hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
herzoginne, herzogin,
herzogîn
stF.
zu den Suffixvarianten s. KSW 3: § S 128.
‘Herzogin (Frau, Witwe, Tochter eines Herzogs)’
di edele herzoginne [Gemahlin Heinrichs des
Löwen] , / aines richen chuͦniges barn [Tochter König
Heinrichs II. von England]
Rol
9024;
ir liezet küneginne namn [als
Königstochter] / und heizt durch mich ein herzogin Parz
134,3;
mîn wîp, die herzogîn ebd.
395,10;
diu alte herzogîn [in Begleitung ihrer
Töchter]
ebd.
352,13;
ir vater der herzoge Jovelîn; / ir muoter diu herzogîn
Tr
18712;
si werdent herzoginne / und landes frouwen ûz erkorn
KvWTroj
22716;
si [...] buten sich / ze füezen der
herzoginne, / daz si in geruocht gewinnen / umb den herzogen hulde Ottok
67241;
her Chvnrat, der hertzoginn chappelan UrkCorp (WMU)
2969AB,12;
maister Ditrich, der hertzoginne schreyber ebd.
2832,22
MWB 2 1475,39; Bearbeiter: Plate
hërzslehtic
Adj.
‘asthmatisch, kurzatmig’ (vgl. FWB 7,1975 s.v.
herzschlächtig):
fühsein flaisch geprant ze pulver und daz gegeben herzslähtigen
läuten in wein ist gar guot BdN
163,29.
– von Pferden:
swelich ros wint reh ist, als ob iz hertzslechtich sei, dem
lazz man zwischen avgen und oren Albrant
1,7
u.ö.;
daz es niht ruͤtzig noch hertzschlêhtig sy
StRAugsb
204,20;
harschlichtig Krone
19855
(vgl. Komm. z. St. und Felder, Krone z.St.);
hertschlechtig StRBrünn
128.
– vgl. →
harteslaht
stF.
MWB 2 1475,57; Bearbeiter: Plate
hërzstëche
swM.
‘das Herzstechen’
si vertreiben im den herzstechen BdN
248,28
MWB 2 1476,3; Bearbeiter: Plate
hërzuo
Adv.
alem. auch harzuo.
– vgl. →
zuohër.
1
‘herzu, herbei, hierher’ , mit Bewegungsverben 1.1 eigentl. 1.2 übertr. 2
‘diesbezüglich; zu diesem Zweck’
3
‘zusätzlich, des Weiteren, darüber hinaus’
4 eine Präp.-Gruppe mit zuo vertretend, ‘zu diesem, dazu’
1
‘herzu, herbei, hierher’, mit Bewegungsverben
1.1
eigentl.:
vil liebe vrawe, get her zuͦ / und kuͤsset minen swager
Rennew
4664;
WolfdB
780,3;
mit dem sper erz [das im Fluß schwimmende
Pferd] kêrte / sô nâhe her zuo an daz lant, / den zoum ergreif
er mit der hant Parz
603,13;
und andere schâf habe ich, di sint nicht ûz disme schâfhûse, und di muͦz
ich her zuͦ leiten [
adducere
]
EvBeh
Io 10,16;
~ rîten
Parz
133,16;
hie mach ich fiur, trag holz her zuo
EnikWchr
3843;
daz kint vrolich her zu trat / uz der glut Pass
I/II (HSW)
17888;
RosengA (LKN)
53,2;
~ varn
UrkCorp (WMU)
N238B,17;
die tür geswinde ziuch her zuo KvWSilv
803
1.2
übertr.:
da gât ein süeze zît harzuo SM:Ta
4: 3,5;
ie baz und ie nâher / gêt herzuo der winder
Ottok
31378;
die naht gât/ sîget/ trîbet/ vliuzet/ ziuhet ~
:
KvWTroj
11727.
10498;
Staufenb
719;
ParzRapp
546,3.
741,46.
–
ich lobe den heiligen Krist, / dêz uns her zuo komen
[zuteil geworden] ist, / daz wir mugen gotes
rîche / gewinnen sô kurzlîche [als Märtyrer]
StrKarl
4712;
als ez har zuo was komen [als es
eingetreten, geschehen war]
UvZLanz
1849;
ê diz her zuo kome Eckh
5: 34,1
2
‘diesbezüglich; zu diesem Zweck’
daz siu im har zuo riete UvZLanz
7216;
her zu gebet mir uwern rat Herb
1909;
etlîche liute hânt mich gevrâget, waz armuot sî
[...]. her zuo wellen wir antwürten Eckh
2:488,2;
her zu sprach Eneas Herb
3849;
UrkCorp (WMU)
246,17.
–
unde wir tuͦn uch und allen den die ir har zuͦ kiesent
[...] die selbe gnade an applaz und an hantvesten
UrkCorp (WMU)
93,18;
nu wil ich gerne hievon sagen also verre mir got genade
herzuͦ git Tauler
119,20;
weliche die bereitunge si die man herzuͦ haben sol ebd.
119,19.
119,38;
her zû [dies zu tun] wêrih ze
gût SAlex
2591.
– mit korrelativem Nebensatz:
nu waz sol der mensche herzuͦ tuͦn daz got in disen
minnenclichen grunt [...] gewúrcken múge?
Tauler
22,12;
ze reyten [veranlassen] / alle die gerechnunge
[Vorbereitung] hertzuͦ, / damit man der hochzeit
thuͦ / ir recht Dietr
613;
sun, nû rât her zuo, / wie ich zuo disen dingen tuo
KvWTroj
46789
3
‘zusätzlich, des Weiteren, darüber hinaus’
har zuͤ habe ich gesworn ênen eit gegen den heligen und han gelobt bi dem
selben eide, dîe selbe sune stete ze haben UrkCorp (WMU)
2558,18;
her zuͤ kuͥnd ich Heinrich von Bernegge und ich Ruͤdeger, sin sun, dc wir
[...]
ebd.
305,33
u.ö.
– jmdm. (etw.)
~ geben:
und ist, daz deu swaig pezzer [mehr wert] ist
danne di cehen march silbers, daz [den Mehrwert] suln
si mir her zu geben UrkCorp (WMU)
2685,40;
muͤg wir denne daz sælbe [mit Rückkauffrist
veräußerte] guͦt niht wider [...]
gechouffen, so sol er uns her zu [zum bereits entrichteten
Kaufpreis] geben, als beder tæil vriunt gesprechent ebd.
1450,27
u.ö.
4
eine Präp.-Gruppe mit zuo vertretend, ‘zu diesem, dazu’
wer mich har zu getrungen hat VirgH
400,4;
also dise menschen zuͦ vil herzuͦ keren
wellent [sich dieser Übung mit Übertreibung zuwenden]
Tauler
423,1;
nim hin den rock [...] / und heiz dir
lihen her zu [darauf] / pfenning Erz III
40,56;
har zuo geriet [dazu schlug aus, dies bewirkte
schließlich] der geiselslac, / der Lanzelete wart geslagen
UvZLanz
5540.
–
~ (ge) hœren:
die hôren her zuo [sollen (mir)
zuhören] : / ich wil aine nôtlîche rede tuon
Kchr
8524
(vgl. →
hœren
1.7.2);
her zu horet [hierbei ist
erforderlich] frunde rat Herb
2794;
sehent dise kilche und dise manigvaltikeit die herzuͦ
gehoͤret, also daz fulment, die muren, die steine Tauler
68,22.
71,22;
UrkCorp (WMU)
1431,14;
mit korrelativem Nebensatz:
nu sich, was gehoͤrt wunders her zuͦ das din arme nature
enthalten [erhalten] werde! Tauler
198,17.
–
~ komen:
kinder, wer her zuͦ komen [d.h. die Unio
mystica erreichen] wil, der muͦs alsus ordenlichen disen weg
und dise strosse gon, so enmag er nút verirren Tauler
147,7.
67,21.
115,8.
175,5;
mit korrelativem Nebensatz:
wie wir herzuͦ kummen súllent das die edel geburt in uns
[...] geschehe ebd.
8,16.
– vergleichend:
man saget von dem sturm der ûf Wolfenwerde gescach
[...] : / sô ne mohter herzô nieth
katen [diesem nicht gleichkommen (gaten
swV.)]
VAlex
1324;
dem aller leidest ie geschach, / des leit
[...] / gelîchet sich unnâch her zuo
KvHeimHinv
185;
der [Sonne, Mond und Sterne]
neheines lieht / triffet her zuo niht Hochz
452
MWB 2 1476,5; Bearbeiter: Bohnert
hërzvrâʒ
stM.
‘Herzfresser’ (Übersetzung der Etymologie Isidor, Etym. 12,7,34: Coredulus
genus volatile, quasi cor edens; Name eines Raubvogels, vgl. →
würgelhôch
):
Coredulus ist als vil gesprochen sam ain herzfrâz, alsô spricht
Isidorus [...] wenn er ainen andern vogel gevæht, sô gert er
allermaist des herzen, und wæn, ez sei ain klain vogel, der haizt auf dem gäw würgelhôch
BdN
179,11
MWB 2 1477,29; Bearbeiter: Plate
hësche, heise
swM. , heisch,
hiesch
stM.
‘Schluchzer, Seufzer; Aufstoßen, Schluckauf’
daz er dâ gewinnen muost des lebens vlust / mit einem valle und mit des tôdes
heschen Loheng
5276;
und wer sin herz ein vlinse, iz mocht gespalten sin von disem heschen
JTit
1031,4;
heizt daz fiuwer leschen, / daz sie ir letzten heschen / niht in dem ruch enphâhen
Helbl
1,751;
zum ersten weinent Juͤden / mit hiesch und mit jamers luͦden, /
daz sie den rihter an sehen HvNstGZ
6483.
–
jst, daz eynem menschen na eme dranke de crampe eder de heysch
besteyt, dat is totlich OvBaierl
68,15;
minzen [...] sterkent den bosen magin
vnde werent deme heisen SalArz
11,46;
gut uor den heisen ebd.
21,58
MWB 2 1477,38; Bearbeiter: Plate
hëschen, hischen,
heischen
swV.
auch hoischen.
PrEngelb
593,16;
‘schluchzen, seufzen, röcheln; aufstoßen, Schluckauf haben’
dô heschete und ranste / der wunde lîp in sîner schôz
Wh
65,2;
ReinFu
K,275;
HvNstAp
2729;
si höischent vnd klagent sich nu niut vnd dar vmbe sint si niut arme mönschen
PrEngelb
593,16;
subst.:
ir weinenlîchez hischen / sich mit rede begunde mischen
Wh
252,27;
tôtlicher züge hischen / kan sich ze mangen stunden / zu mînem herzen mischen
Hadam (Sch)
484,1;
ain wain und ain schrein, / ain heschen und ain ruffen
HvNstAp
2461.
heschen, säwften und wainen Märt
4326.
4564.
4116.
–
etswenne in doch in slâfe vrôs, / daz er heschte unde nôs
Parz
581,4;
heyschet eyn mensche vnde wert ez darna nysen
OvBaierl
68,26;
ob der man sich wischet oder snæutzet oder auz speit oder hesschet oder
huͦstet oder nieset SpdtL (E)
Lnr 212;
subst.:
ist guot wider daz wüllen und wider die undäw und wider daz
heschen, wenn man ez zuo der nasen habt BdN
381,32;
ez tuot auch sam ain mensch, daz undäut und sich prichet mit
dem huosten und mit dem heschen ebd.
142,28
MWB 2 1477,53; Bearbeiter: Plate
hëschezen
swV.
Intensivum zu →
hëschen
.
‘Schluckauf haben’ (oder ‘aufstoßen’?), subst.:
[der schwarze Kümmel] hât die art, daz er die wint gesetzt in
dem leib [...] und gesetzt auch daz rophatzen und daz
heschitzen BdN
396,22
MWB 2 1478,12; Bearbeiter: Plate
hesderich
stM.
→
esterîch
MWB 2 1478,17;
heselîn
Adj.
‘von, aus
→ hasel
’
ze dem heselînen brunnen [von Haselholz
umstanden]
Kchr
7132;
swie vil heselîner gerten / ir rücke zeberten Sibote
59;
von häselînen zeinen [Stäbchen]
Neidh
WL 31:9,3;
Barth (H)
547;
weidein und heselein, hagepuchein und pirkein holtz NüP
174
MWB 2 1478,18; Bearbeiter: Plate
heselîn, hesel,
heslî
stN.
auch hasel.
‘kleiner Hase, Häschen’
bruoder hesel, genc zuo mir LvRegFr
2521;
hasel, hüener und vische EnikWchr
13046;
ain häsel mit langen ôren BdN
471,29;
du bist noh als ein erschrockens hesli, daz in einem buschen
verborgen lit Seuse
54,23;
Dalimil (B)
68,145;
lepusculus: heslin VocOpt
45.122
MWB 2 1478,24; Bearbeiter: Plate
hesemen
swV.
‘etw. besiegeln, unterzeichnen’ (vgl. → behesemen):
einen gehesemet brief UrkSpeyer
374,2
(a. 1333)
MWB 2 1478,31; Bearbeiter: Plate
hessehunt
stM.
‘Hetzhund’
der wolf grawe / nedorfte dare gâhen, / noch die hessehunde / mit hungrigen munde
Exod
163;
wand si in [den Hirsch] von den
hessehunden triben StrKD
7,45;
do der arm hovewart / ein wenich chreftiger wart, / do begunder
fur die tische gen, / under die hessehunde sten ebd.
87,36;
winde unde hessehunde unde bracken SSp
136,5.
– vgl. AWB 4,1042 s.v. hessehunt (mit 3 Glossenbelegen des 9.–12.
Jh.s) und Dalby, Mediaeval Hunt, S. 90 s.v. hetzehunt.
MWB 2 1478,34; Bearbeiter: Plate
hessen
swV.
‘jagen, hetzen’, subst.:
wilt du ze walde rîten / durch hessen, fürste hôchgeborn, / sô sende ich dir ein
jagehorn KvWPart
2555;
vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 89 (mit weiterem Beleg) und →
durchhetzen
swV. (hätte als durchhessen angesetzt werden sollen)
MWB 2 1478,44; Bearbeiter: Plate
hessisch
Adj.
‘hessisch’
eynen heschen schilling StRHeiligenst
71
MWB 2 1478,50; Bearbeiter: Plate
hestelîche
Adv.
→
hastelîche
MWB 2 1478,52;
heswe
Adj.
wohl zu germ. *haswa- ‘grau’; der Umlaut (im Beleg aber reimend auf germ.
ë!) wäre durch Rückbildung aus einem -jan-Verb *heswen zu
erklären (Heidermanns, Primäradj., S. 284).
‘grau, bleich’ (von der Haut):
daz golt von siner [Amors] zeswen die vreudenbæren
schiuzet, / und anderhalp die heswen [Leiths. -a-
] , gevar nach bli, daz sint, die vreude verdriuzet. / iedoch so triffet
vil daz golt der bleichen JTit
4037,2
MWB 2 1478,53; Bearbeiter: Plate
hetzebolt
stM.
auf die Bezeichnung des Hetz-, Jagdhundes (vgl. →
hessehunt
) verallgemeinerter individueller Hundename (vgl. Kluge, S. 138 s.v.
-bold; Dalby, Mediaeval Hunt, S. 90 s.v.
hetze-hunt):
dî wîl er [Fuchs] schirrit in dem molt
/ und in irslîchit hetzebolt NvJer
16552.
– als Beiname, hier des thür. Lieddichters Heinrich Hetzbold von
Weißensee:
zart lîp, al eine ich bin dir holt: / ûf rîchen solt dir singet Hetzebolt
KLD:Hetzb
1:3,7
MWB 2 1478,62; Bearbeiter: Plate
hetzehunt
stM.
→
hessehunt
MWB 2 1479,7;
hetzen
swV.
Imperativ mit -â verstärkt:
Hadam
15,6;
1 eigtl. ‘Hunde zur Jagd (auf ein Wild) treiben’ ; übertr. ‘Menschen zum
Kampf mit, gegen / Verfolgung von jmdm. antreiben, gegen jmdn. aufhetzen’
1.1 ohne Präp.-Erg. 1.2
an ein Wild / jmdn. (vgl.
ane hetzen
) 1.3
ge(ge)n 1.4
ûf 2 Hunde wohin treiben 3
‘Wild mit einem Jagdtier jagen’
4
‘ein Tier jagen’ , vom Löwen 5 übertr. 5.1 intr. 5.2 tr. 5.3 refl. 5.4 subst.
1
eigtl. ‘Hunde zur Jagd (auf ein Wild) treiben’; übertr. ‘Menschen zum
Kampf mit, gegen / Verfolgung von jmdm. antreiben, gegen jmdn. aufhetzen’
1.1
ohne Präp.-Erg.:
[Reinhart verbirgt sich auf der Flucht unter einer
Baumwurzel:] manic hvnt dar vber spranc. / der ieger hetzte
balde, / Reinhart gienc ze walde ReinFu
K,311;
ich hatzete mine hunde; / ir folgen ich in niht kvnde
Herb
2176;
ach möcht ich sie gehetzen / nâch mînem louf, daz siu mir hulfe iagen
Hadam (Sch)
194,6;
al sînen vlîz gab der degin, [...] wie her
vrauwete sînen lîp / mit hetzene und mit jagene / so ich eir begunde ze sagene
Eilh (L)
7919;
man verbeutet auch hetzer in dem wiͤnwahs, sie riten oder
gen. swen man aber darinne fuͤnde hetzen, der git unserm herren 1 #(pfund)
#(pfennig) ane die buͦzze WüP
106k,3;
[...] vnd swaz ieder herre in sinem lande vnd auf sinem
wiltpan lat oder hetzet, so sulen sein hvnde lauffen
[...]
UrkWittelsb
2,164
(a. 1310)
1.2
an ein Wild / jmdn. (vgl. →
ane hetzen
):
hetzet er die hvnde an daz wilt oder blaset er sin horn, so ist er der
buͦzze schvldig SchwSp
108b;
dâ vant er einen hirz stân. / dâ hetzet er die hunt an
EnikWchr
20116;
dar nâch hetzete man an si einen grimmen lewen HvFritzlHl
135,38.
– Menschen aufeinander:
vil der ritter nû an in mit ruofe wart gehetzet Loheng
2467;
ir vögte und ir schultheizen / künnen arme liute reizen / und an
einander hetzen Renner
645;
der chünic ir muot watzte, / an die hæiden er si hatzte
Serv
2090;
daz dû beginnest hetzen / den gwelph an den gibelîn
BuchdRügen
228
1.3
ge(ge)n:
man sol gen eber swinen hovewart vor jagehunden hetzen!
JTit
3370,4.
–
der alde dâ von Narbôn / gein mir hetzet sîniu kint
Wh
346,19;
wie er den fursten möht gehetzen / gegen dem
Salzpurgære Ottok
68580;
ir manheit selb sich gein den vînden hetzet Loheng
4156
1.4
ûf:
min volc, die ungetruwen juden, / hatzt ich uf in, als da man ruden / uf
otmutige schaf hetzet HeslNic
3132;
daz ist ein dink, daz vint uf vinde hetzet JTit
3414,4;
er hat mine uiande uf mich gehezzet Rol
2386;
uf kain gejagt / ich gerner nie gehetzet
WhvÖst
4801.
– zu etw. (einer Kampfhandlung):
die in hazten gar uf toͤtlich striten JTit
6009,4;
swen man nach mir setzet, / daz recht in wol druf hetzet, / daz er als
ich dir richten muz Pass III
206,48
2
Hunde wohin treiben:
ûf mîne hunde sult ir merken rehte, / und hetzet ir ieman zuo sînen hunden, /
sô wizzet sicherlîchen, / mîn hant in iuwern ougen wirt erfunden
Hadam
17,5
3
‘Wild mit einem Jagdtier jagen’
mit lewarten muͤzen si iz hetzen JTit
1678,3;
mit drîn helfanden sol ich dâ bî Tirol gamzen hetzen
[Adynaton]
Boppe
5:6,7
übertr.:
ey minne du wilt mich hetzen / sam ein valscher jeger tuot
[...]
MinneR 210
247
4
‘ein Tier jagen’, vom Löwen:
der leo væht gern den waldesel und hazt in von nâtûr
BdN
143,36
5
übertr.:
5.1
intr.
er hatzt aber auf di vart, / sam er da vor het getan, / vnd sprach den
chünich selb an Krone
1781;
du gebillest ader hetzest / mere denn ein frabeler kneht, / vnd ist das
nit der meide recht ebd.
17774;
nu waz die selb junchfraw bald / an triegen ungeletzet /
und waz auch vor gehetzet / gar oft an der mynnen spil / und hat sin auch
getriben vil Minneb
3916;
do der tivel hete gehetzet, / daz der bischof was entsetzet / des stuoles
ane seine schult, / daz enrach er niht mit ungedult Serv
793
5.2
tr.
ir mündel rôt / hât mich an si mit dienste gehetzet
SM:WvH
5: 3,10;
laden unde ouch hetzen / daz volk in gotes dienist
HeslApk
6706;
durch daz mich jamer hetzet uf clagende not dann uf gebet mit riwen
JTit
5120,2;
wand er mit riuwe und mit klage / die schulde niene beweinet, /
[...] daz ist daz in hie hetzet Tund
1686;
den mac eins fûlen âses stanc / villîht darzuo gehetzen, / daz er sich
drûf beginnet setzen LvRegSyon
2302;
wen her Herodem hatzte [dazu
aufstachelte] / daz her in des libes latzte
HeslApk
17089
5.3
refl.
liep unde lust, die han gesworen beide / zu stricke, swa sich wibes bilde
hetzet Frl
3:21,4
5.4
subst.
kêrt iuch niht an mîn hetzen Parz
298,29;
ougen spitzen, zene wetzen, / valsche rête, mörtlich hetzen
Renner
14168
MWB 2 1479,8; Bearbeiter: Plate
hetzer
stM.
‘jmd., der eine Hetzjagd durchführt, Jäger’
man verbeutet auch hetzer in dem wiͤnwahs, sie riten oder gen
WüP
106k,2
MWB 2 1480,28; Bearbeiter: Plate
heu
Interj.
Klageruf:
daz was vil jêmerlîcher wuoft, / ‘heu heu!’ was sîn ruoft EbvErf
2354
MWB 2 1480,31; Bearbeiter: Plate
heu-
s.a. höu-; höuwe-
MWB 2 1480,33;
heubt-
→
houbet-
MWB 2 1480,34;
heuke
swF.
Etymol. unklar, Entlehnung aus Mnl.? (s. Rosenqvist 2, S. 269).
‘Kapuze’
ever gebiedent unse heirren, as yeman stirvet, [...] dat
des kindere, mage ind neisten [...] eynche ruwekleidere of
heuͦcken niet doin machen en solen of lenen UrkKöln (St)
1:64,17
(a. 1341-60)
MWB 2 1480,35; Bearbeiterin: Herbers |