holaip
stM.
‘Hohlbrot’, als Bestandteil eines Personennamens (für einen Bäcker
von minderwertigem Brot, s. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 113f.):
Wernher holaip UrkCorp
1297,26
MWB 2 1661,30; Bearbeiterin: Herbers
holbrâte
swM.
‘Braten mit einem Hohlraum (für eine Füllung)’
eynen holbroten wol gemaht, wol zweier vinger breit gesniten vnd
gefuͤllet wol mit eyner guͦten fuͤlle BvgSp
90
MWB 2 1661,34; Bearbeiterin: Herbers
holche
swM.
zu ahd. holko (AWB 4,1212, EWA 4,1112-1114).
‘Lastschiff’
actuarię naves quę velis simul et remis aguntur holchun
SummHeinr
1:361,259.
2:96,247
MWB 2 1661,38; Bearbeiterin: Herbers
holde
swF.
‘Freundin, Dienerin’
Maria di gotes holde Pass I/II (HSW)
11764.
18208.
19266;
min sunderliche holde ebd.
15407;
Frl
1:2,14
MWB 2 1661,42; Bearbeiterin: Herbers
holde
swM.
s.a.
holt
Adj.
1
‘Freund, Geliebter’
2
‘Lehnsmann, Dienstmann’ (zur Ausdifferenzierung im rechtl. Gebrauch sowie weitere Belegen s. DRW 5,1418f. und WMU 2,878) 2.1 allg. 2.2 bezogen auf got
‘Gottesfreund, Diener Gottes’
2.3 bezogen auf tiuvel 3 als Personenname(?)
1
‘Freund, Geliebter’
‘hôhem solde / warte mir, geselle mîn,’ / sprach diu
frouwe wolgetân, / ‘daz mîn holde / lange bî mir muge sîn, / den ich
umbevangen hân. [...] ’ SM: HvF
1: 3,4
2
‘Lehnsmann, Dienstmann’ (zur Ausdifferenzierung im rechtl.
Gebrauch sowie weitere Belegen s. DRW 5,1418f. und WMU 2,878):
2.1
allg.:
dô hiez der hêre Ênêas / alle sîne holden, / die im helfen solden, /
herbergen an daz velt En
9199.
559
u.ö.;
er ilte sich besenden / zallen sinen holden
VMos
72,14;
künic Gunthêres holden, / Hagenen unde Rûmolden Bit
7695;
sîn holden er im râten bat / durch ir triuwe CrescC
61;
gebiut dînen haimlîchen holden, / si gewinnen mir diu
kindelîn / di in zwain jâren geborn sîn Kchr
7821;
Rol
7615;
Eracl
1540;
HvNstAp
7256.
– übertr.:
Êrec der êren holde Er
9963.
–
jch Arnolt der Swap, des spitales holde von dem heiligen gaist ze
Wienne UrkCorp (WMU)
N561,37.
2234,15;
wir setzen vn̄ gebieten bi des riches hulden vn̄ mit der
fursten rade vnd ander dez riches holden vnd getruwen ebd.
879W,25;
wir seczen und gepieten, das iemand des andern holden oder vogtman ze
knecht an sich ziech oder nem UrkÖsterrErbl
104,3
(a. 1266);
wann die holden die dienst tage verziehen,
[...] so sind si gevallen von allem dem recht
UrkPölt
275
(a. 1325);
UrkEnns
6,482
(a. 1344);
– bildl.:
bluomen unde klê / [...], / die verderbet uns
der snê. / [...] / sumer, dîne holden von den
huoben sint gevarn Neidh
WL 25:3,6
2.2
bezogen auf got
‘Gottesfreund, Diener Gottes’
ez ist ein gotes holde / und ein bischof vil hêre Tund
2066;
der guote sancte Emmeram / ain wârer gotes holde was
Kchr
15572;
der reine gotes holde Pass I/II (HSW)
21246.
12508;
die gotes holden / gote [...]
dienen solden Kreuzf
4643;
uon rehte gelichet unser herre sîne holden den scauen
Spec
125,4;
Ägidius
89;
Lucid
112,5;
MarlbRh
80,15.
–
unser herre Christ, / der lêrte sîne holden
KvHeimHinv
547;
Crist sine holden, / di ime dienen wolden, / vil wol er di troste
Glaub
1379;
Pass I/II (HSW)
9627.
21417
2.3
bezogen auf tiuvel:
nu gewan des tievels holde / ein her kreftec unde grôz
Eracl
4690
3
als Personenname(?)
vmbe die wingarten, dar vmbe vor gerihte hern Bertoldes seligen elichen wirtin
von Nidelingen hat angesprochen Guten Holdin UrkCorp (WMU)
952,21
MWB 2 1661,45; Bearbeiterin: Herbers
hölde
F.
Ableitung von hol Adj. oder ahd. holôn swV.?
‘Höhle, Grotte’
diu holde des tieres hine, daz ist min erbe MillPhys
48,4;
diu holi [Hs. holdi
]
JPhys
6,4
MWB 2 1662,28; Bearbeiterin: Herbers
holder
swM.
→
holunter
stM.
MWB 2 1662,32;
holder-, holenderboum
stM.
‘Holunder(baum)’
sambucus: holdirboͮm, item riscus SummHeinr
2:45,235;
sambucus: holenderboͮm ebd.
1:180,138;
HvBPhys
3:44,1;
des holderboumes loup hat ein unadelichen smac FvSonnenburg
40,1
MWB 2 1662,33; Bearbeiterin: Herbers
holderdorn
stM.
‘Schwarzer Holunder’ (s. AWB 4,1208):
riscus: hold^#’sorn Gl
3:43,23
(BStK 926)
MWB 2 1662,38; Bearbeiterin: Herbers
holder|ehe
stN.
‘Holundergebüsch’, Flurbezeichnung (zur Bildung auf -ehe-
vgl. Wilmanns, Dt. Gr. 2,368):
cacumen montis in Holderehe UrkHenneb
1:21,10
(a. 1240)
MWB 2 1662,40; Bearbeiterin: Herbers
holderhurst
stF.
‘Holundergebüsch’, Flurbezeichnung:
jtem ein zweiteil, stoscet vf Dvngenshein velt vf die holderhurst UrkCorp
(WMU)
3037,37.8
MWB 2 1662,44; Bearbeiterin: Herbers
holderstoc
stM.
‘Holunderstamm’
daz loup daz uns der holderstoc / für bringet
[...] hat
unerteclichen [schlechten] smac KvWGS
1436;
als Ortsangabe:
item dimidium duale bi Frideriche vf dem holderstocke UrkLicht
7,374
(a. 1320)
MWB 2 1662,47; Bearbeiterin: Herbers
holdiclîchen
Adv.
‘freundlich, zärtlich’
vil holdechlîchen er si ane sach AvaLJ G
10va,37
MWB 2 1662,52; Bearbeiterin: Herbers
höle
stF.
‘(Aus)Höhlung’
in dem summer so ez haiss ist und man vor ainem múnster stat, so kumet ain
kuͦli dannen us engegen dem mentschen, reht alz ain wint: also vil zúhet
dú hoͤli dez luftes in sich. also tuͦt daz hol hertze, daz hol und
itel ist aller súntlicher dinge [...] daz hertze
zúhet denne únserz herren gnade in sich PrGeorg
321,38.
321,36
MWB 2 1662,54; Bearbeiterin: Herbers
hôleht
Adj.
zur Herkunft s. EWA 4,1115.
‘einen Bruch (im Unterleib) habend’
hirniosus ponderosus id est holoht, holohter SummHeinr
2:327,92.
2:415,331.1;
herniosus: holecter Gl
3:488,45
MWB 2 1662,61; Bearbeiterin: Herbers
holenbeciche
Adv.
Bed. unklar (s. E. Sievers, Oxforder Benediktinerregel, Tübingen 1887,
S. 28 z.St.):
iz daz ein andere gesweglicher [still] beden wil, die
ge dar holenbeciche [
simpliciter intret
]
vn̄ bede nit mit luder stymmen BrEb
52
MWB 2 1663,1; Bearbeiterin: Herbers
holer
stM.
→
holunter
MWB 2 1663,6;
holerblâser
stM.
‘Flötenspieler’ ( →
holunter
2):
dar nâch ein holreblâser sluoc / einen sumber meisterlîch genuoc
UvLFrd
165,25
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 2 1663,7; Bearbeiterin: Herbers
holerfloite
swF.
‘Pfeife aus Holunder’ ( →
holunter
2):
daz spere krachen was dâ grôz. / holerfloyten, sumberdôz, / pusûnen und schalmyen
schal / moht niemen dâ gehœren wal UvLFrd
492,4.
82,7
MWB 2 1663,11; Bearbeiterin: Herbers
holerloup
stM.
‘Blätter des Holunderbaums’
daz holer loup daz ist gut [...] fur di
gelsucht SalArz
91,2
MWB 2 1663,15; Bearbeiterin: Herbers
holermuos
stN.
‘Holundermus’, als Bestandteil von Personennamen:
Woͤlvel von dem Holermvͦs UrkCorp (WMU)
1765,15.
3511,35
MWB 2 1663,18; Bearbeiterin: Herbers
holerphîfære
stM.
‘Flötenspieler’ ( →
holunter
2):
ein hanttræger gîgær, / ein alter holerphîfær, / ein singer ungedœnet, /
[...] daz allez ist für niht guot Helbl
2,1440
MWB 2 1663,21; Bearbeiterin: Herbers
holerswam
stM.
‘Hohlerschwamm’, sprechender Personenname:
erst geheizen rehtes namen Limizûn [
‘leime den Zaun’
] . / er und einer sîn geselle
(derst getoufet Holerswam) Neidh
WL 30:8,2
MWB 2 1663,25; Bearbeiterin: Herbers
holerwurz
stF.
‘Wurzel des Holunderstrauchs’, als Heilmittel:
di holer wurtz nutzet man als man nimt di mittern rinde an der
wurtz. vnde stozet di SalArz
90,52
MWB 2 1663,29; Bearbeiterin: Herbers
holf
stM.
Ansatz unsicher (vgl. Hiob , Glossar s.v.).
‘Narr, Tor’(?):
Beniamin ein vrozic wolf / idoch was er nicht ein holf [vgl. Gn
49,27]
HistAE
1028;
dy [Heuchler] uzen schinen als eyn holf
/ und bynnen syn eyn beyzig wolf Hiob
4965
MWB 2 1663,33; Bearbeiterin: Herbers |