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ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
      hurtieren swV.
      hurtlich Adj.
      hurwe stN.
      hürwîn Adj.
      hurz (?) Subst.
      hûs stN.
      hûsære stM.
      hûsarme swM.
      hûsbâht stN.
      hûsbarc stM.
      hûsbësem stM.
      hûsboum stM.
      hûsbrôt stN.
      hûsbruch stM.
      hûsdierne stswF.
      hûsdinc stN.
      hûsdürftic Adj.
      hûse swM.
      husegome (?) swM.
      hûsen swV.
      hûsenære stM.
      hûsen|blâter stswF.
      hûsen|wambe stF.
      hûserære stM.
      hûs|êre stF.
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hurtieren - hûs|êre    


hurtieren swV. auch herdêren ( Crane 1559 ) und huordieren ( Helbl 1,865 ). ‘losrennen, (heran-)stürmen’ (vgl. 2hurt ): si kômen gehurtieret, / mit snellem poynder dar getriben. / ob diu sper ganz beliben? Wh 24,16; Gayol an sînem môte / her hertlîch geherdêret quam Crane 1559; men sach hîr inde dort / hurtêren manegen werden man ebd. 2197; HvNstAp 17664. – subst.: dô vant er undirwegn / ûf einem plâne rittir vil / ûbinde dâ rittirspil / mit juste, mit hurdîren, / mit schuste [l. tjoste ] , mit turnîren NvJer 10381; sich huop dâ von den gesten / hurtieren unde stôzen KvWTroj 25829; also ging daz spil ubir eyn. / hurdiren unde stechen, / sper under enander brechen, / dez wart vil vor en getan LaurinA (L) 970; Helbl 1,865; Crane 3025

MWB 2 1818,51; Bearbeiter: Luxner

hurtlich Adj. hurtelich

MWB 2 1819,3;

hurwe stN. hor

MWB 2 1819,4;

hürwîn Adj. ‘schmutzig, dreckig’ (vgl. horwic ): siv [Maria] sach in [Christus] er blechen [l. erbleichen ] vnder den hvrwinen handen PrWack 8,64; swelches menschen ist daz leben, / daz neur die engel angehort, / und der keusch hohen hort / treget in dem hurbinen vaz MvHeilGr 1991. 1567. 1836; HvNstGZ 2360; HvNördlBrf 28,17. als der errein [l. êrîn ] hafen, der ist in im selber hoͤribein, aber in dem gvldinen spiegel ist er gvldin DvAPatern 403

MWB 2 1819,5; Bearbeiter: Luxner

hurz (?) Subst. wohl ‘(An-)Stoß’ (evtl. zu hurt , vgl. Anm. und Gl. z. St.): grazz, kraüt und auch würcz / gebent kainer freude hürcz / zu der mynne weyß: / ez bedarf ander speizz, / die den gelidern kunden geben / natürlich hicz, die kan geben / lüst zu der mynn GrAlex 4388

MWB 2 1819,15; Bearbeiter: Luxner

hûs stN. Pl. hûs und hiuser. ‘Haus’ Neben dem Wohngebäude bzw. der Wohnstätte bezeichnet hûs auch den gesamten in ihm lebenden bzw. zu ihm gehörigen Personenverband; ebenso die einem hûs zu-/untergeordneten wirtschaftlichen und/  oder gesellschaftlichen Einflussbereiche (z. B. Hof- und Wirtschaftsgebäude, aber auch die Haushaltsführung und -verwaltung). Zur Sache vgl. LexMA 4,1960ff.; H. K. Schulze: Grundstrukturen der Verfassung im Mittelalter. Bd. 2. Stuttgart, ³2000. S. 51ff.; P. Blickle: Das Alte Europa. München, 2008. S. 19ff. 1 ‘(befestigte) Behausung, Unterkunft, Zuhause’
1.1 allg.
1.1.1 eigentl. (mit großer Variation in Art und Qualität)
1.1.2 bildl.
1.2 spez.
1.2.1 ‘Kirche, Münster, Tempel’
1.2.2 für ein Hospital
1.2.3 für ein Bordell
1.2.4 für eine Burg, die anderen zur kriegerischen Benutzung offen steht (vgl. DRW 5,371)
1.2.5 als Sitz eines Rates o. ä.
1.3 in Wendungen
2 bezogen auf die Haushaltung bzw. Hauswirtschaft
3 bezogen auf die (gesamte) Hausgemeinschaft ‘Familie, Geschlecht; Hausgesinde’
4 ‘Haus’ in der Astrologie (best. Abschnitt im Zodiak)
   1 ‘(befestigte) Behausung, Unterkunft, Zuhause’    1.1 allg.    1.1.1 eigentl. (mit großer Variation in Art und Qualität): domus : hvs SummHeinr 1:93,819. 2:82,96; dâ heime in mîn selbes hûs, / dâ wirt gefreut vil selten mûs Parz 185,1; hi sal vride habe ein iclich man in simi huͦs Mühlh 104,17; diu frawe schol ain vergiftigz kraut legen umb ir haus und umb ir wonung, daz all aufmacherinne und pœs werberinne oder werber vliehent BdN 226,11; Will 9,4; Eckh 5: 296,6; Volmar 431. – für eine Unterkunft, Klause o. ä.: und wist si der selbe stern hintz dem haus da daz chint inne waz und sein hilig muter, sant Maria PrOberalt 30,36; des nachtes kam er zu eins einsiedeln huse da geistlich lút inne wonten Lanc 348,19; Spec 32,25. – für eine Burg, Residenz, ein Schloss: ze Karidôl vor sînem [Artus’] hûs Wig 2082; unde gibet mir der künic Balac sîn hûs volles goldes, ich mac niht gewandeln unsers herren wort BuchdKg 34,10; [sie] waren zu des ritters huß komen Lanc 563,6; Iw 32; PrMd (J) 351,2. slavenîen ~ wohl für eine Kleiderkammer (s. Nellmann, Parz. zu 449,7): du hâst hie stênde nâhen bî / gezelt und slavenîen hûs Parz 449,7. – für die (natürliche) Behausung von Tieren: daz hûs der fulice [ein Vogel] daz pildet der glǒbige [der Gläubige (in der Allegorese)] JPhys 22,5; es ist aines snecken hauß HvNstAp 10101; vgl. auch: ein hus worhte er balde uon eineme loche in deme walde ReinFu S1,637. – für einen (Vogel-)Käfig: in einem hûse von golde / was er [ ein sitich ] beworht Wig 2519; Crane 3222. – als Bestandteil von Personennamen: her Gotschalch von dem hause UrkCorp (WMU) 1637,4 u. ö.    1.1.2 bildl.: gotis gesiht ist der guͦten selen huz Lucid 132,11; so hab wir unser hertz, daz unsers herren haus scholt sein PrOberalt 147,3; das haus ist diu heilige christenhait, in dem huͦs wont vnser herre Konr 21,19; da inne han ich ein hus, das heisset pinenvol, das ist das hus, da min sele inne gevangen lit, min lichame Mechth 7: 48,5; duͦ din geist vol reinicheide / hus wart der heilger driveldicheide MarlbRh 87,14; Frl 2:19,6; Spec 24,16; Eckh 5: 52,9. – selten ein Reich oder Land bezeichnend: duͦ Cîrus unti Dârîus / gewunnin chaldêischi hûs Anno 13,8; Câto unti Pompêius / rûmiti rômischi hûs ebd. 25,16    1.2 spez.    1.2.1 ‘Kirche, Münster, Tempel’ sus kômen zuo dem münster die meide wol getân. / ir warten vor dem hûse alle Sîfrides man NibB 833,4; her gebot, daz man der abgote hûs lieze stan TrSilv 379; LobSal 45; Rol 4011. – Ordenshaus, geistl. Einrichtung: dit dinc [...] ist gemachit zu Wecflar [d.i. Wetzlar] in der Minnerbruder hus UrkFriedb 43 (a. 1290); daz diz stede unde feste blibe, so besigeln wir di Duͦzen herren disen brif mit des huses ingesigil zu Winheim StRWeinheim 386; Sifrid der gardian vnd die samenunge der minren bruͦder dez huses zvͦ Strasburg UrkCorp (WMU) N327A,20 u.ö. daʒ diutsche ~ ‘der Deutsche Orden’ (vgl. 2diutisch 3.2) diz ist die regele der brûdere von deme thûschen hûse sente Marîen dienestlûte StatDtOrd 27,2 u.ö.    1.2.2 für ein Hospital: vnd nach vnser baider tot sol si [die Hofstatt] avch ledich sein dem vorgenanten havse ze dem Heiligen gaist vnde den dverftigen UrkCorp (WMU) N561,12; her Sibot der Stoltzhirz, der do der sichen hovses phleger was ebd. 2276,4; die bruͦder phleger des hvses der guͦten lûte [Gutleuthaus] der siechen bi Friburg an dem velde ebd. 1648,13    1.2.3 für ein Bordell: ein ieglich froͤwelin, die in offen huͥsern sitzent StBZürich 17 (a. 1319); die rede wil ich lengen / und wil dich lazen brengen / gevangen rechte als eine mus / in daz unreine hus Pass III 28,76    1.2.4 für eine Burg, die anderen zur kriegerischen Benutzung offen steht (vgl. DRW 5,371): daz wir die vorgenanten burg des Ringrevenstein dem [...] hern Mathias erzebisschoffe zu Menze [...] machen [...] zu eime leidigen uffeneme huse UrkWorms 2:158,37 (a. 1328); UrkWürzb 40,189 (a. 1338)    1.2.5 als Sitz eines Rates o. ä.: derselb unser rat sol och von sin selbes hus, da er selb wil ze herberg inne sein, daz doch ungelthaft sol sein, niht stiwren StRMünch 41,20. der burgære ~ : haben wir fuͤr vns vnd fuͤr die gemaine der stat gesetzzet ze phande der burger hovs, daz daz dinckhovs heizzet UrkCorp (WMU) 2445,17    1.3 in Wendungen: – die Paarformel hûs unde hof u.ä. ‘Haus und Hof’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 231): so lat ir wîb unde kint, eigen unde lêhen, hûs unde hof, desne uolget iv niht, wan ob ir iht goͮtes da mite habet getan Spec 95,10; si enhant weder hus noch hof, silber noch golt niergen behalten Mechth 4: 27,21; ouch hette da hof vnde hus / der kvnic Pistropleus Herb 4073. 15394; WüP 97,14. ~ von siben vüeʒen verhüllend für ein Grab: swer siech und arm ze Akers [d.i. die Stadt Akkon] vert, / dem wirt vil lîhte dâ beschert / ein hûs von siben füezen Freid 163,15; vgl. auch: din hus ist nider und krang / und niht wann sieben fuͤße lang HvNstVis 45. ~ nëmen ‘Wohnung nehmen, sich niederlassen’ man mag an keinem ende / in der werlte ietzunt komen / die Bosheit habe hus gnomen HvNstGZ 1192. ~ rouchen ‘einen eigenen Haushalt haben’ (vgl. hûsrouche ): die, die yne dieser frieheit sint vnd wonnen sollent, die haiss [Häuser] rauchent oder werdent rauchen, sollent gelden vns vnd allen grauen von Sarbrucken alle jare IIII s. d. WeistGr 2,2 (a. 1321). mit ~ sîn/  sitzen/  gesëʒʒen sîn in etw. ‘wohnen, leben, ansässig sein’ dâ der künic inne was / mit hûse bî den jâren KvWEngelh 641. 5679; des landes grœstiu houbetstat / in Jôsaphâtes teile lac, / diu gar des rîches veste phlac, / dar inne er wesen wolte / mit hûse, als er solte RvEBarl 13466; ez saz ein rîcher burgær(e), / milt^$’, biderb^$’ und gewær(e), / in einer stat mit hûs(e) HDecke II (H) 3; si suͦln auch nieman zv dem rat nemen, er sei denne in der stat gesezzen mit hause vnd mit hove vnd mit wibe UrkCorp (WMU) 2345,21 u. ö. – etw./jmdn. Gefährliches, Schlechtes ze ~ laden: ich hân laster unde schaden, / want ich hân den übeln tiuvel heim ze hûse geladen NibB 649,2; die frosche tuont in selben schaden, / wellent sie den storch zu hûse laden Freid 141,20. 141,12; MF: Sperv 1:16,1 App. – im Sprichwort (vgl. TPMA 5,445 und 450): swer ûzen ist wirt, dâ heime gast, / dem ist sîn hûs ein swêrer last Renner 5556; man siht vil selten rîchez hûs / âne diep und âne mûs Freid 141,15    2 bezogen auf die Haushaltung bzw. Hauswirtschaft: swer daz hûs wol haben wil, / der muoz driu dinc ze stiure hân, / guot, milte, zuht Winsb 49,1. 50,1; daz er nâch gotes êren / sîn hûs gehalten kunde, / alsô daz er begunde / enpfâhen gerne geste KvWSilv 135; ich wære wol enbrosten / der werlt an andern dingen, / möht ich dem hûse geringen [meinen häuslichen Pflichten gerecht werden] Iw 2844; er sül dem hûse leben [sich der Hauswirtschaft widmen] ebd. 2812 u. ö.; Parz 350,18; KLD:UvL 35: 2,3    3 bezogen auf die (gesamte) Hausgemeinschaft ‘Familie, Geschlecht; Hausgesinde’ mit deme huse sint bemeinet die in deme hus sint. die gehorent unde treffent zeeinem hiwiske. ze einem chunne. zeeinem geslahte. daz in ein geziuhet PsWindb 113,17(Randgl.); er wirt frid ewiges nîdes / unt wirt rihsent ewichlich / in Jacobs hous GvJudenb 302    4 ‘Haus’ in der Astrologie (best. Abschnitt im Zodiak): wenne die [Jupiter und Saturn] in iren aigen häusern sint und wenn si gesament sint BdN 108,1; nu ist der wasserman / ein zeichen und Saturni hus das gröste, / in dem er hat sin wirde Mügeln 194,9 u. ö.

MWB 2 1819,21; Bearbeiter: Luxner

hûsære stM. ‘Hausbesitzer’ oder ‘Hausverwalter’, als Bestandteil von Personennamen (vgl. hûsenære , hûserære ): Hainrich der hausær UrkCorp (WMU) 2893,7; Johans des Husers sun ebd. 916,17. 866,13

MWB 2 1821,56; Bearbeiter: Luxner

hûsarme swM. ‘Hausarmer’, ein sog. "verschämter Armer" mit eigenem Haushalt, der nicht öffentlich bettelt und oft von einer anderen Familie unterstützt wird (zur Sache vgl. F. Irsigler/ A. Lassotta: Bettler und Gaukler, Dirnen und Henker. München, 1996. S. 24ff. sowie B. Scheller: Memoria in der Zeitenwende. Berlin, 2004. S. 134ff.; anders u.a. Lexer 1,1400): la dïr dy haus ar̈men / durch got allczeit erpar̈men! Hawich 4782; daz ist ein ubel willic mut / daz sie [die Reichen] nicht enteiln ir gut / durch lon des aller besten / noch durch ere den gesten, / wegevertigen noch husarmen HeslApk 6819 u. ö.; Renner 3504; pro allecibus et pane datis husarmen et pauperibus 13 m. in jejunio StRechAachen 104,23; UrkMeissen 1,254 (a. 1298); UrkRegensb 291 (a. 1327). 528 (a. 1341)

MWB 2 1821,61; Bearbeiter: Luxner

hûsbâht stN. ‘Abfall, Unrat eines Hauses’ ez sol nieman bî tage noch bî naht keinen harn noch hûspaht noch unsûber gespüele [...], her füeren in die stat, noch in die strâze niht werfen noch tragen StRMeran 424

MWB 2 1822,14; Bearbeiter: Luxner

hûsbarc stM. ‘männl. Hausschwein, Eber’ (vgl. 2barc ): verres: husbarg VocOpt 45.145

MWB 2 1822,19; Bearbeiter: Luxner

hûsbësem stM. ‘Besen’ daz ein wib ein chalb rit, daz wæren wunderliche sit, / ode rit vf einer dehsen [Spinnrocken] , ode vf einem hvspesem / nach salze ze Halle fure Aberglaube 15

MWB 2 1822,21; Bearbeiter: Luxner

hûsboum stM. etymologisierende Lehnübertragung für lat. larix ‘Lärche’ (vgl. Marzell 2,1179): laurex mag ain hauspaum haizen, wan lar haizt ain haus in ainer bedäutung, dannen kümt daz wort laurex, sam Isidorus spricht BdN 328,12. 328,11

MWB 2 1822,25; Bearbeiter: Luxner

hûsbrôt stN. wohl im häuslichen Backofen gebackenes Brot (hier als Naturalabgabe; vgl. hovebrôt ): sol der vorg. h. von R. denen, die so ufhabend die eichli oder büchli, (ie für vier) ein husbrot geben WeistGr 5,373 (a. 1344)

MWB 2 1822,30; Bearbeiter: Luxner

hûsbruch stM. ‘Hausfriedensbruch’ ovch wellen wir, swer freuellich oder mit gewaffent hant ainem laufet in sein haus, daz derselb haymsuch und hauspruch hab getan RbrfKlag 221; vmbe toedschlach, vmb hauspruch, vmb noetzoeg vnd umbe strazraub DRW 5,386 (SteirLArch.; a. 1311)

MWB 2 1822,35; Bearbeiter: Luxner

hûsdierne stswF. ‘Dienst-, Hausmagd’ di hûsdîrne schrei in [Petrus] an: / ‘dû der jungern einer bist’ JvFrst 4844

MWB 2 1822,41; Bearbeiter: Luxner

hûsdinc stN. was zum Haushalt gehört ‘Hausrat’ (vgl. hûsgeræte ): sô man in î [l. ie ] dî spîse / mit andirme hûsdinge / solde vom Elbinge / zûvûrn ûf der Sirgûne NvJer 13991

MWB 2 1822,44; Bearbeiter: Luxner

hûsdürftic Adj. hier subst. wohl einen sog. "verschämten Armen" bezeichnend, der nicht öffentlich bettelt und einen eigenen Haushalt führt; oft von einer anderen Familie unterstützt (vgl. hûsarme mit Lit.): den andern wek sol man den chinden sniden oder den husduͤrftigen [ pauperibus ] UrkGeisf 430 (13. Jh.)

MWB 2 1822,48; Bearbeiter: Luxner

hûse swM. eine Fischart ‘Hausen’, aber auch zur Beschreibung weiterer Arten (vgl. ahd. hûso AWB 4,1427f.): esox: huse Gl 3:456,1 (BStK926); rumbus: huse ebd. 3:675,55 (BStK287); ipocus: huso SummHeinr 1:156,591. 2:63,175; echinus, escarus genus piscis id est huso ebd. 2:289,01.9; esox haizt ain haus. der visch gêt in der Tuonaw BdN 252,10 u. ö.; schouwet wie der hûse an der Tuonouwe grunde / lebt des trôres süeze gar KLD: UvL 55: 7,1; manic gebûr wirt schimelgrâ, / der selten hât gezzen mensier blâ, / vîgen, hûsen, mandelkern: / rüeben kumpost âz er gern Renner 9815; Freudenl 77; StRAugsb 40,21 u. ö.; Rennew 11010

MWB 2 1822,55; Bearbeiter: Luxner

husegome (?) swM. auch hisigome; auch stM. ( PsWindb 101,7 ). als Übers. von lat. pelicanus ‘Pelikan’ (vgl. sisegome ; zur Sache und den Varianten vgl. Suolahti, Vogelnamen, S. 388f.): pellicanus: sisegomo, hisigomo, hisigoͮm, hvsegomo SummHeinr 2:410,266. 1:161,691; glih getan worden bin ih deme husegoume dere einnode [ similis factus sum pellicano solitudinis! ] PsWindb 101,7

MWB 2 1823,4; Bearbeiter: Luxner

hûsen swV. 1 intr.
1.1 ‘sich (häuslich) niederlassen; wohnen’
1.2 mit Dat. ‘jmdm. eine Wohnung, Unterkunft schaffen, bauen’
1.3 ‘einen bestimmten Lebenswandel führen’ (subst.)
2 tr.
2.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. unterbringen, beherbergen, jmdm. ein Zuhause geben’
2.2 mit Akk.d.S.
2.2.1 ‘ etw. bewohnen, besetzen’
2.2.2 ‘etw. zusammenbringen, sammeln’
2.2.3 ‘etw. beherbergen’
   1 intr.    1.1 ‘sich (häuslich) niederlassen; wohnen’ do hûsete Israhel fúr war / in sinim lande in Ramassen RvEWchr 8243; ich huse in [ihnen] aber naher baz StrKD 5,312; sîn sælde zieret wol diu lant / dâ er gehûset inne hât RvEGer 605; wil er [ got ] die himel haben gar, / sô wær sîn hêrschaft gar ze wît und mîn gewalt gar zenge. / mezz er mir baz ze hûsen dar / ald unser eltiu friuntschaft kan geweren niht die lenge [vgl. Anm.z.St.] KLD: Schulm 3:1,7; RvEBarl 7761; Wig 192. – Part.Präs. swa si waren husende, / da lagin vier hundirt man bi in RvEWchr 13139. 13067. – von Dingen: si ouch daz es [Böses und Schlechtes] zwentzig jor do gehuset habe Tauler 419,25. – übertr.: swâ abe gehûset der haz, / dâ wirt diu minne laz Iw 7039; unbarmekeit und gît / gehûset in sîn herze heten Ottok 42093; diu minne in ir beider brust / het gehûset Loheng 955; der dâ in gote wonet, der hât wol gehûset und ist ein erbe gotes Eckh 1:167,11; Rennew 16591; WälGa 5284. gehûset sîn ‘ansässig, wohnhaft sein’ daz ir so verre gehuset sint / von mir, daz hilft iuch fuͤr war WhvÖst 9074; ein einsidel reine / gehuset was alleine / verre in eime walde Vät 17866. 22408; RvEBarl 15297. – mit direktionaler präp. Erg. oder Pron.-Adv. ‘sich niederlassen, (ein-)ziehen’ ez hêt diu grôze armuot / zuo im gehûset in den glêt [Hütte] Wig 5692; dâ [in einer Einöde] hâte ein alter armer man / gehûset hin durch sîn gemach RvEBarl 5801; si wonten unde lâgen / ûf bergen und in klûsen / und wolten gerne hûsen / ze walde ûf wilden riuten KvWTroj 890; HvNstAp 19140; StrKD 5,303    1.2 mit Dat. ‘jmdm. eine Wohnung, Unterkunft schaffen, bauen’ den kiuschen ist gehûset hie: / die gote wol behageten ie / durch ir kiusche reine site, / den wil got hie lônen mite, / biz daz er in ân endes zît / ein endelôsez rîche gît RvEBarl 12429; si [Bienen] habent auch die art, daz si des êrsten dem volk hausent, und dar nâch den künigen BdN 290,20. – mit refl. Dat.: ein man der hat gehûsit im / einsit in monte Effraim RvEWchr 21228    1.3 ‘einen bestimmten Lebenswandel führen’ (subst.): tiuvelliches husen / pflag der selb verwazzen [l. verwâʒen ] WhvÖst 11928    2 tr.    2.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. unterbringen, beherbergen, jmdm. ein Zuhause geben’ swer huset gast in sinem lant Frl 5:78,13; ê er sîne geste / gesedelt und gehûset Ottok 52431; swer stupffelbere [Trauben] oder stupfelwiͤn kauffet oder stupfeler [Traubenleser] heltet oder hauset WüP 106g,3. 62,4; KLD:UvL 41: 1,5; UvEtzWh 5301. – subst. Part.: hat ein man ein hus da er selbe inne ist unde hat auch gehuside bi im da inne, ir si lutzel oder vil StRAugsb 120,6. – jmdn. (von der Obrigkeit verfolgten) hûsen oder/  unde hoven u. ä. ‘jmdm. Asyl gewähren, jmdn. beherbergen’ (vgl. hoven ): swelh burger den aehter huset oder hofet mit wizzen StRAugsb 103,1 u. ö.; swer diebe oder morder hvset oder hovet SchwSp 84b; swer sie [im Bann befindliche Menschen] hûset oder hovet oder schirmet, der wirt in der selben schulde begriffen PrBerth 1:130,22; SpdtL 225,1; UrkCorp (WMU) 879H,20 u. ö. – in Wendungen mit semantisch ähnl. Verben: zweient si [die Burgleute] och mit iemanne, wir sulen sie husen inde halden UrkCorp (WMU) 59,25; daz dy von Mulhusen dy morder unde dy rober gehuset und geheimet haben UrkMühlh 417 (a. 1334). – subst.: vnd were ieman, der also krank an gvͦte were, [...], swer deme hvlfe oder riete mit libe oder mit gvͦte, mit hvsonne oder hovondo, [...], der sol aber deme geshadegotten die vorgenandvn bvͦze geben UrkCorp (WMU) N613,10    2.2 mit Akk.d.S.    2.2.1 ‘ etw. bewohnen, besetzen’ behuͤt uns vor des tiuvels rat, / der manige sel gehuset hat WhvÖst 10470    2.2.2 ‘etw. zusammenbringen, sammeln’ der selb burgær / der ditz und manic guͦt mær / hat gehuset: er ist genant / Diepreht der werde WhvÖst 13277; ir sollent beiten biß ir uwer here zusamen gehusent Lanc 235,31    2.2.3 ‘etw. beherbergen’ ir sinnic herze ir sô verjach / daz sie in armer wæte / vil wirde gehûset hæte UvEtzWh 2406; er hêt wol die mâze / gehûset von der strâze KvFuss 1908

MWB 2 1823,12; Bearbeiter: Luxner

hûsenære stM. ‘Hausbesitzer’ oder ‘Hausverwalter’ (vgl. hûsære , hûserære ): daz si mir erslvgen meinen wirt, den smit, des hvsners knecht, von Trebendorf EgerAchtb 244. – als Bestandteil von Personennamen: Albrecht der Hausner UrkCorp (WMU) 1853,22

MWB 2 1824,31; Bearbeiter: Luxner

hûsen|blâter stswF. Schwimmblase des Hausens; hier wohl der daraus gewonnene Leim: das sibende [Verfahren eine Handfeste zu fälschen] ist das man auch ettwenne ein kleins permit [Pergament] dunne auf di schrift leymet mit einer hausen platern vnd sneydet es dann geleiche als es niwann ein permit sey vnd schreibet dann auf das kleine permeit was im geuellet SchwSp 158b

MWB 2 1824,37; Bearbeiter: Luxner

hûsen|wambe stF. Bauch(-stück) des Hausens: die [Speise] ist von dem Rine komen / und uß eime salmen [ein Fisch] genomen, / mit husenwammen wol durchzogen [Hs. K: wol gezoͤgen zuͤ samen ] Herbst 121. – als Abgabe: partem esocis. que wlgo dicitur ain ganzv husen wamme. [...] ad mensam episcopalem UrkAugsbBt 1,322 (a. 1306)

MWB 2 1824,45; Bearbeiter: Luxner

hûserære stM. ‘Hausbesitzer’ oder ‘Hausverwalter’, als Bestandteil von Personennamen (vgl. hûsære , hûsenære ): Chvnrat der Hvͦserer UrkCorp (WMU) 2727A,12. 2727B,14

MWB 2 1824,52; Bearbeiter: Luxner

hûs|êre stF. durch Gastfreundlichkeit und gute Haushaltsführung begründetes Ansehen und Respekt eines Hauses bzw. Haushalts (in Folge auch des Hausherren): hern Andrên bat er sâ, / daz er mit im ze hûse rit / unde dâ von im lit / hûsêre und gemach Ottok 40100 u. ö.; swer ainen schaden tvt, chumpt der flvhtiger in eins frvmen mannes hvs, der selb frvm man, durch sin hvs ere sol in bergen vnd sol im hin helfen UrkWittelsb 2,51 (a. 1294). 2,227 (a. 1314); husere dri dinc haben wil, als ich bescheide. / genuͦc edeler spise unde guͦten tranc, die zweig die pris ich beide, / unde daz der wirt zuͦjegenwertich si Meissner 1:4,1 u. ö.; Winsb 51,1; KvWLd 19,31; daz gesinde si dienisthaft, willich, wol gezogen, / so heizet ez husere, daz ist war unde ungelogen Meissner 1:4,5; RvZw 121,8; Renner 5488; Teichn 247,57; WernhMl 1421. – ein Vorrecht begründend: ‘gnâde, heidenscher herre’ sprach der werde man, / ‘wiltu mir aber drîe die êrsten würfe lân?’ / ‘nein’, sprach der heiden, ‘hûsêre muoz vor gân’ WolfdD (J) 6:127,3. – ironisch: bi richer tracht ein fuler dunst, / daz heize ich rich husere Frl 10:8,8

MWB 2 1824,56; Bearbeiter: Luxner