heilschilt
stM.
‘ heil bringender Schild’
min heilschilt tragende blüte [Umschreibung der
Geliebten]
Frl
14:29,4
MWB 2 1279,41; Bearbeiter: Bohnert
heilschouwede
stF.
‘Zeichendeutung, Wahrsagerei’
augurium: heilscowede SummHeinr
2:179,01.66
(s.a. AWB 4,843)
MWB 2 1279,44; Bearbeiter: Bohnert
heilschouwunge
stF.
‘Vorzeichenschau, Wahrsagerei’
[dein Glaube werde nicht beschädigt] von dîner
heilschouwunge weder des viursehennes oder des hantsehennes oder der agelstern oder
des mûzæres oder sô dich dîn ôre jucket oder dîn ouge TrudHL (O)
95,13
(vgl. Ausg. S. 356 zur Textherstellung);
augurium: heilschowunge Gl
3:408,61
(=
GlHerrad:Komm
76
).
– übertr. auf eine Person:
si habent gesezcet mih ein unheil [Alternativglosse: ubele
heilscouwunge
] in [interl. zu posuerunt me abominationem
sibi
]
PsWindb
87,9
MWB 2 1279,47; Bearbeiter: Bohnert
heilsen
swV.
vgl. SchweizId 2,1215.
‘Glück wünschen’;
einander:
dez [Jahresanfang] sich die liute geilsent / und
och ein ander heilsent / mit gabe menger hande Martina
231,82.
– unpersönl. Pass.:
und swenn niht geheilset wirt, / den dunkit er si gar verirt / an dez iares
ane vanc / dur dez kvnftigen iares ganc Martina
231,87
MWB 2 1279,58; Bearbeiter: Bohnert
heiltranc
stM.
‘heilender, Heilung bringender Trank’
diu bihte ist [...] daz hereste lachentuom der
sundon. mit deme heiltranche wart gereinit sancta Maria Magdalena
PrWack
6,64
MWB 2 1280,1; Bearbeiter: Bohnert
heiltriefende
Part.-Adj.
‘von Heil triefend’
als daz honic die bîen / ûz dem trôre mugen vinden, / als chan
diu chuniginne [Maria] / den heil triefenden fladen / nâch
disem lîbe fur tragen / den hungergen sêlen Wernh
1047.
D 1017
MWB 2 1280,5; Bearbeiter: Bohnert
heiltrôst
stM.
‘Vertrauen auf Erlösung, Heilszuversicht’
[der Name Jesus ist] ein nam vol bernder blute, / heil
trostes unde gute TvKulm
2778;
in heil trost bernder wyse ebd.
3664.
1088
MWB 2 1280,10; Bearbeiter: Bohnert
heiltuom
stN.
auch -tuon (
Reinfr
4369;
UrkCorp (WMU)
1651AB,32;
VocOpt
12.027
). – wohl verkürzt aus heilictuom (vgl. Ring, Substantivderivation
S. 420).
1
‘heiliger Gegenstand, Reliquie’ , auch kollektiver Sg. 1.1 allg. 1.2 bei Empfängen, Prozessionen mitgeführt 1.3 zur Eidablegung verwendet 1.4 in Vergleichen 1.5 Einzelnes. 2
‘Heiligtum, Innerstes des Tempels’
3
‘etwas (besonders) Heiliges’
4
‘Heiligkeit’
1
‘heiliger Gegenstand, Reliquie’, auch kollektiver Sg.
1.1
allg.:
reliquie: heiltuͦn VocOpt
12.027;
eine gruft er im würchen bat. / daz hæiltuom er dar ein barch
Serv
1603;
den sark, dâ heiltuom inne ist DvASchr
337,33;
uf dem altær da ist zallen ziten daz hailtuom [vgl. Vorlage:
reliquiae sanctorum
] unde daz lieht uffe Konr (Sch)
97,34.
98,10;
daz [
münster
] hiez er mit heiltuome / wol zieren RvEBarl
13550;
ein rot gulden vingerlin, / da was [...] / groß
heiltum verwircket in SalMor
653,5;
ein palmâtsîdîn hemde truoc Wolfdietrîch, / [...]
sant Pangrâzien heiltuom dar inne versigelt was: / daz half im vor den würmen
daz er dâ genas WolfdB
688,1.
729,2;
grôz heiltuom enlæzet man niht gerne blôz rüeren noch sehen
Eckh
1:328,5.
1:343,12;
dem heiltum neigte er uff den fuß SalMor
658,3;
daz si inen iren schaden sv̓ln abetvͦn, den sie
[Mönche] vnd ir gesinde namen von der selben
getat an wine, an korne, an gewande vnd an andern dingen ane [=
âne
] heiltvͦn [liturgisches Gerät (so
Regest)]
UrkCorp (WMU)
1651AB,32;
Serv
2553;
StrKarl
8193;
Virg
127,6;
vereinzelt Pl.:
vier heyltum Rab
651,1(La.)
1.2
bei Empfängen, Prozessionen mitgeführt:
si truogen ir heiltuom Greg
3768;
mit geliute und mit heiltuome / wart der keiser rîche / enphangen
RvEGer
668.
5710;
der kilwart [...] sol och den ban umgan mit dem
heiltum ze inganc mit dem meigen [Anfang Mai]
UrkEls
2,166
(a. 1339);
GFrau
2406;
Loheng
6462
1.3
zur Eidablegung verwendet:
er nam daz heiltuom, drûf er swuor Parz
269,2;
si bôt ir herze unde ir hant
[...], / dem heiltuom unde dem eide
Tr
15677.
15668;
wes er sinem vater Pippin swüere [...] uf grozem
heiltuome PKchr
166,9;
UvTürhTr
194;
Ottok
41319
1.4
in Vergleichen:
man êrt in sam ein heiltuom Virg
265,13.
1006,13;
man hât sîn wirde reht als ein / heiltuon Reinfr
4369
1.5
Einzelnes.
– auf die Eucharistie bezogen:
wir [...] in der christenheite haben iz
[Brot und Wein] ze heiltuome des lihnamen
unde des bluotes unseres herren Ihesu Christi PsWindb
50,18(Randgl.).
– in atl. Zusammenhang:
Môisês die gertel dô / in ein reinez tüechel want
[...] / und hielt sie vür ein heiltuom
HvFreibKr
472
2
‘Heiligtum, Innerstes des Tempels’
sô er [Hoherpriester bzw. Bischof] in daz heiltuom
gêt gote ze dienende DvASchr
355,4;
ein vorhang was gehenket vor daz heyltuͦm der heylegen [entspr.
lat. sanctum sanctorum
] , unde der obirste priester under den juden
[...], der gieng alleine zuͦ einem male in deme jare
zuͦ sehene daz heyltuͦm NvLand
29,11.16
3
‘etwas (besonders) Heiliges’
der tach vnd die wile muͦzen ein heiltuͦm sin aller
hochczeite Konr
11,26;
daz hêrste und daz hœhste heiltuom, daz himel und erde ie gewan, daz bist dû,
Jêsû Kriste, und dîn reiniu muoter DvAOff
34
4
‘Heiligkeit’
[...] daz sîn [Christi] grap
[...] / under der heidenschefte ist. / daz solt uns wê
tuon zaller vrist, / daz ez nien ist alsô geêrt / alse des sîn heiltuom gert
WälGa
11498
MWB 2 1280,14; Bearbeiter: Bohnert
heilunge
stF.
1
‘Heilung (von körperlicher Krankheit)’
2
‘Rettung, Heil’
1
‘Heilung (von körperlicher Krankheit)’
ze dero heilunge des milzes ioch dere lungun nim driu gebundelin marrubii
[...]
Capsula
126;
mag ez gesin, / daz man mache uf den sabbat schin / heilunge?
EvStPaul
8636
2
‘Rettung, Heil’
[Gott ist] schirmære dere heilunge
[Alternativglosse: nerunge
] gesalbten sines [
protector salvationum christi sui
]
PsWindb
27,8;
salvatio: heilunge WindbCant
128.
–
[Jesus zu Maria Magdalena:] der geloube din / sal dir
ein heilunge sin [vgl. Lc 7,50]
Pass I/II (HSW)
40182
MWB 2 1281,13; Bearbeiter: Bohnert
heilvertrîp
stM.
‘Heilvertreiber’
der mort ist uwer heilvuͦrtrib Rumelant (K)
10:5,9
MWB 2 1281,24; Bearbeiter: Bohnert
heilvlieʒ
stM.
‘Strom des Heils’
doch hiez ‘heilvliez’ [Akk.] not [d.h.
die notleidende Menschheit (Subj.)] ie ez [das
Kreuzesholz] durch niez Frl
2:15,10
MWB 2 1281,26; Bearbeiter: Bohnert
heilvluot
stFM.
‘Flut des Heils’,
als Umschreibung der Geliebten:
heilflut der senften güte Frl
14:29,9
MWB 2 1281,29; Bearbeiter: Bohnert
heilvüeric
Adj.
vgl. AWB 4,832 (Wiener Notker).
‘heilbringend’
honic unde milch flôz [bei Jesu
Geburt] , / nôtturftiger segen, / heilfuoriger regen, / pigmente
unde mirre Wernh
1066
MWB 2 1281,31; Bearbeiter: Bohnert
heilvündic
Adj.
‘das Heil findend, zum Heil führend’
der priester si [...] / sundic oder
unsundic; / die wort die sin heil vundic / die da [im eucharistischen
Hochgebet] der priester sprichet HeslApk
13072
MWB 2 1281,35; Bearbeiter: Bohnert
heilvuorlich
Adj.
vgl. AWB 4,832 (Wiener Notker).
‘zum Heil führend’
aqua sapientie salutaris: wazzer wisheit heilvuͦrlicher PsM
Per 19,3
MWB 2 1281,39; Bearbeiter: Bohnert
heilwâc, heilwæge
stMN.
→
heilawâc
MWB 2 1281,42;
heilwîn
stM.
‘ heil bringender Wein’
din friedel rufet [...] / in dem heilwin tragenden
garten Frl
1:3,9
MWB 2 1281,43; Bearbeiter: Bohnert
heim
Adv.
auch hein (vgl. 2
5Mhd. Gr. § L 94). – adv. Akk. Sg. von heim stN.
‘nach Hause, in die Heimat’, häufig verdeutlicht
~ ze lande (auch ze hûse)
1 bei Bewegungsverben (z.B. gân, komen, rîten, varn ; kêren,
wenden ; bringen, leiten, senden, tragen, vüeren ) 2 bei anderen Verben 2.1 allg. 2.2 elliptisch (zu erg. ist der Inf. eines Bewegungsverbs) 3 bes. adv. Verbindungen 3.1
dar/ her/ hin ~
‘nach Hause, in die Heimat’
3.1.1
dar ~
3.1.2
her/ hin ~
3.2 mit Präp. unze (wider)
1
bei Bewegungsverben (z.B. gân, komen, rîten, varn; kêren,
wenden; bringen, leiten, senden, tragen, vüeren):
der gechoufte scalc gie friliche heim [im
Jubeljahr]
SiebenZ
77;
hebt iuch hein in iuwer hûs Walth
59,7;
wanne si heim zu huse quam Elis
2248;
ridet heim ze lande Roth
3442;
heim schiffen KvWTroj
15438;
und also fuͦr de kint mit in wider hain hinz Nazareht PrSchw
2,10;
AHeinr
1347;
UrkCorp (WMU)
248A,47.
–
dô der strît sô was ergangen
[...] / daz lantvolc heim kêrt Ottok
4587;
Herb
11507.
13072;
sô mege wir wider heim wenten Gen
2246.
1774;
NvJer
24011.
–
der [Hirte] bringet ze âbunde
sîn vihe heim Gen
2946;
den boten er heim sante UvZLanz
4930;
daz iz niht mohten tragen / ir mœre heim ze lande
NibB
764,3;
EvStPaul
2597;
UrkCorp (WMU)
694,6.
N816,21;
eine Braut
~ leiten/ vüeren
‘heimführen’
so man eine liebe brut heinleitit PrGeorg (Sch)
35,21;
PrGeorg
33,28;
PrMetten
201,31;
daz er im heimfvrt sines brveders wip [Mt
22,24]
EvAug
54,12;
hier anzuschließen:
dc wir allen den, die die straze ze Kurwal varent,
[...] da hin und wider heim guͦt geleite
[...] geben UrkCorp (WMU)
357,13;
SüklV
720.
– in geistl. Sinne:
so megen wir [...] chomen heim ze
lande / hin ze paradyse AvaLJ
28,3;
die [Gerechten] fuͤret vnser
herre haim in sin huͤs [am Jüngsten Tag]
Konr
22,74.
18,46;
Hochz
775.
– bildl.:
als elliu wazzer ûz dem mer / gewalteclichen giezent / und
drîn aber fliezent: / alsô gat des milten zer / wider heim aldurch daz jâr
KvWLd
24,15;
und sol dem spital daz phunt gæltes haim gan [d.h. dem Spital
zufallen] ze rehtem aigen UrkCorp (WMU)
3343,19;
sie [die pfaffen der röm. Kurie]
schatzen Simonie rich, / daz komt in allez heim [wird ihnen
vergolten] : / sie vinden gallen sicherlich / dort
[im Jenseits] für den honigseim
Frl
9:19,20;
ez [Wohltaten] komt iu
[Fürsten] heim an ritterlichen sachen ebd.
9:4,10;
leite sî mich zeinem mâle hein zuo zir gedanke fiure
KLD:BvH
16: 4,2
2
bei anderen Verben
2.1
allg.:
[Christus] unsich irlosti undi heim giwan
SuTheol
234.
–
daz wir heim zi der mendin hugitin
SuTheol
84;
wand er heim sinnete / in sînes œheimes hûs
UvZLanz
5572;
VAlex
387;
~ ze lande hügen u.ä.:
Kchr
11678;
Roth
4800;
KvFuss
1287.
–
heim ze mînem hûse ich si geladet hân
NibB
2159,2.
649,2;
Roth
897;
bildl.:
den hete sælde heim gelât HartmKlage (G)
1765
2.2
elliptisch (zu erg. ist der Inf. eines Bewegungsverbs):
wir suln uns ouch bereiten heim in mîniu lant
NibB
690,3;
er erloupte ime heim Gen
1366;
hilf mir sundære heim / uz diseme wurmgarten
SüklV
69;
Tr
4392;
lâz in heim Gen
2415.
2272;
RvEBarl
5936;
ich wil hein Walth
31,30;
si wolten heim ze lande UvZLanz
1314;
LobSal
200;
GrRud
Ib 62.
K 35
3
bes. adv. Verbindungen
3.1
dar/ her/ hin ~
‘nach Hause, in die Heimat’
3.1.1
dar ~
:
so wolt ich fro dar heim varn StrKD
145,147;
ir sult mit uns dar hein StrDan
2291;
der [
kneht
] dar hein brâht den wîn Ammenh
10125;
Mühlh
153,25;
KvWTroj
13693;
KvWPart
3894.
7196
3.1.2
her/ hin ~
:
s. →
hërheim
,
hinheim
3.2
mit Präp. unze (wider):
und brachte in [...] / unz heim in sin husgemach
Pass III
561,49;
da bi sol der gast [...] getrúwe geleite han der
burger unz wider hein UrkCorp (WMU)
26AB,35,36;
Flore (P)
7733
MWB 2 1281,45; Bearbeiter: Bohnert
heim
stN.
auch hein (vgl. 2
5Mhd. Gr. § L 94). – sw. flekt.
LvRegFr
2998;
Tauler
10,27;
StRMünch
230,22.
472,4.
‘Wohnort, Haus, Heimat’
wirt unde heim sint zwêne unschamelîche namen Walth
31,25;
ich bin geheizin bruder Huc, / ze nachnamen von Langenstein: / da was miner
vordern hein Martina
292,38;
uf sime rucke er in truc / mit im zu dorf in sin heim
Vät
937;
duo ich bigab mîn heim [meine Heimat
verließ]
Gen
2656;
bi got ist unser heim zer zeswen hende JTit
302,4;
daz paradis vil nahen lit des kuniges heime ebd.
6152,1
(oder zu heime stF.?);
Exod
642.
– bildl.:
mutwille! [...] / din heim, daz ist bescheidenheit
Frl
11:4,3;
die menschen, die nút sint uzgegangen irs heimen noch sint úbergegangen
úber die nature [...], die disem heim und allem heim
natúrlicher dinge nút sint úber und uzgegangen, die sind rehte als rinder oder
kelber zuͦ verstonde zuͦ disen hohen goͤtlichen dingen Tauler
10,27.29.
– in den präp. Verbindungen an/ gegen/ von heime:
ist er an haim [zuhause] , sô sol er
[...]
RbRupr
228;
NüP
143;
ie der man gein heime vuor Loheng
2604;
Ottok
80914.
57064;
wan im von heime ein bote kam UvZLanz
9275;
von heime si gesuochent [greifen
an] / daz rîche nimmer mêre Ottok
16214;
ich trage siu [Lämmer] von heimen her
LvRegFr
2998;
Wernh
D 2681;
Ottok
4432.
54554;
StRMünch
230,22.
472,4
MWB 2 1282,51; Bearbeiter: Bohnert
heimbachen
Part.-Adj.
auch -backen.
‘vom →
heimbecke für den Hausbedarf seines Auftraggebers (ggf. auch in
dessen Haus) gebacken’
von dem heinbacken ruckin broͤte [Überschr.] . daz
heinbacken ruckin broͤt sol man backen uf 2 metzen klien WüP
92,1.2
(vgl.
ruͤckin kaufbroͤt ebd.
92,6
);
swelich pfister heimbacken broͤt becket ungewegen ebd.
92,16.
93,1.3.
– subst.:
haimpachens mac er pachen NüP
82.
170.
– bildl.: ‘gewöhnlich, alltäglich’
ein œd heimbachen knappe Hadam (Sch)
507,6
MWB 2 1283,15; Bearbeiter: Bohnert
heimbecke
swM.
‘Bäcker, der gegen Lohn und mit dem Teig, den ihm sein Auftraggeber zur Verfügung
stellt, für dessen Hausbedarf (ggf. auch in dessen Haus) backt’ (vgl. LexMA
1,1325f.):
ez ist den pfistern gemeinlich verboten daz ir keiner niht mer zu lon so
[l. sol
] geben den knehten danne die heimbecken StRRotenb
507
MWB 2 1283,25; Bearbeiter: Bohnert
heimburgambet
stN.
‘Amt eines heimbürge
1 ’
redditus quinque unciarum hallensium, provenientes de officio dicto
hamburgenamt ante portam sancti Martini DRW
5,594
(Böhmer-Ficker; a. 1315);
wir han [...] verlihen [...]
uber 10 jar unser ungelt zu Bruchsel jerlichen umb 200 libr. hall.
[...] und unser heymburg-ampt da selbens ze Bruchsel
auch als lange jerlichen umb 10 libr. hall. ZGO
8(1857),S. 287
(a. 1342, kopial)
MWB 2 1283,32; Bearbeiter: Bohnert
heimbürge
swM.
auch hem- (
Mühlh
151,2.
152,19;
WeistGr
2,1
(a. 1321)
), hein- (
UrkCorp (WMU)
254,43
u.ö.;
MGHConst ).
1
‘Orts-, Gemeindevorsteher’ in Dörfern und Städten mit administrativen und
richterlichen Aufgaben (vgl. 2 HRG 2,895-897) 2
‘ städtischer Bote; Gemeindediener, -bote’
1
‘Orts-, Gemeindevorsteher’ in Dörfern und Städten mit administrativen und
richterlichen Aufgaben (vgl. 2HRG 2,895-897):
tribunus: heimburgo SummHeinr
2:517,01.25;
daz wi burgeri zu Mulhusen sullin sezzi alli iar einin
heimburgin Mühlh
151,5;
jch spriche ouch vmbe den heimburgen, den men alle iar setzet in dem dal ze
Andelahe, swes die geburschaft [...] vber ein koment, daz
den die von Andelahe setzent svlnt UrkCorp (WMU)
1953,3;
diz ist der mendac, den Heinrich, der heinburge von Bach, hat gegeben den
heren von sante Joh’s ebd.
915,32;
ober schult richt eyn heymborge, als vere als he mag, / kunde he eme nicht
gerichten, so solde eme eyn zeyntgrebe sizse WeistGr
3,325
(14. Jh.);
schulteize, heimburge, scheffen und gemeinde zuͦ Covern
UrkMoselQ
199,11
(a. 1347);
Mühlh
152,19
u.ö.;
StRStraßb
50,9;
UrkAgr
257
(a. 1328).
– als Bestandteil von Personennamen:
Cvͦnrat der hainbúrge UrkCorp (WMU)
3362,5
u.ö.
2
‘ städtischer Bote; Gemeindediener, -bote’
Fritzen Grawen, unseren geswornen heinburgen [...]
senden wir [Rat der Stadt Speyer] uch ze botten
MGHConst
5:380,24
(a. 1317).
– hierher?
preco: butil vel heimburgo SummHeinr
1:287,249
MWB 2 1283,41; Bearbeiter: Bohnert
heimburger
stM.
wie heimbürge
1:
dyt ys gescheyt vur irsomen luden: Heynrige dem heymburgere van Husen yn dem
hoyfe zo Husen, inde Clamanne dem heymburgere van Etterig UrkGerKöln
364
(a. 1336);
quod [...] abbas et conventus, comes, milites et
villani de communi consilio duos viros, qui vulgo dicuntur heimburger, eligant de
communi, qui omnibus silvis [...] presint
DRW
5,594f.
(WertheimUB.; a. 1237);
officium heimburgeri UrkStVerf
108
(a. 1190)
MWB 2 1284,4; Bearbeiter: Bohnert
heime
Adv.
auch hein (
Walth
31,30;
WvRh
900,
vgl. 2
5Mhd. Gr. § L 94). – adv. Dat. Sg. von heim stN.
1
‘zu Hause, daheim, in der Heimat’
1.1 allg. 1.2
dâ/ hie ~
1.3 jmdn.
~ suochen : s.u.
heime suochen
2 durch analogische Vermischung mit heim Adv.: ‘nach Hause’ , bei Verben der Bewegung
1
‘zu Hause, daheim, in der Heimat’
1.1
allg.:
die brûdere sulen alle sunnetage, dâ sî heime sint
[...], capitel halden StatDtOrd
59,14;
ich bin hein Walth
31,30;
[Titurel] was nicht gar da [beim
Gral] heime: bi got ist unser heim zer zeswen hende
JTit
302,4;
Iw
2853;
Hochz
307.
–
wol im ze hove, der heime rehte tuot Walth
103,12;
beide heime vnde zo hofe Roth
4922;
Herb
17887;
heime unde uzen FvSonnenburg
54,10;
Tauler
105,20.
–
der heim ist erzougen / den dunkit alles daz gelogen / daz man von
frömeden landen seit Martina
257,17;
Tauler
10,25;
ern hêt sich heime niht verlegen Wig
2888;
KLD:Namenlos
n III 3,6
1.2
dâ/ hie ~
:
sa gaben si Moyse di sculde. / si sprachen algemeine, / si waren baz
daheime, / da heten si mit follen / fleisk unde zivollen VMos
48,2;
künc Artûs was da heime niht: / er was ûz an daz gejeit
Wig
583;
diu sêle muoz dâ heime sîn in irm innigesten
[...] und niht ûzluogende Eckh
2:164,2;
dâheim in tiutschen landen Ottok
54571;
da heime vnde in ellende Herb
18447;
dâ heime und anderswâ WernhSpr
14,4;
die vinde sint da heime und wir gar vremde geste JTit
3155,1;
Rothere saz dar heime Roth
5002;
hêt er dâ heime sich verlegen Georg
1211;
ich hân dâ heime ein êlîch wîp Tr
8189;
Gen
2171;
AHeinr
1349;
HvFreibTr
2956.
–
so ich wene, du sist hi heime, / so hast du dich hin uz verstoln
Kirchenl
449,9;
were ouch, daz der keinre, der zuͦ demselben rate korn
ist, siech were, oder hie heime nicht enwere WüP
7l,3
(=
UrkCorp (WMU)
2302,35
);
der dar niht gerne welle, der mac hie heime bestân
NibB
1470,4;
hir heime Roth
1546;
Kchr
6938;
Eracl
3169;
KLD:BvH
4: 3,8
1.3
jmdn.
~ suochen: s.u. →
heime suochen
2
durch analogische Vermischung mit heim Adv.: ‘nach Hause’, bei
Verben der Bewegung:
michel angest in nam [...], / wie in
sîn bruoder inphienge sô er heime chôme Gen
1485;
pei dem tier [Krokodil] verstêt man
den wuochrær, der die armen kaufläut haime lädt zuo dem wehsel oder zuo anderm
geding, und verslint si dann ze letzst alsô ganz BdN
233,18;
daz wort hat ain ieglich mentsch enphangen [...] in
sin ore und in sin hertze und treit es mit im haime PrGeorg
6,6;
er fvrt si [Braut] heime
EvAug
90,6.
– s.a. →
hinheime
MWB 2 1284,14; Bearbeiter: Bohnert |