Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   helsinc - hendeblôʒ    


helsinc stM. zu hals . ‘(Hals)strick’ (zum Hängen): wir süllen mînen [toten] man engraben, / und müezen einen helsing haben, / [...] und henken’n an des diebes stat Boner 57,92

MWB 2 1350,59; Bearbeiterin: Herbers

helt stM. auch helet, helit, heled. 1 ‘Held’
1.1 allg. ‘Kämpfer, Krieger’ , insbes. in höf. Epik und Heldenepik
1.2 häufig mit Attributen, die die herausragende Stellung eines Helden hervorheben
1.3 bezogen auf bestimmte Personen
1.4 für Personen in relig. Kontext
1.5 als Anrede
1.6 iron.
2 in bestimmten Wendungen
2.1 heldes werc (wirken, werben)
2.2 des heldes hant , als pars pro toto die Person bezeichnend (s.a. hant 6.1 )
3 jmd. ist ein helt in Bezug auf etw. (s. Grimm, Dt. Gr. 4,876)
3.1 mit Gen.d.S.
3.2 mit Präp.
4 formelh., jmd. ist ein helt ze sînen/  den handen, ze sîner/  der hant u.ä. ‘ein tatkräftiger Kämpfer’ (s.a. hant stf 4.12 , Grimm, Dt. Gr. 4,876)
5 als Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Held’    1.1 allg. ‘Kämpfer, Krieger’, insbes. in höf. Epik und Heldenepik: der kaiser erwelte im selbe / zehenzec tusent helde Rol 7872; vünfhundert ritter [...], / der ieteslîcher sî ein helt HvFreibTr 1337; dô brâhte man der helde driu tûsent oder mêr NibB 1473,3. 1724,4; der helt [Gawan] nâch âventiure reit Parz 679,12; VAlex 1519; Rennew 829    1.2 häufig mit Attributen, die die herausragende Stellung eines Helden hervorheben: uns ist in alten mæren wunders vil geseit / von helden lobebæren NibB 1,2; die helde küene unde guot ebd. 403,4; des vroute sich der helt balt Gen 1738; ir mæren helde Kudr 1465,1; helde unwandelbære RvEGer 2708; zieren helde, edelen rittere von tivtscheme lande UrkCorp (WMU) 93,19; vil helde stolz EnikFb 3031; RvEAlex 2509; Kudr 1354,4; Anno 24,10; Parz 263,9. – allg. für ‘Mann’ den jungen niuwen helden sâ / gurten stolze rîter wert / umbe nâch ir rehte ir swert RvEGer 3600    1.3 bezogen auf bestimmte Personen: der helt Hercules BdN 273,26; du Rennewart, / in strites vart, / dich, helt, von der Hoye Gerhart, / meine ich Frl 5:9,17; ich meine Conrat, / den helt von Wirzeburc ebd. 8:26,21; die helde ûz œsterrîche heten ie gehoveten muot Walth 36,7; hie kumt der starke Sîvrit, der helt von Niderlant NibB 90,3; der helit Tristrant Eilh St,7204; Alexander was ein helt frumeclîch VAlex 537; Dietherich der helit balt Roth 2636. 2603; uf spranc der helt Roͮlant Rol 1364    1.4 für Personen in relig. Kontext: wachen unde vasten / die liezen selten rasten / disen reinen gotes helt / mit spotte wart er vil gequelt AlexiusE 489; der mensche [...] muͦs ie liden, die dem vigende dienent in der welte. sehent wie maniger stolzer helt und frisch geselle ir leben wogent Tauler 327,13. – für einen Bischof: mit dem heiligen ol / wart dem tugenthaften man / allez sîn reht getân. / an dem andern tac / het des siechtums slac / oberhant gewunnen, / sô daz der helt versunnen / kûme des wîle het, / daz er sîn geschefte tet Ottok 38233. – bezogen auf die Päpstin Johanna, die sich als Mann verkleidete: dâ ze Rôm was ein wîp, / diu [...] het sich gestellt als ein man. / nieman für ein wîp sie kunde hân. / diu wart ze bâbst dâ erwelt, / wan man sie hêt für einen helt EnikWchr 22300    1.5 als Anrede: dô sprach frouwe Brîde: / ‘helt, die rede laz belîben! [...]’ Orend 3711; si schre ‘ [...] was wiltu, helt, an mir pegan [...] ?’ HvNstAp 15340; wie nv, helt, kvne degen? Herb 12459; Parz 411,19; Wildon 2,307. – für ein adliges Publikum: nu ratet, helde, ratet, daz der triuwe craft / in meisterschaft / ir secht an disen sachen Frl 5:75,1    1.6 iron.: enkan einer singen noch sagen, / man sprichet, er sii ein swerer helt MinneR 52 49    2 in bestimmten Wendungen    2.1 heldes werc (wirken, werben): dô daz her daz vernam, / mit grôzem schall ez ûf kam, / ieslîcher worht dâ heldes werc EnikWchr 16659; dar zuo sô schult ir heldes werc / werben gegen den heiden EnikFb 1342; si worhten erst heldes werch, / si schriͤten hiͤrn unde verch / durch helm und durch patwat Dietr 9046. mit heldes handen werben: uz sinen witen landen was da manic edel furste, / di mit heldes handen ellenthafte wurben mit geturste JTit 2014,2    2.2 des heldes hant, als pars pro toto die Person bezeichnend (s.a. → hant 6.1): die küenen Nibelunge [Akk.] sluoc des heldes hant NibB 87,2. 100,2; vil starker sper des heldes hant / mit hurte verswande Parz 72,4. 270,13; dô vertrat des heldes hant / sich und ouch sîne man Bit 1083; Herb 2120    3 jmd. ist ein helt in Bezug auf etw. (s. Grimm, Dt. Gr. 4,876):    3.1 mit Gen.d.S.: – häufig in Bezug auf lîp ‘an Kampfeskraft ein Held’ ein diutscher bruoder guot, / der [...] was des lîbes gar ein helt, / an manheit vil ûz erwelt EnikFb 1261. 3921; er wirt des lîbes gar ein helt / und des muotes ellenthaft KvWTroj 4582. 17979; des lîbes ist er gar ein helt / und ist truhsæze hie Wig 3926; Renner 13333; LBarl 75; UvZLanz 1749; Serv 3388; Lanc 529,28. – mit anderen Bezugsgrößen: die ê wâren siges helede / die wurden alle fremede Kchr 1057; Rol 6328. 5603; Segramors ein strîtes helt Parz 305,3. 335,17; man zalte in bî den jâren / vür einen ritter ûz erwelt, / der alles dinges was ein helt, / des man ze frumekeite darf KvWTroj 6882    3.2 mit Präp.: Naaman; der was rîch [...] unde was ein helt von dem lîbe unde gesigete ofte BuchdKg 45,10; er wær an êren gar ein helt, / an manheit gar ûz erwelt EnikFb 127; driu hundert man, / die wârn ouch ûz erwelt / und ouch ze strît frum helt EnikWchr 15772    4 formelh., jmd. ist ein helt ze sînen/  den handen, ze sîner/  der hant u.ä. ‘ein tatkräftiger Kämpfer’ (s.a. → hant stf 4.12 , Grimm, Dt. Gr. 4,876): der künic Rôaz [...] / was ein helt ze sîner hant Wig 7534; Kudr 476,4. der was ein helt zen handen NibB 1603,4; Parz 48,30; Rol 7771; StrKarl 4483; ein helt zer hande Bit 5078; ein helt zer hant NibB 1518,1. 1584,2.    5 als Bestandteil von Personennamen: dis sint gezivge [...] her Bvrchart von Tanhein, Kvnrat der Helt UrkCorp (WMU) 219,25; daz ich [...] minen kneht Hainrich den Helt zainem pfande gesezzet han ebd. 2898,29

MWB 2 1350,63; Bearbeiterin: Herbers

heltære stM. haltære

MWB 2 1352,39;

helte swF. vgl. AWB 4,646 s.v. halta (sw.?) f. ‘Fessel’ vinculum vel compedes: isanhilta, heilte SummHeinr 2:40,170; [will der Gläubiger den Schuldner] spannen mit einer helden, daz mag her wol tûn SSp (W) 3:39,1

MWB 2 1352,40; Bearbeiter: Plate

heltknebelîn stN. ‘Heldenkind’ nuͤ sage helt-knebelin, / wyͤ ist geheißen der name din? / here, ich heiße Pastuͤche OsterSpI 594

MWB 2 1352,45; Bearbeiterin: Herbers

hëlunge stF. hëllunge

MWB 2 1352,48;

hëlvaʒ stN. ‘verbergendes Gefäß’, hier für einen verschwiegenen Menschen: er sprach: "ich bin wol gewun, / du bist ein gut heluaz." Herb 13541

MWB 2 1352,49; Bearbeiterin: Herbers

hëlwe swstF. ‘Spreu, Hülse; Abfall’ paleę: hellewn / sprv (vel spra) SummHeinr 1:207,468; palea: helwa VocOpt 13.169; palea quisquilia: helevve Gl 3:681,8; swer helwen gar ûz swunge, / der sâme wurde guot KLD:Kzl 1: 3,11. 1: 3,14; si tumbin die helewa lasen. unt uerlurn daz chorn JPhys 17,25; Frl 5:72,5. – sprichw. ‘Spreu vom Korn trennen’ (Friedrich, PhrasWB, 243f.): an dem iungesten dage scheident die engele die guͦten von den úbelen alse daz corn von den helwen Lucid 140,7; SuTheol 302; refl.: da sceidet sich diu helewe von dem chorne AvaJG 25,1

MWB 2 1352,52; Bearbeiterin: Herbers

helwërt stNM. hallerwërt

MWB 2 1352,64;

helwërtwitze stF. hallerwërt

MWB 2 1353,1;

hely Interj. êly

MWB 2 1353,2;

hëlze, hilze swstF. ‘(Schwert)Griff, Heft’ capulus: helza SummHeinr 1:351,61; capulum: hilze ebd. 1:252,301; zwei swert wuͦrden da hin fuͦre braht / der einez decheine helzen hat Albert 683. 688. 690; oberhalp der helzen was des swertes klôz, / daz was ein karfunkel wol einer viuste grôz OrtnAW 188,3; der worcht im knoph und helzen / clar alsam ain spiegelglas EckenlE2 79,12; ir helze klingent von dem trit Neidh WL 14:2,7. SL 24:4,7; Trauformel 35; SM:Go 2: 6,3; KvWTroj 9939

MWB 2 1353,3; Bearbeiterin: Herbers

hemde stN. himde ( Roth 1850 ). ‘Hemd’, Kleidungsstück für Männer und Frauen 1 allg.
2 übertr.
   1 allg.: camisia: hemide SummHeinr 1:322,81; dô versnait er ir [...] daz hemede joch daz roklîn Kchr 12765; Parz 127,2; ein igelich brûder sal haben zwei hemede, zwei nidercleit, zwei pâr hosen, ein roc StatDtOrd 108,22; ainen mantel trüg sy an, / [...] dar under ain rylich hemd GTroj 20275; sô dir daz wazer brâht werde, sô seihe iz einhalp durch dîn hemede in ein ander vaz Barth 141,29. – bezogen auf die Beschaffenheit: si truoc ze nâhest an ir lîch / ein herte hemede hærîn Tr 15657; Parz 437,24; Litan 1062; RvEBarl 7327; ir hemde was ein sactuoch Iw 4928; ein klein flähsîn hemde StrDan 3806; hemde und bruoch von buckeram Parz 588,15; siben hemede linin Pass III 173,55. kleine (wîz, blanc, sîdin) hemde, Bekleidung für vornehme Personen: cyclades: hemade SummHeinr 2:207,62; ir hemede daz was cleine, / wîz unde wol genât En 1696; an ir [der Königin] was werlîchiu wât, / ein hemde wîz sîdîn Parz 192,15; Er 1542; sus was gemuot der rîche man. / er fuort von guoten sîden an / ein hemde wîz alsam ein snê UvLFrd 181,3; nv bot man dar der kvͥnegin / ein hemede kleine sidin, / blanch alse ein sne, vil reine genat TürlArabel *A 278,28; Rab 650,5; NibB 976,2; Wig 10531; frowe, man het bereit mir / ein hemede, daz ist so klvͦg, / daz nie frowe bessers getrvͦg TürlArabel *A 252,3. – spez. ‘Unterhemd’ ein hemde was dar under Wig 760; der [ kneht ] in einem hemde / was mit im komen dar, / mantels und rockes bar Ottok 60856; von spil loufet maniger in blôzem hemde Renner 10189; ain plosser rock ist sein claid, / uber ain hemde an gelayt HvNstAp 20186; Tauler 353,22. – als Zeichen für Blöße, Verletzlichkeit, Büßertum o.ä.: [die Königin] blicte ûf und sah ir man. / si hete niht wanz hemde an: / umb sich siz deckelachen swanc Parz 800,30; und wâren ir [der gefangenen Lunete] in den stunden / die hende gebunden, / ir cleider von ir getân / und niuwan ir hemde an verlân Iw 5154; ich stân aleine in mînem hemede [Nachthemd] , / unde ich gedenke an dich, ritter edele MF:Kürenb 2:4,1; dc sie drie sunnentage in dirre gegenwertigen vasten vor dem cruce ze vronemessen offentliche vn̄ ane geuerde gan solen, [...] baruuͦz vn̄ in den hemden UrkCorp (WMU) 2130,41; do [in der Taverne] sitzet einre in eime hemede. / zuht ist ime gar fremede NeunMänner (G) 316 Anm.. daz hemde üeben ‘das Hemd benutzen’ sô heiz ir von der sunnen wart, / daz si vil selten in den tagen / an ir iht kunde vertragen / niwan ir hemede al eine, / daz wîze, daz reine: / sus liebet ir daz hemede an. / dô siz üeben began, / biz daz siz über üebete Tr 12819. – in einem Gottesurteil (vgl. GrimmRA 2, 568): si slouf in ain hemede, / daz dar zuo gegerwet was. / [...] daz hemede si dô zunten. / in ainer luzzelen stunden / daz hemede gar ab ir bran, / daz wahs an daz pflaster ran. / der frowen arges niene was Kchr 15506. – bildl.: daz uns mûre noch want / noch sô vil sô ein hemde / [...] underwîlen scheide [dass uns nicht einmal ein Hemd trennt] ZwBüchl 661    2 übertr.: si truͦg an ir rainú klait: / ain hemd und ain rok, dar ob / ainen gaisthlichen mantel got zelob WernhMl 12581; so zúhet si an ein hemede der sanften demuͤtekeit Mechth 1: 44,18. – sprichw. ‘der scheint ein Narr zu sein, dessen Hemd um eine Elle länger ist als der Rock’ swes hemde gêt dem rocke vor / einer ellen, er dunkt ein tôr WälGa 2065

MWB 2 1353,13; Bearbeiterin: Herbers

hemdeblôʒ Adj. vgl. → hendeblôʒ . ‘im bloßen Hemde’ bî im [Siegfried] wære Kriemhilt hendeblôz [La. hemde bloz ] bestân NibB 1126,3

MWB 2 1354,19; Bearbeiterin: Herbers

hemdelachen stN. ‘Hemd, Umhang’ camisile: hēdelachen Gl 3:626,9; camisiale: hemitlachin ebd. 3:663,21; sagum: hemedelachen SummHeinr 2:468,205

MWB 2 1354,22; Bearbeiterin: Herbers

hemdelîn, hemdel stN. hempli (WeistGr ). ‘kleines Hemd’ daz hemdel [...] / daz liez wir iu nehten Loheng 2384. 2389; ich wil dir geben zwei hemdelîn, / diu sint vil bœse hærîn RvEBarl 4843; daz hemdel rôt EnikWchr 28414 u.ö.; hossen, kappen, schuech, hempli WeistGr 1,240 (a. 14. Jh.); HvNstAp 1469; PrBerth 1:324,4

MWB 2 1354,25; Bearbeiterin: Herbers

hemel stM. himel

MWB 2 1354,32;

hemere swF. ‘Nieswurz’ (vgl. AWB 4,944): elleborum veratrum: hemera germâra SummHeinr 2:271,61; gentiana vel comitialis: hemera ebd. 1:189,247; aconita: hemer Gl 3:584,17; hemere gesoteniu mit eziche. ist goͮt den tobentegen PrüllK 9; hemern sint zweierslachte. eine sint wiz. di andern swartz SalArz 85,49 u.ö.

MWB 2 1354,33; Bearbeiterin: Herbers

hemeren swV. ‘hämmern, (anhaltend) klopfen’ 1 intr.
2 tr.
   1 intr.: do die heidenischen geste / unz an die mûr kômen gar / und daz ir wurden gewar / die kristen in der stat, / si widerfuorn in drât, / dô si si hôrten hemern Ottok 49121; subst.: ez spricht auch Plinius, daz die fledermaus scharrent stet suocht [...] mit kleppern und mit hämern BdN 227,7. ûf etw. ~ : dô wart getengelt und getemert / und ûf helmen gehemert, / daz daz fiwer gleste / ûz manigem helm veste Ottok 57116; do began im einer zucken / den rorstab [...] / da mit er uf sin houbt im sluc. / er hemerte vil unschone / im uf di dorn crone Pass I/II (HSW) 6033; Pylatus, der lasterber, / so vil als ein hemerer / dutet von dem namen syn, / vor den di judischen swin / Jesum brachten gebunden, / [...] und wurden uf én hemeren TvKulm 4319    2 tr.: – bildl. : miner synnen hamer smyd / ein ander rede hemmert, / die mir das hertz durch temmert [durchschlägt] Minneb 3315; [ sîn herze ] gehemert als eyn aneboz / wirt er uber eynen cloz [ cor eius [...] stringetur quasi malleatoris incus Iob 41,15] Hiob 15291

MWB 2 1354,40; Bearbeiterin: Herbers

hemerlîn, -lî stN. ‘kleiner Hammer’ – als Bestandteil von Personennamen: Margwart Hemerlj UrkCorp (WMU) 2764,41; Burghart Hemerlin ebd. 2130,3 u.ö.

MWB 2 1354,62; Bearbeiterin: Herbers

hemisch Adj. zu 1ham swstM. ‘hämisch; hinterlistig, boshaft’ – bezogen auf Lebewesen: Sathan, dis hemsche swin Hiob 6550; hin reit der hemische Antret HvFreibTr 4655; der endecrist, [...] des hemischen ruden / beiten di tummen juden / und gelouben [...], daz er io si messias HistAE 2423. – bezogen auf Handlungen: want sî mit hemischir tât / den degin sô ellinthaft / slûgin unde nicht mit craft NvJer 12448; hemische klag Ottok 89824; hemischen gruoz Helbl 13,172

MWB 2 1355,1; Bearbeiterin: Herbers

hemischlîche Adv. ‘hinterlistig, bösartig’ dornach nicht lange David nam / zu hergreven Amasam, / den Joab zu tode stach. / hemeslichen daz geschach HistAE 2240; der unreine / began sîn argiz neckin / offinlîch inpleckin [sehen lassen] , / daz er hemischlîch barc NvJer 7593

MWB 2 1355,11; Bearbeiterin: Herbers

hemmen swV. 1 ‘etw./jmdn. hemmen, hindern, aufhalten’
2 einen ze einem ‘jmdn. an jmdm. fesseln’
   1 ‘etw./jmdn. hemmen, hindern, aufhalten’ gras, wie bist verslemmet! / din grune ist gehemmet. / wer spiset nu alle tier [...] ? Daniel 2682; si werden grulich gehemmyt / und zu tode gar geclemmyt / in der gerichte phorten Hiob 1765; dâwidir [ unkûsche ] doch mit allir craft / der reine gotis degin vacht, / daz vleisch mit hungir clemminde / und manchirwîs ôt hemminde NvJer 18841; – subst.: diz hemmin alsô swinde, / mûhe unde hungirnôt / dem vorgenantin hûse bôt NvJer 14000. ir hemmen und ir keren, bezogen auf den Lauf der Planeten (vgl. ZfdA 75 (1938), 22f.: hemmen zu lat. morari, kêren zu lat. retrorsus aufugere): ich han geechset [mit einer Achse versehen] allen speren [Himmelssphären] / beide ir hemmen und ir keren Frl 1:17,27; wer machet alle speren, / ir hemmen und ir keren / zwuschen den zween achsen smoltz / an den der himel sunder holtz / loufet und doch stille stat / und von steten nicht ingat? Hiob 3192. 78    2 einen ze einem ~ ‘jmdn. an jmdm. fesseln’ dar umb so tut mich hemmen / leit zu im gar vesticlich Minneb 5088

MWB 2 1355,17; Bearbeiterin: Herbers

hemsterlîn stN. ein kleines Tier: glîch eime hemsterlîn [ similis dammulae ] und dem hundelîn der hirze EvBeh 5 (s. Glossar z.St.)

MWB 2 1355,39; Bearbeiterin: Herbers

hendeblôʒ Adj. vgl. → hemdeblôʒ . ‘mit leeren Händen’ (dagegen Heinzle, Nib. z.St. ‘nackt wie eine Hand’; vgl. MF:Reinm 20:4,3 unter hant 1.2): und wære sîn [der Schatz] tûsent stunde noch alse vil gewesen, / und solt’ der herre Sîfrit gesunder sîn gewesen, / bî im wære Kriemhilt hendeblôz bestân NibB 1126,3

MWB 2 1355,42; Bearbeiterin: Herbers