hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hœhern, hôhern
swV.
kontrah. hôrte ( NvJer ).
1
‘etw. erhöhen, erheben’
2
‘etw. steigern, verstärken’
1
‘etw. erhöhen, erheben’
waz solt ich in ze rede geben, / die mit nîtspil ir leben /
gehœhert hânt vil sêre? UvZLanz
1297;
dirre hômeistir Lûdêr / alle sînes vlîzes ger / zu gotis
dînste kêrte / und daz sêre mêrte, / hôrte unde zîrte NvJer
27661;
wan so si ie me git, so si ie me het vnde wirt ir vroͮde mitte
gehoͮhirot vnde ir ere gebraiterot in himilriche vnde in ertriche
PrGeorg (Sch)
3,137.
21,346.
– bezogen auf muot
‘in gehobene Stimmung versetzen’
si hât mich sô getrœstet ie, / ich getrûwe ir wol
daz si mir tuot / dâ von sich hœhert baz mîn muot Parz
722,28;
Passirius ein gar senften segen / enpfienge von der
frowen gütt, / da von gehöchertt ward sin mütt GTroj
21504
2
‘etw. steigern, verstärken’
– im Wert:
vn̄ han die selben guͦt gehohert vn̄ nit genidert
UrkCorp (WMU)
1008,31;
ob der svn an dez vater stat nvͥt man werden wil. da mit ist sin
herschilt nvͥt gehœhert SchwSp
183b;
duͥ selbe vogstuͥre ist uf si in gemeinen jaren
gehoͤhert bi dem meisten (uf) 6 ^#(pfund) UrbHabsb
1:368,8
u.ö.
– bezogen auf Gesang:
div [Nachtigall] singet allewege gerne vnde so
si gewar wirt, daz sich div naht uirwandilon wil zuͦ deme tage, so
hoͮhirt si ir sanch PrGeorg (Sch)
25,198.
25,202
MWB 2 1657,37; Bearbeiterin: Herbers
hôhes
Adv.
erstarrter Gen. zu
hôch
Adj.
‘stolz, übermütig’
[die Riesenmutter Rachin] kam gar kaysserlichen hoches / auf
streites lob gerant EckenlE7
256,12
MWB 2 1657,63; Bearbeiterin: Herbers
hœheste
stNF.
‘Anhöhe, höchster Punkt einer Gegend’
[er] reit uz an daz hôste Athis
B 71;
bis an den grossen stein vf der höchste des Künberges UrkEls
2,121
(a. 1318)
MWB 2 1658,3; Bearbeiterin: Herbers
hôhevart
stF.
→
hôchvart
stF.
MWB 2 1658,7;
hœhte
stF.
→
hœhede
MWB 2 1658,8;
hôhunge, hœhunge
stF.
1
‘Erhöhung, Erhebung (in Rang und Ansehen)’
2
‘Steigerung, Anhebung (von Zollgebühr)’
1
‘Erhöhung, Erhebung (in Rang und Ansehen)’
exaltatio: hohunge PsM
H 88,5;
sublimatas: hœhehunge ebd.
Per 2,16;
die erwirdigkait ist ain höhung des chuniges
HvHürnh
17,4;
sîn tôt ist unser leben, sîn diemuot ist unser hôhunge PrStPaul
74,15;
PrRoth
51
2
‘Steigerung, Anhebung (von Zollgebühr)’
daz alle die zollen, die mit vnrechte gehohet sint, anders dan sie von erst of
gesetzet wurden, daz die hogunge abe sie vnd der zol bliue, als ir zurechte sol
UrkCorp (WMU)
494,6
(weitere Belege in Landfriedensurkk. s. WMU)
MWB 2 1658,9; Bearbeiterin: Herbers
hoi
Interj.
zum Ausdruck verschiedener Affekte (Trauer, Freude, Verwunderung):
hoy, wêng Jacob, wie leide dir getet der tôt Gen
1682;
hoy, wie si do sungen Hochz
305;
hoi, wie leide im danne geschihet ebd.
823;
oia hoi, wie der vert, / der ze der gotes zeswen wirt geschert!
ebd.
765
MWB 2 1658,21; Bearbeiterin: Herbers
hoift-
→
houbet-
MWB 2 1658,27;
hol
Adj.
1
‘hohl’
1.1
‘ausgehöhlt’
1.2 von (menschl. oder tierischen) Körperteilen ‘(nach innen)
gewölbt’
1.3 von Pflanzen(teilen) 2
‘leer’
2.1
‘unausgefüllt’ , von Dingen, die in der Regel massiv oder gefüllt sind 2.2
‘nichts enthaltend’
2.2.1 allg. 2.2.2 übertr. 3
‘klanglos’
4 als Bestandteil von Personennamen
1
‘hohl’
1.1
‘ausgehöhlt’
würme, die machen dürkel [das Löchrige] hol
[fressen alles auf]
Frl
5:64,17;
diz [Stickereien] was allez dar
an [an den Befestigungsseilen] , / mit spæhen
listen erhaben, / hol und innân ergraben UvZLanz
4890.
–
holer wec
‘Hohlweg’
ein wingarten ze dem holen wege UrkCorp (WMU)
1180,43;
da er sie komen sah, da bleibe er halten an eim holen
weg Lanc
71,9.
36,25
1.2
von (menschl. oder tierischen) Körperteilen ‘(nach innen)
gewölbt’
– vom Fuß:
dîn schenkel sint sleht, dîn vüeze hol, / dîn zêhen gelîmet unde lanc
Greg
2914;
er hâte riterlichiu bein / und wol stânde waden, / niht ze grôz noch
überladen, / und daz sie heizent holen vuoz Flore (P)
6857;
ir füeze [...] wâren tapfer
[fest] unde hol / enmitten ein vil cleine
KvWTroj
20014;
dine zehen; / die sint wol gestellet. /
[...] so hol, so smal so wurden nie kein füezel
Tannh
11,30;
KvWTurn
204;
Minneb
3246;
TürlArabel
*R 284,28.
– von Ohren:
ir ôren wârn ze rehte gar,
[...] / von liehtvarwer wîze,
[...] / beidiu krump unde hol
Wig
889.
– von Augen ‘eingefallen’
sihstû [...] daz im
[dem Kranken] diu ougen hol sint
Barth
135,10.
– von Muschelschalen:
concha oder coclea haizt ain snek und ist ze däutsch
als vil gesprochen als ain flächlink oder ain eitlink, wan sô der môn
abnimt, sô werdent ir schaln flach oder hol und eitel BdN
249,15
1.3
von Pflanzen(teilen):
die rose het sich entsmogen / und hete die bleter zu
gezogen, / [...] des was si sinwel und hol Erz
III
141,21
2
‘leer’
2.1
‘unausgefüllt’, von Dingen, die in der Regel massiv oder
gefüllt sind:
– von Stein, Felsen oder Berg:
in eime holen steine / was sîn wonunge und sîn hûs: / daz monstrum
hiez Câcûs En
6050.
8317;
ein jude zu Tolêtô [...] /
vant ein wundirlîchiz bûch / [...] in eime steine,
der was ganz / bûzin sundir allin schranz [Riss] /
und doch innewendic hol NvJer
5769;
Wig
6284;
Herb
17894;
WernhMl
10226;
hort der Nibelunges der was gar getragen / ûz einem
holen berge NibB
89,2;
der berc ist hol unde wît Wig
7444;
der ertpidem kümt dâ von, daz
[...] in holem gepirge vil erdischer dünst
gesament werdent BdN
107,27.
102,27.
– von Metall:
êrîne bilede, [...] /
enbinnen wâren si hol / und wâren kriechisches fûris vol
SAlex
4396;
von golde ein ar vil mære / was dar ûf
[auf dem Zelt] gemezzen. /
[...] er was innân aller hol
UvZLanz
4795.
– von Holz:
[vom trojanischen Pferd:] daz gezimmerde was
herlich, / eime rosse glich, / vzen geuestent vil wol, / innen wit vnde hol
Herb
15937;
einen stab machter hol / und schutte den enbinnen vol / gemalnes
goldes Pass III
19,78;
durch einen holen stap [Blasrohr] mit âtem
trîben / sach ich vil kleiner kügellîn Litschauer
1:2,1.
1:2,13;
sein stam ist hol sam ain rœr
BdN
313,6.
313,15.
– vom Erdinneren:
der iunger sprach: wa von cumet der ertbideme? der
meister sprach: so die winde cument in die holen erde Lucid
42,8;
Sycilia daz lant ist under der erde also hol ebd.
43,12
2.2
‘nichts enthaltend’
2.2.1
allg.:
swer [...] spilt mit holn
wurfeln oder mit gefulleten, daz heizzet geviertaetet [Betrug
beim Würfelspiel ausgeübt]
StRAugsb
126,19;
ein vaz [...]: / hol, sinewel als ein apfel
Frl
7:11,3;
ain holeu âder gêt von dem hirn zuo den augen, diu
haizt opticus BdN
9,18;
daz hol tail der
plâsen [Harnblase]
ebd.
34,22;
die herten pain
[Knochen] sint inwendig hol, weiz und gar werhaft
ebd.
22,11;
alliu hörner sint inwendig hol ân des hirzen hörner
ebd.
129,16;
ich sal al diͤ wunden hol / bit minen trenen
machen vol MarlbRh
33,18
2.2.2
übertr.
– mit Gen.d.S.:
aller unguote / was min herze ie vol, / rehter
dinge weiz [= waz ez
] hol
SüklV
471;
der îtelchäit ist si [
ein
wîp
] hol / unt der untriwen vol
Priesterl
681;
ich bin noch ganzer sinne hol Wig
46;
manic mensche ist süezer worte vol, / des herze doch innen ist
triuwen hol Renner
8610;
swes herze ist guotes willen vol, / des hant ist gâbe selten hol
ebd.
20888;
ich bin guoter witze hol / und aller tumpheite vol
RuprvWü
15;
swer tugende ist vol / unt schanden hol Gervelin
4,9;
GTroj
18414;
PrGeorg
321,39.
– mit Präp. an:
kan er sprechen wol? / nein er, benamen! er ist
hol / an rehten witzen RvEBarl
12776.
– gegen jmdn. (Dat.) hol sîn:
ich lige dir [
muoter
] in dem
herzen dîn / und tuon dir in den ougen wol. / mîn triuwe ist ouch gen
dir niht hol Winsbeckin
34,5;
aleine sîn munt sî worte vol, / doch ist sîn herze gein gote hol
Renner
20972;
Loheng
6415
3
‘klanglos’
ez wænet manger singen wol, / des stimme hert ist unde hol, / unde brieschet
als der esel tuot Boner
82,52
4
als Bestandteil von Personennamen:
Heinin ime holin wege UrkCorp (WMU)
N214,15;
bruder Wal. vonme holnne steine ebd.
495,48
MWB 2 1658,28; Bearbeiterin: Herbers
hol
stN.
Pl. höl(e)r, holer.
1
‘Höhle, Grotte’
1.1 in der Natur 1.2 bildl. 2
‘Grube, Grab’
3 Höhle, Grube von Tieren 3.1 allg. 3.2 Mause-, Schlangenloch 4
‘Abgrund, Schlund’
5
‘Öffnung, Loch’
6
‘Vertiefung, Aushöhlung’
6.1 von Pflanzen 6.2 im menschlichen Körper 6.3 für eine Pfütze
1
‘Höhle, Grotte’
1.1
in der Natur:
– in einem Felsen oder Berg:
caverna: hôl SummHeinr
2:240,01.13;
spelunca spelea: hol ebd.
2:487,01.18;
antrum: hol ebd.
2:77,178;
in eines berges hol Pass III
65,35;
dâ wiste Tristan lange ê wol / in einem wilden berge
ein hol, / daz hæter zeinen stunden / von âventiure vunden Tr
16684;
la fossiure a la gent amant, / daz kiut: der
minnenden hol ebd.
16701.
16761;
nu was bî im ein holer stein. / ûz dem hole sach er
ein / wîp gegen im loufen dar Wig
6285;
durch den vels gienge ein hol, / daz man in die burc wol / heimelîchen
mohte komen UvEtzAlex
14947;
die risen [...] giengen alle vür daz hol
Virg
714,2.
505,5;
ze jungest kam er an ein hol, / dâ was gehûset inne /
[...] ein armer einsidel guot
RvEBarl
15296;
TrSilv
144;
PrSchw
1,152;
PrOberalt
74,8.
– in der Erde:
da uant her in der erden / ein hol also michil / daz
her sten vn̄ sizzen / dar inne wole mochte Ägidius
223;
RvEBarl
5547;
diu holir in der erde SüklMill
15,3;
ob da indert were ein hol / in der wusten wilde
Pass I/II (HSW)
41392;
BdN
107,26
1.2
bildl.:
[Christus] sluoch si allez dar uz [aus dem
Tempel] , [...] er sprach, daz iz ware
ein hol der scachære [
fecistis eam [domus mea] speluncam
latronum Mt 21,13]
AvaLJ
110,5;
PrOberalt
144,19;
aber ir habet ez gemachet ein hol der mordere
EvAug
106,7.
191,3
2
‘Grube, Grab’
aber Ihesus grisgrammet anderweid in im selben. vnd chom zv
dem grabe. ez was aber ein hol. vnd ein steine was über in gelegt [Io
11,38]
EvAug
245,17;
doch tôten si der heidenschaft / sô vil, daz der hûf / der
tôten gie ûf [zusammenstürzte] , / daz daz selbe
hol [die von den Heiden gegrabene Höhle] / über al
wart vol Ottok
49141.
48974;
wer tuͦt den stain úns von der tuͤr /
des grabes, den man hat da fúr / geleit, versigelt alse wol, / das wir nu
kument indas hol? WernhMl
11816;
die clage were allez nicht, wan daz ich selber sol / hinne in daz hol
Frl
5:67,8
3
Höhle, Grube von Tieren
3.1
allg.:
dy fuchse dy haben ere holre [
vulpes
foveas habent Mt 8,20] unde dy vogele der hemele ere
nest EvBerl
13,26;
PrGeorg
59,33;
Brun
10578;
so daz selbe tier [Panter] sich sciere sich hat
gesattet [...], so leget ez sich in sin hol. / dri tage
ez slæffet MillPhys
11,2;
der dachs grebt alliu hölr, dâ die fühs inne wonent
BdN
163,20.
264,17
u.ö.;
lewen
loͮcher [Lagerhöhlen] unde liebarten
[Leoparden] holer TrudHL
52,29;
die lewen quamen uz ir hol Pass I/II (HSW)
4829;
Daniel
5395;
[die Taube] lit gerne bi dem wazzer, daz si den schate
gesehen mege, swenne si der habech vahen wil. in [...]
den holn machet si ir nest Spec
35,33;
ain hol / grosser, grimmer draken vol
WernhMl
3647.
3662
3.2
Mause-, Schlangenloch:
dî mûse wêren / ûz ir holren gegân JJud
1635;
Frl
8:3,4;
wenn die slangen nâch dem winter auz den hölern gênt, sô
ezzent si venichel BdN
401,12;
sô zeuht er [Hirsch] mit seinen
naslöchern slangen auz den hölrn und izzet die ebd.
129,20.
336,14
4
‘Abgrund, Schlund’
vil lvte hvlet Ysengrin [in den
Brunnen] , / do antwort im der don sin, / sin stimme schal in daz
hol ReinFu
K,881.
– für die Hölle:
baratrum vorago t;id est hol vel locht; SummHeinr
2:195,132;
ab inferis cauernis: von den helleclichin holren Sedulius
2r,10;
letale chaos: daz totliche hol ebd.
2r,15;
eß sol doch schier komen der tag, / [...] daß got
[...] wirfet sy in daß tiefelß hol
WeihnSpG
1055;
ein übel hol TeufelsÄchtung
121;
daz ungesatlîche hol SAlex
6678.
7174;
Helbl
7,660;
Meissner
2:12,6.
– übertr.:
Rôme [...] / daz ist ein unsælic hol. / sô kumt
ouch alliu sünde dar Freid
148,7
5
‘Öffnung, Loch’
[...] daz ih durh einer naldin hol [
per
foramen acus Mt 19,24] / einen olbent e brehte, / e ih
daz irdehte, / daz si eine lobis hat! Pilatus
1,136.
– im Mauerwerk:
ein dicke steinwant er sach, / di was gemuret harte wol.
/ dar an brach man ein groz hol Pass I/II (HSW)
31104;
herre, ir sehet wol: / hie enist fenster noch hol, /
porte noch burctor Herb
15012;
seht her stet dort bi der want / und sit dort durch daz
hol her Brun
9189.
–
vierzech tage unde vierzech naht der regen niene gelach. /
ûf tâten sih des himeles holer [...], / daz wazzer flôz
uber al, iz fulte berg unde tal Gen
703
(vgl. Gn 7,17)
6
‘Vertiefung, Aushöhlung’
6.1
von Pflanzen:
wenn man sein wurzel pricht, sô sint si inwendig hol und
in den hölen sint weppel [Fäden, Gewebe] sam die
spinwepp BdN
399,25;
mache eyn hol in eyn boum mit eyme
nebigere [Bohrer] . das hol sal nicht durch gen
Pelzb
123,36.
120,24;
man derkennet aber daz lauter
[Manna] von dem unlautern alsô, daz daz lauter
weizlot ist und inwendich etleich hölr hât sam der
honigsaim [Honigwabe]
BdN
90,23
6.2
im menschlichen Körper:
so nym encianen vnde drucke in daz hol, daz de wunde wyt
werde vnde groszer, daz de pyl [Pfeil] gerne vz ghe
OvBaierl
151,10
6.3
für eine Pfütze:
ûf dem wege stuont ein hol, / daz hol was gar wazzers vol
UvTürhTr
397
MWB 2 1659,58; Bearbeiterin: Herbers
holaip
stM.
‘Hohlbrot’, als Bestandteil eines Personennamens (für einen Bäcker
von minderwertigem Brot, s. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 113f.):
Wernher holaip UrkCorp
1297,26
MWB 2 1661,30; Bearbeiterin: Herbers
holbrâte
swM.
‘Braten mit einem Hohlraum (für eine Füllung)’
eynen holbroten wol gemaht, wol zweier vinger breit gesniten vnd
gefuͤllet wol mit eyner guͦten fuͤlle BvgSp
90
MWB 2 1661,34; Bearbeiterin: Herbers
holche
swM.
zu ahd. holko (AWB 4,1212, EWA 4,1112-1114).
‘Lastschiff’
actuarię naves quę velis simul et remis aguntur holchun
SummHeinr
1:361,259.
2:96,247
MWB 2 1661,38; Bearbeiterin: Herbers
holde
swF.
‘Freundin, Dienerin’
Maria di gotes holde Pass I/II (HSW)
11764.
18208.
19266;
min sunderliche holde ebd.
15407;
Frl
1:2,14
MWB 2 1661,42; Bearbeiterin: Herbers
holde
swM.
s.a.
holt
Adj.
1
‘Freund, Geliebter’
2
‘Lehnsmann, Dienstmann’ (zur Ausdifferenzierung im rechtl. Gebrauch sowie weitere Belegen s. DRW 5,1418f. und WMU 2,878) 2.1 allg. 2.2 bezogen auf got
‘Gottesfreund, Diener Gottes’
2.3 bezogen auf tiuvel 3 als Personenname(?)
1
‘Freund, Geliebter’
‘hôhem solde / warte mir, geselle mîn,’ / sprach diu
frouwe wolgetân, / ‘daz mîn holde / lange bî mir muge sîn, / den ich
umbevangen hân. [...] ’ SM: HvF
1: 3,4
2
‘Lehnsmann, Dienstmann’ (zur Ausdifferenzierung im rechtl.
Gebrauch sowie weitere Belegen s. DRW 5,1418f. und WMU 2,878):
2.1
allg.:
dô hiez der hêre Ênêas / alle sîne holden, / die im helfen solden, /
herbergen an daz velt En
9199.
559
u.ö.;
er ilte sich besenden / zallen sinen holden
VMos
72,14;
künic Gunthêres holden, / Hagenen unde Rûmolden Bit
7695;
sîn holden er im râten bat / durch ir triuwe CrescC
61;
gebiut dînen haimlîchen holden, / si gewinnen mir diu
kindelîn / di in zwain jâren geborn sîn Kchr
7821;
Rol
7615;
Eracl
1540;
HvNstAp
7256.
– übertr.:
Êrec der êren holde Er
9963.
–
jch Arnolt der Swap, des spitales holde von dem heiligen gaist ze
Wienne UrkCorp (WMU)
N561,37.
2234,15;
wir setzen vn̄ gebieten bi des riches hulden vn̄ mit der
fursten rade vnd ander dez riches holden vnd getruwen ebd.
879W,25;
wir seczen und gepieten, das iemand des andern holden oder vogtman ze
knecht an sich ziech oder nem UrkÖsterrErbl
104,3
(a. 1266);
wann die holden die dienst tage verziehen,
[...] so sind si gevallen von allem dem recht
UrkPölt
275
(a. 1325);
UrkEnns
6,482
(a. 1344);
– bildl.:
bluomen unde klê / [...], / die verderbet uns
der snê. / [...] / sumer, dîne holden von den
huoben sint gevarn Neidh
WL 25:3,6
2.2
bezogen auf got
‘Gottesfreund, Diener Gottes’
ez ist ein gotes holde / und ein bischof vil hêre Tund
2066;
der guote sancte Emmeram / ain wârer gotes holde was
Kchr
15572;
der reine gotes holde Pass I/II (HSW)
21246.
12508;
die gotes holden / gote [...]
dienen solden Kreuzf
4643;
uon rehte gelichet unser herre sîne holden den scauen
Spec
125,4;
Ägidius
89;
Lucid
112,5;
MarlbRh
80,15.
–
unser herre Christ, / der lêrte sîne holden
KvHeimHinv
547;
Crist sine holden, / di ime dienen wolden, / vil wol er di troste
Glaub
1379;
Pass I/II (HSW)
9627.
21417
2.3
bezogen auf tiuvel:
nu gewan des tievels holde / ein her kreftec unde grôz
Eracl
4690
3
als Personenname(?)
vmbe die wingarten, dar vmbe vor gerihte hern Bertoldes seligen elichen wirtin
von Nidelingen hat angesprochen Guten Holdin UrkCorp (WMU)
952,21
MWB 2 1661,45; Bearbeiterin: Herbers
hölde
F.
Ableitung von hol Adj. oder ahd. holôn swV.?
‘Höhle, Grotte’
diu holde des tieres hine, daz ist min erbe MillPhys
48,4;
diu holi [Hs. holdi
]
JPhys
6,4
MWB 2 1662,28; Bearbeiterin: Herbers
holder
swM.
→
holunter
stM.
MWB 2 1662,32;
holder-, holenderboum
stM.
‘Holunder(baum)’
sambucus: holdirboͮm, item riscus SummHeinr
2:45,235;
sambucus: holenderboͮm ebd.
1:180,138;
HvBPhys
3:44,1;
des holderboumes loup hat ein unadelichen smac FvSonnenburg
40,1
MWB 2 1662,33; Bearbeiterin: Herbers
holderdorn
stM.
‘Schwarzer Holunder’ (s. AWB 4,1208):
riscus: hold^#’sorn Gl
3:43,23
(BStK 926)
MWB 2 1662,38; Bearbeiterin: Herbers
holder|ehe
stN.
‘Holundergebüsch’, Flurbezeichnung (zur Bildung auf -ehe-
vgl. Wilmanns, Dt. Gr. 2,368):
cacumen montis in Holderehe UrkHenneb
1:21,10
(a. 1240)
MWB 2 1662,40; Bearbeiterin: Herbers
holderhurst
stF.
‘Holundergebüsch’, Flurbezeichnung:
jtem ein zweiteil, stoscet vf Dvngenshein velt vf die holderhurst UrkCorp
(WMU)
3037,37.8
MWB 2 1662,44; Bearbeiterin: Herbers
holderstoc
stM.
‘Holunderstamm’
daz loup daz uns der holderstoc / für bringet
[...] hat
unerteclichen [schlechten] smac KvWGS
1436;
als Ortsangabe:
item dimidium duale bi Frideriche vf dem holderstocke UrkLicht
7,374
(a. 1320)
MWB 2 1662,47; Bearbeiterin: Herbers
holdiclîchen
Adv.
‘freundlich, zärtlich’
vil holdechlîchen er si ane sach AvaLJ G
10va,37
MWB 2 1662,52; Bearbeiterin: Herbers
höle
stF.
‘(Aus)Höhlung’
in dem summer so ez haiss ist und man vor ainem múnster stat, so kumet ain
kuͦli dannen us engegen dem mentschen, reht alz ain wint: also vil zúhet
dú hoͤli dez luftes in sich. also tuͦt daz hol hertze, daz hol und
itel ist aller súntlicher dinge [...] daz hertze
zúhet denne únserz herren gnade in sich PrGeorg
321,38.
321,36
MWB 2 1662,54; Bearbeiterin: Herbers
hôleht
Adj.
zur Herkunft s. EWA 4,1115.
‘einen Bruch (im Unterleib) habend’
hirniosus ponderosus id est holoht, holohter SummHeinr
2:327,92.
2:415,331.1;
herniosus: holecter Gl
3:488,45
MWB 2 1662,61; Bearbeiterin: Herbers |