huobhof
stM.
auch huobe-.
‘Hofstelle einer
huobe
’
das ir fridecraisses inuang hinnanhin iemer eweklich marctes reht haben sol
nach der stat sitte vnd gewonheit, ane die [...]
huͦbehoue, die in den vorsteten ligent UrkCorp (WMU)
2596,16;
wenne der hvͦber bvwen wil sinen blossen hvͦp hof, so sol man
ime gen fvnf holzer ebd.
N816,22
u.ö.
MWB 2 1798,11; Bearbeiter: Hansen
huobic
Adj.
‘zu einer huobe gehörig’
die sullent [...] von iedem acker gersten, der hubig
ist, als vil nemen als an ein seil mag gon WeistGr
1,710.
– meist
~ guot (vgl.
huobguot
):
hubig gut [...] in dem banne git
[...] zehende DRW
6,8
(MittPfalz.; a. 1307);
wer hubige guter hat, der mag holz hauwen in dem micheller
WeistGr
1,710.
1,688
u.ö.
MWB 2 1798,18; Bearbeiter: Hansen
huobkæse
stM.
von einer
huobe
als Abgabe entrichteter Käse:
10 h. [
huob kese, vgl. Geschichtsfreund 18
(1862), S. 121] , dero gilt jechlicher 6 denar
SchweizId
3:507
(a. 1314)
MWB 2 1798,25; Bearbeiter: Hansen
huobkërne
swM.
‘Getreideabgabe von einer
huobe
’
in Lunkoft xxiiij modios, quod dicitur huobkerno UrkAargau
2,1:654,43
(a. 1293)
MWB 2 1798,29; Bearbeiter: Hansen
huobliute
stM. (Pl.)
hier md. hufe-.
‘Inhaber einer
huobe
, Hufenbauern’
ein mensche der hub an zu buwe / wingarten einen, den er nuwe / auch hufeluten
hin gelech [
locavit eam colonis Lc 20,9]
EvStPaul
9684;
so des wingarten herre nu / den hufeluden kumet zu, / wie sol er dan gein yn
gebarn? [
quid faciet agricolis illis? Mt
21,40]
ebd.
768
MWB 2 1798,32; Bearbeiter: Hansen
huobman
stM.
‘Inhaber einer
huobe
, Hufenbauer’ (als Bestandteil von
Personennamen):
Hainrich der huͦpman UrkCorp (WMU)
1859B,5;
Hainricus huͦpmannus ebd.
1859A,21
MWB 2 1798,39; Bearbeiter: Hansen
huobmatte
swF.
‘zu einer
huobe
gehörende Wiese’
alsus sint och des closters reht vber die hubmatten, das mines herren des
abbetes knehte sol varn jn die huͦbmatten von primen vnze mittem vndern, vnde
danne nach after vndern, jn ein ander vnze vespern UrkCorp (WMU)
244A,13
MWB 2 1798,43; Bearbeiter: Hansen
huobmeister
stM.
‘Hubmeister’, ein Amt der habsburgischen Finanzverwaltung
(ursprüngl. Verwalter bzw. Eintreiber der herrschaftlichen Einkünfte aus den
huoben):
so schullen si [...] unserm huebmaister, swer unser
huebmaister ist in Osterrich, funf phunt ze wandel geben an alle widerred
UrkHeil
2,8
(a. 1301);
her Chunrat der Harmarchter, der zv den zeiten hvbmaister was
UrkWSchott
95
(a. 1297);
nû enweiz ich, wie ez kam darzuo, / daz der sache und der
vart / der huobmeister inne wart Ottok
98257
u.ö.
MWB 2 1798,49; Bearbeiter: Hansen
huobphenninc
stM.
hier huobe-.
‘Abgabe von einer
huobe
’
ist dekeiner der dannen will gön, der soll einen hubepfenning gen, und die da
blibent die hant die hubepfenning for WeistGr
1,728
(a. 1338 kopial)
MWB 2 1798,60; Bearbeiter: Hansen
huobprobst
stM.
auch huobe-.
Verwalter bzw. Eintreiber der herrschaftlichen Einkünfte aus den
huoben:
Chuͦnrat der huͦppraubest de Gildechingen
TradSchäftl
344
(a. 1250);
Vlricus der huͦbeproͮbest ebd.
416
(a. 1241)
MWB 2 1799,1; Bearbeiter: Hansen
huobrëht
stN.
‘die
huobe
betreffendes Recht’ (vgl. ausführlich
DRW 6,14f.):
daz ich [...] minen hof ze Westren
Aitingen[...] ze rehtem hubrehte verkaufft han dem
heiligem gaiste vf daz spital ze Auspurg UrkCorp (WMU)
704,15;
cum rusticis habentibus in ipsa villa et marchia huͦpreht lehenreht et
vorwergreht UrkWürzb
39,550
(a. 1335)
MWB 2 1799,6; Bearbeiter: Hansen
huobrihte
stF.
‘Abgabe beim Abzug von einer
huobe
’
de debitis censibus et iuribus [...] que
vuͦlgariter dicunt huobrihtte vel wegelos DRW
6,15
(Rockinger, Formelb.; a. 1312)
MWB 2 1799,13; Bearbeiter: Hansen
huob|swîn
stN.
von einer
huobe
als Abgabe entrichtetes Schwein (vgl. DRW 6, 19f.
mit weiteren Belegen):
so soll ain keller von Louffen kiesen daz erst hübswin vnd daz best
WeistGr
1,104
(14. Jh.?)
u.ö.
MWB 2 1799,17; Bearbeiter: Hansen
huobtac
stM.
Termin des Hufengerichts (vgl.
huobdinc
):
zum ersten ist ein jeder hubner schuldig den hubtag zu besuchen vnd sein zins
zu geben WeistGr
4,626
(14. Jh. kopial)
MWB 2 1799,22; Bearbeiter: Hansen
huobtuoch
stN.
von einer
huobe
als Abgabe entrichteter Stoff, (Woll-)Tuch:
sie sagend aber einhelliglich [...], das die huber zu
Wellhaussen geltind 32 ellen hubtuch, und das sol ein weber weben
WeistGr
1,254;
UrkWürtt
5,394
(um 1200)
MWB 2 1799,26; Bearbeiter: Hansen
huobwîn
stM.
‘Weinabgabe von einer
huobe
’ (vgl.
gevürste
):
vinum rubeum quatordecim karratarum super censibus vini rubei dicto hubwyn
unde gefurst UrkEls
2,151
(a. 1335)
MWB 2 1799,31; Bearbeiter: Hansen
huobwise
F.
wohl ‘zu einer
huobe
gehörende Wiese’ (oder
Flurname?):
hvͦpwise zu Hoͤdorf UrkFürstenb
5,207
(a. 1309)
MWB 2 1799,35; Bearbeiter: Hansen
huobzëhende
swM.
hier huobe-.
‘Abgabe, Zehnt von einer
huobe
’
sit Berhtold von Balgingen [...] gegeben het
[...] der abbetissinnun unde der samenungen von
Rotenmuͥnster sinen taile des hoves ze Taͤgewingen unde den
huͦbezehenden, der wider in den hof hoͤret UrkWürtt
10,58
(a. 1292)
MWB 2 1799,38; Bearbeiter: Hansen
huoch
stM.
auch hoͮch
(
SummHeinr
2:476,306
),
hû ( SM:UvS , SechsFarben I
).
‘Spott, Hohn’ (häufig in Paarformeln mit
spot):
di marterære guot, / di mit ir tode / di ewigen genade /
habent erworven umbe got, / liten huh unte spot / unte nid unte haz
HimmlJer
285;
mit den gedanchen ich in sluch, / ich honde in mit der zungen,
/ ich nesprach mit dem munde / niwar huoh unde spot SüklV
478;
mit michelem huohe vil harte si in sluogen
AvaLJ
147,3.
150,5;
des muoz ich lîden spottes hû SM: UvS
27: 5,7;
huoch unde ubil spot SüklMill
48,8;
SechsFarben I
134;
Exod
139;
Gen
768;
Kchr
9283;
cavillum vel cavillatio irrisio, risus: hvͦch, hosc vel spot
SummHeinr
2:233,371;
suggillatio, derisio, reprehensio, suffocatio: hoͮch vel hosc, spot
ebd.
2:476,306;
PsWindb
43,14.
78,4.
– etw. ze ~ haben
‘etw. verspotten, sich über etw. lustig machen’
michil wirt sîn [des
Antichristen] ubermuot: er wil wesin got. / die christenliche gloube
hât er zi huohe Gen
2868;
da stunten genuoge, die habeten iz ze huohe, / daz si den
gebunden sahen gan, der so groziu zeichen habe getan AvaLJ
135,2
MWB 2 1799,44; Bearbeiter: Hansen
huof
stM.
auch huͦb, hof; Pl. auch hüeve.
‘Huf’
ein ritterlich vaͤlle / Quoykos an yme schuͦff, / das er gein
des roszes huͦff / vf den sant zù tale flog Krone
18264.
999;
dô sluoc er [der Hengst (im Kampf mit einem
Löwen)] mit den hüeven / hinder sich ze berge sâ. / den lewen traf er
schiere dâ / mit beiden füezen an den koph KvWPart
10540;
unz ûf den huof swanc im [dem
Pferd] diu man [Mähne]
Parz
256,22;
si hôrten hüeve klaffen NibB
1601,2;
welchym rosse daz eyter ist us gegangen us dem vosse, alzo daz
im der huwf sy gespaldyn, zo saltu gar ofte dor obir byndyn warmyn hundis mist: is
wirt gesunt Albrant
3,13;
czwissen dem kny unde dem hof ebd.
3,6
u.ö.;
Kudr
15,3.
552,3;
Gen
2845.
2854;
Eracl
1443;
vngula: huͦb VocOpt
1.184.
– als Gefäß:
Lêviathân het einen huof / mit vergift geschaffet dar UvEtzAlex
26852.
– phras. gewâpent (unze) ûf den ~
‘vollständig gepanzert, bedeckt’ (von Pferden):
hie stuont ein ors vil wol getân, / gewâpent vaste unz ûf den
huof Parz
72,1;
unz ûf den huof daz ors vil gar / gewâpent was mit kovertiur
Wh
360,14;
ein ors, gewâpent ûf den huof ebd.
429,11;
nû was ouch daz her bereit / und verwappent gar, / daz si
nindert schinen bar, / und diu ros unz ûf den huof Ottok
15837;
vgl. ähnl.
sî brâhten den gehiuren / mit rîchen covertiuren / ir ors verdaht hinz ûf den
huof RvEGer
5645;
drî künige man vür den vanen schuof, / die [erg.: ihre
Pferde] verdecket heten gar biz ûf den huof Loheng
4952
MWB 2 1800,3; Bearbeiter: Hansen
huofblat
stN.
das Blatt einer Pflanze, wohl des Huflattichs:
nim der preiten pleter di man haizzet hvͦfpleter Barth
(H)
475;
daz sag ich iu ungelogen, / der wintvanc [die Hutkrempe der
wîten hüet
] sleht für die nas; / under einem
huofblat der has / sô wol niht ist verborgen Helbl
3,372
MWB 2 1800,33; Bearbeiter: Hansen
huofîsen
stN.
auch hub-.
‘Hufeisen’
do gevallin [gibt es] ouch edil groze pfert, dy do
nymmer durfin keyner hubysin, wen si han gar veste hufe MarcoPolo
12,5;
die smide in der vogetige sullent ouch den forstern geben sehzehen hubysin und
genegele darzu WeistGr
1,701
(a. 1336);
ferrum quod in pedebus equi percutitur: huouisin Gl
3:668,68
(BStK287);
sternipes: hufisin SummHeinr
2:95,224;
barbatum: hubysen VocAbstr
377;
HvNstAp
18481;
Dietr
9333.
– bildl. im Vergleich:
ich wil in [den Schwätzer] harte selten prisen. / er
klaffendez [klapperndes] hufisen! / owe, er karrende
[knarrende] tur! Jüngl
916
MWB 2 1800,39; Bearbeiter: Hansen
huof|lanke
F.
hier huͦp-.
eine Pflanze, ‘Huflattich’ (vgl.
huofleteche
):
vngula caballina: wasser bluͦme oder roße huͦp oder huͦp
lanke VocClos
Vn19
MWB 2 1800,52; Bearbeiter: Hansen
huof|leteche
F.
eine Pflanze, ‘Huflattich’ (vgl. Marzell 4,850ff., bes.
868f.):
lapacium: hufleticha Gl
3:481,21
(BStK945)
MWB 2 1800,55; Bearbeiter: Hansen
huofnagel
stM.
Nagel zum Befestigen von Hufeisen, ‘Hufnagel’ (hier als
Bestandteil eines Personennamens):
quaere de alia huba in Tetzenacher que collata fuit Andreae fabro dicto
hvfnagel UrbBayJ
168
MWB 2 1800,58; Bearbeiter: Hansen |