hûslôs
Adj.
‘ohne Haus, obdachlos’
sus wart er dicke hus los. / swie manic hus er da verlos, /
so geviel im doch daz leben da / baz danne iender anders swa StrKD
36,13.
–
wan ich suochte dich ê dâ dû lêge hûselôsiu an deme bette
dînes suerdin [Leidens]
TrudHL
35,4
MWB 2 1829,15; Bearbeiter: Luxner
hûslouch
stM.
‘Dach-Hauswurz’, eine Pflanze (vgl.
hûswurz
und Marzell 4,245ff.):
barba iovis semperviva: husloich Gl
3:536,57
(BStK947);
semper viva: husloich ebd.
3:545,25
(BStK947);
nim huslouch vnde stampfe in mit boumole. vnde salbe din
houbit da mite SalArz
29,58;
huslouch hat alle die craft, di der surampf hat
Macer
40,14
MWB 2 1829,21; Bearbeiter: Luxner
hûsman
stM.
1 Oberhaupt eines Haushalts, ‘Hausherr, Familienoberhaupt’ (vgl.
hûshërre
) 2
‘(Haus-)Hüter, Aufseher’
3
‘Hausbewohner’
1
Oberhaupt eines Haushalts, ‘Hausherr, Familienoberhaupt’ (vgl.
hûshërre
):
mit rede an den husman sie quamen [
murmurabant adversus
patrem familias Mt 20,11]
EvStPaul
462;
so tuͦt er rehte also ein guͦt biderbe husman,
der vil edelen guͦten win het bi ime stonde Tauler
53,33;
Elis
4977;
der den schaden da tuͦt, ist er ain husman, der sol ain halbes jar die
stat und den zehenden rumen ungefarlich, ist er ain ledig man, der sol ain gantzes
jar die stat und den zehenden rumen ungefarlich UrkEssl
233
(a. 1319).
233
(a. 1319).
–
‘Bauer’ (vgl. DRW 5,444 f.):
husmanni ibi sunt xx. et unus, qui operantur in houesacha et dabunt xii.
carradas ceruisie UrkEnns
1,519
(zw. 1100 und 1215)
2
‘(Haus-)Hüter, Aufseher’
Syon, din got wirt richen. di stim dinir huysmanne
[
vox speculatorum tuorum
]
Cranc
Jes 52,8;
der turn was harte wol gemacht / unde was vil schône binnen; / oben an den
zinnen / stuͦnt ein sô starker hûsman Kröllwitz
583.
644
3
‘Hausbewohner’
inquilinus: husman VocOpt
13.024
MWB 2 1829,28; Bearbeiter: Luxner
hûsnôʒinne
stF.
→
hûsgenôʒinne
MWB 2 1829,49;
hûsphenninc
stM.
verschiedene Abgaben bezeichnend (vgl. DRW 5,452):
ze Wislat git man 4 schochun [Heuschober] der vür
den höuzehendun von dien alten matten und von den nüwen matten den zehendun
schochun, und gent nüt huspfennig WeistBa
247
(a. 1344)
u. ö.;
curiam in Barghusin de x solidis nobis ab eadem curia annis singulis
solvendis, qui vulgariter dicuntur hussphenninge DRW
5,452
(DRWArch. [GothaStArch].; a. 1257)
MWB 2 1829,50; Bearbeiter: Luxner
hûsrat, -ratte
swMF.
‘Hausratte’
glis haizt ze däutsch ain ratt und ist zwaierlai: ainz ist
ain hausratt, daz ander ain waltratt BdN
140,7
MWB 2 1829,59; Bearbeiter: Luxner
hûsrât
stM.
auch -rôt ( MarcoPolo ).
was zum Haushalt gehört ‘Hausrat’ (vgl.
hûsgeræte
):
ouch sint do vumf elephant unde eyn camel, [...], di
do tragin den husrot und das guldine gevese MarcoPolo
23,5
u. ö.;
so han ich mit der vorgenanden miner erben willen mir selbun behalten vrîheit
vnd macht, ze habenne vnd ze gebenne min husrat vnd min vernde gvͦt
UrkCorp (WMU)
1180,18;
er het volliclichen phliht / mit dem hûsrât
Ottok
18809;
StRPrag
41;
WolfdA
311,4;
Iw
6541.
– übertr.:
ist aber daz ich verbir / dîn gebot, sô wirt mir / ze gewissem lône / diu
himelische crône / und der êwege hûsrât, / der dâ nimmer zergât MargAntioch
IV
525;
Tauler
104,7
MWB 2 1829,62; Bearbeiter: Luxner
hûsrouch
stM.
Rauch, der aus einem Haus(-schornstein) aufsteigt:
der andir ruch dringet uf ouch / als ein vil grozer husrouch
Brun
3232
u. ö.
–
~ haben
‘einen eigenen Haushalt haben’ (vgl.
hûsrouche
):
ein hagestolz, [...] swenne der sich guͥrtet
zwuͥschent zwene berte, der sol frihaber gen, ist er ane hus roͮche;
het er aber hus roͮch, so sol er dar zuͦ tagwan tuͦn und das
huͦn gen UrbTennenb
191
MWB 2 1830,12; Bearbeiter: Luxner
hûsrouche, -röuche
stF.
nur alem., auch -rök(k)e.
selbständiger Haushalt (mit eigener Feuerstätte):
wer [...] mit husrochi hie ist den sol nieman vahen
der hie wonhaft StRDiessenh
22;
daz er [der edle Mann] mit husröki sezhaft in unser
stat sin wolte AbschEidgen
31
(a. 1350);
er sol ouch siczen under demselben herren, under den er zuͥhet, mit
siner huszroͤuchen UrkBasel
4:89,24
(a. 1331);
WeistBa
239
(a. 1344);
WeistGr
4,277
(14. Jh.)
MWB 2 1830,21; Bearbeiter: Luxner
hûsschaffære
stM.
‘Hausverwalter’
dô wir verholne lâgen hie, / der hûsschaffær selbe sibent gie / umbe die burc
her unde dar: / er nam vil vlîziclîchen war, / ob iemen dar wær verholne komen
UvLFrd
345,8
MWB 2 1830,30; Bearbeiter: Luxner
hûssorge
stF.
den Hausstand betreffende Sorge:
ach, nôtig man, kumst dû zer ê, / wan du kûme gewinnen macht
muos unde brôt, / du kumst in nôt: hûssorge tuot so wê! SM: Had
7: 1,7.
7: 4,1
MWB 2 1830,35; Bearbeiter: Luxner
hûsstiege
stF.
‘Haustreppe, -stiege’
Pfylipp der chuͤrsner und Haͤrtel der chuͤrsner,
[...], suln ein haimsuchung hintz Heinr. dem garttner
an dem marcht, daz si ainen hin ein gaiten und sluͦgen in die hausstieg
UrkRegensb
743
(ca. 1325-1350)
MWB 2 1830,39; Bearbeiter: Luxner
hûs|stiure
stF.
Beisteuer zur Begründung eines ehelichen Haushalts (vgl.
heimstiure
; DRW 5,464):
Wernher der vogt ze Baden hat ze pfand in dem dorf ze Baden für 20 marc 20
stuk gelts umbe sin husstür UrbHabsb
2,1:108,2.
2,1:107,8
MWB 2 1830,44; Bearbeiter: Luxner
hûssuoche
stF.
1
‘Hausfriedensbruch’ (vgl.
hûsbruch
) 2
‘Hausdurchsuchung’
1
‘Hausfriedensbruch’ (vgl.
hûsbruch
):
das jemans inwendig dem bann der stat Sletstatt dheinen in sinem eigen oder in
einem frombden huse in ubels wise suchet, das man in dutzschem nennet hussuche
StRSchlettst
42
2
‘Hausdurchsuchung’
liset aber ieman drinne [in den Wäldern] dekeinen
ackeran ân sinen urloup, da sol der buttel und mines herren botte hussouche darnach
dun WeistGr
1,670
(a. 1320)
MWB 2 1830,49; Bearbeiter: Luxner
hûssuochen
swV.
‘Hausfriedensbruch begehen’
ist das ein weib das ander beschuldiget vmb haussuchunge, die da gehaussucht
wirt, mag sie es nicht beweren mit geschrey oder mit gezeug, die ander entgeht
selbzwelffte mit weybernn JusPrut
7,2
MWB 2 1830,58; Bearbeiter: Luxner
hûssuochunge
stF.
1
‘Hausfriedensbruch’
2
‘Hausdurchsuchung’
1
‘Hausfriedensbruch’
ist das ein weib das ander beschuldiget vmb haussuchunge,
[...], mag sie es nicht beweren mit geschrey oder mit
gezeug, die ander entgeht selbzwelffte mit weybernn JusPrut
7,2;
so mac die man, deimin ummi die heimsuchungi [La.
hussuchunge
] scult geibit, woili davuri ste mit siemi rechti uffi dien heiligin
Mühlh
105,25
2
‘Hausdurchsuchung’
der pat den richter, das her haussuchung in eynes purgers haus tet
SchöffIglau
95
MWB 2 1830,63; Bearbeiter: Luxner
hûs|swelle
stswF.
‘Schwelle eines Hauses’
es [Salz] weͥlle danne ain burger, der ain
aigen hus hat, waile han, der sol es waile han, [...], in
sinem hus inrenthalp siner husswelle StRRavensb
92,16
MWB 2 1831,9; Bearbeiter: Luxner
hûstüre
stF.
‘Haustür’
do gie ich von ir [...], vnd tet die stvbe
tv́re vf, vnd gie hin vs, vnd det do die hvs túre vf, vnd gie
oͮch hin vs MerswZM
37,1.
33,2;
sô schickent si [die Hunde] sich
alsô, daz si ain aug kêrent zuo der milten hant irs herren und daz ander zuo irs
herren haustür BdN
125,14;
er ersuochte want und want, / unz er die hûstüre vant
Iw
6284;
Ottok
20488;
UrkRegensb
746
(ca. 1325-1350)
MWB 2 1831,13; Bearbeiter: Luxner
hûsunge
stF.
‘Haus, Behausung; Wohnsitz’
vnd sol ovch Ræimbreht in den vier gemerchen [...] di
fvnf iar ninder sin mit hovsvnge wan ze sand Michelperch UrkCorp
(WMU)
894,42;
UrkDOHess
2:459,10
(a. 1336);
UrkGraub
5:265,33
(a. 1341);
ouch der von Hiunburge / einer hûsung lange gert
Ottok
82913;
ich gewuͤnn sin schaden, / ob ich duͤ warhait
sait und riett, / das ich von der husung schiett Teichn
599,22
MWB 2 1831,22; Bearbeiter: Luxner
hûsvâr
stF.
Gefahr in nächster Umgebung:
husvar ist groz gein vremder not Frl
5:18,19
MWB 2 1831,31; Bearbeiter: Luxner
hûsverwartære
stM.
‘Hausverwalter, -wächter’
edilis: ein husverwarter VocOpt
41.036
MWB 2 1831,33; Bearbeiter: Luxner
hûsvîant
stM.
hier -vîgent.
Feind eines Hauses oder einer Familie:
wâ aber der hûsvîgent ist, / vil kûm wirt man vor dem gevrist
Boner
70,57
MWB 2 1831,35; Bearbeiter: Luxner
hûsvluht
stF.
wohl ‘Vernachlässigung des Hauswesens’ (vgl. FrlWB 166):
der richen zins, der armen trucht, / der ritterschefte sigenucht, / ere unde
zucht, / husrat, husvlucht, / der tugende val, der schanden sucht: / mit vrage wert
ein ieslichz vrucht Frl
5:42,16
MWB 2 1831,38; Bearbeiter: Luxner
hûsvride
stM.
‘Hausfriede’ (Schutz und Sicherheit des Hauses):
vort hain wir gesichirt bit gudin truͦin den husvridin van unsir burg
Renninberg, dat nieman deme anderin sin deil intvirrin sal UrkBerlin
19
(a. 1270)
MWB 2 1831,44; Bearbeiter: Luxner
hûsvrouwe
swF.
‘Ehefrau, Gattin’ oft in ihrer Rolle als Hausherrin (vgl.
hûswirtinne
):
matrona: husfrow VocOpt
4.023.
3.060;
sîn wîp, diu hûsvrowe UvLFrd
279,18
u. ö.;
die dritten die dir bî den füezen sint bezeichent, daz ist dîn gesinde, daz
under dir ist: kint und hûsfrouwen PrBerth
2:129,39
u.ö.;
die ratgeben hant abgenomen die gwonhait, swenn ain man ain
hausfrawen genam daz er die gemahelt sunderlich auff ainen tack
StRAugsb
241,34
u. ö.;
daz des kaisers Nerônis hausfraw sich padet in esels milch
BdN
120,4;
NibB
838,2;
Parz
550,5;
HvBurg
5782;
Pass III
32,37.
–
dô zôch her ûz sîne kleidere und vil uber di mûren in den snê und machte ime
eine hûsvrowen von snê und machte kindere von snê HvFritzlHl
215,5.
–
‘Vorsteherin eines Spitals’
pawet mïr ein spital, / [...] / gehilft
mïr got von der not, / so wil ich uncz an meinen tod / inne hausfraw sein
Hawich
4824.
– übertr.:
din kintheit was ein gesellinne mines heligen geistes; din
jugent was ein brut miner menscheit; din alter ist nu ein husvroͮwe miner
gotheit Mechth
7: 3,19
MWB 2 1831,49; Bearbeiter: Luxner |