huotgadem stN. hier -gaden. Aufbewahrungsort für Kleidung: gewant daz in der padstuben wiert verlorn, daz gilt der hueter nicht: wiert iz aber in den huetgaden verlorn und wiert der hueter slechtichleich darum angesprochen, er laugent und wiert mit seinem aide ledick StRBrünn 394

MWB 2 1812,23; Bearbeiter: Luxner

huothabere swM. Hafer als Abgabe für Schutz oder Bewachung: cum jure aduocaticio earumdem curiarum ac jure quod wlgariter huothaber nuncupatur UrkAugsbBt 1,324 (a. 1306); avene dicte huthaber ii modios UrbBayJ 191

MWB 2 1812,29; Bearbeiter: Luxner

huoticlich Adj. ‘hütend’ daz selbe golt [einen Ring] / du fürste mit dir füeren solt / und ez tragen alle wege / in dîner huoteclîchen pflege [in deiner Obhut] Reinfr 15062

MWB 2 1812,34; Bearbeiter: Hansen

huotliute stM. (Pl.) huotman

MWB 2 1812,38;

huotman stM. Pl. -man und -liute; auch huote-. ‘Wächter, Wache’ (vgl. huote ): Jesus, wart in daz grab geleit, / [...] / und mit hutluten bewart Pass I/II (HSW) 8267; dâ mite was der künic hie / und hiez zünden ob in vil / schœner kerzen âne zil / und satzte dâ bî huotman HvFreibKr 601. 603; HistAE 5131; des kerkeres hutman / liez er zuhant ertoten Pass III 296,44; daz ist eyn cleynes warterehus, / dorinne der hutman done [soll sich aufhalten] / und da also lange wone / untz daz di vrucht wert ab gelesn Hiob 10483. 2593; Vät 6493. – ‘Beschützer’ ir keiner in dem vorste / nie entslâfen torste, / der niht huotmannes het UvEtzAlex 25829. – ‘Küster’ dô rief ein bilde lûter stimme: / ‘ stant ûf, du træger glockenære / unt ringe dem menschen sîne swære, / der ûzen ûf der swelle liget, / ê im die kelte angesiget / unde dâ ersterbe tôt. / lâz in hin în, es ist im nôt.’ / daz wunderte sêre den huoteman, / die tür er ûf sliezen began AlexiusB 215. – ‘Bergwerksvorsteher’ wanne sie [die Zinspflichtigen] schullen iren amptleuten, obristen steigern, obristen hutleuten, [...] von der urbor und von irem gut lonen UrkSchles 20,23 (Mitte 14. Jh.)

MWB 2 1812,39; Bearbeiter: Luxner

huotmatte swF. Wiese, auf der Vieh gehütet wird (oder Flurname?): an der huͦtmatten nebint den von Vndirlindin vier ruͦtin [ein Flächenmaß] matten UrkCorp (WMU) 2941,7

MWB 2 1812,63; Bearbeiter: Luxner

huotnisse, -nissede stF. auch -nust. ‘Obhut, Gewahrsam, Schutz’ ‘jhehet ir dann’, sprach Claudas, ‘das ir des koniges Bohorts kinde nit habent in uwer huͦtniß?’ Lanc 24,22; der drit und der ussrest [Kreis des geistlichen Klosters] waz dú porte, und hie bedorft er [ der anvahende mensche ] guͦter huͦtnust Seuse 103,10

MWB 2 1813,3; Bearbeiter: Luxner

huotphenninc stM. Abgabe für die Bewachung von etw. (vgl. DRW 6,159): hutpfenninge xix UrbBayJ 192

MWB 2 1813,10; Bearbeiter: Luxner

huotrëht (?) stN. bergm. wohl eine Bergwerksschicht zugunsten des Grundherren (vgl. DRW 6,159f. und → huotschiht): garrenreht [l. karren- ] et spizreht et hutreht, et de stiura et de omni iure montano, id est perchreht UrkSteierm 2,131 (a. 1207)

MWB 2 1813,13; Bearbeiter: Luxner