Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
      hërkêre stF.
      hër komen stV.
      herkraft stF.
      hêrlich Adj.
      herlîche Adv.
      herliclich Adj., Adv.
      herlinc stM.
      hermde stF.
      hermelîn Adj.
      hermelîn stN.
      hermelwisel F.
      hermelwîʒ Adj.
      hermen swV.
      hërmen swV.
      hermîn Adj.
      hermîn stN.
      hermüede Adj.
      hern swV.
      hërnâch Adv., Präp.
      hernâchmâles Adv.
      hërne stN.
      hërnëben Adv.
      hërnider Adv.
      hernôt stF.
      Herodære stM.
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hërkêre - Herodære    


hërkêre stF. ‘das Hierherkommen’ und danke got der êre / von dis ritters herkêre, / wan du an im funden hâst / dâ mite du lange umbe gâst UvZLanz 1816

MWB 2 1396,30; Bearbeiter: Tao

hër komen stV. 1 ‘hierher kommen’ (vom freien Syntagma nicht zu unterscheiden, s.a. her Adv. und komen stV.), von Personen
2 ‘von auswärts, aus der Fremde hierher kommen, zuziehen, -wandern’
3 mit persönl. Subj. ‘von wo herkommen, stammen; von jmdm. abstammen’ , mit sachl. Subj. ‘von jmdm. herrühren, seinen Ursprung, Grund in etw. haben’ ; Die Belege sind nicht eindeutig, her kann als Verbpartikel, freies Adv. oder im Falle mit wâ, dâ als diskontinuierliches Element einer Zusammensetzung aufgefasst werden
4 herkomen sîn ‘(von alters her) bis jetzt überkommen, gültig sein, üblich gewesen sein’ ; meist von ununterbrochen geübtem Recht und Brauch
   1 ‘hierher kommen’ (vom freien Syntagma nicht zu unterscheiden, s.a. her Adv. und komen stV.), von Personen: unze er [der himmlische König] selbe her quam unde ime [dem Teufel] den roup angewann AvaLJ 193,5; ir kumt her ze vruo: / man hete iuwer hie wol rât Iw 6094; so sal un di richteri heri ladi, unde di man demi he gidrowit heit· unde sini naciburin· unde sulin umi gutin vridi gebi, heri unde widir zu cumini· Mühlh 172,17; Part.Präs.: wol dem wart / sîner her komenden vart Wh 320,30. – subst. Inf.: dô ich her komens phlac Ottok 5016; daz lan ich nu [...] und nim daz dirte stucke, daz ist ein ende sines herkomens [daz Ziel des Kommens (Christi) auf die Erde, der Menschwerdung] , daz sint alle die guͦten gemuͤte, die in gotte eweclich gestanden sint, daz er die lere, wie sú wider zuͦ ime kummen súllent Seuse 473,7. – vereinzelt übertr., von Sachen: ‘hierher gebracht werden’ und auch swelhe zit am tage saltz herkumt, daz sol sten zu markte uf den andern tag zer glocken ane furkauf WüP 101,9. – ‘ablaufen, verlaufen’ nu hæte ir muoter ouch gesaget / ir vater umbe den koufman / al von ende her dan, / [...] diz dinc wiez allez her ist komen Tr 10038    2 ‘von auswärts, aus der Fremde hierher kommen, zuziehen, -wandern’ choment auch mer jvden, vnserre genozze, her, die svllen vns auch zvͦ dem baͤw hælfen UrkCorp (WMU) 3056,10. – meist als adj. Part.Prät.: advena: herchomener PsM 38,13; incola: ein hercumener PsTr 118,19; enpfâhet ir iuwer geste / alle sament alse mich, / daz ist untrœstlich / einem her komen man Iw 6123; ist he ein herkumen man [...] unde setzet sich in die stat wonehaft, he muz schozzen unde wachen mit den burgeren StRFreiberg 233,4; wart [...] erteilt, daz einem lantgrawen [...] zuͦgehören: [...] alle herkommen lúte UrkBern 5,314 (a. 1323); StRBrünn 403; RvEWchr 26871    3 mit persönl. Subj. ‘von wo herkommen, stammen; von jmdm. abstammen’, mit sachl. Subj. ‘von jmdm. herrühren, seinen Ursprung, Grund in etw. haben’; Die Belege sind nicht eindeutig, her kann als Verbpartikel, freies Adv. oder im Falle mit wâ, dâ als diskontinuierliches Element einer Zusammensetzung aufgefasst werden: wærstu von Gylstram geborn / oder komen her von Ranculat Parz 9,13; von zwein geswesteren sin wir sus / die ersten kint her kvmen Herb 5951; daz ander daz heyratguͦt, daz von dem toten her komen ist OberBairLdr 106. wan si [die Gnade] von einem götlîchen wesene her kumet Eckh 4:215,33; ein ieglich ding wo es herkome Tauler 35,29; lere liden was úber dich kunt inwendig und uswendig, wo es her kunt ebd. 206,32; fliehent alle die ursachen da dis schaden her komet ebd. 233,16    4 herkomen sîn ‘(von alters her) bis jetzt überkommen, gültig sein, üblich gewesen sein’; meist von ununterbrochen geübtem Recht und Brauch: künges wort sül wesen sleht. / [...] also ist iz her chomen Krone 1649; ez ist sô komen her, / daz uns got leides ouch gewer, / swenn er uns liebes vil getuot Ottok 18891. vnd dar vmbe wan daz vorgenante dorf ane [ohne] rehten herren her komen ist so haben wir [...] Rvbin [...] daz [...] dorf gelihen ze rehtem lehen UrkCorp (WMU) 3424AB,34,35; deu reht, dev zeitleich vnd gewoͤnleich her chomen sint ebd. 3068,1; vnd sullent si vns daz selb marschalch ampt verdienen, als ez mit alter her ist chomen ebd. 2999,45; alle vnser reht vn̄ gerihte [...], als sie von alter her sin komen ebd. 2550,9; WüP 34,2; ez ist ouch von alter gewonhait her komen, daz [...] UrkCorp (WMU) 3435,27; RbHohenlohe 26 (a. 1333); dienst zwürent in dem iar als es har komen wer DRW 5,776 (Geschfrd. der 5 Orte; a. 1284); mit allem rehte als mügelich vnd harkomen UrkBergh 27 (a. 1328)

MWB 2 1396,34; Bearbeiter: Tao

herkraft, hereskraft stF. ‘Heeresmacht, Streitmacht’ er furet so getane herescraft, / div unter disem himele / chom îe zesamene Rol 7638; Alexandris herescraft, / di in lange hête belaht SAlex 2936; ich wæne nie gefüere / sô wol ze wunsche ein rîterschaft / als diu selbe heres kraft UvZLanz 9091. mit her-, hereskraft (s. a. unten): wenne du dich denne bereiten macht, / sone sume nicht mit der heriscraft Elmend A 768; gewaldiclîche verwan er den / [...] mit sîner hercrafte SAlex 106; die dar quamen mit herescrefte Roth 2876; Köditz 50,17. – oft mit michel, grôz, starc als Attr. oder Prädikativ: dû vil michel herchraft / dû chêrte an alle dî lantschaft JJud 302. 813; wîten ginc der gwalt sîn, / michil was sîn heriscraft SAlex 101; di heriscraft sagetin si so groz, / daz der kunic wenit sin der gote gnoz Elmend A 203; mit grozer herescraft Roth 3817; UvZLanz 9254; KarlGalie 7092. 7153; mit sô starker herescraft KvWSchwanr 161

MWB 2 1397,45; Bearbeiter: Tao

hêrlich Adj. , hêrlîche, hêrlîchen Adv. vgl. → hêrrenlich . 1 ‘vornehm, dem vornehmen Stand gemäß’ , davon ausgehend je nach Kontext auch ‘ausgezeichnet, schön, prächtig, herrlich’ usw., vereinzelt ‘berüchtigt’
1.1 Adj.
1.1.1 vom Menschen und seinen Gliedern
1.1.2 von Tieren
1.1.3 von Sachen
1.1.4 von anderen Bezugsgrößen
1.2 Adv.
1.2.1 mit intr. Verben
1.2.2 mit tr. Verben
1.2.3 mit präd. Adj.: ~ gar/  gereite ‘prächtig gerüstet’
2 in deutlichem Bezug auf die Stellung eines Herrn, eines Gebieters ‘nach Art eines Herren, Gebieters, wie es einem Herren gemäß ist’
2.1 Adj.
2.2 Adv.
   1 ‘vornehm, dem vornehmen Stand gemäß’, davon ausgehend je nach Kontext auch ‘ausgezeichnet, schön, prächtig, herrlich’ usw., vereinzelt ‘berüchtigt’    1.1 Adj.    1.1.1 vom Menschen und seinen Gliedern: sîn geslehte was hêrlîch, / ubir al Kriechlant gwaldich SAlex 93; her hete bî sînem wîbe / zwêne sune hêrlîche En 4575; mit vil hêrlîchen scharen ebd. 1225; diu hêrliche meit NibB 456,1; dirre hêrlîche man Tr 10014; sîn brust, sîn arme und sîniu bein / diu wâren hêrlîch unde rîch, / wol gestalt und edelîch ebd. 6655; der ewig vater, der geschuf den menschen vil herlichen und satzt in in die micheln wunne des paradises PrOberalt 3,13. 170,39; vereinzelt pejorativ: und her hatte dô einen hêrlîchen [ insignem ‘berüchtigten’] gevangen der geheizen was Barrabas EvBeh Mt 27,16. – von Verhalten, Benehmen, Handlungen: sîn gebærde was vil hêrlîch, / einem edeln manne gelîch Er 288; nu daz diu schœne, guote / sîne geschepfede sô rîch / und sîne site sô hêrlîch / sunder bespehete unde besach Tr 10006; schœne unde hêrlîch was sîn ganc ebd. 4038; si tâten in dem sturme diu vil hêrlîchen werch NibB 2210,4; in umschreibendem Ausdruck: rîche wât und rîche cleit / wart in nâch hêrlîchen siten / gein der hôchzît gesniten HvFreibTr 549. – von einer Festveranstaltung: sô gebietet eine hôhgezît / wol hêrlîch unde rîche Tr 1627    1.1.2 von Tieren: [ die hinde ] was daz herlichiste tier / daz die iegire iemer / in dicheinen walde ie gesahen Ägidius 357; Ênêase her sande / zeheniu vil hêrlîche [erg.: ros ] / Latînûs der rîche En 3935; nu sich wie die tumben [vernunftlosen] vich herlicher sint in ir nature, und wachsent ir kleider, do in mit genuͤget, ist warn, ist kalt; und du muͦst von in lehenen din kleit Tauler 198,12    1.1.3 von Sachen: her sazze einen tisch herlich Roth 1613; unt möcht iemen mit hêrlîcher spîse / daz himelrîch beherten Erinn 220; man gesach an helden nie sô hêrlîch gewant NibB 72,4; ein pavilûne, diu was rîch, / wol schœne unde hêrlîch Tr 13268; dô mohte man schouwen ûf der plân / vil manic hêrlîch gezelt Wig 9255; da man ir brachte sa zu hande / so herlichen prisant Elis 1448; min schönne burg ward verbrantt, / dar zü ain herliches land GTroj 11462. dar ûfe lâgen lîsten, die gâben hêrlîchen schîn NibB 1825,4    1.1.4 von anderen Bezugsgrößen: zuo der selben scone so gibet uns got ze lone / eine vil statige jugende unde manige herliche tugende AvaJG 30,7; Rome [...], / dú mit herlichim werde / wart sit uf al der erde / der kúnigriche ubir aldú lant / krone und houbitstat genant RvEWchr 26595; do unser herre [...] menschlich gebilde an sich nam [...], do eroffent er sich an disem hiligen tag mit drin vil herlichen sachen PrOberalt 30,6; daz selb opfer hat herlich bezaichenunge ebd. 30,38; wa wart iͤ creature so erhaven, / dat si den herlichen namen muͦst haven, / dat si godes muͦder hiͤz ind were / ind doch des magtduͦms niͤt enbere? MarlbRh 60,34; do sach ich die herliche warheit in der ewigen wirdekeit Mechth 2: 26,42    1.2 Adv.    1.2.1 mit intr. Verben: – Bewegungsverben: nu seht, wie hêrlîche er gât Tr 4087; er kam dar hêrlîchen. / sîn geselleschaft was grôz Er 2107; Kudr 333,4; dô reit diu küneginne vil hêrlîche dan NibB 786,3. – andere Verben: den unkunden gesten man diente hêrlîche sît NibB 1671,4; daz er vor manegem helde sô rehte hêrlîchen streit ebd. 302,4; di swert herlichen chlungen Rol 4835    1.2.2 mit tr. Verben: hêrlîch er ez [das Fest] ane vienk En 6068; das men iemer me unser iargezit sol began andehtelich und herliche [feierlich] mit singende und mit lesende UrkCorp (WMU) N384,26; in den selben stunden / bestatten si hêrlîchen / Porum den rîchen SAlex 4748; Herb 18433; der guote Marke [...] enpfieng in / hêrlîche und alse im wol gezam Tr 4325; si nâmen si ze handen / die geverten beide, si und in, / und condewiertens under in / schône unde hêrlîche / hin vür daz künicrîche ebd. 11157; dâ nâch gruozten si drîe / Tristandes cumpanîe / hêrlîche und alsô wol, / als man von rehte hêrren sol ebd. 11165; daz was hêrlîch getân Wig 208; die vürsten ûf den palas / giengen, dâ verdecket was / manec tavel hêrlîche Wh 311,9    1.2.3 mit präd. Adj.: ~ gar/  gereite ‘prächtig gerüstet’ do warin sie dar herliche gare / vffe rossen sne blanken Roth 2638; der chunc was herlichen gâr Rol 4379. 4772; NibB 196,4; riter gemeite, / herlich gereite Hochz 304    2 in deutlichem Bezug auf die Stellung eines Herrn, eines Gebieters ‘nach Art eines Herren, Gebieters, wie es einem Herren gemäß ist’    2.1 Adj.: ir sult mir gebieten mit hêrlîchen siten NibB 356,2. 319,2. 913,1; er was an rehter hêrschaft / aller keiser genôz. / sîn stimme alsam ein horn dôz, / sîn rede diu was vil wol besniten. / man sahen mit hêrlîchen siten / vor aller der hêrschefte stân Tr 4048; swâ der hêrre gar vertuot, / daz ist niht hêrlîcher muot Parz 171,10; wil din mutwille herlich sin, / hil dich [gemeint: entziehe dich dem muotwillen (FrlWB, S. 150)] und twing in wider in Frl 11:4,11; ez was ein herre zu einer zit, / des lop was lanch und wit. / daz schuf sin herlichez leben Erz III 174,3 (vgl. sin herreliches leben StrKD 57,3 ).    2.2 Adv.: daz er uor dinem chuͦninclichen stuͦle / dir also herlichen gedrot hat Rol 2147; unde ob mich mîne mâge nâch tôde wellen klagen, / [...] daz ist âne nôt. / vor eines küneges handen lige ich hie hêrlîchen tôt NibB 2302,4; man tete in alsô rîche / daz er sich hêrlîche / mit in begân mohte, / als sînem adel tohte Er 1835; der herre hêrlichen lac Iw 6448; herlich er sich underwant / diz riches an aller stat Daniel 4758; do sitzet der ewige kúnig herlichen in sinem trone und gebútet und regniert in dem menschen Tauler 363,4

MWB 2 1398,1; Bearbeiter: Tao

herlîche Adv. ‘mit einem Heer’ das dú selbú stat / von im wart herlich besat RvEWchr 494. 2118; nieman sol / herliche varn durh min lant! ebd. 14196; er was ûf einen grimmen strît / gewarnet herlîch unde wol KvWTroj 25229. – ‘als Schar’ die sih gesamint haten dar / zer hohgezit mit grozer schar, / da si herliche lagin RvEWchr 19048

MWB 2 1399,53; Bearbeiter: Tao

herliclich Adj., Adv. ‘herrlich’ kein künig, kein hoher fürste möchte daz getun, / daz er den sun / dem vater und dem geiste / [...] nimt uz der schoz so herliclich [entweder nachgestelltes Attr. zu schôz oder Adv. (FrlWB, S. 151)] Frl 5:4,5

MWB 2 1399,60; Bearbeiter: Tao

herlinc stM. verwandt mit mhd. → har, her Adj. ‘herb, bitter’, vgl EWA 4,983f. ‘unreife (saure) Weintraube’, mhd. Glossenbelege s. AWB 4,996f.

MWB 2 1400,1; Bearbeiter: Tao

hermde stF. ‘Leid, Schmerz’ der trûc dî kochre der ermde / mit bittirlîchir hermde / unz zu Jhêrusalêm sô hin, / dâ er durch unsers heilis gewin / an eime crûze nackit gehînc NvJer 2853

MWB 2 1400,4; Bearbeiter: Tao

hermelîn Adj. ‘aus Hermelinpelz’ do truͦc man vil balde dar / den hovelúten richú clait, / scharlacen, semit, pfeller brait / und liehte vedern hermelin RvEWh 3641; es sol auch dhein frawe, witwe oder iungfrawe furbaz dhein hermleinen peltz noch kursen tragen noch spalt weder undergewant noch suͤst NüP 184; ein hermelin gewant SalMor 54,2; ein hermeln decklach Lanc 195,23. – hierher oder als Subst. zu hermelîn stN.: die inuille waren hermelin Roth 1862; blanc unde lûter hermelîn / was ir mantels unterzog KvWPart 12450; ir mantel der was / ein samît grûne als ein gras: / diu vedere wîz hermîn [La. hermelin ] / daz si niht bezer mohte sîn En 1721

MWB 2 1400,8; Bearbeiter: Tao

hermelîn, hermel stN. Dimin. zu → 2harm, harme, vgl. ahd. hermel, hermilo und hermelîn (AWB4,997f.). vereinzelt harmel ( SHort 7043 ). 1 ‘Hermelin (das Tier)’
2 ‘Hermelinpelz’
3 formelhaft in Vergleichen wîz (blanc) als ein ~ o.ä. ‘weiß wie ein Hermelin(fell)’ o.ä.
   1 ‘Hermelin (das Tier)’ nu möhst dû sprechen, ob daz härmlein auch ain maus wær? dar zuo sprich ich, daz ez ain wisel ist, und ist leiht diu wisel, die Isidorus ictide haizt BdN 153,14; iedoch pringt daz härmlein weiziu härmel ebd. 153,20; diu cleinen zegellîn / des hermelînes lûhten, / diu swarz geverwet dûhten / alsam ein schînât unde ein kol KvWTurn 599; bi dir [Maria] bezeichent ist diu wisel / diu daz hermelin gebar, / daz den slangen eitervar / ze tode an siner crefte beiz KvWGS 161; KvWLd 1,151. – als Schoßtier der Damen: Virg 138,11 (La. 2harm unter 1); manege schœne maget / sach er bî den zîten [...]: / klein hundelîn in schôze und manec hermelîn, / die vogele in kevjen sungen WolfdD (J) 7:73,3    2 ‘Hermelinpelz’ ein samît mit hermeln underzogen ErnstD 2396; der vürste und ouch diu künegîn / kleiten sich von hermelîn / nâch küneclîchen êren Virg 1029,2; da die ermel werdent underzogen / mit hermelîn und mit bunt Ottok 25280; migale: hermli VocOpt 45.129. – zusammen mit mehreren anderen kostbaren Stoffen genannt: ich wil dir geben an dirre zit / scarlachen, pfeller, saͤmit, / bunt, haͤrmelin und gra RvEWh 3299; vêch, veder, hermelîn, / scharlach und baldekîn, / merderîn EnikWchr 15229 u.ö.; wo ist daz hermelin, zobel, vech, / des dir der teufel vil verleich? Erz III 6,175; manige vrouwe [...] mit richen cleideren gezieret / na erem live gesneden fin, / van pellen inde baldekin, / scharlachen, gruͦne inde bla, / hermelin, bunt inde gra MorantGalie 1082. – als Stoff für ein Wappenbild: van hermlī eyns lewen war / nam ich, up kelen dar gestracht Böhmenschl 58    3 formelhaft in Vergleichen wîz (blanc) als ein ~ o.ä. ‘weiß wie ein Hermelin(fell)’ o.ä.: ein strich dâ mitten [im Schild] durich wuot, / der was geworht mit guotem flîz / von gestein und von berlîn wîz, / wîz als ein hermlîn EnikFb 3063; so ist sin harnasch wiß als ein hermelin SalMor 504,5; dô brâhten im die becken / kipf und wîze flecken, / wîzer dann ein hermelîn; / ein snê der kund niht wîzer sîn EnikFb 1761; iere pfertt söllend sin / plank alsam ain hermlin GTroj 23422; ParzRapp 753,29. – als Schönheitsmerkmal, von weißer Haut und Zähnen (meist der Frauen): blanc alsam ein hermelin / waren ir diu ermelin Tannh 3,41 ähnl. RosengA 85,1; WolfdD 8:275,1; SHort 7043; ir slehtiu kel, / wîzer denn ein hermel Reinfr 2237; sô was sie als ein hermelîn / wîz und sleht Loheng 3128; dîn zend sint sam ein hermelîn, / ein snê kunt niht wîzer gesîn EnikWchr 12515. 14331; von einem Ritter: so ist sin lip wiß als ein hermelin SalMor 506,5

MWB 2 1400,22; Bearbeiter: Tao

hermelwisel F. ‘Hermelin’ den slangen beiz min harm, ich wisel [Laa. hermel wissel, hermlein wiesel, himleins wisel ] Frl 1:9,14

MWB 2 1401,14; Bearbeiter: Tao

hermelwîʒ Adj. ‘weiß wie Hermelin’ nu gap der kerzen widerglast / ir hermelwîze scheitel HvFreibTr 697

MWB 2 1401,17; Bearbeiter: Tao

hermen, harmen swV. auch hirmen. 1 ‘jmdm. Leid, Schaden zufügen’ , mit Akk.d.P.
2 ‘eine Sache bekämpfen’
   1 ‘jmdm. Leid, Schaden zufügen’, mit Akk.d.P.: ein Prûze [...] besaminte zu sînre hant / vil Nattangin und Ermin, / mit den er wolde hermin / dî brûdre und vorermin / mit roube unde slachte / nâch vîentlîchir âchte NvJer 13564; [er] reit kegn Colminlande / mit roube unde brande / dî cristinheit dâ herminde / und gar vorerminde ebd. 14907. 26501. – subst.: begeben volc [soll] [...] demut, barmeherzikeit / uben mit libes kuscheit, / [...] versmehen nicht den armen / vlihende alliz harmen, / niemanne underdrucken Daniel 1852; und itzunt wârin widirbrâcht / zu des geloubin reinekeit / in dî schôz der cristinheit / mit vil urloigis hermin / Pogezênin, Ermin [...] NvJer 15809. 13119    2 ‘eine Sache bekämpfen’ dy warheit zu beschirmene / und di valscheit zu hirmene Hiob 12200; als er den [ geloubin ] ê hirmete, / sus er in nû beschirmete NvJer 18498

MWB 2 1401,20; Bearbeiter: Tao

hërmen swV. hirmen

MWB 2 1401,39;

hermîn Adj. zu 2harm M.; auch harmîn, härmîn 1 ‘ aus Hermelinfell’ ;
2 ‘weiß wie ein Hermelin(fell)’
   1 ‘ aus Hermelinfell’; von Kleidung, Decken, Futter: di tuweren mantel harmin Rol 2501; En 773; Parz 552,22; Flore (S) 3463; sîn hermîn gewant Wh 85,13; ir belliz der was hermîn, / wîz unde vile gût En 1702; Wh 84,24; Wig 701. 10000; diu declachen härmîn NibB 1826,1; Parz 166,14; Warnung 2959; härmîne vederen NibB 365,2; Parz 605,14; UvZLanz 8485; Wig 807; Ottok 7933; daz geville [des mantels ] hermîn, / daz dach ein rîcher sigelât Er 1569; hermîn wîzer danne ein swan / wâren diu inville UvZLanz 8864; der mantel was ze vlîze / mit hermîner wîze / innen al ûz gezieret Tr 10918; dâ mit er [der Seidenstoff] gevüllet was, / daz was sô rehte wîz hermîn, / daz ez niht wîzer kunde sîn ebd. 2551. – von Schildbesatz, Helmdecke (bzw. -schmuck), Wappenbild: dô truoc der helt milte / ûf einem hermîn schilte / [...] manegen zobelbalc Parz 18,6; sîn [des Schildes] halbez teil strîfehte / von zobel und von golde was, / daz ander stücke, [...] / daz was durliuhtic wîz hermîn, / und was von zobel rehte drîn / geleit ein halber adelar KvWSchwanr 1053; KvWTurn 405; sîn helm der was [...] mit rôten keln bedecket; / dar umbe was gestrecket / ein strieme wîz härmîn Wig 3901; daz daz zimier scholde sîn, / daz wârn zwei horn hermîn, / von pfâwes vedern alsô dic, / daz der sunne blic / ûf dem helme niht hêt schîn EnikFb 3042; ûf sîne kovertiure gesniten / anker lieht hermîn Parz 14,17. 14,27. 59,8. 64,29; sîn helm der was gezieret / mit einem swanen härmîn Wig 2290; ir wâfen was ein härmîn ar / in einem pfelle von Ninivê ebd. 10702; des fürsten zeichen / ûz Brandenburc von kelen rôt, / ûz dem sich dâ ze schîne bôt / der adelar snêwîz hermîn KvWTurn 989    2 ‘weiß wie ein Hermelin(fell)’ hermîne zen, scharlachens munt RvZw 221,10

MWB 2 1401,40; Bearbeiter: Tao

hermîn stN. auch harmîn, härmîn. ‘Hermelinpelz’ zobel unde harmîn / gâben die vorsten En 13192; und ein samîtes mantellîn: / dar under was härmîn, / als ez ob hemde wol stât Iw 6486; paldegin / mit haͤrmine gefurrieret / und mit zobel wol gezieret RvEWh 5773; cleider [...], / diu wâren mit hermîne / vil kostbærlichen underzogen KvWTurn 120. – häufig zusammen mit mehreren anderen kostbaren Kleiderstoffen genannt, bes. in der Verbindung grâ, ~ unde bunt o.ä.: ouch was dâ gereit / wol drîer hande cleit, / grâ, härmîn, unde bunt Iw 2193; Wig 1703. 9077; Ottok 7692. 7974. 19694; und wil im geben [...] / scharlachen, pfeller, samit / und liehte baͤldegin, / bunt, zobel, haͤrmin / mit vil liehtem schine, / zwainzic soͤme schrine RvEWh 5360; wo ist din riches wat mal, / purpur, samit und zindal, / scharlachen und hermin? HvNstVis 99. – als Stoff für Schildbesatz, Wappenbild: sin schilt was von hermin wis RvEWh 1051; mit eime schilte wîzgevar, / der was mit hermîn überspreit KvWTurn 517; sîn zeichen was ein wîzer swan / von hermîne blanc gesniten KvWSchwanr 1013; rôt unde wîz strîfehte / was er [der Löwe (Wappentier)] von hermîn und von keln KvWTurn 485; snêwîzer adelaren drî, / die glizzen von hermîne blanc ebd. 619

MWB 2 1402,13; Bearbeiter: Tao

hermüede Adj. ‘vom Heerzug erschöpft’ helede hermuode Kchr 14994. 11568; Kudr 546,1; dâ kom hermüede maneges guoten riters lîp NibB 253,4; daz was ein schoniu hervart, / da diu helle beroubet wart, / da got die sine chnehte / brahte zuo ir rehte, / ze siner broutloufte. / [...] die hermuoweden loute, / die chomen mit der broute Hochz 1052. 316. – subst.: dâ heime ir lieben vriwenden was nâch den hermüeden wê NibB 316,4

MWB 2 1402,39; Bearbeiter: Tao

hern swV. heren

MWB 2 1402,48;

hërnâch Adv., Präp. vereinzelt ernach Hiob 1216. 1 mit Bezug auf den Zeitpunkt des Sprechens: ‘danach, dann, später, künftig’
2 vorausweisend im Rede- und Textraum: ‘im folgenden, später’
3 zum Ausdruck einer Abfolge: ‘anschließend, danach’
4 räumlich; in engerer Verbindung mit einem Verb zur Angabe einer Bewegungsrichtung, nicht sicher, ob das Kompositum hernâch ‘jmdn. verfolgend bis hierher/  dorthin’ oder die Phrase her ‘hierher’ + Partikelverb mit nâch ‘nach-, hinterher’ vorliegt
5 Präp. wie nâch
6 in der zweigliedrigen Konjunktion ~ sô ‘nachdem, wenn’
   1 mit Bezug auf den Zeitpunkt des Sprechens: ‘danach, dann, später, künftig’ hernach chumet diu zit, [...] daz ich vil wol erzaige dir [Maria] , waz ich [Jesus Christus] han von dir AvaLJ 58,3; mit deme wazzere ward diu werlt hie bevore gereinet, / mit deme fiure here nach an den die sich habent vermeinet Himmelr 6,10; weret ûh sô frumichlîche, / daz man von den môren / hernâh sagen hôre, / wî si ir lant werten, / dô si di Kriechen hereten SAlex 4573; nu gip im urloup, süezez wîp. / lâze in minnen / her nâch sô verholn dich, / daz er behalte êre unde den lîp MF:Wolfr 2: 3,5; sowe otmuͤdich is, / he sal herna gewis sin der eren [vgl. exaltabitur Mt 23,12] ; / he velt, sowe sich selven wilt eren MarlbRh 60,3; swaz her nâch süle geschehen Tr 1517; frowe, unz harnâch [bis dann] / so gib nu urlob mir SM:Had 34: 3,7. – in Verbindung mit einem weiteren Zeitadv. ( o.ä.): och verzech sich [...]Albercht [...] gemeinliche aller der dingen, da von der koͮf nv oder har nach moͤchte abegan UrkCorp (WMU) 2350,27; wir [...] tvn chvnt allen den [...], die nv lebent vnd her nach chunftich sint ebd. N618,30 u.ö.; daz wir [...] an sinen [des Bischofs] setzen und geboten, die ietzunt gemacht und beschriben sin und hernach gemacht und beschriben werden, gerecht, getrewe und gewere woͤllen sin ane geverde WüP 10,8. – in Verbindung mit einer näheren Zeitangabe: hernach an dem iungesten dage, so wir mit libe vnde mit selen erstant Lucid 117,1    2 vorausweisend im Rede- und Textraum: ‘im folgenden, später’ daz willich hernach diuten HimmlJer 230; wer der selbe wære, / des freischet her nâch mære Parz 241,2; als wir her nâch erkennen mugen / an disem selben mære, / wie [...] Tr 1950; nû volget hernâch [nachstehend] in dem andern teile von den stücken bî drîzigen, der ieglîchez aleine billîche trœsten sol den redelîchen menschen in sînem leide Eckh 5: 15,7. – häufig in Verbindung mit sagen, nennen, schrîben u.ä.: da uon sal man des erstin di leber bezzern mit ercenie als wir hernach sagen an deme capitel uon der lebere SalArz 46,8; wie der von Engellanden / gezieret wære [...], / daz wirt iu dur mînen munt / reht unde wol hernâch geseit KvWTurn 193; RvEBarl 1080; Eckh 5: 408,2; diu werdent iu von mir genant, / her nâch sô des wirdet zît Parz 241,5; im reit sîn werder brûder mite, / [...] vil grâven, frîen, dienestman, / vil werder ritter, die ich her nâch [vgl. V. 965ff. ] / û nennen sol Kreuzf 707; vnd ist daz selbe gv̂et her nach geschriben vnt benennet UrkCorp (WMU) 1192,13; die gesetze, die hernach geschriben sint WüP 11,7 u.ö. – speziell in der Einleitung von Zeugenlisten: dises dinges sint gezeuch alle die, di her nah benant sint. daz ist her Stephan von Meyssaͦwe, her Leutold von Chunringe [...] UrkCorp (WMU) N640,37. 574,34. 1735,35    3 zum Ausdruck einer Abfolge: ‘anschließend, danach’ terribilis est locus / iste et cetera [Gn 28,17] . / diu wort und diu gênt hernâ, / diu sprach Jacob der reine LvRegSyon 3529; und hât diz buoch driu teil. in dem êrsten [...]. dar nâch [...]. her nâch vindet man in dem dritten teile dis buoches bilde an werken und an worten [...] Eckh 5: 8,15; der heilige geist git súben goben [...]. die erste gobe, daz eine goͤtteliche vorhte ist [...]. hernoch so kummet ein ander gobe, daz ist die senftmuͤtige miltekeit, [...]. hernoch so kummet die dirte gobe, [...] die heisset die kunst Tauler 106,21; nu get der wingarter [...] uz und besnidet sin reben daz wilde holtz abe [...]. harnach so heftet man und sticket die reben ebd. 32,2 (dann folgen zwei weitere Arbeitsschritte: darnoch undergrebet man die stoͤcke und ruret daz unkrut uz ebd. 32,13; harnoch so brichet man und bloͤsset die bletter abe, daz die sunne sunder alle mittel múge uf die fruht sich gegiessen ebd. 33,15 – ‘danach, darüber hinaus’ so sezzen wir vnd heiscen [...]. har nach sezzen vnd heiscen wir, das man allen den schaden sol uarn lan UrkCorp (WMU) 94,23; dez sint ouch gezv̓ge [...] Herman der Mvncer vnd ander biderbe lv̓te. [...] har nach sint ouch gezv̓ge her Volmar von Dornhain, Cvͦnce Rigger ebd. 1927,15; daz wir [...] daz gedeilit hain [...]. her nach ist Eiswilre alsus gedeilit: [...] ebd. 2173,17    4 räumlich; in engerer Verbindung mit einem Verb zur Angabe einer Bewegungsrichtung, nicht sicher, ob das Kompositum hernâch ‘jmdn. verfolgend bis hierher/  dorthin’ oder die Phrase her ‘hierher’ + Partikelverb mit nâch ‘nach-, hinterher’ vorliegt: wir suochen unser vîende unde haben her nâch gerant NibB 1603,2; Tybaldes grôzer puneiz / was niht volleclîchen komen her nâch Wh 366,25 (vgl. er was selbe ouch gein der tjost / vür komen ûf dem plâne ebd. 366,15 ); Rennwart kom durh den pfasch / ze vuoz geheistieret her nâch, / dâ [dorthin, wo] er [...] sach / sînen vater [...] halten ebd. 439,11; mit Dat.d.P.: sô bin ich im her nâch geriten Er 494. – übertr.; als Proform eine Präp.-Gruppe (Adv.-Erg.) im selben Satz vorwegnehmend: etliche lúte wellen mit irme natúrlicheme liehte hernoch tasten noch diser geburt Tauler 20,28    5 Präp. wie nâch: ir werdet wol versüenet her nâch disen tagen NibA 838,1; NibC 1008,3; die sint dâ von [durch den Meuchelmord] bescholten, swaz ir wirt geborn / her nâch disen zîten NibB 990,2; nû râtet alle, [...] / wie wir die hôchgezîte sô lobelîche hân, / daz man uns drumbe iht schelte her nâch dirre zît NibC 274,3    6 in der zweigliedrigen Konjunktion ~ sô ‘nachdem, wenn’ wêre oͧch, das Annen seligen kint [...] duheinre slahte anesprâche oder vorderunge vmb iren teil, harnâch so sie zuͦ iren tagen kement [...], haben wolten UrkCorp (WMU) 3279,11

MWB 2 1402,49; Bearbeiter: Tao

hernâchmâles Adv. ‘später’ noch hude sal men vrunt hie sein, / des sal men noch hernamails gein [= jehen ] HagenChr (G) 4723

MWB 2 1404,36; Bearbeiter: Tao

hërne stN. hirne

MWB 2 1404,39;

hërnëben Adv. ‘daneben in dieselbe/  derselben Richtung, nebenher-’ [zwei Männer tragen gemeinsam eine Stange und versuchen, neben- statt hintereinander gehend durch eine Tür zu kommen (vgl. V. 46-52. 71-73):] sit du [...] der neben [La. her neben ] gast [...], / des enchumstu nimmer dar in StrKD 94,82

MWB 2 1404,40; Bearbeiter: Bohnert

hërnider Adv. auch er- Alph 604. 960; Loheng 4894. – ‘herunter, herab’, spez. ‘auf die Erde, in diese Welt’ 1 ohne weitere Bestimmung
2 mit Angabe des Ausgangspunktes
3 mit Angabe des Zielpunktes
4 mit Angabe des Ausgangs- und Zielpunktes
5 mit vorangestelltem adv. Akk
   1 ohne weitere Bestimmung: dô daz tor her nider sleif Iw 1111; der marhcrâve hiez im bringen / ein ors und reit mit in her nider Wh 277,25; her Fab und swer her nider [den Fluß herunter] quam, / die ûf dem flôze wârn, / die liez er alle varn Ottok 27069; dô liez in [ den snecken ] vallen der adlar / har nider, daz sîn hûs zerbrach Boner 64,33; ir selbes tuͦch nam si har nider / und gab das balde von der hant, / das man es umb Ihesum bant WernhMl 10078; dô rief der burcgrâf her nider Ottok 4683; ich gelebte noch den lieben âbent gerne, / daz si [ mîn sunne (Bild für die Geliebte)] sich her nider mir ze trôste wolte lân MF:Mor 15: 3,6; die ob uns in den wolken swebent / und uns ir schîn her nider gebent Tr 16958; wie unser herre wulde kumen / hernider, unser heilant Erlös 2277; diu sêle ist alzemâle man, dâ si ze gote gekêret ist. dâ diu sêle her nider sleht, dâ heizet si vrouwe Eckh 1:337,13. 1:351,3    2 mit Angabe des Ausgangspunktes: der steinbok hvp sich her nider / von dem gebirge balde ReinFu K,1344; als er [Jesus] in daz wazzer gie, eine stimme sich her nider lie / ze des toufers gehorde von der oberisten hohe AvaLJ 42,1; der [Gott] uon himele her nider si komen Rol 717; RvEBarl 12916; WernhMl 6393. 10957    3 mit Angabe des Zielpunktes: kvm her nider, min geminneter, in dinen garten PrWack 56,432 (Ct 5,1); dorch helm und dorch huben hyeb er den rytter gut / [...], das daz rode blut / her neder begonde flyßen uff den jongen man Alph 1208; mit in [den Engeln in der Luft] die svngen also dar / daz ir singen vn̄ ir schal / her nider in die stat hal MarHimmelf 1210. got hat so vile zu tune dort obine mit sinen geistlichen / creaturen daz her nummir her nider gelugite zu disin liplichin dingin Parad 32,23; swenne dú sele sich bekerit v́bir sich vf gegin gotte, der ob ir ist, so wirt si entlúhtet [...]. swenne si sich abir hernidir keret gegin der creatúre, so wirt si irblendit PrGeorg (Sch) 19,39; aber si gant her nider zuͦ den creaturen Tauler 247,9    4 mit Angabe des Ausgangs- und Zielpunktes: disiu magedîn, / die dort her nider scouwent gein uns ûf die vluot NibB 390,3; uon dir [Maria] der ast blute, / der sih so witene hat gebreitet, / daz er sine zwige hat geleitet / uon der erden durh di himele, / uon dannen har nidere / in daz inner abgrunde Litan 300; als er [Gott] sinen allerliebesten sun hernider von dem himmel warf uf der strassen in die gastkrippfen Mechth 6: 4,35; WernhMl 12522    5 mit vorangestelltem adv. Akk: von dem vôrstwege den prunnegrabn her nider vntz in die Liesnickh UrkCorp (WMU) 1118,11. – mit langes, ze tale davor; uneindeutig, ob der Akk. von ~ abhänigig: quam der bode weder / al den Ryn langis her neder HagenChr (G) 117; sus quam hie myt in her weder / alle den Ryn ze dale her neder ebd. 742 (ähnl. ebd. 161 )

MWB 2 1404,47; Bearbeiter: Tao

hernôt stF. 1 ‘Krieg, Kampf’
2 durch Einfall eines Heeres verursachter Schaden als Fall der êhaftiu nôt ( êhaft 1.1 )
   1 ‘Krieg, Kampf’ er was min her geselle hie vor vil manegen dag; / in reisen, in hernoden mit truͦwen er min plag RosengC 208,2    2 durch Einfall eines Heeres verursachter Schaden als Fall der êhaftiu nôt ( → êhaft 1.1): qveme ock dat also [...], daz ein grot plage also hagel oder ein herenoth [ ut est pestilencia aeris uel eciam hostilis inuasio 1310A,35 ] mit brande vnd mit dingede dit benomede guͦt groueliken verwoste vnd verderfde UrkCorp (WMU) 1310B,47. 1299,19; ist iz, daz der hayl [Hagel] die vorgenanten byunden verderbet, daz sal uns und unsen erbn zuͦ schaden kuͦmen an unserm phachte noch beschedenheid, kuͦmt aber her [Heer-] ader herren not und gewalt, so sal der schade sin Jacobis [des Erbpächters] und siner erbn UrkFrankf 2,177 (a. 1323)

MWB 2 1405,42; Bearbeiter: Tao

Herodære stM. ‘Herodianer, Anhänger des Herodes’ und si santen ime ire jungern mit den Hêrôdêren EvBeh Mt. 22,16

MWB 2 1405,59; Bearbeiter: Tao