hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hinderloch
stN.
‘auf der Rückseite von etw. befindliches Loch’
‘der tievel schende dîn hinderloch, / müller, das du [um zu
betrügen hinten in die Ölmühle] gemachet hâst!
[...]’ / dis wart ze einem sprichwort zehant
[...]; / swenn denne eins das ander sach, / in schalle
es denne zuo im sprach: / ‘der tievel schende dîn hinderloch!’ / man möhte es ze
einem sprechen noch, / swer sölchen schaden taͤte Ammenh
19082.87.93
MWB 2 1540,4; Bearbeiter: Bohnert
hinderlôsen
swV.
‘auf hinterlistige Weise schmeicheln’
swen lib noh guͦt niht irret und doch boͤset, / das er mit sinen listen hinder
loͤset RvZw
70,8(App.)
MWB 2 1540,13; Bearbeiter: Bohnert
hindermære
stN.
‘verleumderische Erzählung’
so sitzet einer bi der tur / un sait sin hindermer her fur
Jüngl
146
MWB 2 1540,16; Bearbeiter: Bohnert
hindern
swV.
1
‘jmdn./ein Tier (von etw.) ab-, zurückhalten, (bei etw.) störend aufhalten, (in
Bezug auf etw.) hemmen, beeinträchtigen’ , auch bildl. 1.1 ohne Angabe der Sache 1.1.1 allg. 1.1.2 rechtsspr., ‘jmdn. festhalten, in Haft nehmen’
1.2 mit Gen.d.S. 1.3 mit Präp. 1.4 mit daz -Satz 1.5 mit Inf. 2
‘etw. (in best. Hinsicht) hemmen, stören, beeinträchtigen, einer Sache im Weg
sein’
2.1 ohne Angabe einer best. Hinsicht 2.2 mit Gen.d.S. 2.3 mit Präp. an, in 2.4 mit daz -Satz 3 refl. 3.1
‘(im Lauf) gehemmt sein, zurückbleiben’ (?), vom Mond (vgl. Mosimann, MNat. S. 180 Anm. 12) 3.2
‘erfolglos bleiben’
4 subst. Inf., ‘das Stören, Beeinträchtigen’
1
‘jmdn./ein Tier (von etw.) ab-, zurückhalten, (bei etw.) störend aufhalten, (in
Bezug auf etw.) hemmen, beeinträchtigen’, auch bildl.
1.1
ohne Angabe der Sache
1.1.1
allg.:
lazet dy cleynen kumen czu myr unde hyndirt sy nicht [
ne prohibueritis eos Mc 10,14]
EvBerl
15,4;
das tier wolte gegen im her: / do hindert es das
grosse sper HvNstAp
5098;
dise kuͦnige waren gehindert mit langem wege wol zehen tage und riten
doch snelle dromedarios PrLpz (L)
59,25;
[Heinrich VII. hat Gegner] die gerne den keiser
hetten gehindert [seine Pläne vereitelt] mit irre
parte OberrhChr
56,22;
(mit refl. Akk.-Obj.:)
nû sint etlîche guote liute, die hinderent sich selber, daz sie ze vil
haftent an riuwe und an bîhte [...] unde vlîzent
sich niht ze komende zuo der lûteren wârheit Eckh (Pf)
239,17;
si ’n muͤdent niͤt [im
Glaubenseifer] ; / si enhindert niͤt, swat in geschiͤt
MarlbRh
64,10;
BrEb
52;
Mechth
7: 34,7;
UrkCorp (WMU)
51,20
1.1.2
rechtsspr., ‘jmdn. festhalten, in Haft nehmen’
[wer eine Wiedergutmachung nicht leisten will,]
den mogen dy rotmanne wol uf haldin unde hindern WeistKulm
4
(a. 1338);
der keiser hat verboten, daz kein mensche daz ander hindern sal
heimlich noch offenbar. sint hindersal ist ein wurzel aller vnding; wan wer
den andern hindert, vnd heischt nit recht von im, der hat wider den keiser
getan KlKsr
2,46.
2,68
1.2
mit Gen.d.S.:
er wolt dar uf gesezzen sîn, / des in der marcgrâve
Cunrât / noch biz dar gehindert hât: / sîn ors aldâ bereit stunt
Kreuzf
7902;
swaz uns [...] / hindern wil
des rechten Pass I/II (HSW)
42071;
die bredige [...] leret uns
kummen in unsern ursprung und womitte wir des gehindert werdent
Tauler
47,4;
sô enhinderte dich nieman dînes gegenwertigen
gotes [deinen Gott gegenwärtig zu haben]
Eckh
5: 203,11.
1:11,6.
1:135,11.
5: 247,3;
Eckh (Pf)
240,19;
Geistb
3,83.
– mit hinzutretender Präp.:
ab her in [einen Knecht] alsô geslagen hât,
daz sîn herre sînes dînstes an ime gehindert ist SSp (W)
2:34,1
1.3
mit Präp.
–
an:
daz wir gehindert werden iht / an des siechen
gesiht [daran, den Kranken zu sehen]
Vät
10763;
daz sie keinen gast, der vihe herbringet, niht hindern
an sime kauffe WüP
86,3;
suaz he [Geächteter] dan
sienis guitis hindir umi leizit, da insal in niemin ani hindiri
Mühlh
100,2;
DvAPatern
128;
Eckh (Pf)
248,15;
WüP
89,23;
mit Ersparung des Objekts:
ob ein brûder der dinge dekeinez, die dâ hinderent an
der brûderschaft [bewirken, dass jmd. nicht Bruder werden
kann] , verswîget StatDtOrd
86,12;
waz gehindern oder gefürdern möhte an Gotes bekentnüsse
Eckh
3:200,5.
–
von:
únser vroͮwe hat gewalt úber alle túfel ze
hinderende von den menschen Mechth
6: 39,22.
5: 32,26;
noch hunger noch turst [...]
enmag mich gehindern von der minnen Tauler
107,18;
Eckh
2:610,9.
5: 260,3;
Tauler
106,13
1.4
mit daz-Satz:
driu dinc hindernt den menschen, daz er got enkeine wîs bekennen kan
Eckh
1:178,4.
1:193,1;
so wurt der mensche gehindert daz er nút enpfenglich
ist dez adels Tauler
320,26
1.5
mit Inf.:
daz wir den rat von Worm̄ nit hindern sulen, swanné si wellen, unser
dinstlute [...] ze burger emphahen UrkCorp
(WMU)
1831,30
2
‘etw. (in best. Hinsicht) hemmen, stören, beeinträchtigen, einer Sache im Weg
sein’
2.1
ohne Angabe einer best. Hinsicht:
wanne tu wir alle hindernusse ab, davon die augen
gehindert werden moͤhten, als nebel ist und ander duͤnst KvMSph
15,26;
ein arzât, der reiniget mir wol mîn ouge und tuot abe daz hindernisse, daz
daz gesihte hindert Eckh
2:202,10.
2:580,3;
die buͦrdene hinderet [...] din luͦf
[= den louf
]
PrLpz (L)
42,3;
vorcht vor lieb, die hindert mynne Minneb
2154;
[Zimtöl] hindert der gelider pidem und
siehtum [bewirkt, dass diese nicht auftreten]
BdN
362,28.
412,14;
swer auch wil vail haben tuͦch
[...], daz sullen di buͦrger von Wirtzburg guͤnnen
und niht hindern WüP
104,4;
KvMSph
8,6;
HvFritzlHl
124,30.
–
daz [...] daz bercwerk icht gehindirt werde
UrkFreiberg
2:6,36
(a. 1328);
die wîl er mac geleben, / sô hindert er mîn goteshûs
Ottok
12587;
das wir die strasse [...] nicht hindern
sollen [...], sundern
[...] beschirmen und vorschüzze
UrkThür
464
(a. 1340);
vf daz die gerunge des blinden herzen niht gehinderen muͦge den wek
dar wir inne lufen zu dem ewigen himleriche PrLpz (L)
30,6.
–
das hinderte mich werlich nit mer, denne einen
heissen oven das hinderte, das man in alvol wisser simelen schúbe
Mechth
3: 15,16
2.2
mit Gen.d.S.:
wenn man in [einen bestimmten
Stein] pint an ain hant ainer frawen, diu in der purt arbait,
sô helt er die purt auf und hindert si irs fürganges BdN
462,31
2.3
mit Präp. an, in:
ob unser erben daz geschæfte an ihte brechen oder hindern wolten
UrkCorp (WMU)
933,25;
ain ledig zung, die niht haft, wirt gehindert an der
sprâche oft von pœser gewonhait BdN
14,33;
daz [langsame Bewegung des
Saturn] ist dar umb, als Plinius spricht, daz in der gstirnt
himel hindert in seinem umblauf ebd.
56,19
2.4
mit daz-Satz:
daz kraut und sein wurz [...]
hindernt si [Geschwüre] , daz si iht wahsent
BdN
386,3;
wan dâ diu natûre wirt gewendet oder gehindert, daz sie niht volle maht
enhât in irm werke, dâ wirt ein vrouwe [entsteht (nach der Zeugung)
ein weibliches Wesen]
Eckh
2:64,2
3
refl.
3.1
‘(im Lauf) gehemmt sein, zurückbleiben’ (?), vom Mond (vgl. Mosimann,
MNat. S. 180 Anm. 12):
wonde denne der mane vil niderer ist, unde wonde er sich
och hinderet, so kumet er etwenne under die sunnen unde bedeckit si uns
[Sonnenfinsternis]
MNat
10,13;
so sich der mane gehindert so verre, daz er die rihte
gegen der sunne ist gestellet, daz die erde der enzwischen ist,
so [kommt es zur Mondfinsternis]
ebd.
10,20
3.2
‘erfolglos bleiben’
in mac ir hulde niht enbern / und hân doch kleinen trôst von ir: / sus
hindert sich mîns herzen gir KLD:UvW
10:5,9
4
subst. Inf., ‘das Stören, Beeinträchtigen’
do ist das aller oberste wúrken und das aller luterste
gebruchen ein einig ein [eine einzige Einheit] ane
hinderen und [...] ein ieklichs ane des anderen hinderen
Tauler
156,20
MWB 2 1540,19; Bearbeiter: Bohnert
hindernisse
stN.
auch
-nus
JvFrst
2864;
-nusch
StRPrag
58;
-nust
Seuse
379,3.
–
-nisse stF.
Eckh
5: 204,7;
Tauler
220,25.
‘Beeinträchtigung, Störung, Be-, Verhinderung’
1 konkret, etw., das den schnellen Lauf, den freien Blick, das Sehvermögen beeinträchtigt 2 übertr., eine Handlung behindernder, störender Umstand 2.1 allg. 2.2
âne (alle) ~
. 2.3 in Rechtstexten, auf die Erfüllung eines Vertrages bezogen (zu verschiedenen Sachbezügen vgl. DRW 5,995ff.)
1
konkret, etw., das den schnellen Lauf, den freien Blick, das Sehvermögen
beeinträchtigt:
Plinius spricht, daz daz milz ain hindernüss sei des laufens [
cursus inpedimentum Plin. nat. hist. 11,80(205)
]
BdN
31,6.
–
owe den sachen, die mir [der
Seele] sint / ein hindernisse und ein stric, / daz ich nicht
offenlichen blic / mac nach willen keren / an den kunic der eren Pass
I/II (HSW)
11021;
wanne tu wir alle hindernusse ab, davon die augen
gehindert werden moͤhten, als nebel ist und ander duͤnst KvMSph
15,26;
ein arzât, der reiniget mir wol mîn ouge und tuot abe daz hindernisse, daz
daz gesihte hindert Eckh
2:202,10;
‘mîn liep sach mich ane durch ein venster’ [vgl. Ct
2,9] , daz ist: âne hindernisse ebd.
2:605,5
2
übertr., eine Handlung behindernder, störender Umstand
2.1
allg.:
manich irrung wart im [dem Volk Israel in
der Wüste] getân / und aller leie hindernis
[...] / an dem snellen geverte
JvFrst
9183;
lîplîche vroude [...] ist dicke ein hindernisse
zu geistlîcheme lebene HvFritzlHl
29,34;
ein swere hindernisse Tauler
48,23;
kein mergklich hindernisse ebd.
129,9;
wi der babist daz hindernisse [Hinderungsgrund einer
Eheschließung] der mageschaft abe getan hette
Köditz
48,21;
mirke bit sinnen / manich hindernisse dat du noch must verwinnen, / salt
du hi leven bit dineme vromen Lilie
11,38;
swenne si [Seele] genzlîche vereinet wirt in
gote [...], sô verliuset si alle ir hindernisse und
krankheit und unstæticheit Eckh
3:25,4;
waz sol da menschlich bisin hindernús
geben [ein Hindernis (für geistigen Fortschritt)
sein]
Seuse
221,27;
daz icht hyndirnysse werde von dem
volke [damit es (bei Jesu Gefangennahme) keine Störung von
seiten des Volkes gebe]
EvBerl
46,7;
daz si [die Apotheker] sich icht virgezzin /
adir werin besezzin / mit manchin hindirnissin, / daz si icht virmissin / an den
arcztien PfzdHech
318,29;
want uch dit up hindernisse [zum Nachteil] is
gedain HagenChr (G)
6184
2.2
âne (alle) ~
.
–
‘ungestört, ungehindert’
in diner [Mariens] selen
sanc he [Christus] diͤ misse, / he sanc si an alle
hindernisse, / in enmuͦd engein din gedanc MarlbRh
13,6;
her [Judas] suchte wy her
en ane hyndirnysse en geantworte [
quomodo illum oportune traderet Mc 14,11]
EvBerl
55,6;
Eckh
5: 278,9.
–
‘ohne Schwierigkeit, ohne weiteres’
dî ablâte [unkonsekrierte
Hostie] sî zukow / und mit der zungen ummeblow / lange in
dem munde / und ir doch nicht inkunde / in keine wîs vorslindin; /
[...]
[dagegen gotis lîcham
] intpfînc sî und zuhant / in âne hindirnisse slant
NvJer
21417;
nu merket daz die iudeschen hyrten [...]
vuͦnden den heiligen Crist an hindernisse, suͦnder dise kuͦnige waren
gehindert mit langem wege wol zehen tage PrLpz (L)
59,25;
wenne di numeri [in der Kanontafel] funden
sint [...], âne hindernisse [
sine mora
] vindes du ouch di stete in den si
[Evangelisten] di selbin spruche
[...] habin gesprochen EvBeh
3
2.3
in Rechtstexten, auf die Erfüllung eines Vertrages bezogen (zu verschiedenen
Sachbezügen vgl. DRW 5,995ff.):
daz wir alle anesprache oder hindernisse die gescheen mogent
[...] an iren guden, gulden, vryheiden und rechten
die sie hant zu Valinder [...] und wider die brieve die
wir in dar uber han gegeben, sollen in abe dun gentzlichen
UrkDOKobl
1,399
(a. 1339);
were oweh, daz sie von zuͦvallendeme hinderniz [
ex incidentibus obstaculis
]
[...] di#’e vorgeschribenen kroschin
[...] nicht genemen moͤchten
UrkFreiberg
1:63,28
(a. 1334);
von hindernisse veils
kauffes [Überschrift] . swer den andern irret an
sinem kauffe [...], der sol geben zuͦ buͦzze 10
#(pfennig) WüP
33,1;
wir en sulen ouch wider die selve vrouwe nimanne geinerhande helphe dun,
dat jre ze scaden muge comen ove ze hindernisse UrkCorp (WMU)
196,43.
– Störung im normalen Ablauf eines Vertragsverhältnisses:
[der bercmeister
] sol ouch alle die hindernisse, die her da [in
den Bergwerken] erverd, wandiln und hinleygen, beyde daz
die erbiter nymand betrigin muͦgen noch daz sie icht gehindert werdin an irm
lone edir an ir koist UrkFreiberg
2:6,7
(a. 1328).
– formelhaft, âne (alle) ~
u.ä.:
daz si und ir erben aller ierlich sullen geben zu winachten ane
hindernisse deme convente [...] dit korngelt
UrkCorp (WMU)
N651,10;
und an der selben burch sol er sitzen an aller unser erben hindernisse
ebd.
945,27;
an alles mannes hindernusch vnd wider rede StRPrag
58;
an irrunge vnd hindernuzze UrkWürzb
39,498
(a. 1333);
on allen furzug vnd on alle hinternisse ebd.
45,158
(a. 1346)
MWB 2 1542,13; Bearbeiter: Bohnert
hinderrât
stM.
‘Tücke’
mit solhen hinderræten / daz rîche wart gegriffen an
Ottok
144
MWB 2 1543,43; Bearbeiter: Bohnert
hinderrede
stF.
‘üble Nachrede, Verleumdung’
die meister sprechent, das hinderrede nút anders ist denne ein swerzerunge
oder ein swecherunge eines froͤmden lúmden mit verborgenen worten
BdT
159,3;
ir hinderrede sich niht enkan / vor mir verheln: ich hœre untriuwe lîse
RvZw
151,11;
von der grozen erbeit / die das her uf dem wege leit, / wart
ir hindir rede groz RvEWchr
13312;
[
si
] tribin [...] / hindir rede und murmils vil
ebd.
13315;
la hinderrede, valschen spot! RvEWh
3413;
des itewîzes ~
Elis
1782;
bœsiu ~
ebd.
6629;
der bosen [Leute] hinderrede ebd.
6736;
ân hinderrede und âne nît / vil liuten zunge kûm gelît Boner
3,3;
sie furen ir unrechte mide / afterwert mit hinderrede Elis
1017;
daz du [Gott] mich bischirmest
[...] vor hinderrede, vor scheltwortin, vor itiwizin
MuriGeb
475;
PrGeorg (Sch)
25,403;
StRZürich (B)
40,2;
JMeissn
A1:18,2
MWB 2 1543,45; Bearbeiter: Bohnert
hinderredelich
Adj.
‘übel nachredend, verleumderisch’
eins edeln mannes mervart / in bilgerînes wîse [d.h. nicht als
Kreuzfahrer] / ich lasterlîche prîse / mit hinderredelîcher pfliht
Reinfr
15517
MWB 2 1543,63; Bearbeiter: Bohnert
hinderreden
swV.
hinter jmds. Rücken schlecht über jmdn. reden, ‘jmdn. verleumden, jmdm. übel
nachreden’.
– mit Akk.:
swer oͮuch den rat, der denne ist, hinderret [
detrahendo obloquitur
26,18
] , der sol ez beszern, als er ez vnder oͮgen téte UrkCorp
(WMU)
26AB,38,39;
der hinderreder, der minret dem menschen, den er hinderredet, sinen guͦten
lúmden BdT
159,16.
160,3.4;
der aine gerihte zungen het, dú nieman hindirredot PrGeorg
(Sch)
16,110.115;
[Christus nahm auf sich] natürliche gebresten unde
lidunge, die man niht hinderreden sol [
naturales et indetractibiles passiones
]
ThvASu
86,32;
Martina
129,15;
PrGeorg (Sch)
40,95;
PrWack
70,130;
BdT
162,7.8.
– mit Dat.:
du solt hinderreden niht / den liuten Cato
191.
– mit Präp.:
in genuogte ouch niht, ûf sî [Maria Magdalena (Mc
14,4f.)] aleine ze hinderredenne, sie mürmelten ouch ûf den
heilant DvASchr
334,33.
– absol.:
daz [ein Sünder] oͮch ain ungeriht zungun het, dú
gerne hindirredet, unde virkerit sinis ebinmentschin werk PrGeorg
(Sch)
16,102;
PrEls
19B,193.
– Part.-Adj.:
die hinderredenden zungen [
linguam detrahentem
]
BdT
162,13.
– subst. Inf.:
hinder reden und haz / waz in dinem hertzen
waz [= baz
] / wann daz pater noster gut HvNstGZ
6690;
ist das der mensche hoͤret hinderreden und dem hinderreder nút widerstat
BdT
161,21;
das ime das hinderreden wol gevalt ebd.
161,24
u.ö.;
in dem neÿden hab ich gesundet mit abcziehen meines nestes leuntes oder des,
daz iͤm got hat gegeben, mit hinderreden oder mit nachreden
DtBeichten
161,91;
Tauler
396,8
MWB 2 1544,3; Bearbeiter: Bohnert
hinderreder
stM.
‘Verleumder’
der hinderreder, der minret dem menschen, den er hinderredet, sinen guͦten
lúmden BdT
159,16;
du ensolt dich nút mischelen under die hinderreder [
cum detractoribus non commiscearis Prv 24,21]
ebd.
160,30
u.ö.;
ez insint ouch niht [der Zuneigung Gottes würdig]
die hinderrede spulgent unde verkerde [La. die hinderreder noch
verkerer
]
PrWack
56,476;
der klaffige hinder reder VitasPatr
322,26;
Eckh (B)
103,36;
MinneR 368
93
MWB 2 1544,35; Bearbeiter: Bohnert
hinderredic
Adj.
‘übel nachredend, verleumderisch’
sin zunge was [...] nút klæffig,
nút balt, nút los, / nút hinderredig, nút verlogen WernhMl
5901
MWB 2 1544,45; Bearbeiter: Bohnert
hinderrîten
stV.
‘hinter jmdn. reiten (um ihn überraschend anzugreifen)’
so sich die heiden an uch gerihtend gar, / fünf hundert tempelherren nement
min denn war, / domit wil ich die heiden denne hinder riten / und mit ritterlicher
wer gen uch her striten WolfdD (H)
2177,3
MWB 2 1544,48; Bearbeiter: Bohnert
hinderrucke, -rucken
Adv.
1
‘hinter den Rücken’
2
‘zurück’ , in Verbindung mit gân, kêren, trîben, wîchen
1
‘hinter den Rücken’
ir sult mir hinder rucke slan / mine hende und die binden Pass
III
351,50.
– bildl.,
~ schieben, werfen
‘aus dem Blickfeld entfernen: nicht beachten’
swer bœsen herren sich wil lieben, / der muoz gar hinder rücke schieben /
wârheit, zuht, triuwe und scham Renner
2150;
du hazzetes die zucht und wuͦrfes mine wort und min gebot hinder rucke [
retrorsum Ps 49,17]
PrLpz (L)
111,15;
das der mensche alle ding úber gebe und hinder rúggen
werffe und sich minneklichen mit gotte vereine Tauler
269,5
2
‘zurück’, in Verbindung mit gân, kêren, trîben, wîchen:
dâ muoz grôzer gewalt sîn, dâ alle krefte hinderrucke suln getriben und
getemmet werden und irs werkes entstân und abegân suln Eckh
4:567,23;
do erschraken si gemein / und wichen hinder rucke Pass III
114,89;
MorantGalie
2832(La.).
2840(La.)
MWB 2 1544,54; Bearbeiter: Bohnert
hindersal
stN.
‘Behinderung, Störung’
1 von jmds. freier Beweglichkeit: ‘Gefangennahme’
2 des Verkehrs 3 der rechtmäßigen Verfügung über etw., der Vertragserfüllung
1
von jmds. freier Beweglichkeit: ‘Gefangennahme’
von eynes hindersal (de impedimento hominis). der keiser hat verboten, daz
kein mensche daz ander hindern sal heimlich noch offenbar. sint hindersal ist ein
wurzel aller vnding; wan wer den andern hindert, vnd heischt nit recht von im, der
hat wider den keiser getan KlKsr
2,46;
von hindersal wider recht ebd.
2,68
2
des Verkehrs:
so sulde dyͤ stait unde dy lude zuvirsit haben zuͦ
[...] mimen gude [...] unde
sulden daiz anegrife, biz ich dy anesprache unde hindirsal des wegeis abeleitte
UrkWetzl
1,286
(a. 1307)
3
der rechtmäßigen Verfügung über etw., der Vertragserfüllung:
gein allen den, die vns kein hindersal tuͤn mit worten oder mit werken
UrkCorp (WMU)
2550,11;
wer, das uns der vorgenanten dinge deheins verbrochen werde oder [
daz wir
] deheinen gebrechen oder hindersal von ieman dar an neman, als ofte
das geschehe, als dicke sol er uns den gebrechen und daz hindersal uzrihten und
vertigen UrkHohenl
2:250, 1. 2.13
(a. 1328);
were daz dehein vertzucnusse oder hindersal an der losunge
[...] geschehe UrkWürzb
41,163
(a. 1345);
etw. bringet ~
:
MGHConst
8:396,20
(a. 1347).
–
âne ~
:
daz wib sal auch des gutes [ihres Wittums] ein
phlegerin sin, vnd sal auch an des mannes hindersal mit tun, waz sie wil
KlKsr
2,51;
zu besitzene eweliche ane ansprache, ane hindirseil inde ane allirslachte
argelist UrkCorp (WMU)
231,35;
den selben zol besetzen vnd entsetzen frylich swi sie woͤllen an alle
hindersal UrkWürzb
41,120
(a. 1345);
an allerleye hindersale, widirsprache und geverde UrkHanau
2,701
(a. 1347);
UrkFrankf
2,186
(a. 1323)
MWB 2 1545,8; Bearbeiter: Bohnert
hindersæʒe, -sëʒʒe
swM.
rechtsspr., jmd., der hinder jmdm. sitzet (vgl. →
hinder Präp. 2.1.3 am Ende), d.h. als Freier, Halb- oder
Unfreier in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem Grundherrn steht (vgl.
2HRG 2,1040f.),
‘Hintersasse’
daz wir Cunrat, der únser eigen ist [...], haben
geben den herren von Bubikon ze einem rehten hindersezen UrkCorp
(WMU)
82,38;
wer mit keyme irme hinderseszen, er si ir eigen oder nút, ze schaffende
gewûnnet oder het ebd.
1047,42;
ez mag in iedem dorf ein hof zwen hindersaezzen haben und nimer
OberBairLdr
161;
swer hindersezen hat oder hausgenozen NüP
152;
vnser amptleut, diner vnd hindersezen UrkHohenz
3,45
(a. 1338);
UrkCorp (WMU)
475A,6;
UrkStVeit
49
(a. 1335)
MWB 2 1545,42; Bearbeiter: Bohnert
hindersæʒe
stF.
rechtsspr., Rechtsstellung eines →
hindersæʒe swM., ‘Hintersassenschaft’
daz ich [...] Vͦlrichv [l.
-vn?] von Wehseldorn, der min hinderseze was vf
mime guͦte ze Wæchseldorn, leͥdig han verlan der hinderseze gentzeclihe vnd gar
UrkCorp (WMU)
1843,14
MWB 2 1545,57; Bearbeiter: Bohnert
hinderschrenken
stN.
Verkehrung der Wahrheit, ‘Hinterlist, Betrug’
daz er nieht erchenne unser hinterskrenchen, / daz wir in
megen triugen mit unseren lugen Gen
510
MWB 2 1545,63; Bearbeiter: Bohnert
hinder sëhen
stV.
intr. und refl., ‘nach rückwärts schauen, zurückblicken’
so dirre floch vnde hinder sach, / ein ander in in daz ouge
stach Herb
6871;
er gesach sich hinder nie ebd.
1963.
– übertr., subst. Inf., ‘Rücksicht’
da ist kein hinder sehen: / was dißem got hat beschert, / des ist er wol wert
JunghHeinr
1702
MWB 2 1546,3; Bearbeiter: Bohnert
hindersetzen
swV.
1
‘etw. nach hinten setzen, zurücksetzen’ , hier: jmds. Schritte aufhalten (ihm
ein Bein stellen), so dass er stürzt, ‘zu Fall bringen’
2 übertr., ‘schwächen’ oder ‘überwältigen’
1
‘etw. nach hinten setzen, zurücksetzen’, hier: jmds. Schritte aufhalten (ihm
ein Bein stellen), so dass er stürzt, ‘zu Fall bringen’
di da gedathen hindersezzen genge mine [interl. zu qui
cogitaverunt supplantare gressus meos
]
PsTr
139,5
2
übertr., ‘schwächen’ oder ‘überwältigen’
swenne den starken lewen gram der hunger hinder setzet JTit
1381,1;
in hete hinder setzet di klag mit jamer garwe ebd.
469,1
MWB 2 1546,10; Bearbeiter: Bohnert
hindersidel
stM.
‘Hintersasse’ (vgl. →
hindersæʒe swM.):
wer ever sachge, dat emantz hindersedel of leynlude misschege [=
misseschehe
] , so sal ir heirre in raden inde helpen gerichte of besserunge
danneaf ze nemen UrkKöln (St)
1:46,38
(a. 1341)
(=
ebd.
1:62,1
(a. 1341-1351)
)
MWB 2 1546,19; Bearbeiter: Bohnert
hindersitzen
stV.
‘zurückgesetzt sein, einen niederen Rang einnehmen’ (?):
alle irdesliche witze / nu swige, hinder sitze, / di dirre wisen frouwen rat /
auch herliche uberkomen hat Elis
10132
(vgl.
daz ich so wenic zuneme [an Weisheit] / unde joch
hin hinder sitze Vät
20243;
andere Erklärungen s. Glossar)
MWB 2 1546,25; Bearbeiter: Bohnert
hinderslac
stM.
‘Schlag von hinten, heimtückischer Schlag’
[Doppelzüngigkeit:] wer mag vor zwein zungen gestân?
[...] / si slahent mangen hinderslag / ûf den selben dâ
zehant, / den si vor gelecket hânt Boner
91,64
MWB 2 1546,31; Bearbeiter: Bohnert
hinderslahen
stN.
‘das heimtückische Schlagen’
nît und haz macht hinderslân / und hinderred Boner
3,5
MWB 2 1546,36; Bearbeiter: Bohnert
hinderslîchen
stV.
1
‘jmdn. von hinten beschleichen’
2 subst. Inf., übertr., ‘Unaufrichtigkeit’
1
‘jmdn. von hinten beschleichen’
ich wil alle tag gan uf die lage des toͮdes, und wil mich umb
sehen, daz er mich nit hinderschliche Seuse
286,11.
238,10
2
subst. Inf., übertr., ‘Unaufrichtigkeit’
[
er kerte
] sin und mut / an den, der im tet daz gut, / ane allez hinderslichen.
/ er predigete al offenlichen / Jesum Cristum Pass I/II (HSW)
31167
MWB 2 1546,38; Bearbeiter: Bohnert
hindersnîden
stV.
‘verleumden’ (vgl. frnhd. jmdm. die Ehre abschneiden FWB
1,350):
der liuten rede ist manigvalt, / si hindersnîdent jung und alt
Boner
3,2
MWB 2 1546,46; Bearbeiter: Bohnert |