Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hœnære - honec|süeʒe    


hœnære stM. jmd., der verspottet, verhöhnt (vgl. 2hœnen 2 ): ein höner gernder wirdikeit Frl 8:23,1; falscher höner ebd. 8:23,17

MWB 2 1676,5; Bearbeiter: Hansen

hœnde stF. hœnede

MWB 2 1676,8;

hœne Adj., Adv. häufig im Reim auf schœne und diesem gegenübergestellt; die Übergänge zw. einzelnen Bed. sind fließend und Zuordnungen im Einzelfall oft problematisch. 1 ‘schändlich, unehrenhaft’
2 ‘verachtet, in Schande stehend’
3 ‘wild, ungezügelt’
4 ‘zornig, böse’
5 ‘trügerisch, gefährlich, (Gefahr der) Schmach in sich bergend’ , sprichw. als Kehrseite der Schönheit (vgl. hœne stF. und Friedrich, PhrasWB, S. 352f.)
6 vereinzelt wohl positiv ‘stolz’ (hier subst.)
   1 ‘schändlich, unehrenhaft’ nu sich daz dîn sêle sî / von sünden reine unde frî. / mache sie vil schœne / von den gedanken hœne LBarl 7806. 12449; owe dir, werltliche schone! / din lob ist mir ze hone Erz III 6,128; er [der Teufel] leret so hone / sprechen und gedenchen HvBurg 3426; EnikWchr 306. – ‘spöttisch, höhnisch’ hœner schimph gevellet nimmer guoten liuten wol Neidh WL 20:3,11; an wîbe lobe stêt wol, daz man si heize schœne. / mannen stêt ez übel, ez ist ze weich und ofte hœne Walth 35,28    2 ‘verachtet, in Schande stehend’ triuwe kam ze verte nie: / diu was geseilet vaste, / gebunden zeinem aste / smâchlîche, hœn unde truop, / loufen wol unhôch sie huop Helbl 4,429; da enwart ouch nieman hœne / von zorne noch von nîde UvZLanz 230. – ‘verachtenswert’ die werlt sie locte / und zu ir lebene ouch zocte, / uf daz si wurde ir hone Pass III 669,45; hie vor dô was diu welt sô schœne, / nû ist si worden alsô hœne Walth 23,33    3 ‘wild, ungezügelt’ daz ros, daz was vil schone / und was unmazzen hoͤne StrKD 57,96; ain muterswin grosz und schön: / dü waz so recht hön, / daz si kain wolff erbaisz Bauernh 298; trunkenhait nymant wol zimet: / dem weisen sy den syn benymet, / dem wolgefarben die schon, / den zuchtigen machet sy hon HvBurg 226. – ‘ausgelassen’ des wurde sô gar hœne / der Karlot und die sîn, / daz si ir vehten liezen sîn / und hüeben lîht ein tanzen an Ottok 680. – bildl. vom Winter, wohl i.S.v. ‘grausam, unbändig’ (vgl. ähnlich grim Adj.): leides wunder wil darunder / uns besunder tuon der winter hœne KvWLd 8,6; hœne der winter was ebd. 9,13    4 ‘zornig, böse’ so er die maget so schone / an sach so wart er hone / und sin varwe verwandelt / si hatte in gehandelt / vbil mit gotes warheit Martina 220,100; vber die maze schœne / senftmüetic niht hœne ebd. 97,8; ain biderb wip / gar zúhtig und schón, / die nieman kund hoͮn / noch reht zornig machen SHort 10968; AristPhyll 206. – ‘feindselig, missgönnend’ discordiâ ze tiute / ein missehellung ist genant, / dâ von der name wol bewant / was an ir lîbe schœne, / der nîdic unde hœne / bî wunneclichem bilde was KvWTroj 1266 u.ö.; si si wiz oder swarze / vnfletic oder schœne / guot willic alder hœne Martina 133,104; dar umb ist sie gein mir so hon / und also rechte swinde Minneb 4884    5 ‘trügerisch, gefährlich, (Gefahr der) Schmach in sich bergend’, sprichw. als Kehrseite der Schönheit (vgl. hœne stF. und Friedrich, PhrasWB, S. 352f.): ir sît âne lougen schœne, / doch ist schœne dicke hœne; / daz ist leider an iu schîn KLD: UvW 9:3,5; der wehsel nieman missezimt, / swer guot für die schœne nimt. / man siht vil manege schœne, / diu doch ist vil hœne Freid 104,21; diu was unmazen schœne / und dabi ouch gar hœne Frauenlist 66; MinneR 52 126. – hierher (?): michels boumes schone / machet dicke hoene : / er dunchet uzzen gruͦne, / so ist er innen duͦrre Rol 1963 (vgl. Anm. z.St. in: Kartschoke, Rol.)    6 vereinzelt wohl positiv ‘stolz’ (hier subst.): die starken und die hœnen / ir herze kumbert KvWPart 16230

MWB 2 1676,9; Bearbeiter: Hansen

hœne, hône stF. 1 ‘Schmach, Schande’
2 ‘Spott, Hohn’ (offen zu 1 )
3 ‘Überheblichkeit, Anmaßung’
4 ‘Hinterhältigkeit, Falschheit’
   1 ‘Schmach, Schande’ die was der eren chrone / und lebt an alle hone Furstengesl 685,15; die si nu machent schoͤne / mit der sodomiten hoͤne, / die decchent mist mit miste StrKD 99,54; Krone 10351. – sprichwörtl.: ez ist doch wâr ein wortelîn: / ‘schœne daz ist hœne.’ [wohl i.S.v. ‘Schönheit trügt, birgt Gefahr der Schmach’, vgl. hœne Adj., Adv. 5 und Friedrich, PhrasWB, S. 352f.)] Tr 17803; dâ über sprach her Frîdanc / einen spruch niht ze lanc: / ‘dicke worden ist ze hœn / getwungen dienst, geribeniu schœn’ Helbl 2,149. 6,48    2 ‘Spott, Hohn’ (offen zu 1): leg dines trostes kusselin / under mich an spottens hon! Minneb 1489; Salomones wisheit / wer alda ein dorheit; / Absolones schoͤne / wer alda ein hoͤne HvNstGZ 7753; der anvanch der waͤr vil chlueg, / aver daz end ist offt nicht schoͤn; / ez pringt ungemach und hoͤn Teichn 267,6; WälGa 1004. wart ie chain weip ze hone / von dier [hast du je eine Frau verleumdet] durch ier schone HvBurg 1057. – in der Wendung sunder ~ ‘in Wahrheit, ungelogen’ (vgl. sunder spot): ich sag iu sunder hœne, / daz si fuorten schœniu hâr / und ir wât was goltvar Anteloye 170; durch sinen werden lib, / stigen beide man unde wib / uf di muren sunder hone, / daz si gesehen sine schone HistAE 1017. 1594; laz mich sehen din antlitze, / daz ist wunniclich und schone / vor allen antlitzen sundir hone Brun 763. 4006    3 ‘Überheblichkeit, Anmaßung’ wib, vliuch den ganzen sprenzel, / der treit der höne krenzel / in sines herzen swenzel Frl 6:9,12; sie mügen selten höne sich mazen, / so sie uz rechtem grunt in herzen grazen ebd. 11:14,6; di andere schult und val, / do mete her [Luzifer] quam an di hone, / was wedirschin siner schone Brun 6602    4 ‘Hinterhältigkeit, Falschheit’ daz eine was diu minne / diu im verriet die sinne, / daz ander sîner swester schœne, / daz dritte des tiuvels hœne, / daz vierde was sîn kintheit Greg 326

MWB 2 1677,11; Bearbeiter: Hansen

honec, honic stN. auch hönic, hong, honinc (ahd. honag, honig, auch nasalisierte Formen, vgl. AWB 4,1227 mit Lit.). ‘Honig’ 1 allg.
2 bildl. und im Vergleich exemplarisch für Süßes, Angenehmes, Gutes überhaupt,
   1 allg.: die jungen [Bienen] vliegent auz ze würken und tragent ein honig und wahs BdN 289,31; daz guot honig ist goltvar ebd. 293,10 u.ö.; sin spise daz warn haüschrecken vnd hönich des waldes [ mel silvestre Mt 3,4] EvAug 4,14; da ze Knogel ein halbe hvbæ giltit ein eimber hoͮnigis UrbBayÄ 249; Spec 34,30; Barth 142,7; BenRez 18. die harliz [Hornissen] und die websen habent kainen küng [...]. ir hong ist kaim mensch nütz BdN 300,27; mel atritum [l. atticum ] . id est humeln honic SalArz 36,20 (vgl. humbelhonec ). – bei Strafe bzw. Folter (zur Anlockung von Insekten, vgl. DRW 5,1537): als sie [diebische Knechte] sint geslagen, sô sal man sie smîren unde salben mit honege unz an den mittentac. darnâch sal man sie legen in die prisûne StatDtOrd 142,15. – ‘Honigtau’ (auch wildeʒ oder natûrlicheʒ ~ ): ez kümt auch ze stunden in dem sumer, daz hönig vellet von den lüften auf die paum und auf daz gras, und fliegent die peinen dar auf und sament daz BdN 87,22; dar zuo siht man [...] wildez hönich her ab vallen [vom Himmel] ebd. 74,31. 87,34; dû scholt auch wizzen, daz des nâtürleichen hönigs in unserr wonung wênig vellet ebd. 88,5; Philipp 2371. – im Vergleich ‘so groß wie das Verlangen des Bären nach Honig’ s. bër 2.4    2 bildl. und im Vergleich exemplarisch für Süßes, Angenehmes, Gutes überhaupt, häufig bitterer galle gegenübergestellt (vgl. 1galle 4 und ausführlich Friedrich, PhrasWB, S. 225f. mit weiteren Belegen): ich sihe die bittern gallen mitten in dem honige sweben Walth 124,36. 25,18; minne, [...] / dich solde wol verdriezen / din süez honic ze giezen / und mischen zuo der gallen Ottok 18176; swenne ez [das Glück] beginnet vallen, / der honic wirt ze gallen Renner 17284; dú galle ist honig worden in dem guͦme miner sele Mechth 4: 12,71. 5: 35,35; man gît vergift mit honic wol, / swenn uns diu süeze triegen sol WälGa 965; HvFreibTr 6626; AHeinr 152. – sprichw. von schmeichelnder, täuschender Rede: sú [Venus] hat honig in dem munde und gift in dem hertzen Seuse 435,5; si tragent honic in dem munde, / gift und gallen im herzen grunde Renner 14133. 14451. – im Sprichw. ‘bei Honig ist ein Haken’ s. angel stMF. 1.3 – im Zusammenhang einer auf das Göttliche bezogenen heiligen Süße (vgl. süeʒe): din [Mariens] suͤzcheit is dem honich glich MarlbRh 11,8; min [Gottes] geist ist suͤzer denne honig und min erbe úber honig und honigsein Seuse 223,7; got ist ein honing in dem munde Brun 9331; Tauler 26,28. 228,13; PrBerth 2:7,6; (vgl. noch Salzer, Sinnbilder, S. 488ff.). – im biblischen Bild für Überfluss: er bringit iuh wider heim / zuo deme guotin lante daz milichi jouch honiges ist fliezzente Gen 3029; honeges rinnet Geon, / milche rinnet Vison VEzzo 91; vgl. Konr 1,44. – Lit.: LexMA 5,117f.; zur Tradition der bildl. Verwendung vgl. E. Wimmer, Biene und Honig, Wien 1993

MWB 2 1677,50; Bearbeiter: Hansen

honec|bluome (?) swF. hier hungeblume. eine Pflanze (vgl. AWB 4,1228): ligustra: hungeblume Gl 3:481,33 (BStK 945). 3:481,32 (BStK 461)

MWB 2 1678,47; Bearbeiter: Hansen

honec|brunne swM. ‘Honigbrunnen’ (bildl., vgl. honec 2): ey uber clerte frawe clar, / [...] min honig brunne, / liep, bul, spigel, engel, / balsam staud und zucker stengel Minneb 4972

MWB 2 1678,50; Bearbeiter: Hansen

honec|einber stM. Maß der Honigabgabe (vgl. einber stM. 2): Fridr. Heroldi in curia medonis [Methof] , recepit den hongeymer UrbWürzb 920 (a. 1303-1313)

MWB 2 1678,54; Bearbeiter: Hansen

honec|gëlt stN. Abgabe der Waldimker: soll auch jeder zeidler von seinem gut geben sein honiggeld uns und dem reich WeistGr 3,611 (a. 1350)

MWB 2 1678,58; Bearbeiter: Hansen

honec|griebelîn stN. Bed. unsicher, wohl kleines Stückchen einer Honigwabe oder eines Honiggebäcks: er [der Sattel des Herbstes] hatte eine decken: / betröifete wecken, / mit gebraten elen [Aalen] genat, / ein reßer bulfer [l. ræʒerpulver, wohl ‘fein zerstoßene Honigwabe’ ] daruf gesat / mit manigem honiggriebelin Herbst 147

MWB 2 1678,61; Bearbeiter: Hansen

honec|huobe swF. Honigabgaben zu leisten verpflichtete huobe (vgl. honecgëlt , honeczins ): honic hvbe [ giltit ] ein einber honigis vnde zwelf kæse UrbBayÄ 264

MWB 2 1679,4; Bearbeiter: Hansen

honec|krâte (?) swSubst. Bed. unklar, wohl ein Honiggebäck oder zu mnd. honnichrote ‘Honigwabe’ (vgl. Schiller/  Lübben 2,295 und mhd. râʒ , râʒe): milch ist den kinden bequeme, / den jungen daz honig geneme, / den alden sint honigkraten gut Brun 2900

MWB 2 1679,8; Bearbeiter: Hansen

honec|küechelîn stN. ‘(kleiner) Honigkuchen, Lebkuchen’ hie von die frauwe dicke saz, / daz sie nicht ander spise enaz, / [...] / dan under wilen idel [nichts als] brot, / [...] / ader ein honigkuchelin Elis 1755

MWB 2 1679,14; Bearbeiter: Hansen

honec|mæʒe Adj. ‘honigartig, süß’ (bildl., vgl. honec 2): sin honic maze lere / bezzerte uns vil sere / mit manigem suzen rate Vät 6067. 33677; er [Barnabas] getrue helfe in gab / durch vnseres herren ere / sin honichmaze lere / er mit vlize dicke treib Pass I/II 322,68; dîn honicmæziu zunge hât / mir guote lêre vürgeleit RvEBarl 4176; Vät 2996. got den sînen [den Israeliten] schiere erwarp / einen lêrer, [...], / der sie vüeren solte / hin in daz honicmæze lant RvEBarl 2249

MWB 2 1679,19; Bearbeiter: Hansen

honec|mæʒic Adj. ‘honigartig, süß’ (bildl., vgl. honec 2): mit honichmezziger zungen / als si [Maria Magdalena] ouch waz betwungen / von dem heiligen geiste / [...] / begunde si den heiden / die abgote leiden Pass I/II 376,3

MWB 2 1679,29; Bearbeiter: Hansen

honec|mengære stM. ‘Honighändler’ (als Bestandteil von Personennamen): Johan honigmenger in der frawen hobe von Lympurg BerufeFrankf 59b (a. 1346)

MWB 2 1679,34; Bearbeiter: Hansen

honec|mete stM. ‘Met, Honigwein’ (bildl. in der Wendung süeʒe alsô ein ~ ‘besonders süß, angenehm’, vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 225 und honec 2): daz wallende und daz heize blî / dûhte in [Pantaleon] süez alse ein honicmete KvWPant 1313

MWB 2 1679,38; Bearbeiter: Hansen

honec|rëgen stM. ‘Regen von Honig(tau)’ ain honigregen da zehant / von hymel kam in allú lant, / als man noch singet so der tag kunt: / ‘hodie celi melliflui facti sunt.’ WernhMl 3001

MWB 2 1679,43; Bearbeiter: Hansen

honec|rœre swF. ‘Zuckerrohr’ canna mellis haizt honigrœr. diu geleicht nâhent der gemainen rœrn [Schilfrohr] , ân daz diu honigrœr dick ist und süez BdN 394,33; wenn man die honigrœrn speltet und seudet, der schaum, der dâ von kümt, wirt zukker ebd. 395,3

MWB 2 1679,47; Bearbeiter: Hansen

honec|saffic Adj. ‘honigsaftig’ (vgl. FrlWB S. 162): noch süzer dan der honiktrage [der Biene (Dat. Sg.)] / der blüte honicsaffec nage [Nagen] Frl 3:18,2

MWB 2 1679,53; Bearbeiter: Hansen

honec|sam Adj. ‘honigartig, süß’ (bildl., vgl. honec 2): ez enist niht gelligers dan lîden und enist niht honicsamers dan geliten-hân Eckh 5: 433,4; o heiligü minne, o minnecliche suosse, o himelrich honksam Eckh (B) 115,4

MWB 2 1679,57; Bearbeiter: Hansen

honec|seim, honec|sein stM. auch -saum ( BvgSp , vgl. noch DWB 4,2,1791). ungeläuterter Honig, ‘Honigseim’ 1 allg.
2 bildl. und im Vergleich exemplarisch für Süßes, Angenehmes, Gutes überhaupt,
   1 allg.: wiltu rosin lange haldin vrisch, so lege si in honig seym; so vulin si nicht Pelzb 129,3; nim einen reinen honicsaum, den suͤde BvgSp 2; man derkennet aber daz lauter [ himelprôt ] von dem unlautern alsô, daz daz lauter [...] inwendich etleich hölr [Lufteinschlüsse?] hât sam der honigsaim BdN 90,24; Barth 137,28. 149,5. – Tropfen, Rinnsal von Honigseim oder Honigtau (vgl. honecseimelîn ): er sach ûz einem aste, / samfte, niht ze vaste, / ein kleine honicseimes gân RvEBarl 4697. – mit Honigseim gefülltes Stück Bienenwabe: also vant er [Samson] bina und ainen honechsaim [vgl. favus mellis Idc 14,8] in dez lewen munde. den nam er her uz und âze den ûf dem wege PrSchw 1,15; do brochten sy ym eyn stucke vysches, daz waz gebroten, unde honycseym [ favum mellis Lc 24,42] EvBerl 90,11; SHort 10055; vgl.: vnd si brahten im ein teil eins gebraten visches. vnd einen vladen hönichsaimes EvAug 208,11. – in Vergleichen: des [Gottes] es [das Herz] die wile also vol ist alse ein linde simel broseme in honecseim getvnket DvAStaff 344; sus lît er dâ in sîner stift, / die er het erbouwen, als diu bîn in wift [in der Honigwabe] / ûz maniger bluot würht daz man honcseim nennet Loheng 7610    2 bildl. und im Vergleich exemplarisch für Süßes, Angenehmes, Gutes überhaupt, häufig bitterer galle gegenübergestellt (vgl. 1galle 4 und honec 2): her Symon von Guͦntheim, / der ist der tugend honigseim MinneR 480 408; man sol niht sêre die heiligen schrift / durchgrübeln, daz iht der sêle gift / stecke in valschem honicseime Renner 13539; sin [des Teufels] honigseim ist bittrer dann die galle RvZw 301,7; Frl 9:19,22; HeslApk 14578. – sprichw. von schmeichelnder, täuschender Rede: sie [Heuchler] tragen alle in irme herzen bitter gallen / und in ir munde honichseim. ôwê den allen! Rumelant (R) 4:12,10. – im Zusammenhang einer auf das Göttliche bezogenen heiligen Süße (vgl. süeʒe): din wort mir verrer suzer ist / herre in dem munde min / denne honich oder honechseim sin [vgl. Ps 118,103] Albert 222; dise suͤssikeit die gat úber alles honig und hongseim, das uswendig das suͤsseste heist Tauler 228,13; man vindet wahs und honicseim / in disem buoche [...]: / honicseim bediutet der heiligen lêre Renner 24504. 22404. 17320. – spez. von Christus: der süeze honecseim, / gotes sun Philipp 2374. – im biblischen Bild für Überfluss: ich [Gott] si [das Volk Israel] uon Egypto / lôse mit gewalte, / uon dem ellende / ze bezzereme lande sende. / dâ vliuzzet der honich saim, / miliche ein uil michel teil Exod 519

MWB 2 1679,62; Bearbeiter: Hansen

honec|seimelîn stN. Dimin. zu honecseim . ein Tropfen Honigseim oder Honigtau (vgl. hönegelîn ): nu wart gewar / der arme [...] / daz ein honicseimelîn / hienc neben im an einem zwîgelîn: / daz leckete er Renner 23563

MWB 2 1680,53; Bearbeiter: Hansen

honec|sou (?) stMN. flekt. -wes. wohl ‘Honigseim’ (hier bildl., vgl. honec 2): sie [die zwölf Apostel] troufen in [reuigen Sündern] daz honic in, / daz in kegeme nacke / der bitter goum vorsmacke / des suzen honic seimes zar / des heren geistes towes gar [La. des suzen honig sowes/ des heren geistes touwes ] HeslApk 4199

MWB 2 1680,58; Bearbeiter: Hansen

honec|süeʒe Adj. ‘süß wie Honig’ der zaher [der Saft des Storaxbaumes] ist vaizt und vol harz [...] und wenn man in fäuht [verdünnt] , sô gibt er ain honigsüez fäuht BdN 375,16. – bildl. (vgl. honec 2): [die Minne] machte zeiner gallen / daz vil honicsüeze spil KvWEngelh 3187; sine [Antonius’] honic suze lere Vät 1560; der munt [Maria Magdalenas] muste immer dar na / honic suze rede geben Pass I/II (HSW) 40537; WvRh 14691; HeslApk 15387 u.ö.; LBarl 5008; Martina 197,5

MWB 2 1681,1; Bearbeiter: Hansen