honec|tou
stMN.
‘Honigtau’ (vgl. Johansson, NvJer., S. 229 und
honec
1):
bî sente Jôhannis tac / des baptistin dort gelac / in Galliâ ein honictow, /
der daz getreide sô durchzow, / swer sîn in den munt genam, / daz der hongis smac
vornam NvJer
1286
MWB 2 1681,11; Bearbeiter: Hansen
honec|trage
stF.
‘Biene’
noch süzer dan der honiktrage [Dat.Sg.] / der blüte
honicsaffec nage [Nagen]
Frl
3:18,1
MWB 2 1681,16; Bearbeiter: Hansen
honec|tragende
Part.-Adj.
‘Honig tragend, honigsüß’ (bildl. von heuchlerischer
Verstellung, vgl.
honec
2):
beliegent sie [die Heuschrecken, vgl. Apc
9,1-12] daz gots kint / und werfent daz eiter / in ir
[der Könige und Fürsten] ougen heiter / mit honic
tragendem worte HeslApk
13989
MWB 2 1681,19; Bearbeiter: Hansen
honec|trân
stM.
md., nd.
ungeläuterter Honig, ‘Honigseim’
honingtran jach mir ein sachse, / daz were honing an dem
wachse Brun
2933.
– bildl. (vgl.
honec
2):
dine lippen trifen honigtran [Ct
4,11]
Brun
2896.
8596
MWB 2 1681,25; Bearbeiter: Hansen
honec|tranc
stN.
‘aus Honig bereiteter Trank, süßer Trank’ (bildl., vgl.
honec
2):
daz fiur der süezen minne / unde ir fröuden honictranc
KvWTroj
19969;
Mechth
7:42,1,Überschrift
MWB 2 1681,30; Bearbeiter: Hansen
honec|triefende
Part.-Adj.
‘vor Honig triefend, honigsüß’ (bildl. von heuchlerischer
Verstellung, vgl.
honec
2):
[der Teufel ] sante prediger an sie, / so daz sie
trugenlichen hie / die cristenheit vorglichsten / [...] /
und uz iren hoveten twungen / mit honic triefender zungen HeslApk
13514
MWB 2 1681,34; Bearbeiter: Hansen
honec|tropfe
swM.
ein Tropfen Honig(seim) oder Honigtau:
er sach ûz einem aste, / samfte, niht ze vaste, / ein kleine
honicseimes gân. / [...] und liez im triefen in den munt. /
[...] swie vorhteclich was diu gesiht, / er lie der
honictropfen niht RvEBarl
4704
MWB 2 1681,40; Bearbeiter: Hansen
honec|trôr
stMN.
‘Honigtau’ (vgl.
honectou
):
daz himeltrôr vellt [...] nider sam
daz hongtrôr BdN
88,34.
89,8.
90,19
MWB 2 1681,45; Bearbeiter: Hansen
honec|var
Adj.
‘honigfarben’
daz jung peindl [Bienchen] , daz des
êrsten her für sleuft, daz ist weiz; aber des kaisers sündl [das
Söhnchen des Weisels] ist zehant hongvar BdN
294,9
MWB 2 1681,48; Bearbeiter: Hansen
honec|vaʒ
stN.
‘mit Honig gefülltes Gefäß’ oder
‘Bienenkorb’ (vgl. vaʒ), in
Vergleichen:
ûf der plâniure grüene / wart von in [den
Rittern] ein gestürme, / als ob die binenwürme / sturmten umbe ein
honecvaz KvWTurn
843;
sî schuzzen im her unde dar, / alsô bîen umbe ein honecvaz Virg
902,12.
– im Zusammenhang einer auf das Göttliche bezogenen heiligen Süße (vgl.
honec
2):
sin hant mich [Maria] rurte, des ich spür, / sie
was von süzem touwe naz, / ez duchte mich ein honigvaz Frl
1:9,8;
vröu dich, rose sunder dorn / [...], / von dem
himeltowe naz, / suzer wen ein honec vaz TvKulm
1418
MWB 2 1681,52; Bearbeiter: Hansen
honec|vlieʒende
Part.-Adj.
‘honigfließend’
daz honicvliezende lant [...] des himelrîches
DvAOff
12.
– übertr. von schmeichelnder, täuschender Rede
‘honigsüß’
ir [der Ketzer] wort sint honic
vliezende, / darnach vorgift giezende HeslApk
13887
MWB 2 1682,1; Bearbeiter: Hansen
honec|vluʒ
stM.
‘Honigstrom’ (bildl., vgl.
honec
2):
waz wünne hât der heilige geist in dem herzen, dâ er sô stæte ruowe inne
vindet, daz in mit deheinem râcherouche [bildl. ‘Rauch der
Rache’
] ûz sînem süezen binvazze
[Bienenstock] vertrîbet! waz honicvluzzes er dem
selben herzen zuo vüeret! DvASchr
331,3.
361,36;
PrBerth (K)
106
MWB 2 1682,6; Bearbeiter: Hansen
honec|vlüʒʒic
Adj.
‘honigfließend’ (bildl., vgl.
honec
2):
ich [Gott] irwecke den eyt, den ich
gesworen habe uwirn vetiren zu gebene eyn milch- und honkvluzzeges lant
Cranc
Jer 11,5;
dem ûzvluzze dîner êwigen honicvlüzzigen gotheit DvASchr
370,31;
huͤnig regente uf die erden, / da Maria dez werden /
Jhesus Cristus genaz: [...] die himel huͤnig flußig
sint: / gelobt si daz reine kint! HvNstGZ
1643
MWB 2 1682,13; Bearbeiter: Hansen
honec|vrischinc
stM.
junges (honigfarbenes?) Schwein oder Schaf, ‘Frischling’ (hier
als Abgabe):
aput Reut de duabus hubis 20 mod. avene, [...],
Jacobi 4 honikfrisching UrbSteierm
178
MWB 2 1682,22; Bearbeiter: Hansen
honec|wabe
swMF.
‘Honigwabe’ (bildl., vgl.
honec
2):
dez himils honec waben / die vnsir sele solten laben Martina
141,95.
58,99.
162,44
MWB 2 1682,26; Bearbeiter: Hansen
honec|waʒʒer
stN.
mit Honig gesüßtes Wasser, ‘Honigwasser’
man schüll si [die
Früchte] nüehtarn ezzen vor anderm ezzen und schüll dar nâch ain
honigwazzer trinken BdN
342,10
MWB 2 1682,29; Bearbeiter: Hansen
honec|wirʒ
stN.
wohl ‘honigsüßer Würztrank’ oder spez. ‘unvergorener
Metansatz, Metwürze’
din kiusche labt im unde twuoc / sin herze alsam ein honecwirz
[
:hirz
]
KvWGS
1363;
melzita: hunecwirz GlHvB
401,12
MWB 2 1682,33; Bearbeiter: Hansen
honec|zins
stM.
Abgabe in Form von Honig, ‘Honigzins’
was zu der stad gehoret an ackere, an holtze, an grase, an weyde, an
honekzinse DRW
5,1541
(CDPolon.; a. 1319)
MWB 2 1682,38; Bearbeiter: Hansen
hœnede, hœnde
stF.
auch hvͤnde ( SchwSp ).
1
‘Schmach, Schande’
2
‘schändliches, Schande bringendes Verhalten,
Schmähung’
1
‘Schmach, Schande’
nu dulde honede vnde schaden / hir in dime lande / von
Dietherichis manne Roth
1811;
swer des tages geêret wirt, deme gescach nie honde. der des
tages ze hondin wirt, deme gescach nie dehain wâriu êre TrudHL
141,5;
scante, hoende [interl. zu confusionem
]
PsWindb
39,16;
honde, laster [interl. zu scandalum
]
ebd.
139,6.
105,36
u.ö.;
Freid
63,19;
Gen
743.
– in verbalen Verbindungen ‘(jmdm.) Schmach
bereiten, (jmdn.) entehren’ (durch Verspottung, üble Nachrede
o.ä.; vgl. 2):
ich schuf, daz sie im also gram / worden, daz sie in viengen / und an ein
cruze hiengen / und durch sine siten stachen / und im vil zu honden sprachen
HeslNic
3140;
ist, daz er in zeim andern male die hvͤnde an leit vor den lvten
vnd claget er daz dem rihtær, er mvͦz im bvͦzen als hie vor
gesprochen ist SchwSp
150a
2
‘schändliches, Schande bringendes Verhalten,
Schmähung’
er hât mir manige hônde verwizzen Kchr
12210;
Joseph was vile scône, ern uopte neheine hônde
Gen
1735;
er [Galagandreiz] hât vil manegen
man geschant / [...]. / er ist der hœnde ein
ursprinc UvZLanz
738
MWB 2 1682,42; Bearbeiter: Hansen
hönegelîn
stN.
Dimin. zu
honec
.
ein Tropfen Honig (vgl.
honecseimelîn
; hier bildl. für Verlockendes):
si vür êwige sêlde nement / werltliches gelustes hönegelîn
Renner
2185;
sehe wir kleben / eins armen gelustes hongelîn / neben uns, sô lâze wir alle
die pîn / varn, diu uns künftic ist / und lecken ze einer kurzen frist / daz honic
ebd.
23575
MWB 2 1683,1; Bearbeiter: Hansen
honegen, honigen
swV.
part. auch gehongoht ( UrkGeisf ).
1 intr. ‘Honig spenden’
1.1 allg. 1.2 bildl. von der Zunge ‘honigsüß sprechen’
(vgl.
honec
2 ) 2 tr. ‘etw. mit Honig versetzen, bestreichen’ (überw.
part.) 2.1 allg. 2.2 bildl. ‘honigsüß, angenehm machen’
1
intr. ‘Honig spenden’
1.1
allg.:
swâ sô daz wîp ir wîpheit / unde ir herze von ir leit /
und herzet sich mit manne, / dâ honiget diu tanne, / dâ balsemet der scherlinc
Tr
17982
1.2
bildl. von der Zunge ‘honigsüß sprechen’
(vgl.
honec
2):
die lechelære, / den diu zunge honeget und daz herze gallen hât
Walth
30,13
2
tr. ‘etw. mit Honig versetzen, bestreichen’ (überw.
part.)
2.1
allg.:
so saltu den kerne dry tage begisin mit gehoniktim wassir
Pelzb
129,10
u.ö.;
des montags [...] vor vasnaht git man gehongohten
weitzen UrkGeisf
420
(13. Jh.).
– subst. Part.-Adj.:
daz honegende gellet, / daz süezende siuret
Tr
11884
2.2
bildl. ‘honigsüß, angenehm machen’
die wile und sie [die falschen Diener] nicht
schaden mügen [...] so honigen sie den dienst mit
valschen trügen Frl
8:6,10;
eines graben [d.i. graven
] lop
gezukkert ist, / gehoneget suezer wan benit
[Kandiszucker]
Damen
6,2;
diu sünde ist als ein gehonigetiu vergift DvASchr
350,30;
Meissner
2:2,11.
– unter Ersparung des Obj. (vgl. 1):
er [Gott] hongit vnde bittert
Martina
113,99.
– vereinzelt mit Akk.d.P., in der Wendung jmdn.
mit dem munde
~
‘jmdm. schmeicheln, mit honigsüßen Worten zu jmdm.
sprechen’ (vgl. 1.2):
ô wê daz maneger valschen muot / in herzen gar verborgen treit / und
honeget mich doch mit dem munde stæte zaller zît! WernhSpr
51,3
MWB 2 1683,8; Bearbeiter: Hansen
hœnegewant (?)
stN.
Bed. unsicher, ‘Schmäh-, Spottgewand’ ? (vgl. Anm.z.St. und
hovegewant
):
zehant hvb sich Reinhart / vil wunderliche drate / in sine
kemenate / vnd nam sin hone gewant [La.
houegewant
] , / daz aller beste, daz er dar inne vant
ReinFu
K,1817
MWB 2 1683,37; Bearbeiter: Hansen
hönegic
Adj.
‘honigartig, honigsüß’
der wilde bær wert [l. riuwet?] des
hoͤniges vbermaz vnt wirt gevangen an dem hoͤnigigem wæge
PrLeys
21,36
MWB 2 1683,43; Bearbeiter: Hansen
honegîn
Adj.
hier hongen.
‘honigartig, honigsüß’ (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 3 § A 88; hier
bildl., vgl.
honec
2):
wiͤ hongen were din
[Maria] gemuͤde, / duͦ du druͤgs ouch
vleischliche / al dat honich van himelriche! MarlbRh
68,18;
ei suͤze, duͦ up din hongen munt! ebd.
54,17.
65,6
MWB 2 1683,46; Bearbeiter: Hansen
1hœnen
swV.
‘heulen’ (von Wölfen, Hunden):
ein hofwart [Hofhund] , der vil hœnet, /
[...] ist für niht guot Helbl
2,1442.
– subst.:
vil dicke hunt geswîgent / von wolfen hoenen Hadam
116,7;
Hadam (Sch)
132,4
MWB 2 1683,52; Bearbeiter: Hansen |